22. bis 24. September 2015

​Urban Ahlin ist seit 1994 Abgeordneter des Schwedischen Reichstags, wo er die Sozialdemokratische Partei vertritt. Er war zwischen 2002 und 2014 u.a. Parteisprecher für aussenpolitische Fragen, sowie Vorsitzender, danach stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Aussenpolitik. Nach den Parlamentswahlen 2014 wurde er am 29. September zum Reichstagspräsidenten gewählt.
Der Schwedische Reichstag – der «Riksdagen» – ist ein Einkammerparlament mit 349 direkt gewählten Abgeordneten.
Urban Ahlin und seine Delegation trafen sich während ihres Besuchs zu Gesprächen mit dem Nationalratspräsidenten Stéphane Rossini und mit dem Ständeratspräsidenten Claude Hêche sowie mit Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Zudem stand ein Besuch des Innovation Park und Rolex Learning Center der ETH in Lausanne auf dem Programm.

 

Bilaterale Beziehungen zwischen Schweden und der Schweiz

Schweden und die Schweiz pflegen ausgezeichnete Beziehungen; Schweden feierte im Übrigen kürzlich das 100-Jahr-Jubiläum seiner Botschaft in Bern. Die beiden Länder pflegen ihre bilateralen Beziehungen hauptsächlich innerhalb internationaler Organisationen, so u.a. in der UNO, wo sie bei Fragen zu Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechten eng zusammenarbeiten.

Die Gesprächsteilnehmer haben sich zu aktuellen Themen wie der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und dem verantwortungsvollen Umgang mit Flüchtlingen unterhalten. Die schwedische Delegation betonte dabei, dass die Zuwanderung in Schweden angesichts der alternden Gesellschaft vermehrt als Chance wahrgenommen werde und dabei die erfolgreiche Integration eine Schlüsselrolle spiele.

Weiter zur Sprache kamen die Auswirkungen des starken Schweizer Frankens auf die schweizerische Wirtschaft. Wie der Schweizer Franken, erlebt auch die Schwedische Krone angesichts einer stetig wachsenden Nachfrage eine starke Aufwertung. Vor diesem Hintergrund wurden u.a. auch der Abwertungswettlauf unter den Leitwährungen sowie die Einführung von Negativzinsen durch die Nationalbanken beider Länder angesprochen.

Ständeratspräsident Claude Hêche erklärte den Gästen aus Schweden zudem die Eigenheiten des schweizerischen Milizparlaments und Zweikammersystems.

Im Fokus des Gesprächs mit Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann stand die Schaffung innovationsfördernder Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowie die Teilnahme der Schweiz an den Forschungsrahmenprogrammen der Europäischen Union zur Umsetzung der gemeinschaftlichen Wissenschafts- und Innovationspolitik.