Nationalrat - Sommersession 2012 - Zweite Sitzung - 30.05.12-08h00
Conseil national - Session d'été 2012 - Deuxième séance - 30.05.12-08h00

12.003
Staatsrechnung 2011
Compte d'Etat 2011
Erstrat - Premier Conseil
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Botschaft des Bundesrates 28.03.12
Message du Conseil fédéral 28.03.12
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Nationalrat/Conseil national 30.05.12 (Erstrat - Premier Conseil)
Nationalrat/Conseil national 30.05.12 (Fortsetzung - Suite)
Ständerat/Conseil des Etats 13.06.12 (Zweitrat - Deuxième Conseil)
Ständerat/Conseil des Etats 13.06.12 (Fortsetzung - Suite)
Ständerat/Conseil des Etats 14.06.12 (Fortsetzung - Suite)
Text des Erlasses 2 (BBl 2012 7821)
Texte de l'acte législatif 2 (FF 2012 7267)
Text des Erlasses 3 (BBl 2012 7825)
Texte de l'acte législatif 3 (FF 2012 7271)
Text des Erlasses 4 (BBl 2012 7827)
Texte de l'acte législatif 4 (FF 2012 7273)
Text des Erlasses 5 (BBl 2012 7829)
Texte de l'acte législatif 5 (FF 2012 7275)
Text des Erlasses 6 (BBl 2012 7831)
Texte de l'acte législatif 6 (FF 2012 7277)
12.007
Voranschlag 2012. Nachtrag I
Budget 2012. Supplément I
Erstrat - Premier Conseil
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Botschaft des Bundesrates 28.03.12
Message du Conseil fédéral 28.03.12
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Nationalrat/Conseil national 30.05.12 (Erstrat - Premier Conseil)
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Ständerat/Conseil des Etats 13.06.12 (Zweitrat - Deuxième Conseil)
Ständerat/Conseil des Etats 14.06.12 (Fortsetzung - Suite)
Text des Erlasses 2 (BBl 2012 7833)
Texte de l'acte législatif 2 (FF 2012 7279)
Text des Erlasses 3 (BBl 2012 7835)
Texte de l'acte législatif 3 (FF 2012 7281)

Kiener Nellen Margret (S, BE), für die Kommission: Die Finanzkommission hat die Staatsrechnung 2011 und den Nachtrag I zum Voranschlag 2012 an ihrer Sitzung vom 7. und 8. Mai 2012 beraten, nachdem ihre Subkommissionen die Rechnungen und Nachträge der Departemente und Behörden und Gerichte an insgesamt sechs Sitzungen auf Herz und Nieren geprüft hatten. Monsieur Grin wird die Ausgabenseite, ich werde die Einnahmenseite etwas näher beleuchten.
Zur Staatsrechnung 2011: Eintreten auf Rechnung und Nachtrag ist formell, gemäss Artikel 74 Absatz 3 des Parlamentsgesetzes, obligatorisch. Die ordentliche Finanzierungsrechnung 2011 schliesst erheblich besser ab als budgetiert: Statt eines Defizits von 646 Millionen hat sich ein Überschuss von rund 1,9 Milliarden Franken ergeben. 2010 hatte der Überschuss noch fast 3,6 Milliarden betragen. Die Departemente haben eine hohe Ausgabendisziplin gepflegt: Es resultieren Minderausgaben von rund 700 Millionen Franken gegenüber dem Budget. Gegenüber der Rechnung 2010 hat sich die Ausgabenquote des Bundes leicht erhöht: von 10,8 auf 11 Prozent. Anteil an diesem guten Ergebnis haben vor allem die Einnahmen. Budgetiert waren ordentliche Einnahmen von rund 62,4 Milliarden Franken, tatsächlich beliefen sich die Einnahmen auf 64,2 Milliarden. Damit übertreffen die tatsächlichen Einnahmen die budgetierten um 1,8 Milliarden.
Die Finanzierungsrechnung schliesst, unter Einschluss der ausserordentlichen Einnahmen und Ausgaben, mit einem Überschuss von 205 Millionen Franken ab. Ausserordentliche Ausgaben gab es im Jahr 2011 in der Höhe von fast 2 Milliarden Franken. Das waren der Sanierungsbeitrag an die Pensionskasse der SBB und eine erneute Einlage in den Infrastrukturfonds. Die ausserordentlichen Einnahmen betrugen 290 Millionen Franken.
Die Vorgaben der Schuldenbremse wurden durch dieses viel bessere Ergebnis übertroffen. Aufgrund der Budgetannahme zur Konjunktur war 2011 ein Defizit von 593 Millionen Franken zugelassen. Der effektive Überschuss in der ordentlichen Finanzierungsrechnung überschreitet die Vorgabe der Schuldenbremse um 2,2 Milliarden Franken. Der strukturelle Überschuss wird dem Ausgleichskonto gutgeschrieben, welches Ende 2011 einen Betrag von 17,8 Milliarden Franken auswies.
Die Erfolgsrechnung schliesst statt mit einem Defizit von rund 100 Millionen Franken mit einem Überschuss von rund 3 Milliarden Franken ab. Die Bruttoschulden des Bundes betragen weiterhin rund 110,5 Milliarden Franken, was einer Schuldenquote von brutto 19,6 Prozent entspricht; 2010 betrug sie noch 20,1 Prozent.
Ich werde nun die Einnahmen etwas näher beleuchten: Die ordentlichen Einnahmen liegen 1,8 Milliarden Franken oder 2,9 Prozent über dem Budget. Gegenüber dem Vorjahr haben sie um 1,4 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent zugenommen. Die meisten Bundeseinnahmen, rund 21,6 Milliarden Franken, stammen aus der Mehrwertsteuer. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Mehrwertsteuereinnahmen um 970 Millionen Franken oder 4,7 Prozent zu. Die zweitwichtigste Einnahmequelle des Bundes ist mit rund 17,9 Milliarden Franken die direkte Bundessteuer.
Mit der Einführung der Schuldenbremse haben die Einnahmenschätzungen erheblich an Bedeutung gewonnen, da sich die im Budget geplanten Ausgaben nach den geschätzten Einnahmen zu richten haben. In den letzten Jahren ist es mehrfach zu grossen Diskrepanzen zwischen Budget und Rechnung gekommen, weil die Einnahmen stets erheblich höher waren als budgetiert. Für das Jahr 2011 liegen die ordentlichen Einnahmen um 2,9 Prozent - plus 1,8 Milliarden Franken - über dem Budget. Diese Abweichung liegt unter dem durchschnittlichen Prognosefehler der letzten zehn Jahre von 4,8 Prozent.
Im Rahmen unserer Kommissionsberatungen wurden insbesondere die generelle Entwicklung des Finanzhaushalts, die Wirkung und Ausgestaltung der Schuldenbremse, die Angemessenheit der Investitionen sowie die Entwicklungen im Bereich der Informatik und des Personals diskutiert. Alle Fraktionen zeigten sich von den Ergebnissen der Rechnung befriedigt.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat die Rechnung des Bundes, Bundesbeschluss I, und die Sonderrechnungen des FinöV-Fonds, Bundesbeschluss II, des Infrastrukturfonds, Bundesbeschluss III, des ETH-Bereichs, Bundesbeschluss IV, sowie der Eidgenössischen Alkoholverwaltung, Bundesbeschluss V, geprüft und empfiehlt die Genehmigung der Bundesbeschlüsse I bis V ohne Einschränkung.
Die Finanzkommission dankt dem Bundesrat, der Finanzministerin und Bundespräsidentin, der Verwaltung sowie den Behörden und Gerichten für den sorgfältigen Umgang mit den öffentlichen Mitteln. Ein Land mit föderalem System, dessen Exekutive die konsolidierten Staatsrechnungen am 15. Februar des Folgejahres zuhanden des Parlamentes verabschieden kann, ist sehr gut organisiert und speditiv. Auch dafür danken wir. Die Kommission beantragt Ihnen deshalb einstimmig die Genehmigung aller fünf Bundesbeschlüsse.
Ich komme zum Nachtrag I zum Voranschlag 2012: Der Bundesrat beantragt Zustimmung zu total 13 Nachtragskrediten im Umfang von 89 Millionen Franken. Ihre Finanzkommission beantragt Ihnen einstimmig Zustimmung zu den zwei entsprechenden Bundesbeschlüssen.
Ich komme noch zum mündlichen Jahresbericht der Finanzkommission. Gemäss Artikel 55 des Parlamentsgesetzes berichten die Finanzkommissionen jährlich einmal über die Hauptergebnisse ihrer Arbeit. Unsere Hauptgeschäfte 2011 waren wie immer die Beratung des Budgets, der Nachträge

AB 2012 N 724 / BO 2012 N 724
und der Rechnung. Als federführende Kommission befasste sich Ihre Finanzkommission 2011 auch mit der Botschaft zur Abfederung der Frankenstärke, das war der Nachtrag IIa zum Voranschlag 2011. Sie befasste sich weiter mit der Vorlage "Ressourcen- und Lastenausgleich zwischen Bund und Kantonen in den Jahren 2012-2015". Schliesslich befasste sie sich mit der Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Schweizerischen Bundesbahnen; da ging es um die Sanierung der Pensionskasse der SBB. Ziemlich viel Zeit beanspruchte auch die Beratung der Wirkungs- und Leistungsberichte der Flag-Einheiten und ihrer neuen Leistungsaufträge. Um künftig die Beratung und Handhabung zu vereinfachen, ersuchten beide Finanzkommissionen die Büros um die Erlaubnis, deren Weisungen zur Beratung in Bezug auf die Flag-Einheiten in den Räten zu überarbeiten. Die entsprechenden Arbeiten sind im Gange.
Die Finanzkommission verfasste Mitberichte an die Legislativkommissionen zu folgenden Vorlagen: zur Botschaft zur Änderung des Bankengesetzes - da ging es um die Stärkung der Stabilität im Finanzsektor -; zur Botschaft über die Weiterführung von Massnahmen zur Förderung des Friedens und der menschlichen Sicherheit; zum Armeebericht, d. h. zum Zusatzbericht; zum Rüstungsprogramm 2011; zur Immobilienbotschaft VBS; zur Vorlage "Zivile Friedensförderung. Rahmenkredit 2012-2015 für drei Genfer Zentren"; zur Vorlage "Präzisierung der Informationsrechte der Aufsichtskommissionen"; zur Botschaft über die Standortförderung 2012-2015; zur Vorlage "Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015"; und zur Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation im Jahre 2012.
Im Rahmen ihres gemeinsamen finanzpolitischen Seminars befassten sich beide Finanzkommissionen mit der Situation der öffentlichen Haushalte drei Jahre nach der Finanzkrise von 2008 sowie mit den Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Sozialversicherungen. Zudem liess sich die Finanzkommission des Nationalrates regelmässig über die Ergebnisse der Sitzungen der Finanzdelegation und der Neat-Aufsichtsdelegation orientieren.
In all ihren Tätigkeiten bringt die Finanzkommission den Aspekt der Finanzierbarkeit und des sorgfältigen, gesetzmässigen Umgangs mit den Bundesmitteln in die politische Debatte ein.
Ich bitte Sie namens der Kommission, von diesem mündlich erstatteten Jahresbericht Kenntnis zu nehmen.

