Schneider-Ammann Johann N., Bundesrat:
Ich beginne da, wo der Kommissionssprecher, Herr Freitag, aufgehört hat. Ich glaube auch, wir stehen am Anfang einer Zeit globaler Umwälzungen, und wir werden in den nächsten Monaten und Jahren wohl nicht nur ein Wechselkursproblem diskutieren, sondern wir werden auch Umwälzungen mit konjunkturellen Konsequenzen diskutieren, die uns noch ganz anders betreffen könnten als die Auswirkungen, die wir heute da und dort bereits verspüren oder eben noch nicht merken.
Ich gestatte mir zum Einstieg eine Bemerkung zu einer Erfahrung aus meiner Vergangenheit. In der Vergangenheit hat man immer wieder das Gefühl gehabt, Probleme von Unternehmen würden in Bundesbern nicht rechtzeitig erkannt und nicht wirklich ernst genommen. Wir tun jetzt nichts anderes, als miteinander eine Diskussion zu führen: Wie setzen wir Zeichen in der Politik, damit die Unternehmerschaft sich gestärkt fühlt, sich ernst genommen fühlt und letztlich dazu eingeladen wird, ihre Arbeitsplätze zu erhalten? Das ist meine Ambition, und deshalb kämpfe ich auch für dieses Paket. Es ist entscheidend wichtig, dass das Zeichen ankommt: "Man nimmt euch ernst, und deshalb seid ihr eingeladen, nicht vorschnelle und falsche Entscheidungen zu treffen."
Es wurde schon gesagt, und ich kann es nur wiederholen: Selbstverständlich hat nur die SNB direkten und unmittelbaren Einfluss, und die SNB hat am 6. September 2011 dann wirklich auch gehandelt, aus Sicht des Bundesrates richtigerweise; der Bundesrat hat die vierte Intervention begrüsst. Es war eine Intervention, die vielleicht auch früher hätte kommen müssen. Aber die Intervention konnte nur in einem Zeitpunkt kommen, in dem die politische Rückenstärkung ungeteilt sichergestellt war. Die psychologische Wirkung einer SNB-Intervention ist mindestens so wesentlich wie die materielle Wirkung respektive die materiellen Konsequenzen, die mit dieser Entscheidung zusammenhängen könnten.
Die Politik kann indirekt unterstützen, sie kann nicht direkt unterstützen, obschon wir, Sie wissen es, auch Direktinterventionen geprüft und diskutiert haben. Aber selbstverständlich hat auch der Bundesrat dies von allem Anfang an mit dem Wissen getan, dass das nicht die Lösung sein kann: Das würde ein Vorgehen mit der Giesskanne bedeuten, das würde dort ankommen, wo es nicht gefragt ist. Als wir Modelle geprüft haben, die sehr viel gezielter wirklich nur diejenigen erreichen wollten, die im Moment schon von der Wechselkursproblematik betroffen waren bzw. sind, haben wir festgestellt, dass das administrativ sehr aufwendig würde und zeitlich wahrscheinlich nicht richtig zu liegen käme. Deshalb haben wir davon abgesehen. Aber die Diskussion musste geführt sein, und man kann uns nicht den Vorwurf machen, dass wir Diskussionen führten, die letztlich nicht zielführend waren.
Wir wollen keine Subventionen, wir wollen keine Industriepolitik. Ich bin mir bewusst, wenn ich diese Aussage erneut mache, dass ich dann auch selbstverständlich aus gewissen Kreisen Kritik einfange. Ich fange dann die Kritik aus meinen ehemaligen eigenen Kreisen ein, die jetzt zum Teil wirklich an der Kante sind, wo sie unternehmerisch nicht mehr weiterkommen, und die erwarteten, dass man ihnen Unterstützung bieten würde. Wir dürfen nicht den Fehler machen, den unsere internationale Umgebung gemacht hat und auch aktuell macht. Nachbarländer intervenieren, und selbstverständlich höre ich dann in der Westschweiz - beispielsweise in Genf, im Waadtland -, wie in den letzten Tagen: "Schweizer Regierung, ihr helft uns nicht jetzt im Moment und direkt. Wenn wir unsere Tochterunternehmungen beurteilen, die beispielsweise in Frankreich stehen, dann bekommen die jetzt direkt Mittel und Unterstützung, und deshalb kommen sie einen Schritt weiter, und deshalb kommen wir auf die Idee, die Tochtergesellschaft ausserhalb der Landesgrenzen weiter auszubauen und nicht das Unternehmen hier in der Schweiz." - Nein, ich will keine Industriepolitik.
Zum Bundesratsentscheid vom 18. August 2011: Der Bundesrat hat gesagt, dass er ein starkes Zeichen setzen wolle. Der Bundesrat hat gesagt, es sollen maximal 2 Milliarden Franken sein. Der Bundesrat hat damals gesagt, dass wir fünf Pisten festgelegt haben, auf denen diese 2 Milliarden Franken alloziert werden können - er hat nicht "müssen" gesagt. Es sind dies die Pisten Exportwirtschaft, Tourismus, Innovation, Forschung und Infrastruktur.
Wir haben das jetzt aufgeteilt. Wir haben gesagt, dass dies ein erstes Paket sei, das rasch umgesetzt werden könne, deshalb auch diese dringliche Diskussion mit dem Parlament. Je früher wir diese Massnahmen treffen, umso früher werden sie auch Wirkung erzielen. Ich bin vorhin so zitiert worden, dass ich gesagt hätte, Wirkung komme vor Betrag. Ich bleibe dabei, das ist so; aber zu späte Wirkung ist dann eben zu späte Wirkung. Wir brauchen die Wirkung möglichst früh - deshalb auch diese Dringlichkeit. Dann haben wir gesagt, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt allenfalls mit weiterführenden Massnahmen kommen würden, die helfen sollen, die Tugenden dieses Landes zu stärken. Die Tugenden dieses Landes sind das Besser-ausgebildet-Sein, das bessere Wissen, die höhere Technologie, die Technologieförderung - in diese Richtung kann die Politik unterstützend wirken und die Unternehmen fördern; das muss unsere grundsätzliche Denke sein.
Im Paket I, das Sie jetzt diskutieren, hat es - für mein Verständnis - Vorsorgegeld. Wenn ich von der Arbeitslosenversicherung rede und von der Vorsorge, so meine ich Mittel, um allfällige Kurzarbeitsgelder ausbezahlen zu können. Es hat in diesem Paket auch Investitionsgelder für Innovation. Es hat in diesem Paket keine Gelder für Strukturerhaltung, nicht einmal beim SGH-Darlehenskredit. Auch dort ist die Idee, zu überbrücken, um dann weiterzukommen und die ganze damit verbundene Beherbergungsindustrie zu fördern, und nicht die Strukturerhaltung.
Ich bin beim 17. August: Wir haben dort sicherlich kommunikativ nicht ideal gehandelt; ich bestätige das auch hier noch einmal. Aber ich muss Ihnen schon sagen: Der Bundesrat konnte in Sierre nicht zusammensitzen, ohne dass nicht schon am gleichen Tag, früh am Morgen, in der Zeitung veröffentlicht war, was er diskutieren wollte. Wir haben dann am Schluss der Bundesratssitzung gesagt: Wenn wir es selber in der Hand haben wollen, dann informieren wir gleich selber über das, was heute entschieden worden ist. Deshalb kam der Eindruck auf: Die sagen eine Hausnummer an und wissen aber nicht richtig, wie damit umgehen; auch das war nicht so. Wir hatten zu den fünf Pisten konkrete Vorstellungen, die dann noch etwas detailliert werden mussten - das brauchte etwas Zeit -, aber sie haben in den Rahmen dessen, was wir angekündigt hatten, gepasst.
Von mehreren wurden vorhin die Arbeitslosenversicherung und das Kurzarbeitsgeld angesprochen. Ich will nur bestätigen, dass im Moment eine Verordnungsrevision läuft. Wir werden die Verordnung noch in diesem Jahr anpassen, sodass ab dem 1. Januar 2012 achtzehn Monate Kurzarbeit zur Verfügung stehen. Und was noch viel wichtiger ist, ist die Ansage an die Unternehmungen, dass ab dem 1. Januar 2012 nur ein Karenztag durch die Unternehmungen selbst getragen werden muss. Da geht es ins Geld, da ist ganz konkret ein Signal an die Unternehmerschaft gesetzt. Das Signal wird mit Sicherheit auch gut aufgenommen werden. Jetzt können Sie sagen, das habe nichts mit dem Wechselkurs und mit diesem Paket zu tun, man könnte das auch unabhängig davon machen. Ja, das ist richtig, aber wir alimentieren die Arbeitslosenversicherung nach dem Motto "für den Fall, dass ...". Die Arbeitslosenversicherung ist nicht so gut unterwegs, wie vorhin gesagt wurde. Aktuell sind wir bei minus 7 Milliarden Franken angelangt, Ende Jahr werden wir bei minus 6,4 Milliarden sein; am Anfang dieses Jahres waren wir noch bei minus 7,4 Milliarden. Für diese Versicherung ist also nicht vorgesorgt, sie ist nicht so aufgestellt, dass es in den nächsten Monaten alle
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AB 2011 S 788 / BO 2011 E 788
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Kurzarbeitsentschädigungen einfach erträgt. Die Kurzarbeit wird auf uns zukommen. Es ist mir lieber, wenn die Firmen in Kurzarbeit gehen, als dass sie endgültig wegstrukturieren.
Auch hier mag es interessieren, wenn ich ein ganz konkretes Beispiel aus meiner Vergangenheit bemühe: Vor drei Jahren war die grenznahe und grösste Industrieunternehmung im Kanton Tessin plötzlich ohne Aufträge respektive nicht mehr rentabel. In solchen Fällen haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können sagen: Wir machen zu. Oder Sie können sagen: Wir gehen für zwölf Monate - das war damals die Entscheidung - in Kurzarbeit und schauen weiter. Das war der ganz genau richtige Entscheid - ein typischer Entscheid; es haben ihn in diesem Land in der letzten Krise viele, viele Firmen gefällt. Ich hoffe natürlich, dass wir das Signal jetzt richtig setzen, dass die Firmen wiederum, wenn es denn sein muss, auf diese Piste einsteigen.
Stichwort KTI-Gelder: Auch hier will ich, noch etwas emotionalisiert, versuchen, Ihnen klarzumachen, dass das nicht irgend eine Übung ist, nur weil man im Jahr 2011 einen Überschuss in der Staatsrechnung hat und über Geld verfügen kann. Ich habe es vorhin schon gesagt: Unsere Fähigkeiten in diesem Land sind die bessere Ausbildung und das höhere Innovationsvermögen - wir sind die Innovativsten überhaupt, übrigens auch die Wettbewerbsfähigsten. Wenn wir jetzt einen Beitrag von der Politik her leisten wollen, damit dieser Motor am Drehen bleibt oder sogar zusätzlich angekurbelt werden kann, dann mit diesen Mitteln. 100 Millionen Franken in drei Monaten - das mag ausserordentlich viel Geld sein. Wir diskutieren allerdings dieses Szenario hinter den Kulissen schon eine Weile, und diejenigen, die es betreffen könnte, können sich schon seit einer Weile darauf einrichten. Wenn ich "diejenigen" sage, dann meine ich das Wissens- und Technologietransfernetzwerk. Da gehören die ETH dazu, da gehören die Fachhochschulen dazu, da gehören Institutionen dazu - die heissen "Manufuture", die heissen "Inspire" -, da gehören die Unternehmerschaft, die Unternehmungen dazu. Die KTI-Spitze hat mir in den letzten Tagen mehrfach bestätigt, dass sie guter Dinge ist, die Mittel jetzt einsetzen zu können, wenn sie denn gesprochen werden, und das bei Qualitätsstandards, die wir aus der Vergangenheit kennen. Es geht also nicht nur darum, einfach Mittel zu geben, damit Mittel gegeben sind. Der Rektor der ETH Zürich, mit dem ich auch selber gesprochen habe, hat mir gesagt: "Wir haben eine ganze Anzahl von Projekten fix und fertig, die kann man jetzt initiieren; man kann sie höchst sinnvoll initiieren, man verletzt keine Qualitätskriterien" - das ist mir absolut wichtig.
Im Zusammenhang mit diesen KTI-Geldern: Was machen wir denn? Wir empfehlen Ihnen zuzustimmen, dass die 100 Millionen Franken zur Verfügung gestellt werden können, ohne dass die Firmen ihre 50 Prozent Paritätsbeteiligung aufbringen müssen, denn das können die Firmen möglicherweise jetzt nicht. Wenn sie sparen müssen, sparen sie eben dort, wo es dann längerfristig wichtig gewesen wäre, dass man keinen Fehler gemacht hätte. Also setzen wir diese Eigenbeteiligung herunter, wir nehmen sie unter die 50 Prozent. Man kann sie sogar bis auf null reduzieren, wenn die KTI-Experten davon überzeugt sind, dass das Projekt jetzt geschoben werden muss und dass ein Produkt resultieren wird, das Sinn macht.
