ÿþ<HTML><HEAD><!--Style sheet description--><style>/* general styles */ BODY,TABLE,TD,TR,P,H1,H2,H3,H4,H5,H6,TD,LI { font-family: arial, verdana, sans-serif; font-size: 10pt; color: black; background: white; } /* general links */ A:link; A:visited; A:active { text-decoration: underline; } A:link { color: #003366; } A.content { font-size:8pt; } /* special styles for gesch pages */ .geschId { font-weight:bold; font-size:12pt; } .geschTitle { font-weight:bold; font-size:12pt; } .reportTitle { font-weight:bold; font-size:10pt; } .sectionTitle { font-weight:bold; font-size:10pt; }</style><!--Title of then document--><TITLE>02.2012   s   Anerkennung des Genozids am Assyrer-Suryoye Volk</TITLE><!--Document meta info--><meta content="Bericht der Aussenpolitischen Kommission vom 9. September 2002" name="description" /><meta content="Parlamentsdienste" name="author" /><meta content="Aussenpolitischen Kommission," name="GVK_URH_NAME" /><meta content="MTLS,kom_17_," name="GVK_URH_KEY" /></HEAD><BODY background="http://www.parlement.ch/afs/images/x/hg.gif"><TABLE BORDER="0" WIDTH="100%" CELLSPACING="1" CELLPADDING="0"><TR><TD WIDTH="100%"><TABLE BORDER="0" WIDTH="100%" CELLSPACING="1" CELLPADDING="0"><TR><TD WIDHT="100%" COLSPAN="2"> Ständerat<BR />Conseil des Etats<BR />Consiglio degli Stati<BR />Cussegl dals stadis<BR /><BR /></TD></TR><TR><TD WIDTH="1%"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/pmlogo.gif" WIDTH="46" HEIGHT="60" /><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="8" HEIGHT="1" /></TD><TD WIDTH="100%" VALIGN="TOP"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/pmline.gif" WIDTH="132" HEIGHT="15" /></TD></TR><TR><TD WIDTH="1%" /><TD WIDTH="100%"><TABLE BORDER="0" WIDTH="100%" CELLSPACING="1" CELLPADDING="0"><TR><TD WIDTH="100%" VALIGN="top" COLSPAN="4"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="1" HEIGHT="8" /></TD></TR><TR><TD WIDTH="1%" VALIGN="TOP" NOWRAP="1"><SPAN CLASS="geschTitle">02.2012 s</SPAN></TD><TD WIDTH="1%" VALIGN="top"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="8" HEIGHT="1" /></TD><TD WIDTH="80%" VALIGN="top"><SPAN CLASS="geschTitle">Anerkennung des Genozids am Assyrer-Suryoye Volk</SPAN></TD><TD width="20%" valign="top"><p align="right"><a href="../../../f/bericht/2002/f_bericht_s_k17_0_20022012_0_20020909.htm"><font face="Arial" size="1"><b>français</b></font></a></p></TD></TR></TABLE><TABLE BORDER="0" WIDTH="100%" CELLSPACING="1" CELLPADDING="0"><TR><TD WIDTH="100%"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="1" HEIGHT="24" /></TD></TR><TR><TD VALIGN="bottom"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/midblue.gif" WIDTH="100%" HEIGHT="1" /></TD></TR><TR><TD WIDTH="100%"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="1" HEIGHT="8" /></TD></TR><TR><TD WIDTH="100%"><SPAN CLASS="reportTitle">Bericht der Aussenpolitischen Kommission vom 9. September 2002 </SPAN></TD></TR><TR><TD WIDTH="100%"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="1" HEIGHT="8" /></TD></TR><TR><TD VALIGN="bottom"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/midblue.gif" WIDTH="100%" HEIGHT="1" /></TD></TR><TR><TD WIDTH="100%"><IMG BORDER="0" SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="1" HEIGHT="24" /></TD></TR><TR><TD WIDTH="100%">Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 9. September 2002 die am 29. Mai 2002 von der Assyrian-Chaldean-Syriac Union (ACSU) und der Union der Suryoye Vereine der Schweiz (HSS) eingereichte Petition geprüft.