Jans Beat (S, BS):
Es geht hier um ausgesprochen wichtige Güter. Es geht um die Landschaft, es geht um das Bild unserer Schweiz, und es geht auch um die Wohnkosten der Bevölkerung in den betroffenen Regionen. Das sind für die SP ausgesprochen wichtige Güter, und wir sind überzeugt, dass die Fassung, die das letzte Mal vom Nationalrat beschlossen wurde, diese Güter zu wenig ernst nimmt. Es braucht griffigere Bestimmungen im Gesetz, Bestimmungen, wie sie der Ständerat vorgeschlagen hat und wie sie auch die Minderheit van Singer vorschlägt.
Im Ständerat wurde das klargemacht. Diese Ergänzung von Artikel 8 wurde sogar einstimmig verabschiedet, aus der klaren Überzeugung, dass das, was wir bis jetzt vorliegen haben, nicht reicht, um in eine Volksabstimmung zu gehen. Die Bevölkerung wird uns nicht glauben, dass wir es mit der Eindämmung der Zweitwohnungen ernst meinen, wenn wir hier einen solch schwachen Artikel verabschieden. Ich meine, der Ständerat hat hier sehr konstruktiv gearbeitet.
Herr Cathomas, Herr Grunder, Herr Messmer, ich verstehe Sie nicht, wenn Sie sagen, dass diese ergänzenden Präzisierungen Vollzugsprobleme schaffen, Interpretationsprobleme schaffen. Denn die Alternative zu diesen Bestimmungen ist keine Bestimmung. Dann ist die Auslegung des Gesetzes noch viel vager, und wir haben erst recht ein Vollzugsproblem. Denn dann sagen wir den Kantonen, dass sie etwas tun müssen, aber nicht was und nicht wozu. Das wird erst recht Probleme schaffen.
Für die SP ist es aber nicht nur wichtig, mit einem glaubwürdigen Gegenvorschlag in die Abstimmung zu gehen, sondern es ist auch inhaltlich sehr wichtig, diese Vorlage zu präzisieren. Denn es geht, wie gesagt, nicht nur um die Landschaft, sondern es geht auch um die Wohnkosten. Hier
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AB 2010 N 1403 / BO 2010 N 1403
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ergänzt der Ständerat etwas ganz Wichtiges; ich meine, als flankierende Massnahme zur Aufhebung der Lex Koller ist das sehr wichtig. Wir müssen der Bevölkerung klarmachen, dass es hier auch um ihren Schutz vor ausufernden Wohnkosten geht.
Es ist eine wichtige Ergänzung, die hier vorgenommen worden ist. Der Ständerat sagt explizit, dass dort, wo steigende Immobilienpreise der einheimischen Bevölkerung Probleme bereiten, Massnahmen ergriffen werden sollen. Das ist nicht nur für die touristischen Gebiete wichtig, das wird auch für die Städte zunehmend wichtig sein. In Basel, wo ich herkomme, wird es je länger, je mehr ein Thema, dass Zweitwohnungen an den Toplagen, an den Uferlagen, immer mehr überhandnehmen und zu einer Verteuerung des Wohnangebotes führen. Auch hier haben wir gute und wichtige Gründe, etwas zu bieten und dem Ständerat zu folgen.
In diesem Punkt habe ich unglaublich Mühe mit der Haltung der SVP. Da verstehe ich Ihre Haltung wirklich nicht. Bei jeder Gelegenheit erklären Sie uns hier im Saal, wie wichtig es sei, die Probleme einzudämmen, die Ausländer bei uns schaffen. Wenn es aber um reiche Investoren geht, dann sollen für diese plötzlich die Bauzonen geöffnet werden, dann möchte die SVP keine Beschränkungen, dann möchte sie möglichst keine Regulierungen; die können dann kommen, die soll man dann machen lassen. Das versteht auf der Strasse niemand mehr. Es ist eine Art Klassenkampf von oben, den die SVP hier führt: Wenn es reiche Investoren sind, können sie kommen, und sonst sollen sie zu Hause bleiben. Das ist nicht glaubwürdig.
Ich bitte Sie deshalb, dem Ständerat zu folgen, wenn Sie nicht ohnehin die drei Minderheiten unterstützen.