(sda) Die Schweiz soll die Renovierung des Palais des Nations in Genf finanziell unterstützen. Der Nationalrat hat für dieses und weitere Vorhaben im internationalen Genf Darlehen in Form von Verpflichtungskrediten gutgeheissen. Der Ständerat muss noch grünes Licht geben.

Insgesamt beantragt der Bundesrat dem Parlament die Genehmigung eines Darlehens von 438,4 Millionen Franken an die Immobilienstiftung für die internationalen Organisationen (FIPOI). 292 Millionen Franken sind für die Renovierung des Palais des Nations vorgesehen.

Der Sitz der Vereinten Nationen (UNO) in Genf soll umfassend renoviert und mit einem neuen Bürogebäude ergänzt werden. Seit der Errichtung in den 1930er-Jahren wurde der Gebäudekomplex nie totalsaniert.

Das zinslose Darlehen ist innerhalb von fünfzig Jahren für den Neubau und von dreissig Jahren für die Renovation rückzahlbar. Die finanzielle Belastung in Höhe von 292 Millionen Franken ist auf acht Jahre verteilt.

Mit einem weiteren Darlehen von 76,4 Millionen Franken soll der Neubau eines Gebäudes für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt werden. Dazu hatte das Parlament bereits einen Vorschussbetrag für die Finanzierung der Planungskosten bewilligt.

Der dritte Verpflichtungskredit umfasst 70 Millionen Franken für die Renovierung des Gebäudes der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Zu den Bundesgeldern kommen die Beträge der Genfer Behörden.

Die Instandhaltung der Gebäude im internationalen Genf sei ein wesentlicher Bestandteil der Rolle der Schweiz als Gaststaat, sagte Aussenminister Didier Burkhalter. Die Internationalen Organisationen würden durch das Erneuerungsprojekt stärker in der Schweiz verankert.

Dieser Argumentation folgte eine grosse Mehrheit im Nationalrat. Nur ein Teil der SVP stellte sich gegen die Darlehen.