Ständerat - Sommersession 2005 - Siebente Sitzung - 08.06.05-08h00
Conseil des Etats - Session d'été 2005 - Septième séance - 08.06.05-08h00

05.035
Geändertes
Rüstungsprogramm 2004
Programme d'armement 2004
modifié
Zweitrat - Deuxième Conseil
Informationen CuriaVista
Informations CuriaVista
Informazioni CuriaVista
Botschaft des Bundesrates 13.04.05 (BBl 2005 2711)
Message du Conseil fédéral 13.04.05 (FF 2005 2551)
Nationalrat/Conseil national 06.06.05 (Erstrat - Premier Conseil)
Nationalrat/Conseil national 06.06.05 (Fortsetzung - Suite)
Ständerat/Conseil des Etats 08.06.05 (Zweitrat - Deuxième Conseil)

Bürgi Hermann (V, TG), für die Kommission: Ich spreche zum Rüstungsprogramm, im Klartext: zum geänderten Rüstungsprogramm gemäss Botschaft des Bundesrates vom 13. April dieses Jahres.
Zur Einführung eine kurze Rückschau, damit wir wissen, wo wir stehen: Am 26. Mai des Jahres 2004 hat uns der Bundesrat eine Botschaft unterbreitet, mit der er beantragt hat, Rüstungsgüter im Betrag von 647 Millionen Franken zu kaufen. Wir haben dieses Rüstungsprogramm in der Herbstsession 2004 dann verabschiedet, mit Ausnahme der zwölf Genie- und Minenräumpanzer. In der Wintersession 2004 hat sich der Nationalrat mit diesem Geschäft beschäftigt, und er hat zusätzlich die beiden beantragten Transportflugzeuge abgelehnt. In der Frühjahrssession dieses Jahres ist es dann zur Differenzbereinigung gekommen, mit dem unerfreulichen Ergebnis, dass das ganze Rüstungsprogramm gescheitert ist.
Im Nachgang zu diesem Beschluss, der einen Scherbenhaufen hinterliess, sind dann sofort Signale ausgesandt worden, und zwar in die Richtung, dass der unbestrittene Teil des Rüstungsprogrammes 2004 wieder in die Räte gebracht werden sollte. Unter anderem hat unser Kollege Theo Maissen eine Motion eingereicht, die in unserem Rat von 31 Mitgliedern unterzeichnet worden ist. Der Bundesrat hat diesen Ball aufgenommen und uns nun die Botschaft betreffend das geänderte Rüstungsprogramm 2004 unterbreitet. Er beantragt uns, folgende Positionen nun zu bewilligen: Integration Data Link in Florako, das sind 268 Millionen Franken; dann die Betriebsstoff-Betankungscontainer, 11 Millionen; den ballistischen Helm, 35 Millionen; und die Simulationsunterstützung für Gefechtsübungen, 95 Millionen.
Das ergibt einen Verpflichtungskredit von insgesamt 409 Millionen Franken. Ich kann darauf verzichten, die einzelnen Beschaffungspositionen zu erläutern; ich habe es im vergangenen Herbst getan, und wer mehr wissen will, kann es in der Botschaft noch einmal nachlesen. Die SiK ist einstimmig auf dieses Geschäft eingetreten und beantragt dem Rat, das reduzierte Rüstungsprogramm zu bewilligen.
Noch ein Wort zum Verfahren: Das geänderte Rüstungsprogramm 2004 wird in dieser Session von beiden Räten beraten. Der Nationalrat hat ihm bereits am Montag zugestimmt; unser Rat ist in diesem Sinne Zweitrat.
Eine abschliessende Bemerkung: Politik ist ja bekanntlich die Kunst des Möglichen. Der Kommentator in der "Neuen Zürcher Zeitung" hat diese Kunst des Möglichen wie folgt umschrieben: "Dass das Rüstungspaket 04 nun die Zustimmung einer Mehrheit fand" - er berichtet über die Beratungen im Nationalrat - "nachdem die umstrittenen Transportflugzeuge gestrichen wurden, ist keine Überraschung: Helme, Betankungscontainer oder Instrumente zur digitalen Kommunikation zwischen Kampfjets und Bodenzentrale sind zurzeit, wie sich zeigt, der grösste gemeinsame Nenner in der Verteidigungspolitik."
Wenn wir eine Armee wollen, die diesen Namen verdient, dann darf es zweifellos nicht bei diesem grössten gemeinsamen Nenner bleiben. Wir werden bald Gelegenheit haben, den Tatbeweis anzutreten: Das Rüstungsprogramm 2005 wird auf uns zukommen, und dann stehen ja auch die Fragen der Reform - der Umstrukturierung, der Transformation oder wie immer Sie wollen - der "Armee XXI" an.
Dies eine abschliessende Bemerkung, verbunden mit dem Antrag, auf das geänderte Rüstungsprogramm einzutreten und es zu bewilligen.

