Nationalrat - Herbstsession 2010 - Dreizehnte Sitzung - 29.09.10-15h00
Conseil national - Session d'automne 2010 - Treizième séance - 29.09.10-15h00

10.017
Für menschenfreundlichere
Fahrzeuge.
Volksinitiative.
CO2-Gesetz. Revision
Pour des véhicules
plus respectueux des personnes.
Initiative populaire.
Loi sur le CO2. Révision
Erstrat - Premier Conseil
Informationen CuriaVista
Informations CuriaVista
Informazioni CuriaVista
Botschaft des Bundesrates 20.01.10 (BBl 2010 973)
Message du Conseil fédéral 20.01.10 (FF 2010 885)
Nationalrat/Conseil national 29.09.10 (Erstrat - Premier Conseil)
Nationalrat/Conseil national 30.09.10 (Fortsetzung - Suite)
Nationalrat/Conseil national 07.12.10 (Fortsetzung - Suite)
Ständerat/Conseil des Etats 16.12.10 (Frist - Délai)
Ständerat/Conseil des Etats 07.03.11 (Zweitrat - Deuxième Conseil)
Nationalrat/Conseil national 10.03.11 (Differenzen - Divergences)
Ständerat/Conseil des Etats 15.03.11 (Differenzen - Divergences)
Nationalrat/Conseil national 18.03.11 (Schlussabstimmung - Vote final)
Ständerat/Conseil des Etats 18.03.11 (Schlussabstimmung - Vote final)
Ständerat/Conseil des Etats 01.06.11 (Fortsetzung - Suite)
Nationalrat/Conseil national 17.06.11 (Schlussabstimmung - Vote final)
Ständerat/Conseil des Etats 17.06.11 (Schlussabstimmung - Vote final)
Text des Erlasses 1 (AS 2012 489)
Texte de l'acte législatif 1 (RO 2012 489)
Text des Erlasses 2 (AS 2012 351)
Texte de l'acte législatif 2 (RO 2012 351)

Präsidentin (Bruderer Wyss Pascale, Präsidentin): Wir führen eine allgemeine Aussprache über die Volksinitiative und gleichzeitig die Eintretensdebatte über den direkten Gegenentwurf.

Wobmann Walter (V, SO), für die Kommission: Die Volksinitiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge", besser bekannt als Offroader-Initiative, wurde am 25. August 2008 mit 123 670 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Die Initiative verlangt, dass Personenwagen mit einem CO2-Ausstoss von mehr als 250 Gramm pro Kilometer nicht mehr zugelassen werden dürfen, ebenso Fahrzeuge, die schwerer als 2200 Kilogramm sind oder die mehr als 2,5 Milligramm Russpartikel pro Kilometer emittieren. Personenwagen, welche durch die Ausgestaltung ihrer Frontpartie Velofahrer, Fussgänger oder andere Verkehrsteilnehmer übermässig gefährden, würden ebenfalls nicht mehr zugelassen. Motorfahrzeuge, welche vor dem Inkrafttreten des neuen Verfassungsartikels zugelassen wurden, dürften ebenso wie im Ausland eingelöste Fahrzeuge weiterhin verkehren, allerdings mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern auf der Autobahn.
Die UREK-NR hat sich an mehreren Sitzungen sehr intensiv mit der vorliegenden Volksinitiative befasst, dies auch im Zusammenhang mit der parallel dazu laufenden Revision des CO2-Gesetzes. Die Kommissionsmehrheit empfiehlt Ihnen bei einem Stimmenverhältnis von 17 zu 8 bei 1 Enthaltung wie der Bundesrat, die Initiative dem Volk zur Ablehnung zu empfehlen, und zwar aus folgenden Gründen:
Bei Annahme der Initiative dürften etwa 650 Fahrzeugmodelle nicht mehr zugelassen werden. Zwei Drittel davon sind nicht typische Offroader, sondern es sind Limousinen, Kombis, Familienvans, Sportwagen. Somit wären also ganze Marken betroffen: Ich denke an Ferrari, Lamborghini, Maserati, Bentley, Rolls-Royce, Aston Martin usw.; sogar Porsche wäre sehr stark davon betroffen. Damit würden der Grundsatz der freien Wahl der Verkehrsmittel und jener der persönlichen Freiheit massiv verletzt. Diese Diskriminierung der Schweizer Bevölkerung gegenüber anderen Ländern wäre eine einschneidende Einschränkung der Handels- und Gewerbefreiheit. Insbesondere in unserem topografisch sehr schwierigen Land ist es unabdingbar, dass die Wahl des Verkehrsmittels frei erfolgen kann und nicht vorgeschrieben oder eingeschränkt wird. Ich möchte daran erinnern, dass besonders die Rand- und Bergregionen damit sehr stark benachteiligt würden.
Die Initiative beinhaltet also zwei verschiedene Elemente: einerseits den Umweltschutz, also den CO2-Ausstoss, und andererseits - durch das Verbot von schweren Fahrzeugen - die Sicherheit. Die Behauptung der Initianten, wonach grosse Fahrzeuge für Fussgänger und Velofahrer gefährlicher seien als kleine, kann bis heute nirgends bewiesen werden. Im Vergleich zu anderen Ländern wie beispielsweise Spanien, Portugal, Dänemark oder Irland hat die Schweiz nämlich bedeutend weniger tote und schwerverletzte Fussgänger zu beklagen. Aber in all den Ländern, die ich aufgezählt habe, gibt es viel weniger Offroader und grosse Autos. Allgemein hat sich die Sicherheit der Personenwagen in den letzten Jahren massiv verbessert.
Kaum lösbar wäre auch die Behandlung der bereits bestehenden, im Verkehr stehenden Fahrzeuge. Das wäre effektiv ein Knackpunkt. Und nach welchen Kriterien nur noch mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern gefahren werden dürfte und wie das dann kontrolliert werden sollte, das kann wahrscheinlich bis heute niemand genau sagen.
Eine Minderheit der UREK will dem Volk die Initiative zur Annahme empfehlen, natürlich mit der gleichen Begründung wie die Initianten.
Der Bundesrat machte einen indirekten Gegenvorschlag zur vorliegenden Initiative. Dieser befasste sich mit dem CO2-Ausstoss, und zwar sollte damit der CO2-Ausstoss bei Personenwagen ab 2012, wie in der EU, auf 130 Gramm pro Kilometer begrenzt werden. Unsere Kommission hat mit 15 zu 11 Stimmen Nichteintreten auf diesen indirekten Gegenvorschlag beschlossen. Stattdessen wurde das Hauptanliegen, nämlich die Senkung des CO2-Ausstosses, bei der Revision des CO2-Gesetzes, in den Artikeln 9 bis 11, eingebaut und auch geregelt. Unser Rat hat in der vergangenen Session, also in der Sommersession, den Grenzwert auf 150 Gramm pro Kilometer ab 2013 festgelegt. Somit erübrigt sich nun der indirekte Gegenvorschlag; er ist damit eigentlich erledigt.
Abschliessend kann festgestellt werden, dass die technische Entwicklung bei den Personenwagen schon seit Jahren in Richtung weniger CO2-Ausstoss und ganz allgemein in Richtung weniger Umweltbelastung und mehr Sicherheit geht. Hybridfahrzeuge zum Beispiel brauchen heute weniger als vier Liter Benzin pro 100 Kilometer. Es kommen immer mehr erdgas-, flüssiggas- und elektrobetriebene Fahrzeuge auf den Markt. Sogar Fahrzeuge mit Brennstoffzellen laufen heute schon im Versuchsbetrieb. All diese Entwicklungen sind der richtige Weg. Dieser Weg muss fortgesetzt werden. Er braucht sicher ein bisschen Zeit, aber die technische Entwicklung braucht Zeit. Willkürliche Verbote bringen uns dagegen absolut nichts und schaden unserem ganzen Wirtschaftsstandort, dem Gewerbe insgesamt.
Die Mehrheit der UREK empfiehlt Ihnen, die Volksinitiative zur Ablehnung zu empfehlen; das ist die Vorlage 1. Zur Vorlage 2 ist von der BDP-Fraktion soeben ein Rückweisungsantrag eingereicht worden. Dieser lag der Kommission natürlich nicht vor. Aber ich habe Ihnen vorhin erklärt, dass der CO2-Ausstoss im CO2-Gesetz geregelt ist. Darüber wurde hier im Rat demokratisch abgestimmt, wie wir das gewohnt

AB 2010 N 1585 / BO 2010 N 1585
sind. Somit erübrigt sich dieser Rückweisungsantrag. Er ist eigentlich überflüssig und entsprechend abzulehnen.

Favre Laurent (RL, NE), pour la commission: En quelques mots, la commission vous propose de recommander au peuple et aux cantons de rejeter l'initiative populaire "pour des véhicules plus respectueux des personnes", traitée dans le projet 1 du dépliant. La commission vous propose en outre de ne pas entrer en matière sur le contre-projet indirect du Conseil fédéral, qui fait l'objet du projet 2 du dépliant. En effet, notre conseil ayant déjà légiféré de manière similaire pendant la session d'été, lors de la révision totale de la loi sur le CO2, la commission estime qu'il est inutile et superfétatoire de soutenir un tel contre-projet.
Précisément, la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie, par 17 voix contre 8 et 1 abstention, recommande le rejet de l'initiative populaire. Dans le même temps, elle propose, par 15 voix contre 11, de ne pas entrer en matière sur le contre-projet indirect présenté par le Conseil fédéral.
La majorité de la commission estime en effet que l'initiative constitue un projet trop disparate, qui suit trop de directions différentes et dont les exigences sont excessives. En outre, elle considère qu'il est inutile d'y opposer un contre-projet consistant en une révision provisoire - pour une année - de la loi actuelle sur le CO2 qui serait en vigueur jusqu'à la fin 2012.
Une minorité de la commission s'est déclarée favorable aux prescriptions plus strictes imposées par l'initiative. Cette minorité recommande d'accepter l'initiative. Elle aura très largement l'opportunité de s'exprimer ici.
Pour mémoire, lors de la session d'été, nous avons traité la révision totale de la loi sur le CO2, notamment les articles 9 à 11 traitant des mesures techniques pour les véhicules en vue de réduire leurs émissions de CO2 (objet 09.067, projet 1). A cet égard, notre conseil a approuvé une réduction des émissions à une moyenne de 150 grammes par kilomètre. Notre conseil a estimé que l'objectif de 130 grammes par kilomètre était disproportionné, car la Suisse ne peut pas répartir la moyenne de ses émissions entre plusieurs régions, comme peut le faire l'Union européenne avec ses 27 pays. De plus, le parc automobile suisse émet aujourd'hui plus de CO2 en moyenne que celui de l'UE, en partie à cause de la topographie montagneuse du pays.
Précisément, l'initiative vise à adopter des dispositions plus sévères pour réduire les effets nuisibles des véhicules à moteur, à savoir notamment les atteintes à l'environnement et les conséquences des accidents. Elle prévoit à cet effet:
1. d'introduire une valeur limite pour les émissions de CO2 et d'abaisser celle applicable aux émissions de particules fines;
2. de réduire le poids maximum à vide autorisé pour les voitures de tourisme;
3. d'interdire l'immatriculation des voitures de tourisme qui présentent un danger élevé pour les autres usagers de la route.
Les voitures de tourisme en circulation qui ne remplissent pas les conditions fixées se verraient imposer une limite maximale de vitesse à 100 kilomètres à l'heure selon les dispositions transitoires. Cette règle s'appliquerait également aux voitures étrangères circulant sur le territoire suisse.
L'initiative prévoit aussi de limiter les émissions de CO2 des voitures de tourisme à 250 grammes par kilomètre au maximum. Il n'existe actuellement aucune valeur limite en Suisse pour ces émissions.
L'initiative prévoit de ne plus immatriculer les véhicules à moteur qui présentent un danger excessif pour les cyclistes, les piétons ou d'autres usagers de la route. Les dispositions transitoires imposent notamment aux voitures de tourisme une partie frontale "sans risque excessif de blessure pour autrui". La directive européenne sur la protection des piétons, reprise dans le droit suisse depuis 2005, règle plus précisément la question. Elle a été remplacée par un nouveau règlement plus strict en vigueur depuis novembre 2009, qui sera étendu en 2015 aux voitures de tourisme d'un poids total de plus de 2,5 tonnes et aux fourgonnettes d'un poids total allant jusqu'à 3,5 tonnes.
L'Office fédéral des routes examine régulièrement l'évolution en matière de sécurité routière, y compris à l'étranger. Il recommande le cas échéant au Conseil fédéral d'adopter les modifications nécessaires par la voie législative ordinaire. Cette procédure permet de garantir que le niveau de sécurité appliqué en Suisse est au moins aussi élevé que dans le reste de l'Europe. Elle a ainsi conduit à l'extension de la protection des piétons aux voitures de plus de 2,5 tonnes ou à l'introduction de l'assistant de conduite et du système de conduite servodynamique, qui permettent d'éviter les accidents.
Les conséquences pratiques et financières en cas d'acceptation de l'initiative seraient très importantes. Au 31 décembre 2008, environ quatre types de voitures sur cinq homologués en Suisse ne respectaient pas, en partie faute de preuve, au moins un des critères de l'initiative, généralement celui sur la protection des piétons. En cas d'acceptation de l'initiative, ces voitures ne pourraient plus être immatriculées, à moins d'apporter a posteriori la preuve nécessaire concernant par exemple la protection des piétons.
Au 31 décembre 2008, seules quelque 135 300 voitures de tourisme immatriculées remplissaient tous les critères de l'initiative. Ces véhicules pourraient continuer à circuler à 120 kilomètres à l'heure sur l'autoroute. Une partie des autres voitures immatriculées répondrait aussi aux exigences de l'initiative si un examen était réalisé pour en apporter la preuve. Il faudrait cependant y consacrer beaucoup de temps et d'argent. Notons enfin que le renouvellement continu du parc automobile ne cesse d'augmenter le nombre de voitures qui remplissent les critères de l'initiative.
Le 19 décembre 2008, le Conseil fédéral a décidé de présenter un contre-projet indirect à la présente initiative, en proposant une révision partielle de la loi sur le CO2. Cette révision vise à atteindre un objectif de 130 grammes par kilomètre d'émissions moyennes de CO2 d'ici à 2015, en instaurant des sanctions pour tout dépassement.
Les émissions moyennes de CO2 des voitures neuves immatriculées en 2008 s'élevaient à 175 grammes par kilomètre en Suisse et à 153,5 grammes par kilomètre dans l'UE. Cette différence obligerait la Suisse à suivre une courbe dégressive nettement plus raide que l'UE. Comme dans l'UE, les importateurs ont la possibilité de constituer des communautés de quotas d'émissions et de réaliser les objectifs en commun. Les importateurs qui demeurent en dessous de la valeur cible peuvent ainsi obtenir une compensation auprès des membres de leur communauté de quotas d'émission pour leur efficacité.
Contrairement à l'initiative, qui prévoit uniquement d'interdire l'immatriculation de voitures neuves dont les émissions de CO2 sont supérieures à 250 grammes par kilomètre - mais comme le prévoit la révision de la loi sur le CO2 -, le contre-projet du Conseil fédéral aura un effet sur toutes les voitures. Ainsi, en cas de dépassement de la valeur cible, une sanction s'appliquera. Les importateurs et les concessionnaires auront donc intérêt à vendre des véhicules dont les émissions sont faibles. En outre, comme la sanction renchérira le prix des véhicules dépassant la valeur cible, les consommateurs seront plus attentifs à l'efficacité énergétique et aux émissions de CO2.
Le contre-projet ne contient pas de mesures répondant aux autres objectifs de l'initiative, notamment ceux portant sur la sécurité routière ou sur l'émission de particules fines, parce qu'il est déjà prévu de compléter les dispositions concernées et ces modifications auront pratiquement les mêmes effets. Si les moyens divergent, l'objectif est donc identique.
Le Conseil fédéral rejette sans contre-proposition l'idée de limiter le poids à vide. Le calcul du poids des véhicules est en effet harmonisé au niveau international et il se fonde sur le poids total admis.
La commission estime que le contre-projet du Conseil fédéral est déjà compris aux articles 9 à 11 de la révision totale de la loi sur le CO2. Il diffère uniquement sur l'objectif fixé à 130 grammes par kilomètre dans le contre-projet, contre

AB 2010 N 1586 / BO 2010 N 1586
150 grammes par kilomètre dans la loi sur le CO2, adoptée lors de la session d'été par notre conseil et qui sera bientôt traitée au Conseil des Etats (objet 09.067). La différence avec l'Union européenne s'explique par la topographie helvétique largement plus montagneuse et par l'impossibilité de calculer une moyenne diluée, comme cela est possible en Europe avec ses 27 pays très hétérogènes.
Je vous rappelle que la commission vous propose, par 17 voix contre 8 et 1 abstention, de recommander au peuple et aux cantons de rejeter l'initiative populaire "pour des véhicules plus respectueux des personnes". La commission vous propose également de ne pas entrer en matière sur le contre-projet indirect présenté par le Conseil fédéral, par 15 voix contre 11. En effet, notre conseil ayant déjà légiféré de manière similaire durant la session d'été lors de la révision totale de la loi sur le CO2, la commission estime qu'il est superfétatoire de soutenir un nouveau contre-projet.
Je dirai rapidement un mot sur la proposition du groupe PBD, qui sera défendue par son porte-parole, Monsieur Grunder. Je remarque simplement que nous n'avons pas examiné cette proposition en commission, puisque celle-ci n'a pas été présentée à ce moment-là par le groupe PBD ou par d'autres. Dès lors, je ne peux pas prendre position au nom de la commission. Toutefois, je tiens à dire qu'aucune proposition d'entrée en matière sur le projet 2 n'a été faite en commission. Il nous paraît donc difficile d'aller dans ce sens-là aujourd'hui. Je pense que la commission vous aurait probablement proposé de ne pas entrer en matière sur le projet 2 et de ne pas le renvoyer à la commission pour rediscuter complètement la question de l'objectif à 130 grammes par kilomètre.
Je vous propose plutôt de faire traiter cette question-là par la commission du Conseil des Etats, puis par le Conseil des Etats. Il aura toute opportunité de traiter la question des 130 grammes par kilomètre dans le cadre de la révision totale de la loi sur le CO2 (objet 09.067). Nous aurons ainsi une solution propre à régler cette problématique.

Girod Bastien (G, ZH): Zum Klimaschutz: Der Klimaschutz hat punkto Strasse versagt. Statt dass wir die CO2-Emissionen um 8 Prozent reduzieren konnten, erhöhten sie sich um 10 Prozent. Gleichzeitig liegt bei der Verkehrssicherheit vieles im Argen. Ich lese Ihnen eine Unfallmeldung von vorletzter Woche vor: "In Wiggen/LU kam es heute Morgen zu einem folgenschweren Unfall. Weil der Fahrer eines Offroaders nicht aufpasste, musste ein 46-jähriger Autofahrer sein Leben lassen." Natürlich ist das ein Einzelfall, und die Schweiz ist zu klein, um hieraus statistische Schlüsse zu ziehen. Was aber feststeht und was amerikanische Studien zeigen - in den USA gibt es viel mehr Unfälle, weshalb repräsentative Schlüsse gezogen werden können -: Fahrzeuge mit grösserem Gewicht oder mit einer aggressiven Frontpartie sind für Fahrer normaler oder kleiner Fahrzeuge, für Fussgänger und für Velofahrer viel gefährlicher. Die Bedrohung, die von diesen Fahrzeugen ausgeht, führt dazu, dass sich viele Leute ein grösseres Fahrzeug kaufen, und dies wiederum führt zu einer Aufrüstung, führt zu immer grösseren Fahrzeugen, was auch kontraproduktiv ist für den Klimaschutz.
Deshalb wurde diese Initiative ergriffen. Was verlangt sie? Sie verlangt etwas mehr gutschweizerische Bescheidenheit auf der Strasse, etwas mehr Rücksicht auf Mitmenschen und Umwelt. Im Kern geht es darum, dass Fahrzeuge mit Eigenschaften wie übermässiger Umweltbelastung und übermässiger Gefährdung anderer nicht mehr verkauft werden. Betroffen wären von den Neuwagen etwa 10 Prozent, nämlich die ineffizientesten und gefährlichsten Fahrzeuge.
Diese Massnahme ist vergleichbar mit Massnahmen, wie wir sie in der Umweltpolitik kennen. Beispiele dafür sind Glühbirnen, von welchen die ineffizientesten nicht mehr verkauft werden, Gebäude, für die Mindeststandards bestehen, Kühlschränke. Also wenden wir auch hier eine Umweltpolitik an, die in anderen Bereichen sehr erfolgreich war. Um eine Umgehung zu verhindern, um zu erreichen, dass sich das Bild auf der Strasse wirklich verändert, wird zudem verlangt, dass für Fahrzeuge, die bereits gekauft worden sind, vor allem für Fahrzeuge, die im Ausland gekauft worden sind, eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit von Tempo 100 gilt. Damit wird verhindert, dass diese Bestimmung umgangen wird. Aber schlussendlich wird das weniger als 10 Prozent der Fahrzeuge betreffen.
Hier möchte ich etwas zur Botschaft des Bundesrates sagen: Ich war etwas enttäuscht von dieser Botschaft, weil sie sich nicht wirklich mit der Philosophie des eigentlichen Initiativtextes beschäftigt, sondern sich nur auf die Übergangsbestimmungen konzentriert und diese etwas gar technokratisch interpretiert. Zwei Beispiele: die übermässige Gefährdung - "übermässig" heisst gemäss Duden, dass etwas ausserordentlich, enorm, immens, ungeheuer ist. Bei dieser übermässigen Gefährdung wird einfach - ich kann mir nicht erklären, warum das so ist - auf die EU-Norm verwiesen und gesagt, es seien über 90 Prozent der Fahrzeuge, die diese Norm nicht erfüllten. Es kann ja nicht sein, dass "übermässig" eine grosse Mehrheit betrifft; "übermässig" bezieht sich auf eine Minderheit. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist der, dass man auch nicht einfach sagen kann: Wenn wir die Daten der Fahrzeuge nicht haben, sind sie betroffen.
Es gibt auch andere Punkte, wo eigentlich die Philosophie und die Idee der Initiative nicht aufgenommen werden. Aber das ist ein allgemeines Problem bei Initiativen, wir haben das auch bei anderen Initiativen erlebt. Ich lese Ihnen aus einer anderen Botschaft vor: "Das Ausland würde bei Annahme der Initiative ohne Zweifel schmerzliche Retorsionsmassnahmen ergreifen, was die Schweiz in eine bedrohliche verkehrs- und handelspolitische Isolation drängen würde." Das stand in der Botschaft zur Alpen-Initiative. Die Alpen-Initiative wurde, wie Sie wissen, von der Bevölkerung angenommen. Wir haben nachfolgend ein sehr gutes Gesetz erlassen, das im Bereich der Verkehrsverlagerung einen grossen Dienst erbringt.
Weitere Ähnlichkeiten mit der Alpen-Initiative bestehen sicher auch in Bezug auf die Unterstützung. In diesem Parlament, das ist mir klar, wird es diese Initiative schwer haben. In der Bevölkerung, davon bin ich jedoch überzeugt, stehen die Chancen gut. Ich möchte Sie auf die Sendung "Kassensturz", die gestern lief, hinweisen. Dort gab es eine Umfrage zu dieser Initiative. 11 000 Leute haben an der Umfrage teilgenommen; 57 Prozent würden diese Initiative unterstützen, was zeigt, dass diese Initiative einen grossen Rückhalt hat.
Wo es hoffentlich keine Parallele zur Alpen-Initiative geben wird, ist bei der zeitlichen Verzögerung. Bei der vorliegenden Initiative gab es jetzt eine lange zeitliche Verzögerung. Um die Frist einzuhalten, müsste sie, wenn es keinen indirekten Gegenvorschlag gibt, bis im Mai 2011 zur Abstimmung kommen; diese Frist sollte eingehalten werden.
Es ist ja so, dass der Gegenvorschlag zur Initiative völlig verwässert wurde. Ursprünglich war das Ziel, auf 120 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer bis 2015 zu gehen. Dieser Zielwert wurde dann später auf 130 Gramm erhöht, ohne dass die Schweiz wie die EU andere Massnahmen hätte, mit welchen diese 10 Gramm kompensiert werden könnten. Unser Rat hat dann diese Bestimmung noch weiter verwässert, sodass wir bei 150 Gramm bis 2015 sind. Diese 150 Gramm erreicht die Autoindustrie bereits 2013, wenn sie sich so weiterentwickelt; also ist das wirkungslos.
Ich bitte Sie deshalb, diese Initiative im Interesse des Klimaschutzes und der Verkehrssicherheit der Bevölkerung zur Annahme zu empfehlen.

