Nationalrat - Sommersession 2007 - Vierzehnte Sitzung - 21.06.07-08h00
Conseil national - Session d'été 2007 - Quatorzième séance - 21.06.07-08h00

04.429
Parlamentarische Initiative
Levrat Christian.
Bundesgesetz
über die Landessprachen
Initiative parlementaire
Levrat Christian.
Loi fédérale
sur les langues nationales
Erstrat - Premier Conseil
Einreichungsdatum 07.05.04
Date de dépôt 07.05.04
Bericht WBK-NR 15.09.06 (BBl 2006 8977)
Rapport CSEC-CN 15.09.06 (FF 2006 8505)
Stellungnahme des Bundesrates 18.10.06 (BBl 2006 9047)
Avis du Conseil fédéral 18.10.06 (FF 2006 8575)
Nationalrat/Conseil national 21.06.07 (Erstrat - Premier Conseil)
Nationalrat/Conseil national 21.06.07 (Fortsetzung - Suite)
Nationalrat/Conseil national 21.06.07 (Fortsetzung - Suite)
Ständerat/Conseil des Etats 25.09.07 (Zweitrat - Deuxième Conseil)
Nationalrat/Conseil national 26.09.07 (Differenzen - Divergences)
Ständerat/Conseil des Etats 02.10.07 (Differenzen - Divergences)
Nationalrat/Conseil national 03.10.07 (Differenzen - Divergences)
Nationalrat/Conseil national 05.10.07 (Schlussabstimmung - Vote final)
Ständerat/Conseil des Etats 05.10.07 (Schlussabstimmung - Vote final)
Text des Erlasses (AS 2009 6605)
Texte de l'acte législatif (RO 2009 6605)

Antrag der Mehrheit
Eintreten

Antrag der Minderheit
(Füglistaller, Pfister Theophil)
Nichteintreten

Antrag des Bundesrates
Nichteintreten

Proposition de la majorité
Entrer en matière

Proposition de la minorité
(Füglistaller, Pfister Theophil)
Ne pas entrer en matière

Proposition du Conseil fédéral
Ne pas entrer en matière

Gadient Brigitta M. (V, GR), für die Kommission: Dapi ils 10 da mars 1996 havein nus in artechel da lungatg en nossa Constituziun federala, gia dapi igl onn 1995 ei la preparaziun d'ina lescha da lungatgs menziunada ella planisaziun dalla legislatura dil Cussegl federal. Nus havein stuiu spitgar ditg sin quella lescha ed il Parlament ha la finala schizun stuiu elavurar e presentar sez ina tala. Suenter l'elavuraziun d'in project da lescha, suenter la consultaziun e suenter la repassada da quel, ha il Cussegl federal decidiu igl onn 2004 ch'ei drovi atgnamein gnanc ina nova lescha. Sin quei han las combras federalas priu sezzas enta maun la caussa. Suenter diversas manifestaziuns, denter auter caschun dallas finamiras dalla legislaziun, ha Christian Levrat inoltrau ils 7 da matg 2004 l'iniziativa parlamentara "Lescha federala davart ils lungats naziunals". Quella ha vossa cumissiun per scienza, educaziun e cultura acceptau unanimamein gia il november dil medem onn. La cumissiun per scienza, educaziun e cultura dil Cussegl dils stans ha confirmau quella decisiun. Jeu vuless denton render attent che vossa cumissiun ei per sia lavur buca sebasada sco pretendin dall'iniziativa sil project da lescha digl onn 2001, mobein sin la versiun digl onn 2004, repassada dall'administraziun. Aschia ha la cumissiun saviu profitar dalla gronda lavur preliminara gia prestada dall'administraziun. Ella ha oravontut gia saviu integrar ils resultats dalla consultaziun.
Jeu vuless cun quella caschun engraziar all'administraziun sco era a nies secretariat per il sustegn e la gronda lavur. Vus saveis sezs fetg bein tgei che quei munta sch'ins di che la cumissiun hagi elavurau sezza la missiva. Per motivs da temps eis ei deplorablamein buca stau pusseivel da finir quella per nossa sessiun speziala a Flem e da far las deliberaziuns ella quarta Svizra, mo jeu sun segira ch'il spert da Flem vegn era a far siu effect cheu a Berna.
Obwohl also eine Vorlage vorhanden war, hat die Kommission diese nicht einfach übernommen, und sie hat sich die Arbeit nicht einfach gemacht. Sie hat vielmehr die einzelnen Bestimmungen sehr eingehend diskutiert und während mehr als einem Jahr im Detail geprüft. Zu Beginn ihrer Arbeiten hat die Kommission verschiedene Anhörungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Kantone und mit Expertinnen und Experten durchgeführt. Die Kantone richteten dabei einen Appell an das Parlament, diesem Gesetz endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Dies erwähne ich insbesondere auch deshalb, weil der Bundesrat wie auch die Vertreter der Kommissionsminderheit nicht müde werden zu betonen, die Vorlage bedeute einen Eingriff in die Kompetenzen der Kantone. Aufgrund der Stellungnahmen und des Austauschs, der mit den Kantonen dazu stattgefunden hat, stellt sich diese Frage aber allerhöchstens bei Artikel 15.
Die grosse Bedeutung der Vorlage wurde sodann auch durch die Experten unterstrichen, welche betonten, dass es hier um weit mehr gehe als um ein Subventionsgesetz. Es gehe vielmehr darum, das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Landessprachen und für die Mehrsprachigkeit wachzuhalten und zu stärken, was in der Aussage gipfelte: Ohne Mehrsprachigkeit keine Schweiz.
Nach der Abstimmung über die Bildungsverfassung hat Ihre Kommission dann auch noch ein Rechtsgutachten zur Beurteilung des Gesetzentwurfes unter Berücksichtigung der neuen Bestimmungen eingeholt. Der Gutachter, Professor Borghi, kommt zum Schluss, dass die eidgenössischen Räte die Kompetenz haben, auf Bundesebene in diesem ganzen Bereich Gesetzgebung zu machen. Ja, er betont, dass der Bund verpflichtet ist, im Bereich Sprachenförderung tätig zu werden.
Hier noch eine Klammerbemerkung: Der Bundesrat lehnt das Gesetz ja immer noch ausdrücklich ab, deklariert aber interessanterweise im dritten Bericht der Schweiz über die Umsetzung der Sprachencharta an den Europarat, dass man diesbezüglich aktiv werde. Er verweist dabei darauf - man höre und staune -, dass das Sprachengesetz in Beratung sei.
Zum Inhalt des neuen Gesetzes: Das neue Gesetz ist, kurz gesagt, die nötige Umsetzung des klaren Verfassungsauftrages, wie wir ihn in Artikel 70 unserer Bundesverfassung haben. Das Gesetz soll den Gebrauch der Amtssprachen regeln, Verständigung und Austausch fördern und mehrsprachige Kantone in ihren besonderen Aufgaben unterstützen. Die Viersprachigkeit als Schweizer Wesensmerkmal soll gestärkt, der innere Zusammenhalt gefestigt, die individuelle und die institutionelle Mehrsprachigkeit in den Landessprachen sollen gefördert sowie das Italienische und das Rätoromanische als Landessprachen erhalten werden.
Wenn der Bundesrat nun sagt, der Bund sei bereits heute aktiv genug, dann widerspricht das einerseits seinen eigenen Aussagen im Europaratsbericht, andererseits muss - und das hat die Kommission eben letztlich dazu geführt, dieses Gesetz mit sehr grosser Mehrheit zu verabschieden - die gesamte Sprachenpolitik eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen sein. Es geht ganz einfach darum, dass der Bund dieser ganz wichtigen staatspolitischen Verantwortung nachkommt und seine Pflicht wahrnimmt.
AB 2007 N 1069 / BO 2007 N 1069
Die Mehrsprachigkeit der Schweiz ist eine Besonderheit, und sie ist ein Wesensmerkmal unseres Staates. Der Entwurf konkretisiert deshalb insbesondere den verständigungspolitischen Kontext mit einer Reihe von konkreten Massnahmen zur Förderung der individuellen und gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit. Sodann wird aber mit dem vorliegenden Erlass dem gesamten sprachpolitischen Auftrag in angemessener Weise Rechung getragen, denn unsere Sprachen haben auch eine eminente wirtschaftliche Bedeutung. Die individuelle Mehrsprachigkeit ist dabei als Schlüssel für den beruflichen Erfolg, aber auch als Potenzial für den Wirtschaftsstandort Schweiz zu sehen. Herzstück des Gesetzes ist der praktische Austausch, weil dadurch die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften unseres Landes intensiviert, das Verständnis für andere Sprachen und Kulturen vertieft und ein Beitrag zur nationalen Kohäsion geleistet wird.
Im Zentrum der Diskussion steht, obwohl die anderen Bestimmungen ebenso wichtig sind, sicher die Frage der Einstiegsfremdsprache in der Schule, denn mit dem Sprachenlernen beginnt es schliesslich. Die Mehrheit der Kommission ist der Überzeugung, dass staats- und verständigungspolitische Gründe hier vom Bund klare Vorgaben zugunsten der Landessprachen erfordern; wir werden die eingehenden Ausführungen dazu bei Artikel 15 machen. Daneben sind die wissenschaftliche Institution zur Förderung der Mehrsprachigkeit, aber auch der schulische Austausch, die Unterstützung von Organisationen oder die Mehrsprachigkeit im öffentlichen Dienst zu erwähnen.
Noch ein Wort zu den Finanzen: Man rechnet für all diese Massnahmen mit Kosten in der Höhe von knapp 15 Millionen Franken, dies neben der bereits heute erfolgenden Unterstützung der mehrsprachigen Kantone, insbesondere der Finanzhilfe für die Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und der italienischen Sprache und Kultur, welche ebenfalls ins Sprachengesetz integriert werden soll.
Angesichts der staatspolitischen Dimension, die dieser Bereich für unser Land hat, ist dies ein wirklich mehr als bescheidener Beitrag. Wir werden in der Detailberatung noch näher auf all diese Punkte eingehen können. Die WBK hat der Vorlage in der Gesamtabstimmung mit 15 zu 6 Stimmen zugestimmt.
Ich beantrage Ihnen namens der WBK, auf die Vorlage einzutreten und den Anträgen der Mehrheit zu folgen.
La Cumissiun per scienza, educaziun e cultura ha approbau il project cun 15 a 6 vuschs ella votaziun generala. En num dalla cumissiun proponel jeu d'entrar sin il project e da suandar las propostas dalla maioritad. Grazia fitg.

Simoneschi-Cortesi Chiara (C, TI), pour la commission: La loi fédérale sur les langues nationales et la compréhension entre les communautés linguistiques que nous avons le plaisir finalement de discuter aujourd'hui a une longue histoire. En effet, au fil des années il y a eu beaucoup de décisions et de propositions qui nous mènent au texte que vous avez sous les yeux aujourd'hui. J'en cite quelques-unes:
1. Le 10 mars 1996, le peuple et les cantons ont inscrit dans la Constitution fédérale l'article 70 qui définit les tâches de la Confédération, des cantons et des deux institutions ensemble dans la promotion et le soutien des langues nationales, du plurilinguisme, des langues minoritaires et des échanges entre les communautés linguistiques et culturelles.
2. La proposition de rédiger une loi d'application à l'article 70 était présente dans presque tous les programmes de législature à partir de 1995, malheureusement sans aucune concrétisation.
3. Lors de la session de Lugano en mars 2001, le Parlement a donné suite à l'initiative parlementaire Berberat 00.425, "Enseignement officiel des langues de la Confédération", qui demande que les cantons veillent à ce que la deuxième langue enseignée, après la langue officielle des cantons ou de la région concernée, soit une des langues officielles de la Confédération.
4. Au mois d'avril 2004, le Conseil fédéral a décidé, à la surprise générale, de renoncer à proposer au Parlement le projet de loi sur les langues qui avait été remanié après la consultation.
5. Le 28 avril 2004, le Grand Conseil tessinois a déposé une initiative cantonale 05.305, "Sauvegarder le plurilinguisme pour soutenir la cohésion nationale. Un véritable devoir", qui demande à notre Parlement l'approbation, dans les plus brefs délais, de la loi fédérale sur les langues nationales et la compréhension entre les communautés linguistiques afin que la Suisse dispose d'un instrument législatif qui concrétise l'article 70 de la Constitution.
6. Le 7 mai 2004, Monsieur Levrat a déposé l'initiative parlementaire qui proposait de reprendre le projet du Conseil fédéral envoyé en consultation. Ces deux dernières initiatives, celle du canton du Tessin et celle de Monsieur Levrat, ont eu le mérite d'imposer au Parlement de devenir actif et de présenter un projet de loi. C'est ce qu'a fait votre commission en commençant ses travaux en novembre 2004.
A sa séance du 12 novembre 2004, elle a décidé, à l'unanimité, de donner suite à l'initiative parlementaire Levrat. La commission du Conseil des Etats en a fait de même en février 2005. Les travaux ont commencé en mars 2005. On a vraiment travaillé en se sentant investis d'une grande responsabilité. Consciente de cette responsabilité, notre commission a travaillé sérieusement et le plus rapidement possible, tout en approfondissant les thèmes les plus délicats.
Tout d'abord, malgré la décision de donner suite prise à l'unanimité, la commission a été confrontée à une proposition de non-entrée en matière et à beaucoup de propositions de biffer d'importants chapitres et articles. Vous trouvez toutes ces propositions de minorité dans le dépliant.
La grande maggioranza della commissione vi chiede di votare sì all'entrata in materia. Qui di seguito vi elenco alcuni motivi, privilegiando quelli di tipo istituzionale: se fino a qualche decennio fa una legge sulle lingue poteva anche non essere strettamente e assolutamente necessaria, oggi invece questa legge diventa, a nostro modo di vedere, addirittura un obbligo. Questo non solo e tanto per il fatto che c'è un articolo costituzionale che ci impone di legiferare, bensí perché mai come oggi, in tempi di globalizzazione imperante, che tende a uniformare ogni cosa, la cura, la difesa e la promozione del plurilinguismo, specchio della nostra molteplicità culturale, sono diventate assolutamente necessarie, se davvero vogliamo preservare l'identità stessa della Svizzera.
In questo periodo di grandi cambiamenti, già da qualche tempo si constata con preoccupazione la progressiva scemante consapevolezza di che cosa significhi oggi essere svizzeri. Si sta dimenticando che la Svizzera non è una nazione qualsiasi. Essa non ha un'unità di lingua, cultura e religione, bensí è il frutto di una volontà di stare insieme, è - per dirla con un termine tedesco, che definisce così bene l'essenza - una "Willensnation". Si tratta della volontà di quattro comunità molto diverse di stare assieme, di una volontà che va vissuta e costruita giorno dopo giorno. Il plurilinguismo o meglio il quadrilinguismo svizzero non è dunque un retaggio del passato, di cui ci si possa disfare a piacimento. Esso è piuttosto un'importante realtà e una necessità per la coesione nazionale oltreché una ricchezza individuale e collettiva, economica e sociale che va salvaguardata e promossa.
Di questi tempi purtroppo si sta facendo il contrario. Mentre mia nonna, anno di nascita 1900, nata in una famiglia contadina del Seeland, si esprimeva correttamente in tedesco, francese e sapeva addirittura anche un po' di italiano - perché fece uno stage in Ticino -, mentre mia madre, anno di nascita 1920, oltre al tedesco e al francese, obbligatori, ebbe la possibilità di scegliere l'italiano, quando frequentava la scuola media di Berna, mentre, fino a pochi anni fa, noi eravamo fieri di dire, a chi ci chiedeva, che noi eravamo svizzeri e che sapevamo parlare come minimo due lingue - i ticinesi sempre almeno tre -, oggi che cosa si fa? In tre cantoni della Svizzera orientale e centrale si fa la gara a dichiarare che i nostri bambini, accanto alla lingua madre, non sono in grado - poverini! -, di imparare una seconda lingua. Se poi caso mai davvero si dovessero imparare due lingue seconde - non straniere, perché si chiamano lingue seconde -,
AB 2007 N 1070 / BO 2007 N 1070
allora bisogna assolutamente imparare l'inglese e non invece il francese per gli svizzeri tedeschi o il tedesco per i romandi.
Questo fenomeno sta dilagando, questa realtà si sta instaurando molto velocemente, perché è diventata una moda. Ci si è innamorati dell'inglese e se non si fa l'inglese non si è alla moda. Questo purtroppo avrà delle conseguenze, alle quali non si pensa mai, quando si fanno certe scelte dettate dalle mode. Non ci si preoccupa di guardare un po' in là e di analizzare le possibili conseguenze. Nessuno si dà la pena di calcolare i danni che si producono. I primi perdenti sono i bambini e i giovani, che alla loro età hanno una grande potenzialità. Non esercitando la capacità di apprendere già durante l'infanzia e la giovinezza due o tre lingue perdono delle capacità, che poi non potranno recuperare.
La conoscenza delle lingue, inoltre, è considerata molto importante, perché fa parte delle famose "Schlüsselqualifikationen", le competenze chiave, che oggi vengono richieste nella nostra società avanzata. Ci perde dunque anche l'economia, che per essere competitiva deve poter impiegare persone che si sappiano esprimere in più lingue. Inoltre, ci perdono gli svizzeri, perdono un vantaggio competitivo anche come persone. Infine, ci perde il nostro Paese, la cui coesione ha bisogno di questo strumento, ossia del plurilinguismo.
Grazie alla conoscenza delle lingue nazionali possiamo conoscere e apprezzare la cultura, i valori e le aspirazioni dell'altro. Possiamo dialogare con l'altro, apprezzare e migliorare la nostra comprensione reciproca. Possiamo vivere e costruire insieme una convivenza pacifica e contribuire alla crescita del nostro Paese. Se noi non conosciamo più la lingua del nostro confederato, del nostro "vicinissimo", non saremo più in grado di dialogare, di comprenderci, di volerci bene e di costruire questo Paese.
Per tutti questi motivi vi chiedo di entrare in materia e di votare con la maggioranza della commissione.

Riklin Kathy (C, ZH): Was lange währt, wird endlich gut. Die CVP ist froh, dass das Sprachengesetz endlich im Parlament zur Debatte kommt. Für uns ist dieses Gesetz ein wichtiges Signal, ein Bekenntnis zur Mehrsprachigkeit der Schweiz, zur Pflege der Tradition und des Austausches zwischen den Sprachregionen. Wir sind enttäuscht, dass die Mehrheit des Bundesrates es nicht für nötig befunden hat, ein Sprachengesetz vorzulegen. Anscheinend hat sich auch unser Kulturminister nicht für das Sprachengesetz eingesetzt. Er wertet die finanziellen Auswirkungen höher als den zugegebenermassen immateriellen Wert eines Gesetzes zu den Landessprachen. Der Bildungs- und Kulturminister hat hier die Erfüllung einer Aufgabe verweigert, die vom Souverän in der Bundesverfassung klar gefordert wurde.
Sicher steht ein Bundesgesetz über die Landessprachen nicht zuoberst auf der Wunschliste der Schweizerinnen und Schweizer. Das zeigt sich auch darin, dass der Nationalrat seit neun Monaten keine Zeit gefunden hat, das Gesetz zu behandeln. Wir hatten langwierige Kommissionsdebatten, die noch unter meinem Vorgänger und ehemaligem WBK-Kommissionspräsidenten, Theophil Pfister, begonnen haben. Nun finden wir endlich Zeit zur Behandlung.
Das vorliegende Gesetz bildet eine gute Basis für eine aktive Sprachenpolitik in unserem Lande. Für die Minderheiten, die Rätoromanen, die Italienischsprechenden und die Welschen, ist es von grosser Bedeutung. Wichtig ist es auch für die mehrsprachigen Kantone. Das Gesetz regelt die Aufgaben und Pflichten in Zusammenhang mit der Mehrsprachigkeit.
Die Schweiz wurde immer und immer wieder als Willensnation dargestellt. Eine Willensnation baut auf den Kenntnissen und der Wertschätzung der anderen Landessprachen auf. Für die Verständigung und den gegenseitigen Umgang unter den Sprachgemeinschaften ist daher eine gesetzliche Regelung zentral. Für die CVP-Fraktion ist deswegen das Sprachengesetz eine Notwendigkeit und entspricht auch einem klaren Verfassungsauftrag. Gemäss Artikel 70 der Bundesverfassung sollen die Viersprachigkeit des Landes erhalten sowie die Verständigung und der Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften gefördert werden. Dies ist für unser Land von grösster Bedeutung. Daher steht die CVP-Fraktion bei den einzelnen Artikeln immer hinter den Anträgen der Mehrheit.
Eine Ausnahme ist Artikel 15 zum Unterricht in den Landessprachen in der Schule. Dieser Artikel ist für den erfolgreichen Abschluss der Gesetzesarbeit entscheidend. Deutschschweizer Kantone und die EDK stehen schon zur Opposition bereit, falls die Mehrheit gewinnen sollte. Es ist nicht wegzureden, dass bei den Jungen die Kenntnisse der anderen Landessprachen abgenommen haben - hören Sie unseren Lehrlingen und Maturanden zu. Mit der Abnahme der Sprachkenntnisse nehmen auch die Kenntnisse über die anderen Landesregionen und das Wissen über die Situation der Minderheiten und der Randregionen mehr und mehr ab. Denn Sprachenlernen ist mehr als Wörter und Grammatik büffeln. Fremdsprachenunterricht dient auch als Grundlage für das Verständnis der anderen Kulturen und Traditionen. Daher ist eine aktive Sprachenpolitik von entscheidender Bedeutung für den Zusammenhalt unseres Landes. Dazu gehören Programme für den Austausch mit anderen Landesteilen, mehrsprachige Publikationen, eine Bundesverwaltung, die die Mehrsprachigkeit lebt, Übersetzung in die anderen Landessprachen und andere Massnahmen. All dies wird im vorliegenden Gesetz geregelt. Der Sprachunterricht in der Volksschule ist aber klar Aufgabe der Kantone.
Die CVP-Fraktion steht voll und ganz zum Bundesgesetz über die Landessprachen und zur Förderung der Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften, und um dies zu beweisen, gebe ich gerne an Sep Cathomas und die Rätoromanen weiter.

