Nationalrat - Herbstsession 2009 - Neunte Sitzung - 16.09.09-15h00
Conseil national - Session d'automne 2009 - Neuvième séance - 16.09.09-15h00

07.3690
Postulat Fraktion
der Schweizerischen Volkspartei.
Krankheitskosten
von Asylsuchenden,
vorläufig Aufgenommenen,
Schutzbedürftigen
und illegal
in der Schweiz
lebenden Personen
Postulat groupe
de l'Union démocratique du Centre.
Soins médicaux. Coûts engendrés
par les requérants d'asile,
les personnes admises
à titre provisoire,
les personnes à protéger
et les personnes séjournant
illégalement en Suisse
Einreichungsdatum 05.10.07
Date de dépôt 05.10.07
Nationalrat/Conseil national 16.09.09

Borer Roland F. (V, SO): Es ist ja eigentlich interessant, wenn der Bundesrat in seiner Antwort auf dieses Postulat, mit dem wir genauere Angaben zu den Krankheitskosten von Asylsuchenden, vorläufig Aufgenommenen, Schutzbedürftigen und illegal in der Schweiz lebenden Personen verlangen, schreibt: "Weder Bund noch Kantone verfügen über die Zahlen, die vom Postulat verlangt werden." Da staune ich schon ein wenig, Herr Bundesrat. Man verfügt also weder auf Stufe Bund noch auf Stufe Kantone über Zahlen, die schlussendlich einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr ausmachen! Sagen Sie jetzt nicht, diese Angabe stimme nicht. Sie sagen nämlich selber, Sie hätten keine Ahnung, wie sich diese Kosten zusammensetzten und wie hoch die Kosten seien. Sie haben also schlichtweg keine Ahnung, wie hoch diese Kosten sind. Da staune ich doch ein wenig, wenn man auf der anderen Seite sagt, man müsse im Bereich der Gesundheitskosten Massnahmen ergreifen, um diese zu senken.
Lassen wir die Sache einmal ein wenig Revue passieren. Wir haben einen ähnlichen Vorstoss bezüglich der Krankenversicherung von Asylsuchenden und vorläufig in der Schweiz Aufgenommenen eingereicht; ihn hat damals Herr Parmelin vertreten. Dieser Vorstoss wurde im Jahre 2002 abgeschrieben. Schon im Jahre 2002 wurde also festgestellt, dass es hier Kosten gibt, die einmal näher angeschaut werden müssten. Zu einem weiteren Vorstoss, eben dem hier vorliegenden, hat der Bundesrat am 21. Dezember 2007 ausgesagt, er habe keine Zahlen. Wenn Sie auf den Kalender schauen, sehen Sie: Wir haben mittlerweile den 16. September 2009, und wir haben immer noch keine Ahnung. Es ist doch erstaunlich, wie da die Jahre ins Land ziehen. Diesen sehr sensiblen Bereich sehen heute sehr viele Menschen in unserem Land als primäres Problem an; ich denke dabei auch an die Vorstösse der Arbeitsgruppe Otto Ineichen, die festgestellt hat, dass die Gesundheitskosten tatsächlich ein Problem sind.
Hier hat man also auch zwei Jahre später keine Ahnung. Es ist erstaunlich, wenn man seitens der Exekutive meint, man könne jetzt einfach weiterhin sagen, weder Bund noch Kantone hätten eine Ahnung, was dieser wesentliche Bereich der Gesundheitskosten die Prämienzahlerinnen und Prämienzahler, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler heute koste. Wenn man beim Kostenmanagement des Gesundheitswesens weiterhin auf diese eigenartige, oberflächliche Art und Weise vorgeht, dann wundert es mich nicht, wenn
AB 2009 N 1602 / BO 2009 N 1602
wir in den nächsten zwanzig oder dreissig Jahren schlussendlich der Bevölkerung zwei Drittel oder mehr ihres Lohnes abnehmen müssen, um die Krankenversicherungen zu bezahlen. Man weiss nicht, wo die Kosten auftauchen; man weiss nicht, wer für die Kostenübernahme zuständig ist! Wir verlangen hier klare Zahlen.
Wir bitten Sie, uns zu unterstützen und das Postulat anzunehmen.

Couchepin Pascal, conseiller fédéral: Monsieur Borer veut un rapport. Que veut-il en faire ensuite? Imaginons que l'on accepte de rédiger ce rapport: cela nécessitera un certain nombre d'études, des coûts supplémentaires qui s'ajouteront à ceux que vous déplorez en règle générale. Puis, si ce rapport démontrait que les coûts occasionnés ne sont pas plus élevés que pour la moyenne des gens de la même catégorie sociale et du même âge, viendriez-vous à la tribune remercier les réfugiés et les personnes séjournant illégalement en Suisse de coûter si peu? Par contre, si le rapport démontre le contraire, que proposerez-vous? Proposerez-vous que l'on laisse ces personnes mourir au coin d'une rue ou que l'on ne fasse rien pour eux? Ce sont des êtres humains qui vivent dans notre pays, certains de manière illégale, mais cela ne leur enlève pas leur dignité d'être humain. Donc, même si l'on acceptait de rédiger ce rapport, il serait intéressant de savoir ce que vous voulez en faire après.
Je crois qu'il faut prendre le problème par un autre bout et modifier les lois, comme on l'a fait depuis un certain nombre d'années, pour que les cantons puissent limiter le choix de l'assureur pour les réfugiés et puissent aussi limiter le choix des fournisseurs de prestations sous la forme de "gatekeeping". De cette manière, on parvient à atteindre l'objectif que, finalement, on voulait obtenir, c'est-à-dire dépenser moins pour cette catégorie d'êtres humains.
Je crois qu'il faut atteindre l'objectif plus rapidement, par exemple en modifiant la loi. Dites-nous s'il y a de nouvelles modifications que vous souhaiteriez, peut-être que parmi celles que vous proposez, on en acceptera quelques-unes. Mais ne nous demandez pas de rédiger un rapport si vous savez exactement quel but vous voulez atteindre. C'est pour ça que nous vous proposons de renoncer au rapport, et si vous avez des propositions inventives pour nous aider à juguler ces frais, eh bien faites-nous-en part!

Abstimmung - Vote
(namentlich - nominatif; Beilage - Annexe 07.3690/2898)
Für Annahme des Postulates ... 53 Stimmen
Dagegen ... 108 Stimmen

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