Nationalrat - Sommersession 2010 - Vierzehnte Sitzung - 17.06.10-08h00
Conseil national - Session d'été 2010 - Quatorzième séance - 17.06.10-08h00

09.031
Für faire Steuern.
Stopp dem Missbrauch
beim Steuerwettbewerb
(Steuergerechtigkeits-Initiative).
Volksinitiative
Pour des impôts équitables.
Stop aux abus
de la concurrence fiscale (Initiative
pour des impôts équitables).
Initiative populaire
Fortsetzung - Suite
Informationen CuriaVista
Informations CuriaVista
Informazioni CuriaVista
Botschaft des Bundesrates 06.03.09 (BBl 2009 1907)
Message du Conseil fédéral 06.03.09 (FF 2009 1619)
Ständerat/Conseil des Etats 25.11.09 (Erstrat - Premier Conseil)
Nationalrat/Conseil national 17.06.10 (Zweitrat - Deuxième Conseil)
Nationalrat/Conseil national 17.06.10 (Fortsetzung - Suite)
Ständerat/Conseil des Etats 18.06.10 (Schlussabstimmung - Vote final)
Nationalrat/Conseil national 18.06.10 (Schlussabstimmung - Vote final)
Text des Erlasses (BBl 2010 4245)
Texte de l'acte législatif (FF 2010 3857)

Hassler Hansjörg (BD, GR): Die Steuergerechtigkeits-Initiative verlangt eine Mindestbesteuerung für höhere Einkommen und Vermögen. Für Alleinstehende soll der Grenzsteuersatz der kantonalen und kommunalen Steuern zusammen mindestens 22 Prozent betragen, und zwar auf dem Teil des steuerbaren Einkommens, der 250 000 Franken übersteigt. Für die Vermögensbesteuerung wird ein Mindeststeuersatz von 5 Promille auf dem Teil des steuerbaren Vermögens verlangt, der 2 Millionen Franken übersteigt. Zudem sieht die Initiative vor, dass für gemeinsam veranlagte Paare und für alleinstehende Personen mit Kindern die Beträge erhöht werden können, ab denen diese Mindestbesteuerung einsetzt. Zusätzlich zur Mindestbesteuerung von hohen Einkommen und Vermögen verlangt die Initiative ein Verbot von degressiven Steuersätzen. Das heisst, dass der durchschnittliche Satz jeder vom Bund, von den Kantonen oder von den Gemeinden erhobenen direkten Steuer weder mit steigenden Einkommen noch mit steigendem Vermögen abnehmen darf. Diese Frage ist ja mittlerweile auch höchstrichterlich entschieden worden.
Gemäss Statistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung gibt es in unserem Land etwa 25 000 Steuerpflichtige mit einem Einkommen von mehr als 250 000 Franken. Diese deklarieren zusammen etwa 8 bis 9 Prozent aller steuerbaren Einkommen, und sie bezahlen etwa 30 Prozent der direkten Bundessteuer. Bei der Vermögenssteuer liegen etwa 72 000 bis 73 000 Steuerpflichtige über der von der Initiative vorgegebenen Vermögensgrenze, und diese verfügen über 43 Prozent der versteuerten Vermögen. Die Personen in diesen hohen Einkommens- und Vermögensklassen bezahlen also heute bereits rund einen Drittel der direkten Bundessteuer. Diese Steuern nochmals zu erhöhen ist unverhältnismässig. Wir haben bereits eine sehr stark progressive direkte Bundessteuer.
Weitere gewichtige Gründe sprechen gegen die Initiative: Die Initiative führt zu einer massiven Einschränkung der Steuersouveränität der Kantone und Gemeinden. Sie schränkt den Steuerwettbewerb unter den Kantonen zu stark ein; die Einschränkung des Steuerwettbewerbs hätte negative volkswirtschaftliche Auswirkungen. Sie schränkt die Möglichkeit der Kantone und der Regionen ein, sich im nationalen Standortwettbewerb zu positionieren. Wir haben bereits eine formelle Steuerharmonisierung: die Besteuerungsprinzipien in der Bundesverfassung. Wir haben ein ganzes Instrumentarium, das in unserem Land für Steuergerechtigkeit sorgt. Die Initiative ist auch angesichts des NFA unnötig. Der NFA dient dem gleichen Ziel: unter den verschiedenen Regionen einen Ausgleich zu schaffen, indem die Vor- und Nachteile der Regionen finanziell ausgeglichen werden.
Aus all diesen Gründen empfiehlt die BDP-Fraktion die Initiative zur Ablehnung.

Flückiger-Bäni Sylvia (V, AG): Gestatten Sie mir zuerst zwei Sätze an die Adresse von Herrn Kollege Hans-Jürg Fehr, wenn er Zeit hat zuzuhören: Mir passt Verschiedenes auch nicht, aber ich habe Mühe, wenn Sie in einem Zug Abzocker, Reiche, Superreiche und Vermögende an den Pranger stellen und damit nur den sozialen Frieden gefährden. Wer stellt denn das eigene Kapital zur Verfügung, trägt das unternehmerische Risiko und stellt viele Arbeitsplätze in diesem Land? Das sind halt vor allem die Vermögenden oder, wie Sie sagen, die Reichen und Superreichen. 10 Prozent der Steuerzahler, die Vermögenden, zahlen 70 Prozent der direkten Bundessteuer. Dadurch muss mittlerweile jeder Vierte gar keine direkte Bundessteuer mehr bezahlen, und das ist doch auch eine Entlastung.
Zur Steuergerechtigkeits-Initiative: Sie ist eine dieser Vorlagen, die zwar gut tönen, in Wirklichkeit aber schlecht sind. Die Initiative sorgt nicht für mehr Fairness, sondern im Endeffekt für höhere Steuern, und das ist wohl kaum im Sinne der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und auch nicht im Sinne der Wirtschaft. Deshalb lehnt die SVP-Fraktion die Initiative klar ab.
Der Gedanke, welcher der Initiative zugrunde liegt, ist nicht richtig: Steuern sind keine abstrakte Grösse, welche dann gerecht ist, wenn sie überall gleich ist. Die Steuern sind das Geld, welches der Staat benötigt, um die ihm zugewiesenen Aufgaben zu erledigen. Da diese Aufgaben nicht überall die gleichen sind und die Aufgaben auch nicht überall mit dem gleichen Aufwand bzw. den gleichen Kosten erledigt werden, sind die Steuern nicht überall gleich hoch. Das ist nicht ungerecht, sondern eben sachgerecht. Gleichzeitig bilden die dadurch entstehenden Unterschiede zwischen den Gemeinden und den Kantonen auch eine Art Schutzmechanismus vor überbordenden Steuergelüsten.
Die SP-Initiative will die Steuern von diesen Zusammenhängen loslösen und eine Nivellierung bewirken. Damit macht sie die Steuern zu etwas, was der Bürger dem Staat schuldet, unabhängig davon, was der Staat mit dem Geld macht. Zudem behindert sie den gesunden, in der Tendenz für tiefe Steuern sorgenden Steuerwettbewerb und setzt ihn ausser Kraft.
Die Initiative suggeriert, dass es einen bedenklichen Wettlauf in Richtung null Steuereinnahmen gibt und dass Handlungsbedarf besteht, weil die Kantone ausgehungert werden. Die Initianten sind der Meinung, dass steuerliche Anreize für die Wahl des Wohnortes vermögender Personen einen Steuertourismus der Reichen auslösen, welcher wiederum zu einem Steuersenkungswettlauf der Kantone und Gemeinden und somit zu einem Abbau staatlicher Leistungen und zu einer entsolidarisierten Gesellschaft führt. Dem ist keineswegs so. Die Schweizer Kantone wissen sehr gut, wie viele Einnahmen sie unbedingt benötigen und wo ihr Spielraum liegt. Für einen gewissen Ausgleich in Bezug auf Standortnachteile sorgt ja der Finanzausgleich. Es besteht also kein Handlungsbedarf in Richtung Harmonisierung.
Die Initiative will Steuertarife und Steuersätze in der Verfassung verankern und damit für alle Personen in unserem Land einen Mindeststeuersatz festlegen. Damit löst sie die Steuereinnahmen von den Aufgaben los. So geht es definitiv nicht. Der Staat soll so viel einnehmen, wie er braucht, um die Aufgaben, die er hat, zu bewältigen. Er soll nicht zu einem verfassungsrechtlich verankerten Grundeinkommen gelangen, das unabhängig von der Leistung ist.
Die Steuern müssen auch in Zukunft in einem Verhältnis zu den Gegebenheiten in den Kantonen stehen, und da diese nicht alle gleich sind, müssen auch die Steuern unterschiedlich sein. Der Blick auf den Nachbarn sichert die Disziplin für alle, und der Finanzausgleich sorgt, wo nötig, für den Ausgleich der Disparitäten. Die Kantone sind autonom, wollen selbstständig sein und alles daransetzen, ihrer Bevölkerung etwas zu bieten und Nachteile topografischer Natur durch

AB 2010 N 1069 / BO 2010 N 1069
fiskalische oder andere Vorteile auszugleichen, wo das möglich ist. Wo kommen wir hin, wenn wir solche Eigeninitiative durch Bundesvorschriften vernichten? Das dürfte wohl nicht sehr motivierend sein.
Nach aktuellem Stand müsste etwa die Hälfte der Kantone bei der Annahme der Initiative ihre Steuersysteme anpassen. Es ist klar, dass dies das System verkompliziert. Für die Kantone und die Schweiz als Ganzes hätte dieser Schritt viele Nachteile. Wie in vielen Bereichen wird eine flexible Anpassung des Steuersystems immer wichtiger. Blockiert man die Kantone mit Regelungen auf Verfassungsstufe, blockiert man auch einen bedeutenden Standortfaktor der Kantone und der Schweiz. Der von der Linken propagierte Steuerneid ist ein schlechter Ratgeber und gefährdet den sozialen Frieden.
Zu viel spricht für den in der Schweiz herrschenden gesunden Wettbewerb. Dieser führt an etlichen Orten allgemein zu einem moderaten Steuerniveau; davon profitieren Bevölkerung und Wirtschaft gleichermassen.
Offiziell hat die Steuergerechtigkeits-Initiative 1 bis 2 Prozent der Steuerzahler im Visier, die aber mehr als 8 Prozent des steuerbaren Einkommens aufweisen und damit für rund 30 Prozent des Ertrages an direkten Bundessteuern aufkommen und 43 Prozent des besteuerten Vermögens halten. Werden die Forderungen der Initiative umgesetzt, wird das jedoch wesentlich mehr Personen treffen, vor allem dann, wenn die anvisierten Protagonisten ihren Wohnsitz verlegen. Daher lehnt die SVP-Fraktion nicht nur die Initiative, sondern auch den Minderheitsantrag Schelbert ab. Denn ein Steuersystem gemäss Minderheit würde den Kantonen interessante Einkommenssegmente wegnehmen und den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen empfindlich einschränken.
Zusammengefasst kann also gesagt werden: Die Initiative ist nicht nur unnötig, sondern sie hebelt auch alle Mechanismen aus, die dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger vor steuerlicher Willkür geschützt werden. Sie schränkt darüber hinaus die kantonale Steuersouveränität ein.
Daher empfiehlt Ihnen die SVP-Fraktion ein klares Nein zur Initiative und ein klares Nein zu den Anträgen der Minderheiten bzw. zu den Rückweisungsanträgen.

Fässler-Osterwalder Hildegard (S, SG): Faire Steuern liegen nicht im Reich der Märchen; vielmehr ist es eine Notwendigkeit, faire Steuern anzustreben. Ich wende mich gegen das Märchen, um nicht zu sagen die Behauptung, die jetzt wieder gebetsmühlenartig wiederholt wird und unbewiesen ist, der Steuerwettbewerb sei gesund. Das ist hier wieder von verschiedenen Personen, auch von Herrn Müller als Kommissionssprecher, gesagt worden.
Der Steuervogt ist kein Frosch. Wer ihn küsst, wie in einem Märchen, der wird ihn nicht in einen reichen Prinzen verwandeln. Und auch die Behauptung, der neue Finanzausgleich würde die Steuerunterschiede einebnen, wird jetzt seit drei Jahren ständig widerlegt. Wir sollten also endlich etwas tun, um diese Steuerunterschiede zu beheben. Wir sollten endlich die Kleinen schützen und nicht die Grossen, die Abzockergemeinden, wir sollten jene Gemeinden schützen, die kürzere Spiesse haben.
Steuergerechtigkeit ist ein abstrakter Begriff, er ist aber immerhin in unserer Bundesverfassung festgehalten. Da steht, man müsse die Leute nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit besteuern; es steht dort aber auch, dass man sie gleich behandeln müsse. Wer also in der gleichen wirtschaftlichen Lage ist, soll steuerlich überall gleich behandelt werden. Steuergerechtigkeit wird aber auch mit dem Bauch gefühlt. Wenn Sie die Leute fragen, ob sie es richtig fänden, dass man im Speckgürtel weniger Steuern bezahle als in der nahegelegenen Stadt, die alle Leistungen biete, ob sie es richtig fänden, dass man auf der einen Seite der Kantonsgrenze fast das Doppelte bezahle wie auf der anderen Seite, dann sagen diese Leute Nein. Das ist gefühlte Steuerungerechtigkeit. Das, Frau Flückiger, hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit der blossen Feststellung, dass es ja nicht möglich sein kann, dass man, obschon man am selben See wohnt, mehr Steuern bezahlen muss, weil man im Kanton St. Gallen wohnt und nicht im Kanton Schwyz. Das versteht nun wirklich niemand.
Es ist also dringlich, dass wir hier etwas tun. Unsere Initiative ist eine Chance und nicht eine Einschränkung für die Gemeinden. Gemeinden mit generell hohem Steuerfuss haben endlich die Möglichkeit, Gutsituierte anzuziehen und auch zu behalten. Argumente bzw. Standortvorteile sind dann nicht mehr die tiefen Steuern, sondern die Infrastruktur, die Wohnlage, das kulturelle Angebot, die gute Kinderbetreuung usw.
Der interkantonale Steuerwettbewerb bringt nicht die Vorteile, die hier immer beschrieben werden, sondern er bringt Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit. Herr Hutter hat gesagt, man könne ja seinen Wohnort so aussuchen, wie es einem dann bezüglich der finanziellen Situation bei den Steuern passe. Das stimmt leider nur für wenige, und zwar nicht für die kleinen Leute. Die können nicht einfach umziehen und sagen, sie gingen jetzt irgendwohin, wo die Steuern tiefer sind, sondern das findet leider bei den Grossen und Reichen statt. Und als Mittel gegen diesen Tiefsteuertourismus für die Reichen ist unsere Initiative gedacht.
Denken Sie an Herrn Ospel - er ist auch schon einmal erwähnt worden -, der seinen Arbeitsort verraten hat, um in eine Schwyzer Steueroase zu ziehen. Der Wegzug eines Reichen aus einer kleinen Gemeinde kann dort zu finanziellen Engpässen führen. Der Segen, jemanden in guten finanziellen Verhältnissen in der Gemeinde zu haben, kann so sehr schnell zum Verdruss werden, und deshalb ist es wichtig, dass diese Gemeinden jetzt mindestens über die Bundessteuern und die anderen Steuern zusammen ein Angebot machen können, das mit der Nachbargemeinde, die vielleicht etwas reicher ist und tiefere Steuern hat, konkurrieren kann.
Der NFA ist im Bereich des Ausgleichs eine Totgeburt. Er hat es nämlich nicht geschafft, die Angleichung, die da angepriesen wurde, herzustellen. Unsere Initiative hat einen positiven Nebeneffekt. Sie wird nämlich dazu führen, dass für den NFA auch mehr Mittel zur Verfügung stehen werden, als das heute der Fall ist. Das ist durchaus beabsichtigt.
Herr Hutter hat gesagt, faire Steuern seien tiefe Steuern. Ich sage manchmal: Die gerechtesten Steuern sind gar keine Steuern. Aber es ist eigentlich der totale Unsinn, so etwas über tiefe Steuern zu behaupten, denn tiefe Steuern bedeuten, dass sehr viele sich gewisse Dinge nicht leisten können, die eben der Staat dann nicht mehr bietet. Zu tiefe Steuern führen dazu, dass das Gesundheitswesen, das Schulwesen, der öffentliche Verkehr, der ganze Service public eben nicht so erbracht werden können, wie es nötig wäre. Darunter leiden dann genau diejenigen, die nicht so viel verdienen. Also sind faire Steuern nicht tiefe Steuern, faire Steuern sind solche Steuern, die, auch vom Bauch her gefühlt, einen Ausgleich bringen. Faire Steuern sind nötig. Faire Steuern sind insbesondere bei den ganz Reichen nötig. Das will unsere Initiative bewirken: faire Steuern, um den Missbrauch beim Steuerwettbewerb zu stoppen.

Nordmann Roger (S, VD): Lorsqu'on lance une initiative, c'est qu'il y a un problème à résoudre. En l'occurrence, le problème est assez simple à expliquer: la concurrence fiscale exacerbée que se livrent certains cantons et certaines communes est devenue une véritable machine à redistribuer les richesses, mais dans le faux sens. Ceux dont la fortune et les revenus sont très élevés paient de moins en moins d'impôts et dans le même temps, la classe moyenne est de plus en plus seule à porter le poids du financement de l'Etat.
Il va de soi que les cantons et les communes qui pratiquent le dumping fiscal ne se battent pas pour attirer les contribuables modestes et moyens, mais bien uniquement les contribuables dont le portefeuille est très bien garni. De toute façon, pour la classe moyenne, le système de la concurrence fiscale ne marche pas très bien: pour un revenu modeste ou moyen, le déménagement n'est souvent ni intéressant, ni vraiment praticable en raison du coût du loyer et des trajets, des attaches socioprofessionnelles, etc. Si vous gagnez

AB 2010 N 1070 / BO 2010 N 1070
8000 francs par mois, un revenu qui est tout à fait décent, vous n'allez pas déménager à Freienbach ou à Zoug où le loyer mensuel pour un appartement de 3 pièces est de 4500 francs.
Par contre, cette concurrence fiscale exacerbée est en train de détruire deux valeurs fondamentales de notre pays, deux principes cardinaux de notre Constitution:
1. elle détruit l'égalité devant l'impôt qui exige que chacun paie des impôts selon sa capacité économique;
2. elle détruit le principe de solidarité et de coopération entre les régions de notre pays au sein du fédéralisme; les régions pauvres s'appauvrissent, alors que les régions super-riches se concentrent dans des espèces de ghettos. C'est une ségrégation qui est contraire aux valeurs fondamentales de notre pays. Cette évolution est un poison pour le lien social, au même titre, par exemple, que les bonus princiers dans les grandes banques.
La concurrence fiscale à outrance est défendue par un certain nombre de théoriciens néolibéraux. Selon eux, il s'agirait d'un moyen utile pour faire pression pour limiter les ressources des collectivités publiques. A leurs yeux, l'avantage décisif de la concurrence fiscale, c'est de forcer les cantons à s'aligner à la baisse, sous peine d'hémorragie de contribuables aisés qui sont évidemment la cible unique des collectivités pratiquant les rabais fiscaux. Les défenseurs de la concurrence fiscale abusive l'utilisent comme moyen pour imposer une cure d'amaigrissement aux collectivités publiques, contre l'avis des élus et du peuple, bien évidemment incapables à leurs yeux de prendre une bonne décision.
Cette logique diabolique constitue une grave menace pour le service public et l'équité. C'est une logique injuste et antidémocratique. Pour stopper cette machine infernale, le Parti socialiste a décidé de lancer une initiative populaire, mais pas n'importe laquelle. Il n'est pas question de lancer une initiative lourde et compliquée avec une harmonisation générale des impôts, comme on la connaît à l'intérieur de certains cantons. Une telle entreprise aurait été trop facile à torpiller en critiquant les détails et en jouant sur la peur de l'impôt. Nous avons donc décidé de combattre ces abus avec un correctif chirurgical pour pouvoir gagner cette bataille.
L'idée est toute simple. Lorsqu'elle concerne la classe moyenne, la concurrence fiscale modérée n'est pas problématique. La concurrence fiscale devient abusive dans la mesure où elle permet à de très hauts revenus de se soustraire au paiement d'impôts. Nous avons donc décidé de combattre les abus là où ils ont lieu et de laisser en paix le contribuable moyen.
Concrètement, que proposons-nous? Nous proposons l'obligation pour les communes et les cantons de prélever au moins 22 pour cent d'impôts communaux et cantonaux sur la tranche d'impôt dépassant 250 000 francs de revenu imposable par an. En dessous de ce niveau, les cantons font ce qu'ils veulent. La même chose vaut pour la fortune, avec un prélèvement de 5 pour mille pour la tranche qui dépasse 2 millions de francs de fortune imposable. En dessous de cette fortune, les cantons et les communes restent complètement libres. Accessoirement, nous interdisons les impôts dégressifs "à l'obwaldienne".
Ainsi nous recentrons complètement la concurrence fiscale: elle pourra bénéficier sans limites à la classe moyenne et aux contribuables modestes. Par contre, pour les contribuables très aisés, nous posons des limites à la sous-enchère. Concrètement, sur toute la Suisse, ce sont 3500 contribuables qui verront leurs impôts sur le revenu augmenter, soit moins de 0,1 pour cent des contribuables. Pour la fortune, ce sont au total 23 000 contribuables qui verront leurs impôts augmenter, soit 0,5 pour cent des contribuables.
Au total ce sont donc 0,6 pour cent des contribuables qui verront leurs impôts réajustés pour respecter les standards minimaux. Et l'initiative ne touchera pas les autres contribuables, qui représentent 99,4 pour cent des contribuables. Autrement dit, comme son titre l'annonce, cette initiative se concentre sur la lutte contre les abus de la concurrence fiscale, pour garantir une fiscalité équitable à l'ensemble de la population. La finance contribue déjà bien assez à redistribuer la richesse du bas vers le haut, il ne faut pas que le système fiscal s'y mette aussi. Au contraire, il s'agit de contrecarrer cette évolution et c'est pour cela que j'espère que vous approuverez notre initiative.

Carobbio Guscetti Marina (S, TI): Nel novembre 2009 i senatori hanno invitato a respingere l'iniziativa che oggi discutiamo. Per i rappresentanti della camera dei Cantoni vale il luogo comune che purtroppo abbiamo già sentito oggi e che sentiremo ancora, secondo il quale la concorrenza fiscale resta uno stimolo necessario affinché gli enti pubblici gestiscano i loro budget in maniera apparentemente oculata.
Ma è proprio così? I Cantoni e i comuni e in fin dei conti i cittadini e le cittadine ne approfittano veramente? La realtà per molti enti pubblici cantonali e comunali è ben diversa: La concorrenza fiscale esasperata li priva dei mezzi necessari per rispondere ai bisogni della popolazione. Non solo la maggior parte dei Cantoni non può fissare liberamente il carico fiscale delle imprese e dei contribuenti ricchi per il rischio che essi si trasferiscano altrove, ma addirittura si vede costretta ad intervenire sui bilanci pubblici tagliando in settori sensibili quali i trasporti pubblici, le infrastrutture, la formazione o la sanità. Pochi sono veramente i Cantoni che possono attirare contribuenti facoltosi e approfittare delle maggiori entrate fiscali. Questi Cantoni li conoscete: sono Zugo, Svitto e pochi altri.
La politica svizzera in materia fiscale va approvata dal popolo che potrà dunque esprimere la sua opinione su questa iniziativa. Forte di decisioni popolari in tal senso prese negli anni passati dalla stessa popolazione svizzera, rammento i voti popolari su alcuni oggetti: Nel 2008 il popolo svizzero ha respinto nuovi sgravi fiscali lineari, e più recentemente nel novembre scorso una chiara maggioranza del mio Cantone ha respinto un pacchetto di sgravi fiscali a favore delle persone giuridiche. Lo sottolineo perché si tratta di decisioni popolari chiare, prese a seguito di riduzioni fiscali degli anni precedenti che hanno portato alla riduzione dell'impegno statale in numerosi ambiti. La concorrenza fiscale sempre più aggressiva va a scapito dei cittadini sempre più penalizzati delle politiche di austerità dei loro Cantoni e dei loro comuni.
Il popolo svizzero deve potersi esprimere su quello che rimane l'essenza della giustizia fiscale, ossia l'imposta progressiva. La nostra iniziativa popolare vuole impedire i privilegi fiscali di pochi, fissando dei tassi minimi d'imposizione che riguarderanno il 2 per cento dei redditi e dei patrimoni e pochi Cantoni o comuni. La nostra iniziativa chiede di iscrivere nella Costituzione quanto il Tribunale federale aveva già sentenziato nel 2007. Essa vuole introdurre un tasso minimo d'imposizione. Solo una minima parte dei contribuenti sarà toccata, ossia coloro che dispongono di un reddito imponibile superiore ai 250 000 franchi o di una sostanza imponibile netta oltre i 2 milioni di franchi.
Chi respinge oggi questa iniziativa si mette ancora una volta dalla parte dei manager multimilionari che oltre a percepire retribuzioni indecenti e scandalose e a non essere tassati per i bonus che ricevono, pagano proporzionalmente meno imposte di un onesto cittadino della classe media. Chi invece oggi sostiene l'iniziativa si oppone agli abusi in campo fiscale, vuole ripristinare la solidarietà tra i Cantoni e la popolazione, chiede una vera giustizia fiscale.
Ecco perché vi invito a votare sì all'iniziativa popolare per imposte eque.

Müller Geri (G, AG): Die Mechanik der Steuern ist klar. Seit das Volk darüber bestimmen kann, wie viel Geld der Staat haben soll, hat das Volk auch die Möglichkeit, zu steuern, was mit diesem Geld bezahlt werden muss. Aber die Basis dessen, wie der Staat arbeiten kann, sind grundsätzlich die Steuern: die Einnahmen, die ein Staat macht, über die er verfügt und mit denen er Dienstleistungen erbringen kann.
Nun ist es so, dass man in den letzten zwanzig Jahren ein Spiel erfunden hat, nämlich, mit Steuersenkungen die Attraktivität der Länder, der Kantone, der Gemeinden zu

AB 2010 N 1071 / BO 2010 N 1071
steigern. Die Idee war die, dass die Leute, die nur ans Geld denken, dorthin gehen, wo die Steuern am günstigsten sind, dass sie dort investieren und intervenieren wollen. In der Realität ist das zum Teil aufgegangen. Es gibt tatsächlich Länder, Kantone und Gemeinden, die steuergünstig sind und deshalb eine Anziehungskraft ausüben konnten. Die andere Realität ist auch deutlich. Die andere Realität zeigt, dass im Grossen und Ganzen das Spiel nicht aufgeht. Der Steuerwettbewerb hat zum Zweck und zum Ziel, dass die Steuern gesenkt werden. Er hat zum Ziel und zum Zweck, dass die Verantwortung des Einzelnen immer weiter steigt; man könnte das zweite Ziel als ein gutes Ziel anschauen. Wir müssen aber einfach respektieren und zur Kenntnis nehmen, dass dieser zweite Teil nicht einfach so da ist, wie es in den Theoriebüchern abgebildet wird.
Welche Dienstleistungen erbringt der Staat? Und was passiert, wenn man diese Dienstleistungen nicht mehr hat? Wenn ich Ihnen nun kurz eine Liste von Dienstleistungen aufzeige, sehen Sie, dass die Debatten, die wir in diesem Land führen, eigentlich auf einer falschen Schiene laufen. Das ist zum Beispiel bei der Debatte über die Bildung der Fall. Wie oft haben unser Parlament und andere Parlamente schon das Problem mit den Jugendlichen und mit der Ausbildung angesprochen! Wie oft haben wir schon festgestellt, dass die Ausbildung nicht in richtigen Bahnen laufe, dass sie effizienter werden müsse, dass wir bessere Lehrer und auch für sie eine bessere Ausbildung haben müssten. Am Schluss braucht es dafür immer eine Zahl; es braucht Geld, Finanzen, um das auch zu ermöglichen.
Heute haben wir die Situation, dass uns vor allem auf der Oberstufe die Lehrpersonen davonlaufen und davongelaufen sind. Das hat sehr viel damit zu tun, dass die nötigen Ressourcen, um eine Oberstufe gut führen zu können, nicht mehr vorhanden sind. Das Gleiche zieht sich weiter in der Berufsbildung usw. Wir haben dort gewaltige Probleme.
Die zweite wichtige Dienstleistung ist das Gesundheitswesen. Gestern führten wir eine riesige Debatte über das Gesundheitswesen; ein Systemwechsel ist vorgestellt worden. Es wurde vom Bundesrat ganz klar gesagt: Dieses System braucht auch wieder Geld. Auf der anderen Seite hören wir, dass wir in riesige Probleme beispielsweise bezüglich der Betreuung von Betagten hineinlaufen werden. Dort sind viele Fragen noch nicht geklärt, viele Gelder noch nicht auf die Seite gelegt. Dieses Problem steht nicht vor der Tür, sondern es ist bereits hier. Hier braucht es Gelder. Wenn wir diese nicht haben, werden wir dort Schwierigkeiten bekommen, Schwierigkeiten bei der Betreuung, bei der Platzierung der Leute. Leute werden dann schlecht behandelt; Selbstverantwortung kann man in diesem Moment nicht mehr übernehmen.
Zur Sicherheit: Wie oft haben wir darüber diskutiert, wir bräuchten 1000, 2000, 3000 Polizisten mehr! Dann sagt man, das sei eine Kantonsaufgabe. Aber gerade die Kantone haben oftmals das Geld nicht, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Dann redet man von einer Bundespolizei und von solchen Dingen. Man versucht, das auf eine andere Ebene zu verschieben, aber der Bund hat ja auch kein Geld. Auch hier müsse man sparen, heisst es. Wenn wir die Sicherheit erhöhen wollen, müssen wir wissen, dass Sicherheit etwas kostet. Sonst verlagern wir die Sicherheit nach aussen, dann kann halt ein Unternehmen Leute anstellen und damit seine Sicherheit garantieren, Reiche können sich vielleicht einen Bodyguard leisten. Die Sicherheit wird privatisiert, die Schwierigkeiten auf den Strassen werden aber grösser. Auch für diese Aufgabe braucht es Ressourcen, und diese sind wichtig.
Wenn dieser ganze Dienstleistungsabbau mit Effizienz aufgefangen werden kann, ist es gut. Aber Effizienz birgt auch eine Gefahr. Ich komme wieder auf die Bildung zurück. Wenn Sie eine effiziente Bildung haben wollen, dann geben Sie den Kindern und den Jugendlichen eben nur das Nötigste, aber nicht das, was Bildung eigentlich ausmacht: Zeit für die Reifung, Zeit für die Entwicklung eines jungen Menschen. Das sind Dinge, die viel wichtiger sind als einfach nur eine Minimalabgabe an Wissen. Diese Qualität würde damit verlorengehen. Mit Effizienz können Sie einiges machen, aber eben nicht alles.
Wir spüren in allen Bereichen der öffentlichen Dienstleistung, dass wir zu wenig Geld haben. Parallel dazu machen wir einen Steuerwettbewerb. Das ist nicht ehrlich und nicht richtig. Diese Initiative versucht, einen Teil davon zu bewältigen, und sollte deshalb unterstützt werden, damit wir wirklich die Ressourcen zur Verfügung haben, die wir in Zukunft brauchen.
Nur ein kleiner Hinweis: Schauen Sie die Staaten an, die gar keine Ressourcen mehr haben. Dort läuft dann praktisch alles nur noch auf der Notfallebene. Das brauchen wir unserer Bevölkerung nicht unbedingt zuzumuten.
Ich bitte Sie also sehr, die Initiative zur Annahme zu empfehlen.

Brunschwig Graf Martine (RL, GE): Qu'est-ce que des impôts équitables? Pour les socialistes, nous l'avons compris maintenant, l'équité passe par la chasse aux revenus moyens mais aussi aux revenus élevés. Beaucoup d'orateurs l'ont dit, l'application de l'initiative ne conduirait pas à autre chose qu'à une hausse d'impôts pour un nombre important de contribuables, que la gauche prétend épargner. Cela, nous l'avons bien compris.
Mais pour les libéraux-radicaux, des impôts équitables n'ont rien à faire avec la stigmatisation de catégories de contribuables, ni avec la chasse à ceux qui créent des richesses. L'équité constitue pour nos institutions démocratiques à faire en sorte que le système fiscal recueille une forme de consensus qui porte aussi bien sur le rapport entre l'impôt prélevé et les moyens des contribuables que sur l'affectation des ressources fiscales fournies par les contribuables. Dans notre pays, les citoyens sont en mesure de décider en dernier ressort des impôts qu'ils doivent payer. La voie référendaire a montré jusqu'ici une remarquable constance de l'opinion populaire: pas d'augmentation d'impôts indue, pas de chasse aux bons contribuables, pas d'impôts punitifs ou confiscatoires.
Par ailleurs, les citoyens s'intéressent aussi à la façon dont les deniers publics sont utilisés. Ils estiment avoir droit, en contrepartie de ce qu'ils paient, à un Etat efficace et à des dépenses et des investissements efficients. C'est un contrat de confiance entre l'Etat et le citoyen, sans cesse à renforcer et à renouveler, qui nous permet de disposer d'instruments démocratiques capables de remettre en question en permanence le système fiscal. Si nous regardons ce qui se passe en Europe, et particulièrement chez nos voisins, que voyons-nous? Lorsque le délicat équilibre est rompu en matière d'équité, les contribuables votent avec leurs pieds et s'en vont, les recettes fiscales s'amenuisent et la dette s'emballe.
Aujourd'hui, l'initiative qui nous est proposée est un grand coup de canif dans le fédéralisme fiscal. Celui-ci n'existe pas seulement pour le principe. Il permet de garantir le contrôle des citoyens au niveau le plus approprié, et ce n'est pas par hasard que les taux cantonaux sont décidés au niveau cantonal. Qui décide des finances publiques, décide aussi des taux qu'il consent à payer.
Avec cette initiative démagogique, le Parti socialiste rompt cet équilibre. Certains de ses représentants l'avouent par ailleurs: ce n'est qu'un premier pas. Autant stopper immédiatement cette première tentative!

Kiener Nellen Margret (S, BE): Wilhelm Tell sagte nach Friedrich Schiller: "Ein jeder wird besteuert nach Vermögen." Das verlangt auch unsere Bundesverfassung. Wie jede demokratische Verfassung legt sie den Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit fest. Die Abzocker, unsere neuen Feudalherren, machen es anders: Vasella zügelte seinen Wohnsitz von Basel-Stadt nach Risch/ZG und spart bei den Steuern so jedes Jahr Millionen von Franken. Ospel und Grübel zogen zum gleichen Zweck von Basel bzw. Zürich nach Wollerau/SZ. Den Kantonen Basel-Stadt und Zürich fehlen durch diesen missbräuchlichen Steuertourismus Jahr für Jahr viele Steuermillionen.

AB 2010 N 1072 / BO 2010 N 1072
Diesen schädlichen Steuertourismus der Abzocker, der höchstens ein Prozent der Einkommen und Vermögen betrifft, will unsere Initiative stoppen. Daher heisst sie auch Volksinitiative "für faire Steuern. Stopp dem Missbrauch beim Steuerwettbewerb".
Der sogenannte Steuerwettbewerb ist gar kein Wettbewerb. Erstens starten bei einem richtigen Wettbewerb die Teilnehmenden unter gleichen Bedingungen. Kantone und Gemeinden sind jedoch mit Blick auf Grösse, Topografie und Infrastrukturen total ungleich. Zur Illustration: Bei einem Podiumsgespräch sass ich zwischen der Präsidentin der Berggemeinde Hergiswil/LU am Napf und dem Gemeindepräsidenten der Steueroase Hergiswil/NW am Vierwaldstättersee. Diese beiden Gemeinden haben so wenig gemeinsam wie die Kantone Appenzell Innerrhoden und Zürich. Zweitens können Normalsterbliche ihren Wohnort nicht nach dem Kriterium der tiefstmöglichen Steuern auswählen. Sie wohnen dort, wo ihre Kinder zur Schule gehen, wo sie arbeiten, wo sie im Alter betreut und gepflegt werden. Drittens werden öffentliche Dienstleistungen wie Verkehr, Kultur und Polizei von allen genutzt, die sich im Land bewegen, ungeachtet der Kantonsgrenzen. Die Zeche zahlen die grossen Kantone.
Der Polizistenverband erlebt das seit Jahren. Daher nahmen seine Delegierten am 11. Juni 2010 folgende Forderung an: "Der ruinöse Steuerwettbewerb der Kantone ist zu beenden, denn die Sparschraube unterhöhlt auch die Sicherheit im Land." Im Kanton Bern wurde in den Neunzigerjahren bei der Kantonspolizei abgebaut, und in diesem Jahrzehnt wurden die guten dezentralen Kantonspolizeiposten dort mehrheitlich aufgehoben. Es geht also mitnichten um Wettbewerb, vielmehr geht es um einen rasanten Steuersenkungswettlauf.
Nach dem ersten Wirksamkeitsbericht zum NFA vom März 2010 ist genau das eingetroffen, was die SP vorausgesagt hatte: Die überdurchschnittlichen Steuererträge ressourcenstarker Kantone wurden nur teilweise abgeschöpft, sodass der ruinöse Steuerwettlauf zwischen den Kantonen verschärft statt vermindert wurde. Trotz zusätzlichen Leistungen zugunsten der finanzschwächeren Kantone senkten die steuergünstigsten finanzstarken Kantone Zug, Nidwalden und Schwyz ihre Steuern weiter und bauten ihre Dumpingposition im interkantonalen Steuerwettlauf sogar noch aus. Insgesamt wurde der Steuerwettlauf zwischen den Kantonen durch den NFA intensiviert. Die Steuergerechtigkeits-Initiative schiebt dem einen Riegel vor. Von dem Steuermehrertrag, der sich in diesen Kantonen ergibt, werden während einer befristeten Dauer z. B. 80 Prozent an den bestehenden Finanzausgleich unter den Kantonen einbezahlt. Das stärkt die Solidarität unter den Kantonen.
Als ökumenisch verheirateter Person ist mir sehr wichtig, was der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Schweizer Bischofskonferenz im Dokument "Wort der Kirchen: Miteinander in die Zukunft" schon 2001 festgehalten haben. Zur Frage: "Was sind öffentliche Güter, bei denen der Marktmechanismus kein ethisch akzeptables Resultat zustande bringt?", nannten sie das Beispiel der Steuerpolitik, eben den harten Wettbewerb, den sich Kantone und Gemeinden liefern, wenn es darum geht, grosse Vermögen oder neue Unternehmen anzulocken.
Selbst der Bundesrat kommt langsam zu einer kleinen Einsicht: In seiner Antwort vom 19. Mai 2010 auf meine Interpellation 10.3311, "Signifikante Verschlechterung der Steuermoral", schreibt er erstmals, dass ein fairer und regulierter nationaler Steuerwettbewerb positive Auswirkungen auf die stark gesunkene Steuermoral in der Schweiz haben könne. Auch dieses Ziel erreicht unsere Steuergerechtigkeits-Initiative: Sie stoppt den Missbrauch beim sogenannten Steuerwettbewerb und hebt die Steuermoral bei den vielen Schweizer Steuerpflichtigen, die sich verschaukelt fühlen durch das Abzockertum und die Privilegien-Steuerpolitik, mit denen eine neofeudalistische Vermögensverteilung wie in Pakistan entstanden ist.
Ich bitte Sie, den Antrag der Minderheit Fehr Hans-Jürg anzunehmen und unsere gerechte Initiative zur Annahme zu empfehlen.

Wasserfallen Christian (RL, BE): Frau Kiener Nellen, Sie haben vorhin in Ihrem Votum angesprochen, die Polizisten hätten schlechte Arbeitsbedingungen, es mangle an Geld. Warum ist dann gerade Ihre Partei, die SP, auch in der Stadt Bern - Sie haben den Kanton Bern genannt - seit Jahrzehnten daran, das Polizeikorps ja nicht aufzustocken? Immer ist die SP daran, die Polizistenstellen nicht aufstocken zu wollen. Warum das? Machen Sie doch vorwärts, Sie haben es in der Hand, Sie sind in der Mehrheit in dieser Stadt!

Kiener Nellen Margret (S, BE): Herr Wasserfallen, Sie leben in der Vergangenheit. Die Stadtpolizei Bern gibt es nicht mehr; sie wurde in die Kantonspolizei Bern integriert. Wir reden von kantonalen Vergleichen. Ich war in den Neunzigerjahren im Parlament des Kantons Bern, als sukzessive im Rahmen der neoliberalen Sparmassnahmen, der Staatsabbaupakete das kantonalbernische Polizeikorps abgebaut wurde, ohne Rücksicht auf Schaden und Verluste. Ferner war ich in der Zeit von 2001 bis 2008 Gemeindepräsidentin von Bolligen, einer mittleren Agglomerationsgemeinde, wo ich mich bis zum Gehtnichtmehr gegen die Aufhebung des örtlichen Kantonspolizeipostens wehrte, der ein grösseres Gebiet zwischen Agglomeration und ländlichem Raum gegen das Emmental hin zu bedienen hatte. Heute ist die grosse Mehrheit, zwei Drittel, dieser dezentralen Kantonspolizeiposten aufgehoben. Es ergeben sich diejenigen Sicherheitsdefizite, die wir immer vorausgesagt haben.
Herr Wasserfallen, das ist bürgerliche Sparpolitik in den Kantonen. Das ist neoliberaler Staatsabbau. Ich unterstütze alles, was der Polizistenverband in dieser Sache geschrieben und gesagt hat. Er weiss, wovon er spricht.

Schwander Pirmin (V, SZ): Wenn wir über Missbrauch beim Steuerwettbewerb diskutieren wollen, dann müssen wir meines Erachtens auch wieder einmal in Erinnerung rufen, was die wichtigsten Ziele der Finanzpolitik sind. Die Finanzpolitik hat das oberste Ziel, das Wirtschaftswachstum zu begünstigen, um so Beschäftigung, Wohlfahrt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Die Finanzpolitik hat aber auch dafür zu sorgen, dass die öffentlichen Finanzen gesund sind und bleiben, um diese genannten volkswirtschaftlichen Ziele dauerhaft erreichen zu können. Es ist nicht so - wir sehen es bei den Staaten, Kantonen und Gemeinden -, dass hohe Steuern automatisch eine entsprechend tiefe Verschuldung bedeuten würden. Mit anderen Worten: Die Politik, insbesondere die Finanzpolitik, hat klare Spielregeln festzustellen und nicht selbst mitzuspielen.
Mit den Mindestregeln wollen die Initianten meines Erachtens auf Stufe Gemeinde und Kanton mitspielen. Das wird aber gefährlich, auch wenn mir bewusst ist, dass es hier ab einer gewissen Summe eben Mindestregeln geben soll. Wie können wir uns sonst die heutige Situation erklären, in der die Staatsschulden auf Stufe Gemeinde tiefer sind als auf Stufe Kanton und die Staatsschulden auf Stufe Kanton wiederum tiefer sind als beim Bund? Gemeinde und Kanton haben durch den Steuerwettbewerb eben einen Anreiz, die Kosten für die Erfüllung ihrer Aufgaben wie Strassenunterhalt, Schulen usw. möglichst tief zu halten. Damit wird auch der Wohlstand gefördert.
Es ist absurd zu glauben, Gemeinden und Kantone würden die Steuern so lange senken, bis nur noch unattraktive Leistungen angeboten oder keine Leistungen mehr erbracht werden könnten. Denn sowohl Einwohner - davon bin ich überzeugt - wie auch verantwortungsbewusste Unternehmer haben ein Interesse an einer guten Infrastruktur, an guten Bildungsmöglichkeiten. Sie ziehen nicht in Kantone und Gemeinden, die eine schlechte Infrastruktur haben. Es sind nur ganz, ganz wenige Unternehmer oder Einzelpersonen, die so handeln. Bei der Standortwahl kommt der Faktor Steuern bei fast 100 Prozent nicht an erster, sondern an siebter oder achter Stelle. Wer sich, vor allem als Unternehmer, an einem Ort niederlassen will, kauft ein Gesamtpaket: Er will qualifizierte Arbeitskräfte, er will internationale Anbindung, er will auch eine gute Verkehrsanbindung innerhalb der Schweiz, er will vor allem Rechtssicherheit, er will ein

AB 2010 N 1073 / BO 2010 N 1073
gutes Kultur- und Bildungsangebot, und er will eine geringe Kriminalität. Das sind Punkte, die für einen guten Unternehmer vor den Steuern kommen.
Wir müssen für die Aufrechterhaltung solcher Gesamtpakete sorgen. Die Gemeinden und Kantone sorgen für solche Pakete, solange sie entsprechende Anreize haben. Mindeststeuersätze sind kein Anreiz für Kantone und Gemeinden, im internationalen Steuerwettbewerb gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Empirische Analysen belegen immer wieder, dass eine ausgabenseitige Konsolidierung mehr Erfolg verspricht als eine Erhöhung der Einnahmen. Mit einem Mindeststeuersatz bevormunden wir Kantone und Gemeinden, sodass sie eine bestimmte Infrastruktur erstellen müssen. Die Initianten gehen ja wohl kaum davon aus, dass Kantone und Gemeinden bewusst auf Leistungen verzichten und gleichzeitig andere Kantone, welche sich eine viel bessere Infrastruktur leisten, unterstützen werden. Auch der heutige Finanzausgleich funktioniert ja nicht so, weil wir eben dieses Problem haben. Früher oder später erleiden solche Systeme Schiffbruch; Anschauungsbeispiele haben wir im benachbarten Ausland genügend.
Deshalb beantrage ich Ihnen, bei den heutigen Spielregeln zu bleiben, nicht selbst mitzuspielen und die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.

Rossini Stéphane (S, VS): La prospérité de la nation passe non seulement par la politique financière, mais aussi par la cohésion sociale. Cela devrait aller de soi pour qui se préoccupe de l'intérêt général. Or, on le sait, l'intérêt général ne va pas toujours de soi et ne fait pas systématiquement partie des finalités des autorités politiques, dont certaines usent et abusent de leurs positions pour satisfaire des intérêts particuliers, personnels, ainsi que des intérêts territoriaux.
Le débat autour de la politique fiscale en est le révélateur évident. En réaffirmant l'exigence centrale du principe de l'imposition progressive du revenu et de la fortune et de la fixation d'un taux minimal pour les hauts revenus, l'initiative "pour des impôts équitables" rappelle que la cohésion du pays passe d'une part par une redistribution équitable des ressources, et d'autre part par l'existence d'un sentiment de justice sociale. Or à force de réductions fiscales unilatérales, au nom de la capacité concurrentielle de la Suisse, et à force de concurrence fiscale entre les cantons, les majorités bourgeoises, aux différents niveaux institutionnels, sont en passe de mettre en péril le ciment financier qui contribue aussi à la cohésion du pays.
En remodelant la péréquation financière entre la Confédération et les cantons, les Chambres fédérales ont fait de la révision de cet instrument de solidarité et de justice sociale un élément supplémentaire d'exacerbation de la concurrence intercantonale. En s'avérant particulièrement intense dans le domaine de la chasse aux contribuables très aisés, la concurrence fiscale s'attaque à la substance du fonctionnement de nos politiques publiques, à savoir bien évidemment les ressources financières, ressources qui influeront directement sur la définition des prestations et de leur niveau. Ces autres prestations sont pour la très grande majorité de la population plus importantes que la lutte fiscale, qui ne bénéficie qu'à une infime partie de la population, par ailleurs toujours la plus privilégiée.
Garantir la justice devant l'impôt est fondamental, d'autant plus fondamental que la concurrence sur les autres prestations demeure purement et simplement théorique. Un citoyen normal, ou une famille normale, ne procède jamais à une analyse rigoureuse des avantages et inconvénients des différentes composantes des services publics, y compris de la politique fiscale, pour déterminer son domicile. Une telle conception de la concurrence est illusoire et aberrante.
Il convient donc d'éviter que les effets péréquatifs mis en oeuvre pour renforcer les inégalités de situations géographiques, financières et socioéconomiques des différents cantons soient détournés dans le domaine de la fiscalité par l'effet d'alignement qui s'imposera pour les cantons les plus pauvres aussi. On ne peut, d'un côté, construire politiquement des instruments au service de la cohésion et, de l'autre, faire perdurer des conditions de renforcement des inégalités. Cela n'est pas cohérent.
Cette initiative est raisonnable et cohérente. Elle s'inscrit dans une double perspective de la justice fiscale et de la solidarité intercantonale dans un système fédéraliste. Ces objectifs sont essentiels et ne sauraient être mis en péril.
Je vous invite, par conséquent, à adopter la proposition de la minorité Fehr Hans-Jürg, qui demande au peuple et aux cantons d'accepter cette initiative.

Moret Isabelle (RL, VD): En janvier, le président du Parti socialiste suisse, Monsieur Levrat, annonçait au journal "Le Temps" que son parti préparait sa campagne de 2011 autour de l'initiative "pour des impôts équitables". Cela a le mérite d'être honnête, mais cela révèle également la raison d'être de cette initiative; elle est purement électorale! Et pour cause: si les arguments avancés pour sa défense sont pour la plupart franchement fallacieux, les conséquences négatives qu'elle pourrait entraîner sont, elles, bien réelles. Elle s'appuie notamment sur quatre promesses attrayantes, dont j'aimerai révéler le caractère trompeur.
D'abord, les initiants prétendent que leur projet ne touchera pas ou peu à l'autonomie cantonale. C'est mal comprendre le principe même de cette autonomie et c'est faire complètement abstraction de la complexité de notre système fiscal à trois niveaux.
Le fédéralisme exige que l'autonomie des cantons ne soit restreinte que lorsque c'est absolument nécessaire. Pour faire simple: l'autonomie cantonale est la règle, et elle doit le rester. A l'inverse, sa restriction constitue l'exception, et elle n'est acceptable que lorsqu'elle est pleinement justifiée.
Or, en matière fiscale, rien ne permet de fonder cette nouvelle restriction. Au contraire, les effets positifs de la concurrence fiscale - que personne ne peut décemment nier - prouvent à eux seuls que le fédéralisme n'est pas qu'une vaine théorie! De plus, cette concurrence n'est pas totalement débridée, puisque nous avons récemment adopté la nouvelle péréquation financière. Accepter l'initiative, cela reviendrait à placer un policier sur une route, dont la limitation de vitesse a été baissée, avant de savoir si le coûteux radar récemment installé a fait son effet, ou à virer un entraîneur une semaine après lui avoir donné de nouveaux objectifs.
Concrètement, l'initiative sera beaucoup plus contraignante pour les cantons et les communes que ce qui est affirmé; elle les obligera à d'importantes restructurations et risque de provoquer des conflits de répartition entre eux. Ensuite, on nous dit que seule une partie infime de la population sera touchée. Si l'on se contente à dessein de regarder le nombre des contribuables directement visés par l'initiative, c'est bien sûr vrai. Mais pas besoin d'être expert fiscal pour comprendre que c'est en réalité toute la classe moyenne qui devra payer. Dans un système progressif, on ne peut pas toucher à un palier sans toucher aux précédents! On ne peut pas élever un étage sans toucher aux dernières marches de l'escalier qui y mène!
Quand je lis que 0,6 pour cent seulement des contribuables subira des augmentations, je ne peux pas m'empêcher de penser que soit cette initiative a été mal ficelée, car elle dépassera ses buts, soit elle avance masquée et cherche à tromper une partie importante des contribuables.
On peut aussi comprendre qu'elle profitera à l'ensemble de la population. Il est apparemment nécessaire d'expliquer à nouveau que l'affirmation "augmenter les impôts des plus riches avantage les plus pauvres" est un mythe. La population entière profite de la concurrence fiscale; elle profite de l'efficience que la concurrence impose aux gouvernements cantonaux et elle profite de l'attractivité internationale qu'elle assure à la Suisse. Empêcher cette concurrence - car c'est bien le but de cette initiative -, c'est risquer à la fois une augmentation des coûts de l'appareil étatique et la perte de contribuables importants. En pourcentage de la population, ceux-ci représentent peu, mais en pourcentage des contributions ils sont essentiels à la bonne santé de nos finances: au niveau fédéral, cela représente respectivement, pour le

AB 2010 N 1074 / BO 2010 N 1074
revenu, 29 pour cent de l'impôt fédéral direct, et, pour la fortune, 43 pour cent de l'impôt sur la fortune nette.
Ces contribuables très aisés peuvent déménager en un claquement de doigts. Pas la classe moyenne! Et si les contribuables très aisés quittent notre pays, l'effet est direct: ce sont les impôts pour la classe moyenne qui seront augmentés.
En outre, l'acceptation de cette initiative populaire conduirait à un déficit démocratique, car on rendrait encore plus complexe un système déjà peu lisible pour le contribuable et on fixerait dans le marbre de la Constitution fédérale des chiffres arbitraires. C'est là mon principal reproche à cette initiative populaire: elle ne se contente pas d'être superflue, elle est aussi dommageable.
Pour finir, croire qu'elle instaurera davantage de justice fiscale relève de la pure illusion. Il est bien sûr indispensable que le sentiment d'équité fiscale soit partagé par tous les contribuables; c'est le premier et meilleur moyen d'éviter les abus et les dérives. Mais ce projet n'y contribuera pas. Les barèmes dégressifs ont déjà été déclarés anticonstitutionnels par le Tribunal fédéral et l'initiative pourrait être contournée par le biais de nouvelles déductions. En compliquant le système et en augmentant la charge fiscale de toute la classe moyenne, elle risque par contre d'assommer une partie de la population qui ne bénéficie actuellement d'aucun cadeau.
En conséquence, je vous invite à refuser de participer à la campagne électorale du Parti socialiste aux dépens des cantons et de l'ensemble des contribuables suisses.

Lang Josef (G, ZG): Laut Botschaft des Bundesrates ist der Anteil der von der Initiative direkt betroffenen Steuerpflichtigen im Kanton Zug am höchsten. Gemäss Tabelle 1 müssen dort 1,9 Prozent der Steuerpflichtigen mehr Einkommenssteuern bezahlen, gesamtschweizerisch sind es 0,6 Prozent. 4 Prozent der Zuger Steuerpflichtigen müssen eine höhere Vermögenssteuer entrichten, gesamtschweizerisch sind es 1,6 Prozent. Schätzungsweise jedem zwanzigsten Steuerpflichtigen meines Kantons beschert die Initiative höhere Steuern. Der grossen Mehrheit aber bringt die Steuergerechtigkeits-Initiative nur Vorteile. Wenn ich deshalb die SP-Initiative unterstütze, tue ich es nicht, obwohl ich Zuger bin, sondern ich tue es, weil ich Zuger bin.
Bevor ich als Zuger weiterrede, will ich als Schweizer etwas sagen: Das riesige Steuergefälle in unserem Land ist einer Republik unwürdig. Wären die Nationalkonservativen in diesem Saal Patrioten im Sinne eines Gottfried Keller, würden sie aus ihren kantonalen Häusern treten und heute im Bundeshaus zum Rechten sehen. Und wären die Freisinnigen den Gründervätern dieses Bundes treu geblieben, würden sie die heutige fiskalische Sonderbundspolitik ebenso energisch bekämpfen, wie ihre politischen Vorfahren die klerikale Sonderbundspolitik bekämpft haben. Es gibt keinen Kanton in der Schweiz, der unter seinen Gemeinden ein derart riesiges Steuergefälle zulässt wie der Bund unter seinen Kantonen.
Damit wäre ich wieder zurück im Zugerland: Der Hauptgrund für die negativen sozialen Folgen der Tiefsteuerpolitik liegt darin, dass tiefe Steuern hohe Wohnkosten zur Folge haben. Steuern bezahlt man einmal im Jahr, die Miete aber zwölfmal im Jahr. Eine Studie der CS Economic Research von Ende 2008 mit dem Titel "Wo lebt sich's am günstigsten?" hat ergeben, dass der Kanton Zug beim Schlüsselkriterium des frei verfügbaren Einkommens nach Bezahlung von Abgaben und Wohnkosten bloss den 18. Platz belegt: "Die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien hatte in den Tiefsteuerkantonen Preissteigerungen zur Folge, die sich in Form von überdurchschnittlich hohen Wohnkosten auf das verfügbare Einkommen auswirken. Für wohlhabende Zuzüger bleiben diese Kantone jedoch weiterhin attraktiv, da die obligatorischen Abgaben mit steigendem Einkommen an Bedeutung gewinnen ... Hauptsächlich wegen des überdurchschnittlichen Wachstums der Miet- und Immobilienpreise haben die Kantone Schwyz, Nidwalden und Zug für den breiten Mittelstand an Attraktivität verloren." Wobei hier zu sagen ist, dass für die CS-Forscher der Mittelstand dort aufhört, wo er für die FDP offensichtlich anfängt, nämlich bei 200 000 Franken.
Die UBS hat auch eine Studie gemacht und ist zu folgender Einschätzung gekommen: "Ein einfacher Vergleich zwischen der steuergünstigen Stadt Zug und z. B. der steuerlich teuren Stadt Biel zeigt, dass der Verheiratete mit den 100 000 Franken steuerbarem Einkommen in Biel rund 6000 Franken pro Jahr weniger für Wohnen und Steuern aufwenden muss als sein Pendant in der Stadt Zug. Ab einem steuerbaren Einkommen von etwa 200 000 Franken lohnt sich aber rein aus finanziellen Gründen die Wohnsitznahme in der Stadt Zug." So weit die UBS-Forscher.
Die Folge des Steuerdumpings ist ein Prozess der sozialen Verdrängung. Während in allen anderen Kantonen die Personen mit einem steuerbaren Einkommen unter 50 000 Franken im Durchschnitt 60 Prozent der Bevölkerung stellen, sind es in Nidwalden, Schwyz und Zug bloss noch 45 Prozent. Die Steuergerechtigkeits-Initiative ist ein Segen für das ganze Land. Ein besonderer Segen ist sie für die Normalsterblichen in den Tiefsteuerkantonen. Nur mit höheren Steuern für Reiche und Superreiche lässt sich die soziale Verdrängung der Nichtreichen stoppen oder mindestens bremsen.
Stimmen Sie deshalb auch aus Rücksicht auf die Mehrheit der Bevölkerung in Zug, Schwyz und Nidwalden der Initiative zu.

Rechsteiner Paul (S, SG): Wenn man diese Initiative würdigen will, muss man das ökonomische, politische und steuerpolitische Umfeld berücksichtigen. Die Initiative ist eine Antwort auf die massiven ökonomischen, politischen und steuerpolitischen Fehlentwicklungen, die wir in den letzten zwanzig Jahren auch in der Schweiz erlebt haben.
Was prägt, steuerpolitisch gesehen, seit Langem die Landschaft? Eine Politik ständiger Steuersenkungen für hohe und höchste Einkommen: Wir haben einen Abbauprozess bei der Vermögenssteuer zugunsten der grossen und grössten Vermögen erlebt, wir haben einen massiven Erosionsprozess bei der Erbschaftssteuer erlebt. Überall hat der Druck der parasitären Kantone auf die anderen Kantone bewirkt, dass diese die Steuernormen, welche die Reichen belasten, nicht mehr aufrechterhalten können. Das ist eine absolut fatale Entwicklung, die für die Kantone zum Zwang führt, ihre Steuerkraft zu schwächen. Das muss korrigiert werden.
Das Ergebnis dieser Fehlentwicklung ist ja, dass in einem Kanton wie Zürich inzwischen das reichste Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner so viel besitzt wie 95 Prozent der anderen. Aufgrund dieser Ergebnisse bei der Auswertung der Statistiken hat der ehemalige Zürcher Kantonsstatistiker Hans Kissling festgestellt, dass wir uns in der Schweiz in einem Prozess der Refeudalisierung befinden, dass wir also im Begriff sind, wieder feudale Verhältnisse herzustellen. Das ist eine Bedrohung für die Demokratie, denn progressive Steuern, also die Tatsache, dass für hohe Einkommen überproportional mehr Steuern bezahlt werden müssen als für tiefe Einkommen, gehören zur Demokratie, zur Basis des Bundesstaates. Deshalb ist eine Entwicklung, welche die Progression bedroht, zunehmend auch ein Problem für die Demokratie. Anders gesagt: Der Götzendienst an den Reichen, der Einzug gehalten hat, bedroht die demokratische Schweiz.
Die Initiative geht deshalb einen Schritt zurück und bringt zur Vernunft, zur politischen und ökonomischen Vernunft, mit dem einfachen Prinzip der Minimalsteuersätze für die Reichen, für die hohen und höchsten Einkommen und Vermögen. Nach der grossen Finanzkrise, die ja genau durch diese ideologischen und politischen Fehlentwicklungen sowie durch diese falschen Rezepte ausgelöst wurde, Rezepte, die alles auf die Pflege der hohen und höchsten Einkommen und Vermögen ausgerichtet haben, hat jetzt weltweit ein gewisses Umdenken angefangen. Es ist inzwischen auch von Weltökonomen wieder anerkannt, dass ein progressives Steuersystem die Basis jedes vernünftigen ökonomischen Systems und jedes staatlichen Handelns ist. Damit

AB 2010 N 1075 / BO 2010 N 1075
wird auch die Steuergerechtigkeit wieder zu einem Thema. Wäre es vor zehn Jahren vorstellbar gewesen, dass sogar der IWF bei einem Land wie Lettland bei einem Rettungspaket als Voraussetzung formuliert, dass dieses Land nach den Verirrungen mit der Flat Rate Tax nun ein progressives Steuersystem einführen muss, bevor es vom Rettungspaket profitieren kann?
Auch in der Schweiz beginnt ein gewisses Umdenken - leider hat es in diesem Saal noch nicht begonnen. Das Bundesgericht hat dem Kanton Obwalden beim degressiven Steuersystem die Rote Karte gezeigt. Vielleicht noch wichtiger ist der politische Entscheid vom letzten Jahr im Kanton Thurgau. Als die geschlossen auftretenden bürgerlichen Parteien zum ersten Mal in einem mittelgrossen Kanton eine Flat Rate Tax einführen wollten, sind sie böse auf die Nase gefallen. Auch SVP-Gemeindepräsidenten haben erkannt, dass das falsch ist, dass das den Kanton schwächen würde und dass eine Mehrbelastung mittlerer und tieferer Einkommen zugunsten der hohen Einkommen verteilungspolitisch mörderisch ist.
Die Volksinitiative ist Teil dieser dringend nötigen steuerpolitischen Wende, einer Wende für mehr Gerechtigkeit, Vernunft und Ausgleich. Die Arbeitnehmerinnen und -nehmer in diesem Land haben genug davon, die Dummen zu sein, alle Frechheiten der Abzocker ausbaden zu müssen, die dann mit Steuerparadiesen das gewöhnliche Volk auch noch um die Steuerrechnung prellen wollen. Es muss Schluss damit sein, dass sich alle nach Freienbach und Wollerau als Mekka der Steuerschweiz richten und sich vor ihnen verneigen müssen. Es muss Schluss sein mit der politischen Kriecherei vor den Abzockern. Das geschieht am besten durch minimale Regeln für Reiche, für hohe Einkommen, wie sie mit dieser Initiative gefordert werden.

Heim Bea (S, SO): Der Steuerwettbewerb unter den Kantonen überbordet; er muss in die Schranken gewiesen werden. Er führt je länger, je mehr zu einer Zerreissprobe für unser Land.
Der Begriff Steuerwettbewerb ist an sich eine Beschönigung, eine Beschönigung für den Fakt der Entsolidarisierung der Gesellschaft. Dieser Wettbewerb ist heute nichts anderes als die Durchsetzung des Rechts des Stärkeren auf Kosten strukturschwächerer Landesteile. Staatliches Handeln - dazu gehört das Erheben von Steuern - hat sich am Allgemeinwohl zu orientieren; es darf also nicht dazu verkommen, Reichenghettos in Schnäppchenkantonen zu schaffen.
Jeder Wettbewerb braucht Regeln, auch der Steuerwettbewerb. Genau das bringt die SP-Initiative "für faire Steuern". Selbst die Finanzdirektorenkonferenz ruft nach einheitlichen Steuerstandards, allerdings vorerst im Wettstreit um reiche Zuwanderer, bei der Pauschalbesteuerung, die meines Erachtens ja grundsätzlich abzulehnen ist. Doch die diesbezügliche Forderung der Finanzdirektoren nach schweizweit geltenden Regeln ist immerhin ein Indiz dafür, dass sich etwas tut - ein Indiz, das für sich selber spricht.
Das Instrument des Finanzausgleichs sollte dem überbordenden Steuerwettbewerb Einhalt gebieten; das hat es aber nicht getan, es greift viel zu wenig. So nimmt das Buhlen um die Reichsten auf Kosten anderer Kantone langsam, aber sicher ruinöse Züge an. Das Gegeneinander-Auftrumpfen der Kantone mit immer neuen Steuersenkungsrunden führt nicht zu nachhaltigen Standortvorteilen - und schon gar nicht zur nötigen Entlastung des Mittelstands. Dieses Gegeneinander ist nichts anderes als Abzockerei unter den Kantonen. Es ist ein Ausdruck bürgerlicher Steuererosions-Strategie, bei der die Reichen gewinnen und der Mittelstand mit höheren Gebühren, mit dem Abbau öffentlicher Leistungen die Zeche zahlt.
Dieser Wettbewerb dient mitnichten allen, schon gar nicht der Gerechtigkeit. Vielmehr führt diese Art Politik zu einem Abbau bei der allgemeinen Lebensqualität: in der Sicherheit, in der Bildung, im öffentlichen Verkehr und in siedlungspolitischer Hinsicht. Die Konzentration Vermögender in einzelnen Regionen führt dort zu Boden- und Mietpreisen, die sich normal verdienende Familien nicht mehr leisten können. Sie werden in Agglomerationen ausgeschieden, quasi in Banlieues verdrängt. Steuernomaden aber ziehen von Steuerparadies zu Steuerparadies; ihr Weggang stürzt verlassene Kantone und Gemeinden in Schwierigkeiten. Der Effekt: Die verbleibende Bevölkerung muss den Gürtel enger schnallen. So unterhöhlt der Steuerwettbewerb das Demokratieprinzip, indem nicht mehr die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, ob gespart wird oder nicht, sondern die Finanzstarken durch den Mittelabzug.
All dem will die Initiative "für faire Steuern" einen Riegel vorschieben. Unter der Gier nach inländischen Steuerflüchtlingen rückt die Schweiz nämlich je länger, je mehr von ihrer Verfassung ab, vom Grundsatz der Fairness und der Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und von der Präambel, die besagt, dass sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen misst. Heute ist das mitnichten der Fall. Reichste versteuern einen kleineren Prozentsatz ihres Einkommens als die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger. Das ist nicht gerecht. Wettbewerb muss fair und sinnvoll sein. Unter fairem und sinnvollem Wettbewerb verstehe ich den Wettbewerb um die beste Lebensqualität, um die besten Bildungschancen für die Jungen, um die beste Siedlungspolitik, um die höchste Lebens- und Arbeitszufriedenheit der Bevölkerung, um die höchste Lebenszufriedenheit der Familien und der älteren Menschen. Ich verstehe unter fairem und sinnvollem Wettbewerb also den Wettbewerb um die höchste Attraktivität, und diese hängt wirklich nicht von der Steuerbelastung ab.
Was die Schweiz braucht, ist eine gerechte Steuerpolitik, die unser Land insgesamt stärkt und attraktiv macht. Die Schweiz braucht faire Regeln im Wettbewerb, also eine gerechte Mindestbesteuerung für Spitzeneinkommen und Spitzenvermögen. So schonen Sie die kleinen und mittleren Einkommen, so stärken Sie den echten Wettbewerb: den Wettbewerb um die höchste Lebensqualität.
Darum bitte ich Sie, diese Steuergerechtigkeits-Initiative zur Annahme zu empfehlen.

Gobbi Norman (V, TI): L'iniziativa denominata "per imposte eque" è lesiva del principio costituzionale del federalismo, lede le autonomie cantonali e comunali e mira a distruggere la competitività del nostro Paese. L'iniziativa vorrebbe infatti imporre alle imposte cantonali un tasso del 22 per cento come minimo ai redditi imponibili superiori ai 250 000 franchi e un'imposta sulla sostanza del 5 per mille ai patrimoni superiori ai 2 milioni, e imporre tutto ciò entro termini antidemocratici.
Si comprende subito come lo scopo primo e centrale di questa iniziativa sia di togliere la competenza fiscale ai Cantoni e ai comuni, centralizzando questo potere nella gestione dello Stato. Il motivo? Non so darmi risposta, perché ci sono diversi Paesi che mirano ad ottenere finalmente un federalismo fiscale che crei virtuosismi nella gestione dello Stato. Infatti, i nostri Cantoni offrono delle prestazioni a dei prezzi concorrenziali ai nostri cittadini; laddove le imposte vengono decise centralmente, le prestazioni hanno dei costi non concorrenziali. Il Nord Italia, le Fiandre, la Catalogna e altre regioni chiedono oggi il federalismo fiscale che costituisce la base del federalismo reale e vogliono che i tassi di imposta siano decisi dal popolo. Si possono contare sulla mano le nazioni in cui le cittadine e i cittadini possono decidere liberamente quante imposte pagare. Un valore aggiunto per la Svizzera, in quanto permette che la cittadinanza possa decidere le imposte di persone fisiche e giuridiche, senza che un partito politico voglia imporre la sua visione su tutta la nazione.
È vero, è un'iniziativa popolare che ha ottenuto oltre 100 000 firme di sostegno, ma se il problema sono i sistemi fiscali di Obvaldo, Zugo e Appenzello interno, allora ci si impegni a raccogliere le firme a livello cantonale e a far decidere la popolazione locale invece di imporre una soluzione centralistica e irrispettosa della storia e della tradizione elvetica.
Si tratta di un'iniziativa contraria alla Costituzione e dannosa per la Svizzera. La Svizzera non ha materie prime di valore,

AB 2010 N 1076 / BO 2010 N 1076
non ha un grande territorio, non può ospitare industria pesante. La Svizzera ha però il vantaggio di avere un paesaggio fantastico, di offrire opportunità di investimento immobiliare e di poter ospitare fiscalmente aziende e persone private che hanno scelto il nostro Paese quale loro domicilio. Non per niente ai primi posti della speciale classifica dei più ricchi residenti in Svizzera troviamo numerosi stranieri, cui spetta pure il primato.
Credo fermamente nel nostro federalismo e nella libera autodeterminazione dei Cantoni, dei comuni e del nostro popolo, che possono decidere liberamente le aliquote d'imposta da pagare. Rigetto altrettanto fermamente la volontà di minare il federalismo fiscale e quindi la base della concorrenzialità e della libertà elvetica.
Vi invito quindi a sostenere la maggioranza commissionale e a respingere l'iniziativa popolare, senza opporle un controprogetto.

Jans Beat (S, BS): Frau Moret, Frau Flückiger und Herr Hutter, wenn man Ihnen zuhört, könnte man den Eindruck erhalten, dass es in diesem Land bei diesem Thema überhaupt kein Problem gibt. Aber da muss ich Ihnen sagen, dass ich Ihnen nicht mehr folgen kann. Wenn ich nämlich einige Ihrer Argumente ansehe, dann scheint mir diese Einstellung wirklich völlig fehl am Platz zu sein.
Ich werde versuchen, Ihnen das aus der Optik eines Baslers klarzumachen, der von dieser Steuersituation betroffen ist. Zunächst möchte ich etwas vorausschicken: Der Finanzausgleich ist eine grossartige Idee, er ist eine Errungenschaft dieses Landes, er führt das Land zusammen, gleicht Ungleichheiten aus, mindert Benachteiligungen. Aber der Finanzausgleich, und das wird hier suggeriert, löst nicht alle Probleme, im Gegenteil: Wir in Basel haben langsam den Eindruck, dass er die Probleme verschärft, und das darf nicht sein. Hier haben wir ein evidentes Problem, das gelöst werden muss. Die Steuergerechtigkeits-Initiative der SP schlägt hierzu einen Ansatz vor, und wenn Sie einen besseren haben, dann können Sie ihn gerne vorbringen. Aber wichtig ist, dass dieses Problem nun angepackt wird.
Der Kanton Basel-Stadt ist ein Geberkanton im doppelten Sinn: Zum einen leistet er Zentrumsleistungen, die von anderen Kantonen beansprucht werden, ohne dass sie angemessen abgegolten werden; das ist eine Last, und wir tragen diese. Zum andern zahlen wir in den Finanzausgleich Geld ein, um das Land zusammenzuhalten. So weit kann man den Finanzausgleich erklären, auch den Leuten in Basel, die bereit sind, aus ihrem Steuersubstrat 70 Millionen Franken einzuwerfen.
Wenn es jetzt aber dazu kommt, dass mit diesem Geld aus dem Finanzausgleich Steuersenkungen in Nehmerkantonen finanziert werden, dann stösst das doch schon auf ziemlich grosses Unverständnis. Wenn das dann auch noch dazu führt, dass gutbetuchte Steuerzahler aus unserem Kanton abwandern und ihre Steuern künftig in diesen Nehmerkantonen bezahlen, dann wird aus diesem Unverständnis Ärger. Dann können Sie einem Basler, einer Baslerin nicht mehr erklären, warum wir Geld in den Finanzausgleich bezahlen, warum wir Zentrumslasten übernehmen, den Lastenausgleich finanzieren und erst noch dafür sorgen, dass uns das Wasser abgegraben wird. Das ist keine zusammenführende Politik. Deshalb müssen wir gegen diesen uferlosen Steuerwettbewerb und die ganz grossen Steuerzahler etwas tun. Dieser Steuerwettbewerb schadet dem Zusammenhalt dieses Landes, er ist für diese Gesellschaft zersetzend, und er überfordert Geberkantone wie den Kanton Basel-Stadt schlicht und einfach.
Ich bitte Sie deshalb, das Problem anzuerkennen, Lösungen aufzuzeigen, wie man das besser machen kann. Bis jetzt habe ich keine Alternative zur Steuergerechtigkeits-Initiative der SP gehört. Sie ist die Lösung, die auf dem Tisch ist.
Deshalb bitte ich Sie, sie zur Annahme zu empfehlen.

Roux Paul-André (CEg, VS): L'initiative "pour des impôts équitables", qui prévoit un taux minimum de 22 pour cent pour les revenus de plus de 250 000 francs et un taux de 5 pour mille pour une fortune de 2 millions de francs et plus, ne touche pas le canton du Valais, qui a des taux supérieurs. Donc, je devrais m'en réjouir, car mon canton étant touristique, il pourrait bénéficier de la venue de personnes aisées qui n'auraient plus de raison de rester dans certains cantons fiscalement plus attrayants. Eh bien non, je m'oppose, comme mon parti, à cette initiative populaire qui s'attaque à un élément fondamental de notre Etat: le fédéralisme et l'autonomie des cantons et des communes.
Les cantons et les communes doivent pouvoir fixer librement leurs taux d'impôt en fonction de leurs besoins et du dynamisme de leurs élus. La pression fiscale exercée par leurs voisins ne permet pas d'augmenter les taux d'impôt et de voir ainsi les contribuables s'en aller ou freiner l'installation d'autres.
Cette concurrence fiscale est la garante d'une saine gestion de la collectivité et d'une fiscalité acceptable. C'est peut-être aussi l'une des raisons pour lesquelles nous ne connaissons pas, comme en France ou aux Etats-Unis, une prolifération de fraudeurs, car notre fiscalité reste dans les limites du tolérable, et nos concitoyens sont d'accord de payer leurs impôts.
Pour de hauts revenus et pour les personnes disposant d'une grande fortune, la concurrence fiscale est un facteur important. En effet, ces personnes sont plus mobiles et ouvertes au monde. Il faut relever que ce sont ces mêmes contribuables qui fournissent une contribution toujours plus importante au financement des prestations de l'Etat, des cantons, en faveur des citoyens. Dans tous les cantons, une minorité de contribuables paie une très grande partie des impôts prélevés. Si l'on adopte dans la Constitution fédérale des taux minima d'impôt pour les contribuables aisés, la Suisse et les cantons prennent ouvertement le risque de favoriser des transferts de domicile de contribuables très aisés vers l'étranger. Or, il faut insister sur ce fait: ces contribuables aisés paient une très grande part des impôts des cantons et des communes. Le groupe socialiste veut-il réellement priver les collectivités publiques des recettes fiscales nécessaires à l'accomplissement des tâches étatiques? Veut-il faire fuir les contribuables fortunés vers d'autres pays, à l'exemple de la France?
Si cette initiative devait être acceptée, il faudrait alors s'attendre à une fuite des grands contribuables. Et qui paiera à leur place? Eh bien, comme d'habitude, la classe moyenne ou alors il faudra couper des subventions dans le domaine social pour compenser ces pertes fiscales. Au peuple de choisir!

Schibli Ernst (V, ZH): Mit der Volksinitiative "für faire Steuern" übertrifft sich die SP einmal mehr selber. Mit der sogenannten Steuergerechtigkeits-Initiative versucht die SP nämlich einmal mehr, den höchst erfolgreichen Weg des Steuerwettbewerbs der Gleichmacherei zu opfern, obwohl gerade die SP am besten wissen sollte, wohin die Gleichmacherei im Sozialismus führt, nämlich zu Rückständigkeit, Not, Gleichgültigkeit und schlussendlich zum politischen und wirtschaftlichen Bankrott. Das beste Beispiel, meine Damen und Herren von der Linken, ist Osteuropa. Unter dem sozialistischen Joch im vergangenen Jahrhundert begann eine nicht mehr aufzuhaltende Talfahrt. Das Resultat dieser unrühmlichen Vergangenheit ist heute noch überall in erschreckender Art und Weise sicht- und feststellbar.
Wer per Gesetz den Wettbewerb ausschalten, die Motivation zurückschrauben, die Eigenverantwortung ausradieren und alles an den Staat delegieren oder abschieben will, handelt nicht im Interesse unserer Volkswirtschaft, unserer Gesellschaft und unserer sozialen Marktwirtschaft, sondern unverantwortlich, ja sogar fahrlässig. Die staatliche Zuständigkeit muss sich auf ihre Kernaufgaben beschränken. Die Begrenzung der staatlichen Macht ist ein wichtiger Faktor für Innovation, Motivation, Frei- und Spielraum, für eine vielfältige und pulsierende Wirtschaft, denn davon leben schlussendlich Kantone und Gemeinden, aber natürlich auch die allermeisten Menschen. Die Kantone und Gemeinden müssen ihre Steuern selber festlegen können. Die Sozialdemokraten sollten aus der Geschichte lernen und im 21. Jahrhundert

AB 2010 N 1077 / BO 2010 N 1077
endlich zur Einsicht kommen, dass freiheitliche Strukturen die besten Voraussetzungen für eine prosperierende Zukunft sind.
Wir brauchen einen attraktiven Steuerstandort. Dann nämlich ist es dem Staat möglich, dank genügend Steuereinnahmen einiges anzugehen und zu realisieren, was zwar nicht unbedingt notwendig ist, aber im Wunschkatalog vieler Menschen steht. Wettbewerb motiviert, fordert heraus, hilft, Ziele zu erreichen, und lässt die Menschen an der Weiterentwicklung unseres Landes, unserer Heimat aktiv teilhaben.
Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, die Volksinitiative "für faire Steuern" zur Ablehnung zu empfehlen.

Rennwald Jean-Claude (S, JU): Lorsqu'on lit le message du Conseil fédéral sur ce sujet, on a l'impression que pour lui la concurrence fiscale est la panacée des panacées, pour ne pas dire le nirvana! Eh bien je suis persuadé du contraire: la concurrence fiscale est préjudiciable, surtout lorsqu'elle est exacerbée, et cela à double titre.
Premièrement, cette concurrence réduit à terme la substance fiscale de l'ensemble des collectivités publiques, ce qui est de nature à mettre en péril la réalisation de leurs tâches fondamentales, comme la formation, la protection de l'environnement, les transports publics, ou encore la sécurité sociale. Et cela n'est pas seulement valable sur le plan suisse, mais aussi à l'échelle internationale.
Deuxièmement, cette concurrence exacerbée aggrave les inégalités structurelles entre régions et entre cantons. Pour prendre un exemple, jamais les cantons de Neuchâtel ou du Jura, qui connaissent une fiscalité élevée, ne pourront régater avec le canton de Zoug en matière de réduction de la fiscalité, à moins de renoncer à certaines tâches essentielles. Ce n'est pas exactement ma conception du fédéralisme. En effet, un fédéralisme bien compris exige un minimum d'harmonisation matérielle, comme le demande l'initiative, harmonisation qui est par ailleurs très modérée dans cette revendication. En effet l'initiative ne limite pas excessivement l'autonomie des cantons; elle fixe un taux minimal et laisse les cantons libres de fixer des taux plus élevés.
On nous dit aussi que la fiscalité est un élément extrêmement important du point de vue de l'implantation des entreprises. Alors il est vrai que la fiscalité joue un rôle, mais il est aussi vrai que ce n'est qu'un élément parmi une bonne douzaine d'autres, comme les qualifications de la main-d'oeuvre, les prix des terrains, l'environnement socioculturel ou l'équipement en matière de transports. D'ailleurs, lorsqu'on demande aux entreprises quel est leur problème principal, elles ne mentionnent pas les impôts, mais le manque de main-d'oeuvre qualifiée. Et l'on pourrait aussi souligner à ce propos que si le canton de Schwytz a baissé massivement ses impôts, cela n'a guère créé d'emplois.
Pour prendre un autre exemple, le Swatch Group, qui est tout de même le leader suisse et mondial de l'horlogerie, a implanté une bonne partie de ses entreprises dans l'Arc jurassien, c'est-à-dire dans des cantons et des régions qui connaissent une fiscalité assez élevée. C'est la preuve que ce groupe ne pouvait trouver que dans ces régions la main-d'oeuvre qu'il lui fallait pour faire des montres de bas de gamme, de moyen de gamme et des montres de grande complication.
J'aimerais encore souligner qu'à l'échelle internationale, il n'y a aucun lien avéré entre la fiscalité et la croissance économique. En effet, si l'on prend une période d'au moins dix ans, on constate que les pays nordiques, qui ont une fiscalité élevée, ont eu une croissance bien plus importante que la Suisse, et cela parce qu'ils ont investi massivement dans la formation et dans la recherche.
J'aimerais enfin souligner que cette initiative constitue un rempart contre les baisses d'impôts intempestives en faveur des hauts revenus et que, dès lors, elle conduit à rétablir un tout petit peu plus de justice fiscale. Par conséquent, cette initiative ne mérite que notre soutien.

Hochreutener Norbert (CEg, BE): Die Initiative möchte den Steuerwettbewerb einschränken, und da kann ich nicht mitmachen. Denn ich möchte den Steuerwettbewerb. Er trägt letztlich dazu bei, dass die Staatsquote und die Fiskalquote in unserem Land tief gehalten werden können, das sehen Sie doch im Vergleich mit anderen Ländern. Wir haben tiefere Steuern wegen des Steuerwettbewerbs. Aber auch im Leistungsvergleich mit dem Gegenwert, mit dem, was wir für diese Steuern bekommen, können wir uns durchaus neben anderen Ländern sehen lassen. Grundsätzlich gäbe es eigentlich hier jetzt nichts zu ändern.
Dennoch gibt es gewisse Probleme, die ich hier auch nicht verschweigen möchte. Die Initianten sorgen sich um die Steuergerechtigkeit. Ihrer Meinung nach bezahlen die Reichen in gewissen Kantonen und Gemeinden zu wenig Steuern. Ich bin auch für mehr Steuergerechtigkeit. Ich sehe aber das Problem noch viel mehr anderswo. Es ist für mich stossender, dass Leute - Familien mit mittleren Einkommen, Familien-KMU usw. - in gewissen Kantonen und Gemeinden im Verhältnis zu viel Steuern bezahlen. Für diese Leute bringt die Initiative nichts. Ein Beispiel: In Lauterbrunnen bezahlt ein Lediger mit einem steuerbaren Einkommen von 251 000 Franken 34 Prozent Steuern. Das mag gerecht sein. Aber eine Familie mit zwei Kindern und einem steuerbaren Einkommen von 50 000 Franken bezahlt dort einen Fünftel, sprich 20 Prozent, mehr Steuern als zum Beispiel in Muri im Kanton Bern, also im gleichen Kanton - ganz zu schweigen von Vergleichen mit anderen Kantonen.
Ein weiteres Problem sind die Lockvogelangebote gewisser Kantone; die passen mir auch nicht. Wenn ein Kanton Lockvogelangebote macht, das heisst zum Beispiel degressive Steuern einführt, um gute Steuerzahler anzulocken, obwohl er finanziell dazu eigentlich nicht in der Lage wäre, ist das schlicht stossend. Dieses Spiel können nur kleine Kantone spielen, bei mittleren und grossen funktioniert es nicht. Aber solchen Strategien hat jetzt das Bundesgericht einen Riegel vorgeschoben. In diesem Punkt ist die Initiative also überflüssig.
Es gibt also tatsächlich gewisse Probleme. Wir können sie mit dieser Initiative aber nicht lösen, und wir würden sogar zu viele Nachteile in Kauf nehmen. Ich sage nur zwei Stichworte, die schon mehrfach erwähnt wurden: zu starke Einschränkung des Steuerwettbewerbes, zu grosser Eingriff in den Föderalismus.
Ich komme zu zwei Schlüssen:
1. Die Initiative trägt zwar gewissen Schlagzeilen, aber nicht den wirklichen Problemen des Landes Rechnung. Sie hat auch grosse Nachteile und ist deshalb abzulehnen.
2. Es gibt nach wie vor Steuerprobleme in diesem Land. Diese müssen aber über den Finanzausgleich gelöst werden. Die NFA-Vorlage war eine Verbesserung. Aber bei derart komplexen Fragen kann die erste, die aktuelle Fassung auf Dauer natürlich nicht optimal sein. Deshalb meine Frage an Herrn Bundesrat Merz: Sind Sie bereit, den Finanzausgleich gelegentlich anhand der Erfahrungen der ersten Jahre zu überprüfen und allenfalls zu korrigieren, und wie sähe hier allenfalls der Zeitplan aus?
Bevor mich jetzt noch jemand fragt, warum ich denn nicht den Antrag auf Ausarbeitung eines Gegenentwurfes unterstütze, gleich meine Antwort: Der Finanzausgleich ist zu wichtig, zu komplex, als dass wir das Problem jetzt mit einem Schnellschuss lösen könnten.

Birrer-Heimo Prisca (S, LU): Die Auswüchse eines ruinösen Steuerwettbewerbs können Sie seit einiger Zeit sehr gut in der Zentralschweiz beobachten. Ich bin aus dem Kanton Luzern, und der Kanton Luzern ist von sogenannten Steueroasen umgeben. Zug, Schwyz, Nidwalden und seit wenigen Jahren auch Obwalden locken reiche Personen und Unternehmen mit niedrigen Steuern an, welche sich dann aber die guten öffentlichen Leistungen beispielsweise im Bildungs- oder Kulturbereich im Nachbarkanton Luzern holen. Die bürgerliche Mehrheit Luzerns wollte bei dieser Jagd auf die Gutbetuchten nicht im Abseits stehen und hat in den vergangenen Jahren den Steuerfuss gesenkt und mit Steuergesetzrevisionen in den Jahren 2001, 2005, 2008 - Sie merken, es geht immer schneller - Steuerausfälle von mehr als

AB 2010 N 1078 / BO 2010 N 1078
100 Millionen Franken bewirkt. Davon betroffen sind selbstverständlich auch die Gemeinden. Es ist richtig, dass von diesen Steuersenkungen alle Einkommensschichten profitiert haben, allerdings nicht im gleichen Ausmass. Während hohe Einkommen und mit der letzten Steuergesetzrevision vor allem auch die Unternehmen begünstigt wurden, blieb die Entlastung bei den kleinen und mittleren Einkommen relativ bescheiden.
Herr Hochreutener, Sie sehen, das Thema, das Sie im Kanton Bern haben, ist auch bei uns eines, und es ist auch eine Folge dieses Wettbewerbs. Mit Sparpaketen werden die Steuersenkungen finanziert, die Bevölkerung bezahlt die Zeche für diesen ruinösen Steuerwettbewerb mit höheren Gebühren. Nun könnte man einwenden, damit habe man gute Steuerzahler nach Luzern geholt, das habe sich ja gelohnt. Nun, die Anzahl der Steuerpflichtigen mit einem Reineinkommen von über 200 000 Franken ist gestiegen - aus welchen Gründen auch immer -, aber das Total der Steuererträge ist gesunken. Im Jahr 2008, nach Jahren des Wettbewerbs und in einer Zeit des Wirtschaftswachstums, sind die Erträge unter dem Niveau von 2002. Das Pro-Kopf-Einkommen ist deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt. Das heisst, es ist bis jetzt nicht gelungen, die Wertschöpfung nachhaltig zu stärken.
Die Kehrseite der fehlenden Erträge - diese blenden Sie, die gegen diese Initiative sind, gelegentlich aus -: Luzern hat, wie andere auch, bei der laufenden Rechnung gespart, aber nicht nur dort, sondern auch bei den Investitionen. Wir haben beispielsweise bei den Spitalinfrastrukturen einen riesigen Nachholbedarf in der Grössenordnung von einer Milliarde Franken.
Fazit: Die Steuerbelastung hat abgenommen. Per saldo haben aber vor allem Personen mit hohen Einkommen und grosse Unternehmen profitiert. Die Zeche bezahlen die anderen, die Volkswirtschaft wird nicht nachhaltig gestärkt. Dafür ist Luzern in der Steuerrangliste, zumindest bei den Unternehmen, nun wieder vorne mit dabei, aber wohl nicht mehr lange, denn andere Kantone möchten auch wieder auf den vordersten Plätzen sein und revidieren teilweise ihre eben erst revidierten Steuergesetze wieder. Sie sehen es kommen, die Spirale dreht sich weiter.
Was aber den ganzen Wettbewerb definitiv zur Farce verkommen lässt, sind die jüngsten Entwicklungen in der Zentralschweiz. Da beschwert sich doch der Zuger Finanzdirektor über Luzerns Anwerbung von Unternehmen mit tiefen Steuern. Doch es waren ja gerade die Tiefsteuerkantone, die den Wettbewerb angekurbelt haben. Es ist wohl das Zynische am Resultat dieser Steuer- und Finanzpolitik, dass nun aus dem neuen Finanzausgleich von Zug via Bund Mittel an Kantone fliessen, die diese Tiefsteuerpolitik kopiert haben und der Doktrin nach mehr Wettbewerb huldigen. Was sich im kleinen Raum der Zentralschweiz unter dem Titel Steuerwettbewerb abspielt, hat mit einer vernünftigen und massvollen Steuerpolitik, die durchaus Wettbewerbselemente enthalten kann, nichts mehr zu tun.
Diesem ruinösen Wettlauf müssen Grenzen gesetzt werden, damit sich eine "wohlfahrtssteigernde Wirkung" entfalten kann, wie es der Bundesrat in seiner Botschaft so schön schreibt. Die Steuergerechtigkeits-Initiative der SP bietet dazu taugliche Instrumente an. Stimmen Sie ihr zu, und empfehlen Sie sie zur Annahme!

Grin Jean-Pierre (V, VD): Comme cela a été dit à plusieurs reprises, cette initiative populaire ouvre une nouvelle brèche dans le fédéralisme en matière d'impôts. Si elle était acceptée, elle mettrait en danger ce qui reste de la souveraineté des cantons en matière d'imposition et entraverait la concurrence fiscale, qui est déjà en partie réglementée. D'autre part, ce serait une porte ouverte à une pression fiscale exagérée sur les contribuables de la classe moyenne.
Si cette initiative populaire était acceptée, une atteinte importante serait portée à l'autonomie cantonale et communale en matière d'impôts. La loi fédérale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des communes (LHID) fixe déjà un cadre dans lequel évoluent les fiscalités des cantons et des communes. Ce cadre est déjà assez restrictif. En le réduisant, comme le propose cette initiative populaire, on porterait atteinte à l'autonomie de certains cantons déjà pénalisés géographiquement et économiquement.
Avec l'acceptation par le peuple de la RPT, le Conseil fédéral dispose déjà d'un instrument qui permet d'atténuer les effets négatifs d'une trop grande concurrence fiscale entre les cantons. Par exemple, le jugement du Tribunal fédéral contre les impôts dégressifs dans le canton d'Obwald démontre clairement que l'harmonisation fiscale préconisée par cette initiative populaire est quelque peu superflue. Une certaine concurrence fiscale entre les cantons oblige à la modération et évite que certains d'entre eux soient tentés d'exagérer dans les prélèvements fiscaux.
Selon la manière dont cette initiative populaire serait appliquée, les bas et moyens revenus pourraient également être concernés. En effet, les revenus inférieurs au seuil proposé seraient probablement aussi touchés, car, en vertu du principe de la progression, les barèmes d'impôts inférieurs devraient être relevés. Une pression pourrait aussi s'exercer en faveur d'une harmonisation des déductions admises, ce qui limiterait encore une fois le champ d'action des cantons.
Entraver la dynamique de la concurrence fiscale entraînera des répercussions négatives sur la croissance économique de toute la Suisse, car la fiscalité a aussi son importance dans une promotion économique équilibrée. Vouloir surréglementer en matière de fiscalité va diminuer l'attrait international des cantons vis-à-vis de certaines entreprises étrangères qui désirent s'implanter en Suisse.
La concurrence fiscale et celle axée sur les prestations ont avant tout un aspect positif. Elles encouragent l'efficience en matière de fourniture de prestations et de financement de diverses prestations publiques. Au cours des dernières décennies, les recettes fiscales de la Confédération, des cantons et des communes ont enregistré une croissance supérieure à celle de l'économie. Autrement dit, la concurrence fiscale a permis de générer davantage de recettes et n'a pas nui à l'Etat.
La Suisse a également mis en place, avec la LHID, une assiette fiscale harmonisée sur le plan formel. Celle-ci permet de comparer les politiques fiscales cantonales et crée une base pour une péréquation financière équitable. Cette initiative comporte passablement d'inconvénients pour notre pays. A l'ère de la globalisation, l'adaptation flexible de notre système fiscal revêt une importance croissante. Imposer un corset fiscal aux cantons reviendrait à supprimer un atout important de la place économique suisse.
Cette initiative n'est pas une bonne option; je vous demande donc de suivre la proposition de la commission qui propose de rejeter cette initiative sans contre-projet.

Tschümperlin Andy (S, SZ): Ich unterstütze die Initiative "für faire Steuern. Stopp dem Missbrauch beim Steuerwettbewerb" nicht, obwohl ich Schwyzer bin, sondern ich unterstütze sie, weil ich Schwyzer bin; dazu einige Fakten aus meinem Heimatkanton.
Die SP Kanton Schwyz hat die Steuersenkungspolitik und den masslosen Steuerwettbewerb in den letzten drei Jahrzehnten immer bekämpft, weil diese Politik nicht nur Steuersenkungen gebracht hat. Die Tiefsteuerstrategie ist mit einer Sparpolitik verbunden, die sich auf die Leistungen des Staats auswirkt. Von Steuersenkungen profitieren hauptsächlich Reiche; die Folgen davon, nämlich den Abbau und die Verhinderung von Leistungen, bezahlt der Mittelstand, und schliesslich betrifft das alle.
Dazu ein aktuelles Beispiel aus der Gemeinde Freienbach. Seit dem Jahr 2006 wohnt Peter Sauber in einer Attikawohnung im Dorf Wilen in der Gemeinde Freienbach. Dass steuertechnische Gründe ihn und seine Frau zum Umzug motiviert haben, bejaht er in einem Interview. Im Magazin der Gemeinde gab er vor drei Jahren auf die Frage, wie es ihm in der Gemeinde gefalle, zur Antwort, dass er die Anonymität schätze und er in diesem Dorf zurückgezogen leben könne. Er sagte: "Wenn ich zu Hause bin, habe ich gerne Ruhe, und ich geniesse die Anonymität, die mir diese

AB 2010 N 1079 / BO 2010 N 1079
Gemeinde ermöglicht." Zurückgezogen, in der Anonymität in einem Dorf leben: Ist das nicht ein Widerspruch? Geht man dafür nicht eher in die Stadt? Ich meine schon.
Bis vor einigen Jahren gab es ein Dorf Freienbach. Das Dorf war ein Dorf mit einem aktiven Dorfleben. Die Bürgerinnen und Bürger engagierten sich in der Feuerwehr, im Fasnachtsverein, in der Gemeindebehörde und auch in Jugendvereinen. Heute ist es so, dass das Dorf im Verkehr erstickt und die durchschnittliche monatliche Wohnungsmiete von mehr als 5000 Franken auch die Möglichkeiten eines Mittelständlers übersteigt. Vom "Büezer" wage ich nicht einmal mehr zu sprechen. Die Baulandreserven sind mit Villen übersät. Sicherheitsdienste müssen die Quartiere überwachen, am Abend ist das Dorf tot. Viele Einheimische, die im Dorf Freienbach aufgewachsen sind, müssen in Dörfer oder Bezirke wegziehen, in denen sich diese Steuersenkungspolitik noch nicht so stark ausgewirkt hat. Denn es ist interessant, dass die Steuerdisparität auch innerhalb meines Kantons gross ist. Ein Gersauer bezahlt mehr als das Doppelte eines Freienbächlers an Steuern. Und die Steuerdisparität in unserem Land ist noch viel grösser. Ein Freienbächler zahlt gemäss der aktuellen Statistik über die Steuerbelastung 2009 in der Schweiz viermal weniger Einkommenssteuer als ein Steuerpflichtiger von Saignelégier im Kanton Jura. Bei der Vermögenssteuer sind die Unterschiede noch grösser.
Mit der Steuergerechtigkeits-Initiative wird diese Steuerdisparität minimiert. Die Vermögen von über 2 Millionen Franken werden mit einem Einheitssatz von 5 Promille und die Einkommen über 250 000 Franken mit einem Satz von mindestens 22 Prozent besteuert. Die Mehreinnahmen an Steuern, die sich in einigen Kantonen durch die Initiative ergeben, werden nicht sofort wieder in Steuergeschenke an hohe Einkommen und Vermögen umgemünzt. Die zusätzlichen Einnahmen fliessen während einer gewissen Zeit in den Finanzausgleich und stärken - ich betone: stärken - die Solidarität der Kantone untereinander. Dabei können die Kantone und Gemeinden weiterhin ihre Sätze selber bestimmen, weil die Initiative nur einen Mindeststeuersatz für sehr Reiche fordert.
Zudem darf der Wettbewerb nicht nur über Steuern funktionieren. Eine kundenorientierte Verwaltung, gute Schulen, ruhige und sichere Wohnquartiere, ein aktives Dorfleben und ein attraktives Angebot des öffentlichen Verkehrs sind Standortvorteile, die einen Wohnort nicht nur für die Reichsten, sondern für die ganze Bevölkerung attraktiv machen.
Unterstützen Sie die SP-Initiative, und stärken Sie damit die Solidarität in diesem Land!

von Rotz Christoph (V, OW): Die Steuerbelastung gehört zum Thema Standortvorteil, wie auch viele andere Faktoren, weiche und starke, welche je nach Region natürlich anders gewichtet werden. Einerseits sind Anschlüsse an wichtige Verkehrsträger von Bedeutung, sei es ein Autobahnanschluss, sei es ein Bahnhof oder ein Flughafen. Andererseits spielen Bildungs- und Einkaufsmöglichkeiten eine grössere Rolle. Es sind also nicht nur die tiefen Steuern, welche eine Region attraktiv machen. Aber die Steuerbelastung gehört ohne Wenn und Aber zu den wichtigsten Standortfaktoren einer Region. Dieser Standortvorteil ist nicht nur für jede Gemeinde und für jeden Kanton wichtig, sondern auch für die ganze Schweiz; insbesondere im internationalen Wettbewerb ist er absolut wichtig. Jedes Gemeinwesen braucht gute Steuerzahler. Davon profitieren schlussendlich wieder alle. Aus diesem Grund ist es absolut richtig, dass wir in unserem Land den Standortwettbewerb inklusive des Steuerwettbewerbs kennen und diesen Wettbewerb auch aktiv betreiben.
Steuerwettbewerb ist gut und schafft Anreize zur Effizienz. Mit dem Steuerwettbewerb wird der Staat, wird die Verwaltung gefordert, effizient und kundenorientiert zu arbeiten und mit den finanziellen Mitteln effizient und haushälterisch umzugehen. Es kann nicht sein, dass ineffiziente Verwaltungen hohe Steuereinnahmen benötigen, um damit Verwaltungskosten zu decken, welche schlussendlich zu keinem Mehrwert führen.
Das Thema Steuern ist in diesem Raum bzw. unter der Bundeshauskuppel in letzter Zeit im Rahmen von vielen hängigen Geschäften debattiert worden. Die Steuergerechtigkeits-Initiative ist dabei sicher nicht die richtige Lösung. Die Initiative geht in eine völlig falsche Richtung. Sie greift nicht nur die Steuerhoheit der Kantone an, sondern beeinträchtigt damit eben auch den Standortwettbewerb der Regionen. Ein wesentlicher Pfeiler unseres Föderalismus ist eben genau die Steuerhoheit der Kantone. Damit haben die Kantone einen Handlungsspielraum für kreative Lösungen, welchen zum Beispiel eben auch mein Kanton, der Kanton Obwalden, mit seiner Steuerstrategie positiv genutzt hat. Gerade in meinem Heimatkanton Obwalden sind, wie ich feststellen kann, dank tieferer Steuern die Steuereinnahmen gestiegen, und es konnte damit das Image eines Subventionskantons abgestreift werden.
Der Steuerwettbewerb ist aber nicht das Alleinige im Standortwettbewerb. Damit ist er auch noch nicht gewonnen. Wenn eine Region trotz tiefen Steuern eine unattraktive Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger hat oder falsche Prioritäten setzt, dann wird diese Region den Standortwettbewerb verlieren. Genau das sind die Spielregeln eines Wettbewerbs oder hier des Standortwettbewerbs. Damit ist auch klar, dass der Steuerwettbewerb seine Grenzen hat und nur so weit gehen kann, dass die notwendigen Staatsleistungen noch effizient erbracht werden können. Es braucht also keine Steuergerechtigkeits-Initiative.
Jeder Franken, der nicht für Steuern verwendet werden muss, wird von den Bürgerinnen und Bürgern wieder ausgegeben, in der freien Wirtschaft, für den Konsum, und genau jeder ausgegebene Franken in der Wirtschaft schafft schlussendlich wieder Arbeitsplätze und generiert damit wieder Steuereinnahmen. Es ist eigentlich eine logische Folgerung.
Tiefe Steuern werden auch kein Gemeinwesen ruinieren, wie das immer wieder behauptet wird. Es sind der laufende Leistungsausbau und die Erhöhung der Staatsquote, welche insbesondere immer wieder von Ihnen, meine Damen und Herren auf der linken Seite, gefordert werden. Bevor neue staatliche Leistungen eingeführt werden, müssen Kompensationen und Priorisierungen das Thema sein. Dank dem Steuer- und Standortwettbewerb bleiben wir innovativ, attraktiv und bezahlen unter dem Strich mit Garantie alle weniger Steuern.
Diese Initiative gaukelt Gerechtigkeit vor. In Tat und Wahrheit will sie aber eine schleichende Harmonisierung der Steuern, in der ersten Phase einfach für die oberen, dann für die mittleren und zum Schluss mit Garantie für alle Einkommen. Lassen Sie sich von dieser scheinbaren Gerechtigkeit nicht täuschen.
Ich bitte Sie, diese Initiative im Sinne von Bundesrat und Ständerat zur Ablehnung zu empfehlen.

Föhn Peter (V, SZ): Eine Initiative mit einem verfänglich-süffigen Titel, die aber für unsere Schweiz mit ihrem föderalen System total falsch, ja sogar gefährlich ist - gefährlich und unbrauchbar für den Wirtschaftsstandort Schweiz.
Zu meiner Linken wird das Hohelied der Steuergerechtigkeit und der Chancengleichheit gesungen, aber auch von Missbrauch gesprochen. Eines sage ich Ihnen: Eine totale Gerechtigkeit wird es nie geben, auch mit dieser sogenannten Steuergerechtigkeits-Initiative nicht.
Kollega Schelbert und Frau Birrer geisseln die unterschiedlichen Steuerlasten in der Zentralschweiz. Es ist schon blauäugig zu glauben, dass die Initiative oder ein direkter Gegenvorschlag ausgleichend und letztendlich gerechter wären. Wollen Sie zu meiner Linken zu Ihrem Ziel kommen, müssen Sie einzig und allein mit uns bei den Ausgaben ansetzen.
Frau Fässler, ich sage Ihnen eines: Wenn jemand am gleichen See oder an der gleichen Bahnlinie wohnt wie jemand anders, sind nicht nur die Steuern unterschiedlich, auch die Leistungen und eventuell weitere Abgaben können total unterschiedlich sein.
Kollege Müller jammert, dass die Lehrpersonen davonlaufen, besonders auf der Oberstufe. Was hat das wohl mit

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dieser Initiative zu tun? Der Kanton Schwyz wurde mehrmals erwähnt und an den Pranger gestellt, aber zu Unrecht. Im Sport, in der Gesellschaft wie in der Wirtschaft misst man sich am Stärksten, am Besten; man misst sich am Erfolgreichsten. Also messen wir uns am sparsamsten Kanton. Dann zerschlagen sich die Anfeindungen von der linken Seite blitzartig, und die Giftpfeile fliegen ins Leere. Herr Müller, seit Jahrzehnten liegen die Lehrerlöhne im Kanton Schwyz weit unter jenen der armen Kantone Zürich und Aargau. Dazu kann ich Ihnen als Schulverantwortlicher nur sagen: Viel mehr als der Lohn oder das Geld zählen die Rahmenbedingungen, welche der Kanton vorgibt.
Frau Fässler, Frau Birrer: Ja, der Kanton Schwyz hat es vom Armenhauskanton zu einem steuergünstigen Kanton geschafft, aber dies nur wegen des äusserst und überdurchschnittlich sparsamen Haushaltens. Sie würden aufschreien, wenn Sie in Ihren Kantonen ähnliche Leistungen berappen müssten, wie dies im Kanton Schwyz der Fall ist.
Heute liegt der Beweis auf dem Tisch: Dank dieser grossen Zurückhaltung und Sparsamkeit kann man die Steuern vergleichsweise tief halten und gute Steuerzahler und Firmen anziehen. Und wer profitiert davon? Jede Familie, jeder Arbeitnehmer, das Gewerbe usw. Deshalb bin ich dankbar für jeden guten Steuerzahler. Wenn wir diese Steuerzahler, die heute angegriffen werden, jetzt verjagen, zahlen die anderen Bürgerinnen und Bürger ganz einfach mehr Steuern. Zudem - alle hier im Saal wissen es -: Ein gesunder Wettbewerb ist immer gut. Gehen Sie zurück in Ihre Kantone, und messen Sie sich an den Besten, das heisst hier: an den Sparsamsten.
Empfehlen Sie die Initiative zur Ablehnung, und lehnen Sie einen eventuellen Gegenvorschlag ab. Erstens ist diese Initiative ein unschöner Eingriff in das bestbewährte föderale System. Zweitens ist sie ein erster Schritt in Richtung materielle Steuerharmonisierung, und eine solche wäre für den Wirtschaftsstandort Schweiz äusserst negativ. Drittens hat die Politik nicht bei den Steuereinnahmen anzusetzen, sondern bei den Ausgaben.
Ich danke Ihnen für die Ablehnung der Initiative.

Müller Walter (RL, SG): Lieber Kollege Föhn, Sie haben vom jammernden Kollegen Müller gesprochen. Können Sie sagen, welchen Müller Sie meinen? (Heiterkeit)

Föhn Peter (V, SZ): Ich habe von Geri Müller gesprochen, der gesagt hat, dass die Lehrer in seinem Kanton davonlaufen würden. Das ist im Kanton Aargau. Der Kanton Aargau, das möchte ich noch einmal betonen, zahlt wesentlich höhere Lehrerlöhne als wir im Kanton Schwyz, und bei uns laufen die Lehrer nicht mehr davon. Herr Walter Müller, ich bitte Sie um Entschuldigung, wenn ich mich da zu wenig deutlich ausgedrückt habe.

Goll Christine (S, ZH): Ja, Herr Föhn, Sie haben das sehr richtig kapiert: Die SP will Steuergerechtigkeit. Sie hingegen und Ihre politischen Verbündeten, Sie wollen Steuerflucht und Steuerdumping. Der Schweizer Finanzplatz hat sich auf Steuervermeidung und Steuerhinterziehung spezialisiert. Die Finanzlobby verklärt den nationalen und den internationalen Steuerwettbewerb als notwendig, fördert damit aber nur egoistische Einstellungen und untergräbt die Solidarität. Eine soziale und ökologische Gesellschaft braucht ein gerechtes Steuersystem und ausreichende Steuereinnahmen.
Wichtige Teile der schweizerischen Steuerpolitik stehen im Widerspruch zu eben diesen Zielen. Das Schweizer Steuersystem ermöglicht in grossem Stil Steuervermeidung im Inland, aber auch im Ausland; Steuerwettbewerb, Steuerdumping und Steuerschlupflöcher begünstigen Reiche und multinationale Konzerne. Demgegenüber bezahlen die Konsumentinnen und Konsumenten, die Lohnempfängerinnen und Lohnempfänger einen wachsenden Teil der Steuereinnahmen. Die SP will eine gerechte, soziale und nachhaltige Steuerpolitik festschreiben und jede Begünstigung von Steuervermeidung und Steuerhinterziehung im In- und Ausland untersagen.
In Bundesbern, aber auch in zahlreichen Kantonen dominiert das Wort "Sparen" die Politik. Staatliche Sparprogramme sind aber in jedem Fall eiskalte Abbauprogramme, die in erster Linie den Service public treffen und damit sowohl das Personal im öffentlichen Dienst als auch die gesamte Bevölkerung, die auf gut funktionierende öffentliche Dienste und Infrastrukturen angewiesen ist. Bürgerliche Parteien und auch die Mehrheit des Bundesrates verfolgen hartnäckig die Politik der leeren Kassen. Sie verfolgen diese Politik der leeren Kassen mit System und nach einem einfachen, sehr einfachen Strickmuster: Sie reden zuerst den Sozialstaat tot und versuchen, die sozialen Errungenschaften zu demontieren. Dann behaupten sie, weniger Steuern einzuziehen sei sozial, kurbeln damit aber nur den Steuersenkungswettbewerb in ihren eigenen Reihen, in den bürgerlichen Parteien, an. Aufgrund der Einnahmenausfälle, die sich aus den Steuersenkungsprogrammen ergeben, muss schliesslich kompensiert werden, und die Kompensation nennt sich dann eben "Sparen".
Ein gut funktionierender Service public ist nicht gratis zu haben. Werden die notwendigen finanziellen Mittel gekappt, resultiert daraus eine gigantische Umverteilungsübung. Öffentliche Güter und der Grossteil der Bevölkerung werden enteignet, damit einige wenige mit gewinnträchtigen, oft nur vorübergehenden Auslagerungen das grosse Geld machen können. Die immer wieder beklagte Bruttoverschuldung ist nicht das Schlimmste, was die Schweiz der nachfolgenden Generation hinterlassen kann. Mit Abbaumassnahmen im Service public, in den Bereichen Bildung, Gesundheit und bei den Sozialversicherungen, bescheren Sie den heutigen und den künftigen Generationen weitaus gravierendere Probleme.

von Rotz Christoph (V, OW): Frau Kollegin Goll, Sie haben von den Steuerflüchtlingen gesprochen. Sie sind doch sonst beim Thema Asyl auch sehr offen. Haben Sie Verständnis dafür, dass deutsche Steuerzahler oder, ich sage es jetzt allgemein, Deutsche als Steuerflüchtlinge ihr Land verlassen? Warum verlassen sie als Flüchtlinge ihr Land?

Goll Christine (S, ZH): Das Problem, das Sie hier beschreiben, ist ein hausgemachtes; vielleicht sollten Sie diese Fragen eher in Ihren eigenen Reihen stellen. Klar ist, dass Sie, wenn Sie Steuersenkungen propagieren und damit beispielsweise auch reiche Steuerzahler aus dem Kanton Zürich gewinnen wollen, damit ein Abbauprogramm fördern, weil die Steuerausfälle immer kompensiert werden müssen. Dieselben Kreise, die die Steuern senken, kompensieren nachher diese Einnahmenausfälle mit Sparprogrammen, und die Sparprogramme gehen immer zulasten des Grossteils der Bevölkerung, weil der Grossteil der Bevölkerung diese Löcher stopfen muss.

Leuenberger Ueli (G, GE): Les chiffres récents de l'Administration fédérale des contributions montrent de manière éclatante l'injustice fiscale qui règne dans notre pays concernant les différences flagrantes qui existent entre les taux d'imposition, selon qu'on habite tel canton ou telle commune.
Ainsi, une personne célibataire avec un revenu annuel d'un demi-million de francs paie à Zoug 10,6 pour cent d'impôts, à Schwyz 11,7; à Saanen 11,8; à Liestal 25,2; à Lausanne 26,5 et à Delémont 27 pour cent. L'écart du poids fiscal est énorme entre les cantons dits meilleur marché et ceux dits les plus chers. Une différence qui va du simple au triple entre Zoug et Delémont, c'est énorme. Pour les heureux bénéficiaires de revenus en millions de francs, l'écart est encore plus grand. Jamais un canton ne tolérerait de telles différences entre ses propres communes sur son territoire. Quiconque continue d'affirmer qu'une telle situation est normale joue au poker menteur.
Dans le domaine de l'impôt sur la fortune, l'inégalité est également criante. Un double millionnaire marié a payé, en 2007, dans la ville de Zoug, la somme de 2906 francs et à Liestal la somme de 15 137 francs. A Zoug, celui qui a 2

AB 2010 N 1081 / BO 2010 N 1081
millions de francs est donc ponctionné cinq fois moins qu'au chef-lieu de Bâle-Campagne.
Heureusement, il existe l'initiative pour la justice fiscale et son acceptation permettra de réduire ces écarts devenus trop criants.
Les revenus imposables supérieurs à 250 000 francs et les fortunes imposables supérieures à 2 millions de francs seront aussi concernés. Pour les revenus supérieurs à 200 000 francs et les fortunes dépassant 1 million de francs, cette initiative apportera un peu plus d'équité.
Finalement, l'impôt forfaitaire disparaîtra. Les différences dans l'imposition fiscale représentent non seulement une injustice entre régions, mais également une injustice sociale énorme. Les taux d'imposition des cantons qui pratiquent la sous-enchère pour attirer des riches contribuables participent à un concours fiscal déloyal envers les autres cantons et communes, les privant ainsi de sources de financement importantes qui leur sont nécessaires pour faire face à leurs obligations cantonales et communales, par exemple dans le domaine social, environnemental, culturel, etc.
L'effet le plus pervers consiste peut-être dans le fait que l'arrivée de ces millionnaires dans les cantons qui les chouchoutent chassent des citoyennes et citoyens aux revenus plus modestes. Les millionnaires et multimillionnaires contribuent en effet à accentuer la cherté du coût de la vie dans les régions qui les accueillent ou qui, plutôt, leur offrent sur un plateau des conditions outrageusement attractives.
La cherté du logement dans ces régions, par exemple, est un signal très clair. Il est regrettable que le Conseil fédéral, bien que reconnaissant qu'il y a là un véritable problème, propose de rejeter aussi bien l'initiative que d'autres mesures aptes à remédier à l'injustice fiscale flagrante qui prévaut aujourd'hui encore dans nos contrées helvétiques.
C'est pour ces raisons que je soutiens l'initiative.

Fluri Kurt (RL, SO): Ich möchte die Thematik aus Sicht der Städte beleuchten. Wie Sie wissen, bin ich als Stadtpräsident auch mit dem Thema befasst.
Wie alle Städte mit Zentrumsfunktionen haben auch wir Nettoausgaben im Vergleich mit der Agglomeration und der Region, insbesondere in den Sektoren Kultur, öffentlicher Verkehr, Aufwand Sozialhilfe und öffentliche Sicherheit, sprich Stadtpolizeien oder entsprechende Abgeltung der Kantonspolizeien. Das sind die sogenannten Zentrumsfunktionen, von welchen in der Regel die umliegenden Gemeinden profitieren und aus denen sich dann in der Regel ebenfalls mindestens ein Teil der strukturellen Probleme der Städte ergibt. Auch wir kennen natürlich Beispiele für die Auswirkungen des Steuerwettbewerbs im Zusammenhang mit steuergünstigen Gemeinden in unserer Nachbarschaft, nachdem wohl jede Stadt mit solchen Zentrumsfunktionen derartige "Goldküstenorte" in ihrer unmittelbaren Umgebung kennt. Es ist deshalb naheliegend, dass einzelne Stadtvertreterinnen und -vertreter diese Initiative sicher unterstützen werden. Wir stellen uns aber die Frage, ob es in Anbetracht der gesamtvolkswirtschaftlichen Konsequenzen der materiellen Steuerharmonisierung sinnvoll ist, diese Zentrumsfunktionen auf diesem Weg gewissermassen abgelten lassen zu wollen.
Die bürgerlichen Repräsentantinnen und Repräsentanten der Städte werden trotzdem dazu neigen, diese Initiative abzulehnen. So ist das auch bei mir der Fall:
1. Es zeigt sich nämlich, dass die fiskalischen Anreize nicht die einzigen Gründe für einen Wohnortswechsel bei natürlichen Personen oder einen Standortwechsel bei juristischen Personen sind. Es gibt zahlreiche andere Kriterien wie die Verkehrserschliessung, die vorhandenen oder nichtvorhandenen Fachkräfte für die Wirtschaft, die Nähe zu den Schulanlagen, die kurzen Wege, die Kulturinstitutionen; das sind die sogenannten weichen Standortfaktoren neben den fiskalischen Standortfaktoren. So dürfen wir beispielsweise trotz der höheren Steuerbelastung durchaus auch Zuzüger aus Gemeinden mit wesentlich tieferen Steuersätzen begrüssen.
2. Es ist natürlich so, dass in den steuergünstigen Gemeinden auch die Aufenthaltskosten in der Regel höher sind. Die Grundstückskosten, die Mieten usw. sind dort ebenfalls höher. Mindestens zum Teil kompensieren sie die tieferen Steuersätze.
3. Wir sind der Auffassung, dass die Folgen der tatsächlich stattfindenden fiskalischen Migration anders und ohne die heute bereits mehrfach erwähnten volkswirtschaftlichen Nachteile einer materiellen Steuerharmonisierung korrigiert und angegangen werden müssen: auf Bundesebene so, wie es der Bundesrat in seiner Botschaft formuliert, nämlich mit dem NFA, mit der progressiven direkten Bundessteuer, mit der formellen Steuerharmonisierung, mit den Besteuerungsprinzipien der Bundesverfassung und mit der Steuerpraxis gemäss Bundesgericht; auf kantonaler Ebene ist diese Thematik anzugehen durch einen innerkantonalen Finanzausgleich bzw. Finanz- und Lastenausgleich sowie durch sektorielle Finanzausgleichsmechanismen, durch entsprechende Kostenverteiler beim öffentlichen Verkehr, beim Strassenbau, im Erziehungswesen, bei der Sozialhilfe; auf kommunaler Ebene schliesslich muss das Thema angegangen werden durch regionale Zusammenarbeit, durch regionale Ausgleichszahlungen, beispielsweise im Kulturbereich.
Es ist zuzugeben, dass diese Lösung oft mühsam und harzig ist, dass im direktdemokratischen Verfahren Rückschläge vorkommen; aber in Anbetracht der aus unserer Sicht massiven volkswirtschaftlichen Nachteile einer materiellen Steuerharmonisierung ist dieser Weg auf Bundesebene, kantonaler Ebene und kommunaler Ebene der Initiative vorzuziehen.
Wir bitten Sie deshalb, auch aus Sicht dieser spezifischen Problematik der Städte und trotz dieser Belastung durch Zentrumsfunktionen die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen und der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen.

Maire Jacques-André (S, NE): Beaucoup d'arguments en faveur de l'initiative ont déjà été développés. Par conséquent, je me limiterai à rappeler très brièvement que la concurrence fiscale sans limite - puisque c'est bien de cela qu'on parle - provoque d'importantes pertes de recettes pour bien des collectivités publiques, qui doivent ensuite reporter les coûts de leurs prestations sur l'ensemble de la population. Par conséquent, ce sont les personnes à petit revenu, y compris celles qui se situent au bas de la classe moyenne - puisqu'on parle beaucoup de classe moyenne chez les adversaires de l'initiative - qui doivent ensuite passer à la caisse pour payer au prix fort des privilèges accordés aux plus riches.
Tout le monde est d'accord ce matin, je crois, sur le fait que seules les personnes très aisées peuvent bénéficier de suffisamment de mobilité pour se déplacer vers les paradis fiscaux.
Ces paradis fiscaux ont introduit, ces dernières années, des pratiques véritablement iniques. Heureusement, les barèmes dégressifs ont été condamnés par le Tribunal fédéral, mais d'autres pratiques s'en rapprochent. Par conséquent, nous sommes aujourd'hui dans un pays qui est devenu une véritable jungle en matière de concurrence fiscale. On peut se poser la question de savoir si dans ce pays on sait encore ce que veut dire le mot "solidarité" dans ce domaine. La situation actuelle est préoccupante; au nom du dogme du fédéralisme, que l'on rappelle ce matin, je crains bien que l'on mette en péril la cohésion sociale de notre pays. En effet, les petits cantons nantis - et nos collègues de Suisse centrale l'ont très bien montré ce matin -, qui n'assument pratiquement pas de lourdes charges d'agglomération en matière de santé, de formation, de culture ou de sport, attirent les multimillionnaires chez eux et laissent aux cantons urbains le soin de financer les coûts de ces prestations.
Ces cantons urbains, eux, voient leurs grandes fortunes s'en aller, ne peuvent plus compter que sur une population à faible revenu, une population au sein de laquelle beaucoup de gens ont besoin d'aide sociale. Par conséquent, on constate véritablement des mouvements de spirale, dans un sens comme dans l'autre, qui s'accentuent. Ces mouvements creusent les écarts, et ceux-ci pourraient aller jusqu'à des fractures.

AB 2010 N 1082 / BO 2010 N 1082

Je viens d'un canton dont les finances publiques, avant les années 1970, étaient excellentes. Le canton de Neuchâtel figurait au quatrième rang des cantons les plus riches. Puis les crises sont arrivées - la crise horlogère, bien évidemment, suivie d'autres crises. Pour répondre à Monsieur Roux, qui n'est malheureusement pas présent, ce n'est pas une question de dynamisme des responsables politiques, dans ce cas-là; ce sont bien d'autres facteurs qui agissent. Les finances de notre canton ont dégringolé. Il a justement dû assumer des charges en matière sociale, en matière de chômage, et il a vu aussi plusieurs entreprises fermer leurs portes ou quitter le canton, déplacer leur siège social. Plusieurs contribuables intéressants sont partis de ce canton, parce que le taux d'imposition restait trop élevé par rapport à celui pratiqué dans d'autres cantons.
On peut se poser la question suivante au sujet de ces personnes qui partent aussi facilement: où est leur sens civique? Où est leur sens des responsabilités sociales et citoyennes? Je n'irai pas, ce matin, jusqu'à les qualifier de "salauds", comme l'avait fait un président de ce conseil - le radical Claude Frey; le terme qu'il a employé reste certainement dans la mémoire de plusieurs d'entre vous. Je n'irai pas jusque-là, mais je ne crois pas au sens moral de ces gens et, par conséquent, il nous appartient, à nous responsables politiques, de fixer des règles, de fixer un cadre, de réguler le système un tant soit peu.
Ce que nous proposons avec cette initiative n'est pas excessif. Bien au contraire: comme on l'a dit, cela touchera moins de 2 pour cent de la population. Les recettes supplémentaires encaissées n'iront pas n'importe où, elles s'inscriront dans la péréquation, c'est-à-dire qu'elles viendront justement aider les cantons qui rencontrent le plus de difficultés.
Par conséquent, cette initiative populaire tend à renforcer la solidarité intercantonale et, au-delà du fédéralisme, je crois encore que cette valeur de solidarité est le véritable ciment de l'unité de notre pays. En une période où nos concitoyens doutent de la capacité des autorités politiques à gérer de façon crédible les véritables problèmes de notre société, nous avons une belle occasion de montrer à la population que les valeurs fondamentales d'équité et de solidarité peuvent encore être au centre de nos préoccupations de responsables politiques et qu'elles demeurent les fondements de notre Confédération.
Je vous remercie donc d'apporter votre soutien à l'initiative populaire "pour des impôts équitables".

Grin Jean-Pierre (V, VD): Vous avez parlé de concurrence fiscale sans limite. Ne pensez-vous pas que la LHID et la RPT sont déjà des limites qui ne permettent pas aux cantons d'évoluer librement?

Maire Jacques-André (S, NE): Elles ne mettent pas, à mon avis, de limites suffisantes. La preuve en est que la situation que nous connaissons aujourd'hui montre des écarts qui continuent à s'accroître et qui, encore une fois, peuvent vraiment mettre en péril le ciment de cette société. Il y a des limites, c'est vrai, mais elles ne sont pas suffisantes. L'initiative, elle, vient les préciser.

Vischer Daniel (G, ZH): Nach den Zürcher Wahlen, den Gemeinde- und Stadtratswahlen, sagte ein unterlegener freisinniger Kandidat, man müsse das Wahlsystem überdenken, es müssten alle, die in der Stadt Zürich arbeiten, ein Stimmrecht haben. Das ist eigentlich das Gegenmodell zur Initiative: Wohnsitz in Wollerau oder Freienbach, Arbeitsplatz in der Stadt Zürich und zusätzlich noch ein über das Kontingent hinaus bewilligter Dauerparkplatz. Das wird dann noch unter dem Stichwort "Föderalismus" verkauft.
Wer die Landschaft einigermassen kennt, mit der wir heute steuer- und kantonspolitisch konfrontiert sind, weiss, dass eine Wende ansteht. Der Kanton Zürich macht derzeit eine Sparrunde, die, auf den Kanton umgerechnet, wahrscheinlich eine grössere Dimension hat als die, die wir im Bund machen. Und was macht der gleiche Kanton Zürich? Er kappt die obersten Progressionsstufen. Zum Glück wird darüber abgestimmt, zum Glück gibt es auch Gegenmodelle. Womit wird das begründet? Mit dem Steuerwettbewerb. Die freisinnige Finanzministerin sagt, wir seien dazu gezwungen.
Jetzt mag Herr Fluri mit seiner Aussage Recht haben, dass es andere Standortkriterien gibt. Aber die kantonalen Politiken folgen eben der Logik des Steuerwettbewerbs. Genau der ist zu stoppen. Dazu kommt, dass den städtischen Zentren, sei es Zürich, Basel, Genf oder Lausanne, die zentralörtlichen Leistungen, mit denen der Steuerwettbewerb überhaupt nur funktionieren kann, gar nicht beziehungsweise nicht genügend abgegolten werden. Da hat der Finanzausgleich eben nicht die Abgeltung gebracht, die er eigentlich hätte bringen müssen. Überhaupt führt auch der Finanzausgleich natürlich zu trügerischen Resultaten. Wir subventionieren gewissermassen Kantone, die diese Subvention wiederum verwenden, um ihre eigenen Steuerfüsse zu senken, ihre Steuerprogression abzuschwächen. Es ist etwa wie in der EU: Das ist eine Politik, die tatsächlich der Korrektur durch eine materielle Steuerharmonisierung bedarf.
Und zum Schluss noch etwas: Mit Föderalismus hat das kein "My" zu tun. Man muss sich fragen, ob es den Föderalismus überhaupt noch gibt. Angesichts der neuen Mobilität verlieren ja die Kantone an Eigenständigkeit. Und die einzige Eigenständigkeit, die Sie ihnen noch belassen, ist der Steuerwettbewerb. Das hat aber nichts mehr mit dem Föderalismus der Gründerväter dieses Landes zu tun. Da ging es nämlich um kompakte eigenstaatliche Strukturen der Kantone, die in einer gewissen steuerlichen Egalität nebeneinander existierten. Heute erodiert dies durch die Mobilität und die dank der Mobilität weiterhin forcierbare Steuerflucht. Wer hier keine Grenzen setzt, der zerstört letztlich einen Föderalismus, der, wenn man es ernst meint, wiederhergestellt werden müsste.

Loepfe Arthur (CEg, AI): Herr Vischer, diese Initiative hat sehr viel mit Föderalismus zu tun. Noch sind die Kantone eigenständige Gebilde in unserem Land, und Gott sei Dank sind sie dies! Es gibt ein verfassungsmässiges Recht der Kantone und Gemeinden auf Steuerautonomie. Diese Initiative geht sehr leichtfertig über diese verfassungsmässigen Bestimmungen hinweg. Die kleinen Kantone und überhaupt die Kantone werden sich diese Autonomie nicht nehmen lassen.
Diese Initiative ist ein Angriff auf den Föderalismus. Sie beschneidet die Kompetenz der Kantone, die Steuern selber festzulegen. Diese Initiative beraubt die Kantone eines wichtigen Instruments, das dazu dient, Standortvorteile zu schaffen, sich behaupten zu können. Die Initiative beschneidet die Freiheit und Eigenverantwortung unserer Kantone und Bürger in der Gestaltung der öffentlichen Leistungen und in deren Finanzierung. Es ist eben so, dass Leistungen und die Finanzierung dieser Leistungen unmittelbar miteinander verknüpft sind. Wer Leistungen bestimmt, soll auch dafür sorgen, dass sie bezahlt werden, das heisst, er muss dafür sorgen, dass es Einnahmen gibt. Wenn er die Einnahmen hat, kann er auch mehr Leistungen gewähren. Die Erfahrung zeigt, dass man mit Steuerwettbewerb mehr Geld einnimmt und damit insgesamt mehr Leistungen erbringen kann. Sie können Leistungen und Steuereinnahmen nicht trennen, Frau Fässler.
Die Gesamtverantwortung für die Führung eines Landes, eines Kantons oder einer Gemeinde besteht darin, dass die gleiche Behörde für beides verantwortlich ist, einerseits für die Leistungen und andererseits für die Ausgaben, und die Bürger müssen sich entscheiden, welche Leistungen sie haben wollen. Wenn sie viele Leistungen haben wollen, dann müssen sie auch bereit sein, mehr Steuern zu bezahlen. Wenn aber ein Gemeinwesen sehr sparsam ist und man dort sagt, man wolle sehr effizient sein, man wolle mit relativ wenig Steuereinnahmen sehr gute Leistungen erbringen können, vergisst man diese Effizienz nicht.
Man kann diese Gesamtverantwortung nicht aufteilen, aber gerade das wollen die Initianten. Sie wollen, dass es, wie es

AB 2010 N 1083 / BO 2010 N 1083
im Ausland auch geschieht, den Bund gibt, der für die Einnahmen verantwortlich ist, und die Teilbereiche des Bundes, wie z. B. in Deutschland und Frankreich, die nur noch für die Ausgaben zuständig sind. Es entsteht ein Wettbewerb bei den Leistungen, indem man einfach möglichst viele Leistungen erbringen will, die der Bund dann finanzieren muss; damit hängt man sich an den Bund. Es gibt dann einen Wettbewerb der Ausgaben.
Der Steuerwettbewerb und überhaupt der Wettbewerb ist grundsätzlich gut, weil er anspornt und fit macht, weil er Initiative verlangt. Wettbewerb gibt es überall, unter Personen, unter den Gemeinden, unter den Kantonen, unter den Ländern, sogar unter den Kontinenten, wie Sie wissen. Wer also glaubt, den Wettbewerb abschaffen zu können, hat keine Lebenserfahrung. Der Steuerwettbewerb ist insgesamt ein Segen für unser Land. Es ist eben ein Steuer- und Leistungswettbewerb. Die Behörden müssen beweisen, dass sie ihr Gemeinwesen konkurrenzfähig führen können, und der Bürger kann wählen. Er sieht das auch und verlangt von seinen Behörden, dass sie das Gemeinwesen eben konkurrenzfähig führen.
Der Steuerwettbewerb zwingt zu Effizienz und Sparsamkeit. Darum haben wir keine Schuldenwirtschaft. Schauen Sie jetzt ins Ausland. Herr Vischer, Sie tun so, als ob in der Welt eigentlich noch alles so sei wie vor zehn Jahren. Wir haben jetzt doch ein Riesenproblem mit dieser Schuldenkrise. Die ist auch wegen des Systems entstanden, bei dem man einfach Leistungen fordern kann und für die Finanzierung nicht verantwortlich ist. Wir wollen keine Schuldenwirtschaft. Darum wollen wir auch den Steuerwettbewerb behalten. Er stärkt die Eigenverantwortung, und er fordert die Behörden, dass sie das Gemeinwesen auch finanziell gut führen.
Ob man es will oder nicht, die Steuern sind nun einmal ein wichtiges Element der Rahmenbedingungen und damit der Standortvorteile. Sie sind ganz besonders wichtig für die kleineren und die ländlichen Kantone. Diese Kantone sind auf starke Steuerzahler angewiesen, und es gibt eben viele Steuerzahler. Ich sehe nicht ein, warum die starken Steuerzahler alle in Zürich, in Genf und in Basel ansässig sein sollen. Wir wollen auch solche haben, und da müssen wir eben gewisse Anreize bieten. Die schöne Landschaft allein genügt eben nicht. Das hat auch dazu geführt, dass sich die kleineren und die ländlichen Kantone sehr gut entwickelt haben, zum Teil viel besser als die grossen Kantone. Ich kann das Beispiel meines Heimatkantons nennen: Appenzell Innerrhoden befand sich noch vor zwanzig Jahren unter den finanzschwachen Kantonen ganz am Schluss. Wir haben sehr viel zur Verbesserung der Rahmenbedingungen getan, und das hat auch mit den Steuern zu tun. Heute bewegt sich unsere Finanzkraft im Mittel der Kantone. Appenzell Innerrhoden hat sich eben auch bezüglich Arbeitsplätzen, bezüglich Unternehmen sehr gut entwickelt, und dabei spielt der Steuerwettbewerb eine ganz grosse Rolle.
Wenn diese Initiative angenommen wird, dann werden die Kantone wesentlich eingeschränkt. Vor allem die kleineren und die ländlichen Kantone werden abhängig vom Bund, und der Bund kann dann diese Kantone unterstützen. Ist das gescheiter?
Übrigens profitiert die Schweiz vom Steuerwettbewerb bzw. von der Wettbewerbsfähigkeit überhaupt. Das ist wesentlich den Kantonen zu verdanken; nicht die Schweiz ist steuermässig wettbewerbsfähig, sondern wettbewerbsfähig sind die Kantone. Damit ist die Schweiz insgesamt wettbewerbsfähig. Unzählige ausländische Unternehmen sind in die Schweiz gekommen, weil wir in den Kantonen gute Verhältnisse haben.
Ich komme zum Schluss: Ich empfehle Ihnen, diese Initiative zur Ablehnung zu empfehlen. Lehnen Sie bitte auch alle Minderheitsanträge ab.

Lang Josef (G, ZG): Geschätzter Kollege Loepfe, ich habe hier vor mir die Steuerstatistik der Gemeinden Ihres Kantons. In der Republik Schweiz sind die Unterschiede 1 zu 3; in Ihrem Kanton beträgt der Unterschied unter den Gemeinden, die ja innerhalb der Kantone, die selbst auch Republiken sind, die kleinsten Republiken sind, nicht 1 zu 3, sondern 1 zu 1,2. Das grenzt ja an Gleichmacherei! Wie erklären Sie mir, dass Sie in Ihrem Kanton nie zulassen würden, was Sie auf schweizerischer Ebene verteidigen?

Loepfe Arthur (CEg, AI): Herr Lang, Sie ermöglichen es mir jetzt, einen Teil der Ausführungen nachzuholen, die ich vorher machen wollte. Es gibt natürlich einen Steuerausgleich; es gibt den neuen Finanzausgleich auf Bundesebene, der ebenfalls eine sehr gute Wirkung hat und zur Solidarität, zum Ausgleich beiträgt. Er hat sich auch bewährt; er schafft Gerechtigkeit. Die Reichen bezahlen im einen Kanton viel; das Geld kommt dann wieder zu den Armen.
Zum Kanton Appenzell Innerrhoden: Wir haben den Finanzausgleich unter den Gemeinden innerhalb des Kantons, zweifellos. Bei uns ist es dann so, dass die Unternehmen aufgrund der Kleinheit des Kantons im ganzen Kanton die gleichen Steuern zahlen. Es kommt aber nicht auf diese Unternehmen an, sondern es kommt bei uns vor allem auf die Einzelpersonen an. Wir haben viele Zuzüge gehabt. Weil wir gute Rahmenbedingungen haben, sind Leute zu uns gekommen, die bei uns wohnen, die bei uns wirtschaften und auch Steuern bezahlen.

Pedrina Fabio (S, TI): "Basta con gli abusi nella concorrenza fiscale, a favore di imposte eque": queste poche parole ben sintetizzano i due obiettivi principali di questa iniziativa popolare promossa dal partito socialista svizzero.
Per perseguire questi obiettivi l'iniziativa propone pochi e semplici strumenti:
1. da un lato la fissazione di tassi d'imposizione minimi per le imposte cantonali e comunali cumulate, ossia il 22 per cento per il reddito ed il 5 per cento per la sostanza. Non viene pertanto fissata un'aliquota d'imposizione unica e uguale per tutti, quindi delle differenze permarranno, ma le stesse dovranno muoversi entro i limiti indicati;
2. il divieto di applicare tassi di imposizione degressivi, fissando in una legge quanto ha sin qui detto la giurisprudenza del Tribunale federale. Grazie a ciò si codifica inequivocabilmente un principio della giustizia fiscale svizzera che vuole che chi più ha contribuisca in modo almeno proporzionale ad alimentare le casse pubbliche;
3. un rafforzamento della perequazione finanziaria durante un periodo transitorio che stabilirà la legge, periodo nel quale si metterà in atto il riassetto del sistema fiscale. Questa misura rafforzerà la solidarietà fra Cantoni ricchi e Cantoni poveri.
Ora, i principali effetti a cui l'iniziativa mira sono i seguenti:
- bloccare l'attuale concorrenza fiscale viepiù aggressiva e rovinosa per la maggior parte dei Cantoni e all'interno degli stessi per la maggior parte dei comuni e dei loro cittadini;
- promuovere maggiore equità fiscale creando le premesse per eliminare i privilegi fiscali in alcuni Cantoni e comuni e facendo in modo che le imposte corrispondano alla capacità economica dei contribuenti;
- infine impedire che i Cantoni più poveri siano costretti ad aumentare le imposte a seguito del prosciugamento del loro substrato fiscale attuato da parte di ricchi Cantoni vicini che operano con lo strumento del dumping fiscale per arricchirsi ulteriormente e, quindi, per abbassare di nuovo le imposte a favore dei propri ricchi. Si tratta di una spirale infernale che va assolutamente arrestata.
Mi limito ad evidenziare due aspetti per meglio inquadrare l'iniziativa e rispondere a talune contestazioni:
1. L'iniziativa non porta ad un'armonizzazione fiscale materiale, ma limita semplicemente le possibilità di concorrenza entro valori non rovinosi per i diversi Cantoni e comuni svizzeri.
2. L'iniziativa toccherà un numero limitato di Cantoni ricchi, fra cui non figura ancora il Ticino. Al momento certamente i Cantoni di Zugo, Svitto, Appenzello interno e esterno, Nidvaldo e Obvaldo come pure singoli comuni anche in altri Cantoni dovranno aumentare le imposte ai ricchi. Da un punto di vista quantitativo, meno del 2 per cento dei soggetti

AB 2010 N 1084 / BO 2010 N 1084
fiscali saranno toccati da questa regolamentazione; solo per costoro dovrà essere maggiorata l'aliquota fiscale.
Un no a imposte degressive, che porterebbero a far pagare proporzionalmente sempre meno a chi più guadagna, e un no a sfacciati privilegi fiscali sono un atto di giustizia fiscale in uno Stato di diritto che si voglia equo e solidale. Senza queste premesse la coesione nazionale e con ciò il modello svizzero rischieranno di naufragare.
Un sì all'iniziativa per imposte eque è il necessario strumento per porre fine ad una malsana concorrenza fiscale che porta beneficio ai pochi ricchi e penalizza la grande parte della popolazione che non fa parte di questa categoria di privilegiati, i lavoratori e le lavoratrici che né a fine mese né a fine anno ricevono dei bonus. L'iniziativa limiterà marcatamente le possibilità di operare sgravi fiscali a favore dei ricchi, proprio quegli sgravi che in questo ultimo decennio hanno comportato in parallelo lo smantellamento delle prestazioni di servizio da parte degli enti pubblici. I Cantoni e i comuni si facciano concorrenza soprattutto sul livello dei servizi, sulla qualità delle scuole, dell'ambiente urbano, della mobilità regionale e locale: questa è sana concorrenza.
In conclusione evidenzio come un sì all'iniziativa aiuterà anche il Paese a superare la crisi di fiducia che si è insidiata in ampie fasce della popolazione a causa delle eccessive ed offensive retribuzioni di parecchi capitani della finanza e dell'industria, ricchezze per le quali non è assicurata un'equa imposizione fiscale.
Vi invito pertanto a sostenere l'iniziativa.

Heer Alfred (V, ZH): Wettbewerb ist gut. Das sieht man ja gerade anlässlich der Fussballweltmeisterschaft. Oder möchten Sie eine Fussballweltmeisterschaft ohne Wettbewerb oder mit einem vorbestimmten Sieger? Oder eine Fussballweltmeisterschaft, bei welcher die Teams ihre Spieler austauschen müssen, damit alle möglichst gleich schlecht sind? Dies verlangt eigentlich diese Volksinitiative: die Ausschaltung des Wettbewerbs. Wettbewerb ist wichtig. Wettbewerb ist gut; sei es im Sport, sei es in der Schule, sei es auch unter Unternehmen. Innovationen - bessere Produkte. Das Gleiche gilt natürlich auch im Steuerwettbewerb. Ohne Steuerwettbewerb wäre absehbar, dass die Steuern steigen würden, da sich die Gemeinden und Kantone nicht mehr bemühen müssten, ihre Kosten im Griff zu halten. Sie könnten sich auch keinen Wettbewerbsvorteil mehr erarbeiten.
Als gewählter Nationalrat des Kantons Zürich kann ich sagen, dass auch wir vom Steuerwettbewerb betroffen sind. Sie kennen alle die Situation mit dem Kanton Schwyz, welcher uns seit einigen Jahrzehnten, kann man sagen, das Leben schwermacht, wenn Sie so wollen. Ich bin aber dankbar, dass es diesen Kanton Schwyz gibt. Gäbe es den Kanton Schwyz nicht, müsste sich - davon bin ich überzeugt - der Kanton Zürich auch nicht anstrengen, seine Steuern tief zu halten. Mit ein Grund dafür, dass beispielsweise die Erbschaftssteuer im Kanton Zürich abgeschafft worden ist, ist eben die Tatsache, dass viele vermögende Personen aus dem Kanton Zürich in den Kanton Schwyz umgezogen waren. Man sieht also: Der Steuerwettbewerb führt dazu, dass die Steuern sinken.
Im heutigen Umfeld mit der Personenfreizügigkeit - auch das ist ja jetzt ein neues Phänomen - stellen wir fest, dass viele Arbeitnehmer aus der EU in die Schweiz drängen. Und hier geht es natürlich auch darum, dass wir ebenfalls attraktiv sein können, eben nicht nur für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch für vermögende Personen aus den umliegenden EU-Staaten. Dies generiert Steuersubstrat und hilft den Kantonen und Gemeinden, ihre Aufgaben zu erledigen.
Herr Daniel Vischer, grüner Nationalrat aus der Stadt Zürich, hat sich noch beklagt, dass der Finanzausgleich nicht ausreiche, um die Aufgaben erledigen zu können, und er hat hier dummerweise das Beispiel der Stadt Zürich angefügt. Da muss ich ihn korrigieren, weil die Stadt Zürich rund 300 Millionen Franken jährlich aus dem kantonalen Lastenausgleich erhält. Und letztlich ist es ja nicht so, wie das die Linken immer behaupten, dass Leistungen abgebaut werden müssen, wenn die Steuereinnahmen nicht mehr fliessen, sondern Tatsache ist, dass die Linken vor allem das Staatspersonal vergolden wollen und eben nicht Leistungen für den Bürger erbringen möchten. Sie möchten eben nicht die Leistungen, sondern die Saläre, die Löhne und die Fringe Benefits des Staatspersonals ausbauen und am liebsten noch mehr Leute in den Verwaltungen arbeiten lassen. Dagegen müssen wir uns wehren, und dagegen können wir uns wehren, wenn eben die Steuereinnahmen nicht zu hoch sind; sind diese tief, dann gibt es auch weniger Geld zum Verdummen.
Ich bitte Sie, die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.

Fehr Jacqueline (S, ZH): Im Schulsport gibt es ein Spiel, das "Alle gegen alle" heisst. Wer vom Ball getroffen wird, scheidet aus und kann nicht mehr mitspielen. Fertig ist das Spiel, wenn ein einziger Spieler übrig bleibt - der Sieger.
Exzessiver Steuerwettbewerb ist nichts anderes als ein Alle-gegen-alle-Spiel, im Kleinen wie im Grossen. Verlieren tut letztlich die grosse Mehrheit, gewinnen tun ein paar ganz wenige. Exzessiver Steuerwettbewerb ist eine Spirale, die gegen unten dreht und damit das Gegenteil dessen tut, was Wettbewerb sollte. Er zerstört und schafft nichts Neues.
Ich wohne in einer Stadt, welche die Folgen des Steuerwettbewerbs mit aller Härte zu spüren bekommt. Als ehemalige Arbeiterstadt hat Winterthur eine schwache Finanzkraft. Das Steuereinkommen pro Kopf ist weniger als halb so gross wie in der Stadt Zürich. Trotzdem muss die Stadt Winterthur alle zentralörtlichen Leistungen einer grossen Stadt anbieten: Sportanlagen, Kulturinstitutionen, Schulen, Verkehrsangebote, soziale Dienstleistungen usw. In diesem Clinch ist die Stadt Winterthur gezwungen, von den Bürgerinnen und Bürgern den höchsten Steuersatz des Kantons zu verlangen. Es ist klar, dass diese hohe Steuerbelastung keine Hilfe ist, wenn es darum geht, steuerkräftige Zuzüger anzuziehen. So bleibt die Finanzkraft klein.
Ganz anders ist die Situation in den umliegenden Gemeinden. Sie profitieren von den Leistungen der zentralen Orte, ohne sie zu bezahlen. Sie können so ihre Steuern tief halten und sind damit attraktiv für Gutverdienende. Der Teufelskreis dreht: Die steuerlich attraktiven Gemeinden werden durch den Zuzug vieler Gutverdienender immer attraktiver, und jene, die hohe Lasten bei tiefer Finanzkraft zu bezahlen haben, stecken fest. Was für Winterthur und Umgebung gilt, das gilt auch für die grössten Regionen in der Schweiz.
Die Steuergerechtigkeits-Initiative der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz will das, was ihr Titel sagt: mehr Steuergerechtigkeit. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen auf der Seite jener, die nicht mit einem Federstrich ihren Wohnsitz wechseln und ihr Vermögen am Fiskus vorbeischleusen können. Wir stehen auf der Seite jener Menschen, die einen Lohn verdienen, den sie in der Steuererklärung korrekt angeben müssen. Wir stehen auf der Seite der kleinen und mittleren Unternehmen, die ihren Standort nicht einfach wechseln können. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen auf der Seite jener Leute, die genug haben von einer Politik, die zuerst den Superreichen immer mehr Geld in die Taschen stopft, um sie anschliessend auch noch steuerlich zu privilegieren.
Die Steuergerechtigkeits-Initiative ist in der Bevölkerung sehr beliebt und findet sehr grossen Zuspruch. Kein Wunder: Die grosse Mehrheit der Menschen und der Gemeinden profitiert von dieser Initiative ganz direkt durch tiefere Steuern. Sie alle haben genug davon, die Zeche für blinde Ideologie zu bezahlen.
Ich lade Sie deshalb ein, mit uns zusammen für mehr Steuergerechtigkeit zu kämpfen.

Graber Jean-Pierre (V, BE): L'initiative populaire "pour des impôts équitables. Stop aux abus de la concurrence fiscale" est un texte de grande portée politique. Il est de nature à susciter des réflexions fondamentales relatives à la politique fiscale, à la politique financière, à l'économie et au fédéralisme.

AB 2010 N 1085 / BO 2010 N 1085

L'initiative contient une disposition juste et opportune. Ses auteurs entendent interdire l'impôt dégressif qui enfreint manifestement l'excellent principe de la capacité économique des contribuables. Mais le Tribunal fédéral a déjà jugé contraire à notre Constitution la volonté institutionnelle et populaire du canton d'Obwald d'instaurer un impôt de ce type.
Pour le reste, l'initiative "pour des impôts équitables" présente de nombreux inconvénients.
Tout d'abord, sa concrétisation entraînerait une hausse des impôts sur le revenu et la fortune dans les cantons qui prélèvent ces impôts en référence à des taux inférieurs à ceux qui figurent dans l'initiative. Indirectement, les classes moyennes de ces cantons subiraient une pression fiscale accrue en raison de la hausse des taux d'imposition que l'application de l'initiative entraînerait nécessairement pour les catégories de revenus et de fortune situées en deçà des seuils de l'initiative.
Mais il y a plus: dans quelques années, les cantons non concernés par l'initiative pourraient plus facilement procéder à des hausses de leurs taux d'imposition, parce qu'ils seraient partiellement délivrés de l'obligation de considérer avec vigilance les pratiques fiscales plus clémentes de leurs voisins. Une concurrence fiscale affaiblie exercerait un moindre effet modérateur sur les taux d'imposition.
Les socialistes justifient l'initiative "pour des impôts équitables" en convoquant, entre autres, l'argument de la faiblesse de la charge fiscale générale de notre pays en comparaison internationale. Ce raisonnement n'est pas pertinent. Certes, en 2006, la quote-part fiscale - à savoir la part du PIB qui est prélevée par l'Etat et les assurances sociales - atteignait 29,6 pour cent en Suisse, contre 35,6 pour cent pour l'Allemagne, 44,2 pour cent pour la France, 42,1 pour cent pour l'Italie, 37,1 pour cent pour le Royaume-Uni, 41,7 pour cent pour l'Autriche, 39,8 pour cent pour l'Europe des Quinze et 35,9 pour cent pour l'OCDE. Il ne faut toutefois pas oublier qu'en Suisse, contrairement à la plupart des pays, les cotisations obligatoires payées aux caisses-maladie ainsi qu'au titre de la prévoyance professionnelle ne sont pas comprises dans la quote-part fiscale.
Si tel était le cas, les prélèvements obligatoires de notre pays se seraient élevés à 40,7 pour cent en 2006, une valeur très proche de celle des pays susmentionnés. Compte tenu des cotisations versées aux caisses-maladie et aux institutions du deuxième pilier, les prélèvements obligatoires de notre pays sont tout à fait comparables à ceux des pays européens. Ils sont même supérieurs à la moyenne de l'Europe des Quinze! En Suisse, ces prélèvements ont passé de 36,9 pour cent en 1995 à 40,7 pour cent en 2006, l'une des plus fortes hausses parmi celles enregistrées dans les pays de l'OCDE durant les quinze dernières années.
Corollaire de cette hausse, entre 2000 et 2007, le revenu disponible des ménages a diminué de 75 à 70 pour cent dans notre pays. Cela signifie qu'après avoir payé à l'Etat et aux assurances sociales ce que nous leur devons et avoir perçu les prestations des assurances sociales, il nous reste moins dans le porte-monnaie qu'il y a dix ans. Ces chiffres sont probablement fastidieux. Mais même s'ils ne rendent pas compte de toute la complexité de la réalité socioéconomique, ils témoignent irréfutablement du rétrécissement regrettable du revenu laissé à la libre disposition des personnes. Ils montrent aussi que toutes les politiques qui tendent à accroître les prélèvements obligatoires sont aujourd'hui inopportunes en Suisse, cela d'autant plus qu'une charge fiscale modérée contribue à la compétitivité d'une économie et à l'attractivité d'un pays.
Finalement, la mise en oeuvre de cette initiative porterait un coup sévère au fédéralisme suisse, ou plutôt à ce qu'il en subsiste. Dans notre pays, le fédéralisme intrinsèque ou historique - entrevu comme institution identitaire, écran protecteur des libertés individuelles et contrepoids au pouvoir central - se transforme de plus en plus en fédéralisme d'exécution et en fédéralisme de coopération. Accepter l'initiative "pour des impôts équitables" ne ferait que renforcer cette tendance délétère.
Pour ces raisons essentielles, je vous invite à rejeter cette initiative mue par un sentiment de justice sociale contestable et de surcroît funeste pour la société, l'économie et le fédéralisme.

Levrat Christian (S, FR): A deux reprises durant cette session, nous avons traité des profiteurs, des abuseurs, des financiers qui parasitent notre économie. Vos prouesses rhétoriques ne vous ont pas empêchés de les protéger, d'éviter que leurs méfaits soient étalés au grand jour. Vous avez tort d'ignorer la colère du peuple face aux excès de quelques-uns. Les Ospel, Vasella, Kurer constituent un poison pour la cohésion sociale de notre pays.
Lorsqu'on parle de concurrence, parlons de concurrence internationale, parlons des avantages de la place économique suisse et retenons ensemble que la stabilité politique et sociale dont nous bénéficions est l'un des biens les plus importants de notre pays. Aujourd'hui, c'est cette stabilité qui est mise en jeu, qui est mise en danger par le comportement de quelques-uns et, surtout, par la complaisance dont vous faites preuve à leur égard, par votre refus de régler ne serait-ce que les pires abus auxquels nous sommes confrontés.
Les excès de quelques privilégiés constituent un poison et, comme dans le cas de tous les poisons, il faut trouver un antidote. L'initiative populaire du Parti socialiste contre les abus de la concurrence fiscale constitue un antidote à la cupidité des managers. Elle est non seulement un antidote, mais aussi l'occasion de corriger les erreurs de ces dernières années. Les cantons ont multiplié les cadeaux fiscaux. Ceux-ci ont eu une double conséquence.
Premièrement, il y a eu des allègements fiscaux et une concurrence infernale pour les super-riches. C'est la frange qui constitue 1 à 2 pour cent de la population, soit ceux qui bénéficient d'une mobilité extrêmement grande et qui ont pu, au gré de l'évolution du taux d'impôt des communes et des cantons, déplacer leur domicile pour en bénéficier.
Deuxièmement, ces cadeaux fiscaux ont eu une conséquence dont nous devrions nous préoccuper: la concentration de la fortune, du capital dans les mains de quelques familles. On parle aujourd'hui de nouvelle féodalisation et, au niveau du lien social et de la cohésion nationale, nous devrions nous en inquiéter. Il n'est pas logique ni acceptable de constater une concentration de la fortune dans les mains de quelques familles uniquement, et ceci sur plusieurs générations.
Qui sont les profiteurs des excès de la concurrence fiscale? Ce sont d'abord les super-riches - ils constituent 1 à 2 pour cent de la population -, qui ont pu déplacer leur domicile, pour les uns de Bâle à Freienbach, pour les autres de la région bernoise vers la région schwytzoise, pour les autres de Zurich vers la Suisse centrale. Qui sont les perdants de cet excès de concurrence? Ce sont d'abord les salariés et les familles, tous ceux qui sont liés pour un motif ou un autre à leur résidence, à cause de leurs enfants, à cause de leur travail. Ce sont tous ceux qui ont besoin des prestations de l'Etat, d'infrastructures publiques qui fonctionnent, de services de santé acceptables, d'une politique de formation et d'investissement dans la formation suffisants.
Il serait intéressant de débattre des bienfaits ou non de la concurrence fiscale. J'ai entendu quelques déclarations de foi quant aux vertus de cette concurrence, des déclarations parfois touchantes, parfois un peu naïves, mais nul doute que le record en l'espèce revient à Monsieur Roux, qui nous a expliqué qu'il venait du Valais, qu'en Valais il y avait des impôts extrêmement élevés, que la concurrence fiscale était malgré tout une bonne chose, parce qu'elle était l'expression du dynamisme des gouvernants. Monsieur Roux, êtes-vous vraiment si mal gouvernés que cela en Valais? Croyez-vous que c'est le dynamisme des gouvernants qui détermine au final si vos impôts sont plus ou moins élevés? J'ai l'impression que, puisque vous êtes représentant du parti majoritaire en Valais, vos propos seront diversement appréciés par vos électeurs et vos collègues valaisans, notamment par vos collègues au gouvernement valaisan.

