Präsident
(Walter Hansjörg, Präsident): Zur Erklärung: Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates hatte bereits im Frühjahr 2011 Anträge zum direkten Gegenentwurf und zur Abstimmungsempfehlung gestellt. Eine entsprechende Fahne wurde für die Sommersession 2011 verteilt. Der Nationalrat nahm in der Sommersession 2011 jedoch einen Ordnungsantrag Stamm an und beschloss, das Geschäft von der Traktandenliste abzusetzen. Die Kommission für Rechtsfragen ist am 2. Februar 2012 auf ihre Anträge vom Frühjahr 2011 zurückgekommen und hat neue Anträge beschlossen, die auf der aktuellen Fahne aufgeführt sind.
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AB 2012 N 230 / BO 2012 N 230
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1. Bundesbeschluss über die Volksinitiative "gegen die Abzockerei"
1. Arrêté fédéral relatif à l'initiative populaire "contre les rémunérations abusives"
Art. 1a
Antrag der Mehrheit
Abs. 1
Gleichzeitig wird Volk und Ständen ein Gegenentwurf der Bundesversammlung "Stopp der Abzockerei durch überhöhte Vergütungen" zur Abstimmung unterbreitet.
Abs. 2 Einleitung
Der Gegenentwurf lautet wie folgt:
Abs. 2 Ziff. I Einleitung
Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
Abs. 2 Ziff. I Art. 127 Abs. 2bis
Bei Gesellschaften gehört jener Anteil sämtlicher Vergütungen an Mitglieder des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung, des Beirates oder an Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, der pro Empfängerin oder Empfänger und ihr oder ihm nahestehende Personen 3 Millionen Franken pro Geschäftsjahr übersteigt, steuerrechtlich nicht zum geschäftsmässig begründeten Aufwand.
Abs. 2 Ziff. II Einleitung
Die Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung werden wie folgt ergänzt:
Abs. 2 Ziff. II Art. 197 Ziff. 8 Titel
Übergangsbestimmung zu Art. 127 Abs. 2bis
Abs. 2 Ziff. II Art. 197 Ziff. 8 Text
Bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Bestimmungen erlässt der Bundesrat innerhalb eines Jahres nach Annahme von Artikel 127 Absatz 2bis durch Volk und Stände die erforderlichen Ausführungsbestimmungen.
Antrag der Minderheit
(Huber, Caroni, Egloff, Freysinger, Hiltpold, Markwalder, Nidegger, Reimann Lukas, Rickli Natalie, Schwander, Stamm)
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Antrag Bischof
Abs. 2 Ziff. I Art. 122 Abs. 1bis Bst. h
h. Jener Anteil sämtlicher Vergütungen an Mitglieder des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung, des Beirates oder an Arbeitnehmer, der pro Empfänger und ihm nahestehende Personen 3 Millionen Franken pro Geschäftsjahr übersteigt, gehört steuerrechtlich nicht zum geschäftsmässig begründeten Aufwand. Dadurch entstandene Mehreinnahmen werden durch eine Senkung des Gewinnsteuersatzes der Kapitalgesellschaften ausgeglichen.
Schriftliche Begründung
Gesellschaften, die Gehälter über 3 Millionen Franken ausschütten, sollen nicht mehr privilegiert werden gegenüber Gesellschaften, die diese faktischen Gewinnanteile an die Aktionäre ausschütten. Durch eine Senkung der Gewinnsteuer werden allfällige Mehreinnahmen an alle Kapitalgesellschaften zurückerstattet.
Art. 1a
Proposition de la majorité
Al. 1
En même temps que l'initiative, un contre-projet de l'Assemblée fédérale intitulé "Halte aux rémunérations excessives" sera soumis au vote du peuple et des cantons.
Al. 2 introduction
Le contre-projet a la teneur suivante:
Al. 2 ch. I introduction
La Constitution fédérale du 18 avril 1999 est modifiée comme suit:
Al. 2 ch. I art. 127 al. 2bis
Dans les sociétés, chaque part de rémunération versée aux membres du conseil d'administration, de la direction, du conseil consultatif ou aux travailleurs qui dépasse 3 millions de francs par bénéficiaire et personnes qui lui sont proches, par exercice annuel, ne fait pas partie, d'un point de vue fiscal, des charges justifiées par l'usage commercial.
Al. 2 ch. II introduction
Les dispositions transitoires de la Constitution fédérale sont modifiées comme suit:
Al. 2 ch. II art. 197 ch. 8 titre
Disposition transitoire ad art. 127 al. 2bis
Al. 2 ch. II art. 197 ch. 8 texte
D'ici à l'entrée en vigueur des dispositions légales, le Conseil fédéral édictera, dans un délai d'une année après l'acceptation de l'article 127 alinéa 2bis, par le peuple et les cantons, les dispositions d'exécution nécessaires.
Proposition de la minorité
(Huber, Caroni, Egloff, Freysinger, Hiltpold, Markwalder, Nidegger, Reimann Lukas, Rickli Natalie, Schwander, Stamm)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Proposition Bischof
Al. 2 ch. I art. 122 al. 1bis let. h
h. La part des indemnités versées aux membres du conseil d'administration, de la direction, du conseil consultatif ou aux travailleurs, dont le montant est supérieur à 3 millions de francs pour chacun des bénéficiaires ou chacune des personnes qui leur sont proches, n'est pas considérée, du point de vue fiscal, comme une charge justifiée par l'usage commercial. Les recettes supplémentaires provenant de cette part des indemnités sont compensées en réduisant le taux d'imposition sur les bénéfices appliqué aux sociétés de capitaux.
Präsident
(Walter Hansjörg, Präsident): Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass die beiden Anträge vom 30. Mai 2011 von Frau Leutenegger Oberholzer zu Artikel 1a zurückgezogen wurden.
Zu Artikel 1a liegt zudem ein Antrag von Herrn Bischof vom 31. Mai 2011 vor. Herr Bischof möchte seinen Antrag ebenfalls zurückziehen, kann dies nach seiner Wahl in den Ständerat formell aber nicht mehr tun. Ich beantrage Ihnen daher in Absprache mit den Berichterstattern, den Antrag Bischof als hinfällig zu betrachten, sofern er aus der Mitte des Saales nicht aufgenommen wird. - Dies ist nicht der Fall. Der Antrag Bischof ist somit hinfällig.