Mörgeli Christoph (V, ZH):
Ich danke Frau Markwalder für diese dankenswerten Dankesworte für verdankenswerte Verdienste! Ich bin manchmal schon erschüttert, welche Vorstösse von angeblich liberaler, freiheitlicher Seite auf uns zukommen und uns hier zugemutet werden. Jetzt kommt eine freiheitliche Partei, würdigt lautstark die Freiwilligenarbeit, weil sie eben freiwillig erfolgt, unbezahlt erfolgt, ohne staatliche Unterstützung erfolgt, um genau diese Freiwilligenarbeit augenblicklich mit staatlicher Unterstützung zu versehen, nach Staatsgeld zu rufen und damit diese Freiwilligenarbeit ins Gegenteil zu verkehren, gewissermassen ad absurdum zu führen.
Sie sagen richtig, dass in den Bereichen Soziales, Sport, Kultur, Jugendverbände oder auch in der Nachbarschafts- oder Verwandtschaftshilfe zwischen den Generationen Enormes geleistet wird. Und das Schöne ist ja eben, dass es nicht staatlich reglementiert, unterstützt und bezahlt werden muss. Es ist ein Denkfehler, den offenbar selbst liberale Politikerinnen leider übernehmen, indem sie meinen, was gut sei, müsse staatlich gefördert werden. Das ist doch nicht der Fall! Was gut ist, wird eben meistens gerade nicht staatlich gefördert. Und vergessen Sie nicht: Wenn Sie 125 000 Franken in gewisse Projekte dieser Freiwilligenarbeit stecken, müssen Sie gleichzeitig andere Projekte diskriminieren. Sie werden nicht andere dann auch noch unterstützen können. Sie werden nicht alles bezahlen können. Staatliche Unterstützung heisst immer auch gleichzeitig Diskriminierung, und Sie werden mit diesen 125 000 Franken Unfrieden schaffen. Dass der Bundesrat hier auch noch die Kasse aufmacht, wundert mich nicht sehr. Aber denken wir doch wenigstens im bürgerlich-freiheitlichen Lager weiterhin ein bisschen diszipliniert. Anerkennen wir die Freiwilligenarbeit als das, was sie ist, eben freiwillig und keine Arbeit, die unter Ausschüttung staatlicher Gelder geschehen muss, auch und erst recht nicht in einem Jubiläumsjahr oder in einem Jahr der Freiwilligenarbeit.