Ständerat - Sommersession 2011 - Dreizehnte Sitzung - 16.06.11-15h00
Conseil des Etats - Session d'été 2011 - Treizième séance - 16.06.11-15h00

09.474
Parlamentarische Initiative
UREK-SR.
Flexibilisierung
der
Waldflächenpolitik
Initiative parlementaire
CEATE-CE.
Flexibilisation
de la politique forestière
en matière de surface
Erstrat - Premier Conseil
Informationen CuriaVista
Informations CuriaVista
Informazioni CuriaVista
Bericht UREK-SR 03.02.11 (BBl 2011 4397)
Rapport CEATE-CE 03.02.11 (FF 2011 4085)
Stellungnahme des Bundesrates 04.05.11 (BBl 2011 4425)
Avis du Conseil fédéral 04.05.11 (FF 2011 4115)
Ständerat/Conseil des Etats 16.06.11 (Erstrat - Premier Conseil)
Nationalrat/Conseil national 01.03.12 (Zweitrat - Deuxième Conseil)
Ständerat/Conseil des Etats 15.03.12 (Differenzen - Divergences)
Ständerat/Conseil des Etats 16.03.12 (Schlussabstimmung - Vote final)
Nationalrat/Conseil national 16.03.12 (Schlussabstimmung - Vote final)
Text des Erlasses (BBl 2012 3445)
Texte de l'acte législatif (FF 2012 3207)

Imoberdorf René (CEg, VS), für die Kommission: 2007 und 2008 haben beide Parlamentskammern eine vom Bundesrat vorgelegte Teilrevision des Waldgesetzes abgelehnt. Trotz der klaren Absage des Parlamentes an diese Revision herrschte Einigkeit darüber, dass Handlungsbedarf besteht. Die Notwendigkeit pragmatischer Lösungen orteten damals die vorberatenden Kommissionen wie auch unser Rat im Bereich der Flexibilisierung der Waldflächenpolitik. Die dazu vorgeschlagenen Bestimmungen waren in der Vernehmlassung zur abgelehnten Revision des Waldgesetzes denn auch von vielen begrüsst worden.
Noch einmal zur Erinnerung: Die Waldfläche nimmt in der Schweiz weiterhin zu, dies vor allem in den Alpen. Ein paar Zahlen mögen das verdeutlichen. In der Schweiz hat der Wald in den vergangenen 150 Jahren insgesamt um 50 Prozent zugenommen. Zwischen dem 2. Landesforstinventar 1993-1995 und dem 3. Landesforstinventar 2004-2006 verzeichnete man in den Voralpen eine Waldflächenzunahme von 2,2 Prozent, in den Alpen eine solche von 9,1 Prozent und auf der Alpensüdseite eine von 9,8 Prozent. In meinem Kanton, im Wallis, wächst die Waldfläche pro Jahr um etwa tausend Hektaren. Es besteht also eindeutig Handlungsbedarf. Ich darf noch erwähnen, dass die Fläche der Schweiz zu 31 Prozent überwaldet ist.
Die Zunahme der Waldfläche führt immer wieder zu Konflikten mit der Landwirtschaft. Sie kann aber auch ökologisch und landschaftlich wertvolle Gebiete beeinträchtigen. Zudem kann es erforderlich sein, im Interesse des Hochwasserschutzes im Uferbereich Rodungen vorzunehmen. Gemäss geltendem Waldgesetz muss bei Rodungen ein Realersatz geleistet werden. Gerade in Gebieten mit einer Zunahme der Waldfläche ist dieser Grundsatz aber nicht immer sinnvoll und zum Teil kaum mehr einzuhalten, ohne Landnutzungskonflikte zu provozieren.
Aufgrund dieser Ausgangslage hat Ihre Kommission am 25. Juni 2009 mit 8 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen entschieden, die parlamentarische Initiative "Flexibilisierung der Waldflächenpolitik" auszuarbeiten. Um die Stossrichtung bei den zentralen Punkte zu bestimmen, bei denen im Rahmen der Beratung der abgelehnten Revision des Waldgesetzes Handlungsbedarf festgestellt wurde, führte die Kommission am 25. Juni 2009 mit der Konferenz der kantonalen Forstdirektoren, der Pro Natura, der Schweizerischen Vereinigung für Landesplanung und dem Initiativkomitee "Rettet den Schweizer Wald" Anhörungen durch.
Das Initiativkomitee "Rettet den Schweizer Wald" fordert, dass am Prinzip der Walderhaltung und des Rodungsverbotes unbedingt festgehalten wird. Pro Natura und die Schweizerische Vereinigung für Landesplanung begrüssen ein

