Ständerat - Herbstsession 1999 - Siebente Sitzung - 29.09.99-08h00
Conseil des Etats - Session d'automne 1999 - Septième séance - 29.09.99-08h00

99.029
Rüstungsprogramm 1999
Programme d'armement 1999
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Botschaft und Beschlussentwurf vom 31. März 1999 (BBl 1999 3739)
Message et projet d'arrêté du 31 mars 1999 (FF 1999 3403)
Beschluss des Nationalrates vom 1. Juni 1999
Décision du Conseil national du 1er juin 1999

Rochat Eric (L, VD), pour la commission: Le programme d'armement 1999 que nous présente le Conseil fédéral est le moins important depuis de très nombreuses années. Avec 1,019 milliard de francs, il est inférieur de 300 millions de francs au programme 1998 et s'inscrit en diminution de 53 pour cent par rapport aux programmes du début des années nonante. Un tel programme correspond à l'évolution de la politique de sécurité du Conseil fédéral, mais rend compte aussi des efforts financiers très importants qui sont demandés à l'armée depuis bientôt dix ans.
Le programme d'armement 1999 comprend quatre catégories d'objets:
1. La seconde partie du programme Florako de surveillance aérienne: vous vous souvenez que nous avons accepté l'année passée le système Florako. Nous savions alors qu'une seconde tranche nous serait soumise, qui comprendrait l'acquisition et l'intégration de deux nouveaux radars primaires et de deux radars secondaires, ainsi que des travaux préparatoires pour l'intégration d'une connexion avec les systèmes radar des F/A-18. Dans l'intervalle, l'adaptation des systèmes au sol Taflir a été abandonnée à la suite d'études approfondies et du rapport coût-utilité. La tranche concernant la seconde partie du système Florako de surveillance aérienne se monte à 239 millions de francs.
2. Des équipements de communication: qu'il s'agisse d'un système à faisceaux hertziens, du raccordement radio au réseau intégré de télécommunications militaires ou de nouveaux appareils radio pour la troupe, le montant de la facture est de 246 millions de francs. Il s'agit ici de plusieurs milliers d'appareils pour la troupe.
3. Munitions: des projectiles à submunitions pour des lance-mines de 12 centimètres et des munitions de 15,5 centimètres. Ce point met en évidence l'évolution des concepts dans l'armée. Les quantités de munitions sont maintenues à un niveau réduit, mais le fait de disposer de calibres identiques permet de réaliser les exercices de tir avec l'ancienne munition à disposition. Montant d'acquisition: 195 millions de francs.
4. Véhicules: d'une part, 205 chars de grenadiers à roues; d'autre part, 150 voitures de livraison civiles de type Mercedes et 250 camions d'un nouveau type avec diverses structures interchangeables, le tout pour 247 millions de francs.
Il reste à ajouter deux objets: d'une part, des assortiments d'éclairage et d'alimentation en courant pour les troupes de sauvetage; d'autre part, un simulateur tactique pour les formations mécanisées qui offre l'avantage de pouvoir exercer librement le combat de deux formations mécanisées adverses sur un terrain qui est généré par ordinateur, d'une surface évaluée à 900 kilomètres carrés. Coût de cette installation: 68 millions de francs.
En conclusion, j'aimerais souligner que la part indigène dans ce programme d'armement est de 456 millions de francs, soit 45 pour cent, la part répartie à l'étranger concernant surtout l'Allemagne, la France, Israël et les Etats-Unis.
Le montant des commandes compensatoires est estimé à 317 millions de francs. Nous insistons ici sur l'importance que nous attribuons à une répartition harmonieuse des travaux et des commandes compensatoires entre les différentes régions du pays, et savons gré à M. Ogi, conseiller fédéral, et au chef de l'armement des efforts qu'ils font et feront encore dans ce sens.
Le Conseil national s'est penché sur cet objet à la session d'été et l'a très largement accepté. (BO 1999 N 845) A son tour, votre commission s'est prononcée favorablement, par 9 voix et avec une abstention, et vous recommande de faire de même.

Loretan Willy (RL, AG): Das Rüstungsprogramm 1999 liegt mit einer guten Milliarde Franken an Verpflichtungskrediten im Total deutlich unter dem Durchschnitt der letzten zwölf Jahre und ist rund halb so gross wie z. B. die Rüstungsprogramme aus der zweiten Hälfte der achtziger Jahre. Die Zeiten haben sich geändert, und auch das frühere EMD, das heutige VBS, hat sich nach den neuen Gegebenheiten auszurichten. Mit Blick auf die wohl wesentlich kleinere "Armee XXI", verglichen mit der heutigen Armee, ist die Vorlage vertretbar und macht Sinn. Ich begrüsse es, dass in unserem Rat keine Anträge - weder in der vorberatenden Kommission noch offenbar jetzt hier im Plenum - eingereicht worden sind, dieses im Vergleich zu früher "magere" Rüstungsprogramm noch weiter zu kürzen; Anträge, wie sie im Erstrat zur Diskussion gestanden sind.
In der vom Bundesrat vorgelegten und von der Sicherheitspolitischen Kommission unseres Rates unterstützten Form kann ich dem Programm zustimmen. Die Schwerpunkte sind richtig gesetzt, sie entsprechen dem Hauptauftrag der Armee: Schutz der Bevölkerung und unseres Territoriums vor Übergriffen von aussen, sei es unterhalb oder oberhalb der sogenannten Kriegsschwelle, insbesondere auch Schutz unseres Luftraums, Stichwort Florako. Gerade für die Sicherheit des Luftraums haben wir, da wir ja keinem Militärbündnis angehören, selber besorgt zu sein.
Innerhalb dieser positiven Gesamtwürdigung stellt sich aber im Zusammenhang mit dem Beschaffungsantrag für die dritte Tranche von Radschützenpanzern Piranha für die Infanterie dennoch eine Frage. Der Bundesrat und das VBS beantragen uns die Halbierung der ursprünglich vorgesehenen dritten Beschaffungstranche im Umfang von wiederum 205 Radschützenpanzern auf 105 Fahrzeuge. Ich verweise auf die Botschaft, Ziffer 233 auf den Seiten 55f. Die Beschaffung erfolgt ausschliesslich für die Felddivisionen im Rahmen des Programms "Armee XXI". Die Anzahl der beantragten Fahrzeuge basiert auf der Annahme von vier mechanisierten Infanteriebrigaden sowie von zusätzlichen Spezialeinheiten.
Unerwähnt bleibt einmal mehr der Bedarf der Territorialformationen, der Territorialinfanterie. Ich gehe davon aus, dass auch die "Armee XXI" nicht ohne die heutigen Territorialformationen auskommen wird - auch wenn ihre Anzahl vermindert wird -, wenn sie den Auftrag der "Prävention und der Bewältigung existentieller Gefahren" erfüllen können soll.
In der heutigen Ausgabe der "Neuen Zürcher Zeitung" kann man von einem Vortrag des Unterstabschef Planung, Divisionär Siegenthaler, vor Zürcher Offizieren von vorgestern lesen. Er stellt folgende These auf, versieht sie allerdings mit einem Fragezeichen: "Ende der Territorial-Infanterie?" Ich weiss, dass solche Szenarien auch in der Geschäftsleitung des VBS diskutiert werden; das ist auch richtig so. Ich bin aber nicht überzeugt, ob die Stossrichtung von Divisionär Siegenthaler richtig ist. Nach meinen Erkundigungen beim Kommandanten einer Territorialdivision wird den Formationen der Territorialinfanterie gerade wegen der abgesenkten Anzahl dieser Formationen in Zukunft vermehrte

