Schmid Samuel, Bundespräsident:
Gestatten Sie mir, dass ich vorweg das Ganze in einen Rahmen stelle, nämlich in den Rahmen, der für den Bundesrat massgebend ist, und auf eine Basis, auf welcher er diese Armee umsetzen muss:
1. Das Volk hat vor kurzer Zeit die "Armee XXI" gutgeheissen. Seitdem heisst es für den Bundesrat und - jetzt sage ich an sich etwas Banales - auch für das Parlament: Verstanden, jetzt wird das vollzogen! Diese Armee richtet sich nach den heute wahrscheinlichen Risiken aus. Wir sprechen in diesem Zusammenhang eben nicht primär von Panzerschlachten, wie dies hier gelegentlich wieder gemacht wurde, sondern wir sprechen von rein militärischen Raumsicherungsaufträgen, präventiv oder dynamisch. Wir sprechen davon, im Bereich des Kampfes der verbundenen Waffen eine Kompetenz zu erhalten, sei es zur Unterstützung der Raumsicherung, sei es aber auch, um nötigenfalls aufwachsen zu können. Denn die Geschichte lehrt uns - das ist tief in unserem Volksbewusstsein verankert -, dass sich sicherheitspolitische Situationen in der Regel schneller ändern, als uns das lieb ist. Vor diesem Hintergrund haben wir die "Armee XXI" jetzt auszubilden, wir haben sie auszurüsten und in Übungen zu testen.
In einzelnen Echteinsätzen hat sich diese Armee in allen an sie gestellten Anforderungen bewährt. Jetzt geht es darum, dieses für unser Volk, für Bundesrat und Parlament massgebliche Sicherheitsinstrument glaubwürdig zu erhalten, unter anderem eben durch eine entsprechende Ausrüstung.
2. Die Hauptrisikoanalysen, wie wir sie machen, werden in allen europäischen Staaten - ich kann sogar sagen: weltweit - gleich gemacht. Ich bin auch aufgefordert, mich links und rechts danach umzusehen, was da passiert. Natürlich ist das, was in anderen Staaten passiert, nicht zwingend das Rezept für die Schweiz, weil wir unser Sicherheitsinstrument auf den Boden der Verfassung eines Staates mit bewaffneter Neutralität zu stellen haben. Aber immerhin: Was weltweit an wahrscheinlichen Risiken herausgefiltert und analysiert wird, entspricht dem, was der Bundesrat und Sie selber mit dem Sicherheitspolitischen Bericht und später mit dem Modell "Armee XXI" dem Volk vorgelegt haben. Das Volk hat das, nachdem das Referendum ergriffen worden war, auch bestätigt.
Selbstverständlich ändert sich die Situation immer wieder, und sie ändert sich heute schneller, als sie sich früher geändert hat. Auch früher haben wir die Armee angepasst, und auch jetzt wird das nötig sein. Das trifft für alle Sicherheitsinstrumentarien zu, auch für den Zivilschutz und vieles anderes mehr. Aber immerhin: Es darf als Nagelprobe doch eine gewisse Sicherheit geben. Das Schweizer Modell wird nicht etwa als exotisch angesehen, wenn wir mit ausländischen Besuchern sprechen, sondern als ein Modell, das die nötige Flexibilität aufweist, um in diesen wechselhaften Lagen auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten reagieren zu können.
Wir haben jetzt auch erste Erfahrungen aus entsprechenden Übungen. Vor einigen Wochen haben wir eine mehrtägige Übung durchgeführt, und zwar mit acht Kantonen von Basel bis in den Raum Zentralschweiz, also Ob- und Nidwalden, was der Territorialregion 2 entspricht. Die Übungsanlage sah ein Szenario vor, das wir ebenfalls extern haben überprüfen lassen, um uns nicht später einmal dem Vorwurf auszusetzen, es sei wieder nur eine Erfindung der Armee, derartige Szenarien zu entwerfen, um sich allenfalls zu legitimieren. Nein, das Gegenteil ist wahr: Dieses Szenario wurde von aussenstehenden Fachleuten als realistisch beurteilt. Wir übten mehrere Tage, und am Schluss gab es zusammen mit den Kantonen eine Übungsbesprechung. Kein Kanton hat auf meine Frage, ob man angesichts der wahrscheinlichen Risiken in der Raumsicherung - Risiken unterhalb einer allfälligen Kriegsschwelle, auf die wir eine Antwort haben müssen - jetzt noch der Auffassung sei, dass die Armee eine Legitimation suche und dass es sie eigentlich nicht brauche, mit Ja geantwortet. Im Gegenteil, alle Teilnehmenden waren von den Konsequenzen beeindruckt, die heutige, moderne Risiken für die Sicherheit unseres Landes haben könnten. Alle waren der Überzeugung, dass diese Übung, und damit auch dieses Training, nur der Anfang sein konnte.
Weshalb sage ich das? Um doch darauf hinzuweisen, dass das, was wir jetzt hier in Realisierung der "Armee XXI" und im Rahmen unserer mehrjährigen Rüstungsprogramme vorschlagen, durch Bedürfnisse und Aufträge abgedeckt ist und dass wir das beschaffen, was eben zur Bewältigung derartiger Krisen nötig ist. Diese Übung gab zum Ersten unter anderem mindestens auch klar zu erkennen, dass die Bestände in der Armee nicht mehr weiter reduziert werden sollten. Zum Zweiten gab diese Übung als Resultat unter anderem preis, dass unsere Mengengerüste alles andere als grosszügig berechnet sind, im Gegenteil: Genau bei einem längeren Einsatz mit der entsprechenden Überlappung von Einsatzelementen ist es notwendig, die neue Truppe einzuüben, während die andere noch im Einsatz steht. Mit derartigen Übungen - sie finden ihren Fortgang - wollen wir die nötige Erfahrung gewinnen, um der Bevölkerung zu zeigen und auch zu belegen, dass diese Armee nach wie vor den Stellenwert verdient, den sie in unserem Volk seit Hunderten von Jahren hat.
3. Zum Finanzrahmen: Was ich hier alles über diese Milliarde gehört habe, verwundert mich schon etwas, in einem Rat, der sich seit Jahren schwergewichtig mit Finanzproblemen beschäftigt. Wir sprechen hier Verpflichtungskredite; diese Verpflichtungskredite fallen in jährlichen Tranchen von 200, 300, vielleicht einmal 400 Millionen Franken an. Jetzt also davon auszugehen, mit diesem Budget werde das Sparziel des Bundes unterlaufen - das ist schlicht nicht wahr. Im Gegenteil, Sie planen die Armeebudgetzahlen mit dem Bundesrat zusammen über die Finanzplanung. Die Finanzkommission selber hat den Kreditbedarf, die finanzielle Grundlage in Bezug auf die Realisierbarkeit, über den Finanzplan geprüft. Und es wurde auch festgestellt, es sei finanziert. Das andere ist die Frage, welche Güter da beschafft werden. Aber zu behaupten, dies stehe im Widerspruch zu den Sparbemühungen des Bundes, ist nicht richtig. Es sei |
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denn, man gehe davon aus, dass das, was heute in den Finanzplanzahlen des VBS vorhanden ist, noch zu viel sei und man da zusätzlich noch sparen müsse. Darüber können Sie politisch streiten. Ich verwahre mich aber dagegen. Ich verweise darauf, dass die Armee in den letzten sechs oder sieben Jahren bis auf das Ende der Legislatur berechnet 38 Prozent des Budgets verloren hat. Hier zusätzliche Sparopfer zu fordern muss dann auch einmal verantwortet werden. Die Verfassung teilt diese Verantwortung zu: Der Bundesrat macht Ihnen Vorschläge, Sie entscheiden zusammen mit der zweiten Kammer. Die Vorlage ist also finanziert.
Schliesslich ein Letztes: Der Entwicklungsschritt, den wir mit dem Parlament in einzelnen Punkten für die Jahre 2008 bis 2011 werden zu besprechen haben, wird durch dieses Programm nicht präjudiziert. Es gibt vor diesem Hintergrund keine entsprechenden Präjudizien, die den Rat später binden würden.
Nun, wo liegen die Schwergewichte dieses Rüstungsprogramms? Entsprechend den Bedürfnissen dieser Armee liegt praktisch die Hälfte der Rüstungsgüter im Bereich Führung und Aufklärung in allen Lagen - in allen Lagen! Der verbleibende Teil deckt die Fähigkeitslücken in den Bereichen Mobilität, Waffenwirkung und Logistik sowie Schutz und Tarnung. Das alles entspricht dem mehrjährigen Rüstungsprogramm, das wir ja laufend mit den Sicherheitspolitischen Kommissionen diskutieren.
Nun zu einzelnen Projekten: Mit dem Integrierten Funkaufklärungs- und Sendesystem (Ifass) wird es möglich, drahtlose Kommunikation aufzuklären, zu lokalisieren und gegebenenfalls zu beeinflussen. Wenn jemand der Auffassung ist, dass diese Fähigkeit sicherheitspolitisch für ein Staatswesen nicht von Relevanz sei, muss er mir das noch genauer erläutern. Die Grenzen des Einsatzes von Ifass sind in der Verordnung für elektronische Kriegführung geregelt, und da wird insbesondere klar gesagt, wie, wo, wann und unter welchen Voraussetzungen dieses System zum Einsatz kommen kann. Irgendwelche heimliche oder illegale Überwachungen wird und kann es also nicht geben, weil der Rahmen bereits heute klar vorgegeben ist.
In Bezug auf die Frage der Opportunität der Beschaffung von Rüstungsgütern aus Israel vertritt der Bundesrat die Meinung, dass Israel heute keinen Hinderungsgrund mehr für die Beschaffung dieses Systems darstellt. Hier verweise ich auf meine Ausführungen anlässlich meiner Befragung in der Aussenpolitischen Kommission. Es geht beim Anteil von Israel an dieser Beschaffung um rund 150 Millionen Franken. Das wird in jährlichen Beschaffungstranchen über drei bis fünf Jahre realisiert. Nehmen wir das Mittel, so geht es um jährliche Beträge von rund 35 Millionen Franken. Hier jetzt davon zu sprechen, dass das für die Stützung der israelischen Rüstungsindustrie der entscheidende Baustein sei, ist etwas weit hergeholt. Wenn man auf der einen Seite sagt, dieses Vorhaben sei nicht vertretbar, und auf der andern Seite gestattet - das kritisiert der Bundesrat nicht etwa, ich übernehme da nur die Logik der Diskussion -, dass mit diesem Land jährlich Handel mit einem Volumen von etwa 2 Milliarden Franken auf beiden Seiten getrieben wird, müsste das allerdings auch noch speziell begründet werden.
Der Bundesrat hat im Übrigen im Zusammenhang mit diesem Geschäft die Frage Israel nicht das erste Mal diskutiert - diesbezüglich widerspreche ich einzelnen Votanten. Der Bundesrat hat diese Frage bereits im Februar dieses Jahres in einer Aussprache geklärt, und meines Wissens wurde das Resultat dieser Aussprache auch veröffentlicht. Es ist also nicht richtig, wenn jetzt über das "Vehikel" dieses Teilsystems Ifass gerade noch die Frage Israel geklärt werden soll; das entspricht nicht den Realitäten. Der Bundesrat hat zuerst die Frage ganz grundsätzlich politisch diskutiert und dann entsprechend entschieden. Es gab auch entsprechende Besuche. In der Folge ergab sich eine Möglichkeit der Realisierung, die im Übrigen, wenn Sie das quantifizieren, nicht von derart kausaler Bedeutung ist.
Das Taktische Kurzwellenfunksystem SE-240 mit seinen mobil einsetzbaren Kurzwellen soll die veralteten Funkgeräte SE-226 und SE-430 ablösen; das sind jene, die wir vor etwa zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren im Militär kennen lernten. Was in diesem Bereich in der Zwischenzeit gegangen ist, wissen Sie.
Nun muss ich aber auf Folgendes hinweisen: Die Armee wurde bereits verkleinert; das hat das Volk zugestanden und genehmigt. Wenn nun gesagt wird, diese Armee müsse noch kleiner werden, dann bleibt eines dennoch gleich: die Grösse der Eidgenossenschaft. Also muss die Mobilität vergrössert werden, und wenn Sie die Mobilität vergrössern, müssen Sie führen können; dann brauchen wir perfekte Übermittlungsmittel. Deshalb ist für mich auch hier die Logik nicht eine vollkommene. Wenn man die Armee schon verkleinern will, dann muss man erst recht in Übermittlungen investieren. Das Taktische Kurzwellenfunksystem ist ein Teil dieses Systems, das im Übrigen nicht flächendeckend angeschafft wird, sondern nur einen Teil des Bedarfs abdeckt, wenn man die Armeebestände berücksichtigt.
Zum Sanitätsfahrzeug Piranha I, 6x6, ist eigentlich das Wichtigste gesagt worden. Ich komme auf die erwähnte Übung zurück, Frau Hollenstein. Es wurde aufgrund der Übungsanlage klar, dass sich sehr schnell Situationen ergeben, in denen eben derartige Fahrzeuge zum Schutz unserer Bevölkerung unabdingbar sind, denn da fährt Ihnen kein ziviles Fahrzeug mehr in ein derartiges Gelände hinein - in eine Stadt, in einen Tunnel oder was weiss ich wohin. Die zu beschaffenden Fahrzeuge sind eigentlich nur ein erster Teil dessen, was wir einmal nötig haben werden.