<BR /><BR />Die Petition verlangt die offizielle Anerkennung des am Assyrer-Suryoye Volk begangenen Genozids von 1915.<BR /><P CLASS="sectionTitle">Antrag der Kommission:</P>Die Kommission beantragt, von der Petition Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben.<BR /><TABLE WIDTH="100%" BORDER="0" CELLSPACING="0" CELLPADDING="0"><TR><TD WIDTH="60%" /><TD WIDTH="30%"><p>Im Namen der Kommission<BR />Der Präsident: Reimann Maximilian<BR /></p></TD></TR><TR><TD COLSPAN="2" VALIGN="top"><a CLASS="content" href="#1">1. Wortlaut und Begründung der Petition<BR /></a><a CLASS="content" href="#2">2. Erwägungen der Kommission<BR /></a><a CLASS="content" href="#3">3. Antrag der Kommission<BR /></a></TD></TR></TABLE><P CLASS="sectionTitle"><a name="1" />1. Wortlaut und Begründung der Petition</P>Im Jahre 1915 hat die osmanisch-türkische Herrschaft im Osten des Reiches an den christlichen Völkern systematische Massaker verübt. Bei den Angriffen in den Gebieten des Tur-Abdin (Region Mardin), in Diyarbakir, Van, Hakkari, Siirt, Elazig, Malatya, Urfa, Sivas, Erzurum, Bitlis, Urmiye, Dohuk, Mosul, und in anderen Gebieten des Assyrer-Suryoye Volkes wurden so weit über 500'000 unschuldige und wehrlose Menschen umgebracht. Davon wurden rund 200'000 deportiert, und Zehntausende Frauen und Kinder wurden zwangsislamisiert. Obwohl zahlreiche Botschafter, Konsule und Missionare, Zeugen dieser Zeit, über diese Gräueltaten berichteten, ist dieses begangene Unrecht am Assyrer-Suryoye Volk bis heute von keinem Staat offiziell anerkannt worden.<BR /><BR />Der Völkermord am Assyrer-Suryoye Volk ist gemäss den Kriterien der UNO eindeutig als Genozid zu definieren. Der Genozid wurde systematisch begangen. Das Assyrer-Suryoye Volk hatte keinerlei feindliche Absichten oder Tätigkeiten gegenüber der Staatsmacht und verfügte auch über keinerlei Beziehungen mit den Gegnern des Osmanischen Reiches. Das Assyrer-Suryoye Volk hatte zudem keinerlei Kenntnis von den Absichten der Osmanen. Es war somit nicht in Erwartung irgendwelcher Angriffe und hatte somit auch keinerlei Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen.<BR /><BR />In diesem Jahr hat das Assyrer-Suryoye Volk vielfältige Aktionen organisiert, um den an ihm begangenen Genozid von 1915 der breiten Weltöffentlichkeit bekannt zu machen. Eine dieser Aktionen war unter anderem das Sammeln von Unterschriften. In ganz Europa ist es ACSU gelungen, mehr als 45'000 Unterschriften, 10'982 alleine in der Schweiz, zu sammeln. In der Schweiz wurde die Petition unter der Schirmherrschaft der Assyrian-Chaldean-Syriac Union (ACSU) und der Föderation der Suryoye-Vereine der Schweiz (HSS) durchgeführt.<BR /><BR />Die Unterschriften mit der Petition werden dem schweizerischen Parlament am 29. Mai 2002 von einer Delegation, die sich aus den Initiatoren der Petition, den Vertretern der Assyrian-Chaldean-Syriac Union (ACSU) und der Union der Suryoye Vereine der Schweiz (HSS) sowie aus Vertretern der syrisch-orthodoxen Kirche zusammensetzt, übergeben.<BR /><BR />Die Forderung dieser Organisationen und Institutionen ist die offizielle Anerkennung des am Assyrer-Suryoye Volk begangenen Genozids von 1915.