Suter Marc F. (R, BE):
Die FDP-Fraktion ersucht Sie, die Minderheitsanträge wie auch den Einzelantrag Grobet abzulehnen.
Vorweg zu den Anträgen der Minderheit Schlüer: Herr Schlüer, ich war übrigens im Saal, nur nicht an meinem Platz; aber es gehört zu Ihrem Stil, auf die Person zu schiessen, wenn Sie in der Sache nicht einverstanden sind. Ich finde, das ist nicht der Stil des Hauses hier! Sie wenden sich gegen die Möglichkeit, privatrechtliche Vereine, Stiftungen, überhaupt Private mit Aufgaben zu betrauen - gerade Sie, Herr Schlüer, der Sie sonst nicht müde werden, eine Lanze für die Privatisierung zu brechen! Sie sollten auch hier zu Ihren Grundsätzen stehen und nicht plötzlich ein X zu einem Y machen.
Selbstverständlich ist diese Möglichkeit, die der Bundesrat bekommt, ausserhalb der Verwaltung, ausserhalb unserer Institutionen, Dritte beauftragen zu können, die auf dem Feld Arbeit leisten, eine gute Möglichkeit. Sie ist zweckmässig, und sie ist ökonomisch sinnvoll. Es gibt viele Spezialisten vor Ort, die besser befähigt sind und über den nötigen Erfahrungshintergrund verfügen, im Auftrag des Bundes aus dem Stand heraus Aufträge auszuführen. Sie tun dies überdies günstiger. Wir finden diese Möglichkeit richtig. Selbstverständlich wird hier die normale Kontrolle ausgeübt, wie bei allen Aufträgen, die der Bund an Dritte vergibt, insbesondere natürlich die Kontrolle der Zweckmässigkeit des Mitteleinsatzes.
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AB 2003 N 477 / BO 2003 N 477
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Sie haben sich auch gegen die Schaffung einer beratenden Kommission gewendet. Auch hier findet die FDP-Fraktion, dass diese Möglichkeit sinnvoll ist und Artikel 10 entsprechend gutgeheissen werden soll. Warum? Diese Kommission begleitet den Bundesrat und die Amtsstellen namentlich im EDA in ihrer Arbeit. Es geht um den Dialog; es geht auch um die Kritik; es geht darum, den Sachverstand einfliessen zu lassen, der in unserem Land sehr stark verankert ist. Wir haben Experten, die weltweite Anerkennung geniessen, sei es im Völkerrecht, sei es in Fragen der Militärstrategie, sei es in Fragen der humanitären Hilfe und auch der Katastrophenhilfe. Da haben wir sehr gute Experten und Gruppen, die einbezogen werden sollen, damit die Arbeit auf dem Feld möglichst optimal ausgeführt wird.
Diese Begleitkommission, wie wir sie auch in anderen Bereichen kennen - denken wir an den Bereich der Medien -, ist auch eine kritische Stimme, um sicherzustellen, dass gewisse Ideen, die in der Administration geboren werden, dem Härtetest der Kritik unterzogen werden. Jede Debatte, jede kritische Begleitung finden wir gut, weil diese letztlich zu Kosteneinsparungen führt und ein probates Mittel ist, um vorbeugend das Richtige zu tun und in der Diskussion um die richtigen Lösungen zu ringen.
Noch zum Antrag Grobet: Es ist diesem Antrag zu attestieren, dass er gut gemeint ist und eine gewisse Berechtigung hat. Aber die Mittel sind begrenzt, und - wir werden ja noch darauf zurückkommen - wir müssen die spärlichen Mittel, die zur Verfügung stehen, möglichst an den Brennpunkten des Geschehens einsetzen können; wir müssen möglichst die Feldarbeit unterstützen können, wo Direkthilfe geleistet wird. Da können wir jetzt den Bogen nicht überspannen und Mittel einsetzen für etwas, das auch noch gut wäre, aber nicht die Priorität geniesst, wie sie im Gesetz umrissen wird.
Ich bitte Sie aus diesen Gründen, den Antrag Grobet abzulehnen.