AB 2011 S 684 / BO 2011 E 684
gezieltes Engagement im Rahmen des Waldgesetzes, um die Offenhaltung von Flächen, die landschaftlich oder naturschützerisch von hohem Wert sind, zu fördern. Auch die Konferenz der kantonalen Forstdirektoren begrüsst die Initiative. Sie fordert insbesondere eine gesetzliche Grundlage für die Einführung des statischen Waldbegriffs auch ausserhalb der Bauzonen, die Flexibilisierung der Ersatzaufforstungspflicht und die Erhöhung des Alters der Einwuchsflächen. Die Konferenz der kantonalen Forstdirektoren möchte, dass die Vorlage unverändert gutgeheissen wird.
Am 20. Oktober 2009 stimmte die UREK-NR dem Beschluss der ständerätlichen Kommission, eine Kommissionsinitiative auszuarbeiten, einstimmig zu. Zwischen dem 15. September und dem 15. Dezember 2010 wurde eine Vernehmlassung durchgeführt. Die Kommission konnte zur Kenntnis nehmen, dass die Hauptpunkte der vorgeschlagenen Änderungen des Waldgesetzes hinsichtlich einer Flexibilisierung der Waldflächenpolitik bei den Vernehmlassungsteilnehmern auf breite Zustimmung gestossen waren. Zugleich brachten die Antworten aus der Vernehmlassung zum Ausdruck, dass die beabsichtigte Bekämpfung der unerwünschten Waldflächenzunahme verbunden mit einer gezielteren Landschaftsentwicklung regional sehr spezifische Sichtweisen und Lösungen bedingt.
Aufgrund der Ergebnisse der Vernehmlassung hat Ihre Kommission einzelne Bestimmungen angepasst; ich werde bei der Detailberatung darauf zu sprechen kommen. Der nun vorliegende Gesetzentwurf sieht Anpassungen im Waldgesetz vom 4. Oktober 1991 vor. Im Wesentlichen geht es um Folgendes:
1. Am Grundsatz des Rodungsverbotes mit der Möglichkeit von Ausnahmebewilligungen wird festgehalten, und die Gesamtfläche soll nicht reduziert werden.
2. In bestimmten Fällen kann auf Realersatz verzichtet werden. Bedingung ist jedoch, dass gleichwertige Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden.
3. Können die Projekte selbst als gleichwertige Massnahmen qualifiziert werden, soll gänzlich auf Ersatz verzichtet werden. Als Beispiel möchte ich hier eine Rodung zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes und/oder zur Revitalisierung von Gewässern anführen. Die Art des Rodungsersatzes bestimmt sich also wie beim geltenden Recht nach einer Kaskade, die in einzelnen Punkten jetzt differenziert und an die neuen Verhältnisse angepasst werden soll.
4. Eigentlicher Realersatz soll nur noch - und das ist neu - in derselben Gegend möglich sein.
5. Den Kantonen soll mit der teilweisen Aufhebung des dynamischen Waldbegriffs die Möglichkeit gegeben werden, in Gebieten, wo sie eine Zunahme der Waldfläche verhindern wollen, eine statische Waldgrenze festzulegen, und zwar auch ausserhalb der Bauzonen.
Die vorliegende Gesetzesänderung nimmt im Wesentlichen Bezug auf die unbestrittenen Ziele einer neuen Waldflächenpolitik, wie sie bereits in den im Waldprogramm Schweiz vorgesehenen Massnahmen formuliert worden sind. Der Auftrag gemäss Artikel 77 Absatz 1 der Bundesverfassung wird nach wie vor erfüllt. Insbesondere wird der Grundsatz der quantitativen Walderhaltung in Artikel 3 des Waldgesetzes nicht angetastet.
Die Kommission hat den vorliegenden Entwurf an ihrer Sitzung vom 3. Februar 2011 mit 7 zu 1 Stimmen bei 4 Enthaltungen verabschiedet.

