Borer Roland F. (V, SO):
Das Anliegen der FDP-Liberalen Fraktion ist an sich nicht schlecht. Nur stellen wir fest, dass auf der einen Seite eine derartige Änderung, wie sie jetzt hier vorgeschlagen wird, noch komplizierter wird als das heutige System und dass auf der anderen Seite auch den Kantonen dann im Bereich der hoheitlichen Kompetenz, die sie heute haben, vorgeschrieben würde, wie sie in Zukunft vorzugehen hätten. Dass der FDP-Liberalen Fraktion bei ihrem Vorstoss wahrscheinlich selber nicht ganz wohl ist, beweist der Umstand, dass sie fordert, dass allenfalls nachteilige Wirkungen durch eben diese Forderung branchenspezifisch kompensiert werden müssten.
Wir haben heute ein System, das relativ einfach ist. Ganz einfach gesagt werden sehr teure und teure Autos mit der Importsteuer höher besteuert als billigere und ganz billige. Wir haben daneben Abgaben, die benutzerorientiert sind. Wir haben vorhin von der Autobahnvignette gesprochen. Wenn jemand nicht auf der Autobahn herumfährt, braucht er diese Vignette nicht. Wir haben zudem die Verbrauchssteuer, die leistungsabhängig ist. Wenn jemand mit einem Auto, das viel Treibstoff verbraucht, viel herumfährt, bezahlt er über die Treibstoffsteuer, den Treibstoffzoll, die Treibstoffzollzuschläge usw. mehr als jemand, der weniger verbraucht und somit auch weniger CO2 erzeugt.
Beachten Sie einmal die Diskussionen im Ausland, die durch die Verwendung von sogenannten Energie- und Umweltetiketten heute schon entstehen. Manchmal entstehen da Widersprüche in sich selber, und auch bei uns gibt es Situationen, die durchaus nicht nachvollziehbar sind.
Wenn Sie ein Beispiel aus einer ganz bestimmten Modellpalette von Autos nehmen: Ein Kleinwagen des Typs Ford Ka wird zum Teil höher belastet, weil er eine schlechtere Umweltetikette bekommt, als ein Mittelklassekombi. Das kann es doch eigentlich nicht sein, und das zeigt eigentlich auch die Absurdität dieser Systeme. Und genau solche Systeme wollen jetzt die FDP-Liberalen als Grundlage für die Verwendung einer neuen Abgabe. Das System wird noch komplizierter, das System wird noch ungerechter, und, ganz generell gesagt, das System wird schlussendlich gar nicht mehr handhabbar. Das ist klar.
Herr Kollege Theiler, wenn Sie darauf hinweisen, dass ja eigentlich die Kantone so etwas wollten, dann beantworten Sie mir doch bitte die Frage, wie denn die Kantone eigene Lösungen suchen können, wenn es zum Beispiel darum geht, Infrastrukturbauten zu finanzieren. Ich erinnere Sie daran, dass in der Agglomeration Olten heute ein grosses Verkehrsprojekt durch die zeitlich befristete Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer zweckgebunden finanziert wird, damit eben dieses Projekt zweckgebunden zugunsten der Bauwirtschaft finanziert werden kann.
Wie möchten Sie das machen, wenn schlussendlich der Bund den Kantonen vorschreibt, erstens, was sie zu tun haben, und zweitens, wie viel sie erhalten sollen? Ziehen Sie bitte Ihr grünes Mäntelchen wieder aus, und kehren Sie zu Lösungen zurück, die machbar sind.