Grin Jean-Pierre (V, VD), pour la commission: Lors de sa séance des 7 et 8 mai derniers, la Commission des finances a examiné le compte d'Etat ainsi que le supplément I au budget 2012. Après avoir entendu préalablement les rapporteurs des sous-commissions sur leurs différentes séances avec les représentants des départements, des tribunaux et des autorités, la commission adhère à la proposition du Conseil fédéral d'approuver les comptes 2011 de la Confédération sans aucune modification. C'est pourquoi aucun dépliant n'a été rédigé pour cet objet. Par ailleurs, puisque aucune proposition de modification ou proposition de minorité concernant les crédits supplémentaires n'a été déposée en commission, vous n'avez également pas reçu de dépliant pour le supplément I au budget 2012.
En tant que rapporteur, je me pencherai plus particulièrement sur les charges, les dépenses et le financement des investissements, ainsi que sur le supplément I. Madame Kiener Nellen vous a parlé des recettes ainsi que de l'état de la dette.
Avec des dépenses ordinaires d'un montant de 62,33 milliards de francs, pour des recettes de 64,24 milliards de francs, le compte de financement ordinaire 2011 présente un solde positif de quelque 1,9 milliard de francs, soit 2,6 milliards de francs de plus que prévu au budget. En 2011, la contribution à l'assainissement de la Caisse de pensions des CFF ainsi que l'apport unique au fonds d'infrastructure ont été comptabilisés en tant que dépenses extraordinaires, et ce pour 2 milliards de francs au total. Dans le même temps, les recettes extraordinaires découlant de la vente de Saprom SA et d'actions Swisscom ont généré 290 millions de francs de recettes extraordinaires. Au final, le solde de financement pour 2011 se monte à 205 millions de francs.
Le frein à l'endettement garantit l'équilibre des finances fédérales à moyen terme et empêche l'accroissement de l'endettement résultant de déficits structurels. Pour 2011, l'excédent structurel de 2,4 milliards de francs est utilisé de la façon suivante: 166 millions sont portés au nouveau compte d'amortissement. Le nouveau solde du compte d'amortissement s'élève à moins 1,1 milliard et devra être résorbé d'ici aux six exercices suivant 2011; les 2,3 milliards restants ont été portés au compte de compensation, qui affiche dorénavant un solde de 17,8 milliards de francs.
Le compte de résultats se solde par un excédent de revenus de 3 milliards de francs. Ce montant correspond au résultat annuel ordinaire, à savoir le résultat des activités opérationnelles en tenant compte du résultat financier. Les éléments qui le déterminent sont des revenus de 65,7 milliards pour des charges de 62,7 milliards de francs.
Pour ce qui est du résultat extraordinaire, les charges se montent à 1,148 milliard et les revenus à 229 millions, soit un excédent de charges de plus de 900 millions de francs.
La différence entre le résultat ordinaire budgétisé, constatée dans le compte d'Etat, soit 3,1 milliards de francs, s'explique au niveau opérationnel par un supplément de revenus fiscaux, principalement, de plus de 3 milliards de francs.
En 2011, les dépenses ordinaires d'investissement se sont montées à 7,55 milliards de francs. Les dépenses d'investissement ordinaires correspondent, à raison d'un tiers, au domaine propre - avant tout les immeubles et les routes nationales - et, à raison de deux tiers, au domaine des transferts - avant tout des prêts et des contributions. Les dépenses d'investissement ont progressé par rapport à l'année précédente de 4,1 pour cent. Notons que les dépenses extraordinaires d'investissement de 850 millions de francs ont été comptabilisées au titre d'apport extraordinaire au fonds d'infrastructure.
En 2011, les dépenses ordinaires de la Confédération ont augmenté de 3,1 milliards de francs, soit de 5,2 pour cent, pour atteindre 62,33 milliards de francs. Cette forte hausse est due notamment à la prise en compte pour la première fois de la part affectée de la hausse de la TVA en faveur de l'assurance-invalidité et de la contribution spéciale aux intérêts dus pour cette même assurance, à la comptabilisation des dépenses uniques liées au train de mesures visant à atténuer le franc fort pour 834 millions de francs, et à l'externalisation de SIFAM SA qui a généré des dépenses compensées pour 411 millions de francs. Exception faite de ces trois éléments, les dépenses ont crû de 789 millions de francs, soit 1,3 pour cent, ce qui est plus faible que la croissance nominale du produit intérieur brut qui, elle, est de 2,6 pour cent. Les groupes de tâches subissant l'augmentation en chiffres absolus la plus importante par rapport au compte 2010 sont la prévoyance sociale: plus 2,103 milliards de francs, et la formation et la recherche: plus 442 millions de francs.
Concernant la prévoyance sociale, cette hausse correspond à 11,4 pour cent par rapport à 2010. Elle s'explique avant tout, comme je l'ai dit, par le financement additionnel de l'AI - plus 1 milliard de francs - et par l'apport unique à l'assurance-chômage dans le cadre de la lutte contre le franc fort, pour un montant de 500 millions de francs. Ces deux éléments mis à part, la croissance des coûts liés à la prévoyance sociale s'élève tout de même à 560 millions de francs, soit 3 pour cent. Cette croissance est à mettre avant tout sur le compte de l'AVS - plus 249 millions - en raison de l'indexation des rentes, de l'augmentation du nombre de rentiers, et sur celui de la réduction individuelle des primes d'assurance-maladie, plus 142 millions de francs dus effectivement à la croissance des coûts de la santé sur laquelle se base le montant octroyé par la Confédération qui va aux cantons.
La contribution ordinaire de la Confédération à l'AI a augmenté de 108 millions de francs. Le groupe de tâches "Formation et recherche" voit ses dépenses augmenter de

AB 2012 N 725 / BO 2012 N 725
442 millions. Mis à part les effets des mesures contre les effets du franc fort, pour 195 millions, l'augmentation de 4,1 pour cent se concentre principalement sur les contributions forfaitaires aux cantons pour soutenir la formation professionnelle et la recherche, que celle-ci soit fondamentale ou appliquée.
Le groupe de tâches "Relations avec l'étranger - coopération internationale" augmente de 192 millions, ou de 7,4 pour cent. L'augmentation de près de 140 millions, ou de 3,2 pour cent du groupe de tâches "Défense nationale" est due principalement à l'augmentation des dépenses d'armement et des besoins matériels de l'armée.
Pour le groupe de tâches "Trafic", sans tenir compte du montant extraordinaire de 850 millions destiné au fonds d'infrastructure, les montants destinés au trafic diminuent de 163 millions. Cela s'explique par une diminution des ressources allouées à la circulation routière, qui enregistrent une baisse de 325 millions, alors que dans le même temps les dépenses pour les transports publics augmentent de 126 millions.
Le groupe de tâches "Finances et impôts" voit les charges liées à la gestion de la fortune et de la dette diminuer de quelque 370 millions, alors que dans le même temps les dépenses liées à la péréquation financière augmentent de quelque 150 millions. Au final, les dépenses totales de ce groupe diminuent de 156 millions.
Notons enfin que le groupe de tâches "Agriculture et alimentation" reste quasiment stable, avec une diminution de 0,1 pour cent par rapport à 2010.
Précisons enfin que tous les groupes de dépenses ont respecté les budgets qui leur avaient été alloués. L'écart total par rapport au budget 2011 est de 736 millions de francs non dépensés.
En conclusion, le Contrôle fédéral des finances a vérifié tous les comptes de la Confédération. Il recommande de les approuver. Les sous-commissions qui avaient vérifié les comptes par département dans le détail ont toutes également proposé de les approuver. Dans le cadre de son examen, la commission a également abordé les thèmes du développement futur du budget de la Confédération, des effets et des éventuelles adaptations du frein à l'endettement, ainsi que les perspectives en matière d'informatique et de personnel. Enfin, la discipline budgétaire des différents départements a été relevée par l'ensemble des sous-commissions.
C'est à chaque fois à l'unanimité, par 23 voix contre 0, que la Commission des finances vous propose d'adopter le compte d'Etat 2011, le compte du fonds d'infrastructure, le compte du fonds FTP, le compte du domaine des écoles polytechniques fédérales et celui de la Régie fédérale des alcools.
En résumé, ces comptes reflètent une image saine et positive des finances fédérales. Mais les recettes démontrent déjà un certain ralentissement économique. L'incapacité de plusieurs pays européens à financer eux-mêmes leur dette publique devient inquiétante pour notre croissance économique. Pour l'avenir, il faudra éviter de surestimer nos revenus, comme c'est fréquemment le cas lors d'un ralentissement économique avec l'estimation des recettes fiscales. Seule la rigueur budgétaire et un réexamen permanent des tâches nous conféreront à l'avenir les marges de manoeuvre nécessaires à leur financement.
Concernant le supplément I au budget 2012, le Conseil fédéral demande d'accorder 13 suppléments de crédits d'un montant de quelque 90 millions de francs. Ce ne sont que des crédits de charges. La quasi-totalité des crédits supplémentaires demandés ont des incidences financières. Par ailleurs, 7 millions de francs sur les 90 sont compensés à l'interne. La majeure partie des suppléments demandés concerne le domaine des transferts, au titre des besoins supplémentaires liés à l'encouragement de la technologie et de l'innovation, 60 millions de francs, et au titre des contributions aux organisations de recherche européennes, 14,3 millions de francs. Au titre d'augmentation des dépenses propres, on peut mentionner le financement d'un nouveau système de transmission d'alerte à la population pour 7 millions de francs et un supplément lié à l'exécution des tâches supplémentaires en lien avec l'assistance fournie aux Etats-Unis, pour 5,8 millions de francs. Une augmentation de crédit de 6,5 millions de francs est également demandée en faveur du fonds pour les grands projets ferroviaires. Notons enfin des reports de crédits non épuisés en 2011 pour un montant de 27,6 millions de francs.
La commission vous propose, toujours à l'unanimité, d'accepter l'arrêté fédéral concernant le supplément I au budget 2012 ainsi que l'arrêté concernant les prélèvements supplémentaires sur le fonds pour les grands projets ferroviaires.
La Commission des finances remercie le Conseil fédéral ainsi que tous les services départementaux pour leur diligence et leur complète et précise information ainsi que le secrétariat de notre commission pour son précieux appui.

