Nationalrat - Herbstsession 2011 - Zweite Sitzung - 13.09.11-08h00
Conseil national - Session d'automne 2011 - Deuxième séance - 13.09.11-08h00

10.3242
Motion Hassler Hansjörg.
Unterstützung des Bundes
für den Herdenschutz
im Zusammenhang
mit Grossraubtieren
Motion Hassler Hansjörg.
Soutien de la Confédération
pour la protection
des troupeaux
contre les grands carnivores
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Nationalrat/Conseil national 30.09.10
Ständerat/Conseil des Etats 16.03.11
Nationalrat/Conseil national 13.09.11

Antrag der Kommission
Zustimmung zur Änderung

Proposition de la commission
Approuver la modification

Le président (Germanier Jean-René, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Schmidt Roberto (CEg, VS), für die Kommission: Im Rahmen der Wolfsdebatte vom 30. September 2010 hat der Nationalrat nicht nur beschlossen, den Wolfsschutz zu lockern und notfalls sogar die Berner Konvention aufzukündigen, sondern wir haben mit 94 zu 85 Stimmen auch die Motion unseres Kollegen Hassler angenommen, die auf eine Verbesserung des Herdenschutzes und dessen Finanzierung zielt. Die Motion verlangte in ihrer ursprünglichen Fassung, dass erstens die anfallenden Kosten für den Herdenschutz vom Bund zu tragen seien, zweitens die Haftungsproblematik bei Übergriffen von Herdenschutzhunden vom Bund zu regeln sei und drittens der Bund ein Monitoring für Herdenschutzhunde einführe.
Der Ständerat begrüsste zwar diese Stossrichtungen, ging jedoch davon aus, dass die Haftungsproblematik im OR bereits geregelt und auch ein Monitoring bereits im Aufbau begriffen sei. Darum hat der Ständerat am 16. März 2011 mit 30 zu 2 Stimmen die Motion Hassler etwas abgeschwächt. Neu wird der Bundesrat im Zusammenhang mit der massiven Zunahme von Grossraubtieren nur mehr beauftragt, einen Bericht über Lösungswege zur längerfristigen Finanzierung der Herdenschutzmassnahmen und deren rechtlicher Absicherung zu erarbeiten. In diesem Bericht ist dann auch die Haftungsproblematik zu thematisieren. Ausserdem soll der Bund das oben erwähnte Monitoring einführen.
Eine grosse Mehrheit der Kommissionsmitglieder der UREK hat es bedauert, dass die Motion Hassler durch den Ständerat abgeschwächt worden ist. Die Wölfe haben sich seit unserer letzten Debatte vor einem Jahr nicht in Luft aufgelöst; inzwischen haben wir rund zwanzig Wölfe in der Schweiz,

AB 2011 N 1365 / BO 2011 N 1365
die auch in diesem Sommer in vielen Kantonen ein grauenhaftes Gemetzel angerichtet haben. Die Bauern sind enttäuscht, dass die Bundesverwaltung auf Zeit spielt und es bis heute weder zur beschlossenen Lockerung des Wolfsschutzes noch zu einem Vorbehalt in der Berner Konvention gekommen ist. Was die Verwaltung in der Revision der Jagdverordnung vorgeschlagen hat, ist ein bisschen zynisch im Vergleich zu dem, was sich draussen in der Natur abspielt.
Bezüglich der Finanzierung der Herdenschutzmassnahmen möchte ich im Hinblick auf den Bericht des Bundesrates schon heute darauf hinweisen, dass in der Kommission mehrheitlich die Meinung vertreten worden ist, dass die zusätzlichen Kosten für den Herdenschutz nicht dem Landwirtschaftsbudget belastet werden dürfen.
Der Ständerat hat den Auftrag zu einer Bundesfinanzierung des Herdenschutzes gemäss Motion Hassler in einen Auftrag zu einem Bericht abgeschwächt. Das ist schade. Doch der Nationalrat kann heute nur mehr der abgeschwächten Fassung des Ständerates zustimmen oder die Motion insgesamt ablehnen. Darum schlägt Ihnen die Kommission mit 16 zu 0 Stimmen bei 7 Enthaltungen vor, die Motion in der vom Ständerat beschlossenen Fassung anzunehmen.

Freysinger Oskar (V, VS): Haben Sie nicht auch den Eindruck, die einzige Lösung - mit der wir wirklich frei entscheiden könnten - wäre es, aus der Berner Konvention auszutreten, um dann mit Vorbehalt für die Grossraubtiere wieder beizutreten? Alles andere ist doch Geplänkel, nicht?

Schmidt Roberto (CEg, VS), für die Kommission: Ich darf Ihnen sagen, dass wir das hier im Rat so beschlossen haben. Wir haben eigentlich aufgrund eines Minderheitsantrages von mir gegen den Willen des Bundesrates und der UREK-NR die Annahme der Motion Fournier 10.3264 beschlossen, die verlangt, dass wir einen Vorbehalt in die Berner Konvention einbringen. Das würde genügen. Wenn das nicht geht, haben wir beschlossen, diese Konvention zu kündigen.