Wasserfallen Christian (RL, BE): Sie haben gesagt, es würden nur grosse Wagen verboten, und der "Kassensturz" ist auch diesem Irrtum unterlegen. Aber sind Sie sich bewusst, dass Sie in den Übergangsbestimmungen bei der Feinstaubbelastung einen Grenzwert von 2,5 Milligramm haben? Ich persönlich fahre einen Wagen, der die Euro-5-Norm erfüllt; das sind 5 Milligramm Feinpartikel, also eigentlich das Doppelte des Grenzwertes. Mit Ihrer Initiative würde mein kleiner Peugeot 207 verboten. Ist das richtig?

AB 2010 N 1587 / BO 2010 N 1587

Girod Bastien (G, ZH): Es ist so, dass wir sagen, dass auch Fahrzeuge mit übermässiger Umweltbelastung betroffen sind. Im Bereiche des Feinstaubes ist es so, dass Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter tausendmal mehr krebserregende Feinpartikel ausstossen als Benziner. Deshalb sind Dieselfahrzeuge ohne Filter oder mit einem Filter, der bloss aus einem eigentlichen Rechen besteht und keine Nachverbrennung hat und somit ein schlechter Filter ist, richtigerweise auch betroffen.

Bigger Elmar (V, SG): Haben Sie mit den USA wirklich ein gutes Beispiel gebracht, nachdem dort nach Ihrer Ansicht vorwiegend "menschenfeindliche" Autos fahren und viele Unfälle durch solche passieren? Wenn es nur solche Autos gibt, kann es dann mit den Kleinwagen weniger Unfälle geben? Haben Sie ein gutes Beispiel gebracht?

Girod Bastien (G, ZH): Es ist eben so, dass es in Amerika trotzdem noch einige Kleinwagen gibt - immer weniger, aber vor allem an der Küste werden diese Fahrzeuge immer noch gefahren. Deshalb hat man diese Daten und kann sie auswerten. Es ist tatsächlich so: Wenn man mit einem Kleinwagen einen Unfall mit einem anderen Kleinwagen hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit, im Wagen zu sterben, zehnmal kleiner, als wenn man mit einem schweren Geländewagen kollidiert.
Aber ich weiss gar nicht, was Sie gegen diese Initiative haben. Ich möchte Sie auf die Ausnahmemöglichkeit für die Landwirtschaft hinweisen. Die Landwirtschaft wäre von dieser Initiative nicht betroffen.

Grunder Hans (BD, BE): Die Offroader-Initiative respektive, nach dem offiziellen Titel, die Volksinitiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" zielt mit ihrer Verbots- und vor allem auch Neidlogik nach unserer Sicht auf billige Effekthascherei in der Bevölkerung ab, ohne dass sie klimapolitisch einen substanziellen Beitrag leisten würde. Sie geht unnötig auf Konfrontationskurs zu unserem Schweizer Geist, zu unserem freiheitlichen Geist. Trotzdem darf ihre Wirkung in der Bevölkerung nicht unterschätzt werden. Sie führt auch zu einer unnötigen Klimavergiftung in der Bevölkerung und einer Verteufelung von Fahrzeugen, die gewisse Bevölkerungsteile aufgrund des Wohnortes, aber auch aufgrund ihres Berufes oder auch für ihre Freizeit benötigen. Besser ist es nach unserer Ansicht, den Marktpartnern die Freiheit zu lassen, wie sie die Emissionen einsparen wollen. Wichtig ist die klimapolitische Zielerreichung. Ein Durchschnittswert, der Fahrzeuge über und unter diesem Wert zulässt, genügt dabei nach unserer Ansicht vollständig. Werden die Ziele insgesamt erreicht, gibt es durchaus auch Raum auf den Schweizer Strassen für schwere Neuwagen und für Fahrzeuge, welche besonders stark beschleunigen können.
Seit der Behandlung in der Kommission haben sich zwei nach unserer Sicht grundlegende Sachverhalte geändert, die nun zu einer Neubeurteilung führen müssen - deshalb hat unsere Fraktion diesen Antrag eingereicht -: Erstens sind die Emissionen der Neuwagen auch dank den Anstrengungen der Importeure in diesem Jahr auf 167 Gramm CO2 pro Kilometer gesunken und zeichnen damit einen Absenkpfad vor, der die Zielerreichung mit einem Mechanismus für die Effizienz von Neuwagen stark vereinfacht. In der Folge stieg auch der Druck aus der Bevölkerung, auch im Verkehrsbereich eine Klima-Massnahme umzusetzen. Dies sollte aber mit einer marktwirtschaftlichen Methode und ohne Verbote passieren. Zweitens haben wir auch mit Freude festgestellt, dass das neue Positionspapier der FDP ebenfalls vorsieht, diese Werte auf 130 Gramm zu senken.
Ich stelle deshalb im Namen der BDP-Fraktion den Antrag, einzutreten und die Vorlage 2 an die Kommission zurückzuweisen, mit dem Auftrag, den indirekten Gegenvorschlag so auszuarbeiten, dass er keinerlei Verbote für Neuwagen enthält, aber analog zum EU-Mechanismus die Neuwagenemissionen auf durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro Kilometer im Jahr 2015 senkt. Die Vorlage ist haushaltneutral auszugestalten. Weiter müssen ausschliesslich geeignete Marktmechanismen dafür sorgen, dass ein Importeur weiterhin ohne finanzielle Sanktionen auch sehr schwere und stark motorisierte Neuwagen in Verkehr setzen kann, wenn er die durchschnittliche Zielvorgabe einhält.
Wir sind der Meinung, dass mit Eintreten und Rückweisung an die Kommission ein wesentlicher Beitrag, ein Anreizsystem geschaffen werden kann, damit diese klimapolitischen Ziele erreicht werden können. Denn um sie geht es hier; als ich vorhin Herrn Girod zuhörte, durfte ich feststellen, dass sein Vortrag vor allem solche Argumente enthielt. Daher bin ich überzeugt, dass auch die Initianten vielleicht noch einmal über die Bücher gehen und das Problem dann vielleicht sogar ohne diese wirklich unnötige und der Schweiz nicht angepasste Abstimmung im Sinne einer effizienten Klimapolitik gelöst werden kann.

Teuscher Franziska (G, BE): Die Schweiz liegt mitten in den Alpen. Das müsste uns eigentlich für Massnahmen gegen den Klimawandel empfänglich machen, denn die Klimaerwärmung zeigt sich besonders stark im Alpenraum. Mehr als die Hälfte der noch vorhandenen Gletscher in den Alpen wird wahrscheinlich bereits um die Jahrhundertmitte geschmolzen sein. Die geschmolzenen Gletscher werden das Landschaftsbild im Sommer verändern, und der Tourismus wird nicht mehr so attraktiv sein.
Der Strassenverkehr ist laut dem Bundesamt für Umwelt für 30 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich; er ist damit eine der wichtigsten Ursachen für den Klimawandel. Der CO2-Ausstoss des Strassenverkehrs ist immer noch am Steigen. Die bisherigen Anstrengungen der Politik, der Wirtschaft und der Automobilvertreter, dies zu ändern, waren ungenügend - auch bei uns im Parlament. Wir brauchen schärfere Regeln, damit die Zulassung von Personenwagen mit einem sehr hohen CO2-Ausstoss eingeschränkt wird.
So viel steht fest: Das CO2-Gesetz legt ungenügende Grenzwerte im Bereich der Fahrzeuge fest; hiermit schaffen wir keine Trendwende. Am schädlichsten sind die sogenannten Offroader. Diese Fahrzeugtypen benötigen im Schnitt 13 Liter für 100 Kilometer. Sie stossen gut einen Drittel mehr CO2 aus als durchschnittliche Neuwagen; Offroader sind richtige Klimakiller. 2009 waren 26 Prozent der Neuzulassungen in der Schweiz Fahrzeuge mit Allradantrieb.
Es gibt eine Untersuchung des Astra, die zeigt, dass die meisten Geländefahrzeuge dort gefahren werden, wo man solche Autos eigentlich gar nicht braucht: in den Mittellandkantonen Zug, Zürich, Baselland, Genf, Schaffhausen und Aargau. Meist werden sie nicht zweckmässig "off the road" eingesetzt, sondern stellen ein Statussymbol dar. Ihre Fahrer benutzen sie, um sich einen Weg durch den Asphaltdschungel zu bahnen. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb ihr Nutzen in keinem Verhältnis mehr zu dem von ihnen angerichteten Schaden steht, sei dies aus Sicht des Klimas oder sei dies aus Sicht der Verkehrssicherheit. Denn Offroader sind nicht nur für das Klima gefährlich, sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Sie sind eigentliche Monster: Alle anderen werden von ihnen plattgewalzt, wenn es zu einem Unfall kommt. Sie gefährden alle schwächeren Verkehrsteilnehmer, das haben zahlreiche Studien und Crashtests belegt.
Die zur Diskussion stehende Volksinitiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" will Autos mit übermässigem CO2-Ausstoss verbieten. Sie vereint zwei Kerninteressen auf sich: Sicherheitskriterien und Umweltverträglichkeit. Ich bin überzeugt, dass die Initiative keine Einschränkung unserer Mobilität zur Folge hat. Ich bin mir vielmehr sicher, dass diese Initiative das Potenzial hat, der Automobilindustrie Anreize zu geben, in leichtere, effizientere und sicherere Fahrzeuge zu investieren.
Ich bitte Sie daher im Namen der grünen Fraktion, diese Initiative zu unterstützen.
Nun noch zum Antrag der BDP-Fraktion. Ich muss sagen, dass ich ein bisschen über diesen Antrag erstaunt bin. Wir Grünen haben uns in der Kommission um einen Gegenvorschlag bemüht. Dieser Gegenvorschlag wurde auch

AB 2010 N 1588 / BO 2010 N 1588
vonseiten der BDP abgeblockt; daher war es in der Kommission nicht möglich, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Die Gründe, die Herr Grunder aufgeführt hat, warum jetzt ein Gegenvorschlag ausgearbeitet werden müsse, sind nicht neu. Ich nehme einfach zur Kenntnis, dass Herr Grunder erst jetzt den Druck der Bevölkerung spürt, etwas im Klimabereich zu machen. Diesen Druck haben wir Grünen schon seit Jahren wahrgenommen.
Wir Grünen sperren uns aber nicht gegen einen Gegenvorschlag, denn wir wollen im Klimaschutz weiterkommen. Ich bitte einfach alle, die heute diesem Antrag zustimmen, also eine Rückweisung an die Kommission beschliessen, sich dann auch dafür einzusetzen, dass es nicht zu einem zahnlosen Gegenvorschlag nur auf dem Papier kommt, sondern dass dieser Gegenvorschlag uns den Zielen des Klimaschutzes näher bringt, indem er verbindliche Massnahmen im Klimabereich gesetzlich festlegt. In diesem Sinne sind wir Grünen nicht gegen einen Gegenvorschlag. Wir wollen aber auch nicht - ich hoffe, dass dies nicht die Absicht der BDP-Fraktion ist -, dass mit diesem Gegenvorschlag die Abstimmung zur Offroader-Initiative verzögert werde. Wir sind davon überzeugt, dass die Schweizer Bevölkerung sich zu dieser Frage des Klimaschutzes aussprechen soll.

van Singer Christian (G, VD): Lorsque j'ai pris connaissance des propositions contenues dans l'initiative "pour des véhicules plus respectueux des personnes", je me suis dit: "Trop timorées!" Car c'est vraiment modéré que de demander que les nouveaux véhicules qui sont importés et immatriculés en Suisse n'émettent pas plus que 250 grammes de CO2 par kilomètre, c'est-à-dire qu'ils ne consomment pas plus que 11 litres de carburant aux 100 kilomètres, alors que tous les constructeurs proposent des modèles qui, grâce à des moteurs plus efficaces, consomment et polluent moins. J'ai encore pu le vérifier ce matin avec le supplément "Automobile" du journal "Le Temps" d'aujourd'hui, présentant les premières du Salon automobile de Paris. (L'orateur montre le document en question) C'est vraiment modéré, alors que l'Europe exige que les émissions moyennes des nouveaux véhicules soient inférieures à 130 grammes de CO2 par kilomètre d'ici à 2015.
C'est vraiment modéré et raisonnable que de demander de ne plus mettre en vente des véhicules qui menacent inutilement le climat! Que de demander d'abaisser à 2,5 milligrammes par kilomètre la valeur limite d'émission de particules, alors que les émissions moyennes des voitures immatriculées en 2008 n'étaient que de 0,6 milligramme par kilomètre! C'est vraiment modéré que de demander que le poids à vide des véhicules mis en vente en Suisse ne dépasse pas les 2,2 tonnes, sauf si des raisons professionnelles l'exigent, alors que, dans un pays à la topographie accidentée, les surpoids entraînent une forte surconsommation de carburant!
Enfin, interdire la vente de véhicules qui présentent un fort danger pour les autres usagers de la route relève du simple bon sens, limiter la vitesse des véhicules déjà immatriculés qui ne répondent pas à ces exigences aussi!
Mais voilà, cette initiative modérée, qui ne fait que proposer pour le secteur automobile ce qui se pratique déjà dans d'autres secteurs - c'est-à-dire: interdire la vente des produits les plus gaspilleurs, pollueurs et dangereux -, suscite l'hostilité du lobby de l'automobile qui, habilement, brandit l'argument de la liberté individuelle pour justifier l'injustifiable: demander le rejet de cette initiative, demander qu'on puisse continuer à mettre en vente des véhicules qui ne respectent pas assez les personnes!
Vous me direz que la loi sur le CO2 que notre conseil a adoptée (objet 09.067) est de fait un contre-projet indirect satisfaisant, mais il ne vous a certainement pas échappé qu'en l'état ces propositions sont insuffisantes. Elles exigent notamment que les émissions moyennes des nouveaux véhicules ne dépassent pas les 150 grammes de CO2 par kilomètre au lieu des 130 grammes demandés par l'Union européenne. Cette proposition ne parviendrait pas à limiter la vente de véhicules gaspilleurs et dangereux.
La proposition du groupe PBD permettra peut-être d'améliorer la situation, dans ce sens le groupe des Verts l'appuiera. Mais en l'état je vous demande, au nom du groupe des Verts, de recommander au peuple et aux cantons d'accepter l'initiative populaire "pour des véhicules plus respectueux des personnes".

Cathomas Sep (CEg, GR): Die CVP/EVP/glp-Fraktion lehnt die Volksinitiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" ab.
Nach dem Wortlaut der Initiative sollen die negativen Auswirkungen von Motorfahrzeugen durch weiter gehende Vorschriften verringert werden. Im Fokus der Initiative steht eine Reduktion der Umweltbelastungen durch ein Zulassungsverbot für schwere Personenwagen und für Personenwagen mit einem hohen CO2-Ausstoss. Gleichzeitig wird auch ein Zulassungsverbot verlangt für alle Motorfahrzeuge, welche Velofahrer, Fussgänger oder andere Verkehrsteilnehmer übermässig gefährden. Motorfahrzeuge, welche vor dem Inkrafttreten der neuen Regelungen oder im Ausland zugelassen worden sind, werden einer Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit unterstellt.
Dass durch die stets steigende Anzahl von Personenwagen und durch die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Motoren eine hohe Umweltbelastung verursacht wird, ist allgemein anerkannt. Bestrebungen zur Reduktion der entsprechenden Emissionen sind auch in unserem Rat im Zusammenhang mit der Behandlung des Gegenvorschlages zur Volksinitiative "für ein gesundes Klima" und mit der Revision des CO2-Gesetzes in der vergangenen Sommersession grossmehrheitlich unterstützt worden. Ich bin auch überzeugt, dass alle im Verlauf der letzten Jahre unternommenen Bemühungen zur Minderung der von Motorfahrzeugen verursachten Unfälle die volle Unterstützung unseres Rates geniessen und auch anerkannt werden.
Die Fragen, die wir uns im Zusammenhang mit der zur Behandlung stehenden Volksinitiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" stellen müssen, lauten: Warum bringen die Annahme der Initiative und deren Umsetzung eine stärkere Entlastung der Umwelt und einen verbesserten Schutz für Fussgänger? Was wurde bis heute im Bereich der Verkehrssicherheit durch die bereits eingeführten Regelungen und Massnahmen erreicht? Was haben die Bestrebungen der Automobilindustrie für neue Technologien an die Verminderung der Umweltbelastung und die Steigerung der Verkehrssicherheit beigetragen? Bringt die Initiative in diesen Bereichen eine wesentliche Verbesserung mit sich? Sind die in der Initiative verlangten Einschränkungen und Forderungen in den Bereichen Schadstoffausstoss, Zulassungsgewicht, Verkehrssicherheit usw. in Übereinstimmung mit den von der Schweiz abgeschlossenen internationalen Abkommen zu bringen? Als Beispiele seien genannt das WTO-Homologationsabkommen, das Freihandelsabkommen Schweiz-EWG und bei den Bilateralen I die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Vorschriften.
Gemäss den Auswertungsresultaten des Bundesamtes für Strassen, des Astra, ist die Wirkung der Volksinitiative in den Bereichen Umwelt und Sicherheit gering. Die Kosten und die internationalen Auswirkungen dagegen sind recht hoch. Die umweltrelevante Wirkung bei einer Einschränkung der Neuzulassung von Personenwagen mit einem Gewicht von 2,2 Tonnen und mit einem CO2-Grenzwert von 250 Gramm pro Kilometer ist im Verhältnis zur Gesamtflotte der in der Schweiz immatrikulierten Personenwagen sehr gering. Die kumulierte Wirkung für die Zeit von 2011 bis 2018 wird mit jährlich 200 000 Tonnen CO2-Reduktion angegeben, was gerade 1,7 Prozent der gesamten CO2-Emissionen aller in der Schweiz zugelassenen Personenwagen ausmacht.
Wenn hier der Vorschlag des Bundesrates gemäss der Vorlage zur laufenden Revision des CO2-Gesetzes der Initiative gegenübergestellt wird, ergeben sich grosse Differenzen. Bei einer Begrenzung des durchschnittlichen CO2-Ausstosses für alle Personenwagen mit dem Ziel eines durchschnittlichen CO2-Ausstosses von 130 Gramm pro Kilometer aller erstmals in Verkehr gesetzten Fahrzeuge bis 2015 resultiert

AB 2010 N 1589 / BO 2010 N 1589
in den Jahren 2012 bis 2020 im Durchschnitt eine Reduktion der CO2-Emissionen von mindestens einer Million Tonnen pro Jahr; ab dem Jahr 2020 wird mit einer Reduktion von 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr gerechnet. Die Wirkung ist um das Fünf- bis Achtfache grösser als mit der Annahme der Initiative.
Fast keinen Einfluss auf die Senkung des Russpartikelausstosses hat der Grenzwert von 2,5 Milligramm Partikel pro Kilometer, weil der Durchschnittswert aller Personenwagen in der Schweiz bis heute bereits auf etwa 0,6 Milligramm pro Kilometer gesenkt werden konnte. Zusätzlich muss auch festgehalten werden, dass ein Grenzwert des CO2-Ausstosses von 250 Gramm pro Kilometer und die Gewichtslimitierung auf 2200 Kilo keine Personenwagen mit einem Ausstoss von 249 Gramm pro Kilometer verhindern können. Zum Beispiel ist ein Porsche Cayenne mit 2160 Kilo und 244 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer von der Initiative nicht betroffen, dies trotz des grossen CO2-Ausstosses und nicht gerade geringen Gewichtes. Also kann die Initiative zur angestrebten Reduktion der Umweltbelastung zu wenig beitragen.
Ein ähnliches Resultat wird auch im Bereich der Verkehrssicherheit festgestellt. Die Forderung der Initiative wird keine Auswirkung auf einen besseren Schutz für Velofahrer, Fussgänger oder andere Verkehrsteilnehmer haben. Die Fussgängerschutz-Richtlinie der EU, die seit dem Jahr 2005 Bestandteil des schweizerischen Rechts bildet, ist die Grundlage für die Formulierung und Gestaltung besonderer Bestimmungen. Diese gelten für die Karosseriepartien aller Personenwagen, die mit einem besonderen Verletzungsrisiko für Fussgänger behaftet sind. Die Übernahme der ausgedehnten EU-Regelung für Personenwagen mit einem Gewicht über 2,5 Tonnen ab dem Jahr 2015 ist für die Schweiz geplant. Zudem werden in vielen neuen Modellen, insbesondere bei den schweren Personenwagen, Fahrassistenzsysteme wie Bremsassistenten usw. eingebaut, die effizientere Bremswirkungen ermöglichen und den Bremsweg respektive die Aufprallgeschwindigkeit deutlich verringern und wesentlich zum Fussgängerschutz beitragen.
Ebenso wenig sinnvoll ist die Begrenzung der maximalen Geschwindigkeit auf 100 Kilometer pro Stunde für die bereits immatrikulierten oder im Ausland zugelassenen Personenwagen, welche den Anforderungen an Gewicht und Schadstoffausstoss der Initiative nicht entsprechen. Erstens gilt diese Massnahme nur auf Nationalstrassen, wobei die Frage der entsprechenden Kontrollen noch nicht geklärt ist; dies wird nicht einfach sein. Zweitens muss auch festgehalten werden, dass unterschiedliche Geschwindigkeiten potenziell gefährlicher sind.
Als letzter Punkt muss noch erwähnt werden, dass die Schweiz keine Insel ist und keine eigene Automobilindustrie hat. Das vorhandene Angebot wird durch den Import bestimmt und entspricht den internationalen Normen, welche von der Schweiz in verschiedenen internationalen Abkommen ratifiziert worden sind. Bei der Festlegung von eigenen Normen müsste die Schweiz den Nachweis erbringen, dass die entsprechenden internationalen Reglemente unwirksam oder ungeeignet sind. Gelingt dies nicht, könnte dies unter Umständen als Vertragsbruch gewertet werden. Zudem könnten zusätzliche Kosten für Sonderanfertigungen und entsprechende Typenkontrollen entstehen, was wenig an die von den Initianten angestrebte Verringerung der Umweltbelastung und wenig zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen würde.
Aufgrund der gründlichen Prüfung der Vorlage und nach Abwägung der Vor- und Nachteile der von der Initiative zugunsten menschenfreundlicherer Fahrzeuge angestrebten Auswirkungen muss festgestellt werden, dass die Initiative das Ziel bei Weitem verfehlt. Die bereits getroffenen Regelungen und die bei der Revision des CO2-Gesetzes in Erarbeitung stehenden Massnahmen sind konkreter und zielführender. Sie entsprechen den internationalen Normen. Zudem könnten sie mit den Vereinbarungen koordiniert werden, die die Schweiz in Zusammenhang mit den bilateralen Verträgen, Freihandelsabkommen usw. bereits eingegangen ist.
Aus all diesen Gründen lehnt die CVP/EVP/glp-Fraktion die Initiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" dezidiert ab.
Beim indirekten Gegenentwurf des Bundesrates betreffend die Ergänzung des Bundesgesetzes über die Reduktion der CO2-Emissionen unterstützt die CVP/EVP/glp-Fraktion grossmehrheitlich den Antrag der BDP-Fraktion. Der indirekte Gegenentwurf des Bundesrates ist wortwörtlich in die laufende Revision des CO2-Gesetzes übernommen worden. Wie Sie alle wissen, hat unser Rat in der vergangenen Sommersession das vom Bundesrat vorgeschlagene Reduktionsziel für den Durchschnitt aller im Jahre 2015 zugelassenen Personenwagen von 130 auf 150 Gramm pro Kilometer erhöht. Die CVP/EVP/glp-Fraktion will nach wie vor die Massnahmen zur Reduktion der Emissionen des motorisierten Verkehrs in der laufenden Revision des CO2-Gesetzes regeln. Sollte dieses Verfahren jedoch zu viel Zeit in Anspruch nehmen, wäre es sinnvoll und im Hinblick auf die Abstimmung über die Initiative auch nützlich, auf den indirekten Gegenentwurf des Bundesrates zurückgreifen zu können.
Aus diesem Grunde unterstützt die CVP/EVP/glp-Fraktion den Antrag der BDP-Fraktion.

Leutenegger Filippo (RL, ZH): Im Namen der FDP-Liberalen Fraktion empfehle ich Ihnen ein klares Nein zur Initiative.
Ich muss nicht viele Worte über die Initiative verlieren; das werden meine Nachredner sowieso noch machen. Aber ich nenne einige Fakten: Nach der Botschaft im Bundesblatt, die wir erhalten haben, gehen etwa 96 Prozent der Personenwagen mit den Anforderungen dieser Initiative nicht konform. Vielleicht sind es mit der neuen Berechnung dann nur noch 90 oder 85 Prozent - das hat der Bundesrat geschrieben, also nicht wir. Das heisst, dass alle diese Fahrzeuge, die nicht in Ordnung, nicht konform wären, entweder verboten werden müssten oder maximal noch 100 Stundenkilometer fahren dürften. Es würde natürlich solche Situationen geben. Da müssen Sie sich mal vorstellen, wie das auf den Schweizer Autobahnen genau wäre: Sie hätten dann mehr Autos mit deutschen, italienischen und französischen Kennzeichen, weil sich die Leute, die solche Fahrzeuge fahren wollen, andere Kennzeichen beschaffen würden. Und Sie würden in kleinmotorigen Fahrzeugen oder in solchen, die nur noch 100 Stundenkilometer fahren dürften, auf der Autobahn von kräftigen deutschen Fahrzeugen mit 120 Stundenkilometern überholt. Das wären Situationen, die völlig unmöglich sind. Wenn man die Initiative genau liest und die Konsequenzen abschätzt, kommt man zum Schluss, dass sie sich selber erledigt hat. Sie ist auch ziemlich im absurden Bereich anzusiedeln. Mir kommt das etwas wie ein Asterix-Scherz vor, wenn ich mir diese Initiative mit den Konsequenzen anschaue.
Was mich mehr beschäftigt, ist die Frage des Gegenvorschlages, weil man dort vielleicht etwas ausholen muss. Wir haben ja das CO2-Gesetz, und dort ist ein Teil der Vorschläge des indirekten Gegenvorschlages enthalten. Dieser ist unserer Meinung nach nicht nötig, weil die Initiative aus unserer Sicht nicht mehrheitsfähig ist, weil sie viel zu extrem ist. Ein indirekter Gegenvorschlag hat ja den Sinn, eine Initiative abzufangen. In der Kommission haben wir ganz klar gesagt, dass wir keinen indirekten Gegenvorschlag brauchen - das hat in dieser Zeit übrigens auch Hans Grunder unterstützt, der den indirekten Gegenvorschlag nicht wollte. Wir haben die Inhalte des indirekten Gegenvorschlages in die Totalrevision des CO2-Gesetzes hineingenommen. Sie wissen ja: Das heutige CO2-Gesetz läuft 2012 aus; wir haben die Totalrevision angefangen, der Erstrat hat beschlossen.
Wir haben eine Volksinitiative, und wir haben einen indirekten Gegenvorschlag, in den der Inhalt der Initiative im Interesse eines gesunden Klimas hineingenommen wurde. Nun haben wir einige Inhalte des indirekten Gegenvorschlages in das CO2-Gesetz aufgenommen. Besonders umstritten ist die Frage, ob es 150 Gramm oder 130 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer sein sollen. Unser Rat hat in der Mehrheit beschlossen, auf 150 Gramm pro Kilometer zu gehen.

AB 2010 N 1590 / BO 2010 N 1590
Das war und bleibt sehr umstritten. Die 150 Gramm kamen ja aus der Küche der CVP-Fraktion; aus der FDP-Liberalen Fraktion gab es einen Minderheitsantrag mit 130 Gramm, allerdings auf drei Jahre später.
Wenn man nun vom System her überlegt - das muss ich Ihnen sagen, meine lieben Freunde aus der CVP -, ist klar, dass wir diese 150 Gramm nicht aufrechterhalten können. Das geht einfach nicht, weil es systemisch falsch ist. 2017, wenn wir dann auf diesen 150 Gramm pro Kilometer oder sogar tiefer sind, müssen wir nämlich das Gesetz wieder an die EU-Norm von 130 Gramm anpassen. Deshalb muss ich Ihnen sagen: Wir, die FDP-Liberale Fraktion - wir haben das gestern besprochen -, sind heute der Meinung, dass wir die 150 Gramm nicht mehr unterstützen können. Wir wollen die 130 Gramm pro Kilometer, aber mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren, damit der Absenkungspfad der gleiche ist wie in der EU.
Wir wissen ja, dass wir eine stärkere Motorisierung haben. Wir sind jetzt bei 165 Gramm, die Deutschen sind etwas weiter unten. Der Durchschnitt von 130 Gramm pro Kilometer gilt für die ganze EU; die Schweiz müsste diesen Wert hingegen als einzelnes Land direkt erreichen. Deutschland muss nicht auf 130 Gramm kommen; sie haben die Portugiesen, die ihnen helfen, diese Werte zu erreichen, weil dort die Motorisierung schwächer ist. Es gilt also der Durchschnitt der ganzen EU. Deshalb sind wir der Meinung, dass wir eine zwei- bis dreijährige Verzögerung dieses Wertes, also per 2017 oder 2018 statt per 2015, anstreben sollten. Wir werden die Zielsetzung "150 Gramm pro Kilometer" also nicht mehr unterstützen - das ist ja der Stein des Anstosses -, weil es vom System her nicht stimmt. Es tut mir leid, es geht einfach nicht.
Herr Grunder - jetzt ist er leider nicht da, ich hätte es ihm gerne persönlich gesagt -, Sie wollten diesen indirekten Gegenvorschlag zuerst nicht, jetzt wollen Sie den indirekten Gegenvorschlag mit dem Argument der 130 Gramm pro Kilometer aber doch. Das ganze Geschäft ist jetzt in der Kommission des Ständerates. Der Ständerat wird darüber beraten, und ich bin überzeugt, dass der Ständerat auf die 130 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer einsteigen wird, auch mit unserer Unterstützung. Das heisst, es kommt dann als Differenz in unseren Rat zurück, und wir können diese 130 Gramm beschliessen, mit einer zwei- bis dreijährigen Verzögerung dieses Wertes. Das wird dann noch Diskussionen auslösen, aber ich glaube, es ist ein kleines Gefecht, das wir dann haben werden. Deshalb ist der indirekte Gegenvorschlag nicht mehr nötig und nicht angesagt. Die Initiative soll allein zur Abstimmung kommen. Ich bin überzeugt, dass nach diesen gesetzgeberischen Tätigkeiten, die wir jetzt hatten, die Initiative allein zur Abstimmung kommen sollte. Es geht ja letztlich nur um den Zeitpunkt. Wenn wir den indirekten Gegenvorschlag akzeptieren würden, dann wäre einfach die Abstimmung nach den Wahlen, und wir würden das Thema weiter am Köcheln halten. Ich muss Ihnen ehrlich sagen: Das, was man erledigen kann, soll man erledigen, und zwar vorher.
In diesem Sinn und Geist würde ich Ihnen vorschlagen, dass wir zur Initiative Nein sagen, auf den indirekten Gegenvorschlag nicht eintreten und im Falle eines Eintretens keine Rückweisung vornehmen. Das ist unsere Position.

Jans Beat (S, BS): Wir freuen uns natürlich sehr, dass die FDP-Liberalen für den Wert von 130 Gramm einstehen. (Zwischenruf Leutenegger Filippo: Das sind wir schon früher!) Ich frage mich allerdings, ob Sie wissen, dass die Delegiertenversammlung der FDP-Liberalen die Einführung des Grenzwertes von 130 Gramm für 2015 gefordert hat und nicht für 2017, wie Sie es jetzt vorschlagen.

Leutenegger Filippo (RL, ZH): Ich bin so glücklich, dass Sie unsere Delegiertenversammlungen so genau verfolgen - ich lade Sie das nächste Mal ein!

Jans Beat (S, BS): Ich freue mich sehr, in diesem Moment zur Offroader-Initiative sprechen zu dürfen, weil ich den Eindruck habe, dass sich etwas bewegt.
Doch zunächst zur Materie, ich denke, dass diese ausgesprochen wichtig ist: Es ist wichtig, die Klimagasemissionen der Fahrzeuge zu senken. Erstens, weil wir hier in der Schweiz diesbezüglich ein Defizit haben: Sie wissen es, kein Land emittiert dermassen viel Klimagase durch den Privatfahrzeugverkehr wie die Schweiz. Wir haben hier wirklich Handlungsbedarf. Die Tatsache, dass das ständig weiterwächst, können und dürfen wir nicht akzeptieren. Die Schweiz ist zweitens im Hintertreffen. Die europäischen Länder haben uns bei diesem Standard überholt. Das macht keinen Sinn. Das ist nicht der Platz, wo die Schweiz hingehört. Sie gehört vielmehr an die Spitze der Umweltpolitik, das entspricht ihrer Geschichte und nichts anderes. Der dritte Grund ist, dass die Zeit einfach vorbei ist, in der man Energie verschwendete; die Zeit ist vorbei, in der man sich gedanken- und verantwortungslos fortbewegte. Die Zeiten haben sich geändert. Wir müssen und können etwas tun. Es ist also nötig, diese Klimagasemissionen, die aus dem Verkehr stammen, zu senken, und es ist möglich, das zu tun. Die Technik hilft uns dabei, die Politik muss es auch tun.
Persönlich freut es mich allerdings sehr, dass hier dank diesem Antrag der BDP-Fraktion nun Bewegung in die Diskussion gekommen ist. Ich bin zwar noch nicht lange in diesem Rat, aber lange genug in der Politik, dass ich die grossen Momente erkennen kann. Die grossen Momente sind immer die, wenn sich etwas bewegt, wenn sich ein Knoten löst, wenn sich Kompromisse abzeichnen. Ich habe den Eindruck, dass dies mit dem Antrag der BDP-Fraktion möglich ist.
Der Dank geht also einerseits an die BDP-Fraktion und an Herrn Grunder für diesen Antrag, aber andererseits auch an die FDP-Delegierten, die diesen Antrag wahrscheinlich ausgelöst haben. Sie haben gesagt, dass die Schweiz bei diesem umweltpolitischen Standard Europas mithalten soll, dass sie bis 2015 den Grenzwert für Importe auf 130 Gramm CO2 pro Kilometer beschränken soll. Das ist nun wirklich ein Fortschritt, und ich bitte Sie, liebe Damen und Herren von der FDP - ich weiss, Sie hören mir jetzt nicht zu, aber machen Sie es trotzdem -, richten Sie doch Ihren Delegierten einen Gruss von uns aus und dass wir uns sehr über diesen Entscheid gefreut haben. Es kann ja nicht schaden, wenn von der SP ab und zu auch versöhnliche Töne an die FDP gerichtet werden, und das ist sicher ein Grund zur versöhnlichen Zusammenarbeit. Denn die FDP, das möchte ich hier nochmals festhalten, war eigentlich vor zwanzig, dreissig Jahren in der Umweltpolitik der Schweiz führend. Sie hat die Förderabgaben, die Lenkungsabgaben in der Politik quasi erfunden, und dass Sie dank Ihren Delegierten in dieser Diskussion nicht ganz abgehängt werden, ist doch schön festzustellen.
Warum ist es wichtig, dass die Schweiz diese 130 Gramm bis 2015 erreicht, und warum ist es wichtig zu wissen, Herr Leutenegger, dass das für die Schweiz kein Problem ist? Sie bringen da etwas durcheinander, Herr Leutenegger: Wir haben in der Tat höhere Emissionen und grössere Fahrzeuge als Europa, aber auf den Entscheid, welche Fahrzeuge wir einführen, hat das keinen Einfluss. Wir müssen nicht warten wegen Europa, denn es geht nur um die Frage, wie viel die Durchschnittsflotte, die importiert werden darf, emittiert, und nicht darum, wie viel in der Schweiz dann tatsächlich emittiert wird. Das ist ein ganz wichtiger Unterschied. Deshalb gibt es überhaupt keinen Grund, dass wir nicht auch - so wie der Rest dieses Kontinents - die Flotte, die importiert wird, auf diesen Standard von 130 Gramm bringen. Deshalb sage ich: Es ist nicht nur wichtig, es ist auch möglich, diese Standards zu senken. Es ist nicht wahr, wenn Sie glauben, wir hätten da ein Problem mit Europa.
Etwas Weiteres, was ich hier auch noch auflösen möchte: Herr Wobmann hat gesagt, es sei ein Nachteil für die Bergkantone, wenn wir das machen. Das ist nun widerlegt, das ist statistisch widerlegt, die Bergkantone haben sogar kleinere Emissionen als städtische Kantone. Es ist nicht wahr,

AB 2010 N 1591 / BO 2010 N 1591
dass diese typischen 4x4-Fahrzeuge, die die Bauern in den Alpen brauchen, besonders viel CO2 emittieren. Das ist nicht wahr, es ist ein Gerücht, mit dem die Offroader-Initiative und der Gegenvorschlag zu Unrecht bekämpft werden. Es ist nicht wahr!
Nun bitte ich Sie, zu diesem Gegenvorschlag Hand zu bieten, auch deshalb, weil die Offroader-Initiative, die zwar von der SP begrüsst wird - wir werden sie unterstützen, wenn es dazu keine Alternative gibt -, tatsächlich den Nachteil hat, diese Emissionssenkungen eigentlich viel zu wenig konsequent hinzukriegen. Da bringt sie zu wenig. Ein Gegenvorschlag, der die CO2-Emissionen der Importe auf 130 Gramm senken würde, wie das im Rest Europas der Fall ist, würde deutlich mehr bringen. Das würde wahrscheinlich - deshalb ist es auch wichtig, dass es ein Gegenvorschlag ist - in der politischen Debatte sehr wohl helfen, nun wirklich voranzukommen. Das sind wie gesagt die grossen Momente in der Politik, wenn sich etwas bewegt.
Ich bitte hier nun die Mitglieder der FDP-Fraktion, diesen Schritt doch zu tun. Ihre Delegierten haben sich klar für 130 Gramm bis 2015 ausgesprochen. Tun Sie doch jetzt diesen Schritt. Ermöglichen Sie doch hier diesen Fortschritt, diesen denkwürdigen Moment in der Politik.

Amstutz Adrian (V, BE): Ich halte vorab zu den zentralen Forderungen der Initiative Folgendes fest:
1. Zum Fussgängerschutz: Spätestens ab dem Jahr 2015 müssen alle Personenwagen und sogar die von der Initiative nicht betroffenen leichten Nutzfahrzeuge die entsprechende EU-Richtlinie erfüllen.
2. Zu den Partikelemissionen: Dank der gerade in der Abschlussphase befindlichen Einführung der Abgasnorm Euro 5 ist der Partikelgrenzwert der Initiative kein Thema mehr.
3. Zu den CO2-Emissionen: Schon der in Europa gesetzlich vorgeschriebene Durchschnittswert hat wegen der Veränderung des Fahrzeugangebots wesentlich mehr Einfluss auf die Schweizer CO2-Emissionen als das Verkaufsverbot für Fahrzeuge mit einem Ausstoss von mehr als 250 Gramm pro Kilometer. Die mit der Revision des CO2-Gesetzes geplanten Vorschriften werden diesen Effekt noch verstärken.
Da sind aber auch noch all die Fahrzeuge, die heute schon im Verkehr stehen. Da gilt es, Folgendes festzuhalten: Keine 10 Prozent der im Verkehr stehenden 4 Millionen Personenwagen erfüllen alle Anforderungen der Initiative. Daraus leitet sich ab, dass über 90 Prozent der gesamten Flotte der Schweiz, also über 3,8 Millionen Fahrzeuge, eine oder mehrere Anforderungen der Initiative nicht erfüllen und daher auf den Autobahnen nur noch maximal 100 Stundenkilometer fahren dürften. Faktisch bedeutet das die Einführung von Tempo 100 generell. Ich frage: Ist es die wahre Absicht der Initianten, generell Tempo 100 einzuführen?
Die Initiative ist meines Erachtens eine Schlaumeierei, und die SVP-Fraktion beantragt Ihnen ein Nein zur Initiative, ein Nein zum Gegenvorschlag und auch ein Nein zum Rückweisungsantrag der BDP-Fraktion.

Grunder Hans (BD, BE): Da wir eine kleine Fraktion sind und Personalunion haben und da ich ja schon im Zusammenhang mit dem Rückweisungsantrag gesprochen habe, mache ich es kurz und beschränke mich auf die Initiative: Die BDP-Fraktion ist ganz klar der Meinung, dass das eine Initiative ist, die deutlich über das Ziel hinausschiesst, die schräg in der Landschaft ist und die nicht zielführend sein kann. Ich möchte daran erinnern: Diese willkürliche Begrenzung zum Beispiel des Leergewichts auf 2,2 Tonnen, das ist ein Ansatz, der nicht umgesetzt werden kann. Ich denke da auch an die ländlichen Gebiete. Herr Girod hat zwar gesagt, die Landwirtschaft sei nicht betroffen. Warum, weiss ich nicht. Ich habe nirgends entsprechende Ausnahmen gefunden. Und die Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde, das widerspricht Treu und Glauben: Man kauft ein Fahrzeug zum heutigen Zeitpunkt oder hat es schon früher gekauft, und plötzlich werden nachträglich solche gesetzlichen Einschränkungen gemacht. Das ist inakzeptabel. Deshalb empfehlen wir diese Initiative ganz klar zur Ablehnung.
Zur zweiten Vorlage muss ich nichts mehr sagen: Wir haben Rückweisung an die Kommission für die Erarbeitung eines indirekten Gegenvorschlages beantragt.

Hodgers Antonio (G, GE): "La liberté des uns s'arrête là où commence celle des autres", c'est sur cette règle fondamentale dans toute société basée sur la liberté individuelle comme la nôtre que la présente initiative qui vise à une mobilité durable et humaine se fonde. Car aux tenants de l'ultralibéralisme routier, c'est bien la légitimité des autres libertés qu'il faut opposer. Voici les principales.
Tout d'abord, la liberté de bénéficier d'un climat sain. En effet, les transports représentent près de 30 pour cent des émissions de gaz à effet de serre, parmi lesquelles celles de la voiture individuelle jouent un rôle très important. Les modèles qui seraient interdits par cette initiative représentent certes une très petite part de ces émissions, mais ils symbolisent clairement le gaspillage des ressources non renouvelables. Ainsi limiter les véhicules qui émettent plus de 250 grammes de CO2 par kilomètre, soit une consommation de plus de 11 litres d'essence aux 100 kilomètres, ce qui représente plus du double des objectifs de l'Union européenne, semble tomber sous le sens.
Ensuite, il faut garantir la liberté de se déplacer en sécurité sur la voirie. En raison de leur poids énorme, leur carrosserie très haute et inflexible, les gros véhicules visés par l'initiative représentent un grand danger pour les conducteurs d'automobiles de taille moyenne et petite, les cyclistes, les piétons et surtout les enfants.
Enfin, il faut garantir la liberté d'avoir suffisamment d'espace urbain, de préserver l'espace commun qui est celui de nos rues. La surface énorme occupée par ces véhicules - tout-terrain, 4x4 et autres "offroaders" - pose souvent des problèmes de circulation et de stationnement dans des espaces réduits comme ceux des villes suisses. En effet, leur largeur ne permet pas aux vélos et aux autres véhicules de les dépasser facilement. De plus, il est fréquent que ces voitures occupent chacune plus de une place de parc empêchant, ainsi les autres véhicules de stationner.
Je vous ai donné ces exemples, mais il est vrai que, comme Genevois, on constate cela quotidiennement dans nos rues, et pourtant Dieu sait si à Genève il n'y a pas beaucoup de pentes, pas beaucoup de neige, pas beaucoup de terrains boueux.
C'est vraiment pour la sauvegarde de ces libertés que je vous recommande de soutenir cette initiative. Elle est modérée, car seule une petite minorité de 13 pour cent des véhicules serait interdite, mais cette minorité est clairement la plus nuisible.