Hutter Markus (RL, ZH): Die FDP-Liberale Fraktion empfiehlt Ihnen Zustimmung zur Staatsrechnung 2011 mit allen dazugehörenden Bundesbeschlüssen sowie die Genehmigung des Nachtrages I zum Voranschlag 2012 ohne jede Änderung oder Einschränkung.
Erlauben Sie mir drei Bemerkungen zur Staatsrechnung:
1. Unser Bundeshaushalt ist in Ordnung. Während eines Krisenjahres, umgeben von hochverschuldeten Staaten, 1,9 Milliarden Franken Überschuss zu erzielen und damit einmal mehr die Schulden abzubauen, das darf auch eidgenössisch bescheiden als hervorragende Spitzenleistung bezeichnet werden. Wir anerkennen die anhaltende Budget- und Ausgabendisziplin sowie das ausgeprägte Kostenbewusstsein von Bundesrat und Verwaltung und danken für diese gute Leistung.
2. Die Flag-Ämter bereiten uns zunehmend Sorge. Wir Freisinnig-Liberalen stehen zum New Public Management und damit zur Führung mit Leistungsauftrag und Globalbudget. Aber Flag ist kein beliebiges Führungsprinzip, das man Ämtern je nach Lust und Laune verordnet, und unsere Bundesämter sind nicht dazu da, hin und her geschoben zu werden, wie beispielsweise die Bundesreisezentrale, die Ende des letzten Jahres aus dem Flag-Status wieder in die normale Verwaltungsführung dirigiert worden ist. Andererseits sind Leistungsziele einzuhalten bzw. Abweichungen mit der gebotenen Seriosität zu begründen. Das ist leider nicht immer der Fall. Eine doch massive Zielverfehlung um 20 Prozent wird beispielsweise vom Astra, dem Bundesamt für Strassen, folgendermassen begründet: "Infolge kurzfristiger nichtvorhersehbarer dringender Aufträge mussten die personellen Ressourcen teilweise anderweitig eingesetzt werden." Eine detaillierte Bezeichnung der kurzfristigen, nichtvorhersehbaren Aufträge oder der anderweitigen Personaleinsätze konnte uns auch in der zuständigen Subkommission nicht gegeben werden. Mit solch nichtssagenden Begründungen wird nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Parlament strapaziert, sondern Flag verkommt so sehr bald zum "Lag", zu einem Flag ohne Führung, und das liegt sicher nicht im Interesse eines professionellen Kostenmanagements.
3. Ich komme zum Ceterum censeo: Wir tun gut daran, unsere schweizerischen Tugenden, die mit der Rechnung 2011 überzeugend präsentiert werden, nicht über Bord zu werfen. Halten wir den Kurs einer soliden und glaubwürdigen Finanz- und Haushaltpolitik unbeirrt und konsequent ein. Wir Freisinnigen wehren uns gegen uferlose Begehrlichkeiten, auch wenn diese, wie aktuell bei den Vorhaben zum Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen, sogar von unseren kantonalen Exekutiven vorgebracht werden. Mehrausgaben ohne Finanzierung lehnen wir genauso entschieden ab wie die Angriffe gegen unser brillantes, erfolgreiches Instrument der Schuldenbremse.
Wir rufen Sie auf, die erfolgreiche Finanzpolitik, welche dem Staatshaushalt 2011 zugrunde liegt, im bisherigen verantwortungsbewussten, haushälterischen Geist weiterzuführen, ganz im Sinne unserer sprichwörtlichen Stabilität.

Vischer Daniel (G, ZH): Frau Bundespräsidentin, es ist in der Tat so, dass sich die Rechnung der Schweiz, wie man sieht, wenn man es mit jenen der umliegenden Länder vergleicht,

AB 2012 N 726 / BO 2012 N 726
von diesen unterscheidet. Der Überschuss ist beachtlich. Das kam unerwartet; wir können jetzt nicht wieder sagen, dass extra zu tief budgetiert wurde usw. Es sind wahrscheinlich andere Gründe, deretwegen es zu diesem guten Abschluss gekommen ist.
Die Schweiz hat den Weg über die Schuldenbremse eingeschlagen. Diese ist im Volk verankert. Die Schuldenbremse kann aber flexibel gehandhabt werden; die Schuldenbremse lässt eine keynesianische Anwendung zu. Wir dringen darauf, dass man in diesem Sinne antizyklisch verfährt und bereits heute erkennt, dass die Schweiz vielleicht verspätet von der Wirtschaftskrise eingeholt wird, die das ganze europäische Umfeld bedroht. Ich teile diesbezüglich die Ansicht des Nobelpreisträgers Paul Krugman, der sagt, dass Griechenland aus dem Euro falle und Schlimmstes drohe - siehe die 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien -, falls nicht ein Milliarden-Investitionsprogramm aufgegleist werde.
So weit wird es in der Schweiz nicht kommen, aber wir müssen aufpassen, denn auch wir haben Probleme. Unser Industriestandort ist durch die Frankenkrise gefährdet. Wir haben eine Energiewende durchzuziehen, die nicht gratis sein wird. Der Atomausstieg ist an die Hand zu nehmen. In diesem Sinne denke ich, dass diese Rechnung auch die Rechnung einer Phase ist, die nun aufhört, weil neue Aufgaben auf dieses Land zukommen und Weichenstellungen vorzunehmen sind. Die Frankenkrise ist nicht ausgestanden - im Gegenteil: Manchmal hat man den Eindruck, da werde aus Grundsatzgründen zu wenig tough gehandelt und die Untergrenze nicht nach oben getrieben. Ich vermute, die Nationalbank könnte mehr tun, als sie tut. Es ist an der Politik, das deutlicher zu sagen. Wir haben bezüglich der Energiewende dafür zu sorgen, dass die Industriepolitik der Schweiz, dass die Reindustrialisierung im Sinne einer energiesparenden Umrüstung zu einem Kernthema der schweizerischen Wirtschaftspolitik wird, dass die Politik alles daransetzt, dass das beschleunigt an die Hand genommen wird.
Wir können rückblickend sagen: Die Schweiz hat gut daran getan, dass sie den Weg von Hartz IV nicht eingeschlagen hat. Bei allen nichtvertretbaren Einschnitten bei der IV ist es gelungen, das soziale Netz aufrechtzuerhalten. Das ist ein Weg, der auch zukunftsweisend sein muss. Denn Hartz IV ist einer der Hauptgründe für die gegenwärtige Eurokrise - wer das noch nicht begriffen hat, hat nicht verstanden, warum es die Eurokrise gibt. Bedenken wir immer: Die Schweiz war immer auch ein bisschen Profiteur der Politik von Deutschland.
Sorgen wir für uns, aber nicht mit falschen Mitteln; denken wir daran, dass die Krise morgen verstärkt über uns hereinbrechen kann. Wir müssen gewappnet sein und die Schuldenbremse dann flexibel handhaben.

Müller Leo (CE, LU): Die CVP-Fraktion hat Freude am Rechnungsabschluss 2011. Anstelle des budgetierten Defizites von rund 600 Millionen resultierte ein Finanzierungsüberschuss von rund 1,8 Milliarden Franken. Seit dem Jahr 2006 konnte somit zum sechsten Mal in Folge ein Überschuss verzeichnet werden. Dieses Ergebnis zeugt von einer überzeugenden, soliden Arbeit im Finanzbereich. Erfreulich ist auch, dass trotz Steuerreformen bei der Verrechnungssteuer und bei der direkten Bundessteuer höhere Einnahmen erzielt werden konnten. Diese erfreuliche Tatsache darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns künftig nicht auf solche Einnahmensteigerungen verlassen dürfen. Schliesslich wollen wir ja die Steuerquote nicht kontinuierlich anheben, sondern das Gegenteil tun. Mit einem hohen Wirtschaftswachstum können wir ja auch nicht einfach so rechnen.
Folglich ist die Ausgabenseite kritisch zu beleuchten: Wir stellen mit Befriedigung fest, dass die Ausgaben im Jahr 2011 gut 700 Millionen Franken unter dem Budget lagen. Dem Bundesrat und der Verwaltung sprechen wir ein Kompliment für die grosse Budgetdisziplin aus. Zudem haben die tiefe Zinsbelastung und die Verzögerungen bei einzelnen Projekten, so insbesondere im Rüstungsbereich, zu hohen Kreditresten geführt.
Zu denken geben aber die Vergleiche mit dem Jahr 2010. So müssen wir hohe Ausgabensteigerungen bei der sozialen Wohlfahrt und bei den Ausgaben für die Beziehungen mit dem Ausland zur Kenntnis nehmen. In diesen Bereichen resultierten Ausgabensteigerungen gegenüber der Rechnung 2010 von 11,4 bzw. von 7,3 Prozent, und das bei einem BIP-Wachstum von 2,6 Prozent. Ich weiss, diese Aufwandsteigerungen hängen stark mit der IV-Zusatzfinanzierung und der Einlage in die Arbeitslosenversicherung zusammen. So wurden rund eine Milliarde Franken aus der Mehrwertsteuererhöhung an die IV weitergegeben und rund 500 Millionen Franken in die Arbeitslosenversicherung eingelegt. Trotzdem ist hier der Warnfinger zu heben. Die Langfristperspektiven der öffentlichen Finanzen der Schweiz zeigen klar auf, dass der Sozialversicherungsbereich ohne entsprechende Korrekturen stark ansteigen wird. Dazu gehört auch der markante Anstieg der Ausgaben bei den Ergänzungsleistungen. So stiegen die Ausgaben in diesem Bereich von 2 Milliarden Franken im Jahr 1999 bis zum Jahr 2010 auf 4 Milliarden Franken. Bundesrat und Parlament werden in diesem Bereich in den nächsten Jahren gefordert sein.
Aufgrund des guten Rechnungsabschlusses konnten die Staatsschulden von rund 130 Milliarden Franken im Jahr 2005 auf 110 Milliarden Franken Ende 2011 gesenkt werden; das ist sehr erfreulich.
Schauen wir im Hinblick auf den Budgetprozess noch etwas in die Zukunft: Gute Rechnungsabschlüsse in der Vergangenheit gewährleisten nicht, dass es auch in Zukunft so bleiben wird. Damit die Erfolgsgeschichte Schweiz weitergeschrieben werden kann, müssen wir hart daran arbeiten. Gefordert sind wir vor allem in den Bereichen mit den grossen Ausgabensteigerungen. Ganz wichtig wird es deshalb sein, dass wir bei der Budgetierung eiserne Disziplin an den Tag legen.
Ich komme noch zu den Nachträgen: Der Bundesrat hat mit der Botschaft über den Nachtrag I zum Voranschlag für 2012 verschiedene Nachtragskredite beantragt. Diese Botschaft beinhaltet insgesamt 13 Nachtragskredite mit einem Volumen von 90 Millionen Franken. Hier gibt es verschiedene grössere Positionen, die aber noch mit dem Massnahmenpaket zur Frankenstärke zusammenhängen. Eine nähere Betrachtung zeigt, dass für diese Nachtragskredite gute Gründe vorliegen und diese nötig sind. Zudem zeigt sich, dass das im Dezember 2011 beschlossene Budget des Bundes gemäss Schuldenbremse einen strukturellen Überschuss von 435 Millionen Franken enthält. Mit den beantragten Nachtragskrediten von rund 90 Millionen Franken wird die Limite gemäss Schuldenbremse somit nicht überschritten.
Zum Schluss halte ich Folgendes fest: Die CVP-Fraktion beantragt, die Rechnung 2011 und den Nachtrag I zum Budget 2012 zu genehmigen. Sie beantragt einstimmig, alle sieben in diesem Zusammenhang zu fassenden Bundesbeschlüsse zu genehmigen.

