"Die Aussenseiterkandidatin aus dem Jura hat alle überrascht. Nun muss Elisabeth Baume-Schneider zeigen, dass sie mehr ist als nur nett und bodenständig. ... Als sie ihr Interesse am Amt anmeldete, galt sie ausserhalb der Westschweiz nur wenigen als valable Wahl. Doch einige Wochen genügten, um aus einer nahezu unbekannten Jurassierin eine Bundesrätin zu machen. Als ehemalige Regierungsrätin und amtierende Ständerätin erfüllt Elisabeth Baume-Schneider zwar das Anforderungsprofil, ihren Siegeszug durch die Fraktionen der nationalen Parteien hat sie aber vor allem ihrem gewinnenden Wesen zu verdanken. Wo Eva Herzog ernst bis sehr ernst in die Kamera schaute, lachte die Jurassierin. Wo Herzog jedes Wort in Watte packt, bevor sie es auf die Goldwaage legte, plauderte Baume-Schneider munter darauf los. ... Dass am Mittwoch die Aussenseiterin Baume-Schneider gewählt worden ist, hat mehrere Gründe: Einige Genossen wollten den natürlichen Berset-Nachfolger, Pierre-Yves Maillard, als nächsten SP-Bundesrat verhindern. Einigen Bürgerlichen war Herzog zu stark und zu europafreundlich. Andere hofften, dass eine zugängliche Kandidatin auch eine beeinflussbare Bundesrätin ist. Doch es ist nicht das erste Mal, dass in einer Bundesratswahl die Gmögigere gewählt wurde."