Nationalrat - Sommersession 2010 - Zwölfte Sitzung - 16.06.10-08h30
Conseil national - Session d'été 2010 - Douzième séance - 16.06.10-08h30

10.9004
Ordnungsantrag
Motion d'ordre

Präsidentin (Bruderer Wyss Pascale, Präsidentin): Es ist ein Ordnungsantrag von Herrn Borer eingegangen. Er schlägt vor, die Sitzung heute Nachmittag zwischen 16 Uhr und 18 Uhr während des WM-Spiels der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft zu unterbrechen. (Heiterkeit)

Borer Roland F. (V, SO): Ich für meine Person bin äusserst stolz darauf, dass sich unsere Fussball-Nationalmannschaft für diese WM qualifiziert hat. Anscheinend bin ich nicht der einzige Politiker in diesem Saal und in diesem Haus, der so denkt; unter anderem ist die Bundespräsidentin nach Südafrika geflogen, und andere Mitglieder der Exekutive haben allenfalls Ähnliches vor.
Ich habe ein wenig herumgehört und stelle fest, dass in allen Ländern in dem Zeitpunkt, in dem die Nationalmannschaft auf dem Feld antritt, Sitzungsunterbrüche stattfinden, um die Mannschaft wenigstens im Innern zu unterstützen.
Wenn hier gesagt wird, es sei nicht nötig, die Sitzung zu unterbrechen, man könne ja das Spielgeschehen hier im Ratssaal auf dem Laptop verfolgen, dann stimmt das. Aber es entspricht eigentlich nicht der Ernsthaftigkeit, die ich von diesem Parlament bei der Behandlung eines Geschäftes verlange. Dazu kommt, dass wir in dieser Session auch noch Geschäfte haben, die in Kategorie I abgehandelt werden, und mit etwas Selbstdisziplin kann die Zeit kompensiert werden. Das ist der Grund, weswegen Kollege Hurter und ich diesen Antrag gestellt haben; die verschiedenen Vertreterinnen und Vertreter von Sportverbänden und anderen dem Sport nahestehenden Organisationen konnten dies ja nicht tun, weil sie befangen waren.
Ich bitte Sie, mich zu unterstützen.

Präsidentin (Bruderer Wyss Pascale, Präsidentin): Herr Borer, ich habe ein gewisses Verständnis für Ihren Ordnungsantrag. Ich weiss aber nicht, ob Sie damit zur Effizienz der Debatte beitragen - das muss ich sagen. Es gibt eine Frage an Sie.

Chopard-Acklin Max (S, AG): Herr Borer, sind Sie bereit, auch die Arbeitgeber dazu aufzufordern, ihren Angestellten zwei Stunden freizugeben?

Borer Roland F. (V, SO): Es ist Sache des entsprechenden Unternehmens. Auffordern kann ich sie, aber es soll vor Ort entschieden werden, ob ja oder nein.

Präsidentin (Bruderer Wyss Pascale, Präsidentin): Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie kennen alle mein Sportlerherz, ich brauche Ihnen dazu nichts zu erklären. Weil Herr Borer keinen Kompensationsantrag stellt, um diese zwei Sitzungsstunden zu einem anderen Zeitpunkt einzuplanen, möchte ich Ihnen als Präsidentin mitteilen, dass wir dann heute nur noch drei Stunden Zeit für die Beratungen hätten. Wir haben noch die Differenzen beim Abkommen über das Amtshilfegesuch der USA betreffend die UBS zu beraten. Wir hätten Mühe, nur schon die Debatte zu dem Geschäft, das wir jetzt gerade diskutieren, abzuschliessen. Sie müssen sich einfach bewusst sein, dass wir eine Menge Geschäfte in die nächste Session transferieren müssten.

Müller Geri (G, AG): Als Torwart des FC Nationalrat (Heiterkeit) ist es mir ein grosses Anliegen, dass die Schweiz heute das Spiel gut spielt. Aber ich habe auch noch anderes auf dem Herzen, und ich hoffe, Sie haben das auch. Wir haben Geschäfte, dringende Geschäfte, die in dieser Session behandelt werden müssen. Ich muss Sie wirklich bitten, unsere Arbeit, für deren Erledigung wir gewählt worden sind, ernst zu nehmen und diese Geschäfte vorzuziehen.
In dem Sinne bitte ich Sie, diesen Ordnungsantrag abzulehnen und sich den Geschäften zuzuwenden.

Abstimmung - Vote
(namentlich - nominatif; Beilage - Annexe 10.9004/4222)
Für den Ordnungsantrag Borer ... 30 Stimmen
Dagegen ... 135 Stimmen
AB 2010 N 1028 / BO 2010 N 1028

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