AB 1999 S 842 / BO 1999 E 842
Beweglichkeit abgefordert werden. Heute sind sie nur zu rein statischen Einsätzen befähigt.
Der Bedarf nach raschen, geschützten Verschiebungen wird sich erhöhen und damit der Bedarf nach gepanzerten und zum Schutz dieser Formationen bewaffneten Fahrzeugen. Dafür ist der Radschützenpanzer Piranha durchaus geeignet. Dazu kommt, dass ein Schützenpanzer als Verschiebungsmittel für einen allfälligen Gegner ganz andere Signale aussendet als ein Lastwagen, ein Jeep oder gar ein Fahrrad. In der "Armee XXI" werden Mobilität und Schutz, kombiniert miteinander, mehr gefragt sein als heute, wo die Armeebestände noch hoch sind.
Aber auch für die nach dem Willen des Bundesrates vermehrt vorzusehenden Auslandeinsätze - der Auftrag in diesem Sektor lautet "Friedensunterstützung und Krisenbewältigung" -, Einsätze im Rahmen der Uno und der OSZE, sind gepanzerte und bewaffnete Fahrzeuge für Verschiebungen unabdingbar. Man kann nicht dauernd von Kooperation und "Hingehen zur Krise" reden, ohne solchen Absichten die entsprechenden Mittel zu unterlegen.
Gestützt auf solche Überlegungen hätte der Bundesrat für die Ausrüstung auch eines Teils unserer Territorialinfanterie eigentlich die ganze dritte Tranche Radschützenpanzer beantragen müssen, also auch die zweite Hälfte dieser Tranche. Dies hätte er um so mehr tun müssen, als nach meinen Erkundigungen der dem VBS für die Armee gemäss Stabilisierungsprogramm 1998 und "rundem Tisch" zur Verfügung stehende Ausgabenplafond von 12,88 Milliarden Franken für die Jahre 1999 bis 2001 die Beschaffung einer vollständigen dritten Tranche Radschützenpanzer erlauben würde. Das ist ja im nachhinein mit Bezug auf die seinerzeit aus der Sicht der Armee am "runden Tisch" geübte Kritik eine erfreuliche Feststellung. Ich bin aber selbstverständlich nicht der Meinung, dass man nun nicht zwingend nötige Beschaffungen, mit Blick auf die "Armee XXI", vornehmen sollte, nur um diesen Finanzrahmen auszuschöpfen. Das Nötige indessen sollte man doch tun, wenn es heute schon absehbar ist. Ich habe auf einen Antrag verzichtet. Im nächsten Rüstungsprogramm muss indessen die aufgeworfene Frage tranchiert werden.
Ich bitte also den Vorsteher des VBS, hier eine entsprechende Beurteilung abzugeben, vielleicht auch zum vorhin zitierten Artikel in der "NZZ" von heute. Ich danke im voraus, Herr Bundesrat.

Schmid-Sutter Carlo (CE, AI): Selbstverständlich bin ich für Eintreten und auch für Zustimmung zu diesem Beschluss. Eine Bemerkung des Kommissionspräsidenten hat mich in der Absicht bestärkt, eine Problematik in diesem Bereich aufzugreifen. Herr Rochat hat darauf hingewiesen, dass es in der Botschaft auf Seite 11 (Ziff. 161) heisst: "Der Inlandanteil des mit dieser Botschaft beantragten Materials wird auf 456 Millionen Franken .... veranschlagt", was 45 Prozent des Gesamtvolumens der Aufträge entspreche. Nachdem ich mir aber vor Augen geführt habe, dass ein Posten "Mowag" aufgeführt ist - das ist die Beschaffung des Radschützenpanzers Infanterie, dritte Tranche, von 132 Millionen Franken -, frage ich mich natürlich schon, ob diese 45 Prozent noch stimmen. Dieser Radschützenpanzer wird von der Mowag hergestellt; mit einbezogen ist auch noch Oerlikon-Bührle. Wenn ich daran denke, dass diese beiden Firmen ins Ausland verkauft worden sind, ist der Inlandanteil am Radschützenpanzer praktisch gleich null. Wir kommen mit anderen Worten auf eine Beschäftigungswirksamkeit im Inland von 32 oder 33 Prozent.
Das kann man einmal so sehen und so stehenlassen. Aber dann stellt sich sofort die Frage nach der Unabhängigkeit der Schweiz im Rüstungsbereich. Diese Unabhängigkeit war nie eine vollkommene, darüber sind wir uns vollkommen im klaren. Aber wir betrachteten in der Vergangenheit bestimmte Sachen als Kernkompetenzen und schauten, dass wir z. B. bei der Munition noch einigermassen "bei den Leuten" waren. Wir hatten auch eine rechte Anzahl von grösseren Firmen, die im Rüstungsbereich durchaus mithalten konnten, eben z. B. die Mowag im Traktionsbereich oder die SIG, eine Firma, die immer noch im Waffenbereich tätig ist; die Contraves war ebenfalls im Waffenbereich tätig.
Wo sind die unteren Schwellen, die unteren Grenzen, unter die man nicht gehen kann, ohne dass die eigentliche Souveränität der Schweiz im Rüstungsbereich praktisch aufgegeben wird? Hier hängt natürlich sehr vieles davon ab, was man noch als Kernkompetenz der schweizerischen Rüstungsindustrie definiert, sei es der privaten, sei es jener des Bundes. Ich meine, solange wir Hemden nähen können, hat das mit regionaler Verteilung der Aufträge etwas zu tun, aber es ist keine Kernkompetenz der schweizerischen Rüstungsindustrie, diese "Gnägi-T-Shirts" zu fabrizieren. Ich spreche von der elektronischen Kriegführung, bei der wir in diesem Botschaftsteil sehr klar sehen, wo wir bei der Beschaffung stehen: Schweizer Firmen sind praktisch nirgends mehr zu finden. Wir haben Thomson-CSF und andere Firmen, welche immer zum Zuge kommen. Wir haben die intelligente Munition; da sind Schweizer Firmen nirgends mehr dabei. Diese Kanistermunition wird aus Israel importiert und zum Teil noch in der Schweiz etwas nachgefertigt. Aber im wesentlichen ist die schweizerische Industrie, sei es die private, sei es die eidgenössische, nicht mehr in der Lage, mitzuhalten.
Ich wäre dankbar, wenn sich der Bundesrat einmal zur Frage äussern könnte, wo er die Kernkompetenzen der schweizerischen Rüstungsindustrie noch sieht. Ich habe versucht, eine Antwort aus der Botschaft herauszulesen. Es gibt einen schönen Abschnitt mit Grundsätzen für die Rüstungspolitik, aber in diesen Grundsätzen wird auf wirtschaftliche Art und Weise argumentiert - auch der regionale Aspekt wird hervorgehoben -, und die Frage, wo unsere Kernkompetenzen sind, wo wir Rüstungsgüter zwingend noch anbieten können müssen, ist nicht beantwortet worden. Das beunruhigt mich etwas, aber natürlich kann der Kleinstaat nicht alles anbieten. Dieser Umstand zwingt uns um so mehr, eine bestimmte, kohärente Politik zu betreiben, welche Mindeststandards setzt. Ich wäre dankbar, wenn sich der Bundesrat darüber bei Gelegenheit einmal Gedanken machen würde.

