Ständerat - Frühjahrssession 2012 - Erste Sitzung - 27.02.12-16h15
Conseil des Etats - Session de printemps 2012 - Première séance - 27.02.12-16h15

11.4054
Interpellation Janiak Claude.
Anwendung
von Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe c
der Verordnung
über die Wohneigentumsförderung
mit Mitteln der beruflichen Vorsorge
Interpellation Janiak Claude.
Application
de l'article 2 alinéa 2 lettre c
de l'ordonnance sur l'encouragement
à la propriété du logement au moyen
de la prévoyance professionnelle
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Ständerat/Conseil des Etats 27.02.12

Präsident (Altherr Hans, Präsident): Herr Janiak hat mitteilen lassen, er sei von der schriftlichen Antwort des Bundesrates nicht befriedigt und beantrage Diskussion. - Sie sind damit einverstanden.

Janiak Claude (S, BL): Es geht hier um eine zugegebenermassen sehr spezielle Frage, aber nichtsdestotrotz um einen Sachverhalt, bei dem Gesetzgebung und gesellschaftliche Realität auseinanderklaffen. Die Antwort des Bundesrates lässt erkennen, dass er den zentralen Aspekt des Vorstosses nicht hinreichend erkannt hat. Die eingangs der Interpellation zitierte Verordnungsbestimmung schränkt nach meiner Meinung den im Rahmen des gesetzlich definierten Vorsorgezwecks bestehenden Gestaltungsraum unnötigerweise ein und verunmöglicht damit eine sinnvolle Förderung des Wohneigentums im Bereich der beruflichen Vorsorge dort, wo nichtverheiratete und nichteingetragene, aber gleichwohl in stabiler Gemeinschaft lebende Paare Gesamteigentum erwerben möchten.
Der Bundesrat macht im Wesentlichen geltend, dass eine Erweiterung der zulässigen Formen des Wohneigentums im Sinne der Interpellation den Vorsorgezweck vereiteln könnte, weil die Mitteilung an die zuständige Vorsorgeeinrichtung bei einer Änderung in der betreffenden Eigentümergemeinschaft unterbleiben und damit die Rückerstattung des Vorbezugs an diese Einrichtung nicht mehr realisiert werden könnte.
Ich teile diese Befürchtung nicht: Einerseits hat die für die Meldung einer Änderung bezüglich des mit Mitteln der beruflichen Vorsorge finanzierten Wohneigentums mit einer in der Verordnung vorgeschriebenen Anmerkung grundbuchrechtlich keine konstitutive, sondern bloss deklaratorische Wirkung. Das hat zur Folge, dass eine Eigentumsübertragung an eine im Rahmen der Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge nichtberechtigte Person sachenrechtlich in jedem Fall wirksam ist, unbeachtlich einer grundbuchlichen Anmerkung. Andererseits, und dies ist vorliegend der wichtige Punkt, kann die Mitteilungspflicht bei einer Änderung, z. B. Übertragung des Wohneigentums, vertraglich statuiert werden, indem sich die Personen im Rahmen des Gesamteigentums verpflichten, bei einer Veräusserung des Wohneigentums bzw. bei Auflösung des Eigentums zu gesamter Hand eine entsprechende Mitteilung an die zuständige Einrichtung der beruflichen Vorsorge zu erstatten. Dabei ist diese vertragliche Meldepflicht als Voraussetzung eines Vorbezugs der Vorsorgemittel der betreffenden Vorsorgeeinrichtung schriftlich mitzuteilen. Gerade in Fällen, in denen durch eine Person im Rahmen des Gesamteigentums der Erwerb des Wohneigentums als Mittel der Vorsorge überhaupt ermöglicht wird, soll diese Eigentumsform unter der erwähnten Bedingung der vertraglichen Meldepflicht an die Vorsorgeeinrichtung nicht ausgeschlossen bleiben. Dies liegt durchaus im Rahmen von Sinn und Zweck des Bundesgesetzes über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge.
Abschliessend bedauere ich, dass der Bundesrat nicht auf die in der Interpellation dargestellte Inkongruenz zwischen dem in der beruflichen Vorsorge zulässigen Kreis der Begünstigten einerseits und den durch die Wohneigentumsförderung einzubeziehenden Personen andererseits eingegangen ist, zumal sich diese Inkongruenz aus sachlichen Gründen nicht rechtfertigen lässt. Mit der vorher dargestellten vertraglichen Meldepflicht könnte in sachlicher und rechtlicher, aber auch in praktischer Hinsicht durchaus Kongruenz hergestellt werden.
Diese Überlegungen haben mich dazu geführt, mich als nicht befriedigt von der Antwort zu erklären.

Berset Alain, conseiller fédéral: Suite à l'intervention de Monsieur Janiak, je fais la différence entre l'insatisfaction face à la réponse et l'insatisfaction face à une situation: ces deux choses sont différentes.
Monsieur Janiak, ce que vous demandez dans votre interpellation, c'est pourquoi le financement de la propriété commune au moyen du deuxième pilier est possible pour les conjoints et pour les partenaires enregistrés, mais pas pour les concubins. La loi sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et invalidité et sa délégation de compétence à l'article 30g a permis de fixer dans l'ordonnance une précision de la notion de propriété du logement pour ses propres besoins au sens de l'article 30c LPP. Nous avons donc dans l'ordonnance une précision de la loi et non une contradiction.
L'idée est dans le fond de limiter la propriété commune aux conjoints et aux partenaires enregistrés parce qu'il n'y a que le mariage et le partenariat enregistré qui sont des statuts officiels à l'état civil et qui peuvent être juridiquement constatés par des tiers. Ce n'est pas le cas avec le concubinage et il y a la crainte que, si l'on étend cette possibilité aux concubins, il devienne difficile de savoir à partir de quand le concubinage existe et jusqu'à quel point. Il y aurait donc le risque que les institutions de prévoyance et les offices des registres fonciers ne puissent plus s'assurer du respect des conditions légales, notamment pour ce qui concerne l'obligation de rembourser le versement anticipé.
On peut discuter de cette situation, on peut vouloir la modifier, mais ce n'est pas ce que le Conseil fédéral souhaite. Cependant, si l'on voulait aller dans ce sens, il faudrait non pas modifier l'ordonnance, mais directement la LPP.
Encore une fois, c'est un pas qui est possible si le Parlement le désire, mais que le Conseil fédéral ne souhaite pas franchir.

AB 2012 S 16 / BO 2012 E 16

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