Bäumle Martin (CEg, ZH): Ich spreche heute für einmal nicht vom Klimawandel. Dazu wurde viel gesagt; die Fakten sind bekannt. Sie werden zwar nicht von allen anerkannt, bzw. sie werden in Zweifel gezogen, weil offenbar der letzte Beweis fehlt.
Offroader-Initiative, das tönt gut und sympathisch, da es nur wenige gibt, welche die schweren Offroader ausser in Randregionen und Berggebieten als sinnvolle Fahrzeuge bezeichnen würden. Dort gibt es gute Gründe für Fahrzeuge mit Allradantrieb, die aber nicht eins zu eins mit Offroadern gleichzusetzen sind. Faktisch werden ja die meisten dieser Offroaderfahrzeuge von gutsituierten Personen gefahren, welche im Flachland leben und mit zwei bis drei Tonnen Blech maximal 80 Kilogramm Fleisch transportieren. Das Problem sind aber nicht die Offroader, welche von der Initiative letztlich gar nicht mehr betroffen wären, da die meisten deutlich unter einem Ausstoss von 250 Gramm CO2 pro Kilometer liegen oder liegen werden. Betroffen wären eher einzelne Sportwagen wie die Ferraris oder die M3-Reihe von BMW, über deren Sinn oder Unsinn man streiten kann - ein Verbot ist aber sicher nicht der richtige Weg.
Entscheidend - das möchte ich betonen - sind einerseits der Verbrauch bzw. die CO2-Emissionen pro Kilometer und andererseits die gefahrenen Kilometer. Persönlich ist mir jemand, der einen Ferrari in seiner Garage stehen hat -

AB 2010 N 1592 / BO 2010 N 1592
dieses Fahrzeug stösst vielleicht mehr als 250 Gramm CO2 pro Kilometer aus -, diesen aber nur einige Hundert Kilometer pro Jahr fährt und sonst mit dem öffentlichen Verkehr, dem Velo und zu Fuss unterwegs ist, fast lieber als eine Person, welche zwar ein Auto mit einem Verbrauch von vier oder fünf Litern Benzin pro 100 Kilometer fährt, dafür aber 40 000 Kilometer pro Jahr mit dem Auto zurücklegt und den öffentlichen Verkehr, das Velo und das Zu-Fuss-Gehen meidet wie der Teufel das Weihwasser. Zugegeben, das ist sicher ein Extrembeispiel. Es zeigt aber, dass ein Verbot von einzelnen Fahrzeugkategorien nicht zielführend ist.
Trotzdem: Die Initiative hat viel ausgelöst und gute Diskussionen ermöglicht. Leider liegt heute aber noch keine bessere und stringente Lösung bezüglich der Fahrzeuge vor. Die Initiative selber - ich habe es bereits angetönt - ist auch keine gute Lösung. Ein Verbot von gewissen Fahrzeugtypen ist nicht zielführend; Zielwerte mit Sanktionen, wie wir sie mit dem Gegenvorschlag erarbeiten, sind zielführender. Ich möchte hier einen Einschub machen: Die Initiative hat einen Haken. Der Gesetzgeber oder der Bundesrat müsste bei einer Annahme rasch eine Umsetzungsgesetzgebung vornehmen, um bezüglich des Feinstaubs den Widerspruch zwischen den Euro-Normen und den Übergangsbestimmungen aufzulösen. Das ist ein Haken; es ist aber kein Killerargument gegen die Initiative.
Die Grünliberalen werden heute aber im Sinne eines Pfandes in der Hand die Volksinitiative - mit wenig Verve allerdings - noch unterstützen. Wir erwarten aber von den Initianten den Rückzug der Initiative, falls ein indirekter Gegenvorschlag mit 130 Gramm CO2 bis 2015 - das EU-Ziel - zustande kommt oder dies eben, wie die Motion beider Räte gefordert hat, umgesetzt wird.
Die Grünliberalen unterstützen deshalb auch den Antrag der BDP-Fraktion, auf einen Gegenvorschlag einzutreten und diesen an die UREK zurückzuweisen mit dem Auftrag, eine Vorlage für 130 Gramm CO2 bis 2015 zu erarbeiten. Seit der Kommissionsberatung hat sich etwas geändert, deshalb ist dieser Antrag auch richtig und angezeigt. Nachdem nämlich die Basis der FDP ihrer Fraktion in den eidgenössischen Räten einen Entscheid mitgegeben hat - 130 Gramm CO2 bis 2015 -, wäre es ja angezeigt, wenn diese Fraktion dies auch hier im Parlament vertreten würde. Das ist eine neue Tatsache. Ich habe jetzt aber verstanden, wie Herr Leutenegger, das grosse Schlitzohr, den Entscheid der Delegiertenversammlung interpretiert. Er spricht laut von 130 Gramm CO2 und vergisst, dass die Delegierten auch noch 2015 gesagt haben. Aber wie gesagt, Politiker sind ja flexibel, man muss dann einfach vorsichtig sein, jemanden der Lüge zu bezichtigen, wenn er etwas nicht so gesagt hat, wie er es vielleicht gemeint hat.
Noch einmal: Wir gewinnen mit dem Antrag der BDP-Fraktion auch die notwendige Zeit, um zu vermeiden, dass eine radikale und nichtzielführende Initiative alleine vor das Volk kommen wird. Sobald wir aber eine Lösung haben, die diesen Namen verdient, werden die Grünliberalen die Volksinitiative fallenlassen. Heute werden wir aber, wie angetönt, im Sinne eines Pfandes in der Hand dieser Volksinitiative noch zustimmen.
Ich bitte Sie aber vor allem, dem Antrag der BDP-Fraktion zuzustimmen, der einen zielführenden Weg für einen Gegenvorschlag aufzeigt und damit den Weg für einen Rückzug oder eine Ablehnung der Volksinitiative bereitet.

Bigger Elmar (V, SG): "Menschenfreundlichere Fahrzeuge" tönt super. Was ist ein menschenfreundliches Fahrzeug? Ein von einem Maultier gezogener Wagen, wenn dieses nicht Kotprobleme hat; sonst ist es schon wieder nicht beliebt. Wenn es rülpst oder Dampf ablässt, ist es wegen des Methangases schon wieder ein Umweltschänder. Ich habe dieses Beispiel gewählt, weil diese Tiere in den Randregionen und im Berggebiet am längsten im Einsatz waren. Die Städte und Agglomerationen hatten schon lange zuvor öffentliche Verkehrsmittel.
Kaum haben sich die Randregionen und Berggebiete dem nützlichen Verkehr anpassen können, kommen irritierende Vorschläge zu "menschenfreundlichen" Fahrzeugen zur Debatte. Diese würden gerade wieder die benachteiligten Berg- und Randgebiete bestrafen. Aus dem Berggebiet sind die Fahrzeuge mit Allradantrieb nicht wegzudenken. Im Sommer und im Winter sind die Leute auf ein Fahrzeug mit Allradantrieb angewiesen. Somit ist nicht nur die Landwirtschaft betroffen. Noch mehr betroffen sind die KMU, die mit Jeep und Anhänger Transporte verrichten, wo man mit einem Lastwagen gar nicht passieren kann. Ein Suzuki mit Allradantrieb würde im Gegensatz zu einem Suzuki des gleichen Typs, aber ohne Allradantrieb nicht als menschenfreundliches Fahrzeug gelten. Es handelt sich also um eine Diskriminierung des Berggebietes - wegen ein paar Kilo!
Es wird überall nach Sicherheit geschrien. Nach den Initianten ist die Bevölkerung in Rand- und Berggebieten nicht so viel wert, dass die Autos, Jeeps und Fahrzeuge mit Allradantrieb ohne Bestrafung gelenkt werden dürfen. Im Berggebiet, bei Schnee und Steilheit, sind Transporte mit Fahrzeugen ohne Allradantrieb eine Mutprobe. Müssen Menschenleben einer Gefahr ausgesetzt werden, nur um den Randregionen und Berggebieten wieder mehr Kosten aufgrund von Leichtsinnigkeit und Sparwut aufzubürden?
Wenn menschenfeindliche Fahrzeuge, die in den Städten und Agglomerationen in Betrieb sind, verboten werden, ändert sich nichts. Denn die Autofanatiker, diejenigen, die zur Sicherheit ein rechtes Auto haben, und diejenigen, die ein Auto brauchen, um sich zu profilieren, werden nicht umstellen. Die Autos sind für viele ein Aushängeschild.
Da der Bundesrat und die Mehrheit der Kommission die Initiative ablehnen und da der Gegenvorschlag keine Mehrheit gefunden hat, bitte ich Sie, Volksinitiative und Gegenvorschlag abzulehnen. Dies ist ein ernstes Anliegen der Randregionen und Berggebiete. Eine Annahme beträfe die Sicherheit, es brächte Mehrkosten und eine Diskriminierung des Berggebietes.
Die Initianten sind ja EU-Turbos; sie wollen unser Land diskriminieren, und der Umwelt zuliebe nehmen sie nicht gerade kleine Auswirkungen in Kauf.

Bourgeois Jacques (RL, FR): L'initiative "pour des véhicules plus respectueux des personnes", appelée également de façon trompeuse "initiative 4x4" car elle ne touche pas uniquement cette catégorie de véhicules, est contraire aux accords internationaux que nous avons ratifiés, excessive et dépassée.
Elle est incompatible avec les accords internationaux, car l'acceptation d'une telle initiative nécessiterait la renégociation de certains traités, voire leur dénonciation. Alors que nous n'avons pas d'industrie automobile dans notre pays, nous ne pouvons pas accepter que notre législation ne soit plus en adéquation avec celle de l'Union européenne notamment. Une telle situation entraînerait la production de véhicules spécifiques pour notre pays et cela aurait pour conséquence des coûts disproportionnés, qui prendraient l'ascenseur influençant négativement notre pouvoir d'achat.
Cette initiative est excessive, excessive dans le sens que sa mise en oeuvre ne permettrait plus d'immatriculer la grande majorité de nos véhicules. Selon le message du Conseil fédéral seulement 3,4 pour cent des véhicules actuels rempliraient les exigences requises par cette initiative. Autrement dit, ce sont 96,6 pour cent de nos véhicules qui ne pourraient plus être immatriculés et mis en circulation. Des véhicules non seulement nécessaires pour notre mobilité mais également sur le plan économique pour le transport de certaines marchandises. Des dommages économiques importants en résulteraient.
Cette initiative est également dépassée, dépassée par le fait que, pour l'environnement, les prescriptions relatives aux émissions de CO2 par kilomètre parcouru ont été fixées par notre conseil lors de la session de juin dernier dans le cadre de la révision totale de la loi sur le CO2 (objet 09.067). Le Conseil des Etats qui est en charge maintenant de ce dossier devrait très certainement fixer cette norme à 130 grammes de CO2 par kilomètre parcouru comme les

AB 2010 N 1593 / BO 2010 N 1593
libéraux-radicaux l'ont décidé lors d'une récente assemblée des délégués. Ce point est par conséquent déjà pris en compte.
Au niveau environnemental, la question des particules fines est également réglée.
En ce qui concerne la sécurité, l'objectif peut être louable, toutefois plusieurs mesures ont déjà été prises. Parmi ces mesures, je citerai notamment les limitations de vitesse surtout dans les endroits où le risque est accru, par exemple à l'égard des enfants se rendant à l'école. Dans ces zones, des mesures relatives à la sécurité routière - non seulement avec des plantons qui font la circulation, mais également par une limitation de la vitesse à 30 kilomètres à l'heure, voire moins - sont prises.
En ce qui concerne les véhicules proprement dits, l'Office fédéral des routes a déjà pris des mesures, notamment au niveau de l'angle d'impact, pour éviter des blessures graves en cas d'impact. En fonction des progrès de la technique, ces mesures sont constamment adaptées.
Cette initiative populaire est extrême et dépassée. Son acceptation interdirait la mise en circulation de pratiquement tous nos véhicules actuellement immatriculés. Tous nos véhicules peuvent présenter un danger excessif pour les cyclistes ou les piétons et devraient par conséquent être interdits de circulation. Voulons-nous tous circuler à pied ou à vélo?
Plus sérieusement, les mesures, aussi bien au niveau de la sécurité que de l'environnement, ont été prises ou sont en passe de l'être. Par conséquent, je vous invite, au nom du groupe libéral-radical, à rejeter cette initiative sans y opposer un contre-projet. Le peuple, qui est toujours souverain, saura - j'en suis sûr - séparer l'ivraie du bon grain.

van Singer Christian (G, VD): Monsieur Bourgeois, vous affirmez que cette initiative interdirait à presque tous les véhicules de circuler. Vous savez que les initiants disent que c'est à peu près 10 pour cent des véhicules qui seraient touchés. Connaissez-vous une initiative qui a été appliquée de façon plus sévère que ce que demandaient les initiants?

Bourgeois Jacques (RL, FR): Je fais référence aux chiffres - que j'ai cités tout à l'heure - du message du Conseil fédéral qui mentionne que, justement, seulement 3,4 pour cent des véhicules satisfaisaient aux critères fixés dans l'initiative; donc, 96,6 pour cent - si je calcule bien - des véhicules seraient dans l'impossibilité d'être immatriculés dans notre pays. Je réponds par là à votre question.

Müller Geri (G, AG): Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie noch da sind und der Debatte folgen. Sie könnten ja schliesslich noch vom Gegenteil dessen, was Sie jetzt denken, überzeugt werden.
Wir diskutieren hier über eine Erfindung aus dem letzten Jahrtausend. Grundsätzlich ist das Auto eine Erfindung des letzten Jahrtausends. Man war von der Idee beseelt, ohne Pferd und Wagen, völlig autonom und unabhängig durch die Welt zu ziehen. Irgendeinmal ist das Auto dann zu einem Massenprodukt geworden, es hat sich an den Menschen und der Mensch hat sich ans Auto angepasst. Heute sind wir mehr und mehr ein Opfer dieser Gedankenwelt - sei es, dass wir die Städte komplett verbauen, sei es, dass wir die Landschaften mit Strassen zerreissen, sei es, dass wir eine unglaubliche Infrastruktur aufstellen, damit wir unsere schätzungsweise 60 bis 120 Kilogramm Lebendgewicht mit rund 1000 Kilogramm Metall durch die Gegend gondeln lassen können.
Nun geht es ja nicht darum, das Auto abzuschaffen. Grundsätzlich bin ich im Herzen ein Gegner dieser Initiative, weil ich eigentlich denke, es müsste mit Blick auf das, was ich vorhin gerade referiert habe, wesentlich weiter gehen. Es geht hier nur um eine Ausnahmegesetzgebung für einen Ausnahmezustand, diese Pervertierung, die wir mit dem Auto gemacht haben. Wir haben heute nicht mehr normale Fahrzeuge von 1000 Kilogramm, die uns durch die Welt fahren, sondern wir haben Autos, die bis zu 2 Tonnen Gewicht haben, Autos, die die in den Städten ja normierten Parkplätze verstopfen; die es unmöglich machen, dass man auf dem Parkplatz die Tür noch öffnen kann; die länger sind als die aufgemalten Parkplätze. Es geht um 10 Prozent, um eine Minderheit, die die Grenze dessen, was man in der Schweiz eigentlich als Norm anerkannt hat, massiv überschritten hat.
Und schon schreien wir hier nach der freien Wahl des Fahrzeugs. Wenn das Freisinn ist, die freie Wahl des Fahrzeugs, und wenn man damit unheimliche Probleme für die Landschaft, die Stadt und den Verkehr schafft, dann frage ich mich, ob die Freisinnigen unter uns sich wirklich diesem Artenschutz der 10 Prozent verschreiben möchten. Es gibt ja nicht nur eine Partei, die sich als freisinnig bezeichnet.
Es ist die Frage der topografischen Lage der Schweiz aufgeworfen und gesagt worden, dass diese Lage solche Fahrzeuge erforderlich mache. Wenn Elmar Bigger noch hier wäre, könnte ich ihn beruhigen: Es geht weiss Gott nicht um die Hochalpen. Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, mit denen man diese erreichen kann, sind nämlich von der Initiative ausgeschlossen. Vielmehr geht es darum, dass diese Fahrzeuge einem Panzer ähnlicher sehen als einem Familienfahrzeug, dass sie hier im Unterland ein grosses Problem darstellen. Die Regionen und deren Probleme sind also absolut berücksichtigt, aber wir haben vor allem in den Städten Probleme, und zwar sind es dort drei Probleme:
Diese Fahrzeuge sind erstens wesentlich gefährlicher als andere Fahrzeuge. Es ist anhand von Statistiken ausgeführt worden, dass es in anderen Ländern mehr Unfälle und mehr Todesfälle gibt. Das Problem ist aber einfach das, dass Kleinkinder dummerweise so gewachsen sind, dass ihr Kopf genau bis zum Bug des Autos reicht und hier ein Zusammenstoss bereits bei geringer Geschwindigkeit sofort tödlich enden kann. Niemand hier drin hat ein Interesse daran, dass das passieren könnte. Tiefer gebaute Fahrzeuge bieten diesbezüglich eine bessere Abfederung, als dies bei diesen hochgebauten Fahrzeugen der Fall ist, die die Kinder bei einem Unfall nicht einfach nur verletzen, sondern gleich töten. Es ist also ein Sicherheitsproblem.
Solche Fahrzeuge gaukeln auch eine falsche Sicherheit vor. Gemäss einer Umfrage fühlen sich die Leute im Auto sicherer. Na ja, da haben wir genau das Problem. Wenn man sich nämlich sicherer fühlt, dann fährt man auch anders, als wenn man sich unsicher fühlt. Das Ziel müsste eigentlich sein, dass die Leute die Geschwindigkeit dem anpassen, was sie umgibt, das heisst also Schritttempo, wo die Menschen sind. Ja, Oskar Freysinger, das ist einfach so! Es ist sinnvoller, dort, wo die Menschen sind, vorsichtiger zu fahren, als sich in der Sicherheit zu wiegen: Mir passiert ja nichts; die Aussenwelt hat ein Problem.
Es geht um ein zweites Problem, um die CO2-Frage. Wenn so viele Tonnen Gewicht herumgeführt werden müssen, braucht es nun einmal einfach mehr Benzin. Auch wenn die Optimierung stattfindet, braucht es mehr Benzin. Das ist nicht mehr eine Frage der Freiheit: Wir sind auf dem "peak oil", es geht rückwärts mit der Ölförderung, und die Frage ist, wie man das bewältigen will. Die Volksrepublik China ist da weiter als die Schweiz und weiter als diese Initiative. Sie will nämlich in Zukunft nur noch Motoren produzieren, die lediglich zwei Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Das ist die Zukunft. Und das wird auch ganz klar Auswirkungen auf die Schweiz haben, denn 75 Prozent der Motoren werden dort hergestellt. Also: Irgendwann werden wir mit unseren Säufern ein Problem haben.
Wir haben ein drittes Problem. Das sind die Verkehrsführung, die Verkehrsleitung und die Parkierung. Und, wie gesagt, das ist ein Problem, das sich in den Städten abspielt; das ist ein grosses Problem für die Städte.
Diese Initiative ist ein wichtiges Signal: In diese Richtung kann es nicht weitergehen. Die totale Freiheit auf der Strasse zum Preis der Unfreiheit der Kinder und der anderen Mitbenützer, die Freiheit einer totalen Minorität gegenüber einer Mehrheit, die auch die Freiheit haben dürfte, sicher, umweltgerecht und eben auch energiereduzierend sich zu bewegen - diese totale Freiheit soll beschnitten werden, die Freiheit der 10 Prozent Unverbesserlichen, die das Gefühl

AB 2010 N 1594 / BO 2010 N 1594
haben: Es spielt ja keine Rolle, Hauptsache, ich fahre, solange es noch Bäume hat.
Ich bitte Sie also sehr, die Initiative zu unterstützen. Die Gegenvorschläge gehen nicht in die gleiche Richtung. Sie können nicht das gleiche Ziel erwirken. Schaffen Sie etwas ab, was im letzten Jahrtausend erfunden worden ist! Schneiden Sie einen alten Zopf ab, und gehen Sie in die Richtung von einer Mobilität, die menschengerecht und menschenfreundlich ist!

Killer Hans (V, AG): Diese Initiative baut auf einem Feindbild auf, das in der Realität so nicht vorhanden ist: grössere Personenwagen als Feind des Menschen. Rund jeder zweite Bewohner unseres Landes hat ein Auto, braucht ein Auto - je nach Wunsch oder nach Bedürfnis ein grosses oder ein kleines. Diese Motorisierung hat ja auch zu unserer wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen.
Ich möchte versuchen, den Fokus auch auf das Gewerbe, die Beschäftigung und die Ausbildungsplätze zu legen: Die ganze Autobranche in unserem Land beschäftigt heute rund 35 000 Arbeitnehmer, es gibt über 4100 Garagenbetriebe unterschiedlichster Grösse, und die Branche ist auch ein sehr gesuchtes Feld für Berufslehren. Die Branche ist für junge Leute sehr attraktiv, und sie soll es bleiben. Der Mensch will Mobilität, und die Autobranche kann die Entwicklungen mit Blick auf Technik und Sicherheit in guter Art mit beeinflussen. Die Fahrzeuge werden in raschen Schritten sauberer und sicherer. Das ist international vereinbart; die entsprechenden Normen sind installiert.
Ich werde mich für die Ablehnung dieser Initiative einsetzen, weil sie auf einem Feindbild aufbaut: Grosse Autos sind gefährlich, sie sind unnötig und belasten unsere Umwelt abnormal stark, grosse Autos sind per se für die Gefährlichkeit des Verkehrs in unserem Land verantwortlich. Mit den gleichen Gründen - Stichwort: gross und unnötig - müssten wir so ja auch ein Gebot erlassen, das vorsieht, dass Einzelpersonen nicht in grossen Wohnungen oder Einfamilienhäusern leben und damit überdurchschnittlich viel Wohnraum und Energie beanspruchen. Ich selber habe, nebenbei gesagt, zwar auch kein Verständnis dafür, dass Schulkinder von besorgten Müttern in übergrossen Personenwagen zur Schule gefahren werden. Das ist aber nicht in erster Linie aus Sicht der Umwelt sinnlos, sondern vor allem aus Sicht der Kinder: Man nimmt ihnen schlichtweg das Erlebnis Schulweg.
Was erreichen wir mit der Initiative? Von den in diesem Jahr rund 140 000 neu zugelassenen Personenwagen - bis Ende Juni 2010 gerechnet - wären rund 5900 aufgrund verschiedener Forderungen der Initiative nicht mehr zugelassen. Folglich beträfe die Initiative rund 4 Prozent der Neuzulassungen. Davon betroffen wären, nebenbei gesagt, nicht nur Offroader, sondern auch Familienvans. Die Initiative würde sich auf einen sehr geringen Anteil der Neuzulassungen beziehen. Folglich wäre sie weitgehend wirkungslos. Es kommt hinzu, dass die Autobranche weltweit Zielvorgaben vereinbart hat, die die in der Initiative erhobenen Forderungen erreichen oder sogar übertreffen.
Die Initiative würde aber rund 8 Prozent der Modellvarianten in unserem Land betreffen, einzelne Marken würden gar ganz verschwinden. Betroffen wären, wie gesagt, Familienfahrzeuge, aber auch Sport- und Luxusfahrzeuge. Dies würde zweifellos harte Konsequenzen für jene Spezialitäten-Garagebetriebe haben, die bis heute in diesen Nischen erfolgreich tätig sein konnten. Solche Betriebe würden verschwinden. Wir wollen das bei der sehr bescheidenen Wirkung, die damit aus globaler Sicht zu erreichen wäre, nicht verantworten.
Wollen wir den Verlust dieser Arbeits- und Ausbildungsplätze wirklich verantworten? Auch hier ist ähnlich zu argumentieren wie bei der Teilrevision des CO2-Gesetzes: Unser Anteil am Weltgeschehen ist verschwindend klein; wir sollten unsere Wirtschaft nicht aus ideologischen Überlegungen gegenüber unseren Konkurrenzländern schlechterstellen - zumal dann nicht, wenn wir nicht einmal eine eigene Produktion in unserem Land haben, mit der wir auf den europäischen Markt Einfluss nehmen könnten.
In der Abwägung zwischen Wirkung der Initiative bezüglich Sicherheit und Umwelt einerseits sowie Konsequenzen für die Autobranche andererseits muss man zweifellos zur Überzeugung gelangen, dass die Initiative abzulehnen ist. Dies gilt bezüglich des Teils Umweltbelastung; hier hat das Parlament mit den neuen Regelungen über den CO2-Ausstoss der Fahrzeuge bereits Verschärfungen beschlossen.
Strafen wir nicht eine ganze Branche mit gesetzlichen Regelungen, welche weltweit einzigartig einschneidend sind und ein zahlenmässig bescheidenes Fahrzeugsegment betreffen. Lehnen wir die Initiative ab!