Carobbio Guscetti Marina (S, TI): Die Rechnung 2011 schliesst mit einem Überschuss von rund 1,9 Milliarden Franken in der ordentlichen Finanzierungsrechnung - ohne den ausserordentlichen Haushalt - ab. Das Resultat fällt fast 2,6 Milliarden Franken besser aus als budgetiert. Selbstverständlich ist dieses Resultat für die SP-Fraktion erfreulich, und wir danken der Verwaltung für die geleistete gute Arbeit.
Die Prüfung der Rechnung soll es dem Parlament einerseits ermöglichen, seine Aufsichtsfunktionen auszuüben - meine Kollegen aus der SP-Fraktion werden zu gewissen Positionen bzw. Ämtern noch Stellung nehmen -, aber sie soll uns auch erlauben, einen Blick in die Zukunft zu werfen; ich werde dabei den Schuldenzustand und die Schuldenbremse betrachten: Der tiefe Schuldenstand ist für sich genommen keine Kennzahl für die Zukunftsfähigkeit der Schweiz. Wirtschaftlicher Erfolg und Lebensqualität lassen sich nur durch Bildungs- und Forschungsinstitutionen sichern, die sich im internationalen Wettbewerb messen müssen. Ausserdem muss das Land über eine hochstehende Infrastruktur verfügen. Es ist fahrlässig, wenn man nicht in die Zukunft

AB 2012 N 727 / BO 2012 N 727
investiert, nur um in der Gegenwart gut dazustehen. Um diese Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen, muss man aber das Instrument der Schuldenbremse revidieren, damit es nicht mehr investitionshemmend wirkt. Die SP hat eine Studie in Auftrag gegeben, die Entwicklung der Schuldenbremse zu analysieren. Gestützt auf diese Studie haben wir Vorstösse eingereicht. Für uns stellt sich die Frage, ob wir mit der Schuldenbremse für die schwierige Zukunft fit sind, vor allem wenn man die düsteren konjunkturellen Aussichten und die Situation in der Eurozone anschaut und das Risiko einer Deindustrialisierung der Schweiz erkennt.
2004 bis 2011 fielen die Rechnungsergebnisse um 26,5 Milliarden Franken besser aus als budgetiert. Die Folge dieser falschen Budgetierung waren Entlastungsprogramme für insgesamt mehr als 5 Milliarden Franken, vor allem in Bereichen wie öffentlicher Verkehr, Entwicklungshilfe oder Bildung. Deswegen wurden auch viele Kosten auf die Kantone abgewälzt. Wir unterschätzen die Schwierigkeiten der Budgetierung, vor allem bei den Einnahmen, nicht. Es ist sicher positiv, dass das Finanzdepartement jetzt mit einem neuen Schätzverfahren arbeitet, das dieses Jahr umgesetzt wird.
Durch eine Revision der Schuldenbremse sollen die Investitionen für die nächsten Jahre, vor allem jene in die Infrastruktur und in die Bildung, gewährleistet werden. Deshalb soll das Ausgleichskonto symmetrisch ausgestaltet werden. Nach bald zehn Jahren Schuldenbremse ist das Ausgleichskonto auf über 17 Milliarden Franken angewachsen. Dies ist nur zum geringsten Teil auf budgetierte Überschüsse, sondern grösstenteils auf zu tief budgetierte Einnahmen und überschätzte Ausgaben zurückzuführen. Damit soll vermieden werden, dass die Schuldenbremse in den kommenden, wirtschaftlich schwierigen Zeiten prozyklisch und investitionshemmend wirkt.
Was das Ausgleichskonto betrifft, hat der Bundesrat kürzlich das Postulat Fetz 12.3136 gutgeheissen: In einem Bericht sollen die Möglichkeiten evaluiert werden, das Ausgleichskonto symmetrisch weiterzuentwickeln.
Die SP-Fraktion beantragt, der Rechnung 2011 und dem Nachtrag I zuzustimmen.

Müller Thomas (V, SG): Der erfreuliche Abschluss der Staatsrechnung 2011 mit einem Überschuss von nahezu 2 Milliarden Franken und die zusätzliche Reduktion der Verschuldung auf 19,6 Prozent des BIP dürfen uns nicht zur Annahme verleiten, dass alle finanzpolitischen Probleme gelöst seien. Insbesondere das Ausgabenwachstum nach Aufgabengebieten wird uns in den nächsten Jahren, also in der Mittel- und Langfristperspektive, beschäftigen müssen. Zwei Bereiche fallen dabei besonders auf:
1. Bei der sozialen Wohlfahrt ist für 2011 ein Ausgabenwachstum von 11,4 Prozent ausgewiesen. Wenn wir diese Zahl um die im letzten Jahr erfolgten Einmalausgaben für die IV-Zusatzfinanzierung und für die Einlage in die Arbeitslosenversicherung bereinigen, liegt das Ausgabenwachstum bei der sozialen Wohlfahrt immer noch bei 3 Prozent. Dabei sticht eine neue Ausgabenposition ins Auge: die Prämienverbilligungen in der Grundversicherung der obligatorischen Krankenkasse. Diese sind 2011 um 7,2 Prozent oder 142 Millionen Franken gestiegen. Wenn das fehlende Kostenbewusstsein in der Gesundheitsvorsorge weiterhin anhält, wird diese Position in den nächsten Jahren noch mehr ins Gewicht fallen und die Gesundheitsvorsorge den Bundeshaushalt auch auf diesem Weg belasten.
2. Bei den Beziehungen zum Ausland ist für 2011 ein Ausgabenwachstum von 7,3 Prozent oder 191 Millionen Franken ausgewiesen. Während sämtliche Industrieländer ihre Entwicklungshilfe aufgrund der Wirtschaftslage kürzen oder zumindest nicht erhöhen, hat dieses Parlament beschlossen, die Entwicklungshilfe bis zum Jahre 2015 auf 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Unsere Fraktion hat diesem Beschluss nicht zugestimmt. Diese Politik darf auch nicht einfach fortgesetzt werden. Sie ist Ausdruck einer internationalen Anbiederung, die der Schweiz im Endeffekt keinen einzigen zusätzlichen Freund auf der Welt gebracht hat.
Bei den Einnahmen sind zwei Positionen im Auge zu behalten: Zum einen sollte bei der Mehrwertsteuer berücksichtigt werden, dass die möglichen Folgen der Frankenstärke für die Binnenwirtschaft allenfalls Umsätze einbrechen lassen können. Wir haben deshalb keine Gewissheit, dass die Erträge der Mehrwertsteuer wie in der Vergangenheit weiterhin Jahr für Jahr markant ansteigen werden. Zum andern wird auch die Verrechnungssteuer mit der faktischen Aufhebung des Bankgeheimnisses zur Risikoposition. Vermögenswerte werden zwar nicht unbedingt von schweizerischen Bankinstituten, aber sicher aus der Schweiz abwandern.
Die SVP-Fraktion stimmt der Staatsrechnung 2011 und dem Nachtrag I zum Voranschlag 2012 zu.

Feller Olivier (RL, VD): Les finances fédérales se portent bien, plusieurs intervenants l'ont déjà souligné. Les comptes 2011 affichent un excédent de financement ordinaire de 1,9 milliard de francs et il s'agit du sixième exercice consécutif qui présente un résultat positif. Cette situation est remarquable, elle est enviable et elle est enviée vu les turbulences financières et économiques dont souffrent la plupart des pays qui nous entourent.
Le domaine du social est celui qui présente la plus forte croissance de dépenses avec 11,4 pour cent, soit une augmentation de 2,1 milliards de francs en 2011 par rapport à 2010. Le montant total affecté au social est de 20,6 milliards de francs en 2011, ce qui représente 33 pour cent de la totalité des dépenses engagées par la Confédération, alors que le secteur trafic génère 12,9 pour cent des dépenses totales et celui de la formation et de la recherche 10,4 pour cent.
Contrairement à ce que certains cherchent parfois à faire croire, la Confédération ne pratique pas une politique néolibérale qui laisse de côté la partie la plus fragile de la population; non, au contraire, la Confédération veille à assurer la cohésion sociale du pays.
Les quelques données chiffrées que je viens d'évoquer nous amènent à une réflexion générale. Il nous semble que la dépense publique doit avoir une priorité, même en période d'incertitudes. Cette priorité, c'est l'investissement dans l'avenir, ce n'est pas la consommation immédiate et généralisée à tout-va. La Suisse sait bien ce que cela veut dire quand elle énumère ses atouts face à la concurrence internationale. L'investissement doit soutenir l'ensemble des conditions-cadres qui font le succès d'une économie: la formation, la recherche, mais aussi les infrastructures de transport, qui doivent périodiquement être adaptées aux évolutions démographiques et technologiques. La diversité du tissu économique ne doit bien sûr pas être oubliée. C'est ce à quoi la politique financière de la Confédération doit, à notre sens, tendre prioritairement ces prochaines années.

Fischer Roland (GL, LU): Die grünliberale Fraktion ist sehr erfreut über das Ergebnis der Staatsrechnung 2011 und wird deshalb sämtlichen Bundesbeschlüssen dazu zustimmen. Ebenfalls zustimmen werden wir dem Beschluss zum Nachtrag I für den Voranschlag 2012, zumal ja die Vorgaben der Schuldenbremse trotz der beantragten Mehrausgaben eingehalten werden können.
Unsere sehr positive Beurteilung der Staatsrechnung beruht unter anderem auf folgenden Faktoren:
Das Wichtigste: Die Vorgaben der Schuldenbremse konnten einmal mehr eingehalten werden; mehr noch, der Bund hat, wie schon in den Vorjahren, einen strukturellen Überschuss erwirtschaftet, indem eigentlich die Vorgaben der Schuldenbremse sogar übertroffen wurden. Dieser Überschuss ist ein wenig gesunken, aber das war ja wahrscheinlich vor dem Hintergrund der Frankenstärke durchaus erwünscht.
Die Daten der Finanzstatistik, welche das gesamte Staatswesen der Schweiz umfassen, zeigen ausserdem, dass die Schweiz im europäischen Vergleich sehr gut dasteht. Klar, das ist einerseits auch auf die Schwächen der anderen Staaten zurückzuführen, aber anderseits steht die Schweiz auch objektiv gesehen sehr gut da, wie man sieht, wenn man zum Beispiel unsere Zahlen mit den Maastricht-Kriterien vergleicht, welche für die EU gelten sollten.