Gentil Pierre-Alain (S, JU): Deux constats et une question. Le premier constat est que le montant réduit du programme qui nous est proposé tient compte des exigences budgétaires et de la réflexion en cours sur le projet "Armée XXI". Le deuxième constat est que - et nous le souhaitions depuis longtemps - l'acquisition du matériel militaire commence à s'orienter vers une direction plus "civile" dans le sens où, au lieu d'acquérir des instruments réalisés sur mesure à des coûts prohibitifs, le département a décidé une nouvelle orientation qui se remarque notamment dans l'acquisition des camions, dits de nouvelle génération. On s'approche de constructeurs fournissant des produits pour le secteur civil en leur demandant de les adapter aux besoins militaires, au lieu de développer nous-mêmes des moyens propres.
La question porte sur l'acquisition et la mise en route du système Florako. Nous avons décidé, l'année dernière, la première étape de cette acquisition. Il n'y a pas lieu d'y revenir et il n'y a pas lieu non plus de contester la deuxième étape qui nous est proposée aujourd'hui. Toutefois, je souhaiterais avoir des informations de M. Ogi, conseiller fédéral, sur un point qui, à entendre certaines rumeurs médiatiques ou de coulisses, pose problème: l'état d'avancement de la collaboration entre militaires et Swisscontrol pour la mise en place du système intégré de surveillance. Je vous rappelle, en effet, que l'un des éléments qui nous ont conduits à adopter ce système Florako, qui est passablement onéreux, est justement sa capacité technique à assumer un contrôle intégré de l'aviation civile et militaire.
Du point de vue technique, semble-t-il, les problèmes ne se posent pas. Par contre, je suis inquiet par ce que j'ai entendu et lu à propos des susceptibilités militaires ou civiles qui prennent une place exagérée dans cette affaire et qui pourraient compromettre une collaboration que tout le monde souhaite, mais qui semble lente à se mettre en route pour des raisons qui relèvent plutôt de susceptibilités personnelles ou de querelles de pouvoir que d'éléments objectifs.

AB 1999 S 843 / BO 1999 E 843

Je serais reconnaissant à M. Ogi, conseiller fédéral, de me donner son avis sur cette question.