Maire Jacques-André (S, NE): Disons-le d'emblée, à propos de l'initiative qui nous est soumise, nous pouvons partager une partie des critiques émises non seulement par la majorité de la commission, mais aussi par plusieurs des intervenants qui m'ont précédé. Nous sommes en effet d'avis qu'en ce qui concerne le poids des voitures de tourisme ou l'interdiction des véhicules dangereux pour les piétons ou les cyclistes, il est bien préférable de s'aligner purement et simplement sur les normes européennes. En effet, il semble que certaines exigences de l'initiative en la matière soient non seulement démesurées, mais surtout très difficilement applicables en raison de la mobilité des véhicules concernés.
Mais il en va tout autrement du problème des émissions de CO2. En effet, notre pays est sur ce point clairement en retard par rapport aux exigences de l'Union européenne. Et la décision prise en juin dernier par la majorité des membres de notre conseil dans le cadre de la révision de la loi sur le CO2 (objet 09.067), il faut le dire, était une erreur. Nous avons aujourd'hui l'occasion de la corriger. En effet, en refusant de nous aligner sur l'exigence d'une valeur limite de 130 grammes par kilomètre d'ici à 2015 pour les émissions de CO2, nous faisons que le parc automobile suisse est, et malheureusement restera, le parc automobile le plus polluant d'Europe!
Les chiffres de l'année 2009 montrent que la moyenne des émissions de CO2 des véhicules automobiles en Suisse est de 167 grammes par kilomètre. C'est le chiffre le plus élevé d'Europe. Les pays voisins font mieux: l'Allemagne se situe à 154 grammes par kilomètre, l'Italie à 138 grammes par kilomètre et même la France, qui n'est pourtant pas un modèle d'écologie d'habitude, est aujourd'hui à 133 grammes par kilomètre. En fait, ces pays ont su renouveler leur parc automobile, et cela a généré un dynamisme économique important.
La Suisse, cela a été dit, est vraiment le mauvais élève de la classe. En Suisse, non seulement nous n'avons pas réduit nos émissions, mais nous les avons même augmentées. Selon les experts, cette situation très défavorable de notre pays est due avant tout au nombre de véhicules trop puissants, au manque de promotion du diesel et des filtres à particules et surtout - il faut le dire - à ces fameux 4x4 dont je vous rappelle que 87 pour cent - 87 pour cent! - roulent en plaine! Alors qu'on cesse de dire qu'ils sont nécessaires en montagne! Oui, ils sont nécessaires, mais pour les 13 pour cent restants. Les 87 pour cent qui roulent en plaine, c'est une exagération évidente.
Cette situation ne peut plus durer, nous devons agir. Comme je l'ai laissé entendre, je crois que nous avons l'occasion de réparer deux erreurs entre aujourd'hui et demain. La première, c'est celle que la majorité d'entre nous a faite en introduisant cette limite de 150 grammes de CO2 par kilomètre. Certains députés qui ont voté cette limite reconnaissent qu'elle n'était pas forcément adéquate. Donc nous pourrons viser les 130 grammes comme l'ensemble des pays d'Europe, et cela pour 2015 parce que, Monsieur Leutenegger - j'ai vérifié quand la question vous a été posée -, les délégués de votre parti ont bel et bien accepté, le 27 juin dernier, 130 grammes à l'horizon 2015, et non pas 2017.
Pour demain, il y a beaucoup d'espoir. Nous pourrons accepter la proposition du groupe PBD d'entrer en matière sur le projet 2 et de le renvoyer à la commission. Le projet pourra ainsi être retravaillé. Je crois qu'on pourra aussi compter sur l'appui du groupe PDC/PEV/PVL. En effet, le PDC fait,

AB 2010 N 1595 / BO 2010 N 1595
traditionnellement, ses campagnes sur la qualité de l'environnement. Il se veut un parti qui défend la qualité de l'environnement. Nous comptons donc sur un fort appui des groupes PDC/PEV/PVL, libéral-radical et bien entendu sur celui des groupes de gauche, qui soutiendront cette proposition. Sinon, il faudra - personnellement, je le ferai de façon critique - recommander au peuple et aux cantons d'accepter le texte de l'initiative. Je donne clairement ma préférence à l'idée d'un contre-projet qui nous permettrait enfin de nous aligner sur les pays européens.

Reymond André (V, GE): Je vous remercie de vos explications, Monsieur Maire. Vous critiquez notre parc automobile: il serait le plus polluant par rapport aux pays qui nous environnent. Mais, dans votre calcul, avez-vous réellement tenu compte du fait que notre pays est vallonné, plein de collines et de montagnes?

Maire Jacques-André (S, NE): Je l'ai dit, le problème est bien connu. L'Allemagne, la France et l'Italie ont également de grandes régions de montagne et elles arrivent à diminuer constamment leurs émissions de CO2. De notre côté, je le rappelle, le problème c'est que près de 90 pour cent des 4x4 roulent en plaine, là où ils ne sont pas vraiment nécessaires.

Reymond André (V, GE): Rejetons l'initiative "anti-4x4"! La haine de la coalition rose-verte à l'encontre des automobilistes ne connaît plus de limites. Le dernier exemple en est l'initiative des jeunes du Parti des Verts qui s'intitule "pour des véhicules plus respectueux des personnes". C'est l'ultime avatar de la croisade commencée il y a quelques années avec un texte contre les 4x4. Quel qu'en soit l'intitulé, cette initiative est néfaste pour la plus grande partie de nos compatriotes, dont l'automobile est en sursis.
Dès l'adoption de leur initiative seraient interdites les voitures qui émettent plus de 250 grammes de CO2 par kilomètre, mais aussi les véhicules qui rejettent plus de 2,5 milligrammes de particules fines par kilomètre, ainsi que ceux qui consomment en moyenne plus de 10,7 litres de carburant aux 100 kilomètres. Que ces idéalistes de l'air ambiant cessent de jouer avec notre liberté de déplacement et même avec nos relations internationales!
Prenons le simple exemple de notre parc de voitures diesel. Au moins 25 pour cent de ces voitures économes en carburant devrait passer à la trappe; la faute certainement aux 2,5 milligrammes de suie qu'elles émettent chaque kilomètre. Cela signifie que les casses automobiles vont faire du chiffre d'affaires avec toutes ces reliques qui polluent l'air condamnées pour quelques grammes de CO2 en trop.
Les chiffres parlent d'eux-mêmes. Plus de 281 modèles commercialisés cette année en Suisse rejettent plus que 250 grammes de CO2 par kilomètre. Même constat pour cette norme absurde du poids total à vide fixée à 2,2 tonnes. 184 modèles de véhicules les dépassent allègrement. Cette norme arbitraire est complètement inepte. Les normes internationales qui sont reconnues par les Etats, comme par les constructeurs, concernent un poids total en charge avec essence et passagers. Plus de trois millions de nos véhicules ne remplissent pas l'un des critères de cette initiative. Par conséquent, trois millions d'automobiles devront rouler à 100 kilomètres à l'heure au maximum.
Tous les automobilistes n'ont pas forcément les moyens d'acheter une voiture neuve pour satisfaire aux exigences délirantes des écolo-socialistes, et ce seront les classes les plus aisées qui pourront se payer le luxe des voitures socialo-compatibles!
Mais l'impact de cette initiative est bien plus vaste qu'il ne semble au premier abord. Comment faire respecter cette nouvelle réglementation? Avec une armée de fonctionnaires dévolue à cette tâche: contrôles routiers, vignettes et paperasses à l'avenant. Mieux encore, comment va-t-on faire appliquer ce règlement unique en Europe aux millions de voyageurs et touristes étrangers qui empruntent nos routes? Faudra-t-il les arrêter à la frontière, les contrôler pour leur infliger une limitation de vitesse ou leur faire rebrousser chemin? Croyez bien qu'à l'heure des Bilatérales, ce genre de brimades seraient plutôt mal perçues chez nos voisins qui finiraient par éviter la Suisse pour y faire du tourisme ou simplement la traverser.
Les normes européennes sont aussi draconiennes que les nôtres et, à l'horizon 2012, les véhicules commercialisés dans l'Union européenne devront émettre en moyenne 130 grammes de CO2 par kilomètre. Des sanctions financières toucheront les constructeurs qui n'y satisferont pas. C'est sans conteste cette norme à l'échelle de l'Europe entière qui décidera les constructeurs à fabriquer des voitures toujours moins polluantes. Des voitures hybrides ou électriques, avec des carrosseries moins dangereuses en cas de collision, vont bientôt être commercialisées. Dès lors, l'inutile et coûteuse norme helvétique passera aux oubliettes de l'histoire de l'industrie automobile.
Pour toutes ces raisons, il faut empêcher cette initiative de venir nous gâcher la vie. Donc refusons-la!

Hutter Markus (RL, ZH): Erlauben Sie mir, die Volksinitiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" aus einer speziellen Warte zu beleuchten, nämlich aus derjenigen eines Direktbetroffenen, der nach der Annahme dieser Initiative die Zeche zu bezahlen hätte. Dabei geht es nicht allein um mein eigenes berufliches Schicksal, sondern auch um dasjenige meiner 65 Mitarbeiter und 11 Lehrlinge - und das ist nur mein eigenes Unternehmen, allen anderen rund 10 000 Garagen und Betrieben des schweizerischen Autogewerbes würde es genau gleich gehen.
Menschenfreundlich? Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen seit langer Zeit Brillen, haben eine treue Kundschaft und vertreten erfolgreich hundert verschiedene Brillenmodelle. Stellen Sie sich vor, dass Sie nun von einem Tag auf den anderen von den hundert noch ganze drei dieser Brillenmodelle verkaufen dürfen, weil Ihnen Verfassung und Gesetz verbieten, die übrigen 97 Modelle zu importieren und zu verkaufen. Das bedeutet, selbst bei hervorragender Unternehmensführung, mit grosser Wahrscheinlichkeit das Ende Ihres Unternehmens, denn Sie können Ihre Kundschaft mit nur noch drei Modellen nicht erfolgreich bedienen.
Herr Kollege Geri Müller, ich habe den Eindruck, Sie haben die Botschaft des Bundesrates nicht gelesen. Sie können auf den Seiten 975 und 976 lesen, welche Auswirkungen die Initiative hätte: Es geht nicht um einen Zehntel der Fahrzeuge, sondern um mehr als vier Fünftel der Fahrzeuge; diese würden verboten. Es wäre ein Gebot der Ehrlichkeit, auf diese Tatsachen hinzuweisen, die auch in der Botschaft des Bundesrates enthalten sind.
Die Initiative ist über den damit verbundenen massiven Abbau von Arbeitsplätzen hinaus eine unausgegorene Mogelpackung, weil sie irreführend, willkürlich und unpraktikabel ist. Sie ist irreführend, weil sie zwar Offroader meint, aber bei Weitem nicht nur Geländewagen, sondern eigentlich alle Fahrzeuge umfasst, die als gefährlich oder umweltschädigend angesehen werden. Weil Energieeffizienz und ökologische Nachhaltigkeit keine Merkmale einer irgendwie definierten Fahrzeugkategorie sind, werden auch Limousinen, Kombis, Familienvans und Sportwagen ohne Unterschied von dieser Initiative erfasst und deren Import und künftiger Verkauf in der Schweiz werden pauschal verboten.
Die Initiative ist auch willkürlich, weil der Initiativtext ohne erkennbaren Zusammenhang verlangt, dass der Grenzwert für CO2 maximal 250 Gramm und für Feinstaub maximal 2,5 Milligramm Russpartikel pro gefahrenen Kilometer betragen darf. Haben Sie verstanden, dass das genau, exakt die Hälfte ist von Euro 2006? Die Hälfte! Und Euro 2006 greift 2013! Wir wollen also hier per Verfassung und Gesetz etwas vorschreiben, das in Europa im Jahr 2013 im doppelten Ausmass zu einer Norm erkoren wird. Der Bundesrat selbst weist darauf hin, dass die effektive Feinstaubbelastung heute weit unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Die Initiative ändert diesbezüglich also nichts. Und die Regulierung betreffend Schutz von Fussgängern und Velofahrern ist bereits auf dem Weg, verschärft zu werden.

AB 2010 N 1596 / BO 2010 N 1596

Die Initiative ist auch unpraktikabel, weil sie einen nichtdurchsetzbaren Sonderfall Schweiz verlangt. Sie würde in einem Europa ohne Grenzen eine Kontrolle jedes unsere Grenzen überquerenden Fahrzeuges voraussetzen und würde darüber hinaus die Identifizierung, Prüfung und Bezeichnung jedes einzelnen Fahrzeuges zwecks Abklärung der Initiativtauglichkeit verlangen. Dass wir mit dieser Initiative auch internationale Verträge wie beispielsweise das Landverkehrsabkommen oder die WTO-Vereinbarung verletzen, sei nur nebenbei erwähnt.
Dabei setzt diese irreführende Initiative auch aus ökologischer Sicht ganz am falschen Ort an. Nicht Investitionen sind per Verfassung zu verbieten, sondern der Verbrauch ist zu besteuern - so, wie wir es heute in der Schweiz bereits tun, indem rund die Hälfte des Treibstoffpreises in die Staatskasse abgeliefert wird.
Aus diesen Gründen ersuche ich Sie, diese freiheitswidrige, sinnlose und enorm schädliche Volksinitiative abzulehnen und auf den unnötigen indirekten Gegenvorschlag nicht einzutreten.

Girod Bastien (G, ZH): Herr Hutter, Sie haben jetzt die Botschaft angeführt, in welcher das Astra schwarzmalt; es schreibt, dass viel mehr als 10 Prozent der Fahrzeuge betroffen wären. Meine Frage: In der Botschaft zur Alpen-Initiative stand, dass Retorsionsmassnahmen ergriffen würden, dass sich die Schweiz in eine bedrohliche verkehrs- und handelspolitische Isolation bringen würde. Wieso ist diese Drohung oder dieses Horrorszenario nicht eingetroffen, obwohl die Bevölkerung die Alpen-Initiative angenommen hat?

Hutter Markus (RL, ZH): Ich weiss zwar nicht, was die Alpen-Initiative und irgendwelche Retorsionsmassnahmen hierzu beitragen sollen, aber, Herr Kollege Girod: Mein Fraktionskollege Wasserfallen hat Ihnen die Frage gestellt, ob er mit seinem neuen Kleinwagen, der einiges mehr als die zugelassenen 2,5 Milligramm an Feinpartikelstaub ausstösst, noch wird fahren können. Sie mussten ihm antworten: Nein, er könne jetzt noch fahren, rückwirkend aber - das ist auch gegen Treu und Glauben - müsse er mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 Stundenkilometern rechnen. Er würde dieses Fahrzeug zudem nie mehr kaufen können, weil es dieses in absehbarer Zeit aufgrund der von Ihnen völlig unrealistisch festgesetzten Grenzwerte nicht mehr geben würde.

Schelbert Louis (G, LU): Meine Interessenbindung: Ich bin Fussgänger und Velofahrer.
Die Offroader-Initiative hat zwei Hauptanliegen: Zum einen will sie den Ausstoss von Feinstaub und von CO2 verringern. Diese umweltpolitische Zielsetzung unterstütze ich selbstverständlich, als Grüner erst recht. Die Schädlichkeit dieser Stoffe ist erwiesen; dass die entsprechenden Emissionen eingeschränkt werden, liegt im Interesse der Volksgesundheit. Zum andern schlägt die Volksinitiative Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vor.
In den folgenden Ausführungen konzentriere ich mich auf den Aspekt der Verkehrssicherheit. Der Initiativtext verlangt hier, dass Fahrzeuge, die Velofahrer und Fussgänger übermässig gefährden, nicht länger zuzulassen sind. Laut den Übergangsbestimmungen dürfen namentlich die Frontpartien von Fahrzeugen keine übermässigen Verletzungsrisiken mehr bergen. Leider macht der Bundesrat in der Botschaft diesbezüglich nur wenig konkrete Aussagen. Ich bedaure das, denn dieser Teil der Initiative ist nicht minder wichtig als der umweltpolitische.
Der Bundesrat verweist auf die EU-Fussgängerschutzverordnung, die seit November 2009 in Kraft ist und von der Schweiz übernommen werden soll. Das Astra werde diese dem Bundesrat auf dem ordentlichen Weg zur Übernahme empfehlen, heisst es in der Botschaft. Leider genügt diese Verordnung nicht. Sie nimmt zu viele Rücksichten auf die Interessen der Automobilwirtschaft. So wird der geforderte Schutz der Fussgänger erst per 2015 auf schwere Autos über 2,5 Tonnen ausgedehnt; von einem Verbot ist darin aber keine Rede.
Damit ist nichts gesagt gegen Systeme zur Vermeidung von Kollisionen wie Antiblockierung und Bremsassistenz, die per 2011 in der EU vorgeschrieben werden. Sie sind sicher nützlich, aber sie sind nicht hinreichend. Dass Fahrzeuge, die mit aktiven und passiven Assistenzsystemen ausgerüstet sind, "mit hoher Wahrscheinlichkeit", wie der Bundesrat schreibt, gar nicht in einen Unfall verwickelt würden, halte ich für eine durchsichtige Übertreibung. Einen klaren Mangel hat die Verordnung im Übrigen bei der Gefährdung von Insassen in andern Autos. Dieser Bereich ist überhaupt nicht abgedeckt - doch das nur nebenbei.
Autos stellen generell ein grosses Gefahrenpotenzial dar. Dieses Potenzial verschwindet auch mit einem Ja zur Initiative nicht, sie verbietet ja nicht Autos überhaupt. Aber es ist so: Das Gewicht und die Form der grossen, schweren Personenwagen stellen eine Steigerung der Sicherheitsprobleme dar. Diese beiden Faktoren sind bei Unfällen mit Velofahrern und Fussgängern für ein noch höheres Gefahrenpotenzial verantwortlich. Es sei nicht bestritten, dass auch die Geschwindigkeit oder der Aufprallwinkel und weitere Faktoren eine Rolle spielen können. Die meisten dieser Faktoren lassen sich aber nicht regeln, eine Nichtzulassung von schweren und gefährlich gebauten Autos dagegen schon. Darin unterscheidet sich die Initiative auch von der EU-Fussgängerschutzverordnung. Sie setzt eine Limite beim Gewicht und bei der Form; darin liegt ihre Stärke bezüglich der Verkehrssicherheit.
Noch zu einem weiteren Aspekt: Bessere Sicherheitsstandards für Personenwagen sind zum Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer richtig. Dabei können Konflikte mit dem Bestreben entstehen, technische Handelshemmnisse zu verhindern. In der Güterabwägung halte ich dafür, die höhere Verkehrssicherheit stärker zu gewichten als mögliche technische Handelshemmnisse.
Zum Schluss noch zu einer Interpretationsfrage: Der Bundesrat wirft in der Botschaft die Frage auf, wer den Nachweis zu erbringen habe, dass ein Fahrzeug die Voraussetzungen für die Inverkehrsetzung erfüllt. Soll es die Zulassungsbehörde sein oder der Gesuchsteller? Man kann diese Frage stellen, zumal auch die Initiative sie offenlässt. Ich kann hier keine definitive Antwort darauf geben, aber sie muss natürlich formell und materiell korrekt sein. Wo es ein Ermessen gibt, gilt es aber, dieses im Sinne der Verbesserung der Verkehrssicherheit auszuüben.
Ich bitte Sie, der Initiative zuzustimmen.

Carobbio Guscetti Marina (S, TI): Dobbiamo essere preoccupati dell'incremento di fuoristrada e veicoli inquinanti, la cui necessità in molti casi può certamente essere messa in discussione. La maggior parte di questi veicoli in Svizzera circolano infatti su strade e città, come mostra uno studio dell'USTRA. Se la tendenza dovesse continuare, fra dodici anni un'auto su quattro in Svizzera sarebbe un fuoristrada, con conseguenze drammatiche per l'ambiente e la sicurezza. Dobbiamo essere preoccupati dall'assenza di norme veramente efficaci per ridurre le emissioni di CO2 delle automobili private. La situazione per quanto riguarda il clima è drammatica. Le emissioni di CO2 invece di diminuire aumentano. È quindi urgente che si faccia qualcosa di più. In Svizzera circa un terzo delle emissioni di CO2 sono causate dalle automobili private. Le emissioni causate dal parco veicoli in Svizzera sono al di sopra di quelle di altri Paesi.
Con questa iniziativa popolare, per altro assai moderata, si chiede un limite di emissioni di CO2 e, più concretamente, che venga negata l'immatricolazione dei veicoli che producono più di 250 grammi di CO2 o 2,5 milligrammi di polveri fini al chilometro. I veicoli con emissioni di CO2 al di sopra di questi limiti non potranno essere messi in circolazione. Come detto da altri oggi, con un vero controprogetto si potrebbero effettivamente effettuare interventi ancora più efficaci, che andrebbero oltre quanto proposto con l'iniziativa. Ma l'iniziativa permette di affrontare i problemi menzionati - e anche altri problemi - causati da questi veicoli altamente

AB 2010 N 1597 / BO 2010 N 1597
inquinanti. Grazie anche a disposizioni transitorie previste, in particolare la riduzione della velocità massima a 100 chilometri orari nonché la fissazione di un peso massimale per i fuoristrada già immatricolati, l'iniziativa permetterà di meglio proteggere i pedoni, in particolare i bambini e i ciclisti. Numerosi sono gli incidenti che hanno come vittime pedoni e che vedono coinvolti dei fuoristrada, incidenti che, rispetto alla norma, sono due volte più frequentemente mortali .
Ci sono quindi numerose ragioni per sostenere quest'iniziativa affinché vengano realizzate, utilizzate e realmente introdotte sempre più automobili efficienti e rispettose dell'ambiente. La loro introduzione è realizzabile e realista grazie agli sviluppi tecnologici dell'industria automobilistica. Si tratta di un'iniziativa che, se accettata, non tocca le automobili che rispettano già i criteri di efficienza e risparmio energetico. Inoltre, i veicoli già acquistati al momento dell'approvazione dell'iniziativa potranno continuare ad essere utilizzati, però, come detto, a una velocità ridotta. Di fatto l'iniziativa prevede anche delle eccezioni, sulle quali adesso però non mi soffermo.
Ad essere toccato dall'iniziativa sarà il 10 per cento delle vetture immatricolate. Non è vero che certe marche non potranno più essere vendute in Svizzera, dovranno però adattare i loro modelli a criteri di efficienza energetica. Questo è quanto, a seguito di pressioni che arrivano da più parti, di fatto sta succedendo in altri Paesi e nell'industria automobilistica. Noi oggi siamo chiamati a provocare questo cambiamento a livello legislativo e a livello di prescrizione, per un clima migliore, con l'iniziativa e soprattutto con un controprogetto indiretto ancora più efficace.

von Rotz Christoph (V, OW): Das Auto gehört zu den wichtigsten Fortbewegungsmitteln von uns Menschen. Wie uns allen bekannt ist, gibt es auch viele verschiedene Fahrzeugtypen und -modelle in verschiedenen Grössen für die verschiedensten Ansprüche der Benutzer.
Nun beraten wir heute die Initiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge", wie der offizielle Titel so schön heisst. Es stellt sich nur die Frage: Was ist ein menschenfreundliches Fahrzeug? Es muss hier festgestellt werden, dass es sich bei dieser Initiative mehr um eine Neid-Initiative als um eine Umweltschutz- oder Sicherheits-Initiative handelt. Mit dem Titel "Stopp Offroader" wird suggeriert, dass nur Offroader à la Hummer von dieser Initiative betroffen seien. Dem ist natürlich nicht so, weil mit der Initiative rund zwei Drittel der Modelle, nicht nur 4x4-Fahrzeuge erfasst und verboten würden. Es sind Kombifahrzeuge, Limousinen, Vans und Sportwagen, welche ebenfalls von dieser Initiative betroffen wären und nicht mehr importiert werden dürften.
Die Autoindustrie entwickelt sich laufend weiter, und die Treibstoffverbräuche werden immer geringer, was auch richtig ist. Genau deswegen braucht es diese Initiative nicht. Mit der laufenden Verringerung der Treibstoffverbräuche wird der Beweis erbracht, dass die Autoindustrie mit neuen Entwicklungen umweltfreundliche Fahrzeuge herstellen kann und auch will. Schlussendlich sind es jedoch die tiefen Treibstoffverbräuche der künftigen Fahrzeuge, welche auch unsere Verkehrsfinanzierung ins Wanken bringen, und das gilt insbesondere für den öffentlichen Verkehr, welcher von diesen Mineralölsteuererträgen lebt. Diese Initiative braucht es also schlicht und einfach nicht, weil ohnehin alle Weichen in Richtung CO2-Senkung gestellt sind, und dies weltweit.
Auch im Bereich der Sicherheit, bei der Insassensicherheit, hat die Autoindustrie mittlerweile einen wirklich sehr hohen Standard erreicht. Der Fussgängerschutz hat ebenfalls höchste Priorität, damit Verletzungen von Personen bei Kollisionen möglichst vermindert werden können. Auch deshalb braucht es diese Initiative nicht. Würde es tatsächlich nur um starre und hohe Frontpartien gehen, dann müssten doch auch Züge, Trams und Busse umgehend aus dem Verkehr genommen werden, weil diese auch über hohe und starre Frontpartien verfügen.
Alle bereits immatrikulierten Fahrzeuge oder ausländischen Fahrzeuge, welche nicht den Normen der Initiative entsprechen, dürften dann auf unseren Strassen, auf unseren Autobahnen nur noch mit 100 Kilometern pro Stunde herumfahren. Wir haben auf unseren Strassen schon genügend Engpässe und Staufaktoren. Da brauchen wir nicht noch zusätzliche Hindernisse, welche ökologisch unsinnige Staus verursachen.
Ich bitte Sie, diese Neid-Initiative abzulehnen, weil die technischen Bestrebungen in Bezug auf Treibstoffverbrauch und Sicherheit in der Autoindustrie auf Kurs sind und diese Initiative als Mogelpackung kaum umgesetzt werden kann.