Zum Verpflegungssortiment wurde nicht mehr viel gesagt. Ich verweise auch hier nur darauf, dass doch einiges an Legenden herumgereicht wurde, dass eine Küche so viel koste wie ein Einfamilienhaus. Auch hier: Das Mengengerüst ist auf ein Minimum ausgelegt. Das eigentliche System kostet etwa die Hälfte dessen, was da öffentlich ausgerechnet wurde; das geht aus der Botschaft hervor. Im Übrigen bestand auch hier, wie andernorts, ein Preiswettbewerb. Letztlich geht es immer darum, Systeme zu beschaffen, die im Durchschnitt länger halten als die Küchen, die wir zu Hause einbauen. Sie werden auch unter anderen Bedingungen genutzt, und sie werden einer ganz anderen Belastung ausgesetzt. Sie müssen rund um die Uhr einsatzbereit sein, und sie müssen Wasserfilter enthalten, um allenfalls kontaminiertes Wasser herauszufiltern, damit die Küche bedient werden kann usw. Wer die Botschaft gelesen hat, konnte das dort entsprechend sehen.
Zur ABC-Dekontamination: Ich verzichte hier im Moment auf Ausführungen. Ich glaube, das ist nur insgesamt bestritten. Auch hier: Als das Attentat in London geschah, war eine der ersten Massnahmen, die die zivilen Behörden verfügt haben, die Bereitstellung derartiger Systeme. Das sind moderne Risiken. Diese Systeme können von der Armee betrieben werden, die Leute werden ausgebildet, und diese Systeme und Instrumentarien werden - ich erinnere an eine kürzliche Zusammenarbeitsübung mit Zivilschutz und Feuerwehren - in solchen Situationen absolut benötigt.
Zum Helikopter: Ich habe den Eindruck, dass da sehr viel Staub aufgewirbelt wird - wie es üblicherweise ein Helikopter tut, bevor er sich dann effektiv am Boden festsetzen kann. Dieses Vorhaben betrifft die Fähigkeitskategorie Mobilität. Auch da spreche ich von der Grösse der Armee respektive vom Bedarf, entsprechende Verschiebungen vornehmen zu können. Bis auf ein, zwei Voten wurde an sich die Notwendigkeit der Beschaffung eines Helikopters nicht bestritten, und das zu Recht. Also geht es eher um die Frage: Was für ein Helikopter?
Einiges, was hier ermittelt wurde, einiges, was an die Öffentlichkeit gelangte, einiges, was behauptet wurde und noch heute im Raum steht, ist so nicht richtig respektive widerspiegelt das Problem, dass es nicht ganz einfach ist, komplexe Systeme miteinander zu vergleichen. An sich wissen wir das aus unserem zivilen Umfeld. Aber hier ist die Versuchung offenbar gross, sich als Experte zu sehen, sodass jede Zahl aus dem Internet sofort zum Grund gemacht wird, um einen entsprechenden Beweis zu führen und um die Folgerung zu ziehen, dass das ganze Geschäft offenbar aufgrund von unlauteren Dingen zustande gekommen sei. |
AB 2005 N 1429 / BO 2005 N 1429
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Ich komme auf einzelne Punkte zu sprechen, vorerst einmal auf die Modellwahl: Es wurde schnell klar, dass nur zwei europäische Modelle in die Endevaluation aufgenommen werden konnten. Diese Evaluation respektive die Analyse, was wir nötig haben, begann nicht im Sommer des letzten Jahres; sie geht auf eine Zeit zurück, die viel früher begonnen hat, nämlich vor einigen Jahren mit der Beschaffung der Super Puma und später der Cougar, der Verbesserung der Lufttransportkapazität der Schweiz. Auf der anderen Seite bestand das Bedürfnis, die Alouette-Flotte, die in nicht seltenen Fällen doppelt so alt ist wie die Piloten, welche sie fliegen, zu ersetzen, weil alles altersbedingt und aus Sicherheitsgründen ersetzt werden muss.
Zur verkürzten Evaluation: Ich habe mehrfach mit den Sicherheitspolitischen Kommissionen über das Problem der Evaluationszeit gesprochen. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass wir uns eine lange Evaluationszeit nicht mehr leisten können.
