Rechsteiner Rudolf (S, BS):
Es handelt sich hier nur um ein Postulat, das einen Bericht verlangt, nämlich einen Bericht über die multifunktionale Nutzung von Autobahnen im Sinne einer Entlastung der Landschaft. Konkret geht es darum, dass wir einen starken Bedarf nach neuen Infrastrukturen haben, z. B. für die Verlegung von Glasfasernetzen, Standorte für Mobilfunkantennen und vor allem auch für die Verstärkung der nationalen und der transnationalen Stromnetze. Mit dem Autobahnnetz steht in der Schweiz ein geschlossenes Infrastrukturnetz zur Verfügung, das noch anderen Zwecken dienen kann als dem motorisierten Verkehr. Es handelt sich ja in der Regel um eine Infrastruktur, die bereits verlärmt ist und die bereits Fakten geschaffen hat, was die Veränderung des Landschaftsbildes anbelangt. Ich verstehe nicht ganz, wieso diesem Postulat opponiert wird, da der Bundesrat es ja zur Annahme beantragt.
Ich verweise darauf, dass z. B. in Skandinavien neue Stromnetze nur noch unterirdisch gebaut werden dürfen und dass man dazu die Autobahnborde verwendet, um möglichst wenig Leute zu stören. Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass die ABB ständig daran ist, ihre Stromübertragungstechnologien zu verbessern. Die ABB kommt jetzt zum Zuge, wenn in der Nordsee die grossen Windfarmen verkabelt werden. Auch in Deutschland ist es so, dass ein völlig neues nationales Stromnetz, eine neue Stromautobahn mit sechs bis acht neuen Nord-Süd-Verbindungen, geschaffen wird. Diese Leitungen werden an der Schweizer Grenze nicht haltmachen, sie müssen durch die Schweiz gezogen werden. Ich weise Sie darauf hin, dass die Elektrizitätswirtschaft Milliarden in neue Pumpspeicher investiert, z. B. beim Projekt Linth-Limmern im Kanton Glarus, im Kanton Bern auf der Grimsel und im Kanton Wallis. Wenn Sie diese Infrastrukturen mit dem europäischen Markt verbinden wollen, und zwar auf eine Art und Weise, die möglichst wenig Menschen stört, dann ist es richtig, wenn wir prüfen, ob wir die bestehenden Autobahntrassen zu diesem Zweck verwenden können, weil wir dort am wenigsten Menschen stören.
Es geht aber noch weiter. Nehmen Sie heute die Situation in den Städten, wo es vorkommt, dass neue Mobilfunkantennen auf Schulhäusern oder neben Schulhäusern errichtet werden, zum Teil auch auf Gebäuden mit Kindergärten. Sie wissen genau, dass diese Infrastrukturen gesundheitliche Nebenwirkungen haben. Auch da geht es darum, Räume zu nutzen, z. B. bei einer Autobahnausfahrt, wo wenig Menschen wohnen, wo es wenig Leute stört. Natürlich sollen sich auch die Nutzer an den Kosten beteiligen. Es geht auch darum, Rechtsstrukturen zu schaffen, die eine gerechte Kostenteilung ermöglichen.
Der Bundesrat begrüsst dieses Postulat. Ich bitte Sie, diese Arbeiten nicht zu verzögern, weil sie von nationaler Bedeutung sind.