Cathomas Sep (C, GR): (discuora sursilvan) L'extraordinariadad da la Svizra sco pajais Pluriling è il fatg che pliras linguas èn renconuschidas uffizialmain en la Constituziun federala. Questa situaziun fa da la plurilinguitad ina part da nossa identitad e da la qualitad da noss stadi. La Constituziun federala regla quai cun ina incarica extendida a la Confederaziun, dentant era als chantuns.
Entras l'incumbensa constitutiva da l'artitgel 70 da la Constituziun federala duai la quadrilinguitad da noss pajais vegnir mantegnida e la chapientscha ed il barat tranter las cuminanzas linguisticas vegnir promovids. La nova lescha da linguas prenda resguard da questa sfida e vul sustegnair cun persvasiun l'incarica ch'è ina incumbensa communabla da la Confederaziun e dals chantuns. Ella vul qua tras segirar il mantegniment e la promoziun, dentant era il diever optimal da la ritgezza da la plurilinguitad da noss pajais.
La dumengia vargada ha il pievel grischun ditg gea ad ina lescha da linguas chantunala. Jau supplitgesch Vus, charas e chars collegas, da far il medem.
La fracziun da la PCD sustegna l'entrada e supplitgescha Vus da sustegnair adina las opiniuns da las propostas da la maioritad.

Robbiani Meinrado (C, TI): Dobbiamo esserne convinti: la diversità è ricchezza. È ricchezza però solo a una condizione: che non venga vissuta come qualcosa di relativo, come un condizionamento, ma piuttosto come una autentica leva per una maggiore coesione, una leva anche di sviluppo in tutte le sue declinazioni - sociali, culturali ed economiche. Oggi purtroppo assistiamo ad una perdita di consapevolezza, della consapevolezza che la Svizzera è un laboratorio impareggiabile, preziosissimo, dove sperimentare, all'interno del nostro stesso Paese, quella multiculturalità, che oggi è un tratto distintivo che è parte integrante dell'odierna realtà mondializzata e globalizzata.
Promuovere da questo profilo il plurilinguismo, la comprensione e la collaborazione tra tutte le comunità linguistiche, diventa perciò un requisito decisivo per un "sistema Paese" capace di affrontare il mondo esterno e le sfide odierne.
Non sembri sentimentalismo eccessivo, ma nella bandiera svizzera svetta al centro una croce, che simboleggia evidentemente i valori fondanti del nostro Paese, ma che può
AB 2007 N 1071 / BO 2007 N 1071
anche richiamarci, con le sue quattro braccia, le quattro comunità linguistiche che compongono questo Paese. Evitiamo perciò di trasformare questo simbolo e questa croce in una macchia informe, dove non si vedono più i contorni delle sue quattro componenti. Da qui quindi il sostegno deciso, convinto a questa legge sulle lingue che deve puntare ad una comprensione maggiore, ad una coesione ancora più netta tra tutte le componenti del Paese.

Barthassat Luc (C, GE): Après tant d'années de discussions, la loi sur les langues, si elle aboutit, renforcera et consolidera la cohésion et la compréhension nationale entre les différentes communautés linguistiques qui font en grande partie l'identité de notre pays.
A l'heure où certains cantons préconisent l'anglais comme première langue étrangère, il est important pour l'avenir de notre pays de se doter enfin d'une telle loi. Si nous voulons sauvegarder l'importance du plurilinguisme, l'établissement d'une telle loi est incontournable. Le plurilinguisme est l'un des fondements de ce qu'est notre pays aujourd'hui. Nous devons donc veiller à ce que le monolinguisme n'envahisse pas nos écoles, nos universités ou nos administrations, qu'elles soient cantonales ou fédérales. Nous devons préserver ces fondements à tout prix.
Nous avons aujourd'hui l'occasion de réaffirmer les valeurs du fédéralisme plurilingue tout en favorisant aussi les échanges entre communautés, pour continuer à promouvoir cette conscience nationale et le respect de la coexistence des minorités linguistiques en Suisse. Apprendre une langue nationale aide à se familiariser avec une autre culture, une autre façon de penser, car c'est bien d'avoir des contacts directs qui nous font vivre les choses d'une manière plus profonde. Nous devons donc promouvoir ces échanges au niveau scolaire, mais aussi dans le domaine de la formation professionnelle, que ce soit dans notre pays, bien sûr, mais aussi dans l'Union européenne.
La Confédération a une responsabilité culturelle à l'égard de cette loi, car elle défend le principe de l'égalité des quatre langues nationales. C'est pour cette raison que cette loi est une nécessité pour notre pays.

Füglistaller Lieni (V, AG): Namens der Kommissionsminderheit, unterstützt von einer deutlichen Mehrheit der SVP-Fraktion, beantrage ich Ihnen Nichteintreten auf dieses Gesetz.
Dazu eine Vorbemerkung: Wenn es nicht nötig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es nötig, kein Gesetz zu machen. Als liberal denkender Mensch möchte ich Ihnen diese These von Montesquieu als Grundsatz ebenfalls beliebt machen. Den Nichteintretensantrag will ich Ihnen in drei Punkten begründen:
1. Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme treffend ausführt, verfügt der Bund über alle notwendigen Instrumente, um die im Sprachengesetz festgelegten sprach- und verständigungspolitischen Ziele zu erreichen und den sprachpolitischen Auftrag angemessen zu erfüllen. Die Artikel 4 und 70 der Bundesverfassung bilden dazu den eigentlichen Rahmen. In über einem Dutzend Gesetzen, Verordnungen und Weisungen sind die entsprechenden Rechtsgrundlagen vorhanden. Diese reichen von der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen über das Filmgesetz, das Radio- und Fernsehgesetz, das Publikationsgesetz, die Verordnung über das Übersetzungswesen in der allgemeinen Bundesverwaltung, die Signalisationsverordnung, die Verordnung über Massnahmen zur Förderung der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen und der Mobilität in der Schweiz bis zum Bundesgesetz über Finanzhilfen für die Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und der italienischen Sprache und Kultur. Dazu kommen die Umsetzungsaufgaben der Stiftung Pro Helvetia, der Stiftung Pro Patria, der CH Stiftung, der Forschung über den Nationalfonds und über weitere Finanzhilfen an Organisationen, die zur Verständigung beitragen. Insofern kommt der Bund diesen Aufgaben heute bereits nach und erfüllt den entsprechenden Auftrag bereits in hohem Mass.
2. Kaum haben wir den Bildungsrahmenartikel in der Verfassung festgeschrieben - der diesbezügliche Volksentscheid war deutlich - und damit eine klare Kompetenzregelung zwischen Bund und Kantonen geschaffen, will man nun mit diesem Gesetz in den schulischen Bereich, ja in die eigentliche Stundentafel der Volksschule eingreifen. Offenbar sind sich Befürworterinnen und Befürworter nicht bewusst, dass damit ohne Not der Sprachfrieden in der Schweiz gefährdet werden kann. Das geht aus der Stellungnahme der EDK sehr deutlich hervor. Die EDK bringt klar zum Ausdruck, dass auf die Massnahmen im dritten Abschnitt des Gesetzentwurfes mehrheitlich verzichtet werden könnte. Da es sich in diesem Bereich zudem fast ausschliesslich um eigentliche Bagatellsubventionen handle, welche zudem einen erheblichen administrativen Aufwand auslösen würden, solle sich der Bund doch auf seinen Zuständigkeitsbereich, nämlich die Berufsbildung, konzentrieren und die verfügbaren Mittel dafür einsetzen. Das sage nicht ich, das ist die Meinung der Erziehungsdirektorenkonferenz. Deutlicher könnte die - übrigens mehrfach wiederholte - Meinung der Mitglieder der EDK wohl nicht zum Ausdruck gebracht werden. Auch gemäss Bundesrat macht es wirklich keinen Sinn, die soeben neu geschaffenen Regeln bezüglich der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen durch dieses Gesetz infrage zu stellen.
Bereits in der Vernehmlassung zum Entwurf eines Sprachengesetzes Anfang 2002 machten nicht weniger als elf Kantone auf diesen nichtakzeptablen Eingriff des Bundes in die Bildungshoheit der Kantone aufmerksam. Schon damals also, ohne die heutigen Verfassungsgrundlagen des NFA und des Bildungsrahmenartikels, wurde diese Problematik erkannt. Ich bitte Sie deshalb, sich in dieser Frage an die Verfassung zu halten und nicht unnötig in die Bildungskompetenzen der Kantone einzugreifen.
Die Viersprachigkeit der Schweiz ist ein Standortvorteil, der nur ein solcher bleibt, wenn sie willentlich gelebt wird. Zu viele gesetzliche Zwänge und Subventionen wirken diesem Willen entgegen, erwecken sie doch den Anschein, etwas Sterbendes am Leben erhalten zu müssen. Ich habe diese Schweiz gern, und ich respektiere auch alle Minderheiten in diesem Land. Allerdings habe ich das Gefühl, dass diese Minderheiten in ihren Ansprüchen manchmal etwas das Mass verlieren, wenn es darum geht, finanzielle Vorteile herauszuschinden.
3. Allein 11 der 28 Artikel dieses Entwurfes regeln Finanzierung, Finanzhilfen und Förderungskredite. Das ganze Gesetz ist deshalb ein neues Subventionsgefäss. Die von beiden Räten mit deutlichen Mehrheiten angenommene Motion Schweiger 04.3518 verlangt vom Bund eine rigorose Aufgabenverzichtplanung und die Beschränkung der Mehrausgaben auf wachstumsrelevante Bereiche. Die Förderung einzelner Landessprachen ist kaum als wachstumsrelevant zu verstehen. Der Bundesrat ist nach wie vor mit extrem schwierigen Problemen der Haushaltkonsolidierung beschäftigt. Er nimmt diese Aufgabe ernst und lehnt auch deshalb diesen Gesetzentwurf ab. Dabei sollten wir ihn unterstützen. Mindestens die 93 Nationalrätinnen und Nationalräte, welche die Motion Schweiger unterstützt haben, sollten nun auch konsequent sein. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, ein Gesetz zu beschliessen, wenn nachher das Geld für die Umsetzung nicht vorhanden ist. Einerseits fehlt dann die Planungssicherheit für die eigentlichen Nutzniesser - und solche gäbe es bei Annahme dieses Gesetzes -, andererseits leidet die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit massiv.
Nicht wenige von Ihnen beklagen in der Öffentlichkeit gerne die Gesetzgebungs- und Regulierungswut der staatlichen Institutionen. Sie haben nun eine gute Gelegenheit, auch diesbezüglich glaubwürdig zu handeln und dieses Gesetz nicht weiterzuverfolgen. Das Parlament hat bekanntlich die Motion Stähelin 05.3815 angenommen, welche eine Entrümpelung des Bundesrechtes verlangt. Die Umsetzung des Vorstosses hat laut Bundesrat auch mit einer materiellen Deregulierung zu tun, welche einige Bundesaufgaben entsprechend verändern soll. Auch diesem Aspekt ist gebührend Rechnung zu
AB 2007 N 1072 / BO 2007 N 1072
tragen. Letztlich werden wir alle an den Taten und nicht an den Worten gemessen.
Namens der SVP-Fraktion bitte ich Sie, nicht auf diese Vorlage einzutreten. Die drei Gründe habe ich Ihnen genannt:
1. Der Bund verfügt bereits über alle nötigen Instrumente - sie finden in den verschiedensten Gesetzen und Verordnungen Anwendung -, um den sprachpolitischen Auftrag zu erfüllen. Er tut dies also bereits in hohem Mass.
2. Mit dem Bildungsrahmenartikel haben wir eine gute Verfassungsgrundlage geschaffen, welche die Kompetenz der Kantone im schulischen Bereich bekräftigt. Der vorliegende Gesetzentwurf widerspricht diesem Grundsatz.
3. Dieses Sprachengesetz würde zusätzliche Subventionen an einzelne Kantone und Organisationen auslösen. Das ist nicht im Sinne des NFA.
Ich bitte Sie aus diesen Gründen, der Minderheit zuzustimmen und auch im Sinne der Stellungnahme des Bundesrates Nichteintreten zu beschliessen.