(Bundespräsident Schmid zeigt ein Dokument)
Sie brauchen nicht lesen zu können, was ich da zeige, aber da sind sämtliche Evaluationsschritte aufgelistet, die eine Periode von acht bis zwölf Jahren umfassen, vom Moment an, in dem etwas analysiert wird, bis zum Moment, in dem es zur Truppe kommt. Es ist heute auch hier drin unbestritten, dass wir nicht mehr helvetisieren, dass es nicht mehr teure helvetische Einzelgänge geben wird, sondern dass man weitgehend kaufen wird, was auf dem Markt vorhanden ist. Es ist heute auch so, dass die Bedürfnisse eine raschere Rotation zwingend machen; wir sprechen immerhin, wie zu Recht gesagt worden ist, nicht von Sonntagsvergnügen, sondern von Interventionen, die notfalls unter Einsatz des Lebens zu leisten sind. Wenn wir dafür unserer Truppe und auch unserer Bevölkerung entsprechend leistungsfähiges Material zur Verfügung stellen wollen, dann müssen wir schneller werden, und das können wir auch. Es gab keinen Befehl des Chef VBS an den Rüstungschef, er müsse jetzt die Abläufe wesentlich kürzen, sondern es gab eine Aussprache, in der man das analysierte und schliesslich zum Schluss kam, es sei möglich, das in kürzerer Zeit zu beschaffen.
Wir werden auch inskünftig in kürzerer Zeit beschaffen müssen; ich muss Sie bereits jetzt darauf aufmerksam machen. Deshalb, Herr Schlüer, sage ich hier nochmals, was ich schon in der Kommission gesagt habe: Ich habe nichts dagegen, wenn sich die Sicherheitspolitischen Kommissionen entsprechend vorsehen und allenfalls ein geeignetes Gremium schaffen, um Beschaffungen vorgängig begleiten zu können, denn die jetzigen Abläufe werden in Zukunft nicht mehr möglich sein. Sie müssen kürzer werden, und da ist das von mir in die Diskussion gebrachte Verfahren durchaus eine Möglichkeit.
Es wurden auch Erfahrungen anderer Streitkräfte miteinbezogen. Es kam zu einer Gegenüberstellung von Eurocopter und Agusta. Es wurden auch die konkreten Bedürfnisse der Luftwaffe bezüglich der militärischen Kooperation formuliert. Irgendein Zusammenhang mit anderen Geschäften besteht da nicht: Weder besteht ein Zusammenhang mit Casa, wie behauptet wurde, noch gibt es irgendwelche persönlichen Verflechtungen. Ich weise derartige Vermutungen und Unterstellungen zurück.
Es ist in einzelnen Voten ausgeführt worden, weshalb diese Beschaffung unseriös gewesen sein soll. Nun, Frau Kiener Nellen, wir müssen in der Armee keine WTO-Beschaffungen machen. Die Armeebeschaffungen stützen sich auf das entsprechende Bundesgesetz oder die Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen. Die Beschaffungen laufen innerhalb dieser Rahmen ab. Es wurde gesagt, man gewähre hier auch eine zivile Lizenz, und der Simulator würde praktisch auch zur Hobbyausbildung verwendet. Die Pilotenausbildung gliedert sich in vier Phasen. Die Piloten beginnen mit dem PC-7, in den Phasen 2 und 3 geht es mit dem F-5 und eventuell mit dem PC-21 weiter, und schliesslich gibt es in Phase 4 für einen Teil dieser Piloten den Einsatz mit dem F/A-18. Die zivile Lizenz ist beispielsweise nötig, um zum Absolvieren von Trainingsflügen mit dem F/A-18 ins Ausland fliegen zu können. Dazu brauchen die Piloten auch eine zivile Lizenz, sonst bewegen sie die rein militärischen Maschinen für Nachtflugübungen beispielsweise nicht in den Norden oder was weiss ich wohin.
Der Luftraum Schweiz ist gemischt, und deshalb brauchen wir beide Fähigkeiten. Also ist auch das ein ungerechtfertigter Vorwurf, der da gemacht wurde. Insgesamt, in der Summe, haben diese Zweifel teilweise sogar zu Unterstellungen geführt, die falsch sind. Herr Loepfe hat bereits darauf hingewiesen, was es mit der Leistungsfähigkeit der beiden Helikopter respektive auch mit dem Vergleich mit der Alouette auf sich hat. Auch hier hat der EC 635 eine bessere Leistungsfähigkeit als die Alouette.