Uhlmann Hans (V, TG): Dieses Rüstungsprogramm bringt nichts anderes zum Ausdruck als die momentane Situation in der Armeeplanung. Ich bin selbstverständlich für Eintreten und Zustimmung.
Ich stelle aufgrund meiner jahrelangen Mitgliedschaft in der Sicherheitspolitischen Kommission auch fest, dass mit diesem Rüstungsprogramm in keiner Art und Weise Beschaffungen vorgesehen sind, die, wie man sagt, auf Vorrat geschehen. Es wurde vom Kommissionssprecher, aber auch von Herrn Loretan gesagt: Mit dieser runden Milliarde Franken wird ein Niveau erreicht, das nur einmal unterschritten wurde, nämlich im Jahre 1994, als wir gar kein Rüstungsprogramm zu beschliessen hatten, weil die Beschaffungen im Vorjahr sehr gross waren. Ich stelle fest - ich glaube, das tut auch die ganze Sicherheitspolitische Kommission -, dass dieses Rüstungsprogramm aufgrund der momentanen, unsicheren Lage, auch in bezug auf die "Armee XXI", sehr subtil und seriös zusammengestellt worden ist.
Vielleicht noch ein Wort, das mir am Herzen liegt: Ich stelle auch mit Genugtuung fest, dass jetzt Lastwagen- und Lieferwagenbeschaffungen getätigt werden, ohne dass einzelne Prototypen oder ein spezieller Typ angefertigt werden müssen. Wir wissen, dass der Duro uns damals einige Sorgen gemacht hat. Es ist ein gutes Fahrzeug, aber wir können es uns einfach nicht mehr leisten, aufgrund weniger Objekte selbst Projekte zu kreieren.
Sowohl der vorgeschlagene Lastwagen als auch der Lieferwagen sind Fahrzeuge ab Stange. Sie sind nicht nur günstiger, sondern es sind auch erprobte Fahrzeuge. Der Nachteil ist - Herr Schmid sagte es bereits -, dass der Inlandanteil bei den Beschaffungen immer kleiner wird. Dieser Tatsache können wir uns nicht verschliessen; das wird in Zukunft noch in verstärktem Mass geschehen. Deshalb ist es wichtig, dass mit diesen Beschaffungen auch Gegengeschäfte gemacht werden. Es steht in der Botschaft, dass von seiten der schweizerischen Industrie verschiedene Gegengeschäfte möglich sind.
Unser kleiner Staat kann sicher keine eigene Rüstungsindustrie aufrechterhalten. Ich möchte Ihnen beliebt machen, diesem Rüstungsprogramm ohne Abstriche zuzustimmen. Wir sollten anerkennen, dass der Situation wirklich Rechnung getragen worden und nicht geplant ist, irgendwelche Objekte auf Vorrat anzuschaffen.