Béguelin Michel (S, VD): Jusqu'à présent, j'ai toujours suivi ce que j'appelle une voie raisonnable, équilibrée en matière de dépenses militaires; une voie que la grande majorité des membres de notre conseil pouvait suivre. Le dernier exemple est l'acquisition des deux avions de transport, acquisition que j'ai soutenue avec conviction, en cohérence avec l'existence d'un monde de plus en plus ouvert et agité. Je n'ai contesté aucune des quatre autres positions constituant le crédit total de 409 millions de francs, et dans ce cas, correspondant aux besoins d'une armée sensiblement réduite telle que voulue par le Conseil fédéral.
Jusqu'à ce printemps, j'ai fait confiance au Conseil fédéral malgré des réserves de plus en plus fortes. Mais maintenant une ligne a été franchie en matière de politique financière - j'insiste sur l'aspect de politique financière -, une politique qui domine tout et qui bloque toute réflexion. Pour assainir les finances fédérales, il n'y a plus de symétrie des sacrifices. Le Département fédéral des finances refuse de se donner les moyens de lutter contre la fraude fiscale, fraude qui se trouve ainsi officiellement admise, et par conséquent encouragée.
En effet, pour prendre l'exemple de la TVA, quand une entreprise sait qu'elle risque d'être contrôlée une fois tous les 33 ans, avec en plus une marge de manoeuvre au titre de négligences normalisées, l'égalité devant l'impôt devient une farce au détriment des personnes physiques. Cette farce devient énorme si l'on ajoute la volonté du Conseil fédéral de baisser les impôts des entreprises, alors qu'en comparaison internationale, la Suisse se trouve déjà parmi les pays les plus "légers" en la matière. Et simultanément, une majorité de parlementaires de droite sabre allègrement dans le social, dans la formation et dans la recherche. Je vous rappelle les décisions prises hier ici-même dans le cadre du programme d'allègement budgétaire 2004.
Pour moi, le cas est clair: à partir de maintenant, mes priorités financières vont systématiquement aux investissements d'avenir, à savoir à la formation pour tous - hautes écoles et apprentis -, à la recherche et à tout ce qui contribue à la lutte contre les inégalités et à maintenir la cohésion sociale du pays. Pour moi, la priorité en matière de sécurité nationale se trouve là et non pas dans de nouveaux équipements militaires.
En conséquence, tant que le déséquilibre actuel des sacrifices financiers ne sera pas corrigé, je rejetterai toutes les dépenses militaires concernant du nouveau matériel.
En séance de commission, j'avais annoncé que, compte tenu des dérives de la politique financière que je viens de mentionner, ce serait sans doute la dernière fois que j'accepterais des crédits militaires pour de nouvelles acquisitions. L'évolution du programme d'allègement budgétaire 2004 et la fuite en avant dans le démontage systématique des prestations de l'Etat font que je franchis le pas aujourd'hui. Lors du vote sur l'ensemble, je rejetterai l'arrêté fédéral avec la conscience tranquille de celui qui contribue à l'assainissement des finances fédérales.

AB 2005 S 531 / BO 2005 E 531

Schwaller Urs (C, FR): Vor knapp einem Monat haben Sie, Herr Bundespräsident, die Strukturen und Aufgaben unserer Armee noch einmal präzisiert. Sie haben dabei festgestellt, dass Sicherheit durch Kooperation an Bedeutung gewinne und auch Friedensförderung im internationalen Rahmen Teil der Landesverteidigung sei. Im Innern des Landes hat der Bundesrat eine Schwergewichtsverlagerung im folgenden Sinne beschlossen: Erstens konzentrieren sich Sicherungskräfte primär auf die heute eher wahrscheinlichen Bedrohungen und damit auf den Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur, und zweitens bilden Verteidigungskräfte im klassischen oder ursprünglichen Verständnis zugleich einen Aufwuchskern. Beide Aufgaben sind gleich wichtig, und es war richtig, dies zu präzisieren. Wie Sie ebenfalls am 11. Mai dieses Jahres ausgeführt haben, werden nun die Kapazitäten für den Verteidigungsauftrag im klassischen Sinne reduziert, und die Kapazitäten für die Friedensförderung werden mittelfristig ausgebaut werden.
Nachdem dies nun einmal festgestellt ist, scheint es mir wichtig zu sein, dass wir in den Sicherheitskommissionen und dann auch hier im Rat Gelegenheit erhalten, diese Präzisierungen ausführlich zu diskutieren. Es kommt denn auch nicht von ungefähr, dass auch in der Spezialkommission und gestern hier in der Debatte zum EP 2004 daran festgehalten wurde, dass sich dieser Rat spätestens im Jahre 2006 eingehender mit den präzisierten Aufträgen der Armee auseinander setzen will. Ziel dieser Diskussion muss sein, dass wir die Aufträge, das soldatische Können und vor allem die Mittel und Ausrüstungen, die unsere Soldaten für die Ausführung der Aufträge nötig haben, in Übereinstimmung bringen. Dies ist mit dem vorliegenden Rumpfrüstungsprogramm noch nicht der Fall.
Für mich ist in diesem Zusammenhang insbesondere wichtig, dass auch für den Bundesrat die Frage der Transportflugzeuge nicht endgültig vom Tisch ist. Vor einigen Monaten haben wir auch in diesem Rat Folgendes festgestellt: Wir sind es unseren Leuten und Armeeangehörigen schuldig, dass bei Auslandeinsätzen im Interesse der Friedensförderung und -erhaltung bzw. im Falle der Bewältigung von Naturkatastrophen auch in schwierigen Situationen die Transporte garantiert sind, sei dies der Transport an den Einsatzort, am Einsatzort oder zurück in die Schweiz. Wir müssen auch unseren Beitrag zum internationalen Transportpool leisten, wenn dieser in Anspruch genommen werden soll. So habe ich auf jeden Fall unsere Diskussionen hier im Rat anlässlich der Beratung des Rüstungsprogramms 2004 verstanden. Diese Voraussetzungen sind in der heutigen Situation nicht gegeben. Da der Bundesrat nun seine Absicht bestätigt hat, das internationale Friedensengagement der Armee zu verstärken, ist es umso unabdingbarer, dass der Bundesrat dem Parlament vor Ende der Legislatur erneut die Frage der Transportflugzeuge vorlegt. Dies ist meine Lesart. Es ist dies auch Ausdruck und Umsetzung einer glaubwürdigen Politik des Parlamentes, das in seiner Mehrheit ohne Zweifel noch immer hinter der Armee steht.

