Die politische Vertretung der Frauen spielt eine grosse Rolle bei den eidgenössischen Wahlen im Oktober 2019. Im Fokus steht hierbei der Ständerat, da die Sitze von mehreren Ständerätinnen neu vergeben werden. In den kantonalen politischen Organen ist der Frauenanteil im Steigen begriffen: 2018 gab es so viele Regierungsrätinnen wie noch nie.

Die Interparlamentarische Union (IPU) verweist darauf, dass der Frauenanteil in den nationalen Parlamenten seit 2016 zurückgeht. In der Schweiz ist die Situation uneinheitlich: Im Nationalrat ist der Frauenanteil seit 1974 kontinuierlich gestiegen, im Ständerat hingegen in den letzten beiden Legislaturperioden zurückgegangen. Nun scheiden mehrere Ständerätinnen aus ihrem Amt, weshalb sich die Frage stellt, ob die Parteien ausreichend Frauen als Ersatz vorschlagen werden.

Ende 2018 betrug der Frauenanteil im Nationalrat 33 Prozent (66 Frauen und 134 Männer) und im Ständerat 15,2 Prozent (7 Frauen und 39 Männer). Die 30-Prozent-Marke knackten die Frauen im Nationalrat erstmals nach den Wahlen 2015, als sie 32 Prozent der Sitze besetzten. Im Ständerat hingegen ist die Zahl auf den tiefsten Wert seit 1991 gefallen und die Gefahr, dass sie mit den Wahlen von 2019 weiter sinkt, ist gross.

ENTWICKLUNG DES FRAUENANTEILS VON 1974 BIS 2018

Entwicklung des Frauenanteils im National- und Ständerat, ausgehend vom Stand am 1. Januar des jeweiligen Jahres.

 


FRAUENANTEIL IN DEN EIDGENÖSSISCHEN RÄTEN (STAND: 28.09.2018)

 

LEICHTER ANSTIEG DES FRAUENANTEILS IN DEN KANTONSPARLAMENTEN UND -REGIERUNGEN

Der Frauenanteil in den Kantonsparlamenten beläuft sich laut Bundesamt für Statistik (BFS) für den Zeitraum 2014–2018 auf 27,9 Prozent, womit er so hoch ist wie nie zuvor. Die Zahl der Kantonsparlamentarierinnen steigt seit zwei Jahrzehnten langsam, aber kontinuierlich an. Zwischen 1996 und 1999 lag ihr Anteil bei 24,1 Prozent, zwischen 2000 und 2003 bei 24,2 Prozent und zwischen 2004 und 2007 bei 26,5 Prozent. Allerdings bestehen grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen, wie die Wahlen zwischen 2012 und 2015 zeigen: So gibt es einerseits acht Kantonsparlamente (BL, ZH, AG, BE, BS, SO, AI und VD), in denen der Frauenanteil bei 30 Prozent und mehr liegt, andererseits aber auch sieben Kantone (GR, UR, SZ, NW, GL, SH und VS), in denen er unter 20 Prozent liegt.

In den Kantonsregierungen sind derzeit 37 der 154 Sitze von Frauen besetzt. Ein ermutigender Wert, wenn man bedenkt, dass in diesen Exekutivorganen lange überhaupt keine oder nur sehr wenige Frauen vertreten waren. Hedi Lang (SP, ZH) war 1983 das erste weibliche Mitglied einer Kantonsregierung. 1991 gab es nur fünf Regierungsrätinnen, was einem Frauenanteil von 3 Prozent entsprach.

 

Quellen: