Bortoluzzi Toni (V, ZH):
Um es klar festzuhalten: Ich bin also in keiner Art mit einer Mandatsbeziehung zu einer Krankenkasse belastet. Für mich stellt sich hier eine rein wirtschaftspolitische Frage. Darum beantrage ich Ablehnung dieses Postulates, im Sinne von "Wehret den Anfängen".
Der Bundesrat begründet seine positive Haltung gegenüber diesem Postulat mit dem Vergleich mit der Suva, Herr Bundesrat. Der Vergleich mit der Suva hinkt nun ordentlich, denn die Suva ist ein Monopolbetrieb, der mit einem staatlichen Auftrag versehen ist. Die Krankenkassen sind zwar teilweise mit einem staatlichen Auftrag versehen, sie sind aufgrund von Bedingungen zu diesem Auftrag zugelassen, sind aber völlig private Betriebe. Das ist meines Erachtens etwas ganz anderes.
Wenn Sie nun zur Offenlegung von Löhnen in privaten Betrieben Hand bieten, dann ist das ein falscher Weg. Sie haben den Auftrag, aufgrund des Krankenversicherungsgesetzes verbunden mit der Zulassung gewisse Elemente einer Kontrolle zu unterziehen, um dann jeweils die Prämien zu bewilligen. Das ist ein Auftrag, den der Bundesrat hat, und diesem Auftrag ist nachzukommen. Dazu gehören selbstverständlich auch die Verwaltungskosten und die verrechneten Löhne, die Gehälter der Angestellten, die in diesen Zusammenhang einbezogen werden. Aber es kann natürlich nicht sein, dass eine Offenlegung einzelner Löhne überhaupt möglich ist, wie Sie das bei der vorherigen Motion bereits gesagt haben, nachdem ja diese Versicherer - ich betone: private Betriebe - in der Regel nicht nur den Auftrag des Staates im Bereich der Grundversicherung erfüllen, sondern eine ganze Zahl anderer Versicherungen anbieten. Hier zu sagen, man nehme ein Postulat entgegen, das es allenfalls möglich machen soll, die Löhne der Manager offenzulegen, das funktioniert nicht. Das ist Sache der Eigner, ob das Genossenschafter sind, ob es Aktionäre sind oder ob es der Betrieb dann selber will. Dagegen, meine ich, spricht gar nichts, aber es geht nicht an, dass der Staat diese Rolle übernimmt, indem er privaten Betrieben sagt, wie sie mit ihren Löhnen umzugehen haben.
Darum, meine ich, sollte man den Anfängen wehren und dieses Postulat ablehnen.