Noser Ruedi (RL, ZH): Ich glaube, die bisher gehaltenen Voten zeigen, dass wir hier ein sehr emotionales Thema behandeln. Allerdings handelt es sich um begreifliche Emotionen, die ich auch zulassen möchte. So habe ich vorhin auch mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass 700 Jahre Schweizer Geschichte im Satz zusammengefasst wurden, die Schweiz sei eine Willensnation von Sprachregionen.
Wenn Sie das Gesetz genau anschauen, stellen Sie fest, dass es ein eher emotionsloses Gesetz ist, das für weite Teile der Bürger dieses Landes nur eine äusserst bescheidene praktische Wirkung haben wird. Der Zweck des Gesetzes ist es nämlich nicht, die Mehrsprachigkeit der Einwohner dieses Landes zu fördern, wie das den Voten zum Teil hätte entnommen werden können. Vielmehr ist der Zweck gemäss Artikel 2a in erster Linie, die Vielsprachigkeit der Schweiz zu stärken; vielleicht merken Sie den feinen Unterschied.
Die Artikel behandeln in der überwiegenden Mehrheit Dinge, die der Bund heute schon tut, und das Gesetz bringt zum überwiegenden Teil nichts Neues. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb der Bundesrat gegen dieses Gesetz ist. So hat man denn im Sprachengesetz auch nicht einen Hauch jener Diskussionen aufgenommen, die momentan in anderen Ländern geführt werden. Sie haben vielleicht der Zeitung entnehmen können, dass Dänemark ein zweisprachiges Land werden will, wo jeder Bürger nebst dem Dänischen künftig auch Englisch sprechen kann. Vielleicht haben Sie auch gehört, dass in Ontario, dem Nachbarstaat von Quebec, beschlossen wurde, dass die Eltern von jetzt an die Wahl haben, ihre Kinder in eine französische oder in eine englische Schule zu schicken. Vielleicht haben Sie auch davon Kenntnis genommen, dass die Deutschen das Ziel haben, dass man künftig ein Jahr lang im Ausland studieren muss, wenn man ein Masterdiplom erwerben will. All diese Diskussionen haben wir nicht geführt. Es ist also weiterhin möglich, in der Stadt, wo man den Kindergarten besucht hat, auch das Hochschuldiplom zu bekommen, ohne diese Stadt je verlassen zu müssen. Es wird auch weiterhin möglich sein, dass Fremdsprachenunterricht von Lehrern erteilt wird, die eventuell diese Fremdsprache selbst nur ungenügend beherrschen. Denn wir wissen ja alle: Eigentlich geht es ja nicht nur darum, Verben zu lernen, sondern etwas vom "savoir vivre" und der Kultur mitzubekommen.
Das Gesetz ist eigentlich eine Ansammlung von Artikeln, die Dinge zusammenfassen, die heute schon geregelt sind. Aber - das muss man auch klar sagen - damit ist es auch kein Problem, darauf einzutreten. Es ist nämlich nicht so, dass wir damit viel Neues regeln. Dass man die Bestimmungen über die Sprachen in einem Sprachengesetz zusammenfasst, dafür gibt es Argumente.
Ich habe eingangs gesagt - ich gebe auch zu, dass meine Analyse etwas kalt und kritisch ist -, dass es ein emotionsloses Gesetz ist. Meiner Ansicht nach ist es aber auch Aufgabe der Politik, Emotionen aufzunehmen und Emotionen in die richtige Richtung zu leiten. Die Schweiz ist eine Schweiz von Minderheiten, auch die Zürcher, die Basler, die Genfer sind in unserem Land eine Minderheit und wollen, dass ihre Sprache und ihre Kultur geachtet werden und dass ihr Dialekt geachtet wird. Minderheiten haben Achtung und Respekt verdient. Wenn das Deutschschweizer Fernsehen nur noch Sendungen auf Hochdeutsch produzieren darf - um auf ein Beispiel hinzuweisen, das von diesem Gesetz zwar nicht betroffen ist, das aber in der Diskussion aber immer wieder genannt wird -, dann ist dieses Fernsehen eben ein hochdeutsches und nicht mehr ein Deutschweizer Fernsehen. Wenn Sie Radio hören und RSR 1 und DRS 1 hören, werden Sie unweigerlich sehr schnell feststellen, dass Sie auf zwei ganz unterschiedliche Sender gestossen sind, die zwei ganz unterschiedliche Kulturen verkörpern. Ich höre beide Sender sehr gerne. Ich begreife, dass die Romands und die Tessiner Mühe haben, wenn in Radio DRS z. B. nur noch "Walliserdütsch" gesprochen wird.
Bei diesen emotionalen Themen sind wir darauf angewiesen, dass wir einen Kompromiss erreichen, der alle Minderheiten respektiert. Die EDK hat es vorgemacht: Die Ostschweiz, die Zentralschweiz, die Nordwestschweiz, Espace Mittelland, die Romandie und das Tessin haben sich auf einen Sprachenkompromiss geeinigt. Ich denke, dass dieser Rat diesen Sprachenkompromiss nicht ohne Not gefährden will.
Damit erwartet die FDP, dass in Artikel 15 der "Harmos"-Kompromiss verankert wird. Das verlangt der Anstand gegenüber den Minderheiten, und das verlangt die politische Kultur in diesem Land. Weiter macht die FDP-Fraktion ihre Zustimmung zum Gesetz davon abhängig, dass der Antrag der Minderheit I bei Artikel 16 abgelehnt wird und dass der Antrag der Minderheit bei Artikel 18 angenommen wird. Dann haben wir ein Sprachengesetz, das die Emotionen in gute Bahnen leitet. Den Rest kann man dann als Garantiearbeit dem Ständerat überlassen.

Brunschwig Graf Martine (RL, GE): Il est peut-être bon de le rappeler aujourd'hui: il y a onze ans, le 10 mars 1996, plus de 70 pour cent des votants ont accepté l'article constitutionnel qui est devenu depuis l'article 70 de notre Constitution fédérale. Cela n'a pas été sans difficultés, malgré le résultat net sorti des urnes. D'un côté, on trouvait les partisans d'une politique plus déterminée à l'égard de la sauvegarde des langues, particulièrement de l'italien et du romanche, et, de l'autre, s'exprimaient les opposants inquiets déjà des conséquences financières qu'entraînerait un tel article. On peut dire qu'aujourd'hui les fronts n'ont pas nécessairement changé et le discours entendu tout à l'heure nous en a convaincus.
La loi sur les langues qui doit naturellement découler de la base constitutionnelle aura suivi un parcours bien étrange avant d'arriver devant ce Parlement, et le Conseil fédéral lui-même y aura finalement renoncé, emboîtant le pas aux opposants à l'article constitutionnel d'alors. Aussi, la question qui se pose aujourd'hui est: "Faut-il une loi sur les langues?" A cette question, le groupe radical-libéral répond oui, tout en soulignant que son appui final dépendra de certaines décisions qui seront prises par le Parlement au cours de ses débats.
Si je devais résumer la position de notre groupe, je dirais qu'elle s'inspire très largement de celle exprimée par les cantons à diverses reprises, tant pour ce qui touche à l'article 15 concernant l'enseignement des langues que pour ce qui concerne la nécessité d'encourager les échanges scolaires et la mise en place d'une institution scientifique pour l'enseignement bilingue. Par contre, nous refusons, comme l'avaient exprimé nombre de cantons, une politique de subventionnement basée sur l'arrosage tous azimuts telle que le propose l'article 18 concernant la publication de travaux scientifiques. Notre refus s'exprimera aussi à l'égard de l'article 19 lettre c, ainsi que de l'article 21 alinéa 3, car tous deux prévoient le subventionnement des cantons et des communes dans des tâches qui sont clairement de leur ressort.
En revanche, nous estimons primordial que la Confédération veille à ce que son administration soit le reflet de la pluralité linguistique dont nous nous déclarons si fiers. Il est
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inadmissible que des fonctionnaires en contact avec les citoyens et les collectivités publiques de l'ensemble du pays ne soient pas en mesure de comprendre au moins l'une des langues nationales autre que la leur. Il est inacceptable d'ignorer l'aspect linguistique dans la politique d'engagement du personnel fédéral, à compétences équivalentes bien entendu.
Bien des pays nous envient le fait que la Suisse est officiellement quadrilingue. Beaucoup croient à l'étranger que nous maîtrisons tout au moins deux langues nationales, sans compter ceux qui s'imaginent que l'immersion dans notre beau pays suffit à nous rendre capables de comprendre et de parler la langue de l'autre. Nous qui sommes réunis dans cette salle savons bien qu'il n'en est rien! Dans la réalité, nous pratiquons trop souvent l'indifférence linguistique plutôt que l'intérêt pour la différence.
Une loi sur les langues ne changera pas le monde et ne nous rendra pas polyglottes. Mais le groupe radical-libéral est convaincu de la nécessité d'exprimer dans ce domaine une volonté politique claire, sans effets de manches, sans arrosage financier inutile, mais accompagnée d'une conviction forte, celle que nous possédons avec le plurilinguisme un trésor à préserver.
C'est pourquoi nous vous invitons à entrer en matière sur la loi sur les langues.

