Fetz Anita (S, BS):
Ich beantrage Ihnen, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben.
Es ist klar, eine industrielle Pelztierzucht ist kaum möglich, ohne den Tieren Leid zuzufügen und gegen zentrale Tierschutzprinzipien zu verstossen. Das ist der Grund, warum die Urheberin dieser parlamentarischen Initiative fordert, dass Pelze aus dem Ausland, deren Produktionsbedingungen den schweizerischen Tierschutzbestimmungen nicht entsprechen, unter ein Importverbot fallen. Sie wissen ja, dass es in der Schweiz seit mehr als dreissig Jahren keine kommerziellen Pelztierzuchten mehr gibt. Das ist auch richtig, denn wir haben ja genügend Füchse, die abgeschossen werden; da kann man sich mit Fuchsfell warm anziehen. Diese Füchse leben frei und werden nicht tierquälerisch gezüchtet.
In Artikel 14 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes ist die Kompetenz verankert, die Einfuhr von Tieren und Tierprodukten aus Gründen des Tier- und Artenschutzes zu verbieten. Gestützt darauf ist ein Importverbot für Pelzprodukte richtig, es kann erlassen werden, und es ist auch nicht unmöglich, dies einzuhalten. Ich erinnere Sie daran: Die Schweiz kennt bereits heute ein Einfuhrverbot für Hunde- und Katzenfelle. Diejenigen, die damals in der Kommission waren, erinnern sich noch gut an die wirklich grossen Debatten, die wir dazu geführt haben. Es gibt keinen Grund, warum für andere Pelzarten, die im Ausland tierquälerisch produziert worden sind, nicht das Gleiche gelten soll. Warum sollen Hunde und Katzen besser geschützt sein als - ich weiss jetzt auch nicht - Wölfe und Bären?
Auch die Deklarationspflicht, der wir mit Annahme der Motion Moser 08.3675 zugestimmt haben, ist kein Grund gegen diese Initiative. Das Importverbot braucht es zusätzlich, nicht zuletzt, um die Produzenten im Ausland dazu zu zwingen, ihre Produkte zu labeln und ohne tierquälerische Massnahmen zu jagen.
Es gibt also auch keine administrativen Gründe, gegen diese Initiative zu sein, aber es gibt sehr viele Gründe, um aus ethischen, aus tierschützerischen Überlegungen für diese Initiative zu sein - nicht zuletzt auch, weil wir in der Schweiz genau diese Tierschutzvorschriften haben. Es gibt keinen Grund dafür, dass ausländische Produkte nicht den gleichen Standard erfüllen sollten.
Ich bitte Sie deshalb, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben.