Kiener Nellen Margret (S, BE):
"Gleichstellung. Mehr Frauen in technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Berufen": Ich bitte Sie, meine Motion anzunehmen, die der Bundesrat zur Annahme empfiehlt und die ihn beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie die krass unterdurchschnittliche Frauenvertretung in den technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Ausbildungs- und Lehrgängen in der Sekundarstufe II, also in den Mittelschulen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen erhöht werden kann.
Wieso ist mir dieses Thema so wichtig? In jungen Jahren habe ich in Bern in der Wifag gearbeitet, also in der produzierenden Industrie für Druckmaschinen. Später habe ich in Winterthur bei der Sulzer AG im Gesamtanlagenbau gearbeitet. Ich kenne diese Industrie aus jahrelanger eigener Berufserfahrung. Mein Mann ist Maschineningenieur und ebenfalls in dieser Branche tätig - wie früher der Herr Bundesrat. Er bildet auch im Betrieb, den er führt, Polymechanikerinnen aus, sie zeigen hervorragende Leistungen und haben gute Berufsmöglichkeiten.
Aber die Statistik zeigt: Die Schweiz hinkt weit hinterher. Unsere Zahlen, Sie finden sie unten im Postulatstext, zeigen, dass die Schweiz nur 11 Prozent Frauen in der beruflichen Grundbildung ausbildet. Bei den Abschlüssen beträgt der Frauenanteil in der Sekundarstufe II ebenfalls 11 Prozent. Entsprechend tief ist dann auch der Anteil an Hochschulabschlüssen von Frauen, nämlich knapp 17 Prozent. Da sind dann allerdings auch ausländische Studentinnen darunter, die an die schweizerischen Hochschulen studieren kommen. Die helfen dann mit, diese Statistik etwas nach oben zu verbessern. Nur noch gerade Japan liegt mit 15 Prozent Frauenanteil tiefer. Im EU-Durchschnitt liegt der Frauenanteil in diesen Berufen bei 31 Prozent. In allen arabischen Staaten liegt dieser Frauenanteil höher als in der Schweiz.
Ich staune, Herr Bortoluzzi und Frau Flückiger, dass die SVP mein Postulat bekämpft hat, nachdem der Bundesrat mit klaren Argumenten, die ich alle unterstütze, das Postulat zur Annahme empfohlen hat. Auf die SVP-Fraktion setze ich ja noch alle Hoffnungen, aber zu den beiden Bekämpfenden, zu Herrn Bortoluzzi und Frau Flückiger, muss ich nun im Speziellen schon sagen: Wenn Sie bei diesen Schul- und Berufsbildungsgängen die Zahl der jungen Frauen in der Schweiz nicht erhöhen wollen, dann kann man den Riesenmangel an Fachkräften in der Technik, in der Maschinenindustrie, in der Elektronik, den wir eigentlich, wie ich ganz genau weiss, seit zwanzig Jahren haben, nur durch Zuwanderung aufheben - genau durch Zuwanderung, die Sie sonst von zuunterst bis zuoberst und in jeder Hinsicht bekämpfen! Dieser Mangel an Fachkräften besteht, weil aus Gründen, die ich auch nicht alle kenne, nicht so viele Frauen in diese
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AB 2011 N 756 / BO 2011 N 756
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Berufe einsteigen. Unsere Maschinenbauunternehmen müssen dann diese Lücken, welche beim Nachwuchs und überhaupt bestehen, mit Frauen oder Männer schliessen, die sie aus allen möglichen Ländern rekrutieren - es bleibt ihnen nichts anderes übrig.
Ich bitte Sie alle, dieses wichtige Anliegen nicht weiter zu bekämpfen und mein Postulat zu unterstützen.