Nationalrat - Wintersession 2009 - Dritte Sitzung - 25.11.09-08h00
Conseil national - Session d'hiver 2009 - Troisième séance - 25.11.09-08h00

07.3788
Motion Aubert Josiane.
In das Projekt Via sicura
investieren
Motion Aubert Josiane.
Investir
dans le projet Via sicura
Einreichungsdatum 06.12.07
Date de dépôt 06.12.07
Nationalrat/Conseil national 20.03.09
Nationalrat/Conseil national 25.11.09

Aubert Josiane (S, VD): Depuis de nombreuses années, une grande partie des membres du Parlement ont répété à qui voulait l'entendre que les coûts de l'AI étaient beaucoup trop élevés, qu'il s'agissait de prendre des mesures pour diminuer le nombre de personnes dépendantes de l'AI. Dans ce discours récurrent, on visait avant tout les abus potentiels. Les contrôles renforcés ont montré que la marge d'économie n'atteint pas, et de loin, ce que d'aucuns laissaient entendre.
Ce que je propose, par cette motion, c'est d'aboutir à une diminution non négligeable du nombre de nouvelles rentes par des actions au niveau de la sécurité routière. De telles mesures, dont un certain nombre sont des investissements uniques, auront un impact direct sur les coûts de l'AI. Je cite l'avis du BPA sur le projet Via sicura:
"Chaque année, quelque 100 000 personnes sont accidentées sur les routes suisses et 380 y laissent leur vie. Grâce à l'addition des différentes mesures individuelles et au fait que les interventions éducatives, juridiques et techniques se complètent, la mise en oeuvre du programme Via sicura permettra de réduire considérablement le nombre de tués et de blessés graves sur les routes suisses. Les mesures préconisées se justifient aisément au regard des souffrances et des coûts matériels de l'ordre de 6,5 milliards de francs par an occasionnés par les accidents de la route. Les mesures les plus efficaces, en particulier, ne sont pas réalisables sans moyens financiers additionnels. Le BPA est donc clairement en faveur d'investissements supplémentaires de 300 millions de francs par an. Toutes les sources de financement possibles sont à étudier."
370 tués sur les routes suisses en 2006, 384 en 2007; 5060 blessés graves en 2006, 5235 en 2007: 20 pour cent des blessés graves deviennent des rentiers AI, soit environ 1000 personnes en 2006 et 1100 en 2007. Ne croyez-vous pas qu'il est temps d'investir ces 300 millions de francs par an pour diminuer significativement les souffrances de nombreuses familles atteintes par un accident grave de la circulation et, du même coup, d'économiser plus de 6 milliards de francs à la charge de notre économie, dont 840 millions à la charge des assurances sociales?
En acceptant cette motion vous contribuerez de manière significative et intelligente à diminuer le nombre des rentes AI à l'avenir, tout en donnant un sérieux coup de pouce afin d'instaurer un équilibre financier de cette importante assurance sociale, cela en complément de la mesure que le peuple suisse a acceptée le 27 septembre dernier.
Rejeter cette motion, c'est préférer voir année après année des familles endeuillées par la perte d'un être cher, ou atteintes par les très lourds handicaps dont serait frappé pour le reste de sa vie l'un de ses membres. Cela s'apparente à de la non-assistance à personne en danger. Rejeter cette motion, c'est aussi accepter des coûts pour la société qui pourraient être évités par la mise en oeuvre du projet Via sicura.
Je m'adresse à ceux qui en appellent toujours à économiser dans l'assurance-invalidité: soyez logiques jusqu'au bout! Nous pouvons empêcher, en décidant d'inclure des mesures adéquates dans le programme Via sicura, que chaque année 1000 personnes environ deviennent de nouveaux handicapés à vie. N'est-ce pas là une excellente manière de contribuer à l'assainissement de l'AI et d'éviter du même coup à de nombreuses familles des drames terribles?
Pour moi, le choix de la qualité de vie est vite fait. Je vous invite à privilégier la vie humaine et la bonne gestion des deniers publics.

