Zum Inhalt
Seite drucken

Curia Vista - Geschäftsdatenbank

02.3733 – Postulat

Freizeitverkehr. Bericht

Eingereicht von
Einreichungsdatum
12.12.2002
Eingereicht im
Ständerat
Stand der Beratungen
Angenommen
 

Eingereichter Text

Der Bundesrat wird eingeladen, einen umfassenden Bericht mit einer Strategie zum Freizeitverkehr ausarbeiten zu lassen. Der Bericht soll:

- die Bedeutung des Freizeitverkehrs im Rahmen der gesamten Verkehrspolitik (Personenmobilität) und seine Bedeutung für andere Sektoralbereiche wie namentlich den Tourismus aufzeigen;

- Massnahmen und Akteure ausweisen und evaluieren, mit denen der Freizeitverkehr im Rahmen einer gesamtheitlichen Verkehrspolitik nachhaltiger ausgestaltet werden kann;

- die Handlungsmöglichkeiten und den Handlungsbedarf des Bundes aufzeigen;

- Vorschläge unterbreiten, wie der Freizeitverkehr das ihm zukommende eigenständige Gewicht im Rahmen der Verkehrspolitik erhält.

Begründung

Der Freizeitverkehr hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Hälfte des gesamten Personenverkehrsaufkommens der Schweizer Bevölkerung ist heute freizeitbedingt. Dies kommt u. a. im aktuellen Bericht "Mobilität in der Schweiz" des Bundesamtes für Raumentwicklung und des Bundesamtes für Statistik zum Ausdruck. Aufgrund der sozioökonomischen Entwicklungstendenzen ist davon auszugehen, dass der Freizeitverkehr weiter wachsen wird.

Bereits heute ist der Freizeitverkehr verantwortlich für die grössten Spitzenbelastungen und Staus. Gerade im Freizeitbereich ist bezüglich der Raum- und der Verkehrsentwicklung eine besondere Dynamik festzustellen. In letzter Zeit sind zahlreiche neue Angebote entstanden, welche dank dem Ausbau der Verkehrsangebote von einer verbesserten Erreichbarkeit profitieren. Gleichzeitlich wirken sich die Raumstrukturen auf die Standortwahl sowie die Erschliessung von Infrastrukturanlagen und damit auf die Verkehrsmittelwahl ihrer Benutzer aus.

Bisherige verkehrspolitische und verkehrsplanerische Strategien waren in erster Linie auf den Arbeitspendlerverkehr sowie auf den Fernverkehr ausgerichtet. Die spezifischen Aspekte des Freizeitverkehrs wurden in der Vergangenheit zu wenig intensiv in die Überlegungen zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik einbezogen. Entsprechend gross sind heute der Handlungsbedarf und das Handlungspotenzial in diesem Bereich.

Gerade im Freizeitverkehr ist das Angebot im Vergleich zum Pendlerverkehr in vielen Belangen ungenügend. Oft fehlen attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr: entweder sind die Ziele örtlich und/oder zeitlich nicht oder nur in ungenügendem Masse durch den öffentlichen Verkehr oder durch Langsamverkehr erschlossen oder es mangelt an Zusatzangeboten (z. B. Gepäcktransport). Freizeitverkehr ist zudem sehr heterogen zusammengesetzt, seine Auswirkungen verteilen sich dispers übers ganze Land: Die Aktivitäten spielen sich sowohl im Nahumfeld der Wohnung und des Arbeitsortes ab und betreffen so vor allem den Verkehr in den Agglomerationen als auch im Fernbereich. Entsprechend ist eine starke Differenzierung von Strategien und Massnahmen notwendig.

Schliesslich ist ein gut funktionierendes Freizeitverkehrssystem eine wichtige Voraussetzung für die Schweiz als Dienstleistungs- und Tourismusstandort. Hier ist einerseits die gute Erreichbarkeit von Freizeitzielen zentrale Voraussetzung, andererseits führt die Verkehrsbelastung in Freizeitgebieten oft zu einer starken Attraktivitätsminderung. Gleichzeitig sind gute Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten im Wohnumfeld ein wesentlicher Standortfaktor.

Neben der Verkehrspolitik mit all ihren Teilbereichen gilt es weitere Sektoralpolitiken (Energiepolitik, Regional- und Standortpolitik, Tourismusförderung, Gesundheit und Bewegungsförderung) zu berücksichtigen, die in Wechselwirkung mit dem Freizeitverkehr stehen.

Antrag des Bundesrates vom 12.02.2003

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

 
 

Chronologie / Wortprotokolle

Datum Rat  
11.03.2003SRAnnahme.
 
 
Sie sind hier: Das Schweizer Parlament > Suche > Geschaefte