Zu den SGH-Geldern habe ich vorhin schon ganz kurz gesprochen, das wiederhole ich nicht.
Zusammenfassend: Der Bundesrat will der betroffenen Wirtschaft ein Angebot machen, das in erster Linie psychologische Wirkung hat. Es ist eine Aufforderung, bei den aufkommenden Schwierigkeiten jetzt nicht voreilig und unternehmerisch zu kurzfristig zu handeln und damit Fehlentscheidungen zu treffen. Mit diesem psychologisch wichtigen Zeichen anerkennen wir auch, dass die Unternehmerschaft ihre Arbeitsplätze nach allen Regeln der Kunst und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln letztlich verteidigt. Ich kämpfe dafür - nicht erst jetzt im Bundesratsamt, ich habe das auch schon vorher getan, viele, viele Jahre lang -, dass wir die Arbeitsplätze in diesem Land und vor allem auch die Realwirtschaftsarbeitsplätze, die Industriearbeitsplätze nicht abgeben müssen. Es wäre viel einfacher zu sagen: Es interessiert uns nicht, wir kämpfen nicht dafür. Dann gehen sie weg, dann gehen sie nämlich dorthin, wo die Kosten tiefer sind. Sie gehen insbesondere dorthin, wo die Märkte grösser sind, wo, weil man in einem grossen Markt drinsteht und produziert, kein Wechselkursproblem aufkommen kann. Wollen wir diese Verlagerung, oder wollen wir sie nicht? Ich will sie nicht, und deshalb setze ich mich dafür ein, dass wir jetzt ein Zeichen setzen können.
Die bundesrätliche Politik, auch das muss noch gesagt werden dürfen, ist eine auf die längerfristige Verbesserung der Rahmenbedingungen ausgerichtete Politik, es ist eine Öffnungspolitik sowie eine Wettbewerbs- und Wachstumspolitik. Ich teile mit Ihnen sehr wohl die Meinung, dass das Revitalisierungsprogramm, das jetzt in dieser Motion angemeldet ist, von der Stossrichtung her richtig ist. Der Bundesrat ist dran, aber Sie wissen besser als ich, dass man solche längerfristigen Verbesserungen der Rahmenbedingungen nicht einfach über Nacht hinkriegen kann. Ich zähle dann aufs Parlament, wenn es wirklich darum geht, die eine oder andere Massnahme ernsthafter anzupacken und beschleunigter voranzutreiben.
Die SNB hat interveniert. Wir können diese Intervention jetzt mit unserer Überzeugung und mit unseren Möglichkeiten flankieren. Ich glaube, es war ein richtiges Zeichen. Ich lade Sie ein, nicht nur auf das Geschäft einzutreten, sondern dem Paket zum Durchbruch zu verhelfen.
Ich möchte noch zwei Bemerkungen machen - die Punkte sind angesprochen worden -, die nichts mit diesem Paket zu tun haben. Das Kostenniveau in diesem Land ist zu hoch, das ist eine Dauerherausforderung. Wenn wir künftig jeden zweiten Franken im Export einnehmen wollen - gewinnbringend, damit wir beim Investieren vorwärtsmachen können -, muss das Kostenniveau gesenkt werden. Ich werde noch in diesem Jahr mit einer Botschaft zur Revision des Kartellgesetzes in den Bundesrat gehen, das sage ich auch hier. Ich will beim Kartellgesetz einen Paradigmenwechsel, zwecks Effizienzsteigerung, zwecks zusätzlichen Wettbewerbs. Das ist meiner Ansicht nach eine ganz konkrete Stossrichtung, ein Projekt, das mithilfe des Parlamentes rasch vorangetrieben werden kann und seinen Effekt haben wird.
Dann zur Geschichte der Wechselkursgewinner: Solche gibt es tatsächlich. Pankraz Freitag hat vorhin gesagt, wir hätten gegenüber der Europäischen Union ein Handelsbilanzdefizit. Also hat die EU gegenüber der Schweiz einen Handelsbilanzüberschuss. Es gibt also mehr Importgewinner als Exportverlierer. Sie wissen, dass das Seco eine Transparenzstudie erstellt; der erste Teil liegt uns vor, der zweite ist in Arbeit. Es geht darum, dass man die Importvorteile über die gesamte Wertschöpfungskette, bis hin zum Konsumenten, einigermassen korrekt, d. h. wettbewerblich, verteilen kann. In gewissen Segmenten sind immerhin gewisse Preise in Bewegung gekommen. Die Annonce in den heutigen Zeitungen, das wurde vorhin schon gesagt, kommt nicht zufällig.