Cramer Robert (G, GE): Dans cet objet qui concerne la flexibilisation de la politique forestière en matière de surface, il me semble que ce qui est important, ce n'est pas tant la question de fond, à savoir comment on protège la forêt, mais celle qui est liée aux droits populaires. J'ai le sentiment que si nous acceptons aujourd'hui ce texte, dans cette version, et s'il est également accepté par le Conseil national, nous violerions de façon très grave les institutions démocratiques de notre pays. Et cela se traduira assurément par un référendum dans lequel, je le crains, le Parlement ne jouera pas le beau rôle, parce qu'un certain nombre de citoyennes et de citoyens de ce pays auront véritablement l'impression de s'être fait flouer.
Comment en est-on arrivé là? Pour expliquer cela, il faut remonter à peu près au début des années 2000 où les techniciens forestiers ont estimé que la législation forestière de notre pays était inadéquate, qu'elle devait être assouplie, et ils ont alors commencé à rédiger un avant-projet de loi modifiant la loi sur les forêts. Dès que cet avant-projet a été connu, il y a eu des réactions assez vives, de sorte que le 14 octobre 2005, la fondation Helvetia Nostra, animée par Monsieur Franz Weber, a déposé à la Chancellerie fédérale une initiative populaire intitulée "Sauver la forêt suisse", qui avait recueilli plus de 110 000 signatures. Le 14 octobre 2005 donc, cette initiative populaire était déposée, et ce qu'elle prévoyait, c'était non seulement que l'on maintienne la législation forestière en vigueur, mais en plus qu'on l'inscrive dans la Constitution fédérale et que, bien sûr - c'était l'esprit des initiants -, on renforce encore cette législation.
Le 28 mars 2007, le Conseil fédéral proposait à titre de contre-projet à cette initiative de modifier la loi sur les forêts. C'était un vrai contre-projet puisque au fond on partait toujours de l'idée que notre loi sur les forêts était trop stricte et qu'il fallait l'assouplir.
Ensuite, nous arrivons à cette législature où, tout d'abord le Conseil national, puis le Conseil des Etats, tous deux à l'unanimité, respectivement le 6 décembre 2007 et le 12 mars 2008, décident de ne pas entrer en matière sur le contre-projet élaboré par le Conseil fédéral. En d'autres termes, on donne un signal fort aux initiants pour dire que nous n'allons rien faire pour changer la loi sur les forêts. Suite à ce signal fort, Helvetia Nostra retire son initiative "Sauver la forêt suisse" le 26 mars 2008. Sur ce, on arrive en 2009, plus précisément le 25 juin 2009, où la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie du Conseil des Etats propose que l'on introduise quelques modifications dans la loi sur les forêts. Mais à l'époque, c'était surtout dans l'esprit d'une meilleure protection des biotopes.
Déjà à l'époque, j'étais un peu perplexe quant à la voie qui était suivie et j'avais bien raison de l'être parce que, dès l'instant où l'on a pu prendre connaissance des textes qui avaient été rédigés dès le mois d'août 2010, on a pu se rendre compte qu'ils revenaient très précisément sur les engagements pris par le Parlement.
Si vous lisez le rapport du 3 février 2011 au sujet de cette initiative parlementaire, vous verrez que l'une des principales modifications qui était proposée par le contre-projet du Conseil fédéral, c'était l'extension des limites statiques des forêts aux zones autres que les zones à bâtir et l'assouplissement de l'obligation de compenser tout défrichement. C'est très précisément ce que l'on trouve dans ce projet de loi qui est soumis à vos suffrages.
Ce texte a fait l'objet d'une consultation; la consultation a donné des résultats mitigés. Quand on lit le rapport, on a l'impression que seuls la Fondation suisse pour la protection et l'aménagement du paysage, Helvetia Nostra, ainsi que le canton de Saint-Gall et l'UDC étaient opposés à ce texte, mais en réalité, on voit aussi - et Monsieur Imoberdorf l'a dit - qu'il y avait bien d'autres oppositions. Il n'en demeure pas moins qu'aujourd'hui nous recevons un courrier au Parlement, signé par les organisations WWF, Pro Natura, Birdlife, qui nous dit que si ce texte est adopté dans cette teneur, un référendum sera lancé, parce que ces organisations ont l'impression d'avoir été totalement trompées.
Je trouve paradoxal que ce soit précisément en cette année qui est notamment dédiée aux forêts que notre Parlement prête la main à une opération qui vise, à mon avis, à ne pas respecter les droits populaires. Lorsque l'on dit à des initiants qui ont récolté plus de 100 000 signatures qu'ils peuvent retirer leur initiative parce qu'ils n'ont plus à intervenir à propos d'une législation, et que l'on revient un ou deux ans plus tard sur cet engagement par des modifications aussi importantes que celles qui nous sont proposées, c'est simplement se montrer peu respectueux des droits populaires.
Je souhaite que sur ce point, et ne serait-ce que sur ce point, cela nous incite si ce n'est à renoncer à adopter ce

AB 2011 S 685 / BO 2011 E 685
texte, à tout le moins à adopter les propositions qui nous seront présentées et qui, me semble-t-il, apportent les quelques tempéraments réellement indispensables pour que ce texte soit présentable.

Forster-Vannini Erika (RL, SG): Sie haben soeben von Herrn Cramer gehört, dass es der Kanton St. Gallen gewesen ist, der sich in der Vernehmlassung gegen diese Vorlage ausgesprochen hat. Er hat vor allem darauf hingewiesen, dass mit der Änderung des Waldgesetzes in der vorgeschlagenen Weise noch nichts gewonnen sei; es würden eigentlich nur die Symptome bekämpft und nicht die Probleme gelöst. Nach Meinung des Kantons St. Gallen müssten noch zusätzliche Gesetzesanpassungen vorgenommen werden, zum Beispiel in den Bereichen des Landwirtschafts-, des Raumplanungs- sowie des Natur- und Heimatschutzrechtes. Das wurde schon vom Bundesrat erwähnt; er weist auch darauf hin, dass hier noch zusätzliche Anpassungen vorzunehmen wären.
Trotzdem habe ich mich entschieden, für Eintreten zu stimmen. Ich möchte Ihnen aber jetzt schon sagen, dass mir Artikel 7 und Artikel 10 Absatz 2 zu weit gehen - wie Sie gesehen haben, bin ich Teil der entsprechenden Kommissionsminderheiten. Ich gehe davon aus, dass diese später noch begründet werden; ich möchte das jetzt nicht vorwegnehmen.
In diesem Sinn bin ich für Eintreten auf die Vorlage, bitte Sie aber jetzt schon, den Minderheitsanträgen zuzustimmen.

Hess Hans (RL, OW): Mir geht es gleich wie Frau Forster. Ich bin für Eintreten, sage aber ganz offen, dass auch ich mich den Minderheitsanträgen anschliessen werde. Ich sage Ihnen auch weshalb und lege meine Interessenbindung offen: Ich bin Präsident der Lignum, Holzwirtschaft Schweiz.
Wenn wir den vorliegenden Entwurf betrachten, stellen wir fest, dass er über das ursprüngliche Ziel hinausschiesst. Das ursprüngliche Ziel war es, dass in Gebieten mit einer Zunahme der Waldfläche Konflikte mit anderen Nutzungen vermieden werden. Die vorgesehene generelle Lockerung der Wiederaufforstungspflicht für alle Waldflächen der Schweiz bringt jedoch aus Sicht der Wald- und Holzwirtschaft die grosse Gefahr mit sich, dass die Lockerung nicht dort wirkt, wo es erwünscht wäre, sondern gerade dort, wo es den Wald in seinem Bestand gefährden könnte, nämlich im Mittelland. Die Differenzierung zwischen Regionen mit unerwünschter Zunahme der Waldfläche und anderen Regionen ist für uns zwingend.
Ich werde mich bei Artikel 7 nicht mehr melden, aber ich werde mich bei Artikel 10 nochmals melden, wenn es um die Waldfeststellung geht.
Ich bin für Eintreten, werde mich aber den Minderheitsanträgen anschliessen.

