Maurer Ueli, Bundesrat:
Ich möchte an die Ausführungen von Herrn Ständerat Frick anknüpfen. Es ist tatsächlich ein finanzielles Problem, das wir zurzeit in der Armee auch haben. Was wir hier in der Immobilienbotschaft vorschlagen, ist Unterhalt und Bau vor allem im Bereich der Ausbildung und der Infrastruktur, dort, wo wir entsprechende Mängel haben. Aber wir haben im Grunde genommen tatsächlich eigentlich zu wenig Geld, um einen ordentlichen Unterhalt aller Immobilien zu gewährleisten; das ist tatsächlich so. |
AB 2009 S 318 / BO 2009 E 318
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Wir sind aber auch mitten in einem grossen Umbruch. Um Ihnen bezüglich der Logistik einfach einige Zahlen zu geben: Seit 2004 haben wir 240 Standorte und 858 Immobiliengebäude geräumt; wir haben also 240 Standorte weniger, und gegen 900 bisherige Logistik-Immobiliengebäude sind geleert. Wir haben in den letzten vier Jahren die Lagerflächen um etwa 600 000 Quadratmeter reduziert und 216 Werkstätten geschlossen. Wir sind also in einem Prozess, in einem Umbruch. Wenn Sie diese Zahlen sehen, dann erkennen Sie, was alles gemacht wurde. Gleichzeitig haben wir für 8,6 Milliarden Franken Bestände in Bezug auf Munition und Material abgebaut. Die Armee ist also in einem grossen Umbruch.
Zur Immobilienbotschaft: 116 Millionen Franken sind für Ausbildungsinfrastruktur und 103 Millionen Franken für Logistikinfrastruktur vorgesehen. In der Sicherheitspolitischen Kommission wurde gefragt, ob wir im Bereich der Logistikinfrastruktur Projekte vorziehen könnten, auch in Bezug auf konjunkturelle Impulse. Wir prüfen das auf die Rüstungsbotschaft 2010 hin; das sollte möglich sein. Sie können dann entscheiden, ob wir im Bereich der Logistikbauten beschleunigen sollen oder nicht; wir sind dafür bereit.
Nun zu geplanten Vorhaben: Wir haben acht Vorhaben, die jeweils mehr als 10 Millionen Franken kosten. Bei einem geht es um die dritte Etappe von Swissint in Stans. Das ist das Zentrum für die Auslandeinsätze, wo wir die Leute vorbereiten. Hier findet eine gemeinsame Nutzung mit dem Kanton Nidwalden statt. Die Bevölkerung von Nidwalden hat einem entsprechenden Kredit in einer Volksabstimmung bereits zugestimmt. Die gemeinsame Nutzung kann erfolgen, wenn Sie den entsprechenden Kredit auch bewilligen.
Dann geht es um den Neubau des Rekrutierungszentrums am Monte Ceneri; Kosten: 11,2 Millionen Franken. Wir investieren also weiterhin auch im Kanton Tessin. In der nächsten oder übernächsten Immobilienbotschaft ist vorgesehen, dort den Bau des Logistikzentrums - Kosten: über 20 Millionen Franken - ebenfalls zu forcieren.
Ferner sind wir daran, in Thun die Sanierung und Anpassung der Dufourkaserne mit dem Einbau eines Verpflegungszentrums für 28,3 Millionen Franken vorzunehmen. In Drognens, Kanton Fribourg, erfolgt eine zweite Etappe des Kasernenumbaus für 24,9 Millionen Franken.
Bei der Logistik ist der bisherige Armeemotorfahrzeug-Park Hinwil auf dem Programm. Er wird zu einem Logistikzentrum ausgestaltet, im Wesentlichen für die Ostschweiz. Dort sind Ausgaben von 48,2 Millionen Franken geplant. In Thun geht es um den Ausbau und die Sanierung der Textilfiliale für 22,3 Millionen Franken, in Grolley FR um die Ausgestaltung des Logistik- und Infrastruktur-Centers, erste Etappe, für 13,5 Millionen Franken. Und in Thun geht es noch um die Sanierung der Ausbildungs- und Einstellhallen für 17 Millionen Franken. Das sind die wesentlichen Projekte.
Noch zu den Fragen bezüglich Umwelt, die Herr Hêche aufgeworfen hat: Selbstverständlich planen wir auch im VBS alle Bauten auf Minergie-Standard. Diese Standards halten wir ebenfalls ein. In Bezug auf die Entsorgung von Material sind wir ebenfalls daran, sämtliche Entsorgungen umweltgerecht vorzunehmen. Diese Auflage haben wir. Das kostet uns, weil es sehr viel Material ist, eine rechte Stange Geld, eben 8,6 Milliarden Franken, die wir für die Entsorgung von Munition und Material bereits ausgegeben haben. Da halten wir die entsprechenden Standards ein.
Zur Nutzung unserer Anlagen: Hier haben wir eigentlich überall gemischte Nutzungen. Wir sind überall vor Ort im Gespräch mit nationalen und regionalen Umweltorganisationen. Sämtliche Ausbildungsareale haben entsprechende Nutzungskonzepte. Ich meine, dass wir auch hier auf einem recht guten Standard sind. Betreffend gemischte Nutzung haben wir auf unseren Waffenplätzen, das kennen Sie ja sicher, entsprechende Biotope. Das ist alles meiner Meinung nach auf einem guten Stand.
Wir sind daran, weitere 12 000 Immobilien stillzulegen. Das geht vom einfachen Kugelbunker bis zu Mannschaftsunterständen. Diese befinden sich in der Regel im übrigen Gebiet, also irgendwo im Wald, können also nicht anders genutzt werden, etwa für irgendwelche Ferienzwecke oder als Lagereinstellhallen. Auch bei diesen Stilllegungen sind wir daran, die entsprechenden Umweltauflagen zu erfüllen. Wo immer diese Objekte anders genutzt werden können, sind wir auch hier im Gespräch mit Umweltorganisationen. Also, ich denke, insgesamt erfüllen wir die Auflagen und die Voraussetzungen. Wir sind diesbezüglich auch in engem Kontakt mit Kantonen und Gemeinden und weiteren Organisationen. Aber diese Stilllegungen sind nicht ganz problemlos, einmal von der Menge her und andererseits von der Lage der entsprechenden Objekte her; das noch als Ergänzung zu den Fragen, die Herr Ständerat Hêche aufgeworfen hat.
Insgesamt legen wir Ihnen eine Immobilienbotschaft vor, die sich auf das Standortkonzept der Armee stützt. Wir investieren dort, wo es aufgrund des Standortkonzeptes und der Weiterentwicklung der Armee längerfristig notwendig ist. Die Immobilienbotschaft ist unserer Meinung nach insgesamt massvoll. Wir sanieren und bauen dort neu, wo wir das brauchen, und wir halten die entsprechenden Rahmenbedingungen ein.
Ich bitte Sie, diesem Kredit zuzustimmen.