Fehr Hans (V, ZH):
Ich bitte Sie zusammen mit 130 Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichnern, diese Motion anzunehmen. Sie verlangt erstens eine Aufstockung des Grenzwachtkorps (GWK) durch 200 bis 300 Grenzwächterinnen und Grenzwächter und zweitens eine finanzielle Besserstellung der Grenzwächter, vor allem jener, die mit dieser Arbeit anfangen. 130 Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner - ich habe es schon betont - können sich ja eigentlich nicht irren. Ich bitte Sie, beide Vorstösse, also meinen Vorstoss, aber auch jenen von Frau Fässler, der in eine ähnliche Richtung geht, zu unterstützen.
Warum? Seit Jahren hat das Grenzwachtkorps bei seiner wichtigen Aufgabe mit Bestandesproblemen zu kämpfen. Wir haben beim Grenzwachtkorps einen Unterbestand. Das schlägt sich in einem Sicherheitsdefizit im Grenzraum und im Hinterland nieder. Das ist unseres Erachtens auf die Dauer nicht tragbar. Es kommt dazu, dass sich mit der Einführung des Schengen-Systems die Situation verschärft hat. Sie wissen, es gibt jetzt vermehrt mobile Patrouillen im Grenzraum, im Hinterland, welche sogenannte Schleierfahndungen machen, und das braucht einen grösseren Bestand. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein hat darauf hingewiesen und gesagt, man erreiche mit der Schleierfahndung mit mobilen Patrouillen eine ähnliche Kontrolldichte wie vorher nur mit einer Vervierfachung des Bestandes. Ob es eine Vervierfachung braucht, das kann ich nicht sagen, aber es braucht zusätzliche Profis.
Wir brauchen mehr Leute, eine höhere Kontrolldichte an der Grenze und im Hinterland. Und was macht der Bundesrat? Bei beiden Vorstössen, beim Vorstoss von Hilde Fässler und jenem von mir, räumt der Bundesrat interessanterweise praktisch vollumfänglich ein, dass diese Probleme bestehen. Er sagt wörtlich, "dass das GWK mit seinem heutigen Bestand teilweise an seine Grenzen stösst". Er sagt weiter, dass an der Südgrenze ein grosses Problem mit der illegalen Migration besteht. Ein Beispiel: Im September 2008 mussten von anderen Orten Grenzwächter an die Südgrenze versetzt werden, weil eine grosse illegale Migration von Süden her stattfand, und man hat allein im Monat September über 700 illegale Migranten aufgegriffen. Aber diese Grenzwächter fehlten natürlich nachher im Raum Genf, an der Nordgrenze, an der Ostgrenze usw. Das kann keine Lösung sein.
Zusammengefasst: Der Bundesrat gibt Hilde Fässler und mir auf der ganzen Linie Recht. Er sagt aber, man wolle eine Arbeitsgruppe für die Probleme an der Südgrenze einsetzen und die Möglichkeiten prüfen. Ich glaube, das braucht es nicht mehr! Weiter sagt der Bundesrat, dass die finanzielle Situation der Neubeginner beim GWK problematisch sei. Er schreibt wörtlich: "Punktuell trifft es zu, dass das Besoldungssystem des GWK nicht konkurrenzfähig ist." Das heisst, dass der Unterbestand auch daher kommt, dass vor allem die jungen Grenzwächter zu wenig verdienen, zu den Polizeikorps abwandern und dann beim GWK fehlen. Noch einmal: Trotz der ganzen Bejahung des Problems kann sich der Bundesrat nicht dazu durchringen, diese beiden Vorstösse zu unterstützen. Erstaunlicherweise empfiehlt er sie zur Ablehnung.
Ich bitte Sie, diese beiden Vorstösse zu unterstützen und den 130 Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichnern aus Ihren Reihen zu folgen. Es kommt dazu, dass auch die SiK des Ständerates vor Jahren schon gewarnt und praktisch eine gleichlautende Forderung aufgestellt hat, die aber leider nie umgesetzt wurde. Schliesslich unterstützt auch die Gewerkschaft des Zoll- und Grenzwachtpersonals beide Vorstösse vollumfänglich. Ich bitte Sie: Beheben Sie das Problem, sagen Sie Ja zu beiden Vorstössen.