Reimann Maximilian (V, AG): Ich gehörte zu jenen drei oder vier Ratsmitgliedern, die in der Frühjahrssession das Rüstungsprogramm ablehnen mussten, weil sie nicht willens waren, einer bestimmten Kreditposition zuzustimmen. Dabei hätte ich zu dem, was uns nun der Bundesrat in diesem geänderten Programm vorschlägt, schon im März noch so gerne Ja gesagt. Ich werde es selbstverständlich heute tun.
Aber den knappen Entscheid der Einigungskonferenz vom frühen Morgen des 17. März - alles, inklusive der umstrittenen Transportflugzeuge, oder nichts - empfand ich als parlamentarische Form der "Erpressung". Wir wurden quasi genötigt, dem gesamten Kredit zuzustimmen, also auch den Fliegern, oder - so wurde damals auf Teufel komm raus argumentiert - man würde uns in der Öffentlichkeit als Armeefeinde an den Pranger stellen, als bürgerliche Parlamentarier, die erstmals in der Geschichte der Eidgenossenschaft ein Rüstungsprogramm verwerfen und damit die Landesverteidigung schwächen würden.
Glücklicherweise hat dieses Manöver nicht funktioniert, aus unserer Sicht dank der Standhaftigkeit der Ratsmehrheit drüben in der anderen Kammer. Aber es war sicherlich keine Sternstunde in der Geschichte unseres Parlamentes. Ich bin heute noch überzeugt, dass das damalige Spiel der Glaubwürdigkeit der Politik nicht förderlich war. Ich meine, wir sollten unser parlamentarisches Einigungsverfahren so ändern, dass solche "Erpressungsversuche" künftig nicht mehr eintreten können. Ich verwende das Wort "Erpressung" bewusst in Anführungszeichen. Es könnte künftig auch andere Fraktionen bzw. andere Ratsmitglieder treffen, die wider Willen einen Verpflichtungskredit gesamthaft ablehnen müssten, wenn sie mit einer einzelnen Position nicht einverstanden sind und diese in keinem Konnex zum gesamten Programm steht.
Ich rückte deshalb mit einer pfannenfertigen parlamentarischen Initiative in diese Session ein, um im Parlamentsgesetz die Differenzbereinigungsregelung bei Verpflichtungskrediten zu ändern, das heisst, dass die gleiche Regelung zum Zug kommt, wie sie beim Budget und bei den Budgetnachträgen vorgesehen ist. Ich habe dann dank Kollegenhilfe die glückliche Entdeckung gemacht, dass nächste Woche in unserem Rat die Totalrevision des Finanzhaushaltgesetzes ansteht, in deren Gefolge auch das Parlamentsgesetz einige Änderungen erfahren wird. Das sind Zufälle des Lebens, wie sie ab und zu auch einem Parlamentsmitglied beschieden sind!
Jedenfalls habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und die anvisierte Änderung der Differenzbereinigungsregelung bei Verpflichtungskrediten in einen entsprechenden Einzelantrag verpackt. Ich hoffe, er werde Ihnen noch heute ausgeteilt. Dann gehörten nämlich solche administrativen Leerläufe wie dieser, mit dem wir uns jetzt zu befassen haben und der einiges an kostbarer Zeit und an ebenso kostbarem Steuergeld benötigt hat, der Vergangenheit an.
Ich komme am nächsten Montag auf die Angelegenheit zurück, möchte Sie aber heute schon um wohlwollende Kenntnisnahme bitten und wiederhole abschliessend meine Aussage vom Anfang: Dieses geänderte und entschlackte Rüstungsprogramm geniesst meine volle Unterstützung.

Bieri Peter (C, ZG): Ein Satz: Den Entscheid einer Einigungskonferenz als Erpressung zu qualifizieren ist meiner Meinung nach mehr als daneben.

Pfisterer Thomas (RL, AG): Mein Votum erübrigt sich.

Schmid Samuel, Bundespräsident: Ich beantrage Ihnen namens des Bundesrates, das Rüstungsprogramm 2004 in seiner reduzierten Form gutzuheissen. Ich danke vorweg für die verschiedenen Motionen, die eingereicht wurden, um dem Bundesrat zu ermöglichen, diesen politischen Entscheid - damit meine ich den politischen Entscheid vom März dieses Jahres - so rasch wie möglich zugunsten der Armee zu korrigieren. Weiter danke ich den Büros, die es möglich machten, diese Vorlage ausnahmsweise von beiden Räten in einer Session behandeln zu lassen. Ich glaube, der Umstand, dass der Bundesrat das absolut gleiche Programm in reduzierter Form vorgelegt hat, hat es auch den Kommissionen ermöglicht, es in einem abgekürzten Verfahren zu prüfen, um dann den Räten entsprechend Antrag zu stellen.
Dem Kommentar und dem Antrag von Herrn Bürgi habe ich eigentlich nichts beizufügen. Wir konnten in der Zwischenzeit Massnahmen ergreifen, sodass die Verzögerungen in der Beschaffung nicht zu zusätzlichen Mehrkosten führten. Das war in einem Fall nötig, weil bestimmte Fristen gesetzt waren, und in einem Fall mussten wir dafür sorgen, dass die Verzögerung nicht zu allfälligen Mehrkosten führte. Das konnten wir aber intern erledigen.
Zu den einzelnen Voten: Herr Béguelin, ich verstehe die Logik Ihrer Argumentation durchaus. Wir haben uns bereits in der SiK damit auseinander gesetzt. Ich bitte Sie dennoch zu bedenken: Wenn der Bundesrat nicht überall - auch im Personalbereich der Steuerverwaltung und in anderen