Leuthard Doris, Bundesrätin: Der Kommissionssprecher hat historisch rückblickend auf die Waldvorlage des Bundesrates und deren Rückweisung hingewiesen und auch darauf, dass die Initiative eine Folgearbeit ist, weil der Handlungsbedarf ausgewiesen ist.
Der Wald ist ja sehr wichtig und multifunktional, indem er einerseits für die Biodiversität, für das Wasser, für die Holzwirtschaft, andererseits aber auch als Erholungsgebiet eine wichtige Rolle spielt. Wir sind ja gerade im Uno-Jahr des Waldes, und der Bundesrat ist sehr froh, dass Ihre Kommission dem Waldschutz und auch dem Rodungsverbot, das sich ja jetzt wirklich über Jahrzehnte bewährt hat, eine grosse Bedeutung beigemessen hat. Ich glaube, das ist auch in unserer Bevölkerung sehr verankert.
Der Wald ist aber auch unter Druck geraten. Einerseits haben wir eine Zunahme der Waldfläche, aber sie findet im Bereich der Alpen und der Alpensüdseite statt, andererseits haben wir - wie zu Recht gesagt wurde - einen Druck auf die Waldflächen im Bereich des Talgebietes, wo ein Konflikt besteht zwischen den Interessen der Landwirtschaft, die landwirtschaftliche Nutzfläche verliert, und den Siedlungsgebieten, wo in vielen Bereichen die Waldflächen unter Druck kommen. Die verschiedenen Interessenkonflikte, die wir kennen, die sich akzentuiert haben, kommen also auch in dieser Vorlage zum Ausdruck.
Den Kompromiss, den Ihre Kommission gefunden hat und der diesen verschiedenen Nutzungskonflikten und -interessen Rechnung trägt, empfindet der Bundesrat grundsätzlich als tragfähig. 63 von 67 Vernehmlassungsteilnehmern sprechen sich für die Gesetzesvorlage aus. Die Forstdirektorenkonferenz, die ja auch immer eine Scharnierfunktion zwischen Schutz und Nutzen wahrnimmt, spricht sich ausdrücklich dafür aus, und so hat auch der Bundesrat seine Zustimmung zur vorgesehenen Flexibilisierung der Waldflächenpolitik erklärt.
Weshalb? Der Grundsatz, dass für jeden Baum, der gerodet wird, als Ersatz ein Baum neu gepflanzt werden muss, wird beibehalten; in Ausnahmefällen können ja als Ersatz ökologische Aufwertungsmassnahmen getroffen werden. Wir stellen aber fest, dass diese Regelung im Mittelland, wo der Siedlungsdruck besteht, nicht immer völlig sinnvoll ist. In den Berggebieten ist die Regelung in zahlreichen Fällen nicht mehr zeitgemäss. Man kann auf die Entwicklung der Waldfläche insgesamt wenig Einfluss nehmen. Mit dem Vorschlag, den Kantonen die Möglichkeit zu geben, in Gebieten, wo sie eine Zunahme der Waldfläche verhindern wollen, eine statische Waldgrenze festzulegen, wird dieser Problematik Rechnung getragen. Das heisst, ausserhalb dieser Grenzen kann neu ein wachsender Wald ohne Rodungsbewilligung entfernt werden. Wir meinen, dass dem Grundsatz des Rodungsverbotes mit dieser Lockerung zugunsten der Kantone Rechnung getragen wird. Damit wird der tatsächlichen Entwicklung der Waldfläche mit einer Flexibilisierung begegnet.
Der Bundesrat empfiehlt Ihnen deshalb, der Kommission zu folgen; er empfiehlt gleichzeitig, die Minderheitsanträge abzulehnen.

Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition


Bundesgesetz über den Wald
Loi fédérale sur les forêts

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress, Ziff. I Einleitung
Antrag der Kommission: BBl

Titre et préambule, ch. I introduction
Proposition de la commission: FF

Angenommen - Adopté

Art. 7
Antrag der Kommission: BBl
Proposition de la commission: FF

Imoberdorf René (CEg, VS), für die Kommission: Erlauben Sie mir zuerst noch eine kurze Erklärung zum Begriff "Rodungsersatz". Rodungsersatz umfasst den Realersatz und die allfällige Ausnahme, nämlich Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes. Es müssen also nicht zwangsläufig neue Bäume angepflanzt, also Neuaufforstungen gemacht werden. Wie ich schon in der Eintretensdebatte dargelegt habe, bestimmt sich die Art des Rodungsersatzes in einer Kaskade. Gemäss Absatz 1 von Artikel 7 ist der Realersatz in derselben Gegend nach wie vor der Regelfall. Neu kann Realersatz nur noch mit "standortgerechten Arten" geleistet werden. Das bisherige Recht begnügte sich mit "vorwiegend standortgerechten Arten".
In der Kommission wurde noch der Unterschied zwischen "standortgerecht" und "standortheimisch" thematisiert. "Standortgerecht" steht heute schon im Gesetz, und mit diesem Begriff hat man bereits eine gute Praxis entwickelt. "Standortheimisch" wäre eine Verschärfung: Dann wären

AB 2011 S 686 / BO 2011 E 686
nur noch Baumarten zulässig, die schon seit Langem hier vorhanden sind.
Bisher konnte der Realersatz ausnahmsweise in einer anderen Gegend geleistet werden. Das war bisher in Artikel 7 Absatz 2 geregelt. Das konnte dazu führen, dass in einer Gegend mit zunehmender Waldfläche noch zusätzlich aufgeforstet wurde. Deshalb und weil die Waldverteilung nicht zulasten jener Gegenden verändert werden soll, in welchen der Wald ohnehin unter Druck steht, ist der Realersatz in einer anderen Gegend nicht mehr vorgesehen. Diese Stufe der Kaskade bei den Ersatzmassnahmen entfällt künftig.
Zur Schonung landwirtschaftlicher Vorrangflächen - diese umfassen insbesondere Flächen nach dem Sachplan Fruchtfolgeflächen des Bundesrates - sowie ökologisch oder landschaftlich wertvoller Gebiete, namentlich Landschaftsschutzgebieten und Biotopen, kann künftig nicht nur in Ausnahmefällen auf Realersatz verzichtet werden. Bedingung dafür ist, dass gleichwertige Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden. Gleichwertig können nur Massnahmen sein, die eine dauerhafte Wirkung für die biologische Vielfalt des Waldes bzw. für Natur und Landschaft haben. Als gleichwertig können auch umfangreichere Massnahmen gelten, mit welchen die Kantone Ersatz für mehrere einzelne, kleinere Rodungsflächen leisten, sogenannte Poollösungen. Als Richtwert für den finanziellen Gegenwert der Ersatzmassnahme kann der theoretische finanzielle Aufwand, der vonseiten des Gesuchstellers für die Leistung von Realersatz notwendig wäre, herbeigezogen werden.
Sofern gleichwertige Massnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes anstelle eines Realersatzes in derselben Gegend zulässig sind, ist sicherzustellen, dass diese ebenfalls in derselben Gegend realisiert werden, damit die Kompensation wirksam ist.

Janiak Claude (S, BL): Ich habe mich beim Eintreten nicht gemeldet, weil das, was ich gerne gesagt hätte, bereits von Frau Forster und insbesondere von Herrn Hess ausgeführt worden ist. Und Herr Hess hat ja auf seine Art eigentlich auch schon den Antrag der Minderheit zu Absatz 2 begründet.
Im Zweckartikel des Waldgesetzes heisst es, der Wald solle "in seiner Fläche und in seiner räumlichen Verteilung" erhalten bleiben. Wenn es nun in Artikel 7 zu einer Abweichung kommt, kann das dazu führen, dass dieser Zweck in Gebieten, in denen der Wald abnimmt, nicht mehr erfüllt wird. Deshalb beantragt Ihnen die Minderheit eine Einschränkung, wonach ein Verzicht nur in Gebieten möglich sein soll, in denen die Waldfläche zunimmt. Andernfalls könnte das Gesetz dazu führen, dass es in dichtbesiedelten Gebieten wie im Mittelland zu einem Verlust an Waldflächen kommt.
Ich kann mich noch gut erinnern, ich war damals auch in der UREK: Nachdem die Vorlage des Bundesrates im Parlament gescheitert und die Volksinitiative zurückgezogen war, nahmen wir dieses Thema wieder auf. Und man war sich eigentlich einig; Herr Cramer hat es schon erwähnt: Wenn man wieder auf dieses Thema eingeht, dann sollte man nicht über das hinausgehen, was damals vom Parlament zurückgewiesen worden war. Insbesondere darf man natürlich diejenigen, die damals die Initiative zurückgezogen haben - nachdem sie festgestellt hatten, dass das Parlament die Politik des Bundesrates in jener Vorlage nicht wollte -, nicht torpedieren und das Gegenteil beschliessen. Man ist aber eindeutig über das hinausgegangen, was als konsensfähig - so möchte ich es bezeichnen - verstanden worden war. Nach Auffassung der Minderheit schiesst die Vorlage in Artikel 7 über den Auftrag hinaus, den man sich mit diesem Konsens geben konnte. Der Auftrag bezüglich Flexibilisierung der Pflicht zum Rodungsersatz beschränkte sich explizit auf Gebiete mit einer Zunahme der Waldfläche, aber jetzt gilt die Flexibilisierung auch dort, wo der Wald abnimmt.
Wie sich die Situation der Waldfläche heute in der Schweiz präsentiert, ist ja auch vom Berichterstatter dargelegt worden. Es ist sehr uneinheitlich. Im Mittelland, in alpinen Tourismusregionen und in Gebirgstälern steht die Waldfläche stark unter Druck, für Siedlungszwecke beansprucht zu werden. Die Waldfläche konnte dort in den letzten hundert Jahren nur dank Rodungsverbot und Pflicht zur Wiederaufforstung stabil gehalten werden. Die Möglichkeit, einfach auf eine Ersatzaufforstung zu verzichten, weicht den Schutz des Waldes auf und gefährdet das Ziel, die Waldfläche und die Waldverteilung zu erhalten. Das gilt insbesondere im Mittelland. Ich denke, dass die Erhaltung auch ein Anliegen der Bevölkerung ist, dass sie eine Aufweichung eben nicht will: Dort, wo der Wald schon zurückgedrängt wird, möchte sie den Erholungsraum behalten.
Aus diesen Gründen beantragt Ihnen die Minderheit, den Zusatz "in Gebieten mit zunehmender Waldfläche" aufzunehmen und damit auszuschliessen, dass ein Verzicht in jenen Gebieten möglich ist, wo die Waldfläche heute stark unter Druck ist und abnimmt.

Berberat Didier (S, NE): Je vous demande de suivre la minorité à l'article 7 alinéa 2 de ce projet. En effet, à cet article, le projet tel qu'il nous est soumis va beaucoup plus loin que ce que prévoit l'initiative parlementaire, parce que l'assouplissement de l'obligation de compenser le défrichement était explicitement limité aux régions où la forêt croît.
Si l'on consulte le rapport de la commission à la page 4088, on constate qu'il est indiqué que l'initiative parlementaire "vise à modifier la loi sur les forêts de manière à assouplir les règles relatives à la compensation du défrichement dans les régions où l'aire forestière augmente". Or, on constate qu'on souhaite maintenant pouvoir déroger à cette obligation d'une manière indifférenciée dans tout le pays.
On le sait, la situation de l'aire forestière se présente de manière tout à fait diversifiée et très peu uniforme en Suisse, puisque sur le Plateau, dans les régions touristiques et les vallées de montagne, l'aire forestière subit une forte pression des zones d'habitation et n'a pu y être maintenue au cours des cent dernières années que grâce à l'interdiction de défricher et à l'obligation de reboiser. A l'inverse, en altitude, la forêt croît sur des terres improductives et des surfaces d'alpage où l'exploitation agricole a été abandonnée. Cette évolution, qui est très variable, est assez impressionnante, puisque l'on constate que 90 pour cent de l'accroissement se produit en montagne et que cela nécessite donc un traitement tout à fait différencié.
Je pense donc que le renoncement à l'obligation de reboiser est acceptable dans les régions où la surface forestière s'accroît, c'est la raison pour laquelle la minorité souhaite ajouter un membre de phrase au début de l'alinéa 2: "Dans les régions où la surface forestière augmente, il est possible ..." En effet, sans cela, dans les autres régions, on ne comprendrait pas qu'on puisse déroger à cette obligation de reboisement, parce que - on le sait, et vous le savez aussi - les forêts y sont particulièrement utiles comme zones de détente de proximité, appréciées d'ailleurs par la population, comme forêts étendues de production de bois suisse et, en plus, comme habitat important pour de nombreuses espèces animales.
Je vous dirai d'ailleurs en conclusion qu'une enquête représentative de mars 2011 montre que les trois quarts de la population suisse sont strictement opposés à la suppression de l'obligation de reboiser.
Pour toutes ces raisons ainsi que pour celles qui ont déjà été données par Monsieur Janiak, je vous demande de suivre la minorité.

Imoberdorf René (CEg, VS), für die Kommission: Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Kann-Bestimmung handelt. Es besteht also kein zwingender Anspruch auf einen Verzicht auf den Realersatz.
Wenn wir die von der Minderheit beantragte Einschränkung machen, schliessen wir wahrscheinlich all jene Gebiete aus, bei denen es wirklich darum geht, hochqualitatives Landwirtschaftsland zu erhalten. Das ist im Berggebiet eigentlich nicht der Fall, im Hügelland wäre dies aber möglich. Übrigens können schon heute Massnahmen zugunsten des

AB 2011 S 687 / BO 2011 E 687
Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden, und das erst noch in einer anderen Gegend. Mit dieser Vorlage ist dies zukünftig nicht mehr möglich, oder, um es noch deutlicher auszudrücken: Wenn Sie der Minderheit zustimmen, kommt es in einigen Teilen des Mittellandes zu einer Verschärfung bezüglich des Rodungsersatzes gegenüber dem geltenden Recht, weil man nach bisherigem Recht auch in Gegenden, in denen die Waldfläche nicht zunimmt, auf Realersatz verzichten könnte.

Leuthard Doris, Bundesrätin: Ich habe mich schon in der Eintretensdebatte dahingehend geäussert, dass wir hier den Mehrheitsantrag unterstützen. Ich glaube, man braucht hier effektiv eine gesamtschweizerische Optik und einen entsprechenden Wegweiser. Wenn Sie den Antrag der Minderheit Janiak annehmen, so bezieht sich diese Bestimmung ja wirklich nur auf die Gebiete mit zunehmender Waldfläche, und das sind die Berggebiete. Gerade dort gibt es eine Zunahme der Waldfläche, weil Bauern die Bewirtschaftung der entsprechenden Flächen aufgeben. Gerade dort ist es eigentlich ein hausgemachtes Problem der Landwirtschaft. Dort zugunsten der landwirtschaftlichen Flächen auf einen Realersatz zu verzichten macht eben gerade keinen Sinn. Wir stimmen der Argumentation von Herrn Imoberdorf zu, dass der Druck vor allem im Talgebiet besteht und bei Annahme des Minderheitsantrages noch zunehmen dürfte.

Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit ... 23 Stimmen
Für den Antrag der Mehrheit ... 10 Stimmen

Übrige Bestimmungen angenommen
Les autres dispositions sont adoptées

Art. 8
Antrag der Kommission: BBl
Proposition de la commission: FF

Angenommen - Adopté

Art. 10 Abs. 2
Antrag der Kommission: BBl

Art. 10 al. 2
Proposition de la commission: FF

Imoberdorf René (CEg, VS), für die Kommission: Auf eine feste räumliche Abgrenzung des Waldes wird in der Regel verzichtet. Nach Artikel 2 Absatz 1 des Waldgesetzes entsteht rechtlich geschützter Wald überall dort, wo die qualitativen Merkmale gegeben sind. Daher spricht man vom dynamischen oder natürlichen Waldbegriff. Dies führt zu Rechtsunsicherheiten, wenn Wald in eine vom raumplanerischen Instrumentarium erfasste Zone vordringt, da einwachsender Wald die Nutzungsplanung überlagert. Mit der Revision des Waldgesetzes von 1991 wurde der dynamische Waldbegriff im Grundsatz zwar beibehalten, in einem Teilbereich aber beschränkt: Mit Blick auf die Bauzone im Nutzungsplan wurde der statische Waldbegriff eingeführt, wobei die Waldgrenze mittels förmlicher Waldfeststellungsverfahren definitiv festgelegt wird. Damit wird das Baugebiet seit 1993 von Wald statisch und klar abgegrenzt.
Nach dieser Vorlage kann der dynamische Waldbegriff neu auch in Gebieten ausserhalb der Bauzonen, in denen die Kantone eine Zunahme der Waldfläche verhindern wollen, aufgehoben und durch eine statische Waldgrenze ersetzt werden. Es geht da aber wirklich nur um Gebiete, in denen eine Zunahme der Waldfläche verhindert werden sollte oder müsste. Die Kantone bezeichnen dazu die Gebiete, in denen die Zunahme der Waldfläche künftig unerwünscht ist. Die Bezeichnung soll im kantonalen Richtplan erfolgen. Soweit die Kantone nichts anderes vorsehen, entscheiden anschliessend die für die Nutzungsplanung zuständigen Behörden, auf welchem Gemeindegebiet auch ausserhalb der Bauzone statische Waldgrenzen eingeführt werden sollen. Dabei hat in jedem Fall die kantonal zuständige Behörde im Rahmen der Waldfeststellung die aktuellen Waldgrenzen zu ermitteln. Die derart festgelegte statische Waldgrenze wird schliesslich parzellenscharf in den Nutzungsplänen eingetragen.

Cramer Robert (G, GE): En réalité, ce qui se passe avec la proposition qui est faite à l'article 10 alinéa 2, c'est véritablement un démantèlement de la loi sur les forêts, de tout l'esprit de cette législation. Parce que la loi sur les forêts a, en Suisse, cette force qui nous est enviée par les forestiers du monde entier, c'est-à-dire qu'à l'endroit où se trouve une forêt, ce site boisé bénéficie de la protection de la loi sur les forêts. C'est ce que l'on se propose de démanteler par cette modification à l'article 10 alinéa 2. Et je prétends que cette modification ne va pas apporter une plus grande sécurité du droit, mais au contraire une insécurité du droit.
Si nous regardons plus précisément ce qu'il en est, nous avons aujourd'hui une législation qui - comme nous l'a rappelé Monsieur Imoberdorf - prévoit que l'on fait une constatation de la nature forestière à l'endroit où il y a une zone à bâtir à côté d'une forêt. C'est logique, parce qu'il s'agit de savoir exactement quels sont les droits du propriétaire d'une zone à bâtir, où il peut construire et où il ne le peut pas. Maintenant, si on étend cette notion à toutes les zones, et notamment aux zones agricoles - c'est ce qui est proposé ici -, on va se retrouver dans une situation totalement artificielle, je dirai même dans une situation surréaliste, c'est-à-dire que l'on va avoir une forêt quelque part, une forêt que l'on verra avec les yeux, mais qui, juridiquement, ne sera pas une forêt, parce qu'il y aura eu une constatation de la nature forestière qui aura fait que l'endroit où les arbres ont poussé n'est pas une forêt. Et quand je dis que c'est une situation surréaliste, c'est que l'on se trouve très précisément dans la situation du tableau de René Magritte où une pipe est peinte et où il est écrit en dessous: "Ceci n'est pas une pipe." Vous aurez donc dorénavant en Suisse des endroits où il y a une forêt, mais la loi prévoira: "Ceci n'est pas une forêt."
Même si c'est sympathique de vivre dans un pays surréaliste, cela pose des problèmes très concrets. Tout d'abord, constater que des forêts ne sont pas des forêts est une démarche assez coûteuse. De plus, suite à une telle constatation de la forestière, ce déni de réalité pose toutes sortes de problèmes au niveau de l'exploitation de ces forêts qui ne sont pas des forêts et au niveau des subventions dont peuvent bénéficier les propriétaires de ces forêts qui ne sont pas des forêts. Et bien sûr, au cas où il y a des constructions qui se font à proximité de ces forêts qui ne sont pas des forêts, et qui sont protégées par ces forêts qui ne sont pas des forêts, il y a évidemment un problème de sécurité pour ces habitations. En effet, la fonction protectrice de ces forêts qui ne sont pas des forêts ne sera plus assumée si l'on déboise ces forêts, qui ne sont pas des forêts, pour que cela corresponde à l'intitulé de la carte.
Tout cela pour répondre mal à un vrai problème! Il est vrai qu'en Suisse, nous sommes dans une situation où l'espace forestier est en train de s'accroître parce qu'on n'entretient pas suffisamment bien les pâturages. A cet égard, un institut d'une des écoles polytechniques fédérales a rédigé un "fact sheet" en janvier 2010 où il indique ce qui se produit. Effectivement, il y a une extension des zones forestières, mais cela est dû à des raisons qui tiennent non pas à la loi sur les forêts, mais très concrètement à la législation agricole. Si l'on souhaite arrêter ce phénomène, ce n'est pas en agissant sur les forêts qu'on y arrivera, mais en agissant sur l'agriculture. Ce qui est notamment préconisé dans cette publication qui provient des écoles polytechniques fédérales, c'est de réfléchir à un régime de subventions qui puisse être différent selon les régions et selon les situations où se trouvent les pâturages.
C'est la raison pour laquelle il faut très clairement rejeter cette proposition qui n'apportera rien d'utile, si ce n'est de l'insécurité du droit, et résoudre le problème réel qui se pose - et qui est un problème agricole - au niveau où il doit être résolu, c'est-à-dire dans la législation agricole,

AB 2011 S 688 / BO 2011 E 688
notamment au travers de la nouvelle politique agricole que nous aurons à examiner.

Hess Hans (RL, OW): Herr Cramer hat bereits darauf hingewiesen, dass es schwierig sein wird, überall dort, wo eine weitere Ausdehnung des Waldes unerwünscht ist, eine Waldfeststellung bzw. ein Waldfeststellungsverfahren durchzuführen. Das Waldfeststellungsverfahren und die Waldfeststellung sind an sich nur passive Massnahmen. Der Wald dehnt sich aus, sobald - wie in den meisten Fällen - eine landwirtschaftliche Nutzung ausbleibt. Wie gehen wir dann mit diesem neu entstehenden "Nichtwald" um, der aber trotzdem Wald ist? Glaubt jemand daran, dass wir in zehn, zwanzig oder dreissig Jahren in einer Grossaktion diese Waldflächen wieder entfernen? Wir müssten vielmehr im Zusammenspiel mit der Landwirtschaft geeignete Massnahmen formulieren, welche es ermöglichen, dass Flächen, welche nicht vom Wald überwachsen werden sollen, von Beginn weg freigehalten werden. Das können wir bestimmt nicht mit Waldfeststellungsverfahren erreichen.

Leuthard Doris, Bundesrätin: Es geht effektiv darum, wie der Herr Kommissionssprecher gesagt hat, dass die Kantone entscheiden können, wo Waldeinwuchs erwünscht und wo er unerwünscht ist. Das Verfahren ist raumplanerischer Natur, es ist heute schon festgelegt und ist auch von den Forstdirektoren gutgeheissen worden. Die Kantone sind mit diesem Vorgehen ausdrücklich einverstanden. Die Alternative wäre, dass der Bund festlegen würde, wo Waldeinwüchse unerwünscht sind, und das macht wirklich keinen Sinn. Den Kantonen ist jedoch die Möglichkeit einzuräumen, über diese Gebiete in den kantonalen Richtplänen zu entscheiden.
Ich bin einverstanden mit der Feststellung, dass die Problematik der zunehmenden Waldflächen nicht mit der Landwirtschaftspolitik zu lösen ist. Sie müssen sie mit der Raumplanungspolitik lösen, weil die Landwirtschaft nicht dort, wo die Waldfläche zunimmt, Kulturland verliert. Es ist im Talgebiet, im Mittelland, wo die Landwirtschaft Kulturland verliert. Dafür müssen Sie Lösungen finden und nicht für die Gebiete, in denen die Waldflächen zunehmen. Das ist qualitativ schlechtes Landwirtschaftsland, damit würden Sie den Bauern effektiv einen Bärendienst leisten. Geben Sie den Kantonen dort, wo diese Flächen zunehmen und unerwünscht sind, die Möglichkeit, im Rahmen von Artikel 10 des Waldgesetzes die statischen Waldgrenzen parzellenscharf in den Nutzungsplänen einzuzeichnen. Das entspricht einer Möglichkeit, die von den Kantonen ausdrücklich gewünscht wurde.

Abstimmung - Vote
Für den Antrag er Minderheit ... 24 Stimmen
Für den Antrag der Mehrheit ... 12 Stimmen

Art. 13 Titel, Abs. 1, 3
Antrag der Kommission: BBl

Art. 13 titre, al. 1, 3
Proposition de la commission: FF

Imoberdorf René (CEg, VS), für die Kommission: Weil nun auf eine feste räumliche Abgrenzung des Waldes ausserhalb der Bauzone verzichtet wurde, bleibt dieser Artikel in der heute gültigen Fassung bestehen.

Angenommen - Adopté

Ziff. II
Antrag der Kommission: BBl

Ch. II
Proposition de la commission: FF

Angenommen - Adopté


Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 27 Stimmen
Dagegen ... 1 Stimme
(5 Enthaltungen)

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