Bänziger Marlies (G, ZH): Kaum eine Initiative hat in den letzten Jahren die Emotionen wohl so hoch gehen lassen wie die Offroader-Initiative - höchstens vielleicht die Abzocker-Initiative. Die Unterschriften waren unglaublich leicht zu sammeln, ganz im Gegensatz zu dem, was heute in einem Artikel der "NZZ" steht. Einmal liessen wir den noch leeren Unterschriftenbogen während einer halben Stunde auf dem Stand liegen, gingen ein Bier trinken, kamen zurück - der Bogen war voll. Das stelle man sich einmal vor!
Die Offroader-Initiative hat unseren jungen Grünen schweizweit den Durchbruch gebracht, einzelne von ihnen sogar berühmt gemacht. Schon das ist für uns eigentlich ein zu feiernder Erfolg. Die Kleber, die sich gelegentlich auf der Frontscheibe eines Offroaders fanden, waren von besonderer Qualität: mit speziellem Klebstoff versehen, ganz leicht zu entfernen, einfach als kleiner, sanfter Hinweis zu verstehen - alles in allem eine wunderbare Aktion mit viel Tiefsinn. Was die jungen Grünen - ja, klar, auch mithilfe von uns alten - da nämlich so lustvoll thematisiert haben, macht durchaus Sinn und ist hier und heute unterstützungswürdig. Ich sage klar Ja zu dieser Initiative.
Wir brauchen keine Offroader, keine Hummer. Der Mensch braucht nicht mehr als 2,2 Tonnen Metall und Material um sich herum, damit er sich per Vierradantrieb in der Agglomeration fortbewegen kann. Etwas nicht zu brauchen ist zwar noch kein Grund, es per Verfassung und Gesetz aus unserem Alltag zu verbannen, denn es gilt ja die freie Wahl des Verkehrsmittels. Nur ist diese freie Wahl eben relativ. Es gilt, was gesellschaftlich tragbar und in unserem gesellschaftlichen Regelwerk, in Verfassung und Gesetz, festgehalten ist. Diese Regeln müssen immer mal wieder den Gegebenheiten angepasst werden, durchaus auch um Auswüchse zu bekämpfen. Sie können beispielsweise nicht mit einem Panzer durch die Tempo-30-Zone bolzen, und genauso, wie ein Panzer nicht auf unsere Strassen gehört, hat auch ein Offroader hier künftig nichts mehr verloren.
Mit dieser Initiative wollen wir Offroader aus unserem Alltag verbannen - den Kindern zuliebe, die kaum mehr alleine zur Schule gehen können, den Alten zuliebe, die sich kaum mehr auf die Strasse trauen und in Einsamkeit zu Hause verharren. Denn die über 2,2 Tonnen schweren Fahrzeuge, diese Materialmonster auf hohen Rädern, häufig mit getönten Fenstern und gefährlicher Front, machen den Aussenstehenden, den Fussgängern Angst, sie schotten die Fahrer von ihrer Umgebung ab, machen sie in ihrer sicheren 2,2-Tonnen-Schale quasi unantastbar. Wir brauchen menschenfreundliche Fahrzeuge, mehr Langsamverkehr, gewissermassen sanften Verkehr.
Ausserdem hat die Schweiz das Kyoto-Protokoll unterzeichnet. Damit haben wir uns dazu verpflichtet, unseren CO2-Ausstoss massiv zu reduzieren. Der motorisierte Individualverkehr ist mit rund 30 Prozent am CO2-Ausstoss beteiligt. Das ist massiv, da gibt es klar ein grosses Einsparpotenzial. Es macht Sinn, beim Angebot, das auf dem Markt verfügbar ist, eine Auswahl zu treffen - nicht nur bei den Autos, auch in anderen Bereichen. Darum haben wir Vorschriften im Lebensmittelbereich, darum diskutieren wir das Cassis-de-Dijon-Prinzip. Wir tun es, weil wir in der Frage, was wir uns zumuten sollen und was nicht, einen Konsens finden müssen.
Offroader wollen wir uns auch aus Klimaschutzgründen nicht mehr zumuten. Werden sie aus dem Marktangebot entfernt, ist das auch ein klares Zeichen, wohin wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln wollen. Es ist ein klares Zeichen an die innovative Wirtschaft, in welche Richtung sich die Forschung bewegen soll: nicht in Richtung von mehr Gewicht,

AB 2010 N 1598 / BO 2010 N 1598
grösseren Motoren und mehr Material, sondern in Richtung von mehr Effizienz und einem möglichst geringen CO2-Ausstoss. Diese Verpflichtung haben wir mit dem Kyoto-Protokoll auf uns genommen; wir sind es unserem Planeten und unseren Kindern schuldig.
Darum bitte ich Sie um ein Ja zu dieser Initiative.

Giezendanner Ulrich (V, AG): Die Präsenz in diesem Saal widerspiegelt etwa das Interesse an dieser Initiative, und so wird es dann auch im Volk sein. Herr Bundesrat Leuenberger, ich bedaure Sie, dass Sie das an Ihrem zweitletzten Tag in diesem Rat über sich ergehen lassen müssen.
Offroader seien eine Erfindung aus dem letzten Jahrhundert, hat mein Kollege Geri Müller aus dem Kanton Aargau gesagt, deshalb müsse man sie verbieten. Ja, die Grünen verbieten wir auch nicht, und sie sind auch aus dem letzten Jahrhundert, und altmodisch sind sie auch, sonst wüssten sie nämlich, dass die Offroader heute moderne und umweltfreundliche Fahrzeuge sind. Herr Müller hat das nicht erkannt.
Die Initiative ist die gleiche Mogelpackung wie heute Nachmittag der auf dem Bundesplatz abgestellte Offroader. Dieser ist zwölf Jahre alt, und damit wollte man beim Schweizer Fernsehen Eindruck machen. Ein zwölfjähriger Jeep stand auf dem Platz, und da wollte man uns weismachen, das sei einer jener Offroader, die unsere Kinder und all diese Langsamfahrer gefährden würden. Mit solchen Mitteln versuchen die Grünen uns zu überlisten, und das dürfen wir uns wohl nicht gefallen lassen! Im Gegensatz zu den scheinheiligen Grünen stehe ich dazu, dass ich ein wunderschönes Auto fahre, aber ich fahre eines mit einem Dieselmotor, der nicht einmal vier Liter pro 100 Kilometer verbraucht.
Herr Girod, ich fahre nicht zweimal in der Woche mit dem Zug nach Holland. Der Zug braucht nämlich auch ganz enorm viel Energie. Ich fahre mit einem ganz günstigen Dieselfahrzeug nach Bern und verrichte meine Arbeit in der Schweiz, dies nur so nebenbei. Das ist so, Frau Misteli, ja, ja, das ist so! Wir schauen zur Umwelt, und ich mache eben effizienten Umweltschutz und nicht Scheinumweltschutz. Ich verlade pro Jahr 13 500 Container auf die Bahn. Was machen Sie Grünen? Sie fahren mit dem Zug nach Holland und pendeln hin und her. So geht es nicht! Wir müssen ehrlichen Umweltschutz machen, und das müssen Sie lernen! Sie müssen das lernen, und Sie müssen ehrlich werden und nicht hier auf dem Bundesplatz mit alten Fahrzeugen demonstrieren, die nichts, aber gar nichts mit der Realität und auch nichts mit der Sicherheit - mit der Sicherheit! - zu tun haben!
Ein Offroader, ein Porsche, ein VW Golf oder ein Twingo sind für den Langsamverkehr genau gleich sicher, weil sie die gleichen Knautschzonen haben. Nehmen Sie das zur Kenntnis - sonst müssen halt auch Sie sich in diesem Bereich weiterbilden. Es wäre endlich an der Zeit!
Nicht einmal ein Prozent der Fahrer von Offroadern sind schwarze Schafe. Es sind nicht ein Prozent, die mit einem 4x4, wie es so wunderschön in der Zeitung heisst, in die Stadt fahren und einkaufen gehen. Es sind die Landwirte in den Randgebieten, es sind die Leute in den Tourismusorten, die mehrheitlich die Offroader brauchen. Und die Statistiken, die Sie uns immer präsentieren, sind schlichtweg falsch, erlogen wie der Offroader auf dem Bundesplatz! Das muss ich Ihnen einmal sagen.
Es sind die grün ernannten Umweltschützer, die in die EU wollen. Sie wollen in die EU. In der EU ist der Offroader nicht verboten. Die haben viel dreckigere Fahrzeuge als wir in der Schweiz. Mit unserem CO2-Gesetz sind wir viel, viel weiter. Mit der Katalysatorpflicht waren wir fünf Jahre früher als alle anderen. Aber Sie wollen ja nur immer bestrafen und nie belohnen. Doch die Strafe kriegen Sie jetzt an der Urne, das kann ich Ihnen sagen. Und wenn ich Ihnen als Grünen aus dem letzten Jahrhundert einen Rat geben darf, sage ich Ihnen: Ziehen Sie diese verlogene Initiative zurück! Es war ein Profilierungsversuch der jungen Grünen. Herr Girod hat es geschafft, er ist mir sehr sympathisch, ich bin froh, dass Sie diese Treppe hinaufsteigen konnten. Aber die Initiative ist ein Schwindel, und dieses Parlament hat es nicht nötig, auf einen solchen Schwindel einzugehen.

Lang Josef (G, ZG): Heute hat es in der "NZZ" einen Artikel mit dem Titel: "Der Offroader-Initiative gehen die Feindbilder aus". Mindestens ein Feindbild bleibt uns erhalten. Kollega Killer hat dieses vermeintliche Killer-Argument der "NZZ" heute auch gebracht, Herr Giezendanner hat es vorhin vorexerziert.
In diesem "NZZ"-Artikel heisst es: "Bullige Benzinfresser sind exotische Auslaufmodelle." Ich möchte Ihnen hier diese Behauptung mit zwei konkreten Beispielen widerlegen. Beispiel 1: Range Rover Sport, zweites Quartal 2009: 202 verkaufte Autos; zweites Quartal 2010: 490 verkaufte Autos. Das ist mehr als eine Verdoppelung. Beispiel 2: Jeep Grand Cherokee, zweites Quartal 2009: 78 verkaufte Autos; zweites Quartal 2010: 228 verkaufte Autos. Das ist eine Verdreifachung. Die "NZZ", das Organ der Wirtschaft, hat schlicht und einfach den Einfluss der wirtschaftlichen Entwicklung unterschätzt.
Bekanntlich stammt ein Drittel des CO2-Ausstosses vom motorisierten individuellen Verkehr. Die Initiative verlangt deshalb Emissionsgrenzwerte, die dem technischen Fortschritt Rechnung tragen. Wer die existenzielle Gefährdung unseres Planeten wahr- und ernst nimmt, muss Benzinfresser wie die Offroader stoppen. Vor allem aber, und darauf will ich hinaus, ist der Offroader Symbol einer sozialdarwinistischen Logik: der barbarischen Logik des Rechts des Stärkeren.
Die Insassen der Offroader erhöhen ihre Sicherheit, indem sie die Sicherheit aller anderen vermindern: zuallererst die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, der Fussgänger, insbesondere der Kinder, der Velofahrer, insbesondere der jungen und alten, dann aber immer mehr auch die Sicherheit der anderen Autofahrer. Bei Zusammenstössen mit schwereren und grösseren Autos ist die Sterberate von Fahrerinnen und Fahrern von kleineren Personenwagen zehnmal höher. Die kantige, hohe Frontpartie der schweren Offroader erhöht die Verletzungsgefahr zusätzlich. Mit dieser Ungleichheit des Risikos droht eine eigentliche Aufrüstungswelle im Verkehr. Wir alle kennen die Ausrede von Besitzern von Offroadern: "Ich bin es der Sicherheit meiner Kinder schuldig, sie in einem solchen Auto zur Schule zu fahren." Dass damit die Sicherheit aller anderen Kinder, jener, die zu Fuss gehen, jener, die mit dem Velo fahren, und selbst jener, die mit einem normalen Auto chauffiert werden, sinkt, das ist ihnen gleichgültig.
Bei der Stopp-Offroader-Initiative geht es zuallererst um den Klima- und Umweltschutz. Zweitens geht es um die Unfallverhütung. Aber es geht auch darum, und das hat die Attraktivität der Initiative vor allem unter jungen Menschen ausgemacht, ein Zeichen zu setzen gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen, bei denen die Sicherheit einiger weniger erhöht wird, indem die Sicherheit aller anderen verringert wird. Der Offroader-Stopp bedeutet auch mehr Fairness und mehr Gerechtigkeit im Verkehr und im ganzen Leben, auf der Strasse und auf der ganzen Welt. Es geht doch nicht - das ist einem Herrn Giezendanner völlig egal -, dass hier in Europa benzinfressende und allgemein gefährliche Luxusvehikel ohne besonderen praktischen Nutzen das Klima erwärmen und Pakistan wegen der Radikalisierung des Wetters in den Fluten versinkt.
Stimmen Sie aus Gründen des Umweltschutzes, der Sicherheit, vor allem aber auch der Fairness für diese Initiative.

Heim Bea (S, SO): Im Jahr 2002 hat der Bund ineffiziente Elektrogeräte - Tumbler, Kühlschränke, Backöfen - mit einer Energieetikette in Qualitätskategorien eingeteilt. Der Effekt sieht so aus: 2009 waren 85 Prozent der verkauften Kühlschränke Geräte der guten Kategorie A. Die Etikette war also sinnvoll. Ein Sechstel der Käufer zeigte sich bei aller Aufklärung resistent gegen das Energiesparen; das gute Beispiel der Mehrheit mag eine hartnäckige Minderheit auch nach acht Jahren nicht nachvollziehen. Um das zu ändern, entschloss sich der Bund 2009 zu einer Verschärfung der

AB 2010 N 1599 / BO 2010 N 1599
Verordnung. Er verbietet ab 2010 Geräte, die nicht der Kategorie A plus entsprechen. Die Ausreisser verschwinden also in Kürze vom Markt. Das alles ging völlig glatt über die politische Bühne. Niemand sah sich in seiner Bürgerfreiheit beeinträchtigt, nur weil er keinen energiefressenden Kühlschrank mehr kaufen durfte.
Beim Auto scheint das anders zu sein. Da lässt sich die Freiheit natürlich auch attraktiver darstellen als bei einem simpel vor sich hin brummenden alten Kühlschrank. In der Offroader-Werbung zeigt Mercedes zum Beispiel auf den Internetvideos die Wagen seiner G-Klasse stiebend und lustvoll durch jungfräulichen Schnee brettern. Der 2,2 Tonnen schwere Ssangyong Rodius wirbelt im Film Wasser und Sand an einer Meeresküste auf, und der Nissan X-Trail prescht auf der Website wild spritzend durch einen Fluss. Was beim Kühlschrank eine Frage der Vernunft ist, Energie- und Sicherheitseffizienz nämlich, ist beim Auto offenbar sofort eine Frage der Freiheit. Da müssen dann die Bergbauern herhalten, die bei den Offroadern nur noch eine erbärmliche Auswahl von etwa 70 bis 80 Prozent der Modelle gegenüber heute hätten, leider eben nicht mehr den Porsche Cayenne, falls sich der Bergbauer den für 170 000 Franken leisten möchte.
Verboten würden mit der Initiative Auswüchse bei Offroadern, aber auch sonstige Hochgeschwindigkeits- und Nobelkarossen, Extremautos also, die doppelt so schwer wie ein normaler Personenwagen sind und auch etwa doppelt so viel Sprit verbrauchen. Es sind nicht in erster Linie Tierarztautos. Es sind "Agglomeritenpanzer" oder Bonusspielzeuge, die Sie in Zürich im Seefeld oder in den Villenvierteln am Genfersee zigmal häufiger finden als an den Hängen des Entlebuchs oder des Safientals.
Da wäre noch das Argument vom kleinen, unbedeutenden Schweizer Markt, auf den die weltweite Autoindustrie keine Rücksicht nehmen kann. Das hören wir an dieser Stelle immer wieder, mit einem seltsamen Unterton von Selbstmitleid. Doch das Argument stimmt hier überhaupt nicht. Die Universität Duisburg-Essen hat vor wenigen Tagen nachgewiesen, dass wir in der Schweiz - mehr als sonst irgendwo in Europa - eine seltsame Neigung für diese zu schweren, zu starken und meist auch die Umwelt zu stark verschmutzenden Fahrzeuge haben. Wir sind für teure Fahrzeuge durchaus kein kleiner Nischenmarkt, sondern eher eine Goldgrube. Die Porsche-Dichte ist in keinem Land der Welt so hoch wie in der Schweiz. Ich weiss nicht, ob Sie das stolzer macht als der Umstand, dass wir in Ökologiefragen einmal als fortschrittliches Land gegolten haben. Falls Sie der Porsche-Rekord aber wirklich stolz macht: Das könnte sogar so bleiben, denn sieben Porsche-Typen wären auch nach Annahme der Initiative noch erhältlich; dreizehn wären es nicht mehr - natürlich die dreizehn klimaschädlichsten.
Als Fazit ist festzuhalten: Autofragen sollten wie Kühlschrankfragen durchaus vernunft- und nicht nur bauchbetont beurteilt werden. Wenn wir in diesem Punkt dem Kopf etwas mehr Gewicht geben als der Videovorführung, dann hat das zur Folge, dass wir der Initiative "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" zustimmen. Sie würde 2010 etwa 5 bis 10 Prozent der Modelle treffen - Ausreisser auf dem PS-starken Schweizer Automarkt. Die Auswahl an Automodellen wird durch die Initiative mit guten Sicherheits- und Klimaargumenten von rund 5000 auf noch etwa 4700 begrenzt. Das hat mit jener Freiheit, für die meist heldenhafte Vorfahren beschworen werden, wirklich nichts zu tun.
Ich empfehle Ihnen die Annahme der Initiative.

Graber Jean-Pierre (V, BE): Les signataires de l'initiative "pour des véhicules plus respectueux des personnes" désirent renforcer la protection de l'environnement et la sécurité routière. Qui parmi les membres des Chambres fédérales ne souscrirait à des visées aussi louables? Faut-il pour autant recommander au peuple et aux cantons d'accepter cette initiative? Nous ne le pensons pas pour les quelques raisons - forcément incomplètes - que voici.
1. En Suisse comme ailleurs, le nombre de personnes blessées et tuées lors d'accidents de la circulation ne cesse de diminuer, cela non seulement en raison du durcissement des lois, mais aussi et surtout parce que l'industrie automobile a réalisé de grands progrès en matière de sécurité active et passive, et ce, la plupart du temps, sans contrainte légale. Les avancées de la technologie automobile permettent aussi bien de prévenir les accidents que d'en atténuer la gravité. La forte réduction du nombre des sinistres ainsi que de celui des victimes témoigne de cette évolution réjouissante.
En 1975, 24 075 accidents ont entraîné la mort de 1125 personnes et infligé des blessures graves à 11 182 autres. En 2009, malgré un accroissement considérable du nombre de véhicules en circulation et des distances parcourues, 20 506 accidents ont provoqué le décès de 335 personnes - moins 70 pour cent depuis 1975 - et en ont blessé grièvement 4337 - moins 61 pour cent depuis 1975.
2. De nouveau grâce aux progrès technologiques, dans notre pays la consommation moyenne de carburant des nouvelles voitures pour parcourir 100 kilomètres a passé de 8,4 litres en 2000 à 7,6 en 2006. Il est vrai que cette diminution de 10 pour cent ne correspond pas aux valeurs de la convention conclue en 2002 entre le DETEC et Auto-Suisse, mais elle a tout de même induit une régression concomitante des émissions de CO2 et d'autres polluants.
3. Le message du Conseil fédéral insiste, à juste titre, sur l'apport précieux de la technologie à l'amélioration de la sécurité routière et de la qualité de l'air. On peut y lire que lorsque nous voterons sur l'initiative, probablement en 2011, le parc automobile se sera renouvelé, les voitures conformes aux exigences de l'initiative seront ainsi plus nombreuses. Pourquoi dès lors imposer par un carcan constitutionnel et législatif rigide des normes que la science et la technique permettent substantiellement d'atteindre?
4. Une étude de l'EPFZ montre que la limitation des nouvelles immatriculations impliquées par l'acceptation de l'initiative ne générerait qu'une réduction de 1,7 pour cent des émissions de CO2 produites chaque année par l'ensemble des voitures de tourisme. Dans ces conditions, vaut-il vraiment la peine d'approuver des règles constitutionnelles pour obtenir un effet si modeste, au prix de grands inconvénients économiques, sociaux et administratifs?
5./6. Il s'agit là de notre environnement international. A cause des caractéristiques des véhicules que nous importons, plusieurs dispositions de l'initiative heurteraient vraisemblablement les accords de libre-échange et les accords sur les obstacles techniques et commerciaux que nous avons conclus, notamment avec l'Union européenne dont certaines normes en matière d'émissions polluantes des véhicules sont même plus sévères que celles figurant dans l'initiative.
7. Cette dernière raison que j'évoquerai est de nature plus politique. Animés par des motifs souvent idéologiques, certains courants politiques multiplient les propositions et les projets hostiles au trafic privé, à la circulation automobile et aux infrastructures routières. Ce faisant, ils rendent difficile l'élaboration d'un consensus durable autour d'une hausse souhaitable des investissements publics de notre pays en faveur des infrastructures aussi bien routières que ferroviaires.
Il est inopportun de provoquer constamment les forces politiques légitimement favorables au transport routier et de solliciter simultanément leur concours en faveur du transport ferroviaire. Nous ne répèterons jamais assez que les transports en commun et le trafic privé ne s'excluent pas, mais qu'ils doivent au contraire se compléter harmonieusement, afin de promouvoir une mobilité optimale, propice à l'économie et à l'ensemble de la société.
Finalement, ayons conscience que les régimes démocratiques et les libertés individuelles sont aujourd'hui plus menacées que ne l'est notre environnement naturel.

