Fehr Jacqueline (S, ZH):
Ich beantrage Ihnen mit dieser Motion, dass Menschen, die in einem gewissen Umfang Freiwilligenarbeit leisten, dafür Weiterbildungsgutscheine erhalten. Damit möchte ich zwei Fliegen mit einem Schlag treffen: einerseits die Freiwilligenarbeit honorieren, die in diesem Land eine wichtige Stütze für das gesellschaftliche Funktionieren ist, andererseits die Weiterbildung stärken, vor allem auch für Leute, die nicht im beruflichen Kontext in den Genuss von Weiterbildung kommen, aber es möglicherweise kämen, wenn Freiwilligenarbeit mit Weiterbildung honoriert würde.
Wir sind auch künftig darauf angewiesen, dass Freiwilligenarbeit geleistet wird, und wir sind auch darauf angewiesen, dass Menschen, die Freiwilligenarbeit leisten, dies auf einem gewissen Qualitätsniveau tun, das heisst, dass sie für den Bereich, in dem sie Freiwilligenarbeit leisten, gewisse Voraussetzungen mitbringen und sich möglicherweise in diesem Bereich weiterbilden. Und wir sind darauf angewiesen, dass auch Menschen in einer sensiblen Lebensphase, in der sie nicht erwerbstätig sind, sondern sich eben eher freiwillig oder in der Familienarbeit engagieren, von Weiterbildung profitieren können. Wir wissen ja aus allen Untersuchungen, dass die Chancen, zu Weiterbildung zu kommen, in der Gesellschaft sehr ungleich verteilt sind. Es profitieren vor allem jene von Weiterbildung, die in Unternehmungen angestellt sind, und zwar in mittleren und oberen Chargen.
Das von mir vorgeschlagene System, Weiterbildungschecks an Menschen zu geben, die Freiwilligenarbeit leisten, müsste natürlich in einen gewissen Rahmen gestellt werden. Es müssten gewisse Mindestanforderungen gestellt werden, was die Zeit und das Engagement betrifft. Es müsste auch definiert werden, welche Formen von Freiwilligenarbeit für Weiterbildungsgutscheine berechtigen würden. Das wäre eine Frage der Umsetzung.
Ich glaube, es wäre sinnvoll, der Motion einmal im Grundsatz zuzustimmen und damit, ich muss es so sagen, dem Hohelied der Freiwilligenarbeit in den Sonntagsreden auch mal konkrete Taten folgen zu lassen, indem eben Freiwilligenarbeit mit Weiterbildung honoriert würde.