Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht darüber vorzulegen, wie elektromagnetische Felder zum Bienensterben beitragen. Dieser Bericht soll darlegen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Rückgang von Bienen in einem Bienenstock und dessen Standort in unmittelbarer Nähe einer Mobilfunkantenne besteht.
Begründung
Es gibt immer mehr internationale Studien, in denen die nichtthermische Wirkung elektromagnetischer Felder auf Honigbienen nachgewiesen wird. Das gegenwärtige Massensterben der Bienen beunruhigt zunehmend; unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen sind nötig, die aufzeigen, ob die Bestrahlung der Bienen vom übertriebenen Ausbau der Mobilfunknetze herrührt.
Stellungnahme des Bundesrates
vom
19.11.2008
In den letzten Jahren sind sowohl in der Schweiz als auch weltweit vermehrt Überwinterungsverluste bei Völkern der Honigbiene aufgetreten. Diese werden in der Öffentlichkeit seit Kurzem auch mit der Mobilfunkstrahlung in Verbindung gebracht.
Die Winterverluste sind nach Aussagen des Zentrums für Bienenforschung von Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) auf mehrere Einflussfaktoren zurückzuführen. Im Vordergrund stehen:
1. Krankheiten;
2. Schädlinge;
3. Krankheiten und Schädlinge in Wechselwirkung;
4. Stress, wie z. B. ungeeignetes Nahrungsangebot oder andere Umweltfaktoren.
Das Zentrum für Bienenforschung leitet die 2006 gegründete internationale Arbeitsgruppe "Prevention of Bee Losses" (Coloss), in welcher über 105 Forschergruppen aus 34 Ländern mitmachen. Coloss koordiniert die Forschung zum Phänomen Bienensterben und setzt Forschungsprioritäten.
Das Zentrum für Bienenforschung verfolgt den Stand der Wissenschaft über die verschiedenen infrage kommenden Ursachen für die Winterverluste von Honigbienen, einschliesslich der elektromagnetischen Strahlung. Bei begründetem Verdacht wäre es möglich, im Rahmen des Coloss-Monitorings der Winterverluste in der Schweiz auch die Immissionen hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung zu erheben. Das Zentrum für Bienenforschung und die internationale Forschergemeinschaft beurteilen einen ursächlichen Effekt der elektromagnetischen Felder als wenig wahrscheinlich. Feldversuche zur Klärung dieses wenig wahrscheinlichen Effektes wären unverhältnismässig aufwendig.
Antrag des Bundesrates vom 19.11.2008
Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.