(sda) Der Verband Schweizer Privatradios ist "hocherfreut" über die Weiterführung von UKW. Der Parlamentsentscheid schaffe Planungssicherheit für die Radiobranche und die Bevölkerung.

Die Politik habe die jüngsten Entwicklungen nach der UKW-Abschaltung der SRG ernst genommen und die zentralen Anliegen der Regionalradios nachvollzogen, schrieb der Verband Schweizer Privatradios (VSP) am Dienstag.

Seit der Abschaltung hätten die SRG-Programme massive Hörerzahleneinbrüche von bis zu 49 Prozent verzeichnet. Zudem seien über 100'000 Hörerinnen und Hörer auf ausländische UKW-Programme ausgewichen, so der VSP.

Positiv bewertet der VSP, dass der Ständerat die wirtschaftlichen Folgen berücksichtigt hat: Ein vergleichbarer Hörerzahlenrückgang hätte für private Anbieter Werbeverluste in zweistelliger Millionenhöhe bedeutet und damit existenzielle Risiken geschaffen. Auch der "weiterhin ungenügende Ausrüstungsgrad der Fahrzeuge" trage der Verlängerung Rechnung. Da eine Umrüstung in der Praxis fast ausschliesslich über den Kauf eines Neuwagens erfolge, erhalte die Bevölkerung mehr Zeit für den technologischen Übergang.

Die Regionalradios stünden weiterhin klar hinter der digitalen Radiozukunft und investierten bereits heute deutlich mehr finanzielle Mittel in DAB+ als in UKW. Doch es brauche gleichzeitig eine realistische Übergangsphase, "die technische Gegebenheiten, das Nutzerverhalten und die wirtschaftliche Stabilität berücksichtigt".