Vischer Daniel (G, ZH): Diese Initiative hat ja vielleicht gerade deshalb einen verführerischen Charme, weil sie auf der einen Seite mit tödlicher Realität daherkommt. Das haben Sie an den Voten all jener bemerkt, die sich von ihr übermässig betroffen fühlen, die sie fürchten wie der Teufel das Weihwasser, weil sie wissen: Die Initiative meint es ernst

AB 2010 N 1600 / BO 2010 N 1600
damit, einen gewissen Typ von Fahrzeugen zu eliminieren. Auf der anderen Seite stellt sie die Frage nach einem bestimmten Typ von Zivilisation. Sie fragt nämlich, ob sich eine Gesellschaft daran misst, dass "Fortschritt" Fortschritt des technisch Grössten ist, des technisch Mächtigsten und des Rücksichtslosesten bezüglich Umwelt. Diesbezüglich hat ja diese Initiative eigentlich sehr einfache Kriterien. Sie stellt zum einen auf die übermässige Umweltbelastung, auf den hohen CO2-Ausstoss, ab, zum andern auf Gewicht, auf aggressiven Frontbetrieb. Das ist handelbar, und das ist auch wählbar. Vielleicht sollte man Chancengleichheit so verstehen: die Chance, jene Fahrzeuge zu fördern, die tatsächlich umwelttauglich sind, die aber auch gesellschaftstauglich sind.
Die Initiative hat gleichzeitig auch eine Metaebene; das macht sie vielleicht noch "gfürchiger". Sie stellt nämlich die Frage nach der Suffizienz. Damit stellt sie die Frage, ob selbst dann, wenn die CO2-Problematik in den Griff zu bekommen wäre, das Problem gelöst wäre.
Das ist ja genau der Irrtum der auf die Automobillobby abstellenden, Technik fordernden Votantinnen und Votanten. Sie meinen, das Umweltproblem sei letztlich immer technisch lösbar und deswegen gelte es einfach, die beste Technik zu fördern. Aber da stellt die Offroader-Initiative die richtige Frage. Das Problem des motorisierten Verkehrs ist nicht nur der CO2-Ausstoss, sondern auch die Zersiedlung, die Gefahr für Fussgänger in Stadt und Land; das ist die dritte Bedrohung, die durch Offroader übermässig hervorgerufen wird. Genau das wird infrage gestellt. Es wird über diese konkrete Initiative hinaus infrage gestellt, ob wir uns überhaupt eine Zukunft nach dem Motto leisten können: "Wachstum ist an sich okay, unsere Lebensweise unproblematisch; schauen wir, dass alles ein bisschen ökologischer zugeht - aber weiter so!" Genau hier stellt diese Initiative eine Weiche, indem sie sagt: "Nein!", indem sie sagt, dass es eben auch einen Grund zur zivilisatorischen Selbsthinterfragung gibt, wobei das Offroader-Fahrzeug zum einen zur Realität und zum andern zum symbolischen Ausdruck einer verfehlten Entwicklung wird.
In diesem Sinne bin ich eigentlich optimistisch, dass diese Initiative, gerade weil sie diese Mischung enthält, durchaus mehrheitsfähig wird. Das zeigen ja jetzt offenbar auch Umfragen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, Ja zu sagen und zum Sieg der Initiative beizutragen.

Fehr Hans (V, ZH): Die wohltönende Initiative "für menschenfreundlichen Fahrzeuge" ist in Tat und Wahrheit Ausdruck einer Neid- und Hasskultur. Herr Vischer, Sie haben zwar wohltemperiert auf die beiden Seiten hingewiesen. Aber wenn Sie den Wortlaut der Initiative lesen, dann sehen Sie, dass sie vor allem ein Exzess an staatlichen Eingriffen, Verboten und Vorschriften ist, die mit ihrer Annahme verbunden wären. Herr Gross, in diesem Sinne ist die Initiative, der Sie natürlich zustimmen werden, konsequent. Sie geht einfach in die falsche Richtung.
Sie ist übrigens auch konsequent geschlechtsneutral abgefasst. So spricht der Initiativtext von "Velofahrenden", von "Zufussgehenden" und von "Verkehrsteilnehmenden". Diesbezüglich dreht sich einem fast der Magen um; da muss man kein Goethe und kein Schiller sein, sondern nur zur deutschen Sprache eine gewisse Beziehung haben. Aber lassen wir das mit der Sprache.
In der Substanz ist die Initiative natürlich absolut links-grün ideologisch motiviert. Der Verfassungstext und die Übergangsbestimmungen haben zudem einen Detaillierungsgrad, den normalerweise eine Verordnung hat. So dürfte man mit bereits im Verkehr stehenden Fahrzeugen, die also nicht mehr neu angeschafft werden dürften, auf Autobahnen maximal 100 Stundenkilometer fahren. Nur schon um das zu überprüfen, bräuchte es einen gewaltigen Apparat, und man müsste wahrscheinlich mehr als die 821 Radarfallen installieren, obwohl das schon 800 zu viel sind.
Ich nehme die Initiative aber ernst. Natürlich haben wir alle manchmal gewisse Vorbehalte - ich sage es jetzt einmal etwas despektierlich - gegenüber Damen der Hautevolee, die zum Beispiel im Offroader einen Kaffee trinken gehen, nicht nur am Zürichberg, sondern auch anderswo, die ihre Kinder mit dem Offroader zur Schule bringen oder die mit dem Hündchen Gassi fahren, wie man dem so schön sagt. Wahrscheinlich haben wir auch Vorbehalte gegenüber jenen Machos, die mit dem Cayenne oder anderen halben Panzerfahrzeugen die Strassen in Besitz nehmen. Damit haben wir manchmal Mühe. Aber andererseits habe ich Mühe, und Sie wahrscheinlich auch, mit gewissen "Kampfvelofahrern" oder, im Jargon der Geschlechterneutralität, mit gewissen "Kampfvelofahrenden"; es sind ja offenbar auch Frauen. Es gibt auch Leute, die diese rücksichtslosen Velofahrer als "Veloterroristen" bezeichnen. Aber auch da: Wir haben Vorbehalte gegen diese Auswüchse.
Aber dieses Problem löst die Initiative in keiner Weise. Sie löst überhaupt kein Problem, auch das Umweltproblem nicht, über das Herr Lang so lange doziert hat: Nehmen Sie doch zur Kenntnis, dass die Partikelemissionen und die CO2-Belastung mit einer rasch fortschreitenden Technik massiv reduziert worden sind, dass diese Werte europaweit massiv gesenkt werden und dass diese Initiative nur schon deshalb zum Teil überholt ist.
Wenn Sie Bilanz ziehen - ich versuche das neutral -, dann bleibt eine links-grüne Neid- und Verhinderungsideologie: auf der einen Seite die Bösen, auf der anderen Seite die Guten. Aber so einfach ist das nicht. Und, Herr Girod, bei allem Respekt für Ihre Initiative: Sie haben das wahre Problem vor einigen Monaten auf den Punkt gebracht. Sie haben nämlich gesagt, wir müssten die unkontrollierte Zuwanderung bremsen. Das verursacht Staus und weiss der Teufel was. Aber genau dort hat Ihr hochwohllöblicher Parteipräsident Sie zurückgepfiffen.
Pfeifen Sie jetzt diese Initiative zurück! Sagen Sie Nein!

Riklin Kathy (CEg, ZH): Ich gestehe Ihnen, ich liebe SUV oder Offroader nicht. Ganz speziell verärgern mich diese Vehikel mitten in der Stadt, wo kaum Platz für sie ist. Sie gefährden Fussgänger, Velofahrer und andere kleinere Fahrzeuge, und ihre Fahrerinnen und Fahrer zeichnen sich häufig durch nicht sehr routiniertes Manövrieren aus. Darum bezeichnen sie gewisse Männer auch etwas bösartig als "Hausfrauenpanzer" - das habe ich heute gelernt. Doch noch stossender als das massive Erscheinungsbild ist, dass die grossen Autos im Übermass CO2 ausstossen. Für die Mobilitätsbedürfnisse in der Schweiz, auch im alpinen Raum, würden effizientere, weniger schwere und CO2-ärmere Autos problemlos genügen.
In der Schweiz liegen die CO2-Werte so hoch, weil Schweizer Autofahrer PS-starke, schwere Fahrzeuge bevorzugen. Die mittlere CO2-Emission der Neuzulassungen im Jahr 2008 betrug in der Schweiz 175 Gramm pro Kilometer, in der EU 153,5 Gramm pro Kilometer. Der durchschnittliche CO2-Ausstoss der neuen Fahrzeuge in der Schweiz betrug auch 2009 immer noch 167 Gramm pro Kilometer. Dies ist eindeutig zu viel; damit sind wir im europäischen Vergleich an der Spitze. Häufig wird der Kauf dieser Karossen mit den vielen Pferdestärken mit den topografischen Verhältnissen in unserem Land begründet. Doch sehe ich SUV in grosser Zahl vor allem in den gutsituierten Agglomerationsgemeinden.
Das Ziel, die globale Temperatur um nicht mehr als zwei Grad Celsius ansteigen zu lassen, wurde in Kopenhagen anerkannt. Dieses Ziel ist auch ein wichtiges Element der Schweizer Klimapolitik. Wenn wir griffige Massnahmen für die Minderung des CO2-Ausstosses wollen, müssen wir vor allem beim Verkehr beginnen. Als Präsidentin des beratenden Organs für Fragen zur Klimaänderung (OcCC) setze ich mich mit Vehemenz für Mitigation, d. h. für eine Reduktion des Treibhausgasausstosses, aber auch für dringend notwendige Adaptionsmassnahmen ein. Weniger schwere und effizientere Fahrzeuge zu haben ist dabei eine wichtige Klimamassnahme.
Klar ist, dass die Herausforderungen der Klimaveränderung nach wie vor riesig sind. Damit die globale Temperatur nicht um mehr als zwei Grad Celsius ansteigt, sind kolossale Anstrengungen nötig. In der Schweiz haben wir schon Mühe,

AB 2010 N 1601 / BO 2010 N 1601
die Ziele zu erfüllen, die wir uns für die laufende Kyoto-Periode gestellt haben. 2009 sank der CO2-Ausstoss nur um 1 Prozent. Die CO2-Emissionen aus Treibstoffen erhöhten sich in der Schweiz seit 1990 sogar um 12,8 Prozent - sicher keine Meisterleistung. Damit wir unser Ziel, nämlich 10 Prozent weniger CO2-Ausstoss bis 2012, noch erreichen, müssen wir eine gewaltige Aufholjagd machen. Dazu muss das Parlament den Entscheid zu einer Ausstossgrenze von 150 Gramm pro Kilometer im CO2-Gesetz dringend korrigieren. Ohne eine Vorgabe von 130 Gramm pro Kilometer kommen wir nicht auf Kurs. Damit vollziehen wir nur nach, was die EU Gott sei Dank tut, denn glücklicherweise ist die EU im Bereich Klima auf Kurs. Die Emissionen von in der Schweiz neu immatrikulierten Personenwagen sollen sich somit an den CO2-Zielwerten der EU orientieren, welche die durchschnittlichen CO2-Emissionen von neu immatrikulierten Personenwagen bis 2015 auf 130 Gramm pro Kilometer senken wird.
Die Offroader-Initiative übt den nötigen Druck aus. Im technischen Bereich der Zulassungsbedingungen wurde bereits viel erreicht. Nun brauchen wir klare Bestimmungen für den Treibstoffverbrauch bzw. den CO2-Ausstoss. Die Initiative ist das Pfand für ein strenges Klimagesetz, sie schiesst aber weit über das Ziel hinaus. Daher brauchen wir einen griffigen indirekten Gegenvorschlag.

Flückiger-Bäni Sylvia (V, AG): Auch in meinem Unternehmen gibt es einen "Hausfrauenpanzer", aber ganz einfach deshalb, weil er praktisch ist und weil sich damit auch Lasten transportieren lassen.
Die sogenannte Offroader-Initiative verlangt unter dem wunderschönen Titel "für menschenfreundlichere Fahrzeuge" nicht menschenfreundlichere Fahrzeuge. Das wäre ja eigentlich noch schön, menschenfreundliche Fahrzeuge, man kann sich dann überlegen, wie das aussieht: Fahrzeuge, die freundlich grüssen, Blümchen verteilen, vielleicht mit Smileys geschmückt sind, Frühlingsdüfte verströmen und natürlich rundherum mit Kissen bestückt sind. In Tat und Wahrheit geht es aber eben nicht um menschenfreundliche Fahrzeuge, sondern schlicht und ergreifend um ein Verbot von Fahrzeugen; dies mit dem Hintergedanken, für alle Fahrzeuge Schritt für Schritt Tempo 100 auf den Autobahnen einzuführen.
Die Initiative ist diskriminierend und bringt einschneidende Einschränkungen der Handels- und Gewerbefreiheit und betrifft bestimmte Fahrzeugmarken vollumfänglich. Die Initianten verlangen im Initiativtext - ziemlich schwammig formuliert - das Verbot von Motorfahrzeugen "mit übermässigem Ausstoss schädlicher Emissionen, insbesondere von CO2 oder Feinstaub", sowie von Motorfahrzeugen, "welche Velofahrende, Zufussgehende oder andere Verkehrsteilnehmende übermässig gefährden". In den Übergangsbestimmungen wird dann spezifiziert, was die Initianten darunter verstehen. Konkret sind für sie folgende Fahrzeuge nicht mehr zuzulassen: Fahrzeuge mit mehr als 2200 Kilo Gewicht, mehr als 250 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer, mehr als 2,5 Milligramm Partikelausstoss pro Kilometer und mit einer Frontpartie, welche ein übermässiges Verletzungsrisiko darstellt.
Die Initiative erinnert mit ihrem seltsamen und nicht ganz sauber redigierten Ansinnen an die Vorstösse für ein Verbot von Kampfhunden. Auch dort geht es ja um die Frontpartie, welche ein übermässiges Verletzungsrisiko darstellt; immerhin wird dort der Ausstoss nicht diskutiert. In jedem Fall aber ist die Beschreibung bezüglich der Praxis gleichermassen heikel. Es gibt immerhin einen wichtigen Unterschied zwischen dem Kampfhundeverbot und der Offroader-Initiative: Bei den Kampfhunden geht es den Initianten und Motionären ja tatsächlich um die Sicherheit des Menschen, vor allem der Kinder. Dieses Anliegen teile auch ich, denn die Sicherheit der Menschen ist auch mir ein grosses Anliegen.
Bei der Offroader-Initiative geht es aber nicht um die Offroader und nicht um die Sicherheit im Strassenverkehr - die meisten Fahrzeuge, die betroffen sind, sind ja keine 4x4-Modelle -, sondern darum, grundsätzlich grössere Autos aus dem Verkehr zu ziehen. Alle Limousinen, Kombis, Familienvans und Sportwagen, welche die in den Übergangsbestimmungen formulierten Kriterien erfüllen, sollen von den Strassen verbannt werden. Konkret hiesse eine Annahme der Initiative also: keine Ferraris, Bentleys, Maseratis oder Rolls-Royces und auch fast keine Porsches mehr. Denn diese Marken haben nur Modelle, welche die vorgegebenen Grenzen überschreiten würden - ausser Porsche, wo es noch zwei Modelle mit Werten unter den Grenzwerten hat. Wenn es den Initianten wirklich um die Sicherheit ginge, hätten sie die Initiative auf die bereits erwähnte Frontpartie konzentriert, also den "Pitbull-Faktor", um es einmal so zu nennen, ins Zentrum gestellt.
Wir sind hier eindeutig nicht in einer Sicherheitsdiskussion, sondern wohl eher in einer Neiddiskussion. Man möchte anderen den eigenen Lebensstil aufzwingen, nach dem Motto: Wenn ich zu Fuss gehe, sollen das die anderen gefälligst auch tun! Glücklicherweise funktioniert das Neidprinzip nicht, sonst könnte unser Gewerbe einpacken, und wir würden langfristig wieder auf den Bäumen hausen.
Besonders originell sind die rückwirkende Gültigkeit der Initiative und die daraus entstehenden Sonderregelungen für ausländische Gäste. Wer bereits einen solchen Wagen hat oder wer bei uns als Tourist mit einem solchen Wagen einreisen will, dem ist das Fahrzeug nicht verboten. Er darf aber nur mit maximal 100 Kilometern pro Stunde herumkurven; dazu müsste er mit einem entsprechenden Kleber bestückt werden. Man stelle sich nur wieder den administrativen Aufwand und die dazugehörigen Kosten vor - und vor allem, wer diese wieder zu tragen hätte! Die Initiative tut also ihr Möglichstes, um nicht nur die Autobesitzer und alle von der Autobranche abhängigen Gewerbler vor den Kopf zu stossen, sondern die Touristen noch dazu.
Ein Blick auf die ohnehin anstehenden Vorhaben des Bundes und die künftigen technischen Weiterentwicklungen, welche die Industrie fördert und im eigenen Interesse unterstützt, bestätigt, dass diese Initiative völlig überflüssig ist.

Stump Doris (S, AG): Anders als meine Vorrednerin bin ich überzeugt, dass die Initiative richtige und wichtige Ziele verfolgt. Es geht einerseits darum, die Sicherheit auf der Strasse zu erhöhen, und andererseits geht es darum, weniger Umweltbelastung durch CO2-Ausstoss von Autos zu generieren. Leider versuchen die Gegner dieser Initiative, das Anliegen immer wieder ins Lächerliche zu ziehen, und behaupten, es gehe um Neid. Nein, Frau Flückiger und weitere Kolleginnen und Kollegen, es geht um Sicherheit, und es geht um Klimaentwicklung.
Die Gegner behaupten einerseits - es wurde x-mal wiederholt -, wir seien bereits auf dem richtigen Weg, die Ziele seien demnächst erreicht und die Massnahmen, die zu den Zielen führen, seien beschlossen. Andererseits bestreiten sie, dass die in der Initiative vorgeschlagenen Massnahmen zum Ziel führen würden. Ich möchte mich auf die Frage der Zielerreichung in den beiden Bereichen Sicherheit und Treibhausgasausstoss konzentrieren.
Wir hatten 2009 in der Schweiz 349 Personen, die im Strassenverkehr getötet wurden. Alarmierend dabei ist, dass sich die Zahl der getöteten Velofahrerinnen und Velofahrer gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelte: Es waren 55 Velofahrerinnen und Velofahrer, die getötet wurden; im Vorjahr war es weniger als die Hälfte davon. In der ersten Hälfte des Jahres 2010, so zeigt die Statistik, ist die Zahl der getöteten Fussgänger und Fussgängerinnen um 21 Prozent angestiegen. Auch da sind also die Schwächsten im Verkehr zunehmend gefährdet und wurden getötet. Ich erinnere daran, dass im Jahr 2003 die Statistik 549 Verkehrstote aufwies. Damals formulierte der Bundesrat das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten müsse um die Hälfte reduziert werden; das wären 275. Wir sind bei 349 angelangt, das heisst, es sind immer noch 70 mehr als die Hälfte, und auch die Hälfte wäre immer noch zu viel. Wir sind also weit davon entfernt, die Ziele zu erreichen, die wir uns vor längerer Zeit gesetzt haben und bei denen es um Menschenleben geht und nicht um Neid.

