In diesem Punkt herrscht Einigkeit: Der Weiterbildung kommt in unserer Zeit eine immer grössere Bedeutung zu. Mit ihrem 1997 überwiesenen Postulat (97.3249) hatte die WBK eine kleine Kaskade ausgelöst: Es führte erstens zum Expertenauftrag, einen Bericht zur "Weiterbildung in der Schweiz" zu erarbeiten; das Ergebnis (der sog. Bericht Gonon/Schläfli), liegt seit November 1998 vor. Im September 2000 hat zweitens der Bundesrat seinen Bericht "Elemente einer Bundespolitik für die Weiterbildung in der Schweiz" verabschiedet: Darin nimmt er Position zum zitierten Expertenbericht, berücksichtigt aber auch die heutige Ausgangslage, die durch die nachgeführte Bundesverfassung und durch den Entwurf zu einem neuen Berufsbildungsgesetz entstanden ist. In der Diskussion kam deutlich zum Ausdruck, dass nach dem Willen der WBK die Weiterbildung zu stärken ist und dass diesem Aspekt bei der bevorstehenden Beratung des Berufsbildungsgesetzes ein besonderes Augenmerk geschenkt werden sol.
Die Nationalrats- und Ständeratsmitglieder der APF-Delegation haben an ihrer Sitzung vom 5. Oktober 2000 über den jüngsten Entscheid der Zürcher Kantonsregierung, an den Primarschulen Englisch als erste Fremdsprache einzuführen, diskutiert. Die Delegation bedauert zutiefst, dass die Regierung des grössten Schweizer Kantons in einer für den nationalen Zusammenhalt so grundlegenden Frage nicht mehr Feinfühligkeit an den Tag legt.
Dieser Entscheid ist für die Delegation umso erstaunlicher, als die Zürcher Kantonsregierung damit der Kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) vorgreift, die zu dieser Frage am kommenden 2. November eine Empfehlung abgeben wollte.
Dieser Entscheid geht weit über den Erziehungsbereich hinaus und belegt in einem mehrsprachigen Land wie der Schweiz einen hohen politischen Stellenwert.
Dieser Schritt kann bei der APF, deren Hauptanliegen die Förderung der französischen Sprache und der internationalen Kontakte unter den französischsprachigen Ländern ist, nur auf Ablehnung stossen.
Die Delegation erinnert daran, dass das Französische ein auf dem Boden der gemeinsamen Kultur gewachsenes Verständigungsmittel ist und die Völker von rund sechzig Mitgliedländern und -regionen der APF vereint.
Bern, 05.10.2000 Parlamentsdienste