Der österreichischen Delegation gehörten mit der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller sowie mit August Wöginger (ÖVP), Andreas Schieder (SPÖ), Reinhard Eugen Bösch (FPÖ), Gerald Loacker (NEOS) und Wolfgang Zinggl (PILZ) Mitglieder aller Fraktionen des österreichischen Parlaments an.
Nationalratspräsident de Buman und sein österreichischer Amtskollege hoben die zahlreichen Gemeinsamkeiten und gemeinsamen Interessen hervor und lobten die ausgezeichneten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten. Ständeratspräsidentin Keller-Sutter unterstrich im Gespräch mit der österreichischen Delegation, dass weiterhin Handlungsbedarf bei den grenzüberschreitenden Verkehrsprojekten auf Strasse und Bahn besteht und dass der rechtliche Status des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein geklärt werden muss. Mit den Mitgliedern der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates tauschte sich die österreichische Delegation über zahlreiche aussenpolitische Themen aus. Beide Seiten betonten ihr Interesse an einem stabilen Europa und diskutierten über eine adäquate Einbindung der Länder des Westbalkans sowie über den Umgang mit den Grossmächten Russland und China. Sobotka erklärte, dass zu den Prioritäten der kommenden österreichischen EU-Ratspräsidentschaft der Schutz der EU-Aussengrenzen sowie die Bekämpfung von illegaler Migration und Terrorismus zählen.
Auch im Mittelpunkt des Höflichkeitsbesuchs bei Bundesrätin Doris Leuthard standen grenznachbarschaftliche Themen und der bevorstehende österreichische EU-Ratsvorsitz. Mit Bundeskanzler Walter Thurnherr tauschten sich die österreichischen Gäste über das Thema direkte Demokratie aus. Bundeskanzler Thurnherr erklärte dabei die geschichtlichen Hintergründe sowie die Funktion und die Bedeutung der direkten Demokratie für die Schweiz. Er bezeichnete diese als ein für die Schweiz geeignetes Modell, aber auch als fragiles Instrument, welches bewusst gepflegt werden muss. Beim anschliessenden Treffen mit Staatssekretär Mario Gattiker erhielt die österreichische Delegation einen Überblick über die aktuelle Migrationslage in der Schweiz und über die Asylgesetzrevision, welche 2016 vom Schweizer Volk gutgeheissen wurde. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass beide Seiten vor ähnlichen Herausforderungen stehen und im Asylbereich eine gemeinsame europäische Lösung anzustreben ist.
Die engen Beziehungen zwischen Österreich und der Schweiz zeichnen sich durch häufige Besuche auf allen Ebenen aus. Über 40‘000 Österreicherinnen und Österreicher leben in der Schweiz, weitere 8000 arbeiten hier als Grenzgängerinnen und Grenzgänger. In Österreich wiederum leben 16‘000 Schweizerinnen und Schweizer. Die beiden Länder zählen zu den wichtigsten Handelspartnern ihres jeweiligen Nachbarstaates. Zudem wurden die Beziehungen zwischen den beiden Parlamenten im Jahr 2005 mit der Gründung von zwei permanenten Delegationen institutionalisiert. Die Parlamentarische Gruppe Österreich–Schweiz und die Delegation für die Beziehungen zum österreichischen Parlament widmen sich den Beziehungen zum Nachbarstaat und pflegen einen regelmässigen Austausch. Mitglieder beider Delegationen begleiteten den Besuch des österreichischen Nationalratspräsidenten in der Schweiz.