Heim Bea (S, SO):
Erlauben Sie mir, ein paar Gedanken zum letzten Geschäft der KöB hier im Rat einzubringen. Ich möchte zuerst zur gesamten Vorlage sprechen, um nachher auf den Antrag Hany zu kommen.
Der Bundesrat beantragt die Erhöhung des Verpflichtungskredites um 220 Millionen Franken - ein grosser Betrag, der gut begründet sein will. Darin ist der Rahmenkredit von 150 Millionen Franken für zivile Bauten enthalten. In der Botschaft ist viel von nachhaltigen Standards und Energieeffizienz die Rede. Aber von den 150 Millionen Franken sind nicht mal 3 Prozent für erneuerbare Energien vorgesehen. Das ist zu wenig, so kommen wir mit der endlich anzupackenden Energiestrategie nicht voran! Ausgerechnet bei Bauten in südlichen Regionen, bei Zoll- und Gewächshäusern, fehlen erneuerbare Energien. Dafür prüft man Solarprojekte in Bern. Okay, das kann man tun, aber es wäre effektiver, nicht nur zu prüfen, sondern zu handeln und Bauten im Tessin zu bestücken. Unverständlich ist auch, dass nicht mal für Projektbauten des EDA in Algier, Nairobi, Bangalore usw. Solarenergie vorgesehen ist. Wir wollen, dass sich die Schweiz als modernes Land profiliert, als Land der Energiezukunft und des energiepolitischen Neuen, als Land des Energiefortschrittes - als Land, das in diesen Regionen Anstösse für die Zukunft gibt.
Zur Kürzung beim Bundeshaus Ost: Die SP-Fraktion hat in der Kommission diese Kürzung mitgetragen. Natürlich begrüssen wir die energetischen Sanierungen, auch die Konzentration von Büroräumen in eigenen Gebäuden, aber 24 Millionen Franken für ein Untergeschoss, Lagerräume, technische Einrichtungen und ein Rechenzentrum - das ist sehr teuer! Es ist wohl die teuerste Art, um einen Kubikmeter Lagerraum zu errichten. Wir hätten eine günstigere Alternative erwartet und eine grössere Reduktion des Energiverbrauches dazu.
Dass diesem zu teuren Projekt möglicherweise zudem stadtgeschichtlich wichtige Funde wie Reste des jüdischen Friedhofs, ein jüdisches Haus - das "domus judaeorum" - und Reste des Dominikanerinnenklosters aus dem 14. Jahrhundert zum Opfer fallen würden, sind weitere Kritikpunkte.
Sehr spät, einen Monat nach der KöB-Sitzung, melden die Parlamentsdienste bei der Verwaltungsdelegation ihre Bedenken für den Fall an, dass das Untergeschoss nicht realisiert wird: Das Rechenzentrum müsse dringend im Hause sein, im Untergeschoss Platz finden, um optimale Informatikdienstleistungen erbringen zu können. Sie entkräften auch das Gegenargument, die ETH habe das Rechenzentrum auch nicht im Hause, sondern im Tessin. Im Weiteren würden mit dem Untergeschoss zusätzlich 60 Arbeitsplätze frei, die es ebenfalls dringend brauche. Darum müsse das Untergeschoss realisiert werden. Schade, dass wir diese Argumente der Betroffenen erst jetzt vernehmen. Mit anderen Worten, die Information zuhanden der KöB war unvollständig - kein geglückter Abschluss der Zusammenarbeit des BBL mit der KöB!
Gerade darum - ich komme zu einem anderen Schluss als Herr Killer - bedauere ich, dass die KöB aufgelöst wird, denn ich habe grösste Bedenken mit Blick auf solche millionenschweren Bauprojekte, die künftig vermutlich im Rahmen der Finanzkommission geprüft werden. Wird die Zeit ausreichen, um mit den richtigen Fragen zu den nötigen Informationen zu kommen? Wird man den unabdingbaren Imperativ, in und auf Bundesbauten erneuerbarer Energien einzusetzen, wirklich konsequent umsetzen? Ich habe meine Bedenken.
Was diese Immobilienbotschaft betrifft, wird sich die SP-Fraktion ihre Meinung aufgrund der heute noch vorgebrachten Argumente bilden und bei diesem Kürzungsantrag der KöB wohl nicht geschlossen stimmen.