Borer Roland F. (V, SO): Es ist auch in unserer Partei und bei mir unbestritten, dass jeder Tote und jeder Schwerverunfallte im Verkehr ein Opfer zu viel ist. Darüber möchten wir auch keine Grundsatzdebatte führen; das akzeptieren wir. Aber es stellt sich die Frage, ob das Programm Via sicura, das ein Verwaltungsprogramm ist, schlussendlich zielführend ist und auch akzeptiert wird. Wenn man nämlich Unfälle verhindern beziehungsweise reduzieren will, dann braucht es in einer breiten Öffentlichkeit eine grosse Akzeptanz. Ich brauche da wahrscheinlich im Moment nicht in die Details zu gehen: Das Programm Via sicura wird eigentlich nur von linker Seite und von der Verwaltung akzeptiert. Die Verkehrsverbände und die Berufs- und Branchenorganisationen lehnen eigentlich die Vorschläge grösstenteils ab.
Es gab in den letzten Jahren einen massiven Rückgang der Zahl der Verkehrstoten, auch ohne Via sicura. Die Erwähnung von Kosten von 300 Millionen Franken für die Umsetzung dieses Programms kann man zum grossen Teil noch nachvollziehen. Aber in diesem Zusammenhang von einem hypothetischen Nutzen von 840 Millionen zu sprechen, der sich aus den vermiedenen Unfallkosten ergibt, und das praktisch als Tatsache darzustellen, das geht doch etwas weit. Es sind hypothetische Zahlen, die vor allem auch in Fachkreisen umstritten sind. Deswegen sind wir der Meinung, dass wir nicht jetzt schon konkret das Signal geben sollten, dass Via sicura das Allheilmittel gegen Verkehrsunfälle sei. Wir sind der Meinung, dass hier die Faktenlage und vor
AB 2009 N 1929 / BO 2009 N 1929
allem auch die Akzeptanz der Bevölkerung viel zu gering sind, als dass hier mittels einer Motion konkrete Forderungen generiert werden könnten.
Aus diesen Gründen und weil diese rund sechzig vorgeschlagenen Massnahmen nicht unumstritten sind, sind wir der Meinung, dass eine konkrete Motion, die verbindliche Aufträge gibt, hier das falsche Mittel ist.
Wir bitten Sie, diese Motion abzulehnen.

Leuenberger Moritz, Bundesrat: Wir begrüssen die Motion. Der Bundesrat ist einverstanden, dass sie angenommen wird.
Die Vernehmlassung zu Via sicura wurde im März 2009 abgeschlossen. Es ist überhaupt nicht wahr, dass Via sicura grossmehrheitlich abgelehnt worden sei. Es liegen differenzierte Stellungnahmen vor, und wir werden die Vernehmlassung selbstverständlich im Hinblick auf die Akzeptanz auswerten, das ist ganz klar. Wir werden Ihnen sodann etwas vorschlagen, wovon wir hoffen, dass Sie es akzeptieren können, aber es steht im Moment noch nicht fest.
Es gibt einige Massnahmen, da ringe ich noch mit mir selber: Soll ich sie vorschlagen? Soll ich sie nicht vorschlagen? Ein berühmtes Beispiel ist das Obligatorium des Velohelms: Ausgerechnet die Velofahrer wollen das nicht. Ich schwanke da: Soll ich dies vorschlagen oder nicht? Auf jeden Fall wird am Schluss das Parlament die Möglichkeit haben zu entscheiden, und das ist dann die Lackmusprobe für die Akzeptanz. Ich finde, wir müssen aufpassen und dürfen nicht sagen: Wir haben jetzt schon einigen Erfolg gehabt, die Anzahl der Verkehrstoten sinkt, also müssen wir nichts mehr unternehmen. Die Rate sinkt nicht einfach so. Sie sinkt, weil wir bereits aktiv geworden sind. Ich erinnere an die Massnahme der 0,5 Promille oder an die neuen Bestimmungen für den Erwerb des Fahrausweises. Das haben wir hier besprochen, das ist eingeführt worden. Beide Massnahmen führten zu einer Senkung. Es gibt noch viele andere Massnahmen, so Infrastrukturmassnahmen, die Anwendung von Erkenntnissen, die wir beim Bau der Strassen mit Richtungstrennung, bei Kreiseln usw. gesammelt haben, oder technische Vorschriften für Automobile. Dies alles führte zu einer Senkung. Aber es sind in der Schweiz, wie wir alle wissen, immer noch mehr als 300 Strassenverkehrstote pro Jahr zu beklagen. Lassen Sie uns daran weiterarbeiten, lassen Sie uns unsere Vorschläge machen; sie sind nicht identisch mit dem, was wir ursprünglich getan haben. Sie werden dann entscheiden können.
Ich war letzte Woche in Moskau an einer grossen Uno-Veranstaltung über die Strassenverkehrssicherheit. Es gibt weltweit 1,3 Millionen Strassenverkehrstote pro Jahr - 1,3 Millionen Tote pro Jahr! Das sind mehr Tote, als irgendeine Krankheit verursacht. Der Wille der Völkergemeinschaft ist durchaus da, dieses Problem systematisch anzugehen. Wir müssen das systematisch angehen, wir können nicht einfach da und dort etwas tun, sondern wir müssen das aus der Gesamtsicht heraus angehen, und Via sicura ist ein solches systemisches Programm.
Nehmen Sie die Motion an.

Abstimmung - Vote
(namentlich - nominatif; Beilage - Annexe 07.3788/3155)
Für Annahme der Motion ... 80 Stimmen
Dagegen ... 103 Stimmen



Schluss der Sitzung um 12.00 Uhr
La séance est levée à 12 h 00
AB 2009 N 1930 / BO 2009 N 1930




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