Borer Roland F. (V, SO):
Namens der SVP-Fraktion bitte ich Sie, bei diesem Artikel die Mehrheit der Kommission zu unterstützen, also festzuhalten.
Wenn Sie mit den höheren Stabsoffizieren unserer Armee sprechen, und zwar nicht mit den pensionierten, sondern den aktiven, wird Ihnen praktisch von überall her gesagt, dass derartige Ausbildungseinsätze, wie sie hier geplant sind, mittelfristig nicht nötig sind, dass also die Ausbildung weiterhin hier in unserem Land durchgeführt werden kann. Dies ist ein Hauptgrund, weswegen wir verlangen, dass die Armee ihre Ausbildung nach wie vor in ihrem Einsatzraum, in unserem Land, durchführt.
Die Armee wird immer kleiner; die Kaderangehörigen werden auch immer weniger. Und es ist halt einfach so, dass die Spitzenleute der Wirtschaft heute eben auch die Spitzenleute in der Armee sein müssen. Wenn Sie sich selber vergegenwärtigen, wie es während eines WK in unserem Land aussieht, so stellen Sie fest, dass sehr viele Kaderangehörige unserer Milizarmee über das Wochenende nach Hause gehen und dort für ihre Unternehmung dringende Arbeiten erledigen; zum Teil sind es sogar Selbstständigerwerbende, Unternehmer, die nach Hause gehen müssen und dort |
AB 2009 N 969 / BO 2009 N 969
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Samstag und Sonntag für ihren Betrieb nutzen. Ich sehe dann den Kompaniekommandanten einer Panzerkompanie im Trainingsraum Lüneburger Heide, der am Samstag in die Schweiz kommt und am Montag wieder in der norddeutschen Tiefebene Krieg führt.
Die Begehrlichkeiten nach obligatorischen Ausland-WK werden dazu führen, dass es in Zukunft noch viel schwieriger werden wird, motivierte Offiziere zu finden, die auch in der Wirtschaft eine Führungsposition innehaben. Das ist ein Faktum, und darüber können Sie nicht hinwegsehen - im Gegensatz zu Kollegen, die dafür ein müdes Lächeln haben. Lieber Edi Engelberger, ich habe erlebt, wie jeweils am Freitagmittag das Nato-Rallye - so wurde das genannt - quer durch Deutschland stattfand, jedes Wochenende mit ein paar Toten im Strassenverkehr, weil die Dienstleistenden quer durch die Bundesrepublik nach Hause fuhren; aber das interessiert hier ja wahrscheinlich wenig.
Ein weiterer Punkt ist der, dass wir von der SVP eine Armee zum Anfassen wollen. Eine Armee zum Anfassen heisst auch, dass die Bevölkerung sieht, was unsere Armee tut, mit welchen Mitteln sie ihre Aufgabe zu erfüllen gedenkt. Es wird wahrscheinlich nicht sehr oft vorkommen, dass Teile der Bevölkerung zu ausländischen Waffenplätzen reisen, um zu sehen, ob die Schweizer Armee ihren Dienst dort tut oder wenigstens das macht, was in ihrem Sinn ist.
Weil wir für eine volksnahe Armee sind, weil wir für eine Milizarmee sind und weil wir es weiterhin auch dem Kaderpersonal der Wirtschaft und den Selbstständigerwerbenden ermöglichen wollen, Kaderaufgaben in unserer Armee zu übernehmen, bitten wir Sie, dem Antrag der Kommissionsmehrheit zuzustimmen.