Favre Laurent (RL, NE), pour la commission: Notre commission a procédé à l'examen de la motion Hassler adoptée par le Conseil national le 30 septembre 2010 et modifiée par le Conseil des Etats.
Tout d'abord, je ferai un léger rappel sur le fond. Les grands carnivores sont de retour en Suisse. Le nombre de loups augmente nettement. On a pu identifier les premières femelles et on peut en déduire que les premières meutes vont bientôt se former. Les troupeaux de chèvres et de moutons en particulier, mais aussi ceux de vaches mères sont de plus en plus menacés par les grands carnivores. Les agriculteurs ont donc été obligés de prendre des mesures pour protéger leurs troupeaux, en s'attachant entre autres les services de chiens de protection. Les problèmes liés à la protection des troupeaux sont toutefois nettement plus complexes que ceux que l'on avait imaginés et les solutions trouvées s'avèrent plus onéreuses que prévu. Selon la commission, il ne faut pas que les agriculteurs aient à assumer les coûts supplémentaires occasionnés par le retour des grands carnivores.
Sur le principe, le Conseil des Etats a soutenu les objectifs de la motion. Toutefois, à l'instar du Conseil fédéral, il a souligné que la question de la responsabilité était déjà réglée à l'article 54 du Code des obligations et qu'un suivi pour les chiens de protection de troupeaux était en cours. Néanmoins, eu égard à l'augmentation du nombre de grands prédateurs et à l'expansion de leur territoire, le Conseil des Etats a estimé judicieux de poursuivre, voire de renforcer, les mesures que la Confédération a déjà prises en matière de protection des troupeaux.
Pour ces raisons, il a adopté, par 30 voix contre 2, une version modifiée de la motion dont on parle aujourd'hui. Elle demande au Conseil fédéral de rédiger un rapport sur les solutions envisageables concernant le financement à long terme des mesures de protection des troupeaux, ainsi que sur leur fondement juridique. Ce rapport abordera également la question de la responsabilité en cas d'attaque de la part de chiens de protection. De plus, la Confédération doit introduire un système de suivi de la mise en place de la protection des troupeaux.
De nombreux membres de la commission regrettent que le Conseil des Etats ait atténué le texte de la motion. Cependant, considérant que le Conseil national doit désormais soit adopter la motion dans sa version modifiée, soit la rejeter dans son ensemble, la commission vous propose clairement de l'adopter puisque le problème évidemment subsiste.
Lors de la discussion, les membres de la commission n'ont pas su se mettre d'accord sur le mode de financement des mesures de protection des troupeaux. Toutefois, comme le texte modifié charge justement la Confédération de rédiger un rapport au sujet de solutions envisageables concernant le financement à long terme, c'est par 16 voix contre 0 et 7 abstentions que votre commission soutient la motion modifiée et vous propose ainsi de l'adopter.

Leuthard Doris, Bundesrätin: Ich bin sehr froh, dass der Ständerat die Motion Hassler abgeändert hat. Es ist mir nämlich möglich, dieser abgeänderten Fassung zuzustimmen.
Es ist ein Thema, das eine finanzielle Komponente hat; es stellt sich natürlich auch die Frage nach der Rolle des Bundes. Gestützt auf Artikel 10 Absatz 4 der Jagdverordnung hat das Bafu die Möglichkeit, die Konflikte zwischen Herdenschutz und Raubtieren mit einem Präventionsprogramm zu vermindern. Wir setzen dafür derzeit rund 800 000 Franken pro Jahr ein; sie dienen der Beratung sowie der Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen.
Wenn man jetzt weiter gehen würde, wie das der ursprüngliche Motionstext wollte, dann müsste der Bund sämtliche Kosten für den Herdenschutz tragen, und das in einem Umfeld, in dem gleichzeitig auch noch über den Agrarkredit für allfällig gerissene Tiere Ersatz geboten wird. Wir hätten dann quasi eine Verdoppelung der Leistungen.
Wir sind uns einig, dass es sinnvoll ist, den Herdenschutz zu verbessern, weil er präventiv wirkt und Schäden verhindern kann. Das ist der Konsens, den, glaube ich, auch das Parlament gefunden hat. Es braucht deshalb ein Grossraubtier-Management, und es braucht bei der Umsetzung des Herdenschutzes mit den Kantonen griffige Massnahmen.
Die Erfahrungen in diesem Sommer haben gezeigt, dass der Herdenschutz mit Hunden, Zäunen und Hirten in aller Regel gut funktioniert. Alle Risse - es waren in diesem Jahr bisher 130 - sind in ungeschützten oder nicht ausreichend geschützten Herden aufgetreten. Auf den etwa 80 ausreichend geschützten Alpen waren sogar gar keine Risse zu beobachten. Das ist ein Indiz dafür, dass dieser Herdenschutz offenbar ein erfolgreicher Weg ist.
Wir müssen jetzt aber zuerst fundiert abklären, welche gesetzlichen Grundlagen zur längerfristigen Finanzierung des Herdenschutzes nötig sind, mit welchen Kosten der Bund zu rechnen hat und über welches Budget das abgewickelt werden soll. Es gibt eine Arbeitsgruppe Bafu/BLW, die jetzt eine Lösung sucht und voraussichtlich im nächsten Jahr mit diesem Bericht Vorschläge unterbreiten wird.

Angenommen - Adopté

AB 2011 N 1366 / BO 2011 N 1366

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