Fehr Jacqueline (S, ZH):
Die parlamentarische Initiative der grünen Fraktion fordert die Umsetzung des Modells, das die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen entwickelt hat, ein Modell für Elternzeit und Elterngeld. Dieses Modell skizziert Eckpfeiler, und es skizziert die Finanzierung. Es skizziert diese Grundsätze, ohne sie bereits festzulegen - dies einerseits deshalb, weil das Gegenstand politischer Aushandlungsdiskussionen ist, anderseits aber auch deshalb, weil die Möglichkeiten, wie eine solche Elternzeit ausgestaltet werden kann, weit über ein solches Modell hinausgehen.
Die SP-Fraktion unterstützt diese parlamentarische Initiative, weil wir Handlungsbedarf sehen. Die Möglichkeit, genügend Zeit mit der Familie zu verbringen, ist für Väter und Mütter eines der grössten Anliegen, das sie in allen Umfragen formulieren. Gerade in der Zeit, wenn die Kinder auf die Welt gekommen sind, und in den ersten Lebensjahren der Kinder stehen Väter und Mütter in der Rushhour ihres Lebens. Die beruflichen Anforderungen sind sehr hoch, die familiären Anforderungen sind sehr hoch. Da ist es dringend notwendig, dass ihnen mehr Zeit zur Verfügung steht, damit sie der Familie, sich selber und auch ihrer beruflichen Zukunft Sorge tragen können und dabei gesund und fit bleiben.
Es gibt verschiedene Wege, wie dieses Anliegen der Elternzeit umgesetzt werden kann. Im Moment sind es vor allem grössere Unternehmen, die vorangehen, die Post, aber auch privatwirtschaftliche Unternehmen. Es gibt andere Möglichkeiten, die eher in der Sozialpartnerschaft liegen, indem die Gewerkschaften zusammen mit den jeweiligen Vertretern der Arbeitnehmerschaft in den Gesamtarbeitsverträgen Regelungen aushandeln. Für einen ganz grossen Teil der Arbeitenden sind diese Modelle aber ungenügend, weil sie weder gewerkschaftlich organisiert noch in einem GAV-unterstellten Unternehmen oder in einem Grossunternehmen tätig sind. Es sind sehr häufig diese Leute, die einen besonderen Schutz brauchen. Deshalb kommt auch für uns eine gesetzliche Regelung infrage, wie sie eben das Modell der Eidgenössischen Familienkommission vorschlägt.
Wir wären auch bereit gewesen, diese parlamentarische Initiative zurückzustellen, bis der versprochene Bericht des Bundesamtes für Sozialversicherungen vorliegt - er wurde auf diesen Frühling versprochen -, in dem verschiedene Modelle skizziert und einander gegenübergestellt werden. Die Kommission wollte dieser Sistierung aber nicht zustimmen, sodass wir jetzt über die parlamentarische Initiative abstimmen.
Wie ich einleitend gesagt habe, beantragt Ihnen die SP-Fraktion, dieser parlamentarischen Initiative in der ersten Phase Folge zu geben.