Es gilt das gesprochene Wort!
Frau Bundespräsidentin
Herr Bundesrat (Burkhalter)
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Es ist (uns) eine grosse Ehre, dass Sie, Herr Generalsekretär, die Zeit finden konnten, binnen eines Jahres zwei Mal nach Bern zu reisen und unserer Einladung anlässlich des UNO-Beitritts der Schweiz vor 10 Jahren gefolgt sind. Herzlich willkommen im Parlamentsgebäude. Dass ausländische Gäste in diesem Saal vor der Vereinigten Bundesversammlung sprechen, ist aussergewöhnlich. Und es ist das übrigens das erste Mal, dass ein UNO-Generalsekretär in diesem Rahmen spricht.
Eine Premiere war auch Ihr Besuch im vergangenen Oktober an der 125. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) hier in Bern: Erstmals trat ein UNO-Generalsekretär an einer IPU-Versammlung auf. Dass dies ausgerechnet in der Schweizer Bundesstadt (Hauptstadt) geschah, freute uns damals sehr. Mit Ihrer Präsenz an dieser Jubiläumsversammlung zeigten Sie die grosse Wertschätzung gegenüber der Weltorganisation der Parlamente, die ja immer etwas im Schatten der Vereinten Nationen steht. Wenngleich Parlamentarierinnen und Parlamentarier in der Regel in der Aussenpolitik eine kleinere Rolle spielen als die Regierungen, so können auch sie Wichtiges bewirken. In der Schweiz setzt die Verfassung ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Bundesversammlung und Bundesrat voraus, bei uns ist internationale Politik auch eine Angelegenheit des Parlaments oder, wie es der Beitritt zur UNO zeigte, auch des Volkes.
Herr Generalsekretär
10 Jahre sind keine all zulange Zeit. Es handelt sich eher um ein bescheidenes Jubiläum, wenn gleich die gemeinsame Geschichte unseres Landes und die der Vereinten Nationen weit länger als ein Jahrzehnt zurück geht. Historisch gesehen kann die Schweiz als Wiege der UNO bezeichnet werden, da bereits der Völkerbund während seines Bestehens zwischen 1920 und 1946 seinen Sitz an in der Rhone-Stadt Genf hatte. Längere Zeit vor ihrem Vollbeitritt war die Schweiz Mitglied vieler UNO-Spezialorganisationen und beteiligte sich an friedenserhaltenden Massnahmen der Weltorganisation sowohl personell, logistisch wie auch finanziell. Genf ist der zweitwichtigste UNO-Sitz und neben New York eines der beiden grossen Zentren der multilateralen Zusammenarbeit. Die Schweiz profitiert von Genf. Diese internationale Plattform dient ihr zur Pflege ihrer Beziehungen und hilft ihr, ihre internationalen Ziele umzusetzen. Dank Genf hat unser Land eine langjährige Tradition als Gastgeberin von internationaler Konferenzen.
Wir nehmen mit Freude zur Kenntnis, dass die Schweiz ihre Präsenz innerhalb der UNO ausbauen und einflussreiche Positionen in Leitungs- und Vollzugsorganen mit Landsleuten besetzen konnte. Ich denke dabei unter anderem an unseren ehemaligen Ratskollegen und späteren Bundesrat Joseph Deiss, der im letzten Jahr die Generalsversammlung der UNO präsidierte und in dieser Funktion auch hier im Rat auftrat. Wir interpretieren seine Wahl als Wertschätzung des Schweizer Engagements.
Bevor ich das Wort an Generalsekretär Ban Ki-Moon weiterleiten darf, möchte ich es nicht unterlassen, unsere Ehrengäste auf der Tribüne zu begrüssen: Alt Bundesrat Kaspar Villiger, der 2002 Bundespräsident war, unseren ehemaligen Nationalratspräsidenten Claude Frey, der 2002 die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates präsidierte sowie eine Delegation des Initiativ-Komitees, zu dem auch frühere Ratsmitglieder gehören, welches den Stein ins Rollen brachte. Herzlich willkommen!
Herr Generalsekretär, auch im Namen der Bundesversammlung möchte ich mich nochmals für Ihre Anwesenheit bedanken. Ich meine, die Schweiz und die UNO können zufrieden auf das erste gemeinsame Jahrzehnt zurückblicken. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit in Zukunft ebenso eine erfolgreiche sein wird. Ich bedanke mich und wünsche Ihnen alles Gute.
Herr Generalsekretär, darf ich Sie nun bitten, das Wort zu ergreifen.