Pfister Theophil (V, SG): Dieses Sprachengesetz wird vom Bundesrat und von der SVP-Fraktion abgelehnt. Es ist nicht mehr zeitgemäss und wohl auch wirkungslos, wie Kollege Noser soeben bestätigt hat. Die Kommissionsmehrheit will dieses Gesetz gegen den Willen des Bundesrates beraten und einführen.
Warum lehnen wir das Gesetz ab? Das Gesetz ist schlicht unnötig, ja sogar gefährlich für den Sprachenfrieden in unserem Land. In der gleichen Zeit, in der der Bund vom Parlament den Auftrag erhalten hat, eine Aufgabenverzichtplanung zu machen, in der gleichen Zeit, in der alle bürgerlichen Kräfte davor warnen, den wieder ins Lot gebrachten Bundeshaushalt mit neuen Aufgaben zu belasten, in der gleichen Zeit, in der mit dem NFA eine Aufgabenentflechtung zwischen Bund und Kantonen zustande gebracht wurde, in der gleichen Zeit, in der sich die Kantone in der Sprachenfrage in Bezug auf die Schulen weitgehend festgelegt haben, kommen nun von der Linken bis hin zur bürgerlichen Mitte solche Begehren für neue Bundesaufgaben und für neue Verflechtungen. Das ist unlogisch und jeglicher Ordnungspolitik und Ausgabendisziplin abträglich.
Das Sprachengesetz, das hier zur Debatte steht, kostet den Bund jährlich zusätzlich 17 Millionen Franken, hinzu kommt die laufende Teuerung. Erinnern wir uns noch an die Debatte vom letzten Donnerstag und von vorgestern zur Staatsrechnung, oder ist alles schon wieder Schall und Rauch? Da wurde von freisinniger Seite deutlich gesagt, dass wir - das Parlament - mit gutem Beispiel vorangehen sollten, Ausgabendisziplin wahren und weniger Begehrlichkeiten zeigen sollten. Die Vertreter der CVP sagten, der Patient, unser Finanzhaushalt, sei noch nicht gesund und es brauche noch grosse Anstrengungen. Das stimmt doch alles; aber gilt das für sie heute noch, oder ist alles schon mit dem Rauch verflogen? Gilt es heute wieder, möglichst viel aus der Bundesschatulle herauszuholen und neue, zweifelhafte Etatstellen zu schaffen? Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass jetzt vor den Wahlen manche nicht mehr Nein sagen wollen oder können. Gilt jetzt wieder die Devise "Gibst du mir die Wurst, so lösch' ich dir den Durst"? Nein, ich will das nicht glauben; ich vertraue noch auf die Vernunft des Parlamentes.
Das Sprachengesetz ist unnötig, ja, es ist sogar gefährlich; gefährlich, weil es Elemente enthält, die den Sprachenkrieg anfachen können - ich denke hier an die Frage der zweiten zu lernenden Landessprache. Das Sprachengesetz ist auch unnötig, weil hier die Frage nach der Schaffung eines neuen Hochschulinstitutes im Zentrum steht. Es ist unnötig, wie dies auch aus den einzelnen Artikeln leicht zu erkennen ist. Was wir hier im Sprachengesetz an guten Elementen vorfinden, ist heute bereits realisiert. Wir haben seit den Siebzigerjahren den Jugendaustausch zwischen den Kantonen, 600 bis 700 Schülerinnen und Schüler nehmen jährlich daran teil. Die generelle Förderung der Sprachenvielfalt in unserem Land wird durch die Realität ad absurdum geführt. Das Rätoromanische ist eine gut geschützte Sprache - soweit das geht -, aber von der Quantität her bei Weitem nicht mehr die vierte Sprache hierzulande. Auch in der Bundesverwaltung ist eine umfassende Regelung bezüglich dieser Minderheitensprachen realisiert. Diese positiven Massnahmen aufseiten des Bundes wurden in der Kommission von allen Seiten anerkannt.
Ich kann hier zusammenfassen und ergänzen: Das Sprachengesetz, wie es heute vorliegt, schiesst weit über das Ziel hinaus und untergräbt die kantonale Bildungshoheit. Die Umsetzung ist mit unverhältnismässigen Kosten verbunden, und Erfolge sind mehr als zweifelhaft. Die wesentlichen Elemente der Sprachforschung und der Sprachenpflege sind in unserem Land heute realisiert, und die heutigen Gegebenheiten mit den vielen neuen Sprachen der Einwanderer führen zu neuen Aufgaben, die zu den Zielen dieses Gesetzes teilweise im Widerspruch stehen. Das Sprachengesetz wird dadurch zu einem unnötigen Subventionsgesetz, das nur noch Stellen, aber keinen echten Nutzen mehr schafft. Die Mehrsprachigkeit der Schweiz ist ein Standortvorteil, der jedoch nicht zu einem neuen Streitpunkt über die Rangfolgen, kantonalen Hoheiten und unterschiedlich hohen Fördermittel ausarten soll. Auch sind sich die Kantone sehr uneins, wenn es um den Standort der neuen Institution und um die Verteilung der Mittel geht.
Die SVP-Fraktion ist darum zusammen mit dem Bundesrat klar der Meinung, dass auf diese Vorlage nicht eingetreten werden soll. Die Schweiz hat heute die Aufgaben von Bund und Kantonen entflochten. Dies betrifft auch die Sprachenfrage.
Ich bitte Sie namens der Mehrheit der SVP-Fraktion, den Nichteintretensantrag der Minderheit Füglistaller und des Bundesrates zu unterstützen.
Und zuletzt, meine lieben Lateiner: Die Ablehnung des Sprachengesetzes ist kein Angriff auf die lateinischen Sprachen, im Gegenteil.

Bruderer Pascale (S, AG): Ganz anders als mein Vorredner bitte ich Sie im Namen der einstimmigen SP-Fraktion um Eintreten auf das Sprachengesetz.
Wir halten dieses Gesetz in Übereinstimmung mit der WBK und fast allen Parteien ganz klar für einen Verfassungsauftrag. Die Erfüllung und die gesetzliche Umsetzung dieses Verfassungsauftrages sind notwendig und richtig, damit eben die Mehrsprachigkeit unseres Landes erhalten bleibt, damit die Verständigung, der Austausch und auch der Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften und den Sprachregionen gefördert werden.
Als der Bundesrat 2004 die Botschaft und den Entwurf zu einem Sprachengesetz ablehnte, war das für die SP-Fraktion höchst unverständlich. Christian Levrat aus unseren Reihen hat reagiert und mit seiner parlamentarischen Initiative das Thema wieder auf die Traktandenliste gebracht. Es liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Bund und Kantonen, nicht nur für die Erhaltung und die Förderung, sondern auch für eine optimale Nutzung des sprachlichen Reichtums in unserem Land zu sorgen. Das entspricht einem übergeordneten Auftrag: einem sprachpolitischen, staatspolitischen, ja auch einem kulturellen Auftrag. Und es ist selbstverständlich unsere Aufgabe, uns auch in diesem Sprachengesetz mit aktuellen sprachpolitischen Herausforderungen auseinanderzusetzen.
Es gibt auf der Welt sehr viele mehrsprachige Länder. Die Besonderheit der Schweiz beruht aber darauf, dass mehrere Sprachen offiziell anerkannt sind. Das zeichnet die Schweiz aus, und das führt eben gerade dazu, dass die Mehrsprachigkeit zu einem Teil unserer Identität gehört - zu einer Identität, die in der Schweiz tagtäglich gelebt wird. Zur Unterstützung und auch zur Würdigung dieses Alltages bestimmen wir in diesem Gesetz nun ganz konkrete Massnahmen - Massnahmen zur Förderung der individuellen und
AB 2007 N 1074 / BO 2007 N 1074
gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit und zur Unterstützung der mehrsprachigen Kantone bei der Erfüllung ihrer ganz speziellen Aufgaben.
Ein Aspekt des Gesetzentwurfes betrifft auch die Frage der Einstiegsfremdsprache im obligatorischen Schulunterricht. Die klare Mehrheit der SP-Fraktion will der Mehrheit der Kommission folgen und diese Frage zugunsten der Landessprachen beantworten, und zwar nicht nur, aber auch und in allererster Linie aus staatspolitischen Gründen. Diese Haltung stimmt denn auch mit der Stossrichtung der parlamentarischen Initiative Berberat überein, deren Frist verlängert wurde - eben bis zum Abschluss der Beratungen dieses Gesetzes hier. Die Debatte rund um die Einstiegsfremdsprache ist ein ganz heisses Eisen. Es wird sehr kontrovers diskutiert und hat denn auch die mediale Berichterstattung rund um das Sprachengesetz dominiert - ein Sprachengesetz, welches aber eine viel weiter gehende Bedeutung hat, einen weitaus grösseren Auftrag zu erfüllen hat als die Regelung dieser einen Frage.
Darum möchte ich Sie namens der SP-Fraktion bitten, nicht nur auf einen Punkt zu fokussieren, sondern dieses Gesetz als Ganzes zu würdigen, als einen wichtigen Schritt zugunsten der gegenseitigen Verständigung in diesem Land und als Zeichen der Wertschätzung des sprachlichen und des kulturellen Reichtums in der Schweiz.
Ich hoffe auf Ihr Eintreten, und ich danke Ihnen dafür.

