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Curia Vista - Geschäftsdatenbank

09.1042 – Anfrage

Würde der Tiere in Schweizer Zoos

Eingereicht von
Einreichungsdatum
20.03.2009
Eingereicht im
Nationalrat
Stand der Beratungen
Erledigt
 

Eingereichter Text

1. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass die heutige Tierschutzgesetzgebung des Bundes ausreichend sicherstellt, dass alle zoologischen Gärten die Würde der Tiere achten?

2. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass kleinräumige Zoos, die Tiere in Gefangenschaft halten, aus erzieherischer Perspektive eine falsche Botschaft an Kinder und Jugendliche aussenden?

3. Wie könnte die geltende Gesetzgebung dahingehend verbessert werden, dass auch kleine Zoos - wie der Zoo al Maglio in Neggio (TI) - die in den Artikeln 3 und 4 des Tierschutzgesetzes festgelegten Ziele besser erreichen?

Herkömmliche zoologische Gärten werden immer häufiger dafür kritisiert, dass sie die Würde und den Freiheitsdrang der Tiere nicht achten. Auch wenn solche Zoos das Gesetz dem Buchstaben nach einhalten, haben viele Bürgerinnen und Bürger starke Zweifel und grosse Vorbehalte, wenn es darum geht, solche Zoos weiterhin zuzulassen, da dort die Freiheit und oft auch die Lebensqualität der Tiere massiv eingeschränkt sind. Das Tessiner Kantonsparlament hat am 16. Februar 2009 eine Motion von Bill Arigoni abgelehnt, wonach die Regierung den kleinen, im Malcantone gelegenen Zoo al Maglio in Neggio schliessen bzw. umnutzen sollte. Die Tessiner Regierung hatte geltend gemacht, dass die Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung immer noch erfüllt seien. Auch das Kantonsparlament hatte aber seine Zweifel darüber, ob es sinnvoll sei, auch weiterhin kleinräumige Zoos mit exotischen Tieren zu bewilligen. Zumindest sollte die Frage der Haltung von exotischen Tieren in Gefangenschaft generell überdacht werden.

Antwort des Bundesrates vom 13.05.2009

1. Nach dem Tierschutzgesetz darf die Würde des Tieres nicht ungerechtfertigt missachtet werden (Art. 3 Bst. a, Art. 4 Abs. 2; SR 455). Die Anforderungen, die bei der Haltung von Wildtieren zu beachten sind, werden in der Tierschutzverordnung (insbesondere Kapitel 4; SR 455.1) umfassend geregelt. Mit diesen Vorgaben bietet die Gesetzgebung die Grundlage, dass die Würde der Tiere auch in den zoologischen Gärten geachtet wird.

2. Eine wichtige Rechtfertigung für die Haltung von Tieren in zoologischen Gärten ist die Vermittlung des Verständnisses für Tiere und unsere Umwelt ganz allgemein. Auch kleinräumige Zoos können, bei angepasster Wahl der Tierarten und fachkundiger Ausgestaltung der Anlage, den tierschutzrechtlichen Anforderungen genügen.

3. Wenn ein kleiner Zoo wenige und untereinander sozial verträgliche Arten in gut strukturierten Gehegen hält, vermag er den Vorgaben der Tierschutzgesetzgebung ebenso zu entsprechen wie ein grosser Zoo. Eine Änderung der geltenden Gesetzgebung ist nicht notwendig.

 

Erstbehandelnder Rat

Nationalrat

 
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