AB 2012 N 728 / BO 2012 N 728

Gerade bei solch guten Ergebnissen sollten wir jedoch die Gelegenheit nutzen, uns auch einige Gedanken über grundlegende Faktoren oder grundlegende Fragen zur Schuldenbremse und zur Budgetierung zu machen. Um es vorwegzunehmen: Wir verstehen darunter auf keinen Fall eine Lockerung der Schuldenbremse, denn sie ist ein Erfolgsmodell, wie der Vergleich mit dem Ausland zeigt. Es gibt aber Punkte, wo die Transparenz der Rechnungslegung und die Funktionsweise der Schuldenbremse verbessert werden könnten.
Einer dieser Punkte betrifft aus unserer Sicht die Sonderrechnungen. Wichtige Bundesaufgaben werden heute über Sonderrechnungen abgewickelt, die ausserhalb der Bundesrechnung geführt werden und deshalb nicht in den eigentlichen Geltungsbereich der Schuldenbremse fallen. Diese Sonderrechnungen werden zwar mit regelmässigen Einlagen gespiesen, aber auch ab und zu mit ausserordentlichen Einlagen, die ausserhalb der Schuldenbremse getätigt werden. Es besteht deshalb die Gefahr, dass das Ziel der Schuldenbremse, das heisst ein über ein Konjunkturzyklus ausgeglichener Staatshaushalt, verfehlt wird.
Ausserdem sind die Sonderrechnungen mit einem sehr hohen Mass an Intransparenz verbunden. Das zeigt sich beispielsweise bei den Investitionen. Es ist heute fast nicht möglich, aufgrund der Bundesrechnung allein festzustellen, wie viel der Bund eigentlich investiert hat, weil zahlreiche Investitionen und Investitionsbeiträge eben über diese Sonderrechnungen laufen. Es stellt sich deshalb die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, hier ein etwas transparenteres Mittel oder eine transparentere Art und Weise der Berichterstattung zu finden.
Der zweite Punkt, auf den ich hinweisen möchte, betrifft die Kreditreste. Seit Jahren werden die Voranschlagskredite nicht ausgeschöpft. Im letzten Jahr gab es Kreditreste von rund 700 Millionen Franken. Sie sind zu einem wesentlichen Teil für die strukturellen Überschüsse des Bundes verantwortlich. Auch das ist unbefriedigend. Überschüsse sind zwar positiv, aber an und für sich torpedieren diese eigentlich auch den Zweck der Schuldenbremse.
Wir Grünliberalen fordern deshalb, dass Massnahmen gegen diese hohen Kreditreste ergriffen werden. Wir beabsichtigen deshalb, Vorstösse einzureichen, mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Schuldenbremse und die Transparenz in der Rechnungslegung zu verbessern.

Aubert Josiane (S, VD): Je m'exprimerai sur deux points. Premièrement, en ce qui concerne la politique des langues, le groupe socialiste est préoccupé par la difficulté du Conseil fédéral à respecter la loi sur les langues dans l'administration, malgré ses déclarations d'intention. La proportion des francophones et italophones à tous les niveaux de responsabilités, dans tous les départements et dans tous les offices n'est de loin pas systématiquement respectée ni promue. Certains départements fournissent des chiffres détaillés, mettant ainsi en évidence les manques et les progrès à faire; d'autres y sont encore très réticents. Le chef du DDPS dit même ouvertement que la compréhension d'une langue latine par les cadres supérieurs suffit. Le fait qu'une langue soit liée à une culture est encore étranger à certains! Et pourtant, le maintien de la cohésion du pays passe par la compréhension mutuelle. Cette tâche doit devenir une responsabilité du Conseil fédéral dans son ensemble, avec une pratique unifiée et transparente dans tous les départements et offices. Nous exigeons des progrès rapides et tangibles dans le respect des équilibres entre les régions linguistiques, tout comme dans l'équilibre entre femmes et hommes jusqu'aux plus hauts niveaux de l'administration.
Deuxièmement, en ce qui concerne les résultats des mesures de lutte contre les effets du franc fort, le groupe socialiste constate que celles-ci ont été mises en grande partie en oeuvre par le Département fédéral de l'économie. 732 millions de francs sur les 800 millions débloqués par le Parlement pour 2012 ont été dépensés. 500 millions ont servi au maintien du savoir-faire des entreprises par l'introduction de chômage partiel, 100 millions pour le fonds de crédit pour l'hôtellerie, dont les résultats ne sont pas connus à ce jour car c'est une action sur le long terme, et 100 autres millions pour la CTI, pour favoriser l'innovation et le transfert de technologie vers les entreprises. Le reste de la somme est affecté au renforcement temporaire, sur trois ans, de la Commission de la concurrence et du Bureau de la Surveillance des prix.
Pour les socialistes, compte tenu que la crise déclenchée en 2008 n'est de loin pas sous contrôle, les mesures de lutte contre les effets du franc fort sur l'économie du pays et le pouvoir d'achat des consommateurs sont restées minimalistes et ponctuelles, en un mot conservatrices. La relative embellie actuelle est trompeuse. Les récentes annonces de délocalisations d'entreprises doivent appeler à une politique économique fédérale proactive, indispensable pour lutter consciemment contre une désindustrialisation rampante et une trop forte tertiarisation problématique pour l'avenir de notre économie. Une politique volontariste d'investissements massifs dans la formation, la recherche, l'innovation et les "cleantech" est nécessaire pour garantir le plein emploi et éviter des délocalisations.
Suite aux récentes déclarations du directeur de la Banque nationale suisse concernant les risques de bulle immobilière, des mesures proactives pour garantir des logements accessibles à tous sont indispensables. Aux yeux des socialistes, des actions rapides sur ces deux fronts sont souhaitables.

Gasche Urs (BD, BE): Das vorgelegte positive Rechnungsergebnis nimmt die BDP-Fraktion sehr erfreut zur Kenntnis. Man spürt, dass der Ausgabenpolitik und Ausgabendisziplin in allen Bereichen des Staatshaushaltes die ihnen gebührende Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. In diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung - und hier sind wir auf dem richtigen Weg -, weiterhin investitionsfördernde Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Schweiz zu erarbeiten, um trotz unsicherer Wirtschaftsentwicklung und starkem Franken möglichst viele Arbeitsplätze in der Schweiz sichern zu können.
Wir sollten nicht euphorisch werden, aber im Vergleich zur angespannten finanzpolitischen Situation vieler anderer Staaten hat die Schweiz auch dieses Jahr vieles richtig gemacht. Wir erinnern trotzdem daran: Wir haben nach wie vor eine Staatsverschuldung von 38,4 Prozent des BIP - die Zahlen von Bund, Kantonen und Sozialversicherungen sind hier im Interesse der Vergleichbarkeit zusammengezählt.
Die BDP-Fraktion ist davon überzeugt, dass der Schlüssel zu erfreulichen Rechnungsabschlüssen weiterhin bei einer systematischen Begrenzung und Überwachung der Ausgabenseite liegt. Wir müssen sparsam und zurückhaltend in den Ausgaben sein, das steht für uns auch in Zukunft ausser Frage!
Mit Lob und Anerkennung votiert die BDP-Fraktion für Zustimmung zur Staatsrechnung 2011 und zu allen weiteren Bundesbeschlüssen in diesem Zusammenhang.

Aeschi Thomas (V, ZG): Die SVP-Fraktion ist erfreut darüber, dass die Rechnung 2011 mit einem Überschuss in der ordentlichen Finanzierungsrechnung von rund 1,9 Milliarden Franken abgeschlossen hat, war doch ein Defizit von 646 Millionen Franken budgetiert. Es zeigt sich wieder einmal, wie wichtig das Instrument der Schuldenbremse ist, damit die Schweizer Bundesfinanzen im Lot bleiben.
Auf den ersten Blick scheint bei den Bundesfinanzen alles im Lot zu sein, aber dieser Blick ist trügerisch. In ihrem Bericht "Langfristperspektiven der öffentlichen Finanzen in der Schweiz 2012" zeigt Frau Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf auf, dass sich die absehbaren demografischen Trends langfristig auf die öffentlichen Haushalte der Schweiz auswirken und was gemacht werden muss, um einen Anstieg der Schuldenquote zu verhindern. Die Schlussfolgerungen dieser Studie sind alles andere als ermutigend, denn im Bereich der Sozialwerke kommen auf die jüngere Generation von uns Schweizern schwierige Zeiten zu. Gemäss dem Basisszenario nimmt die Verschuldung über alle Staatsebenen hinweg auf 131 Prozent des BIP zu, schreibt

AB 2012 N 729 / BO 2012 N 729
der Bund. Die Schweiz hat heute eine Verschuldung von 40 Prozent des BIP, die am stärksten verschuldeten Länder Europas - Griechenland und Italien - eine von rund 115 Prozent des BIP. So schlussfolgert der Bund, dass die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen in der Schweiz ohne weitere Massnahmen nicht gegeben ist.
Dieser massive Schuldenanstieg ergibt sich in erster Linie als Folge der finanziellen Entwicklungen der Sozialversicherungen. Hier fordert die SVP-Fraktion die Bundespräsidentin auf, möglichst noch in diesem Jahr der Bundesversammlung eine Schuldenbremse für die AHV und die IV vorzulegen. Dass die AHV im letzten Jahr einen Überschuss von einer Milliarde Franken erwirtschaftet hat und bei der IV eine rote Null resultiert hat, täuscht nicht darüber hinweg, dass der langfristige Finanzierungsbedarf von AHV/IV angesichts der gegenwärtigen demografischen Entwicklung horrend ist. Doch auch bei den Ergänzungsleistungen gibt es Handlungsbedarf, wie die kürzlich in der Presse erschienenen Berichte offenbart haben. Nach heutigem Recht sind Bezüge von Ergänzungsleistungen möglich und rechtens, die sich gegenüber dem verantwortungsvollen Bürger wohl kaum rechtfertigen lassen.
Lassen Sie mich noch ein Wort zur Reform des Pensionskassensystems verlieren. Dass die öffentliche Hand Steuergelder in die öffentlichen Pensionskassen nachschiesst, widerspricht in unseren Augen der Logik einer Pensionskasse und weist auf die strukturellen Mängel des heutigen Pensionskassensystems hin. Die zweite Säule bedeutet für den Arbeitnehmer eine Zwangsversicherung, für die er kaum Wahlmöglichkeiten hat. Er muss sich zwingend über die Pensionskasse seines Arbeitgebers versichern lassen und kann die Anlagestrategie nur minimal, wenn überhaupt, beeinflussen. Wenn man bedenkt, dass mit 700 Milliarden Franken etwa ein Viertel des gesamten Schweizer Volksvermögens in den rund 2300 Pensionskassen lagert, erkennt man, dass die Schaffung von mehr Wettbewerb ein dringendes Problem ist. Aus diesem Grund soll der Zwang, sich über den Arbeitgeber versichern zu lassen, gelockert werden. Jeder Arbeitnehmer soll sich einem Vorsorgewerk seiner Wahl anschliessen können und dort, falls er das wünscht, die Anlagestrategie für sein Vermögen mitbestimmen. Der Wettbewerb unter den Pensionskassen wird dadurch gestärkt, was zu tieferen Kosten und höheren Erträgen führt.
Bezüglich der Führung mit Globalbudget und Leistungsauftrag, das betrifft eben die sogenannten Flag-Ämter, haben wir grosse Vorbehalte. Wenn wir sehen, dass bei gewissen Ämtern Indikatoren mit minimaler Aussagekraft verwendet werden, ist dies in unseren Augen bedenklich. Wenn diesen Indikatoren dann noch Zielwerte zugewiesen werden, die das Parlament nicht überprüfen kann, verliert das unterdessen bereits wieder aus der Mode gekommene New Public Management gänzlich seine Glaubwürdigkeit. Aus diesem Grund hat die SVP-Fraktion auch grosse Vorbehalte gegenüber dem neuen Führungsmodell für die Bundesverwaltung (NFB), mit welchem die Führung mit Globalbudget und Leistungsauftrag in der Bundesverwaltung flächendeckend eingeführt werden soll. Das heutige Rechnungslegungssystem funktioniert gut und muss nicht wie andere Bereiche der Bundesverwaltung dauerreformiert werden.
Die SVP-Fraktion begrüsst das gute Resultat für das Jahr 2011, doch warnt sie vor den finanziellen Verpflichtungen, welche auf die Generation unserer Kinder zukommen. Aus diesem Grund hat die Einführung einer Schuldenbremse im Bereich soziale Wohlfahrt, welche bereits über 31 Prozent des Gesamtbudgets auffrisst, höchste Priorität. Hier fordern wir schnelles Handeln seitens der Bundespräsidentin, damit dem Parlament noch in diesem Jahr eine diesbezügliche Botschaft vorgelegt wird.