Levrat Christian (S, FR): La loi dont nous débattons connaît une naissance douloureuse. Ses parents légitimes, l'exécutif fédéral, l'ont rejetée sitôt après sa conception et elle vogue depuis quelques années dans les limbes parlementaires. Espérons que nous parvenions aujourd'hui enfin à passer le stade de l'accouchement.
En clair et dans le jargon qui sied à ces lieux, la loi fédérale sur les langues nationales et la compréhension entre les communautés linguistiques était prévue par la Constitution de 1999, elle était voulue par le Conseil fédéral version 1999-2003, un projet a été préparé et mis en consultation. Malheureusement, le Conseil fédéral issu des élections du 10 décembre 2003 décidait en mai de l'année suivante d'interrompre les travaux et a renoncé à présenter un projet au Parlement. Face à cette passivité consternante, nous avons été contraints de procéder par la voie de l'initiative parlementaire.
D'autres que moi vont dire plus précisément et mieux certainement qu'il s'agit de préserver la cohésion nationale, que le plurilinguisme est une richesse extraordinaire de notre pays, que la Confédération doit, subsidiairement et parallèlement aux cantons, encourager l'apprentissage des langues nationales. Nous verrons lors de la discussion par article pourquoi les cantons bilingues doivent être soutenus dans leurs efforts, comment les échanges scolaires devraient être encouragés, quels soucis cause l'enseignement des langues nationales.
Quant à moi et pour l'instant, je souhaiterais plus simplement dire ici à titre personnel mon souci face à l'évolution de la politique et des pratiques linguistiques de ce pays; vous dire pourquoi, sur le plan symbolique - et vous le savez tous, la politique est faite de symboles -, il me semble inadmissible de renoncer à une loi sur les langues.
1. J'ai grandi sur la frontière des langues. Ce n'est pas un hasard si les parlementaires fribourgeois, tous partis confondus, ont cosigné l'initiative parlementaire 04.429. Nous vivons tous le "Röstigraben" au quotidien; nous passons sans cesse d'une communauté linguistique à l'autre; nous nous efforçons de comprendre le contexte culturel, politique et social des deux côtés de la Sarine. Comme pour les habitants d'une partie du Valais, du Seeland, des Grisons ou du Tessin, le plurilinguisme à Fribourg n'est pas une notion abstraite, mais une réalité quotidienne. Le refus du Conseil fédéral de légiférer en l'espèce constitue un déni de réalité.
2. Depuis dix ans que je travaille à Berne tout en vivant en Suisse francophone, il me semble constater que les Romands et les Alémaniques s'éloignent insensiblement. Les jeunes parlent moins bien les langues nationales que leurs aînés. Et pardonnez-moi de faire le même constat pour ceux qui siègent dans cette salle ou pour les correspondants parlementaires en poste dans la Berne fédérale. Les débats politiques se déroulent souvent sur des thèmes et avec des acteurs différents des deux côtés de la Sarine. On soutient à tort que le monde économique n'attendrait des salariés qu'une maîtrise acceptable de l'anglais sans trop d'intérêt pour les langues nationales. Cette tendance-là m'inquiète fortement. Aimer son pays, c'est l'aimer tout entier, c'est essayer de le comprendre dans sa complexité, c'est apprécier sa richesse et ses facettes multiples.
3. Je crois que l'enseignement des langues nationales n'est globalement pas vraiment satisfaisant. J'ai parfois l'impression que nous n'utilisons pas le potentiel qu'offre ce pays, que nous ne réalisons pas que nous pourrions mieux mettre en musique l'enseignement de l'allemand, par exemple en Suisse romande, que nous enseignons les langues étrangères comme si nous étions au fin fond du Congo. Nous devrions et pourrions multiplier les expériences d'immersion, les échanges linguistiques d'élèves ou de professeurs. Bien sûr, vous me direz que l'enseignement ne relève pas directement des compétences fédérales, mais il me semble approprié d'envoyer un signal clair en direction des cantons, et le projet de loi va dans ce sens.
4. Je suis convaincu que la priorité doit être accordée de manière conséquente à l'enseignement des langues nationales et que le débat sur le "Frühenglisch" ou l'enseignement prioritaire de l'anglais à l'école obligatoire ne peut être abandonné aux seuls cantons concernés. Il s'agit d'une question fondamentale, d'une question de cohésion nationale. Il s'agit d'afficher la volonté que nous avons de vivre ensemble, de nous comprendre, de nous écouter. C'est une illusion de croire, comme la Conférence suisse des directeurs cantonaux de l'instruction publique ou la minorité de la commission, que l'ordre d'enseignement des langues ne joue aucun rôle et qu'il suffirait que chacun maîtrise l'anglais et une langue nationale partenaire au terme de sa scolarité obligatoire.
D'abord, je ne crois pas que cela soit vraiment réaliste sur le plan pédagogique. Ensuite, l'enseignement prioritaire de l'anglais conduira un jour ou l'autre à la disparition de la seconde langue nationale des programmes scolaires, parce que l'anglais est plus attractif pour les jeunes, parce que l'allemand et le français sont plus compliqués à apprendre et à maîtriser, parce que nombre de parents sont convaincus qu'une maîtrise de l'anglais est décisive et que ces histoires de langues nationales ne sont qu'un hobby de politicien. Bien sûr, les dernières votations montrent encore une résistance contre la disparition du français dans les programmes scolaires, notamment à Zurich, en partie d'ailleurs grâce à la pression, pardonnez-moi de le dire, exercée sur les cantons par le projet de loi dont nous discutons aujourd'hui.
Mais dites-moi qui aujourd'hui, dans cette salle, peut soutenir que d'ici cinq, dix, ou quinze ans, il n'y aura pas d'autres initiatives populaires allant dans ce sens et que d'autres parlements cantonaux ne prendront pas la décision de sacrifier les langues nationales à l'anglais pour des motifs pédagogiques, économiques ou culturels? Inverser l'ordre d'enseignement des langues, c'est ouvrir la boîte de Pandore, c'est affaiblir le lien national. Aimer son pays, c'est aussi se soucier de sa cohésion et vous me voyez aujourd'hui bien étonné de voir les patriotes autoproclamés de ce Parlement monter au front contre ce projet de loi.
Je vous demande par conséquent d'entrer en matière et de soutenir la majorité de la commission à l'article 15.

Recordon Luc (G, VD): La langue est-elle vraiment seulement un pur outil utilitaire, un outil de communication, une sorte de logiciel dont notre bouche serait le processeur? Si j'en crois certains propos ici entendus, ça ne va pas beaucoup plus loin. Je voudrais vous convaincre tout de même que la langue est tout autre chose.
Pour s'élever d'emblée, disons que c'est un objet fort de culture et, par là même, un déterminant de civilisation. La langue a un profond caractère identitaire. A l'heure où nous
AB 2007 N 1075 / BO 2007 N 1075
parlons tant d'intégrer une population étrangère de culture et de langue assez lointaines, je m'étonne qu'on ait si peu à l'esprit, dans nos travées, le caractère essentiel de l'enseignement de la langue, elle qui va jusqu'à devenir parfois un élément ou de lien ou de mur entre les personnes et surtout entre les groupes humains.
C'est ainsi qu'il en va des objets identitaires. Ils peuvent relier et ils peuvent unir, mais ils peuvent aussi dramatiquement séparer. Si nous avons ce souci à l'égard des communautés étrangères, des allophones de notre pays, nous devons l'avoir aussi entre nos propres communautés, car la Suisse n'est pas une création naturelle, c'est une création de la volonté répétée de vivre ensemble depuis des siècles. Il y a là des enjeux multiples et majeurs.
Je tiens à souligner en outre, mais je le fais venir après, quoique ce soit important, l'enjeu économique, la valeur économique de la langue pour l'individu bien formé mais aussi pour l'économie dans son ensemble. Et, lorsque l'on s'est placé sur ce terrain-là, on a constaté avec étonnement qu'il était plus valorisant sur le plan économique d'apprendre une langue nationale que d'apprendre ce pidgin que l'on nomme parfois l'anglais. Car nous ne parlons pas, bien entendu, l'anglais de Tennyson, de Byron ou de Shakespeare; nous parlons en général aussi un anglais assez rocailleux, médiocre et utilitaire - il ne faut pas se faire d'illusions à cet égard.
En revanche, l'idée d'introduire l'anglais pose la question de la méthode. Il est certain que le coeur de ce projet est, plus ou moins de manière voilée, de savoir quelle langue sera privilégiée au début de la formation. Cela renvoie notamment à l'article 15 du projet. Nous devons avoir, à cet égard, et nous le verrons plus en détail à l'article concerné, le souci de privilégier les langues du lien confédéral et de nos cultures respectives, mais aussi nous devons prendre en considération d'emblée les langues dont l'abord est le plus complexe. Il est en effet important de tenir compte des travaux des linguistes, qui ont beaucoup apporté dans ce domaine-là et qui ont malheureusement été peu entendus et peu suivis.
Il n'y a pas besoin d'aller pourtant bien loin pour voir ce qui se fait au Val d'Aoste ou dans ce petit pays proche de nous qu'est le Luxembourg, qui ont des enseignements bilingues dès le tout début de la formation. Et pourquoi? Pour une excellente raison: c'est que le cerveau humain est ainsi conformé que jusque vers l'âge de onze ans environ, il est capable d'apprendre un peu comme une éponge les éléments, notamment phoniques, d'une langue, et également sans préjugés affectifs.
Il faut donc absolument être capable de privilégier ce trésor à la fois culturel et économique que représente la capacité linguistique des enfants jusqu'à l'âge de dix ou onze ans. Et il faut le faire pour les langues qui sont difficiles d'abord - comme l'a dit Monsieur Levrat, ce sont, dans notre cas, par priorité l'allemand et le français - et ensuite passer à celles dont l'abord est extrêmement facile pour toutes sortes de raisons qui sont connues, par exemple l'absence des genres grammaticaux dans le vocabulaire, notamment. Il en va ainsi de l'anglais: l'anglais n'a pas besoin d'être appris tôt pour le niveau de pidgin auquel nous aspirons.
Je m'étonne, face à l'ensemble de ces besoins, que la nécessité d'une action forte, d'un signal donné, d'une coordination - quand on voit encore une récente décision argovienne d'il y a peu de jours - ne rencontre pas un écho plus favorable dans ce conseil. Je m'étonne en particulier que le Conseil fédéral soit demeuré sourd et aveugle à la nécessité d'entrer en matière sur ce projet.