Es wird in Zweifel gezogen, ob die Anzahl Piloten stimme. Zurzeit fliegen auf der Alouette III 50 Miliz- und 84 Berufspiloten. Geplant ist, etwa 70 bis 80 Berufspiloten auf den Eurocopter umzuschulen. Das heisst, es werden keine Milizpiloten, welche jetzt Alouette III fliegen, auf den Eurocopter umgeschult. Ich erinnere Sie daran, dass wir nicht gleich viele Helikopter anschaffen, wie wir zu ersetzen haben. Es geht hier aber darum, über die entsprechende Nutzung und Auslastung diese Systeme entsprechend in Betrieb zu behalten. Das können wir besser tun, weil wir weniger Übungsflugstunden auf diesen Helikoptern "verbraten" - weil wir den Simulator haben - und die Helikopter eben im Einsatz geflogen werden können, während heute häufig Leerflüge stattfinden. Das führt zu einer optimalen Auslastung des Systems. Wenn Sie die notwendigen Flugstunden der 70 bis 80 Piloten berechnen, die auf dem Simulator geflogen werden können, dann kommen Sie insgesamt auf eine Belegung von etwa 40 Wochen pro Jahr. Dieses System muss absolut kongruent sein mit dem System, das die Piloten dann auch im Ernstfall fliegen. Die Feststellung ist an sich auch für mich als Nichtpilot lapidar, dass die Piloten, wenn sie schon etwas bis zum Automatismus üben müssen, nicht noch folgenden Gedanken sollten einarbeiten müssen: Wenn ich dann in der richtigen Maschine bin, läuft es anders. Wenn wir diese Piloten in einem - wenn auch simulierten - Schweizer Gelände ausbilden sollen, mit den entsprechenden Rahmenbedingungen, dann brauchen wir auch ein entsprechendes System.
Es wurde gesagt, dass dieser Helikopter "nirgends" fliege. Wir haben darauf hingewiesen, dass die Botschaft hier missverständlich ist. Dafür haben wir uns entschuldigt, und das mache ich gerne wieder. Aber daraus zu schliessen, da sei irgendetwas schief gelaufen und nicht korrekt gewesen, ist jetzt etwas übertrieben. Ich kann Ihnen sagen, dass insgesamt über 400 Eurocopter im Einsatz sind. Das sind zugegebenermassen nur zu einem kleinen Teil Helikopter, die genau die Hülle aufweisen, mit der wir fliegen; die Frage zielte darauf ab. Aber das sind Helikopter, die dem Typ unseres Helikopters entsprechen.
Total sind etwa 450 Maschinen bestellt, von denen rund 400 soeben ausgeliefert wurden. Wir hatten nicht mit Schweden Kontakt - wie gesagt wurde -, aber mit der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg, mit den entsprechenden deutschen Behörden, dann mit verschiedenen Polizeikorps, und dann fliegen ebenfalls 51 dieser Helikopter in Spanien.
Für die Schweiz ist speziell, dass wir das schwerere Gehäuse haben, weil es die militärische Version sein wird. In der Flugevaluation wurde das aber ausgeglichen und führte dann auch zu entsprechenden Resultaten.
Herr Günter, Sie haben hier aus der Verkaufsliste der Agusta-Helikopter zitiert. Sie haben zwei Länder genannt, in die Agusta-Helikopter geliefert wurden. Mir selber ist das aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses untersagt. Aber immerhin kann ich noch sagen, dass die Stückzahlen wesentlich kleiner sind, dass die Zahl der schon im Einsatz befindlichen Helikopter ein Bruchteil dessen ausmacht und dass - mindestens nach meiner Liste - zu den zwei Ländern, die Sie genannt haben, nur noch ein weiteres Land dazukommt. Mit anderen Worten: Sie könnten vielleicht, wenn anders ausgewählt worden wäre, auch die Frage stellen, weshalb wir mit einem System fliegen wollten, das nicht die entsprechende Flugerfahrung habe. Nun, das ist nicht meine Argumentation. Bitte verstehen Sie mich richtig. Aber ich |
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zeige mit diesem Beispiel, dass da einzelne Bruchstücke herausgenommen werden, um dann gleich eine "logische" Schlussfolgerung zu ziehen, die so nicht gezogen werden kann.