Ogi Adolf, Bundesrat: Herr Loretan hat es auf den Punkt gebracht: Es ist richtig, wir präsentieren Ihnen eine mageres Rüstungsprogramm 1999. Aber das ist auch nötig, wenn man in drei Jahren 1,1 Milliarden Franken einsparen muss. Wir tun das. Es sind jedoch 1100 Millionen Franken, was seine Auswirkungen hat. Daher umfasst dieses Rüstungsprogramm nur gut 1 Milliarde Franken; damit liegt es rund 650 Millionen Franken unter dem Durchschnitt aller Rüstungsprogramme seit 1987. Es ist sehr wichtig, dass Sie das zur Kenntnis nehmen. Deshalb werden Sie auch begreifen, dass das "V" meines Departementes finanziell wieder besser dotiert werden muss, wenn die Durststrecke der Jahre 1999 bis 2001 vorbei ist. Die Armee muss wieder besser dotiert werden, damit sie modern bleibt, damit sie glaubwürdig bleibt und vor allem, damit sie ihren Auftrag erfüllen kann.
Im Zusammenhang mit unseren Zukunftsprojekten ergeben sich für die Rüstung heute zwei wesentliche Fragestellungen, die im Übergang von der "Armee 95" zur "Armee XXI" zu sehen sind. Die Fragen sind folgende: Wie vermeiden wir während der Anpassungszeit Fehlinvestitionen? Wie passen wir unseren vorhandenen Materialmix den neuen Anforderungen an? Das sind keine leichten Fragen; sie sind auch nicht einfach zu beantworten. Um aber Fehlinvestitionen zu vermeiden, was entscheidend ist, ergreifen wir zurzeit zusätzliche Massnahmen: Wir beurteilen laufend alle Rüstungsvorhaben im Hinblick auf die "Armee XXI" - wie soeben auch die Beschaffung des Radschützenpanzers.
Wir teilen alle Rüstungsvorhaben in drei Kategorien ein, nämlich:
1. die sogenannt völlig unbestrittenen Vorhaben;
2. die unbestrittenen Vorhaben in bezug auf den Bedarf, die vom Mengengerüst her aber zurzeit noch nicht abschliessend beurteilbar sind; so haben wir jetzt im Rüstungsprogramm auch nur die halbe Tranche der vorgesehenen Radschützenpanzer beantragt;
3. die diskussionswürdigen Vorhaben; dazu möchte ich festhalten, dass das Rüstungsprogramm 1999 keine Vorhaben dieser Kategorie enthält.
Ich möchte Ihnen dafür danken, dass das Rüstungsprogramm 1999 so gut aufgenommen worden ist. Da es so billig ist, habe ich das aber auch nicht anders erwartet.
Ich möchte nun auf einige Fragen, die gestellt worden sind, eingehen:
An der Pressekonferenz, an der wir den Bericht über die Sicherheitspolitik der Schweiz ("Sipol B 2000") vorgestellt haben, sagte ich, es müssten in dieser Phase verschiedene Szenarien diskutiert werden. Die Stichworte waren: Auswertung des Berichtes Brunner, politische Leitlinien für den Bericht über die Sicherheitspolitik, Bericht über die Sicherheitspolitik - diesen werden Sie im nächsten Jahr ja behandeln -, Leitbild. Das Leitbild definiert dann die Strukturen der Armee. Deshalb ist es klar, dass Herr Siegenthaler, der Planungschef, auch verschiedene Modelle und Szenarien präsentiert; die Offiziere wollen das wissen, insbesondere die Zürcher Offiziere.
Wenn wir die heutige finanzielle Lage anschauen, ist sicher, dass wir uns keine Armee von über 400 000 Personen und keinen Zivilschutz von über 350 000 Personen mehr leisten können; davon müssen wir ausgehen. Jetzt möchte ich Sie aber bitten, die Szenarien einfach einmal zur Kenntnis zu nehmen. Entschieden wird dann politisch, entschieden wird, wenn das Leitbild vorliegt. Dazu können Sie in der Kommission und im Rat Stellung nehmen. Aber ich muss es noch einmal sagen: Die Finanzen diktieren unsere Möglichkeiten. Die internationale Lage zwingt uns, eine Neubeurteilung vorzunehmen. Die demographische Entwicklung zwingt uns, festzustellen, dass wir die Ziele von "Armee 95" im Jahr 2005 nicht erreichen können. Wir müssen also ohne Wenn und Aber handeln, und wir tun das.
Zu Recht hat Herr Schmid die Frage gestellt, in welchen Bereichen wir Rüstungsgüter noch selbst anbieten könnten und müssten und wo sich hier die Schwelle befinde. Er hat die Antwort eigentlich selbst schon gegeben: Ein Kleinstaat kann heute nicht mehr alles anbieten. In bezug auf den in der Botschaft genannten Anteil von 45 Prozent Beschäftigungswirksamkeit im Inland möchte ich ganz klar sagen, dass die Sache mit der Beteiligung stimmt. Aber die Lieferungen von Mowag und Contraves gehören in diesem Sinne eben nach wie vor auch zum Schweizer Anteil, denn beide Firmen führen die Arbeiten weiterhin in der Schweiz aus und garantieren auch hier Arbeitsplätze. In der globalisierten Welt können wir aber auf die Vereinbarung von solchen Fusionen keinen Einfluss ausüben. Herr Schmid hat gewünscht, dass wir dieses Problem gelegentlich einmal diskutieren. Wir werden es in der Sicherheitspolitischen Kommission diskutieren müssen; wir werden es sicher auch im Rat diskutieren müssen. Dass das Problem in der Botschaft nicht angesprochen wurde, ist schlicht und einfach dadurch bedingt, dass gewisse Fusionen, namentlich der Verkauf von Contraves, erst nach der Redaktion der Botschaft bekannt wurden. Es gibt hier ein Problem; es beschäftigt uns, und wir werden uns damit auseinandersetzen müssen. Dieses Problem wird immer grösser - denken Sie an zukünftige Gefahren, an die Abwehr von Mittelstreckenraketen und anderes.
Zur Frage von Herrn Gentil: Er hat von der Zusammenarbeit zwischen Swisscontrol und der Luftwaffe gesprochen, von den "susceptibilités", die zum Teil vorhanden sind. Ich will sie nicht wegreden, ich will sie nicht bestreiten. Das VBS und das UVEK haben aber jetzt Stellung genommen. Die beiden Departementschefs wollen, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Die Projektleitung ist an der Arbeit, und die Zusammenlegung von ziviler und militärischer