AB 2010 N 1602 / BO 2010 N 1602

Es schlägt niemand andere Massnahmen vor! Wenn Sie als Alternative andere Massnahmen als jene dieser Initiative vorschlagen würden, dann könnten wir darüber reden. Diese Möglichkeit geben Sie uns aber gar nicht, weil Sie uns keine Alternativen vorschlagen.
Der zweite Bereich, der wichtig ist, ist der CO2-Ausstoss. Am 6. Juli dieses Jahres publizierte das Bafu folgende Meldung: "In der Schweiz stammen 81 Prozent des Treibhausgas-Ausstosses aus der Verbrennung fossiler Energie. Während der Brennstoffverbrauch dank besserer Wärme- und Gebäudetechnik zurückgeht, nimmt der Treibstoffverbrauch zu." Der Treibstoffverbrauch für das Fahren von Autos hat zugenommen. Wir sind weit davon entfernt, die Ziele zu erreichen, die wir uns mit dem Kyoto-Protokoll gesetzt haben, vor allem im Verkehrsbereich. Da müssen wir ansetzen, da bietet diese Initiative einen Ansatz.
Die Mehrheit der Kommission hat es leider verpasst, einen griffigen Gegenvorschlag zu unterbreiten, mit dem die Entwicklung des Treibstoffverbrauchs besser in den Griff zu bekommen wäre. Solange solche griffigen Massnahmen zur Reduktion der Zahl an Verkehrstoten und des Treibstoffverbrauchs fehlen, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Initiative zu unterstützen. Denn im Moment ist sie die einzige Alternative für Leute, denen Menschenleben und Klima wichtig sind.

von Graffenried Alec (G, BE): Ich beginne mit einigen statistischen Angaben: Seit ich auf der Welt bin, hat sich die Zahl der Strassenmotorfahrzeuge in der Schweiz verfünffacht. 34 Prozent des ganzen Energieverbrauchs in der Schweiz sind auf den Verkehr zurückzuführen. Der Anteil des Strassenverkehrs am gesamten Erdölverbrauch in der Schweiz beträgt 60 Prozent. Im Vergleich mit unseren EU-Nachbarländern war der Treibstoffverbrauch der Personenwagen in der Schweiz 2004 mit 8,84 Litern pro 100 Kilometer am höchsten. Das war mit 7,14 Litern auch für die Neuwagenflotte der Fall. Der Zielwert der Zielvereinbarung der schweizerischen Automobilimporteure mit dem UVEK wäre 6,4 Liter gewesen. Entsprechend ist der Strassenverkehr heute für 98 Prozent der Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr verantwortlich - ohne den internationalen Flugverkehr. Etwa 70 Prozent dieser CO2-Emissionen stammen aus dem Verkehr von Personenwagen.
Ich finde das Auto eine geniale Erfindung; die Automobilbranche ist auch eine unglaublich innovative Branche und ein wichtiger Treiber der Technologieinnovation. Nur schaffen wir es nicht, die Innovation in der Energieeffizienz auch auf die Senkung des tatsächlichen Treibstoffverbrauchs umzulegen. Die Fahrleistungen von Autos steigen ständig an. Die heute üblichen Zusatzausstattungen wie Klimaanlagen und Sicherheitseinrichtungen führen zu steigenden Fahrzeuggewichten, die den Treibstoffverbrauch zusätzlich erhöhen. Sie konsumieren damit die Innovationsgewinne in der Energieeffizienz. Es gibt zum Beispiel heute Autos, die über zwanzig Elektromotoren allein im Fahrersitz haben, um den Fahrersitz zu bewegen oder den Fahrer zu massieren. Dieses zusätzliche Fahrzeuggewicht indiziert den zusätzlichen Energieverbrauch. Neben dem Ressourcenverschleiss führt diese Entwicklung auch zu einem Anstieg der verkehrsbedingten CO2-Emissionen. Die technologische Innovation wird durch diese Entwicklung laufend aufgefangen und vernichtet.
Ein Beispiel dazu ist der VW Golf. Der VW Golf ist seit langer Zeit das meistverkaufte Auto in der Schweiz. Ein VW Golf wog 1974 noch 750 Kilogramm, ein VW Golf wiegt 2010 bis zu 1400 Kilogramm. Da sieht man das Problem. Das Fahrzeuggewicht ist der wichtigste Parameter für den Energieverbrauch. Es ist logisch, dass der Energieverbrauch bei diesem Gewicht praktisch verdoppelt wird.
Unsere Fahrzeugflotte ist heute nicht effizient. Einerseits erreichen auch moderne Motoren kaum eine Energieeffizienz von über 35 Prozent, und hinzu kommt, dass die effektive Nutzlast oft kaum 10 Prozent des Fahrzeuggewichts erreicht. Was will ich damit sagen? Das Erdöl wird zu Recht als das schwarze Gold bezeichnet. Es ist verantwortungslos, wie wir heute Erdöl verbrennen. Kommende Generationen werden uns zu Recht dafür verurteilen, wie nachlässig wir heute mit dem Erdöl umgehen, weil Erdöl z. B. für die petrochemische Industrie in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Ich finde es unerträglich, der Gedanke ist mir unerträglich, dass sich die Schweiz als modernes Land heute noch eine so schwere Fahrzeugflotte leistet. Ich verstehe nicht, warum wir technologisch mögliche Innovationen nicht vorantreiben. Die Offroader-Initiative wird die Innovation der Fahrzeuge genau in die erwünschte Richtung lenken und eine Leitplanke für die innovative Erneuerung unserer Fahrzeuge vorsehen.
Stimmen Sie daher der Initiative zu, bzw. unterstützen Sie zumindest einen griffigen Gegenvorschlag.

Wasserfallen Christian (RL, BE): Sie haben gesagt, ein heutiger VW Golf wiege doppelt so viel wie vor gut dreissig Jahren. Ist Ihnen aber eigentlich bewusst, dass der heutige VW Golf vielleicht einen Drittel des Kraftstoffes konsumiert und bei den Schadstoffen bis zu einem Faktor zehn besser ist als der leichtere Golf aus den Siebzigerjahren?

von Graffenried Alec (G, BE): Das ist ja das Problem. Es hat diese Fortschritte gegeben, aber man könnte eben noch viel weiter gehen, man könnte noch viel innovativer sein, und man könnte die gleichen Leistungen mit einem ebenso guten Fahrzeug oder einem noch besseren Fahrzeug erreichen und die halbe Energie dafür konsumieren. Man müsste gewisse Anpassungen an der Fahrzeugflotte vornehmen, eben beispielsweise im Bereich des Fahrzeuggewichts.

Büchel Roland Rino (V, SG): Ich bin gegen das, was als Anti-Offroader-Initiative verkauft wird. Viele Argumente sind von den mehr als zwei Dutzend Vorrednern erwähnt worden. Ich habe die Pro- und die Kontra-Voten aufmerksam mitverfolgt und versuche, auf Wiederholungen zu verzichten.
Wogegen richtet sich die Initiative? Gegen den Verkehr und gegen den Fortschritt, aber auch gegen viel Schönes. Geht es nach den Initianten, so verschwinden z. B. die beiden Edelmarken Ferrari und Maserati aus unserem Strassenbild. Ich möchte nicht sarkastisch sein, aber wie erklären Sie einem stolzen Italiener, dass sein tiefgelegtes, hochpoliertes Gefährt nichts als ein profaner Geländewagen sein soll?
Wie unsinnig die Initiative ist, erkläre ich Ihnen an einem konkreten Beispiel, dem meines persönlichen Autos. Vielleicht erinnern Sie sich an die Fragestunde vom Montag. Kollege Andy Tschümperlin von der SP wollte das Hybridfahrzeug staatlich fördern. Auch ich denke, dass die Vollhybridtechnologie das Beste ist, was es auf dem Markt gibt. Deshalb entschloss ich mich vor ein paar Jahren, diese zu fördern, und zwar auf die einzige Art, die wirklich etwas nützt. Anstatt an theoretischen Modellen herumzubasteln oder den Moralapostel zu spielen, entschied ich mich für den Kauf eines kostspieligen Hybridfahrzeuges. Der Hersteller - ich erwähne seinen Namen nicht - ist das Unternehmen, das weltweit am meisten Mittel in Forschung und Entwicklung investiert. Hybrid steht für technologischen Durchbruch, mehr noch, die Technik hat sich im Alltag bewährt; darin sind wir uns einig.
Wie funktioniert denn das Ganze? Es handelt sich um das ausgeklügelte Zusammenspiel von einem Benzinmotor und einem oder zwei Elektromotoren. Dazu braucht es eine recht grosse Batterie. Das bedeutet als Konsequenz, dass diese Hightech-Fahrzeuge schwerer als die konventionellen Autos sind. Was aber schreibt die Initiative in Sachen Gewicht vor? Sie wissen es: Das maximale Leergewicht soll nur noch 2,2 Tonnen betragen dürfen.
Mein jetziges Hybridfahrzeug verbraucht nach Norm und auch im täglichen Einsatz 8,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Es wiegt gut 2 Tonnen. Auch weil ich sehr umweltbewusst lebe, möchte ich meinen Wagen durch das Nachfolgemodell ersetzen. Es handelt sich dabei logischerweise wieder um ein Auto mit Vollhybridtechnologie. Dieses verbraucht bei einem CO2-Ausstoss von 148 Gramm pro Kilometer wegen grösserer Elektromotoren nur noch 6,3 Liter.

AB 2010 N 1603 / BO 2010 N 1603
Damit liegt es weit unter dem Durchschnittswert aller Personenwagen, die man in der Schweiz kaufen kann. Doch ich darf das Auto nicht erwerben. Bei einem Ja zur Initiative muss ich mich für das exakt gleiche Modell, jedoch ohne Hybridantrieb entscheiden. Dieses verbraucht 10,6 Liter Benzin; das sind mehr als zwei Drittel mehr als die 6,3 Liter des verbotenen Autos. In der Stadt, wo die Menschen besonders sensibel reagieren, braucht das erlaubte Auto 117 Prozent mehr Benzin als das verbotene Fahrzeug.
Es geht noch weiter: Der von den Strassen verbannte Wagen ist höchst energieeffizient. Folgerichtig rangiert er heute in der Topkategorie A. Sein erlaubter Bruder hingegen stösst 250 Gramm CO2 pro Kilometer aus und landet in der Klasse E der Energieeffizienz. Das heisst konkret, dass die technologiefeindliche Initiative den Schweizerinnen und Schweizern das Fahren des weltweit wohl fortschrittlichsten Fahrzeugs verbietet. Es ist, komplett ausgestattet, nämlich 2290 Kilogramm schwer. Somit fällt es ausser Rang und Traktanden und wird von den Strassen verbannt. Ich verstehe die Initianten nicht. Sie wollen den Schweizerinnen und Schweizern den Kauf genau jenes Autos verwehren, welches der technologische Vorreiter und in der Fahrzeugfamilie das Vorbild für jene Vollhybrid-Mittelklassewagen ist, die heute schon weniger als vier Liter auf 100 Kilometer konsumieren.
Die Initiative ist ein Etikettenschwindel. Anders als angekündigt ist sie alles andere als menschenfreundlich, dazu ist sie hochgradig wirtschafts-, freiheits- und technologiefeindlich. Lehnen Sie die Initiative deshalb morgen bitte ab.

Thorens Goumaz Adèle (G, VD): Cette initiative populaire est malheureusement rarement appelée par son nom: initiative "pour des véhicules plus respectueux des personnes". On utilise souvent un raccourci regrettable en l'appelant initiative "anti-4x4". Ce faisant, on passe totalement à côté de son contenu. Il ne s'agit en effet aucunement de condamner ou d'interdire les véhicules tout-terrain en tant que tels. Il y a des circonstances où l'usage de ce type de voiture se justifie, que ce soit dans un contexte professionnel ou dans certaines régions en altitude. Il existe en outre des 4x4 dont la consommation d'essence est tout à fait raisonnable.
Ce dont il s'agit vraiment, c'est de refuser d'immatriculer des véhicules qui représentent un danger inutile et injustifié, des véhicules que l'on peut effectivement qualifier, en référence au titre de l'initiative, d'irrespectueux - irrespectueux face aux dangers liés au changement climatique, tout d'abord. Alors qu'un vaste choix d'automobiles permet aujourd'hui de répondre aux besoins spécifiques des consommateurs, il est absurde de trouver encore sur le marché des véhicules totalement inefficaces au niveau énergétique et, dès lors, inutilement polluants. Pour chaque classe de véhicule, de la petite urbaine à la luxueuse berline, en passant par le break familial, l'automobiliste peut trouver, parmi un vaste choix de modèles dont l'efficience énergétique est acceptable, celui qui lui conviendra.
L'initiative ne prévoit que de refuser l'immatriculation des modèles technologiquement les plus dépassés. Il s'agit finalement du même type de démarche que nous entreprenons en ce moment dans le domaine des ampoules électriques: celles qui gaspillent inutilement de l'énergie sont progressivement retirées du marché. Une telle mesure interviendrait à la fois comme un complément et comme un appui à la fixation d'une moyenne d'émissions de CO2 pour le parc automobile. La moyenne des émissions détermine ce que l'on juge souhaitable, alors que l'imposition d'un plafond représente la limite de ce que l'on considère comme tolérable.
Il s'agit en outre de refuser l'immatriculation des véhicules qui manquent totalement de respect aux autres usagers de la route. Il est inacceptable que certaines voitures représentent un danger excessif pour les piétons, les cyclistes ou les autres automobilistes, sur la base de considérations qui se limitent souvent à de la pure esthétique - considérations que l'on peut d'ailleurs partager ou pas - ou à du marketing.
Dans le cadre de cette initiative, il ne s'agit donc ni de condamner arbitrairement un type de véhicule, ni de remettre en cause la mobilité des uns et des autres. Il s'agit d'exiger un certain respect, un respect qui exige que nous refusions sur nos routes les véhicules totalement dépassés du point de vue de l'efficience énergétique ou dangereux pour autrui. Cela n'empêchera personne de se déplacer, mais permettra au contraire à chacun de le faire de manière sûre et responsable.

Schwander Pirmin (V, SZ): Auch wenn ich nicht sehr viel von Technik verstehe, wage ich es, hier ein paar technische Äusserungen zu machen.
Im Zusammenhang mit der Revision des Gesetzes über die Motorfahrzeugabgaben im Kanton Schwyz habe ich mir immer wieder die Frage gestellt: Was ist ökologisch tatsächlich effizient? Und auch im Zusammenhang mit der vorliegenden Initiative stelle ich mir die Frage: Hat die Initiative tatsächlich eine ökologische Lenkungswirkung, und sorgt sie tatsächlich für mehr Sicherheit? Oder handelt es sich hier eher um eine Steuervorlage?
Herr Bundesrat Leuenberger hat es Anfang Jahr bei der Vorstellung des Gegenvorschlages eigentlich klar gesagt: Autos, welche die Zielwerte nicht erfüllen, werden mit einer Strafgebühr belegt. Aber durch die Belegung von Autos mit Strafgebühren haben wir noch keine Wirkung erreicht, insbesondere keine ökologische. Wir haben mit Strafgebühren oder höheren Gebühren aufgrund des Nichterreichens von Mindestwerten auch noch keine höhere Sicherheit erreicht.
Was ist denn effizienter und ökologischer, ein Personenwagen mit zwei Plätzen oder ein Familienfahrzeug mit sieben oder acht Plätzen? Ein achtplätziger Toyota verbrennt z. B. bei einer Nenndrehzahl von 5000 Umdrehungen rund 6000 Liter Luft. Ein PW Polo G40 mit 0,7 Bar Überdruck auf dem Motor, also ein typisches Raserauto, bringt es auf 6000 Umdrehungen in der Minute und auf einen Luftverbrauch von über 6500 Litern - das ist effektiv einiges mehr als das grössere Familienauto. Mit anderen Worten: Das grosse Fahrzeug ist effizienter und ökologischer, würde aber durch die geplanten Mindestwerte im Gegensatz zu kleineren Raserautos massiv bestraft. Ein Blick in die aktuelle Unfallstatistik zeigt denn auch, dass hauptsächlich leichte, aber PS-starke Fahrzeuge sehr schwere Unfälle verursachen. Das sind auch Kosten, die die Allgemeinheit belasten und die zu berücksichtigen wären, wenn wir eine Gesamtbilanz machen würden.
Meines Erachtens ist die vorliegende Initiative ökologisch schlichtweg nicht ausgereift. Eine ökologische Vorlage müsste weit mehr Kriterien berücksichtigen, um diesen Namen zu verdienen. Weitere Kriterien wären Sicherheit, CO2-Ausstoss, Gewicht, Luftverbrauch, Ladedruck, Nutzlast usw. Eine ökologische Vorlage müsste also alle Kriterien miteinander berücksichtigen, dann könnten Sie eine saubere Ökobilanz machen. Das wird mit dieser Initiative meines Erachtens nicht erreicht. Die vorliegende Initiative, aber auch der Gegenvorschlag bestrafen meines Erachtens eindeutig insbesondere ökologisch effiziente und sichere Fahrzeuge.
Deshalb bitte ich Sie, die Initiative abzulehnen.

Nussbaumer Eric (S, BL): Am Schluss des Votums von Herrn Schwander hatte ich das Gefühl, er habe den Initiativtext noch nie gelesen; die Initiative spricht ja gerade viele Facetten der Frage an, wie man in diesem Bereich regulieren sollte.
Es stehen "menschenfreundlichere Fahrzeuge" zur Debatte. Ob es überhaupt menschenfreundliche Motorfahrzeuge gibt, lassen wir heute Abend einmal offen. Aber der Ausdruck "menschenfreundlichere Fahrzeuge" weist darauf hin, dass seit ein paar Jahren in der Fahrzeugentwicklung und in der Fahrzeugkonstruktion etwas nicht mehr gut ist. Wir haben es mit einer Autoindustrie zu tun, welche die Frontpartien von Fahrzeugen so ausgestaltet, dass das Verletzungsrisiko bei einem Unfall erhöht statt gesenkt wird. Wir haben es mit einer Autoindustrie zu tun, die Fahrzeuge schwer und emissionsintensiv ausgestaltet, statt leichte und damit emissionsarme Fahrzeuge zu entwickeln. Ja, wir haben es mit einer Autoindustrie zu tun, welche ihre

AB 2010 N 1604 / BO 2010 N 1604
Innovationskraft und ihr Wissen nicht zu 100 Prozent einsetzt, um emissionsarme bzw. menschenfreundlichere Fahrzeuge zu kreieren.
Heute Nachmittag haben einige von Ihnen eingeworfen, doch, doch, die Autoindustrie wolle all das, sie habe es ja bewiesen, es brauche einfach ein bisschen Zeit. Wichtig sei Ihnen absolute Freiwilligkeit. Die Initiative sei wirtschaftsfeindlich und technologiefeindlich. Ihre Devise ist aber schlussendlich: Wir wollen einfach nichts regeln.
Schauen Sie ein bisschen zurück: Vor 15 Jahren wollten der EU-Rat und das EU-Parlament mit der Autoindustrie eine Vereinbarung abschliessen. Damals wollte man abmachen, dass man 2012 einen Emissionsgrenzwert von 120 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen müsse. Wir stehen jetzt zwei Jahre vor diesem Termin. Die EU hat festgestellt, dass es einfach nicht funktioniert. Es geht nicht, wenn man zusammen etwas auf freiwilliger Basis abmacht; diese Fahrzeuge werden nicht fabriziert. Wir haben es mit einer Autoindustrie, mit Industriegiganten zu tun, die nicht im Unternehmenszweck festgeschrieben haben, dass sie menschenfreundliche Fahrzeuge konstruieren und entwickeln wollen. Inzwischen ist in der EU klar: Wer menschenfreundliche Verkehrspolitik machen will, legt verbindlich einzuhaltende Emissionsnormen fest. Es ist sinnvoll und richtig, wenn wir uns dieser zielführenden Umweltpolitik der EU anschliessen.
Die Initiative formuliert einen Strauss von Massnahmen; sie formuliert diese Massnahmen auf Verfassungsebene. Es geht um Feinstaubreduktion, Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Erhöhung des Fussgängerschutzes, Begrenzung der CO2-Emissionen, Einführung von Gewichtsbestimmungen. Zu all dem kommen natürlich auch noch Übergangsbestimmungen.
Was ist der Kern all dieser Forderungen? Es wäre eigentlich die Aufgabe eines Parlamentes, den Kern all dieser Forderungen zu finden. Der Kern aller Forderungen ist der Emissionsgrenzwert. Wer Emissionsgrenzwerte festlegt, legt Motorenleistung fest, wer Motorenleistung und Emissionsgrenzwerte festlegt, legt auch Leergewichte fest, wer Leergewichte reduziert, verändert schlussendlich auch die Fahrzeugkonstruktion und erhöht damit den Fussgängerschutz. Beim Emissionsgrenzwert müssen wir ansetzen, damit menschenfreundliche Fahrzeuge in unserer Mobilitätsgesellschaft an Bedeutung gewinnen.
Leider hat die Mehrheit unserer vorberatenden Kommission ein bisschen ideologisch die Initiative einfach abgelehnt und hat es versäumt, sich sorgfältig mit dem indirekten Gegenvorschlag auseinanderzusetzen. Ich bin froh, dass der Antrag der BDP-Fraktion auf dem Tisch liegt, dass wir morgen auch über diesen indirekten Gegenvorschlag beschliessen können. Es ist der richtige Weg, die Neuzulassungen zu regulieren, und zwar mit dem Emissionsgrenzwert.
Die Initiative ist breit und umfassend angelegt; ein Gegenvorschlag könnte sich auf den Emissionsgrenzwert konzentrieren. Sie haben morgen die Wahl, ob Sie weiterhin eine menschenfeindliche, menschenunfreundliche Fahrzeug- und Verkehrspolitik betreiben wollen. Sie können das ausdrücken, indem Sie einfach Nein sagen; Sie können aber auch zweimal Ja sagen. Entscheidend ist, dass Sie beim Gegenvorschlag Ja sagen.

Brönnimann Andreas (V, BE): Mir bleibt die Ehre des Schlusswortes. Die vorliegende Initiative ist katastrophal. Sie hätte gravierende Auswirkungen für die Schweiz. Ich will jetzt nicht alles wiederholen, was zu diesem Thema bereits gesagt wurde. Diese Initiative diskriminiert alle, die ein schönes, kräftiges, modernes, nach den neuesten technischen Errungenschaften ausgerüstetes Fahrzeug besitzen oder zu kaufen gedenken. Sicherheit, Verbrauch, Abgase usw., das sind auch für die grossen, schweren und leistungsstarken Fahrzeuge das Thema Nummer eins. Der Fahrgast wird ringsherum mehrfach gesichert, Knautschzonen wurden geschaffen. Der Sicherheit aller beteiligten Verkehrsteilnehmer wird bei der Konstruktion grösste Aufmerksamkeit geschenkt. Auch die Rundumsicht ist bei grossen Fahrzeugen punkto Sicherheit ein sehr grosser Vorteil. Die Verbrauchszahlen sind im Vergleich zu früheren Jahren sensationell. Ein moderner Offroader ist viel sauberer, als es der kleine, legendäre Deux-Chevaux oder ein uralter VW-Käfer war. In diesem Bereich hat die Automobilindustrie Enormes geleistet.
Worum geht es bei dieser Initiative auch noch? Hier ist doch ganz offensichtlich auch Missgunst und Neid im Spiel. Der schöne, gepflegte und glänzende Sportwagen ist den Initianten ein Dorn im Auge. Mit dieser Initiative wird die Unzufriedenheit gegenüber Besitzern von grossen und teuren Autos geschürt. Warum sind vermehrt solche Autos Zielscheibe von Vandalismus? Karosserien werden von vorne bis hinten mit einem spitzen Gegenstand zerkratzt, Reifen werden beschädigt und gestochen. Solche extremen Initiativen fördern diese bedenkliche Entwicklung zusätzlich.
Diese Initiative ist in der Schweiz unnötig und vollkommen daneben. Die Schweiz besitzt bekanntlich weltweit den modernsten Fahrzeugpark. Wir brauchen keine Verschrottungsprämie als Anreiz, um ein Auto der neuesten Generation zu kaufen. Die Schweizer kaufen freiwillig die neuesten, sauberen und sicheren Modelle. Da sind die Schweizer und Schweizerinnen im internationalen Vergleich Musterknaben und Musterfrauen. Kritisieren könnten die Initianten höchstens das Abschieben der alten Autos in den Export, worauf sie dann noch bis zum Auseinanderfallen weitergefahren werden.
Die Schweizer Bevölkerung kann auch nichts mit einem 800-Kilo-Auto für jedermann anfangen. Die Schweiz ist nicht nur bevölkerungsmässig multikulturell, auch unsere Landschaft mit den Bergen und Tälern ist multikulturell. Die Schweiz ist eine richtige Berg-und-Tal-Bahn. Es gibt Länder wie zum Beispiel Holland, da führen die höchsten Bergstrassen über die Autobahnbrücken. In der Schweiz gibt es Bergstrassen, die nur mit 4x4-Fahrzeugen sicher befahren werden können. Wie wir bereits mehrfach gehört haben, ist die Schweizer Bevölkerung auf schwere und grosse Fahrzeuge wie Grossraumlimousinen, Offroader und Sportwagen usw. für Familie, Beruf und Hobby angewiesen.
Lehnen wir diese Initiative und den unnötigen Gegenvorschlag ab!


Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
Le débat sur cet objet est interrompu



Schluss der Sitzung um 19.00 Uhr
La séance est levée à 19 h 00

AB 2010 N 1605 / BO 2010 N 1605





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