Es wurden mir auch in der Kommission reihenweise Fragen unterbreitet. Wenn man effektiv die Flugbedingungen, die Wetterbedingungen und die entsprechende Konfiguration richtig verglich, führte das zu dem, was auch in der Botschaft steht: Das sind zwei mögliche Typen für unsere Luftwaffe; das ist so. Es trifft ebenfalls zu, dass sie preislich kaum so stark differieren, dass da ein Fehlentscheid vorliegen würde. Zum Dritten kann aber ebenfalls gesagt werden, dass das vom Bundesrat vorgeschlagene System in die Familie der Super Puma und Cougar gehört und dass uns damit die künftige Ausbildung der Piloten - ihre Karriereschritte - wesentlich günstiger zu stehen kommen wird, als wenn wir verschiedene Systeme hätten. Ich möchte den Verwaltungsrat sehen, der feststellt, dass der CEO aufgrund seiner Flottenpolitik in seinen Garagen die verschiedensten Fahrzeugtypen zu unterhalten hat. Hier gab es am Schluss also absolut rationale Überlegungen - und nicht irgendwelche Vorzüge oder künstliche Nachteile -, die dazu führten, dass mir der entsprechende Antrag gestellt wurde. Mit der entsprechenden Begründung habe ich ihn zuhanden des Bundesrates auch übernehmen können.
Jetzt kann ich fortfahren, ich habe hier die Liste der Unterlagen. Es wird gesagt, es habe kein Pflichtenheft vorgelegen. Ich habe hier eine Liste mit etwa 15 Punkten, die der Evaluation zugrunde lagen und Bestandteile des Pflichtenheftes waren. Sie hat den Fachleuten erlaubt, entsprechende vergleichbare Offerten zu provozieren, um sie dann auch entsprechend vergleichen zu können.
Die Kommission hat auch Unterlagen zum Mengengerüst erhalten. Dazu habe ich mich vorhin schon kurz geäussert. Das Mengengerüst wird objektbezogen auf die entsprechenden Bedürfnisse gerechnet und dann zur Genehmigung vorgeschlagen.
Noch etwas zum Stückpreis: Ich glaube, die Geschichte ist nicht mehr zu diskutieren. Es wurde einmal behauptet, der Helikopter sei doppelt so teuer wie eine zivile Version. Das ist, glaube ich, abgehandelt. Inzwischen konnte mit der Aufrechnung und den effektiven Systemvergleichen dargestellt werden, dass der Preis doch auch mit dem Preis ziviler Versionen vergleichbar ist.
Zum Simulator habe ich bereits gesprochen. Ich schliesse mit einigen Bemerkungen zum Helikopter. Die Armasuisse ist eine zertifizierte Gruppe. Ich habe gerade vor wenigen Tagen das neue Zertifikat respektive die Zusicherung der Erneuerung des Zertifikats erhalten. Ich konnte - bei aller Distanz, die auch ich zu pflegen habe - im Rahmen dieser Auseinandersetzung keine Unregelmässigkeiten feststellen, die es rechtfertigen würden, den mehr oder weniger offenen Vermutungen, die publik wurden, in irgendeiner Weise eine Spur Wahrheit abzugewinnen. Ich weise diese Unterstellungen für meine Leute zurück.
Von der Zweckmässigkeit dieses Helikoptersystems bin ich überzeugt. Dieses System ist ein Standardprodukt, das mit wenigen benutzerspezifischen Anpassungen ergänzt und softwaremässig dem Cougar angepasst wird.
Der Preis ist mit den unter den gesetzlichen Rahmenbedingungen vorhandenen Offertmöglichkeiten auch im Wettbewerb ermittelt worden. Der Simulator selber wird - das stellt auch Ihre Kommission fest - als absolut nötig erachtet.
Nur kurz zum Laserschuss-Simulator: Ich sagte einleitend, wir hätten das Know-how des Kampfs der verbundenen Waffen zu pflegen. Vor diesem Hintergrund haben wir nach wie vor Simulationen durchzuführen. Was weiter die Simulation für die Infanteristen anbelangt: Für diese Sicherungssoldaten, für die Frauen und Männer, die sich in diesen Einsätzen perfidesten Situationen gegenüberzustellen haben oder gegenübergestellt sehen könnten, sind im Rahmen ihrer Schutzfunktion entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen.
Ähnliches gilt für den PC-7. Wir haben heute publiziert, dass wir die Belastung der Umgebung der Militärflughäfen der Schweiz in den nächsten Jahren reduzieren werden. Wir können das tun, wenn wir entsprechende Alternativen haben. Aber dann müssen Sie uns wenigstens die Möglichkeit geben, Alternativen zu beschaffen. Diese Cockpitbeschaffung ist eine derartige Alternative.
Abschliessend beantrage ich Ihnen, auf dieses Geschäft einzutreten und die Minderheitsanträge abzulehnen. Ich vertrete den Antrag des Bundesrates und halte nach wie vor dafür, dass dieser Antrag akzeptiert und gutgeheissen werden kann.
Wenn es sich das Parlament, gestützt auf den Antrag der SVP-Fraktion, vorbehalten will, nach der vertieften Prüfung, die nach dieser Diskussion vom Zweitrat ohnehin vorgenommen wird, das Geschäft zumindest formell nochmals von der Kommission behandeln zu lassen, weil es dann ja eine Differenz gäbe, überlasse ich es dem Parlament, das zu beschliessen. Alle anderen Anträge aber gehen an die Substanz des Ganzen. Sie zielen nicht nur auf eine vertiefte Prüfung ab, sondern gehen an die Substanz. Ich muss sie deshalb mit Entschiedenheit ablehnen.
Noch etwas, Herr Günter, zu den "hard points", zum "Goldpreis": Es wäre mir noch nie in den Sinn gekommen, den Materialpreis eines Skalpells in Gold umzurechnen. Derart unsinnige Vergleiche können Sie mit allem machen, was eine gewisse Qualität haben muss. Sie wissen es, es steht auch in der Botschaft: Es geht nicht nur um diese Metallstücke der "hard points", sondern es geht um automatisch verschliessbare Tanks; es geht auch darum, dass das System notfalls auch den Rückstoss der leichten Bewaffnung aushält usw. Es ist also auch technisch eine nicht ganz so anspruchslose Sache, denn das Parlament soll nötigenfalls die Möglichkeit zur Nachrüstung haben.
Ich danke auch für das Vertrauen, das von verschiedenen Votanten gegenüber dem Bundesrat, dem Parlament und den Beschaffungsfachleuten ausgedrückt worden ist. Wie gesagt: Ich halte deren Anträge nach wie vor für begründet. Das Parlament muss entscheiden, ob es die Variante der SVP-Fraktion wählen will. Wenn Sie es im Resultat ansehen, dann führt es nicht zu einer Verzögerung des Geschäftes, weil damit keine Neuevaluation verlangt wird. Wenn der Ständerat das ganze Geschäft anders überprüfen will, dann ist er auch ohne Ihren Beschluss frei, das zu tun. Selbst wenn der Antrag der SVP-Fraktion nicht durchgeht, ist es absolut möglich, dass der Ständerat frei entscheidet.
Ein Letztes betrifft die Kommunikation: Wir wurden in der letzten Zeit hüben und drüben gerügt, weil man das Geschäft in kommunikativer Hinsicht nicht im Griff gehabt habe. Ich weiss, dass die Kritik nicht primär aus dem Parlament kommt. Aber Sie müssen sich schon entscheiden, welche Prozesswege der Bundesrat beschreiten soll. Ich gehe konsequent davon aus, dass wir eine Botschaft zu erarbeiten haben; diese beschliesst der Bundesrat. Anschliessend wird sie der Öffentlichkeit vorgestellt, und das Geschäft geht an das Parlament. Rüstungsgeschäfte werden konkret vorgestellt, und die Kommissionen haben die Möglichkeit, diese Orientierung zu besuchen und auch entsprechende Fragen zu stellen. Am Tag vor- oder nachher ist im Übrigen auch die Presse eingeladen. Nicht alle, die sich in letzter Zeit geäussert haben, waren damals in Thun. Aber das ist ihr gutes Recht; das habe ich nicht zu kritisieren. Ich stelle es höchstens fest.
Dann geht das Geschäft in die Kommission. Vom Moment an, in dem es in der Kommission ist, ist das Geschäft auch nicht mehr ein unmittelbares Bundesratsgeschäft. Im vorliegenden Fall gab es nachher sogar noch eine zweite Möglichkeit für eine Kommissionssitzung. Jetzt stellen Sie sich vor, wie der eigentliche Meinungsaustausch mit dem Parlament noch funktioniert hätte, wenn wir wöchentlich auf irgendwelche Schlagzeilen reagiert und wöchentlich entsprechend etwas publiziert hätten. Vor diesem Hintergrund bin ich nach wie vor der Auffassung, dass der Weg der parlamentarische Weg ist und dass ich den auch zu beschreiten habe. Ich danke für das Verständnis, das die Kommissionen diesem Vorgehen bisher entgegengebracht haben. |
AB 2005 N 1431 / BO 2005 N 1431
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Ich bitte Sie also, den Antrag des Bundesrates gutzuheissen, auf das Geschäft einzutreten und im Übrigen im Parlament zu entscheiden, ob die Variante der SVP-Fraktion zum Zuge kommen soll.