AB 1999 S 844 / BO 1999 E 844
Luftraumüberwachung ist beschlossen. Hier braucht es noch etwas Überzeugungsarbeit, noch etwas mehr Verständnis. Offen sind die Form der Gesellschaft und der Standort; das ist noch nicht entschieden. Aber die Arbeiten sind nach anfänglichen Schwierigkeiten in Gang gesetzt worden.
Zu den Fragen bezüglich Florako: Dazu möchte ich ganz klar sagen, dass wir diesen zweiten Beschaffungsschritt gemäss Ihren Empfehlungen ins Rüstungsprogramm 1999 einbezogen haben. Sie haben das verlangt, und dieser zweite Schritt beinhaltet unter anderem Vorbereitungsarbeiten für die Integration eines Datalink-Systems für den F/A-18 und Vorbereitungsarbeiten für den Austausch von Luftlage- und Identifikationsdaten mit Nachbarstaaten. Das Ganze läuft; wir sind Ihnen dankbar, dass Sie das letztes Jahr von uns verlangt haben.
Zur Frage von Herrn Loretan bezüglich der Radschützenpanzer: Der Radschützenpanzer ist ein Vorhaben der zweiten der genannten Kategorien. Eine weitere Tranche ist in der Planung abrufbereit, wenn die Konturen der "Armee XXI" deutlicher sind und die Einsatzdoktrin ein Mehr an Radschützenpanzern verlangt. In bezug auf die Territorialregimenter heisst das, Herr Loretan: Bei der entsprechenden Einsatzdoktrin - je nach Mengengerüst des Projektes "Armee XXI", wir wissen nicht, wie gross es sein wird - muss eine Alimentierung mit einem Teil aus dieser Tranche oder aus einem Rüstungsprogramm der nächsten Jahre vorgesehen werden. In den beiden kommenden Jahren ist dies - das ist wichtig für Sie - zu denselben finanziellen Konditionen möglich, denn im Vertrag ist die Offerte so optimiert worden, dass sie bis am 31. März 2002 gilt. Wir müssen aber erstens wissen, ob es sinnvoll ist, dass man Radschützenpanzer den Territorialregimentern zuteilt, und zweitens, wie viele Radschützenpanzer es braucht. In diesem Sinne wollen wir nichts kaufen, das wir nicht sinnvoll einsetzen können.
Sie wissen, dass wir uns heute mit verschiedenen "Armeen" beschäftigen. Wir müssen einerseits die "Armee 61" liquidieren. Wir müssen die "Armee 95" anpassen und auch hier Material liquidieren. Wir müssen die "Armee XXI" planen und den Umbau von der "Armee 95" zur "Armee XXI" vorbereiten.
In diesem Sinne danke ich Ihnen für die gute Aufnahme des Rüstungsprogramms 1999 und bitte Sie, ihm zuzustimmen.

Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition

Bundesbeschluss über die Beschaffung von Rüstungsmaterial
Arrêté fédéral sur l'acquisition de matériel d'armement

Detailberatung - Examen de détail

Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates

Titre et préambule, art. 1-3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national

Angenommen - Adopté

Art. 1

Ausgabenbremse - Frein aux dépenses

Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe .... 34 Stimmen
(Einstimmigkeit)

Das qualifizierte Mehr ist erreicht
La majorité qualifiée est acquise

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes .... 35 Stimmen
(Einstimmigkeit)


An den Bundesrat - Au Conseil fédéral



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