Die Motion verlangt vom Bundesrat, die Schweiz unabhängiger vom Import essenzieller Güter zu machen. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass in gewissen Bereichen Handlungsbedarf bestehe, sagte dazu Kommissionssprecher Martin Candinas (CVP/GR). Es gehe nicht um eine Re-Nationalisierung der Produktion, sondern darum, die Abhängigkeit vom Ausland zu minimieren und eine nachhaltige Produktion zu fördern.
Der Vorstoss stammt aus der Feder von Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (CVP/TG). Ihr Rat hatte der Motion bereits zugestimmt, am Donnerstag folgte der Nationalrat mit 130 zu 54 mit 4 Enthaltungen. Der Bundesrat muss sich damit an die Umsetzung machen.
Dieser war mit dem Vorstoss aber nicht einverstanden. Die Schweiz analysiere die Situation laufend, gerade auch in der Corona-Krise. Sollte es Handlungsbedarf geben, werde der Bundesrat handeln. Man könne aber Massnahmen ergreifen, ehe klar sei, was überhaupt nötig sei.
Eine zweite Motion mit ähnlicher Stossrichtung lehnte der Nationalrat ab. Ständerat Thomas Minder (parteilos/SH) verlangte damit, dass lebenswichtige Güter künftig in der Schweiz hergestellt werden müssen. Aus Sicht der Mehrheit ging dies aber zu weit. Die Motion ist damit vom Tisch.