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Curia Vista - Geschäftsdatenbank

11.3700 – Motion

Die junge Säule. Sparanreize für junge Menschen

Eingereicht von
Einreichungsdatum
17.06.2011
Eingereicht im
Nationalrat
Stand der Beratung
Erledigt
 

Eingereichter Text

Es soll eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, damit analog dem individuellen Sparen für die Altersvorsorge (BVG, Art. 82 Abs. 2), eine Säule für junge Menschen eingerichtet wird, die sogenannte "Junge Säule".

Folgende Eckwerte sind dabei zu berücksichtigen:

Die Beiträge an diese Säule sind bis zu einem Betrag von maximal 5000 Franken steuerfrei. Die "Junge Säule" steht Personen von 18 bis 35 Jahren offen. Ein Bezug der Gelder aus der "Jungen Säule" soll in folgenden Fällen möglich sein:

- ab dem 35. Lebensjahr;

- vor dem 35. Lebensjahr bei Gründung einer Familie.

Die Einrichtung der "Jungen Säule" muss in einer anerkannten Vorsorgeform stattfinden und kann gleich wie das Produkt 3b ausgestaltet werden inklusive einer Sperrfrist. Das Gesetz soll dafür zwei Möglichkeiten vorsehen:

- ein Vorsorgekonto bei einer Bankenstiftung;

- eine Vorsorgepolice bei einer Versicherung.

Begründung

Junge Menschen sparen heute weniger als ältere. Vor allem deshalb nicht, weil es für junge Menschen kaum Anreize gibt. Während mit der dritten Säule steuerliche Sparanreize für die Zeit nach der Pensionierung oder für den Erwerb von Wohneigentum existieren, gibt es nichts Vergleichbares für Junge. Bereits mit 20 Jahren in die dritte Säule einzuzahlen und damit das Geld bis zur Pensionierung zu binden ist kaum attraktiv. Doch gerade in jungen Jahren wäre Sparen wichtig, spätestens bei der Familiengründung wird es einem bewusst, wenn das Geld fehlt. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren sollen maximal 5000 Franken pro Jahr auf ein spezielles Sparkonto oder ein Sparprodukt einzahlen können und müssen analog der dritten Säule nicht versteuert werden. Die dadurch angehäuften Ersparnisse können entweder bei einer Familiengründung oder ab dem 35. Altersjahr steuerfrei oder zu einem reduzierten Tarif ausbezahlt und verwendet werden.

Neben dem Vorteil des Steuerabzuges kann eine solche "Junge Säule" den Nebeneffekt haben, dass das ökonomische Denken gefördert und einen Beitrag gegen die Verschuldung von jungen Menschen geleistet wird.

Stellungnahme des Bundesrates vom 07.09.2011

Jungen erwerbstätigen Menschen stehen die steuerprivilegierten Vorsorgemöglichkeiten in der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) offen. Diese Mittel können nicht nur für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge genutzt werden, sondern sie können auch im Hinblick auf den Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum angespart werden, was zum Beispiel bei der Gründung oder Vergrösserung einer Familie genutzt werden kann. Sie können ausserdem auch für die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit angespart werden, was auch für jüngere Personen interessant sein kann. So genutzte Vorsorgegelder werden als Kapital ausgezahlt und separat besteuert.

Die Förderung eines Sparprozesses im Hinblick auf die Elternzeit oder eine vorübergehende Reduktion der Erwerbstätigkeit während der Erziehungsperiode bildet Gegenstand der beiden Vorstösse Postulat Fetz 11.3492, "Freiwillige Elternzeit und Familienvorsorge" und Motion Hochreutener 11.3567, "Elternzeit und Familienvorsorge". Der Bundesrat verweist deshalb auf seine diesbezüglichen Antworten.

Die Einkommen von jungen Erwachsenen sind in der Regel vergleichsweise tief und erhöhen sich erst im Laufe der Erwerbskarriere. Dies führt zu einer Vermögensbildung, welche etwa mit 30 Jahren ein- und sich dann bis zum Rentenalter fortsetzt. Das Problem liegt somit nicht bei den fehlenden Sparanreizen für die Jüngeren, sondern beim tiefen Einkommen, welches kein Sparen erlaubt. Die vorgeschlagene Lösung würde daher wohl nur von wenigen jungen Leuten genutzt werden können, die in der privilegierten Lage sind, schon früh ein hohes Einkommen zu erzielen.

Der Bundesrat ist sich bewusst, dass junge Familien zu den am stärksten armutsgefährdeten Gruppen gehören. Finanzielle Entlastungen, allenfalls auch im Steuerbereich, sind daher wünschbar. Ob das vorgeschlagene Instrument eines steuerprivilegierten zusätzlichen Sparens ein geeignetes Instrument für junge Familien darstellen könnte, bildet Gegenstand der Prüfung gemäss dem Postulat Fetz 11.3492. Das Ergebnis dieser Prüfung ist abzuwarten.

Antrag des Bundesrates vom 07.09.2011

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

 

Chronologie / Wortprotokolle

DatumRat 
21.06.2013Abgeschrieben, weil seit mehr als zwei Jahren hängig.
 
 

Deskriptoren:

Hilfe

Ergänzende Erschliessung:

28;24

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