Graf Maya (G, BL): Die grüne Fraktion wird klar auf diese Vorlage eintreten und den Nichteintretensantrag ablehnen.
Wir haben uns schon vor drei Jahren mit einer Motion gewehrt, als der Bundesrat nach der Vernehmlassung den pfannenfertigen Entwurf einfach in der Schublade verschwinden liess. Es ist für uns unverständlich, dass sich der Bundesrat noch heute gegen dieses Gesetz ausspricht, das für den Zusammenhalt dieses Landes wichtig ist. Wir sind daher froh, hat das Parlament, einmal mehr, das Heft in die Hand genommen und durch die WBK das nun vorliegende Gesetz ausarbeiten lassen.
Wir Grünen stellen uns voll und ganz hinter das vorliegende Gesetz, das nun endlich den Bundesverfassungsartikel 70 umsetzt und damit den sprachenpolitischen Auftrag des Bundes erfüllt. Die Grünen teilen die Auffassung der Mehrheit der Kommission, und hoffentlich dann auch des Rates, dass dieses Gesetz für unser Land von grosser Bedeutung ist.
Die sprachliche Vielfalt ist einer der Grundpfeiler, auf denen unsere Identität und unsere Kultur beruhen. Die Mehrsprachigkeit ist nicht nur ein Grundpfeiler unseres Landes, sie ist auch seine ganz grosse Chance. Doch Mehrsprachigkeit muss gepflegt und gefördert werden. Sie ist nicht selbstverständlich über Jahrzehnte und Jahrhunderte einfach da. Instrumente zur Förderung der Verständigung zwischen den Sprachengemeinschaften, die Beteiligung des Bundes an einem Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit und die Möglichkeit zur Unterstützung der sogenannten Migrationssprachen sind wichtige Bausteine auf dem Weg hin zu einer modernen Sprachenpolitik in Bezug auf unsere mehrsprachige Gesellschaft. Sprachenvielfalt ist also nie als Stolperstein zu verstehen, sondern als kultureller Reichtum und bildungspolitischer und wirtschaftlicher Vorteil in einer globalen Welt. Wir haben in der Schweiz mit unseren vier anerkannten Landessprachen und den Migrationssprachen die allerbesten Voraussetzungen dazu. Doch es reicht nicht, geschätzte SVP-Leute, sich im Ausland mit unseren Landessprachen zu brüsten. Mehrsprachigkeit erhalten und fördern bedingt Engagement, klare gesetzliche Rahmenbedingungen und finanzielle Mittel zur Umsetzung - und zwar auch vom Bund.
Die Grünen werden daher einstimmig eintreten und der Mehrheit der Kommission folgen. Wir wehren uns gegen jegliche Streichungsanträge; und wir setzen uns dort für die Minderheitsanträge ein, wo es darum geht, Kann-Formulierungen durch verbindliche Aussagen zu ersetzen, wie z. B. beim Austausch zwischen den Sprachengemeinschaften und der Förderung der Kenntnisse Anderssprachiger in der lokalen Landessprache und ihrer Erstsprache.
Die Grünen unterstützen auch Artikel 15 des Gesetzes, in dem das Erlernen einer Landessprache als erste Fremdsprache festgelegt wird. Dies ist für uns Grüne eine Selbstverständlichkeit, auch staatspolitisch.
Wir beantragen Ihnen, einzutreten und die Nichteintretensanträge der Minderheit Füglistaller und des Bundesrates ganz klar abzulehnen.

Wäfler Markus (E, ZH): Die beiden Vertreter der EDU werden für Nichteintreten auf diese Vorlage stimmen und empfehlen Ihnen ebenfalls, nicht auf dieses Gesetz einzutreten, und zwar aus folgenden Gründen: Wir reden hier oft von Regierungsreform und Reduktion des Aufgabenportfolios des Bundes. Wenn es Möglichkeiten gibt, unnötige Gesetze zu vermeiden, sollten wir sie nutzen. Hier ist eine. Dieses Bundesgesetz über die Landessprachen ist aus unserer Sicht überflüssig und unnötig. Die bisherigen Aktivitäten des Bundes im Bereich Sprachen waren zwar in keinem speziellen Sprachengesetz zusammengefasst, sondern ohne spezielle Bestimmungen in diverse Aufgabenbereiche integriert, dies auf der Basis von Artikel 70 der Bundesverfassung. So finden Sie zum Beispiel auf Seite 432 der Staatsrechnung 2006 Positionen zur Förderung von Sprache und Kultur in den Kantonen Graubünden und Tessin.
Die Frage des Fremdsprachenunterrichtes an der Volksschule gehört gemäss Artikel 62 der Bundesverfassung in die Schulhoheit der Kantone. Wir sollten nicht ohne absolut zwingende Gründe in den Kompetenzbereich der Kantone hineinwursteln, und hier gibt es keine zwingenden Gründe. Die Kantone sind gegenwärtig daran, die Frage des Fremdsprachenunterrichtes an der Volksschule zu koordinieren. Ein Diktat des Bundes hätte bei diversen Kantonen unnötige Umstellungskosten in Millionenhöhe zur Folge. Mit dem neuen Bildungsverfassungsartikel hat der Bund neu die Kompetenz, auf Antrag der Kantone bei Bedarf allfällig
AB 2007 N 1076 / BO 2007 N 1076
notwendige Vorgaben zu machen, aber dies eben nur auf Antrag der Kantone.
Am Abstimmungswochenende vom 17. Juni 2007 haben die Stimmberechtigten des Kantons Graubünden bei einer Stimmbeteiligung von knapp 33 Prozent und einem Jastimmenanteil von knapp 54 Prozent einem umstrittenen Sprachengesetz zugestimmt. Gerade dieses Abstimmungsresultat zeigt, dass ein Sprachengesetz nicht gerade einem dringenden oder sogar zwingenden Bedürfnis entspricht.
Aus all diesen Gründen empfehlen wir Ihnen, auf dieses unnötige Gesetz zu verzichten und die Nichteintretensanträge von Bundesrat und Kommissionsminderheit zu unterstützen.

Studer Heiner (E, AG): Ich bringe die gegenteilige Position zum Ausdruck, zuerst mit einem ganz herzlichen Bun dì an unsere Ratspräsidentin und einem etwas zurückhaltenden Bun dì an unseren Herrn Bundesrat. Letzteres wäre ebenso herzlich wie jenes an die Ratspräsidentin, wenn er und der Bundesrat als Ganzes sich nicht einfach verweigert hätten. Nun hoffe ich trotzdem, dass Bundesrat Couchepin nicht einfach weiter in der Totalopposition verharren wird, sondern doch ein paar Schritte macht; als Vertreter einer Minderheit wäre das für ihn ja naheliegend.
Ich habe im Italienischunterricht, der nicht allzu lange dauerte, erlebt, dass man auf Italienisch oder Französisch das Gleiche, was man auf Deutsch so trocken sagt, mit viel mehr Emotion sagen kann. Deshalb möchte ich namens der drei EVP-Vertreter die Zustimmung zum Eintreten und zu diesem Gesetz in einem Satz auf Italienisch wie folgt geben:
I rappresentanti del Partito evangelico popolare salutano con entusiasmo questa legge sulle lingue nazionali e sulla comprensione tra le comunità linguistiche. Und ich möchte gerne Folgendes auf Französisch ergänzen:
J'ai avancé l'idée que chacune et chacun qui s'exprime dans cette salle le fasse dans une autre langue nationale que sa langue maternelle. Ce serait très intéressant si chacune et chacun essayait ici, avec l'aide de collègues qui parlent une autre langue, de dire quelque chose dans une langue qui n'est pas la sienne.
Aber weil ja der Nichteintretensantrag auch von Herrn Füglistaller kommt, der ein Mit-Aargauer ist, muss ich es ihm auf Deutsch sagen; sonst würde er zwar vermuten, was ich ihm sagen will, aber er versteht es besser auf Deutsch, weil wir so miteinander debattieren. Sie, Herr Füglistaller, haben gesagt, es sei ein "unnötiges Gesetz", und wir seien nicht glaubwürdig, wenn wir dem Gesetz zustimmen würden. Was die Glaubwürdigkeit betrifft, ist das immer so eine Sache: Es ist immer einfach, den anderen Unglaubwürdigkeit zu unterstellen. Nun weiss ich von Ihnen, dass Sie gegen jedes mögliche und unmögliche Gesetz kämpfen; wenn es unmögliche sind, dann bin ich einverstanden, aber Sie kämpfen auch gegen gute Gesetze. Für mich ist mit den Jahren der Eindruck entstanden, das sei eine neue Ideologie des prinzipiellen Neins, nur weil es ein Gesetz sei. Wir müssen uns hier nun fragen: Bringt dieses Gesetz konkrete Schritte zugunsten eines Anliegens, die notwendig sind, oder nicht? Wir, die Vertreter der EVP in diesem Rat, sind überzeugt, dass dieses Gesetz in der Formulierung der Mehrheit ein gutes und nötiges Gesetz ist.