AB 2005 S 532 / BO 2005 E 532
pBereichen - einfach den Spardruck wegnimmt, dann heisst das natürlich nicht, dass man diese Bereiche gering schätzen würde.
Es ist denn auch evident: Selbst wenn Bundesrat und Parlament den Bildungs- und Forschungsbereich als wichtig ansehen, geht, glaube ich, niemand davon aus, dass nicht auch dort gelegentlich noch gespart werden kann, ohne dass wir an Effizienz verlieren. Wenn Sie die Personalentwicklung im Bereich EFD ansehen, stellen Sie fest, dass immerhin erstaunlich ist, was in den letzten Jahren in diesem Bereich auch passiert ist. Deshalb hat der Bundesrat natürlich auch immer wieder eine Gesamtabwägung zu machen. Wenn er dann nicht in jedem Fall Personalbegehren stattgeben kann, dann bedeutet das keineswegs, dass er nicht, genau gleich wie Sie - und da unterstützte ich Sie -, ebenfalls Steuerhinterziehungsfälle aufdecken will, um diese Delikte, die nicht Kavaliersdelikte sind, zu ahnden. Ich bedaure, dass Sie das zum Anlass nehmen, hier in einem ganz anderen Bereich Konsequenzen zu ziehen, wenngleich ich - ich sage es nochmals - auch Ihre Logik durchaus nachvollziehen kann. Aber ich bitte Sie, das aus Distanz vielleicht noch einmal zu überlegen.
Herr Schwaller hat jetzt auf die Beschlüsse vom 11. Mai hingewiesen, wonach der Bundesrat infolge der Prüfungs- und Planungsaufträge, die er im letzten September gegeben hat, die Armee in einem Teilbereich weiterentwickelt. Ich schicke einmal vorweg: Auf dieses Programm hat das auch quantitativ - also Beschaffung der Helme usw. - keinen Einfluss, denn die Armee wird ja nicht kleiner: Die Bestände bleiben gleich, das System bleibt gleich, und 80 Prozent der Armee werden auch kaum etwas davon verspüren. Wir werden darüber zweifellos sowohl in den Kommissionen als auch in den Räten noch sprechen.
Zur Transportflugzeugproblematik: Hier erlaube ich mir, einen Link zur Bemerkung von Herrn Reimann zu machen. Nicht wahr, ich habe mich nicht zum parlamentarischen Verfahren zu äussern, ich erlaube mir aber doch, etwas zum Prozess zu sagen, wie er für den Bundesrat ablief. Auch ich wurde kritisiert, weil ich nicht die nötige Beweglichkeit gezeigt hätte, das Programm in der Einigungskonferenz zu reduzieren. Aber - das sage ich nicht ohne Absicht hier im Ständerat - was hätte der Ständerat wohl gesagt, wenn ich in eigener Kompetenz oder nach Rückversicherung im Bundesrat diese Kammer, die stets sehr deutlich entschieden hat, desavouiert hätte und so in die Einigungskonferenz gegangen wäre? Der Antrag des Bundesrates war aus unserer Sicht zudem begründet. Wir haben uns dann mit dem Parlament auseinander zu setzen. Es kann mir nicht egal sein, wenn in diesen gleichberechtigten Kammern derart unterschiedliche Resultate aus den Verhandlungen herauskommen. Und dann kann ich mich nicht einfach auf den kleinstmöglichen gemeinsamen Nenner stützen, sondern ich muss dieses politische Seilziehen zumindest in der Logik des Bundesrates begleiten, und das war eben mit diesen Transportflugzeugen der Fall. Deshalb war es dann sein Entscheid, der dazu geführt hat, dass es zu einer Ablehnung des ganzen Programms kam. Letztlich muss das Parlament sich der Folgen bewusst sein.
Die Auseinandersetzung der Kammern hat aus meiner Sicht folgerichtig und innerhalb der Spielregeln stattgefunden. Im Übrigen - seien wir auch da offen genug - waren die Gründe für die Ablehnung im Nationalrat sehr unterschiedlich. Es wäre vielleicht noch eine Überlegung wert gewesen, wenn man gesagt hätte: Hier gibt es einfach eine einheitliche Opposition. Aber das war überhaupt nicht der Fall. Deshalb war es dann eine Koalition von sehr unterschiedlichen Gegnern, die letztlich zu diesem Ergebnis geführt hat. Aber wenn Sie zustimmen, haben wir jetzt das Problem für die Armee aus heutiger Sicht mit Ihrer Hilfe insgesamt so weit geglättet, dass man nicht von nachhaltigen Folgen sprechen kann. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass bei der Truppe selbst - zumindest bei Offizierskadern - dieser Vorgang nicht ganz ohne Folge geblieben ist. Es gab, wie ich aus einigen Berichten von Truppenkommandanten lesen konnte, doch eine gewisse Verwirrung, indem man sich fragte: Ja, ist jetzt das ganze Parlament gegen die Armee? Aber ich gebe das zu Wert und Unwert so weiter, wie gesagt. Ich bemühe mich auch, hier mit den beiden Kammern zusammen die Resultate derartiger Kontroversen zu optimieren. Aber im vorliegenden Fall war die Situation derart klar, dass ich nicht den Bundesrat beauftragen konnte, jetzt auf seinen Entscheid zurückzukommen, den Ständerat links liegen zu lassen und sich auf das reduzierte Programm zu beschränken - dafür bitte ich um Verständnis.
Was den Vorschlag des Transportflugzeuges anbelangt, Herr Schwaller, ist es nicht das erste Mal, dass sich jemand entsprechend äussert. Auch die SiK hat das in meiner Abwesenheit getan und erwartet, wie ich ihrem Communiqué entnommen habe, eine entsprechende Vorlage. Ich glaube, und auch das ist jetzt eine Konsequenz für den Bundesrat, es gibt eine gewisse Anstandspflicht; das heisst, wir können das Projekt angesichts dieser Situation nicht so rasch als möglich wieder vorlegen. Wenn das Parlament das fordern will, kann es das selbstverständlich tun. Aber es wäre nicht loyal, das sage ich jetzt auch wieder zugunsten der Logik des Bundesrates, wenn wir nach wenigen Sessionen das gleiche Projekt einfach wieder vorlegen würden.
Ich versuche in der Zwischenzeit, die Konsequenzen aufzufangen, das heisst, nach Lösungen zu suchen. Ich sage aber auch, dass das noch nicht gelungen ist und dass das nicht so einfach ist. Sie haben gerade jetzt in einer Tageszeitung lesen können, dass diese Kapazität weltweit zu klein ist. Wir sprachen in der SiK von einem Beispiel, das damals gerade aktuell war: In einem Land lebte die Schweizer Kolonie nicht ganz ohne Risiken. In diesem Land, wo es keine Schweizer Botschaft gibt, dürfte es nicht so einfach sein, andere Länder aufzufordern, unsere Leute zu evakuieren.
In diesem Sinne, Herr Schwaller, haben Sie Recht. Aber der Bundesrat hat das Problem auf den Tisch gebracht; das Parlament hat darüber entschieden, und damit ist auch die Verantwortung bis auf Weiteres beim Parlament. Ich habe aus dieser Situation das Beste zu machen, und das tue ich auch, indem ich zusammen mit dem EDA nach Alternativen suche.
Ich bitte Sie, zu respektieren, dass wir eine gewisse Frist zu wahren haben. Ich glaube, aus rein praktischen Überlegungen wird der Bundesrat dieses Projekt im Laufe dieser Legislatur nicht noch einmal präsentieren. Etwas anderes ist es, wenn das Parlament selbst das verlangt und damit auf seinen Entscheid zurückkommt.
So weit meine Bemerkungen zu den einzelnen Voten. Ich beantrage Ihnen nochmals, auf die Botschaft einzutreten und das Programm gutzuheissen.

Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition

Bundesbeschluss über die Beschaffung von Rüstungsmaterial (Geändertes Rüstungsprogramm 2004)
Arrêté fédéral sur l'acquisition de matériel d'armement (Programme d'armement 2004 modifié)

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress, Art. 1-4
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates

Titre et préambule, art. 1-4
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national

Angenommen - Adopté

Art. 1

Ausgabenbremse - Frein aux dépenses

Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe .... 35 Stimmen
Dagegen .... 1 Stimme

AB 2005 S 533 / BO 2005 E 533

Das qualifizierte Mehr ist erreicht
La majorité qualifiée est acquise

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes .... 33 Stimmen
Dagegen .... 2 Stimmen
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