Gössi Petra (RL, SZ): Mit einer Schuldenquote von rund 40 Prozent steht die Schweiz im internationalen Vergleich gut da. Dies muss mit Blick auf die Zukunft auch so bleiben, weil wir nur mit gesunden Finanzen das Vertrauen von Investoren gewinnen können, was Voraussetzung für eine gesunde Volkswirtschaft ist. Beim Blick auf die Ausgaben fällt vor allem ein Punkt auf: Rund zwei Drittel der Mehrausgaben, die wir 2011 im Vergleich zu 2010 hatten, sind Beiträge an die soziale Wohlfahrt. Die Ausgaben sind hier im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozent gestiegen. Dieses starke Ausgabenwachstum deutet klar auf einen Reformbedarf bei der sozialen Wohlfahrt hin, auch wenn ein Teil der Mehrausgaben der Zuwendung an die Arbeitslosenversicherung im Rahmen des Massnahmenpakets Frankenstärke zuzurechnen ist. Wir stehen vor Herausforderungen, die nicht schöngeredet werden dürfen und angepackt werden müssen.
Werfen wir noch einen Blick auf die Einnahmen: Das knappe Wachstum von 2,2 Prozent ist auf geringe Fiskaleinnahmen zurückzuführen. Solange unsere Wirtschaft nicht wächst, wird sich daran nichts ändern. Steuereinnahmen steigen dann, wenn das wirtschaftliche Umfeld so gesund ist, dass Gewinne oder Mehrwerte erwirtschaftet werden können. Die FDP/die Liberalen werden alles daransetzen, um auch diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Besonders erfreulich ist, dass die Einnahmen aus der Verrechnungssteuer im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gestiegen sind. Budgetiert wurde hingegen eine Einnahmeneinbusse von rund 25 Prozent. Diese massive Differenz zeigt deutlich, dass sich die Unternehmenssteuerreform II positiv auf unseren Staatshaushalt auswirkt.

Wermuth Cédric (S, AG): Ich möchte mich nicht grundsätzlich zur Rechnung äussern - das hat Frau Carobbio Guscetti bereits getan. Ich möchte mich auf das EFD beziehen; ich habe zwei konkrete Bemerkungen.
Aber eine Vorbemerkung erlauben Sie mir doch noch schnell zu dieser Lobhudelei auf die Schuldenbremse: Ich bitte Sie, die Ausführungen von Frau Carobbio Guscetti noch einmal nachzulesen. Wenn wir die wirklich zentralen Grössen des Konsolidierungspfades der Eidgenossenschaft betrachten, dann sehen wir, dass sich diese vor und nach Einführung der Schuldenbremse nicht wesentlich unterscheiden. Die Schuldenbremse hat den Härtetest noch längst nicht bestanden, im Gegenteil: Sie mag im Moment als psychologisch-ideologische Blockade funktionieren, aber nicht als technische. Sie führt zudem eher zur Tendenz, dass die Investitionsquoten in diesem Land den Aufwänden nicht mehr entsprechen. Ich bitte Sie, die entsprechende Studie der SP zu konsultieren.
Meine erste Detailbemerkung betrifft die Informatiklandschaft beim Bund. Dies gilt insbesondere für die Eidgenössische Steuerverwaltung und das Projekt Insieme. Sie kennen dieses Projekt; es ist ein grosses Informatik-Zentralisierungsprojekt, das gescheitert ist. Schwierigkeiten bei grösseren Projekten scheinen beim Bund überall präsent zu sein. Das ist etwas, was mich als Neuen doch eher überrascht hat, vor allem auch die Aussage von Vertreterinnen und Vertretern des EFD, man habe versucht, dem Wunsch der Finanzkommission nach mehr Zentralisierung und Standardisierung nachzukommen, sei aber an den anderen Departementen gescheitert. Die SP-Fraktion möchte doch darum bitten, dass wir versuchen, diesen Pfad hier weiterzuverfolgen.
Die zweite Bemerkung gilt einigen Punkten betreffend die Steuerpolitik, die angesprochen worden sind: Wir haben grosse Mühe mit der Einschätzung der Steuerpolitik, wie Sie sie gemacht haben, insbesondere - aber nicht nur - betreffend die Unternehmenssteuerreform II. Das Debakel um die Einführung des Kapitaleinlageprinzips brauche ich nicht nochmals zu betonen. Es erstaunt uns aber schon etwas, dass der Bundesrat, wie in den Kommissionssitzungen seitens der Verwaltung deutlich wurde, beispielsweise auch nach einem Vorstoss von Kollegin Badran Jacqueline keine umfassende Evaluation der Unternehmenssteuerreform II vornehmen will. Bei einer solchen Gesetzesrevision scheint uns das eine Frage der Glaubwürdigkeit der Steuerpolitik unseres Landes zu sein - unabhängig von der politischen Couleur. Ähnliche Antworten kriegen wir bezüglich der Schätzungen zur Steuermoral, die wir verlangt haben, oder

AB 2012 N 730 / BO 2012 N 730
bezüglich der Mitnahmeeffekte bei den Steuervergünstigungen. Wir haben unsere Zweifel, ob die Eidgenössische Steuerverwaltung angesichts des ihr zur Verfügung stehenden Personalbestandes ihren Aufgaben tatsächlich nachkommen kann.
Ein weiteres Beispiel in dieser Richtung betrifft die Kontrollen bei der direkten Bundessteuer. Da beharren wir auf einer entsprechenden Gesetzesrevision und auf den Mehrwertsteuerprüfungen. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen heute in der Schweiz einer Mehrwertsteuerprüfung unterzogen wird, beträgt einmal in 37 Jahren; das schafft doch grössere Probleme betreffend die Steuermoral in diesem Land.
Mit diesen Bemerkungen möchte ich schliessen. Wir nehmen selbstverständlich alle Rechnungen an, das wurde bereits gesagt, und wir nehmen auch den Nachtragskredit aus dem EVD an.

