Christine Egerszegi-Obrist (1948): „C’est le ton qui fait la musique“
Die freisinnige Aargauerin Christine Egerszegi-Obrist präsidiert in diesem Jahr den Nationalrat. Die studierte Sprachlehrerin und diplomierte Sängerin ist Mitglied des Fraktionsvorstandes der FDP und ist in verschiedenen parlamentarischen Kommissionen tätig. Ihr Steckenpferd ist die Sozialpolitik: Sie ist eine prominente Stimme in Sachen beruflicher Vorsorge, AHV und IV und kämpft für familienpolitische Anliegen. Am Herzen liegt ihr auch die musikalische Grundausbildung, sie fordert deshalb einen obligatorischen Musikunterricht an öffentlichen Schulen.
Doris Leuthard (1963): Mit gutem Beispiel voran
Die Anwältin und ehemaligen Aargauer CVP-Nationalrätin wurde im Juni 2006 in den Bundesrat gewählt. Die Chefin des Volkswirtschaftsdepartements (EVD) erklärte einen besseren Zugang Jugendlicher sowie älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Arbeitsmarkt zu ihren Prioritäten. Departementsintern wollte sie jungen Vätern einen fünftägigen Urlaub zugestehen. Der Bundesrat pfiff sie zwar in dieser Sache zurück, er erklärte sich jedoch bereit, den Vaterschaftsurlaub im Rahmen der Revision des Personalgesetzes zu prüfen. Im EVD will Leuthard zudem mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorwärts machen.
Martine Brunschwig Graf (1950): Eine mögliche Bundesrätin?
Martine Brunschwig Graf studierte an der Universität Freiburg Econometrie. Als Präsidentin der Genfer Liberalen und Abgeordnete wurde sie 1993 in die Kantonsregierung gewählt, wo sie bis 2006 die Erziehungs- und später die Finanzdirektion leitete. Im Nationalrat (seit 2003) gehört sie unter anderem der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) an. Daneben engagiert sich stark gegen die Folter. Im vergangenen Jahr wurde die Liberale von der FDP als mögliche Bundesrätin ins Spiel gebracht.
Marianne Dürst (1961): Regierungsrätin mit Pioniergeist
Marianne Dürst studierte in Zürich Rechtswissenschaften und schloss diese 1991 mit dem Lizenziat ab. Vier Jahre später erwarb sie das Glarner Rechtsanwaltspatent und eröffnete eine eigenes Anwaltsbüro. 1998 schaffte die Freisinnige den Sprung in die Glarner Exekutive, wo sie seither das Departement für Inneres und Volkswirtschaft leitet. Im vergangenen Mai brachte Regierungsrätin bei den Glarnerinnen und Glarner eine radikale Vereinfachung des Gemeindewesens durch: Aus 25 Gemeinden wurden deren drei. Marianne Dürst präsidiert sein 2001 die FDP Frauen.
Jasmin Staiblin (1970): Steile Karriere im Industriekonzern
Ihre Karriere bei der ABB startete Jasmin Staiblin 1997 als Forschungsassistenin. Zehn Jahre später ist sie Länderchefin und Vorsitzende der Geschäftsleitung der ABB Schweiz. Staiblin studierte Elektrotechnik und Physik an der Universität Karlsruhe und der Königlich-Technischen Hochschule in Schweden. Daneben bildete sie sich im Bereich Management und Marketing in den USA und England weiter. Jasmin Staiblin ist eine der wenigen Frauen, die in der Schweiz an der Spitze eines Industriekonzerns stehen.
Doris Aebi (1964): Auf der Suche nach starken Köpfen
Nach diversen Lehr- und Forschungsaufträgen promovierte die Soziologin, Ökonomin und Politologin Doris Aebi im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms zum Thema „Weiterbildung zwischen Markt und Staat“. Sie machte Karriere im Finanz- und Marketingsektor. Vor zwei Jahren gründete sie zusammen mit René Kuehni eine auf die internationale Direktsuche von Führungs- und Fachkräften spezialisierte Firma. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sie sich in sozialen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Vereinigungen und dies Verwaltungsratsvizepräsidentin des Migros-Genossenschaftsbund.
Catherine Duttweiler (1962): Scharfe Beobachterin des Schweizer Politbetriebs
Nach der Matura absolvierte sie an der Universität Genf die Dolmetscherschule, erlangte das Übersetzerdiplom und bildete sich an der Ringier-Journalistenschule weiter und erwarb das Tauchlehrerbrevet. Sie arbeitete bei der „Sonntagszeitung“, bei „Facts“ und der „Basler Zeitung“. Nach einem Abstecher zu Schweizer Radio DRS steht Catherine Duttweiler seit 2004 der Redaktion des „Bieler Tagblatts“ vor. Einen Namen machte sie sich als Autorin der Bücher „Kopp & Kopp“ (Aufstieg und Fall der ersten Bundesrätin) und „Adieu, Monsier“ (Chronologie einer turbulenten Bundesratswahl).
Colette Nova (1961): AHV-Expertin im Gewerkschaftsbund
Colette Nova hat in Genf Rechtswissenschaften studiert. Die erste berufliche Station führte sie ins Bundesamt für Polizei, danach wechselte sie ins BIGA (ehemalige Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit) bevor sie 1995 geschäftsführende Sekretärin im Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) wurde. Dort betreut sie die Dossiers allgemeine Sozialpolitik und Sozialversicherung, insbesondere AHV, Invalidenversicherung, berufliche Vorsorge, Unfallversicherung.
Silvia Strub (1973): Lohnunterschiede müssen nicht sein
Silvia Strub studierte an den Universitäten Bern und Wien Ökonomie und allgemeinen Ökologie. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Gleichstellung und Gleichstellungspolitik, des Arbeitsmarktes und der Sozialpartnerschaft (Löhne, Arbeitsbedingungen, Arbeitsaufteilung, unbezahlte Arbeit), der Familienpolitik und des Gesundheitswesens. Sie entwickelte ein Instrument, wie allfällige Lohnungleichheiten aufgedeckt und deren Ursachen ermittelt werden können.