Glanzmann-Hunkeler Ida (CE, LU):
Ich habe meine parlamentarische Initiative nach einer intensiven Diskussion im Kanton Luzern eingereicht, als ein Vater forderte, dass in der Schule zuerst einmal die Kruzifixe und dann auch noch die Kreuze zu entfernen seien. Der ganze Streit eskalierte so weit, dass die Familie dieses Vaters, eine Freidenkerfamilie, Drohbriefe erhielt und als Konsequenz schlussendlich die Ortschaft verliess. Die Medien machten daraus wahrlich einen Glaubenskrieg und unterstellten der Gemeinde, dass sie sehr katholisch und sehr konservativ sei. Dies stimmt aus meiner Sicht nicht, und ich habe sehr grosses Verständnis für die Einwohnerinnen und Einwohner dieser Gemeinde. In den Medien wurde für die Einwohner dieser Gemeinde das Wort "Katholiban" gebraucht, ein Schimpfwort, das ich sehr schlimm finde.
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AB 2012 N 214 / BO 2012 N 214
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Unsere Kultur, und dazu zähle ich nun einmal auch die Kreuze, muss sich je länger, je mehr rechtfertigen, um in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Das Kreuz ist - zumindest für mich - nicht nur ein Zeichen des katholischen Glaubens. Für mich ist es gelebte Kultur und gehört zu unserer Geschichte. Wir finden überall Kreuze, und diese signalisieren Sicherheit oder stehen als Zeichen für Frieden. Sie stehen manchmal mitten auf einer Wiese oder am Wegrand. Sie laden ein zum Innehalten, zum Nachdenken, und dies ist aus meiner Sicht absolut nicht nur mit dem Glauben verbunden. Sie sind Zeichen einer tiefgründigen Kultur.
Traditionen seien da, um hinterfragt zu werden, war zum gleichen Zeitpunkt auch in der "Zentralschweiz am Sonntag" zu lesen. Die Geschäftsführerin der Freidenker-Vereinigung forderte, dass Kreuze nicht nur aus den Schulzimmern, sondern auch aus den Spitälern entfernt werden sollten; ebenso will sie keine Gipfelkreuze mehr.
Ich will für unsere Traditionen und unsere Kultur einstehen. Ich will, dass wir auch in Zukunft zu unseren Wurzeln stehen dürfen und auch die damit verbundenen Zeichen nicht verstecken müssen, dass diese also in der Öffentlichkeit präsent sein können. Viele Traditionen ändern sich mit der Zeit, aber ich finde es schlimm, wenn Einzelpersonen bei uns in der Schweiz auf ihre Rechte pochen können und wir als Gesellschaft unsere Kultur, die traditionell tief verwurzelt ist, aufgeben müssen.
Bei diesen Diskussionen hatte ich immer wieder den Eindruck, dass wir uns in der Schweiz zwar allen Glaubensrichtungen anpassen und alle anderen dulden sollten, dass wir aber kein Recht mehr haben, unsere Kultur zu leben. Das ist dann auch der Grund dafür, dass ich diese parlamentarische Initiative eingereicht habe und damit eine Verankerung der Symbole der christlich-abendländischen Kultur in der Verfassung anstrebe. Ich habe immer den Eindruck, dass wir in der Schweiz zuerst allem anderen einen Platz einräumen, bevor wir zu unseren Werten stehen.
Wenn wir ins Ausland reisen, erleben wir die Kulturen von fremden Ländern. Die sind sehr oft ebenfalls von Religion geprägt, und dort ist man stolz auf die eigene Kultur. Ich bin wirklich weltoffen und habe keine Mühe damit, dass in der Schweiz fremde Menschen mit unterschiedlicher Herkunft leben. Ich will mich aber dafür einsetzen, dass unsere Kultur respektiert wird, dass wir uns nicht dafür schämen müssen und dass wir sie nicht nur noch im Versteckten pflegen dürfen.
Besten Dank, wenn Sie meine parlamentarische Initiative unterstützen.