AB 2010 N 1086 / BO 2010 N 1086

Malheureusement - enfin, malheureusement pour vous -, il ne s'agit pas ici de débattre de la concurrence fiscale. Ce serait une discussion intéressante, mais il s'agit ici uniquement de débattre des excès de cette concurrence fiscale; de débattre de la question de savoir si nous voulons nous livrer à une concurrence entre cantons à propos du 1 pour cent le plus aisé de la population. Au final, ce sont les 99 pour cent de la population qui devront payer le prix de cette concurrence, alors que celle-ci ne touche qu'une très petite minorité. Notre initiative est extrêmement modérée; on nous a longtemps reproché cette trop grande modération. Notre initiative brise la pointe de cette concurrence fiscale et n'interdit pas du tout le principe de cette concurrence, n'interdit pas aux cantons de poursuivre comme ils l'ont fait - à une exception près, qui concerne les contribuables qui gagnent plus de 250 000 francs imposables par année. Il faut fixer un seuil minimal; il faut éviter les pires excès.
Vos déclarations d'enthousiasme face à la concurrence fiscale, vous pouvez les garder! Vous pouvez même les maintenir! Nous pouvons en débattre une autre fois! Parlons maintenant des excès de la concurrence fiscale et seulement de ces excès. Dans ce sens, nous nous réjouissons de débattre de cette initiative, avec vous, devant le peuple, parce que nous sommes absolument convaincus que la population en a assez d'une politique qui bénéficie uniquement à quelques privilégiés au détriment d'une majorité.

Robbiani Meinrado (CEg, TI): Questa iniziativa si incunea in una delle aree di autonomia dei Cantoni più gelosamente custodita e difesa: la fiscalità. È un'autonomia che merita di essere valorizzata e preservata poiché concorre a mantenere degli spazi decisionali nei Cantoni e consente loro di esercitare la loro sovranità. Questa autonomia non può tuttavia costituire una vacca tanto sacra da schiacciare principi ed esigenze altrettanto decisivi e cruciali. Penso al principio di un'equa distribuzione della ricchezza, al principio di una corretta fiscalità, penso in particolare anche all'esigenza di non contrarre le risorse a disposizione dei Cantoni meno favoriti, che a seguito di un'eccessiva concorrenza e corsa al ribasso della fiscalità finiscono per vedersi ridotti gli spazi di manovra dal profilo della tutela, della coesione e della solidarietà sociale.
Alla luce di queste considerazioni, la posizione del Consiglio federale, ma anche della commissione, pecca certamente di un'inadeguata considerazione dei rischi, delle minacce, della tendenza di una crescente desolidarizzazione, non solo tra le varie fasce della popolazione, ma anche tra le varie regioni, desolidarizzazione che è proprio aumentata da questa tendenza a una fiscalità al ribasso seguita da alcuni Cantoni. È innegabile che questa pratica fiscale di questi Cantoni ostacola in altri gli spazi finanziari di manovra opportuni per farsi carico dei bisogni costanti, ma anche nuovi della popolazione, bisogni del resto legati anche a una crescita di attrattività dell'economia che non passa solo attraverso la fiscalità, ma attraverso l'incentivazione di altri campi altrettanto se non più strategici.
Non è che l'iniziativa sia esente da pecche, per esempio il fatto che introduce delle aliquote precise che sono il frutto di valutazione di chi ha lanciato l'iniziativa e non tanto di un dibattito approfondito all'interno del Parlamento. Questa pecca però non autorizza per nulla a chiudere gli occhi di fronte alle crepe crescenti nell'edificio fiscale nazionale, proprio dal profilo della salvaguardia della sua equità.
È pure a mio avviso inadeguata l'enfasi posta dai contrari all'iniziativa sulla concorrenza fiscale tra i Cantoni. La concorrenza indubbiamente svolge un ruolo positivo, ma deve rimanere uno strumento, non certo un fine, quindi rimane subordinata a principi quali una corretta concorrenza e il rispetto di una corretta equità di rapporto tra i Cantoni.
È quindi per questi motivi che ritengo che l'intenzione di sottoporre al popolo questa iniziativa senza nessun controprogetto si fonda su concetti di autonomia e di concorrenza che oltrepassano visibilmente i confini dell'equità e che sono sempre meno in sintonia con la comune appartenenza di tutti i Cantoni ad un'unica collettività nazionale. Auspico perciò che il problema sollevato dall'iniziativa sia ripreso e approfondito nell'intento di elaborare un controprogetto, e perciò personalmente aderirò alla proposta di rinvio al Consiglio federale.

Merz Hans-Rudolf, Bundesrat: Ich habe Ihnen jetzt während mehr als vier Stunden zugehört. Jedes fünfte Mitglied des Rates hat zu diesem Thema gesprochen. Das freut natürlich den Finanzminister; diese Anteilnahme an Steuerfragen ist für mich etwas Schönes. Ich möchte Ihnen für diese Debatte danken. Ich möchte besonders auch den beiden Kommissionssprechern danken, die die Vorlage korrekt vorgestellt haben, selbstverständlich korrekt und umfassend, würde ich sagen. Ich verzichte deshalb darauf, den Inhalt dieser Vorlage zu wiederholen.
Das Thema, um das es geht, ist die Frage: Wie entwickeln sich die Steuern in den verschiedenen Steuerhoheiten unseres Landes? Diese Frage ist gekennzeichnet von äusserster Dynamik. In den letzten Jahren herrschte bei den verschiedenen Steuerhoheiten - Bund, Kantone, Gemeinden, Städte - sehr viel Bewegung. Es ist in der Tat so, dass das Bezahlen von Steuern letztlich auch etwas mit der Haltung gegenüber dem Staat zu tun hat. Damit ist auch die Frage der Kohäsion gestellt. Der Bundesrat ist aufgefordert, diese Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Insofern nehme ich alle Hinweise, die sich gegen Ungleichgewichte richten, selbstverständlich entgegen.
Die Frage ist jetzt einfach, ob die vorliegende Initiative als Antwort auf die Entwicklungen in den einzelnen Steuerhoheiten geeignet ist. Hier hat der Bundesrat grosse Zweifel. Er begründet diese Zweifel mit dem Hinweis auf verschiedene Bereiche. Lassen Sie mich einige wenige herauszupfen.
Zunächst einmal die Frage der Betroffenheit: Voll von der Initiative betroffen sind zwölf Kantone; alle übrigen Kantone sind es infolge des Harmonisierungsdrucks, also indirekt. In erster Linie betroffen sind sodann hohe Einkommen, weil von den hohen Einkommen mehr Steuern verlangt werden, und damit sind letztlich alle Steuerpflichtigen betroffen. Ein erster Konstruktionsfehler der Initiative besteht nämlich darin, dass man gewissermassen innerhalb der Masse der Steuerpflichtigen eine Limite setzt, von der an mehr Steuern zu bezahlen sind. Es ist, als würden Sie bei einem Skilift, der zwölf Masten hat, den zehnten Mast erhöhen. Wenn Sie das tun, dann werden Sie zwangsläufig den neunten und elften Mast, also die unterhalb und oberhalb angrenzenden Masten, auch erhöhen müssen, und der ganze Skilift verändert sich. Das ist hier das Problem: Man versucht, etwas herauszunehmen, und vergisst, dass lateral Auswirkungen entstehen.
Sehr ausgiebig haben Sie im Weitern über den Föderalismus diskutiert, und ich glaube, das ist auch ein zentrales Thema. Unser Staatsaufbau ist föderalistisch. Aber alle diejenigen, die aus Erfahrung aus ihren Kantonen und Städten gesprochen haben, erinnere ich daran, dass sich ihr Föderalismus sowohl auf die Einnahmen wie auf die Ausgaben bezieht. Jeder Kanton hat ein Steuergesetz. Dieses Steuergesetz wird durch das Parlament erlassen, es unterliegt dem Referendum, und damit wird allgemein festgehalten, wie man Steuern erhebt. Auf der anderen Seite haben Sie das Budget. Das Budget wird vom Parlament beschlossen und unterliegt auch dem Referendum. Damit ist eben der föderale Aufbau bei den Einnahmen wie bei den Ausgaben gesichert. Diese Initiative hier setzt nur bei den Einnahmen an, und sie vernachlässigt die Ausgabenseite. Sie vernachlässigt auch, dass wir ja heute schon einen Ausgleich für besondere Leistungen besonders in Zentrumskantonen haben, z. B. in Kantonen mit Hochschulen oder in Kantonen, die für eine grössere Region kulturelle Leistungen erbringen. Der Föderalismus geht sogar so weit, dass die Kantone die Möglichkeit haben, ihre Abzüge und ihre Tarife weitgehend selbstständig zu gestalten, und auch die Gemeinden und die Städte haben mit dem Steuerfuss eine Manövriermöglichkeit, um von Jahr zu Jahr ihre Aufgaben wahrzunehmen und

AB 2010 N 1087 / BO 2010 N 1087
damit ihre Ausgaben zu bestreiten. Auf diesen Zusammenhang nimmt die Initiative keine Rücksicht.
Viele von Ihnen haben vom Steuerwettbewerb gesprochen; die meisten haben ihn positiv gewürdigt. Wettbewerb bedeutet immer auch, Anreiz zu schaffen. Im Falle der Steuern ist es der Anreiz zu effizientem, zu sparsamem Umgang mit finanziellen Ressourcen. Diejenigen, die das am besten tun, können ihren Steuerpflichtigen auch mit gutem Gewissen die optimalen Leistungen präsentieren. Damit ist es auch möglich, auf die Besonderheiten eines Kantons oder einer Region Rücksicht zu nehmen, wie das Herr Roux aus dem Wallis mit Recht geschildert hat. Wenn diese Initiative angenommen würde, dann bestünde die Gefahr, dass man den Steuer- durch einen Angebotswettbewerb ersetzt. Diejenigen, die es sich nämlich dann leisten können, die werden im Bereich der Subventionen, der Infrastrukturen oder in Nebenbereichen mehr offerieren, weil sie es bei den Steuern nicht mehr tun dürfen. Sie weichen aus. Damit wäre nichts oder wenig gewonnen.
Die Initiative gilt ja nicht für juristische Personen; das ist ein weiterer Konstruktionsfehler. Die juristischen Personen sind doch diejenigen, die bestimmen, wo die Arbeit gemacht wird. Sie sind im Wesentlichen die Arbeitgeber. Die Mobilität, von der Sie gesprochen haben, hat auch mit juristischen Personen zu tun. Wenn sie günstige Verhältnisse vorfinden, dann können die juristischen Personen mobil sein. Dann werden die Arbeitsplätze mitgezogen, und das hat man bei dieser Initiative vergessen.
Der Wettbewerb schliesslich bringt auch Innovation. Wir haben in dieser Session auch über die Situation des Kantons Baselland im Zusammenhang mit dem Bausparen gesprochen. Wir haben früher zur Kenntnis genommen, dass der Kanton Tessin im Zusammenhang mit der Familienbesteuerung ein eigenes Modell gewissermassen als Laborprodukt entwickelt hat. Wir haben auch zur Kenntnis genommen, dass der Kanton Waadt in Bezug auf die Besteuerung von internationalen Organisationen so gut wie der Kanton Zug im Zusammenhang mit der Holdingbesteuerung innovativ war. Sie haben etwas erfunden, und sie haben Erfolg damit, den man nicht bestrafen darf.
Sie haben auch von der Gemeindeautonomie gesprochen, und das ist in der Tat auch ein Aspekt, den man berücksichtigen muss. Herr Fluri hat auf die Städte hingewiesen. In vielen Kantonen haben neben den politischen Gemeinden auch die Schulgemeinden oder die Bezirke eine Steuerhoheit. Wenn Sie eine solche Initiative umsetzen würden, dann würden Sie in dieses Gebilde eingreifen, das von Kanton zu Kanton etwas anders ist.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden ist hier mehrfach erwähnt worden; gerade er hat z. B. noch die Bezirke. Auch hier besteht dann die Gefahr, dass man ausweicht. Wenn man bei den Steuern nicht mehr vorwärtsmachen kann, dann besteht die Gefahr, dass die Gemeinden und Städte versuchen, über die Gebühren etwas zu tun, und das bedeutet dann einen Verlust an verursacherabhängigen Abgaben. Verursacherabhängige Abgaben sind doch etwas Gutes, weil sie eben in der Tat jene in die Pflicht nehmen, die auch Leistungen beanspruchen oder die unerwünschte Situationen verursachen. Es werden dann einfach Steuern in Gebühren oder in Abgaben verwandelt, und das hilft unserem Portemonnaie letztlich auch nicht; wir bezahlen einfach an einem anderen Ort.
Es ist auf den NFA hingewiesen worden - ich möchte das nicht vertiefen -: Die NFA-Problematik wird uns bald wieder beschäftigen, weil hier der Ressourcen- und der Lastenausgleich durch den Härteausgleich abgefedert werden. In der Tat ist dieser Härteausgleich letztlich ein Zeichen, dass heute der unterschiedlichen Entwicklung in der Belastung der Kantone gebührend Rechnung getragen wird. Ich darf Ihnen jetzt schon, bevor wir mit den Zahlen herausrücken, sagen: Der Härteausgleich hat die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.
Ein letztes Element zu dieser Initiative darf und muss doch auch die blosse Schilderung des Status quo sein, der durch eine stark progressive Einkommenssteuer gekennzeichnet ist. Wir haben ja heute schon die Situation, dass höhere Einkommen höher besteuert werden. Das soll auch so sein und so bleiben, aber ich bitte Sie: Nehmen Sie es zur Kenntnis. Wir haben eine Bundesverfassung, welche der ganzen Steuerpolitik als Kriterium die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zugrunde legt. Es gibt Bundesgerichtsentscheide im Bereiche der Steuern, wie jener im Zusammenhang mit dem Kanton Obwalden, wodurch eben das degressive Steuersystem gestoppt wurde. Und wir haben ein Steuerharmonisierungsgesetz, es ist gewissermassen der Begegnungsort zwischen dem Bund und den Kantonen, an dem man sich findet, wenn Steuerprobleme zu lösen sind. Wir dürfen feststellen, dass kein Wettbewerb nach unten, kein "race to the bottom", wie das in der englischen Steuerlehre heisst, stattfindet. Diesem Status quo gelingt es also im Wesentlichen, diesen Ausgleich zu schaffen.
Es sind im Rahmen der über vierzig Voten eigentlich nur zwei Fragen an mich gerichtet worden, die ich abschliessend noch beantworten möchte:
Herr Nationalrat von Graffenried hat mir die Frage gestellt, ob denn der Bundesrat diese unerträglichen Unterschiede in der Besteuerung zwischen den Kantonen nicht sehe. Ich glaube - ich habe es Ihnen vorhin gesagt, und ich wiederhole es gerne -, wir sehen das schon. Aber wir sehen die Einnahmen und die Ausgaben eben als eine Einheit. Sie reden hier nur von den Einnahmen, das ist die eine Hälfte des Staatshaushaltes; die Aufgaben und die Ausgaben sind die andere Hälfte. Diese Initiative bezieht sich nur auf die eine Hälfte, und der Finanzausgleich ist in der Tat eben die Balance zwischen den beiden. Deshalb ist und bleibt unsere Antwort der NFA.
Eine zweite Frage hat mir Herr Nationalrat Hochreutener gestellt. Er wollte wissen, ob wir die NFA-Beurteilung präsentieren und wie wir die Entwicklung des NFA sehen. Ich kann Ihnen sagen, dass wir derzeit in der Wirkungsanalyse betreffend die ersten vier Jahre sind, wie das im Gesetz vorgesehen ist. Wir werden Ihnen die entsprechenden Ergebnisse noch diesen Herbst präsentieren. Wir sind auch im Gespräch mit den Kantonen. Der Bundesrat wird keine revolutionären Anpassungen vorschlagen, weil sich das System als Ganzes durchaus bewährt hat. Wir werden versuchen, vielleicht etwas aktuellere Zahlen zu bekommen, weil der Ressourcenindex in definitiven Zahlen teilweise zwei, drei Jahre zurückliegt, und das hat sich als ein gewisser Nachteil erwiesen. Ich halte es auch für möglich, dass man später weitere Gebiete der Aufteilung zwischen Bund und Kantonen in den NFA einbezieht, dass man also diese Aufgabenteilung irgendwann einmal ausweitet. Der Bundesrat hat ja beim Einstieg in dieses Projekt wesentlich mehr solcher Trennungen von Aufgaben vorgesehen.
Ich komme damit zum Fazit: Der Bundesrat ist der Meinung, dass diese Initiative unnötig ist. Sie hat mit sehr viel administrativem Aufwand und mit sehr vielen Eingriffen wenig Wirkung. Sie hat nicht die Wirkung, die man sich verspricht. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die Gerechtigkeit als Oberbegriff durchaus auf das Steuersystem anzuwenden ist, dass aber in unserem ausbalancierten Steuerwesen, das über die Jahrzehnte entstanden ist, sehr grosse Steuergerechtigkeit herrscht.
Deshalb kommt der Bundesrat zu den folgenden Anträgen: Erstens beantrage ich Ihnen, beide Rückweisungsanträge abzulehnen. Zweitens beantrage ich Ihnen, Volk und Ständen zu empfehlen, diese Initiative abzulehnen.

Rime Jean-François (V, FR), pour la commission: Ce très long débat n'a rien apporté de nouveau sur le fond. J'avais un peu l'impression de me trouver dans une série américaine, avec d'un côté les bons et de l'autre côté les méchants. Les bons sont ceux qui veulent plus d'égalité, qui veulent dépenser plus dans le social, dans les transports publics, et les méchants, ce sont probablement des gens comme moi, des chefs d'entreprise qui gagnent peut-être plus que 250 000 francs, qui ont peut-être plus que 2 millions de francs de fortune, mais qui garantissent des milliers de postes de travail dans ce pays. Alors non, Monsieur Levrat! Je ne crois pas

AB 2010 N 1088 / BO 2010 N 1088
que tous les patrons, tous les gens qui gagnent plus que 250 000 francs sont des profiteurs. On est peut-être d'un certain côté des privilégiés, je l'admets.
Notre fiscalité est très compliquée avec ses impôts directs aux niveaux communal, cantonal, fédéral, avec ses nombreuses taxes et ses toujours plus nombreuses redevances, et il faut quand même garder ce système fédéraliste. Je crois que cela a été dit, la majorité des parlementaires en sont convaincus, on l'a entendu ce matin.
Je vous demande donc de soutenir la proposition du Conseil fédéral et du Conseil des Etats de proposer de rejeter cette initiative populaire. La commission s'est prononcée par 18 voix contre 8 et 1 abstention pour ce rejet. Je vous demande également de rejeter les deux propositions de minorité demandant le renvoi au Conseil fédéral. Nous n'avons pu nous prononcer que sur la proposition de la minorité Schelbert que nous avons rejetée par 16 voix contre 3 et 6 abstentions. Je vous remercie de suivre la commission.


Eintreten ist obligatorisch
L'entrée en matière est acquise de plein droit

Präsidentin (Bruderer Wyss Pascale, Präsidentin): Wir stimmen zuerst über den Rückweisungsantrag der Minderheit Schelbert und danach über den Rückweisungsantrag Ingold ab.

Erste Abstimmung - Premier vote
(namentlich - nominatif; Beilage - Annexe 09.031/4237)
Für den Antrag der Minderheit ... 29 Stimmen
Dagegen ... 117 Stimmen

Zweite Abstimmung - Deuxième vote
(namentlich - nominatif; Beilage - Annexe 09.031/4238)
Für den Antrag Ingold ... 36 Stimmen
Dagegen ... 131 Stimmen

Bundesbeschluss über die Volksinitiative "für faire Steuern. Stopp dem Missbrauch beim Steuerwettbewerb (Steuergerechtigkeits-Initiative)"
Arrêté fédéral sur l'initiative populaire "pour des impôts équitables. Stop aux abus de la concurrence fiscale (Initiative pour des impôts équitables)"

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress, Art. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Titre et préambule, art. 1
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Angenommen - Adopté

Art. 2
Antrag der Mehrheit
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

Antrag der Minderheit
(Fehr Hans-Jürg, Fässler, Rechsteiner Paul, Rennwald, Schelbert, Thorens Goumaz, von Graffenried, Wyss Ursula)
... die Initiative anzunehmen.

Art. 2
Proposition de la majorité
Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Proposition de la minorité
(Fehr Hans-Jürg, Fässler, Rechsteiner Paul, Rennwald, Schelbert, Thorens Goumaz, von Graffenried, Wyss Ursula)
... d'accepter l'initiative.

Abstimmung - Vote
(namentlich - nominatif; Beilage - Annexe 09.031/4239)
Für den Antrag der Mehrheit ... 110 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 64 Stimmen

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