Es gilt das gesprochene Wort

 

 

Madame la Présidente de la Confédération, Doris Léotard
Monsieur le Président du Gouvernement valaisan, Jean-Michel Cinna
Monsieur le Président du Grand-Conseil valaisan, Jean-François Copte
Monsieur le Président de la ville de Viège et Conseiller aux Etats René Imoberdorf,
Autorité, civile, judiciaire, religieuse de la Confédération, du Canton et des communes,
Mesdames et Messieurs,

 

Die Ankunft durch den Lötschberg ins Oberwallis – hier nach Visp - hat für mich eine besondere Symbolik.
Für uns Walliser der Tunnel ein Weg nach Aussen, das Aussen, welches wie der Berg uns träumen lässt oder uns eben Angst macht. Wir haben den Berg durchgebohrt, und so konnten wir diesen Gipfel oder die Angst überwinden.

„Mit dem Glis si wier zur Usserschwiz gango, aber so chännä wär chräftig zu ische Wurzel zäruck  cho. Euj zäruck zum Heida cho“.

Diesem Heida-Wein, der heute serviert wird, repräsentiert bestens die Identität des Wallis, besonders des Oberwallis.

Heute ich bin ganz bewusst mit dem Zug nach Hause gekommen. So kann ich mit Euch allen mein Nationalratspräsidium feiern. Mein Ziel ist es aber, häufiger mit dem Zug reisen, um mit der ganzen Schweiz in Kontakt treten und unser Wallis, unsere Sprachen, unsere Berge und unsere Charaktere überall hin bringen zu können. Ich will während meines Präsidialjahres jeden Kanton besuchen und zur CONNAISSANCE MUTUELLE beitragen.

Heute kommt die Schweiz, vertreten durch Bundespräsidentin Doris Leuthard, meine Parlamentskolleginnen und -kollegen sowie meine Freunden aus verschiedensten Regionen, zu uns. Und das Wallis empfängt allen mit offenen Armen.

Die letzten Walliser Nationalratspräsidenten, der leider verstorbene Paul Schmidhalter sowie Hans Wyer, den ich herzlich begrüsse, konnten damals noch nicht durch Tunnel fahren.

Im Wallis haben wir den Berg, aber auch das Tal. Wir haben sowohl die französische wie auch die deutsche Sprache und ein zweisprachiges Parlament. Und es ist für mich eine Ehre, dass hier im Tal von einem Bergler aus Orsières, dem Grossratspräsident Jean-Francois Copt, empfangen werde.

„Was mich bei isch gfallt isch diese Eigenschaft sich zmischlo ohne didentität zverliro“.

„Ich tuä manchmal gärn mine Identität usdrucko mit dem Dialekt fom Oberwallis oder mit dem Akzent fom Land. Ich bin stolz uf mino Kanton und sine grosse Eigäschaftä“.

Alle Regionen und Kantonen der Schweiz haben eigenes Temperamente und Charaktere. Ich freue mit diese Vielseitigkeit im Ausland als Nationalratspräsident zu repräsentieren.

Unser Land, unsere direkte Demokratie muss unseren ausländischen Gästen erklärt werden. Die Schweiz pflegt ihre Individualität und hält an ihrer Souveränität fest. Die Schweiz ist aber kein Land, das sich zurückzieht. Die Schweiz beteiligt sich regelmässig an der Suche, Konflikte andernorts zu bewältigen. Sie engagiert sich mitten in Europa. Die Neat – die neue Alpentransversale - ist ein entsprechendes Beispiel. So kann die Schweiz ihr Teil am Aufbau und der Entwicklung eines ganzen Kontinents beitragen. Ich werde während meiner Reisen und bei internationalen Treffen das traditionelle Engagement der Schweiz ausserhalb unserer Landesgrenzen erwähnen.

Vor der Weiterfahrt möchte ich René Imoberdorf, meinem Kollegen aus dem Ständerat und Präsidenten der Stadt Visp, ganz herzlich für diesen schönen Empfang danken.

 

„Besten Dank an alle Oberwalliser und Visper fär dise warmä Empfang und jetzt farä wär nach Sittu, ische Haeuptstadt“