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Curia Vista - Geschäftsdatenbank

04.3637 – Interpellation

Mystery Park. Wie stark ist der Bund involviert?

Eingereicht von
Einreichungsdatum
01.12.2004
Eingereicht im
Nationalrat
Stand der Beratungen
Erledigt
 

Eingereichter Text

Der Mystery Park wirft zahlreiche Fragen auf, ethische und finanzielle. Angesichts der immer lauteren Stimmen, die behaupten, in dieses Unternehmen seien öffentliche Gelder investiert worden, wird der Bundesrat gebeten, das Parlament über folgende Fragen aufzuklären:

1. Wurden öffentliche Gelder in den Bau dieses privaten Erlebnisparks investiert?

2. Das Baugelände dieses Erlebnisparks gehört unseres Wissens dem Bund. Kann der Bundesrat darüber Auskunft geben?

3. Falls es dem Bund gehört, wurde dieses Gelände an den Mystery Park verkauft? Zu welchem Preis? Oder wurde es unter einem anderen Titel zu Verfügung gestellt (Vermietung, Überlassung im Baurecht, Leihe usw.)?

4. Diesem Park mangelt es an wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit. Die Schweiz aber hat einen guten wissenschaftlichen Ruf zu verlieren. Ist der Bundesrat deshalb nicht auch der Meinung, dass die Besucher beim Eingang klar darauf hingewiesen werden sollten, dass sie einen Erlebnis- und Vergnügungspark betreten, dessen alleiniges Ziel es ist, die Besucherinnen und Besucher zu unterhalten?

Begründung

Der Mystery Park in Interlaken gab schon immer Anlass zu Diskussionen, und dies aus gutem Grund. Der Mystery Park wurde von Persönlichkeiten, deren wissenschaftliche Seriosität unzweifelhaft ist, als "wissenschaftliches Tschernobyl" bezeichnet. Er ist nichts anderes als ein Erlebnis- und Vergnügungspark und sollte unserer Meinung nach auch als solcher vermarktet werden. Die Direktion dieses Parks ist jedoch nicht so ehrlich und erweckt systematisch den Anschein, mit den Ausstellungen eine wissenschaftlich-erzieherische Mission zu verfolgen.

Dieser Park setzt auf Ambivalenz und vermittelt den Eindruck, die Attraktionen des Parks seien wissenschaftlich fundiert. Indem sich dieser Park in ein solches Licht setzt, wird von der Schweizer Wissenschaft ein äusserst schlechtes und nicht sehr ernst zu nehmendes Bild vermittelt. Davon kann man sich nur schon überzeugen, wenn man den Kommentaren lauscht, die von Wissenschaftlern der Nachbarländer nach einem Besuch des Mystery Parks geäussert werden. Alle seriösen Wissenschaftler, die für einen guten Ruf der Schweiz sorgen und gesorgt haben, wiesen klar nach, wie wenig seriös und wie unhaltbar die Ausstellungen dieses Parks sind. Von den Objekten, die den Besuchern als Originale präsentiert werden, sind viele nicht echt. Von Däniken selbst hat dies übrigens in der Sendung "Mise au point", die Télévision Suisse Romande am 28. November 2004 ausstrahlte, implizit zugegeben.

Die Stimmen, die behaupten, es seien öffentliche Gelder in den Bau dieses Parks investiert worden, werden immer lauter und sprechen u. a. davon, dass der Park auf Bundesgelände gebaut worden sei. Dabei wird aber nie angegeben, ob es sich um eine Schenkung, einen Verkauf oder eine Vermietung handelte und was für eine Geldsumme im Spiel war. In einer Zeit, in der die für Bildung, Forschung und Sozialversicherungen bestimmten Gelder ständig aufgrund fehlender finanzieller Mittel des Bundes gekürzt werden, wäre es besonders schockierend, wenn eine Privatfirma, die ausschliesslich Profitinteressen verfolgt, öffentliche Gelder erhalten hätte.

Antwort des Bundesrates vom 04.03.2005

Auf Ersuchen der Initianten des Mystery Parks und in Absprache mit dem Eidgenössischen Finanzdepartment hat sich das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) im Jahre 2000 bereit erklärt, das für dessen Realisierung benötigte Land im Baurecht abzutreten.

Zu den konkreten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:

1. Für den Bau des Mystery Parks wurden keine finanziellen Beiträge des Bundes geleistet.

2. Seitens des VBS wurde der Mystery Park AG Interlaken mit Baurechtsvertrag vom 31. August 2000 an der Peripherie des ehemaligen Militärflugplatzes Interlaken ein selbstständiges und dauerndes Baurecht gemäss den Artikeln 675 und 779ff ZGB auf einer Fläche von 1020,11 Aren eingeräumt. Zuvor wurden für das fragliche Terrain seitens der Baurechtsnehmerin die entsprechenden raumplanerischen Voraussetzungen im Rahmen einer Zone mit Planungspflicht Erlebnispark "Die grossen Rätsel dieser Welt" geschaffen. Die Bevölkerung der Standortgemeinde hat der Einzonung ausschliesslich für diesen Zweck zugestimmt.

3. Auch im Bau- und Liegenschaftsbereich werden die Geschäfte auf der Basis des Wirtschaftlichkeitsprinzips getätigt. Für das Baurecht bezahlt die Mystery Park AG dem Bund einen jährlichen marktkonformen Baurechtszins.

4. Da der Bund dieses private Projekt der Mystery Park AG nicht finanziell unterstützt hat, kommen auch die geltenden Bestimmungen und Kriterien bei der Unterstützung von entsprechenden Objekten nicht zur Anwendung. Die konzeptionelle Ausgestaltung des Mystery Parks wird allein durch die privatrechtlichen Eigentümer und Betreiber bestimmt. Im Übrigen ist der Mystery Park für die Tourismusregion Berner Oberland von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung.

 
 

Chronologie / Wortprotokolle

Datum Rat  
18.03.2005NRDie Diskussion wird verschoben.
20.12.2006Abgeschrieben, weil seit mehr als zwei Jahren hängig.
 
 
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