Couchepin Pascal, conseiller fédéral: C'est donc avec enthousiasme que je prends la parole pour m'exprimer après ce feu d'artifice d'orateurs qui se sont exprimés en faveur du plurilinguisme, en faveur de la cohésion nationale, en faveur du respect des langues, en faveur d'une meilleure compréhension nationale. J'ai participé intérieurement à ce feu d'artifice parce que s'il y a des valeurs que tous les Suisses partagent, ce sont bien celles-là. Nous sommes pour le plurilinguisme; nous sommes pour une meilleure compréhension des choses et des langues; nous sommes pour que chacun puisse mieux s'exprimer dans la langue d'autrui, en évitant parfois de lui imposer un allemand hésitant ou un français hésitant.
Le dernier orateur a dit que chacun devrait parler un petit peu dans la langue d'autrui. Je me dis que ce n'est peut-être pas la chose la plus agréable à faire, en tout cas pas pour les interlocuteurs. En effet, pour ma part, je préfère souvent qu'on me parle en allemand plutôt qu'en mauvais français, et probablement que pas mal d'entre vous préfèrent que je parle en français plutôt que dans un allemand fautif.
Mais si on peut améliorer les choses, pourquoi pas? Le seul problème, c'est de savoir comment les améliorer et quels sont les moyens pour y parvenir. Madame Kleiner m'a apporté une lettre qui n'a aucun rapport avec la discussion, mais qui se termine par une citation de Tacite: "Früher litten wir an Verbrechen, heute leiden wir an Gesetzen." Le problème est le suivant: est-ce qu'une loi dans ce domaine améliore les choses? J'étais il y a quelques jours à Barcelone, on y parle catalan. Pendant le régime franquiste, la langue catalane était interdite. Aussi bien à l'école que dans la rue, on imposait le castillan. Echec complet: dès l'instant où Franco, Caudillo de España por la Gracia de Dios, a disparu, le système s'est effondré et le catalan est réapparu. C'est l'exemple "négatif": une loi ne peut pas empêcher l'expression de l'identité d'un peuple et de sa culture, sauf si on l'extermine.
En sens inverse: une loi peut-elle imposer quelque chose que les gens ne souhaiteraient pas? C'est le grand débat en Suisse: est-ce qu'à la pointe des baïonnettes, si j'ose dire, ou plutôt grâce à des articles de loi, vous allez réussir à faire en sorte qu'un jeune Zurichois, qui se réjouit d'apprendre une langue étrangère, avec l'anglais comme première langue, apprenne le français avec le même plaisir? Pas du tout! Vous allez au contraire rendre plus odieuse encore une langue pour laquelle il a déjà moins de sympathie au départ.
Il y a des limites! Et la limite, c'est qu'on veut que les jeunes apprennent une deuxième langue nationale, c'est clair. Mais faut-il, pour atteindre cet objectif, imposer une langue qui plaît moins qu'une autre? Je ne crois pas. Je ne crois pas qu'on puisse imposer par des articles de loi même des bonnes intentions. Je ne crois pas qu'on puisse réaliser le royaume paisible du plurilinguisme avec des articles de loi.
Les cantons, qui sont directement aux prises avec ce problème, sont contre cette loi. Ils sont d'accord, dans la mesure où il y a de l'argent en jeu, mais c'est - croyez-moi, je viens du canton du Valais, qui est bilingue comme le canton de Fribourg - regarder l'affaire par le petit bout de la lorgnette, parce que les cantons ont aussi les moyens de favoriser les choses à l'intérieur de leurs frontières.
Si le seul but de la loi était d'obtenir plus d'argent de la part de la Confédération - quelques millions de francs de plus -, je ne plaiderais pas contre l'entrée en matière au nom des dépenses supplémentaires que cela engendrerait. Il ne s'agit pas de dépenses extraordinaires: on a fait un calcul, c'est 14 ou 17 millions de francs; aujourd'hui, on en paie 5 ou 6; c'est donc plus ou moins 10 millions de plus. Mais si, véritablement, le plurilinguisme dans ce pays dépend de 10 millions de francs qui viendraient de la Confédération plutôt que des cantons, alors c'est qu'on est vraiment au bout du rouleau et que, lentement, ce pays s'épuise et perd ses ambitions!
Voilà pourquoi le Conseil fédéral, sans espoir de convaincre la majorité d'entre vous, continue à plaider, avec Tacite, contre une loi qui n'est pas nécessaire. Tous les objectifs, nous les partageons, et celui qui commentera cette intervention en disant que le Conseil fédéral n'est pas d'accord avec les objectifs du projet, je le traiterai de menteur, car nous sommes d'accord avec tous les objectifs! Mais est-ce que, vraiment, vous voulez les imposer par la loi - d'autant plus qu'il s'agit d'une loi qui, finalement, n'a qu'un seul intérêt, à savoir "sortir" 10 millions de francs de plus de la caisse fédérale pour les donner aux cantons? Ce n'est pas avec cela qu'on va transformer la Suisse.
Je m'en remets à votre bon sens, mais je pense qu'il ne va pas triompher.

Ruey Claude (RL, VD): Monsieur le conseiller fédéral, nous savons que vous êtes favorable au plurilinguisme, à la richesse des cultures, à la compréhension confédérale, etc. Mais en tant que président d'Helvetia Latina et comme
AB 2007 N 1077 / BO 2007 N 1077
ancien président de la "CH-Stiftung für die eidgenössische Zusammenarbeit", je vous pose quand même la question de savoir si ces objectifs - que vous avez qualifiés de feux d'artifice - ne sont pas que des feux d'artifice du 1er août, c'est-à-dire que bien souvent ils ne sont pas atteints dans les faits. Vous, vous voulez qu'ils le soient, mais, de manière générale, ne faut-il pas une loi pour donner une garantie de reconnaissance mutuelle, d'égalité des langues, de respect de chacun, non pas pour les subventions, mais pour la garantie, qui n'est pas mise en oeuvre dans les faits?

Couchepin Pascal, conseiller fédéral: La loi existe déjà. La Constitution prévoit plusieurs langues nationales, elle prévoit l'égale dignité de celles-ci. Maintenant, dans la pratique, il est vrai que c'est plus difficile, mais si vous pouvez me donner la preuve qu'un seul de ces articles, dans dix ans, aura transformé fondamentalement le pays, je jouerai le jeu avec vous. Mais je vous garantis qu'on aura des disputes entre les cantons et la Confédération sur les moyens que la Confédération doit mettre à disposition et, à la fin - à Dieu ne plaise qu'il en soit ainsi! -, je crains que l'effet pervers de la loi soit que les cantons disent: "On n'avance dans ce domaine-là que si l'argent vient de Berne." Et si vous parvenez à ce résultat, Monsieur le fédéraliste, vous aurez obtenu le résultat contraire à un autre souhait que nous partageons: que les cantons restent vivants et continuent à avoir une activité par eux-mêmes.

Simoneschi-Cortesi Chiara (C, TI), per la commissione: Signor consigliere federale, non commento le sue espressioni, non voglio entrare in quello che lei ha detto, perché francamente sono molto delusa di sentire che non serve a niente fare una legge sulle lingue nazionali - allora andiamo tutti a casa, è molto meglio, abbiamo tante altre cose da fare!
Vorrei comunque rispondere alla minoranza, che non vuole entrare in materia. Vorrei in particolare rispondere ad un argomento, secondo il quale questa legge sarebbe inutile, non necessaria e burocratica. Ebbene, per prima cosa ricordo che vi è una Costituzione con un articolo 70, che ci dice, soprattutto nei capoversi 3, 4 e 5, quali sono i compiti della Confederazione: della Confederazione insieme ai cantoni e naturalmente della Confederazione da sola. Per quanto attiene alla sezione più contestata, che è quella della promozione degli scambi tra le comunità linguistiche, vi leggo il capoverso 3 dell'articolo costituzionale: "La Confederazione e i Cantoni promuovono la comprensione e gli scambi tra le comunità linguistiche." Questa frase, al presente, deve essere tradotta in legge - è vero che si possono fare delle cose, ma non c'è la base legale -, ed è per quello che abbiamo una sezione molto importante su questo tema. Abbiamo anche fatto fare una perizia all'avvocato Marco Borghi, il quale dice che questa frase è molto importante.
Il dit: "L'emploi au présent du verbe encourager dans la Constitution illustre une volonté politique. Il ne s'agit pas d'une possibilité pour la Confédération, mais d'une obligation. La Confédération doit donc sauvegarder et renforcer le quadrilinguisme, améliorer la communication et la bonne entente entre les différentes communautés du pays; elle doit sauvegarder le quadrilinguisme et pas l'anglais, parce que nous ne devons pas oublier que nous sommes en train de faire une loi sur les langues nationales."
Vorrei ancora rispondere brevemente al collega Pfister per la questione finanziaria. Lui è preoccupato per il risanamento delle finanze, io credo che non si debba preoccupare. La Svizzera è uno dei Paesi con le finanze più sane, basta andare a vedere i famosi parametri di Maastricht. La legge genera spese supplementari a quelle odierne di soli 14,7 milioni di franchi. La commissione - ve lo spiegheremo dopo - ha fatto anche dei tagli. Si pensava di far costare questa legge 17 milioni, e invece anche lì abbiamo fatto una regolamentazione molto equilibrata, dove si promuovono tutti i principi iscritti nella Costituzione, Confederazione e cantoni assieme.

Freysinger Oskar (V, VS): Provo a parlare in italiano. Ieri, in una discussione tra noi, lei mi ha detto che questa legge è importante per il suo valore simbolico. Ma io sono qua per votare se una legge è utile. Allora, se la legge è utile la votiamo, ma se ha solo un valore simbolico non la votiamo. Non siamo qui per discutere di simboli! Allora, cosa ne è di questa legge?

Simoneschi-Cortesi Chiara (C, TI), per la commissione: Evidentemente non ha capito il mio pensiero, ma non fa niente, non mi offendo. Il mio discorso di entrata in materia era unicamente un discorso di tipo istituzionale, perché è importante questo quadrilinguismo e perché dobbiamo promuoverlo.
Per cui, se non riesce a capire questo mio discorso, pazienza - si dice che è molto emozionale e che non dobbiamo lasciarci trascinare dalle emozioni. Ma io, senza andare in giro con la bandiera svizzera come voi, al mio Paese ci tengo e ripeto che il quadrilinguismo fa parte della nostra identità. Per cui, in questo senso, questa legge è simbolicamente importante.

Gadient Brigitta M. (V, GR), für die Kommission: Unser Land beruht auf dem Grundsatz der Vielfalt in der Einheit, und Vielfalt ist immer besser als Einfalt. Die sprachliche Vielfalt ist dabei ein wichtiger Faktor, und, sehr geehrter Herr Bundesrat, das Sprachengesetz ist dafür nicht nur notwendig, sondern gemäss Artikel 70 der Bundesverfassung besteht dafür auch ein klarer Auftrag. Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen, für die Erhaltung und Förderung, aber auch für eine optimale Nutzung des sprachlichen Reichtums in unserem Lande zu sorgen sowie auf neue sprachpolitische Herausforderungen zu reagieren. Der Grundsatz dabei ist und muss sein, dass die Viersprachigkeit erhalten wird, dass die Verständigung und der Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften gefördert werden. Mit Artikel 70 Absatz 3 der Bundesverfassung wird der Bund verpflichtet, den ihm zugewiesenen Verfassungsauftrag zu konkretisieren, und das nicht nur subsidiär.
Es ist klar: Das Gesetz allein bringt noch keine Morgenröte am Sprachenhimmel. Es braucht dann auch die Umsetzung, und da sind eben auch der Bund und der Bundesrat zusätzlich gefordert. Der Bund erhält hauptsächlich zwei Aufgaben: Er muss einerseits direkte Massnahmen zur Förderung der Mehrsprachigkeit in seinem Kompetenzbereich ergreifen, und er kann andererseits indirekte Massnahmen vorsehen mit dem Ziel, die Kantone in ihrem Kompetenzbereich bei der Förderung der Mehrsprachigkeit zu unterstützen - namentlich auch im Bereich der obligatorischen Schule. Mit dem vorliegenden Gesetz wird diesem sprachpolitischen Auftrag in angemessener Weise Rechnung getragen. Die Umsetzung muss folgen.
Namens der Kommissionsmehrheit beantrage ich Ihnen noch einmal, auf die Vorlage einzutreten.

Präsidentin (Egerszegi-Obrist Christine, Präsidentin): Wir stimmen über den Nichteintretensantrag der Minderheit Füglistaller ab. Auch der Bundesrat beantragt, nicht einzutreten.

Abstimmung - Vote
Für Eintreten .... 113 Stimmen
Dagegen .... 59 Stimmen


Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
Le débat sur cet objet est interrompu
AB 2007 N 1078 / BO 2007 N 1078

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