<BR /><P CLASS="sectionTitle"><a name="2" />2. Erwägungen der Kommission</P>Die Schweiz hat eine aktive Menschenrechtspolitik, die universell ausgerichtet ist. Sie muss daher jede schwere Menschenrechtsverletzung verurteilen, ungeachtet des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systems des betreffenden Staates und unabhängig von der geographischen Region, in der eine solche Verletzung erfolgt. Die Schweiz beteiligt sich an den Arbeiten internationaler Organisationen im Menschenrechtsbereich und integriert das Thema in ihre Beziehungen zu anderen Ländern. Als UNO-Mitglied wird sie einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in den Bereichen humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte setzen.<BR /><BR />Im Bewusstsein der Bedeutung von Verbot und Verhütung des Völkermordes hat der Bundesrat die Konvention der Vereinten Nationen über das Verbot und die Verhütung des Völkermords ratifiziert, die für die Schweiz seit dem 6. Dezember 2000 in Kraft ist. Die Schweiz gehörte bekanntlich auch zu den ersten Unterzeichnern des im Juli 1998 in Rom verabschiedeten Statuts des Internationalen Strafgerichtshofes. Dieses ist am 1. Juli 2002 in Kraft getreten.<BR /><BR />Die Kommission bedauert die tragischen Vorkommnisse in der Endphase des Osmanischen Reiches, die zum Tod einer hohen Anzahl von Angehörigen des Assyrer-Suryoye Volks geführt haben. Sie ist jedoch der Ansicht, dass es primär an den Historikern liegt, die entsprechenden Ereignisse zu untersuchen und zu bewerten. Stellungnahmen zu historischen Ereignissen, die nicht auf vertieften Analysen der Geschehnisse beruhen, könnten kontraproduktive Ergebnisse zeigen und die Annäherungsbemühungen der direkt Beteiligten erschweren. Bei lange zurückliegenden Menschenrechtsverletzungen ist es zudem kaum möglich, einen Zeitpunkt festzulegen, bis zu welchem eine Verurteilung noch sinnvoll ist.<BR /><BR />Eine Stellungnahme zu den in der Petition angesprochenen Ereignissen würde den Dialog nicht erleichtern, den die Schweiz mit der Türkei im Menschenrechtsbereich führt. Im Rahmen dieses Dialogs ist die Türkei im Übrigen bereits mehrfach ermutigt worden, sich verstärkt mit ihrer eigenen Geschichte auseinander zu setzen.<BR /><BR />Gestützt auf diese Erwägungen ist die Kommission der Ansicht, dass die schweizerische Menschenrechtspolitik weiterhin auf die Gegenwart und auf die Zukunft auszurichten ist.<BR /><P CLASS="sectionTitle"><a name="3" />3. Antrag der Kommission</P>Die Kommission beantragt, von der Petition Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben.<BR /></TD></TR><TR><TD><P><BR /></P></TD></TR></TABLE><TABLE BORDER="0" CELLSPACING="0" WIDTH="100%" CELLPADDING="0"><TR><TD VALIGN="BOTTOM" colspan="2"><IMG SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/0.gif" WIDTH="1" HEIGHT="36" BORDER="0" /></TD></TR><TR><TD VALIGN="BOTTOM" colspan="2"><IMG SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/black.gif" WIDTH="100%" HEIGHT="1" BORDER="0" /></TD></TR><TR><TD VALIGN="TOP" WIDTH="60%"><IMG SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/black.gif" WIDTH="1" HEIGHT="16" BORDER="0" /><A HREF="#top" TARGET="_self"><IMG SRC="http://www.parlement.ch/afs/images/x/pfeil.gif" ALT="Rückkehr zum Seitenbeginn" BORDER="0" WIDTH="20" HEIGHT="12" /></A>Rückkehr zum Seitenbeginn</TD><TD VALIGN="TOP" WIDTH="40%"><P ALIGN="right"><A HREF="/Homepage.htm" TARGET="_top"><IMG BORDER="0" src="http://www.parlement.ch/afs/images/x/home.gif" width="20" height="16" /></A><FONT FACE="Arial" SIZE="2">Home</FONT></P></TD></TR></TABLE></TD></TR></TABLE></TD></TR></TABLE></BODY></HTML>