Widmer-Schlumpf Eveline, Bundesrätin:
Gestatten Sie mir eine Vorbemerkung: Wenn Sie hier den Anträgen zustimmen würden bzw. diese drei Positionen auch noch kürzen würden, wie von der Minderheit Zuppiger bzw. der Mehrheit verlangt, dann würden Sie mit einer Holzhammermethode 300 Millionen Franken im Wesentlichen im Personalbereich streichen. Ich denke, man kann sich durchaus Gedanken darüber machen, wo man streichen kann, das ist unbestritten. Man muss sich dann aber auch über den richtigen Weg Gedanken machen. Ich bin tief davon überzeugt, dass es, wenn Sie dies so machen, mit Sicherheit der falsche Weg ist. Wenn man das seriös machen will, muss man tatsächlich, wie ja von Ihrer Seite auch immer wieder betont wird, über die Aufgaben diskutieren.
Dann möchte ich Sie bitten, auch unsere Projekte aus der Aufgabenüberprüfung zu unterstützen. Der Bundesrat hat seit 2010 schon verschiedene Projekte vorgelegt, die immer wieder Schiffbruch erlitten, und zwar nicht weil der Bundesrat diese nicht realisieren wollte, sondern weil das Parlament die Projekte nicht wollte. Der einzige seriöse Weg besteht darin, die Aufgaben zu definieren und dabei auch zu definieren, wie viel Personal notwendig ist, um diese korrekt zu erledigen.
Ich möchte Sie bitten, die Positionen "Informatik", "Beratungsaufwand" und "Übriger Betriebsaufwand" nicht zu kürzen. Ich hoffe auch, dass Sie im Falle einer Differenz die andere Position, die Sie bereits gekürzt haben, dann vielleicht doch nicht kürzen.
Zur Informatik: Wenn Sie den Voranschlag 2011 mit dem Voranschlag 2012 vergleichen, sehen Sie, dass wir ein Minuswachstum haben. Wir haben zwar beim Betrieb und beim Unterhalt ein Plus, aber bei den Softwarebeschaffungen ein Minus. In der Bilanz ergibt das ein Minus von einer Million Franken. Man kann also nicht sagen, dass auch die Mittel in diesem Bereich ansteigen. Im Übrigen ist es so, Herr Nationalrat Schelbert, wir haben Projekte priorisiert - es sind verschiedene schwierige Projekte -, wir haben Arbeitsplätze standardisiert. Das wird sich nächstes Jahr auswirken, und auch darüber werden wir Bericht erstatten. Wir haben im Bereich Telekommunikation Synergien geschaffen, und wir werden Ihnen darüber berichten, wie sich dies 2013 auswirken wird. Wir werden einen entsprechenden Bericht für Sie machen.
Jetzt noch zur Frage des Beratungsaufwandes: Was ist denn in diesem Beratungsaufwand überhaupt budgetiert? Darin enthalten sind Gutachten, Expertisen, Auftragsforschungen, und zwar dort, wo wir Kompetenzen brauchen, die wir in der Verwaltung nicht haben, um die Aufgaben wirklich gut erledigen zu können. Wir kaufen also Wissen ein, wenn Sie so wollen, und zwar über private und öffentliche Forschungseinrichtungen; das ist auch eine Art Wirtschaftsförderung.
Wo müsste man, wenn Sie das so beschliessen, am meisten einsparen? Das wäre beim Bundesamt für Energie, also bei der Forschung im Energiebereich, bei Energie Schweiz - das wären jene Positionen, bei denen wir kürzen müssten -; das wäre beim Bundesamt für Umwelt, auch hier bei der angewandten Forschung, was in Bezug auf die Fragen zum Klimawandel ein grosses Problem wäre; das wäre weiter im Bereich Bundesamt für Gesundheit, bei all diesen Forschungsprojekten, die wir jetzt durchführen, um die Gesundheitskosten überhaupt in den Griff zu bekommen; und das wäre bei der Verteidigung, denn das VBS hat einen sehr grossen Beratungsaufwand, und auch dort müsste natürlich entsprechend gekürzt werden. Das sind nur ein paar Positionen, damit Sie wissen, was Sie machen, wenn Sie diese Kürzungen vornehmen.
Was den übrigen Betriebsaufwand betrifft, wurde bereits gesagt, was darunterfällt. Es sind also Aufwendungen, die wir haben, um unsere eigenen Aufgaben erfüllen zu können. Auch hier: Wo würde man kürzen müssen? Wir müssten wiederum bei der Verteidigung kürzen, dann bei der Zollverwaltung, beim Bundesamt für Gesundheit und im Bereich Migration, also dort, wo es um die Betriebsausgaben für die Empfangszentren geht, die wir ja möglichst optimal ausgestalten müssen, um das Problem möglichst schnell erledigen zu können.
Sie sehen also: Mit Kürzungen schaffen Sie keine Probleme ab; Sie schaffen so auch keinen Nutzen, sondern nur zusätzliche Kosten an einem anderen Ende. Ich möchte Sie bitten, das nicht zu tun.