Jetzt zu ein paar Fragen: Frau Fetz, die Frage zum Kartellgesetz habe ich beantwortet, das kommt. Bezüglich der Frage von Herrn Schwaller habe ich zum Erhalt der Arbeitsplätze und zur Deindustrialisierung gesprochen. Noch einmal: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Land sich allein mit dem Dienstleistungssektor in die Zukunft bewegen will. Deshalb müssen wir jetzt mithelfen, dass die Industrie hierbleiben kann. Herr Jenny, es geht mir eben nicht darum, das sage ich ganz offen, einen - wie haben Sie es gesagt? - "Rettungsschirm" für mich aufzuspannen, nein. Es geht mir um Tausende von Arbeitsplätzen in diesem Land, die nicht aufgegeben werden dürfen, um nicht mehr und nicht weniger. Die Kommissionsmotion habe ich angesprochen. Frau Forster hat mich gefragt, ob wir die 100 Millionen Franken ausgeben können und wie es dann weitergehe. Über ein mögliches zweites Paket reden wir zu einem späteren Zeitpunkt. Innerhalb der Normalprozesse, der Budgetierungsprozesse oder auch der Prozesse, die auf ausserordentlichen Lagen aufbauen müssten, werden wir über weitere Mittel in diesem Bereich sicher diskutieren müssen.
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AB 2011 S 789 / BO 2011 E 789
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Die regionalen Aspekte, Herr Ständerat Briner und Herr Ständerat Bürgi - ich glaube, diese Frage kam von Ihnen beiden -, sind jetzt nicht in diesem Massnahmenpaket enthalten. Ich habe sie in den Randregionen an verschiedenen Orten in den letzten Tagen selber diskutiert. Ich bin mir der grenznahen regionalen Problematik sehr bewusst. Es wird spätestens dann schwierig, wenn man die Diskussion darüber beginnt, was eine Region ist und wie man eine grenznahe Region wirklich abgrenzt. Damit sage ich nicht, dass dieses Thema nicht mehr auf der Agenda ist. Wir müssen das Thema weiter bearbeiten. Die Revitalisierung habe ich erwähnt. Herr David, ich schlage vor, dass wir die Fragen, die die Nationalbank betreffen, durch die Nationalbank beantworten lassen.
Dann zur Frage von Herrn Marty betreffend Swisscom und Roaming: Das ist ein Thema, das auf den Tisch kommen muss. Ich ärgere mich sehr, wenn ich zur Kenntnis nehmen muss, dass wir in diesem Land Gebühren zahlen, die um den Faktor 3 höher sind als die unserer liechtensteinischen Nachbarn - um das mit dieser Bemerkung als angekommen zu quittieren.
Herr Reimann, Sie wollten wissen, ob der Bundesrat mit der Nationalbank in Kontakt steht. Ich kann Ihnen sagen, es gibt tägliche Kontakte. Wir informieren uns gegenseitig regelmässig. Der Bundesrat kann abschätzen, wie die Einschätzung der Nationalbank ist. Die Nationalbank hat aber, um das auch ganz ausdrücklich zu sagen, ihre Entscheidungen in voller Unabhängigkeit getroffen. Trotzdem gibt es sehr wohl dauerhaft eine wechselseitige Information und damit auch eine, so nehme ich an, gewisse wechselseitige Beeinflussung.
Zu einem letzten Punkt, dem öffentlichen Beschaffungswesen: Wir sind daran, Herr Bürgi, das Seco ist daran. Die Schwellenwertdiskussion ist eine übergeordnete Diskussion. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man Ausschreibungen auch stückeln könnte, das machen unsere Nachbarn. Das ist aber nicht das Rezept, das ich jetzt als Bundesrat angeboten haben will, dessen bin ich mir voll bewusst. Aber ich bin mit Ihnen vollständig einverstanden, dass wir beim öffentlichen Beschaffungswesen Korrekturen vornehmen müssen, sodass die Arbeit letztlich ohne Verletzung internationaler Abmachungen vor sich geht. Wir sind nach wie vor ein Rechtsstaat, wir haben nach wie vor gültige Verträge, und wir müssen Lösungen finden, ohne dass wir diese Verträge verletzen, damit wir vor allem auch den hiesigen Arbeitsplatz sicherstellen können. - So viel von meiner Seite.