Mit 115 zu 73 Stimmen bei einer Enthaltung stimmte die grosse Kammer gegen die Motion ihrer Kulturkommission (WBK). Der Vorstoss hat sich damit erledigt.
Die 50 Millionen Franken sollten zusätzlich zum normalen Rahmenkredit für die Kulturförderung gesprochen werden. Ziel war es, rasche Sanierungen auszulösen sowie "denkmalverträgliche energetische Sanierungen", wie es im Text heisst.
Kommissionssprecherin Sandra Locher Benguerel (SP/GR) sprach von einem "Château-Chillon-Effekt". Wenn historische Baudenkmäler gut unterhalten würden, könnten sie ein touristisches Magnet für die Region sein. Wirtschaftlich lohne sich ein Effort in diesem Bereich. Dieser Argumentation folgte nur die Ratslinke.
Die übrigen Fraktionen lehnten den Vorstoss ab. Sie verneinten den Handlungsbedarf. Peter Keller (SVP/NW) warnte davor, statt einem Kulturerbe ein Schuldenerbe zu hinterlassen. Die Baubranche brauche keine zusätzliche Stimulierung, weil sie weniger als andere von der Corona-Krise betroffen sei.
Auch der Bundesrat stellte sich gegen das Anliegen. Zwar gebe es immer mehr Denkmalpflege- und Archäologie-Projekte, die wegen Geldmangels nicht oder nur verzögert realisiert werden könnten, räumte Kulturminister Alain Berset ein. Aber trotz Corona-Krise seien konjunkturstützende Massnahmen für die Baubranche derzeit nicht nötig.