Banga Boris (S, SO):
Dieses Ding kostet den Bund jährlich mehr als 3 Millionen Franken. Für die Armeekosten haben wir bis heute noch nie einen Vollkostenansatz bekommen.
Die SP-Delegation in der SiK inklusive der Delegation der Grünen beantragt Ihnen aus folgenden fünf Gründen Nichteintreten:
1. Das WEF ist immer noch ein privater Anlass, dessen Bedeutung nicht so herausragend ist, dass es dazu noch der Bundeshilfe bedürfte. Nur vielleicht eine kurze Chronologie: Im Jahr 2001 wurden 1300 Angehörige der Armee gebraucht, im Jahr 2003 waren es 1800, im Jahr 2005 dann 6500 und im Jahr 2006 schliesslich 5000. Es ist auch für mich klar, dass die Luftraumüberwachung, dass gewisse Transportkapazitäten und die sicheren Übermittlungen nur durch die Armee erbracht werden können. Aber - um Himmels willen! - das braucht doch nicht 5000 Angehörige der Armee!
2. Wir bestreiten überdies, dass das WEF, wie der Bundesrat das am 28. Juni 2000 so qualifiziert hat, ein ausserordentliches Ereignis im Sinne der Rechtsgrundlagen ist. Um Himmels willen! Nach acht Jahren und nach sechs Wiederholungen sollte doch das WEF endlich vom ausserordentlichen zum ordentlichen Ereignis mutieren, welches - mit Ausnahme der Luftraumüberwachung, Lufttransport und -verbindungen - mit zivilen Mitteln bewältigt werden muss und auch kann.
3. Es ist erschreckend - und das deutet auf den Missbrauch unserer Milizarmee hin -, dass in den Jahren 2007, 2008 und 2009 viele Polizeibeamtinnen und -beamte aus den anderen Kantonen gar nicht zum Einsatz kommen. Diese Beamtinnen und Beamten sind bloss auf Pikett, auf Reserve, gestellt; ich verweise auf Ziffer 4 auf Seite 5628 der Botschaft.
4. Es muss hier jetzt endlich ein Zeichen gesetzt werden. Es ist Sache der Organisatoren, der Standortgemeinde und des Kantons, die Sicherheitsfragen zu lösen. Sicher ist es nicht Sache der Milizarmee, hier in die Bresche zu springen. Auf eine Frage von Michel Béguelin in Flims antwortete Bundesrat Schmid: "Ich beschränke mich auf die Argumentation von Herrn Béguelin, der glaubt, dass wir einen Auftrag perpetuieren, der eigentlich nicht nötig wäre. Im Grundsatz bin ich insoweit gar nicht anderer Meinung, als ich sage, es müsse immer subsidiär sein. Der Hinweis ist hier eigentlich beim falschen Forum gemacht; Sie müssen einmal ein paar Kilometer weiter westlich bei der Bündner Regierung interpellieren und sie ersuchen, kein Gesuch mehr zu stellen." Es wäre gut zu wissen, ob Herr Bundesrat Schmid jetzt zuhört oder nicht, aber es interessiert ihn sehr wahrscheinlich nicht. Ich würde mit der Bündner Regierung mal Klartext reden, Herr Bundesrat Schmid, aber sehr wahrscheinlich geht das nicht, weil einige ihrer Mitglieder der gleichen Partei angehören.
5. Am 21. Februar 2006 wurde bei uns in der Kommission zum letzten Mal Bericht erstattet über das WEF. Herr Bundesrat Schmid sagte dort: "Diese WK-Verbände erledigten Aufgaben, die noch vor drei Jahren Sache der Berufsmilitärs gewesen wären. Heute ist die Miliz wieder in der Lage, beispielsweise F/A-18 mit scharfen Raketen zu bestücken. Dasselbe gilt für die Truppe, die in Davos und Umgebung im Einsatz war." Ich glaube, deutlicher kann nicht gesagt werden, dass hier die Milizarmee aus reinen Kostengründen missbraucht wird. Deshalb sollte eigentlich auch die SVP-Fraktion nicht zustimmen. Aber ich begreife es: Man missbraucht die Milizarmee, man missbraucht öffentliche Gelder, damit einem in Davos oben von den Schönen und Reichen auf die Schulter geklopft wird. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen dabei.
Falls doch auf die Vorlage eingetreten wird, so bitte ich Sie, dem Antrag der Minderheit Günter zuzustimmen, der bloss den Einsatz der Armee für das WEF 2007 bewilligen will.