Gschwind Jean-Paul (CE, JU): Pour le groupe PDC/PEV, les comptes 2011 peuvent être qualifiés de bons et satisfaisants - cela a été répété plusieurs fois. Si, par rapport au budget 2010, les dépenses sont a priori en progression de 5,2 pour cent et les revenus de 2,2 pour cent, laissant croire que la situation financière n'est pas tolérable, après correction des dépenses et prise en compte des versements extraordinaires - 1 milliard de francs pour l'assurance-invalidité et 860 millions pour les mesures de lutte contre le franc fort -, les dépenses accusent un dépassement de 1,3 pour cent par rapport au budget 2010. Bravo! c'est un résultat qui atteste la parfaite maîtrise des coûts du Ministère des finances, du Conseil fédéral et de la fonction publique dans son ensemble; c'est un résultat qui fait pâlir d'envie les pays voisins, empêtrés dans une crise financière sans précédent et à l'issue incertaine; c'est un résultat qui confère confiance et stabilité à la place financière suisse.
A l'examen des comptes des différents départements, c'est la même constance qui prévaut: maîtrise des dépenses et sous-utilisation des crédits, avec parfois des restes assez importants.
Concernant la position "Autorités et tribunaux", les commentaires mettent en exergue les insuffisances de personnel à la Chancellerie fédérale et la complexité des programmes informatiques.
Au Département fédéral des affaires étrangères, les charges diminuent de 47,9 millions de francs, soit de 5,2 pour cent. Cela s'explique en partie par l'évolution favorable du taux de change. Les dépenses de plusieurs groupes au sein de ce département sont effectuées en grande partie en monnaie étrangère. Par exemple, lors du débat sur le budget, on avait tablé sur un euro valant 1,45 franc, alors qu'au moment du paiement, la valeur de l'euro était de 1,23 franc.
Le Département fédéral de l'intérieur tient plus ou moins rigoureusement le budget. Il ne faut pas oublier que celui-ci représente le tiers du budget de la Confédération. Ce qui a frappé la sous-commission compétente de la Commission des finances, c'est le nombre d'heures supplémentaires au Bureau fédéral de l'égalité entre femmes et hommes, volume imputable à des départs non compensés.
Au Département fédéral de justice et police, les crédits se montent à 95 millions de francs, soit 50 millions encore de dépenses de transfert.
Au Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports, les restes de crédits se montent à 367 millions de francs en 2011, auxquels il faut ajouter les 530 millions de francs de 2010, soit près de 900 millions de restes de crédits pour deux ans. C'est beaucoup, vous en conviendrez. Ces crédits ne sont pas transférables à cause du frein à l'endettement.
Au Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports, on a supprimé 200 places de travail en 2011, ce qui fait un total de 2100 places supprimées depuis 2002 et engendre une économie de 600 millions de francs sur l'exercice 2012 pour les frais de personnel. Economiser, c'est bien, mais on est en train de se demander si les missions qui ont été conférées à l'armée par les décisions du Parlement sont toujours respectées et exécutées. Quant à savoir si l'attribution des mandats externes respecte la loi sur les marchés publics, il a été répondu que, parfois, le respect de la loi n'était pas compatible avec le caractère sécuritaire de certains mandats.
Au Département fédéral des finances, l'informatique, comme dans presque toutes les unités administratives, a suscité la curiosité des commissaires. Concernant le projet Insieme, l'ouverture d'une enquête administrative tentera d'apporter une réponse aux questions soulevées. A noter par ailleurs que la quote-part des femmes parmi les cadres est particulièrement élevée. Ce fait mérite d'être relevé. A l'Office fédéral des constructions et de la logistique, deux dépassements de crédit sont imputables d'une part à l'amortissement du château de Wildegg et d'autre part à un dépassement controversé de 1,1 million de francs pour le Tribunal pénal fédéral à Bellinzone. A l'Office fédéral du personnel, les comptes sont inférieurs de 4,2 pour cent par rapport au budget, soit un montant de 220 millions de francs. Et la Confédération, pour votre information, emploie 33 054 personnes, avec une augmentation salariale de 1 pour cent pour 2011, ce qui est inférieur à ce qui est pratiqué dans le secteur privé.
Au Département fédéral de l'économie, à l'Office fédéral de l'agriculture, alors que les charges de personnel diminuent de 0,6 pour cent, les recettes augmentent de 25,8 pour cent, soit de 47 millions de francs, à la suite de la vente de certains contingents - notamment des contingents concernant la viande ou les pommes de terre. Il faut noter aussi une sous-utilisation du crédit destiné à l'aide à la reconversion professionnelle dans cet office.
Concernant le DETEC, le montant total des dépenses atteint la somme de 16,5 milliards de francs, soit 15 pour cent des dépenses de la Confédération, dont le 83 pour cent, ou 8 milliards de francs, concerne les dépenses liées au trafic, avec toutefois un reste de crédit de 23 millions de francs.
Avant de conclure, je ferai une remarque concernant le rapport d'une unité indépendante, la Poste suisse, qui a rapporté 0,8 milliard de francs à la Confédération en 2011. Alors qu'il réalisait un bénéfice appréciable de 900 millions de francs en 2011, le géant jaune a dans le même temps réduit ses effectifs de 731 EPT. Je saisis l'opportunité qui m'est offerte aujourd'hui pour affirmer que ces réductions de personnel se font au détriment de la qualité des prestations offertes dans les régions périphériques. On constate une augmentation de la grandeur des secteurs de distribution, un retard dans la distribution du courrier - parfois le courrier est livré après midi -, une réduction drastique des heures d'ouverture de bureaux, un refus de servir les maisons situées à l'écart des villages et, enfin, une mise sous pression du personnel, qui doit faire preuve d'une grande flexibilité.
La situation ne saurait encore se détériorer dans les régions périphériques. La Poste doit rester un service public crédible, les réductions de personnel ont leurs limites.
Pour terminer, le groupe PDC/PEV acceptera et l'entrée en matière et les comptes 2011. Ces comptes, je l'ai dit, sont réjouissants, mais ne cédons pas au triomphalisme: la Suisse dépend de nos voisins européens. Dans l'Union européenne, à cause de la dette souveraine, la situation financière est critique et tendue. Souvenons-nous avec quelle soudaineté est arrivée la crise économique et financière en 2008.

Schwander Pirmin (V, SZ): Einmal mehr schliesst die Staatsrechnung besser ab als budgetiert. Die Gründe dafür lassen aber aufhorchen: Wir haben zum einen 1,8 Milliarden Franken Mehreinnahmen, was vor allem auf Mehreinnahmen bei der Verrechnungssteuer und bei der direkten Bundessteuer zurückzuführen ist. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass solche Mehreinnahmen mittelfristig weiterhin anfallen werden. Wir haben zum andern 0,7 Milliarden Franken Minderausgaben, was darauf hindeutet, dass Bundesrat, Parlament und Verwaltung mit dem bewilligten Budget 2011 sorgfältig umgegangen sind.

AB 2012 N 731 / BO 2012 N 731

Trotz guter finanzpolitischer Ausgangslage dürfen wir die Augen vor den anstehenden Herausforderungen nicht verschliessen:
1. Das überdurchschnittliche Ausgabenwachstum in den Bereichen soziale Wohlfahrt, Beziehungen zum Ausland und Bildung und Forschung ist zwar begründet und nachvollziehbar, durch das Parlament teilweise selbst verursacht, aber im langjährigen Trend zu korrigieren. Wir müssen uns noch stärker an Prioritäten ausrichten. Die vielgepriesene Aufgabenüberprüfung ist in naher Zukunft ernster zu nehmen als in der Vergangenheit. Ein Ausgabenwachstum nach dem Giesskannenprinzip ist nicht mehr tragbar.
2. Der Aufwand beträgt rund 60 Milliarden Franken, davon sind rund 45 Milliarden Franken Transferaufwand. Besonders die Zunahme um 8,7 Prozent bei den Sozialversicherungen müssen wir im Auge behalten. Es ist dringend notwendig, dass die Sozialversicherungen bereits heute und nicht erst morgen auf neue Finanzierungsgrundlagen gestellt werden. Auch hier - das ist bereits angetönt worden - muss eine Art Schuldenbremse so schnell wie möglich diskutiert und eingeführt werden.
3. Aktuell diskutieren wir die mehrjährigen Finanzbeschlüsse in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Landwirtschaft, Bildung und Forschung und Bahninfrastruktur. Wir stellen fest, dass in diesen Bereichen mit Ausnahme der Landwirtschaft ausgebaut werden soll. Das können wir uns nicht leisten. Wir müssen auch hier Prioritäten setzen. Jetzt Prioritäten zu setzen ist besser, als später Sparmassnahmen einzuleiten.
4. Nach wie vor finden wir im Bericht der Revisionsstelle Bemerkungen zu den langjährigen Finanzanlagen und zu den Forderungen gegenüber zweckgebundenen Fonds im Fremdkapital. Die Darlehen an die Arbeitslosenversicherung sind noch immer nicht gedeckt, und der Verlustvortrag des FinöV-Fonds beläuft sich Ende 2012 auf 7,7 Milliarden Franken. Ob diese Forderungen, wie vereinbart, zwei Jahre nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels zurückbezahlt werden können, ist nicht sicher. Diese Feststellung ruft zur Vorsicht auf, wenn bei der Fabi-Vorlage wieder Fondslösungen diskutiert bzw. eingeführt werden sollen. Fondslösungen führen zu Intransparenz bei der Staatsrechnung und schränken vor allem die Budgethoheit des Parlamentes massiv ein.
Die SVP-Fraktion genehmigt, wie schon meine Vorredner angetönt haben, die Staatsrechnung 2011. Sie dankt dem Bundesrat und der Verwaltung für die Einhaltung des Budgets. Sie hofft, dass Bundesrat, Parlament und Verwaltung in Zukunft das Ausgabenwachstum tiefer ansetzen als das erwartete Wirtschaftswachstum.

Vitali Albert (RL, LU): Der Bund präsentiert mit der Staatsrechnung 2011 ein weiteres positives Ergebnis. Mit diesem erfreulichen Ergebnis hebt sich die Schweiz finanzpolitisch klar von den Nachbarländern ab. Die FDP/die Liberalen werten den Jahresabschluss 2011 als positiv.
Bei der Beratung der Staatsrechnung in der Finanzkommission haben wir zum Beispiel festgestellt, dass die verschiedenen Departemente die Personalplanung unterschiedlich handhaben, was zur Folge hat, dass sie nicht vergleichbar ist. Zudem sind die Lehrstellen und die Praktikumsplätze nirgends ausgewiesen, was wir vom Image her für den Bund schade finden. Wir sind der Überzeugung, dass es sinnvoll wäre, wenn der Bund die Personalplanung transparenter darstellen würde. Einige Kantone, auch der Kanton Luzern, kennen dieses Instrument schon lange. Ein Personalplan bietet Übersicht über die besetzten und die geplanten Stellen. Er wird nach Departement, Amt und Dienststelle unterteilt, und er soll als Planungs- und Steuerungsinstrument für den Controllingprozess dienen. Zudem bietet er eine Übersicht über die Personalkosten und deren Vergleichbarkeit, und er ermöglicht uns Räten auf einfache Weise, die Personalentwicklung zu kontrollieren.
Frau Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf erklärte in der Finanzkommission, dass ein neues Führungsmodell Bund erarbeitet wird, welches ein ganzheitliches Steuerungsmodell sein soll. In Erwartung dieses neuen Führungsmodells verzichte ich zum jetzigen Zeitpunkt auf einen parlamentarischen Vorstoss. Ich werde aber das Personalreporting weiterhin im Auge behalten. Der heutige Zustand ist unübersichtlich und muss daher verbessert werden, dies nach dem Grundsatz: Zwischen zu früh und zu spät liegt immer nur ein Augenblick.
Ich bedanke mich jetzt schon für die entsprechenden Bemühungen und bitte Sie, die Staatsrechnung 2011 und den Nachtrag I zu genehmigen.

Gysi Barbara (S, SG): Zum Schluss noch einige Bemerkungen der SP-Fraktion zu den Departementen EDI und VBS:
Auch das EDI hat seinen Teil zum guten Jahresabschluss 2011 beigetragen, das mit Besserstellungen in fast allen Bereichen. Einzig Bildung und Forschung haben den Betrag gemäss Voranschlag fast vollumfänglich ausgeschöpft. Erfreulich ist der gute Abschluss von Meteo Schweiz mit 5,3 Millionen Franken Minderaufwand. Das darf durchaus auch als Hinweis verstanden werden, dass auch ohne Auslagerung wirtschaftlich gearbeitet wird; wir haben heute dieses Thema ja bereits behandelt.
Doch bei kritischer Betrachtung lässt sich sagen: Nicht jede Besserstellung gegenüber dem Voranschlag ist ausschliesslich positiv zu bewerten. Was aus rein finanzpolitischer Warte erfreulich scheinen mag, kann aus sozialpolitischer Sicht durchaus problematisch oder mit Härtefällen verbunden sein, so beispielsweise im mit Abstand grössten Bereich des EDI, im BSV. Eine Stabilisierung der Steigerung bei den Sozialversicherungen - auch hier gibt es Minderausgaben von 2 Prozent gegenüber dem Voranschlag - kommt nur dank rigoroser Sparanstrengungen als Folge der IV-Revisionen zustande, dank Massnahmen, die für die Betroffenen happige Auswirkungen haben; die verschärfte Praxis trifft diese Menschen hart. Die Schuldenbremse bei den Sozialversicherungen, wie sie von Kollege Schwander gefordert wird, ist deshalb entschieden abzulehnen.
Ein anderes Beispiel sind die Minderausgaben in der Rubrik "Massnahmen zur Behindertengleichstellung": Hier wurden mit 1,8 Millionen Franken rund 200 000 Franken weniger ausgegeben. Ist dies nun positiv? Wir sind doch noch weit vom Ziel der Gleichstellung entfernt. Es muss also angenommen werden, dass diese Finanzhilfen zu wenig bekannt sind und daher ihre Adressatinnen und Adressaten nicht erreichen.
Auch im VBS muss trotz grösserer Minderaufwendungen kritisch hingeschaut werden: Der Stellenabbau und -umbau, die Ausrichtung und Grösse der Armee mit immer noch deutlichem Überbestand, die Informatikprobleme, die Schwierigkeiten beim FIS Heer führen zu generellen Unsicherheiten.
Ein grosser Problembereich ist bei Armasuisse Immobilien zu orten. In der Immobilienbewirtschaftung werden riesige Kreditreste aufgebaut. Bei den Projektierungskrediten Immobilien sind von bewilligten 25 Millionen gerade einmal Fr. 121 654.35 verbraucht worden. Von 280 Millionen Franken Bauvoranschlagskrediten sind gerade mal 9,54 Millionen ausgegeben worden. Personalengpässe als Begründung greifen da bei Weitem zu kurz. Auf jeden Fall muss hier bei der Budgetierung für 2013 die Handbremse gezogen werden.
Zum Flugplatz Dübendorf: Dort geht es um eine kostenlose Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten an Dritte, das heisst, es werden Mindereinnahmen in Kauf genommen. Diese Gratisnutzung von Armeeimmobilien ist nicht zu tolerieren. Überhaupt liegt hier noch anderes im Argen, wenn die zugestandenen Nutzungsfristen für Dritte die Weiterentwicklung oder die Umnutzung der Anlagen tangieren. Es stellt sich die Frage: Ist dies nur die Spitze des Eisberges? Der Bundesrat und die Armeeführung sind gehalten, Vermietungen konsequent und marktgerecht durchzuführen und derartigen Wildwuchs zu verhindern. Wir wünschen Auskunft, wie es mit weiteren Objekten aussieht.
Wie bereits erwähnt: Die SP-Fraktion genehmigt die Staatsrechnung und alle Nachtragskredite.

AB 2012 N 732 / BO 2012 N 732

Widmer-Schlumpf Eveline, Bundespräsidentin: Die Kommissions- und Fraktionssprecher haben die Rechnung so ausführlich dargelegt, dass es sich eigentlich erübrigt, noch intensiv darauf einzugehen. Ich möchte mich deshalb auf eine kurze Zusammenfassung, eine Würdigung und einen finanzpolitischen Ausblick beschränken und dann noch zu ein paar Fragen Stellung nehmen.
Die Staatsrechnung 2011 zeigt, dass der Bundeshaushalt strukturell im Lot und gesund ist. Das ist - entgegen der Auffassung, die hier teilweise vertreten worden ist - nicht zuletzt auf die Schuldenbremse zurückzuführen, natürlich aber auch auf die Budgetdisziplin, die doch sehr gross war. Die Schuldenbremse hat uns in einer schwierigen Zeit zu einem ausgeglichenen Staatshaushalt verholfen; ohne Schuldenbremse wäre es schwieriger gewesen.
Ich hätte gerne ein paar Fragen von Herrn Nationalrat Wermuth beantwortet, aber er ist nicht hier, ich mache das deshalb einmal privat. Ich komme zu den Bemerkungen von Herrn Nationalrat Aeschi; er ist zwar auch nicht hier, aber seine Bemerkungen sind von Herrn Nationalrat Schwander aufgenommen worden. Zu den Sozialversicherungen kann ich sagen, dass wir bei der Arbeitslosenversicherung eine Schuldenbremse haben. Bei der Invalidenversicherung wird die Schuldenbremse mit der 6. IV-Revision eingeführt, das weiss auch Herr Nationalrat Schwander. Bei der AHV ist die Übung noch zu machen, das heisst, da werden wir noch eine Vorlage zu bringen haben. Dieses Geschäft ist nicht in meinem Departement, mit diesen Fragen wird sich das EDI auseinandersetzen, letztlich ist es aber selbstverständlich ein Projekt des Gesamtbundesrates.
Erfreulich ist, dass die hohen ausserordentlichen Ausgaben von 2 Milliarden Franken in der Rechnung nicht durch Schulden gedeckt werden mussten, sondern im ordentlichen Haushalt kompensiert werden konnten. Die Rechnung ist um 2,6 Milliarden Franken besser ausgefallen, als wir gedacht hatten, und zwar aus zwei Gründen: Ein Grund ist die konjunkturelle Entwicklung und damit auch die Einnahmenseite, der andere ist die Disziplin, mit der wir das Budget eingehalten haben.
Beginnen wir mit den Minderausgaben, also mit der Budgetdisziplin: Da sieht man, dass die Ausgaben ohne die nichtbudgetierten Positionen um 2 Milliarden Franken unter dem Budgetwert liegen würden. Diese Unterschreitung ist auch eine Folge der hohen Kreditreste, die wir aufgrund der grossen Budgetdisziplin hatten. Wir haben auch eine geringere Zinsbelastung gehabt, und bei einzelnen Projekten, vor allem bei der Rüstung, haben sich Verzögerungen ergeben. Diese Minderausgaben haben es ermöglicht, mit dem Massnahmenpaket Frankenstärke direkt auf die schwierige Situation zu reagieren, die im Zusammenhang mit der Aufwertung des Schweizerfrankens entstanden ist.
Auf der Einnahmenseite sehen wir eine Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung; es gibt Mehreinnahmen von insgesamt 500 Millionen Franken bei der direkten Bundessteuer und bei der Mehrwertsteuer. Da sehen wir, dass das eigentlich ein guter Wert ist. Die Gründe dafür liegen im Jahr 2010, als die Wirtschaft schneller anzog, als wir gedacht hatten. Der Basiseffekt konnte im Budget 2011 erst teilweise berücksichtigt werden.
Der wichtigste Grund für diese Mehreinnahmen liegt, das wurde heute gesagt, bei der Verrechnungssteuer. Wir haben den Budgetwert einmal mehr deutlich übertroffen, um über eine Milliarde Franken. Das ist umso erstaunlicher, als wir gleichzeitig auch Mindereinnahmen aus der Verrechnungssteuer in Kauf nehmen mussten, nämlich als Folge des Kapitaleinlageprinzips - dies waren ungefähr 1,2 Milliarden Franken. Es sind Mindereinnahmen aus diesem Teil angefallen, und trotzdem haben wir höhere Einnahmen erzielt. Das bedeutet, dass die Budgetierung noch verbesserungsfähig ist. Wir haben die Einnahmenschätzungen bei der Verrechnungssteuer angepasst - ich werde dazu noch Stellung nehmen.
Klammern Sie einmal die Verrechnungssteuer aus, und beachten Sie, welche Mehreinnahmen wir gehabt haben bzw. wie weit die Einnahmenschätzungen danebenliegen - es sind bei 64 Milliarden Franken 670 Millionen Franken -: Da kann man mit Fug und Recht davon sprechen, dass wir hier eine Punktlandung gemacht haben. Anders ist es bei der Verrechnungssteuer. Wir haben bis 2010 unter dem Titel Verrechnungssteuer jährlich nur 3 Milliarden Franken budgetiert. Im Rechnungsjahr 2011 waren es dann 3,7 Milliarden Franken. Seit 2012 operieren wir mit einer neuen Schätzmethode, mit der sogenannten robusten Glättung. In der Finanzplanung sind wir jetzt mit dieser Schätzmethode gefahren und stellen fest, dass wir bei der Verrechnungssteuer bereits im Jahr 2015 auf Einnahmen von über 5 Milliarden Franken kommen werden - dies ist ein Wert, den wir in der Vergangenheit erst dreimal übertroffen haben. Das heisst, dass wir unter diesem Titel budgetierte Mehreinnahmen haben werden, wobei wir auch in Zukunft mit Prognosefehlern rechnen müssen, weil die Verrechnungssteuer eine sehr volatile Steuer ist. Allerdings werden sich diese Berechnungsfehler über die Zeit ausgleichen.
Zum Ausblick: Das Rechnungsergebnis 2011 hat die finanzpolitische Standortbestimmung, die wir im Bundesrat Anfang 2012 vorgenommen hatten, nicht wesentlich beeinflusst. Wir hatten die Hochrechnungen ja bereits gemacht und wussten, wie die Rechnung 2011 ungefähr aussehen könnte. Im laufenden Jahr 2012 rechnen wir mit Mindereinnahmen von ungefähr 600 Millionen Franken gegenüber dem Budget. Wir werden nach den Sommerferien eine genauere Hochrechnung publizieren.
Bei der Standortbestimmung zur Budgetrunde für das Jahr 2013 sind wir davon ausgegangen, dass wir ein strukturelles Defizit von 100 Millionen Franken haben werden. Für das Jahr 2014 haben wir mit einem viel höheren strukturellen Defizit gerechnet, nicht zuletzt wegen der um rund 800 Millionen Franken erhöhten Ausgaben für die Armee. Wir haben darüber informiert. In der Zwischenzeit hat der Bundesrat beschlossen, den Etat für die Armee etwas weniger stark zu erhöhen und auch die Beschaffung der Kampfflugzeuge etwas auszudehnen, um so weniger hohe Mehrausgaben zu haben.
Wir haben zusätzlich noch bei den Budgeteingaben der Departemente unsere Schätzungen der Einnahmen nach oben korrigieren können. Die Aussichten sind somit noch etwas besser als Anfang Jahr, und trotzdem werden wir einen Bereinigungsbedarf von mehreren Hundert Millionen Franken haben. Wir werden Anfang Juni im Bundesrat darüber entscheiden, wie wir mit diesem Bereinigungsbedarf umgehen. Dabei werden wir auch die Motion "Aufgabenüberprüfung" (11.3317) berücksichtigen, mit der Sie den Bundesrat beauftragt haben, substanzielle Haushaltsentlastungen vorzunehmen und Spielraum für Schuldenabbau und ausgabenpolitische Prioritäten zu schaffen. Diese Motion wurde von Ihrem Rat angenommen. Wir haben daneben aber auch mit Risiken für den Bundeshaushalt zu rechnen. Wir sehen bereits heute, dass Mehrbelastungen auf den Haushalt zukommen, nicht zuletzt infolge verschiedener Steuerprojekte, die bereits bei Ihnen hängig sind, über die Sie jetzt befinden oder noch befinden werden - zum einen die Unternehmensbesteuerung, zum anderen die Familienbesteuerung.
Das positive Rechnungsergebnis kann somit als Zwischenhalt bezeichnet werden. Wir möchten weiterhin mit einer vorausschauenden Finanzpolitik zukünftige Entwicklungen erfassen und rechtzeitig notwendige Massnahmen einleiten. Wichtig ist, dass die Finanzpolitik des Bundes berechenbar ist und bleibt.

Präsident (Walter Hansjörg, Präsident): Die Kommissionssprecher verzichten auf ein Votum.


Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
Le débat sur cet objet est interrompu

AB 2012 N 733 / BO 2012 N 733

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